Kardamom – das Superfood aus dem Orient

Kardamom gehört zu den teuersten Gewürzen, außer Vanille und Safran. Bei uns eigentlich nur in der Weihnachtszeit genutzt, wird es in Asien vielfach eingesetzt. Nicht nur zu einem scharfen Chili, sondern dort schmeckt es auch im Kaffee oder Tee.

Unterschieden wird zwischen dem grünen und dem schwarzen Kardamom, wobei beide als Gewürz genutzt werden können, allerdings zu unterschiedlichen Speisen. Zum Teil wird Kardamom aus den Samen der Pflanze gewonnen, aber auch die getrockneten Früchte sind nutzbar. Gerade die Samen beinhalten eine Vielzahl von ätherischen Ölen, die dem Kardamom das typische Aroma verleihen.

Geschichte von Kardamom

Der Kardamom hat eine lange Geschichte, denn schon etwa 3.000 Jahre v. Chr. wurde er in Indien genutzt, brauchte jedoch einen Weg über China, Griechenland und Italien, bis er auch bei uns bekannt wurde. Während die Ägypter das Gewürz zur Mundhygiene nutzen, veredelten die alten Römer bereits ihr Speisen damit. So wurde auch bemerkt, dass die Samen eine verdauungsfördernde Wirkung hatten und die ätherischen Öle, unangenehmes Magendrücken, nach einer schweren Mahlzeit fernhielt.

Das Gewürz oder Elettaria cardamomum, gehört der Familie der Ingwergewächse an. Es ist eine mehrjährige Pflanze, die eine Höhe von bis zu 4 Meter erreichen kann. Heute liegen die Hauptanbaugebiete in tropischen Regionen, zum Beispiel, ist eines der Hauptförderländer Guatemala.

In der Antike wurde Kardamom bereits vom griechischen Arzt Dioskurides erwähnt, welches er bei Epilepsie, Husten, Krämpfen und zur Austreibung von Bandwürmern empfahl. Im Mittelmeerraum kam Kardamom bei Blähungen und Verdauungsstörungen zum Einsatz und arabische Männer glaubten an die aphrodisierende Wirkung.

Inhaltsstoffe Kardamom

Heute wird Kardamom für die Drogengewinnung kultiviert. Circa 3 Jahre nach der Anpflanzung stehen die Kapselfrüchte zur Ernte bereit. Sie werden per Hand geerntet und dann über Feuer oder in der Sonne getrocknet. Aus der Frucht selber, entstehen zwei Drogenarten, zum einen sind das die Kapselfrüchte mit den Samen und zum anderen, ist es das ätherische Kardamom – Öl. Dieses wird durch Wasserdampfdestillation oder Kaltpressung gewonnen.

Tipp:
Schwarzer Kardamom besitzt ein eher herbes, erdiges und rauchiges Aroma und passt zu pikanten und deftigen Gerichten. Das grüne Kardamom schmeckt dagegen süßlich – scharf und eignet sich hervorragend für süße Backwaren, in Getränken oder in Soßen.

Die wirksame Kraft von Kardamom steckt vor allen Dingen in den Samen. Die Inhaltsstoffe sind unter anderem:

  • Borneol
  • Cineol
  • Terpineol
  • Mycren
  • Limonen
  • Eisen
  • Kampfer

Sämtliche Inhaltsstoffe wirken antibakteriell, krampflösend und regen dazu auch die Durchblutung an. So kann der gesamte menschliche Organismus von dem Gewürz profitieren. Die Früchte enthalten weitere Inhaltsstoffe, zu denen zählen:

  • Stigmasterol
  • Beta – Sitosterol
  • fettes Öl
  • Gummi
  • Stärke
  • Zucker
  • Eiweiß

Ätherische Öle und Flavonoide weisen sedative, als auch entzündungshemmende und durchblutungsfördernde Eigenschaften auf. Eine hyperämisierende Wirkung kann auf Inhaltstoffe wie Cumarine, Bitterstoffe und den ätherischen Ölen zurückgeführt werden.

Da die Heilpflanze, über einen hohen Gehalt an Bitterstoffen verfügt, sorgt sie für verdauungsfördernde – und chalogene (gallenflussfördend) Wirkung. Somit werden gleichzeitig Gallen – und Verdauungssäfte angeregt.

Cineol und Borneol sind Inhaltsstoffe, denen eine schleimlösende und antibakterielle Eigenschaft nachgesagt wird und Kampfer ist für eine gute Durchblutung verantwortlich.

Anwendungsbereiche von Kardamom

Um das Gewürz anzuwenden, können die Samen zerstoßen, in die Speisen kommen. Allerdings sollten die Samen erst kurz vorher behandelt werden. Im Tee ist Kardamom ebenfalls eine Spezialität und zur äußeren Anwendung helfen Salben, Balsam oder Badezusätze.

Das Gewürz kann genutzt werden bei:

  • Erkältungen und grippalen Infekten
  • Infektionen im Mund – und Rachenraum
  • Kopfschmerzen
  • Mandelentzündung, Halsschmerzen
  • Mundgeruch
  • chronischem Asthma und Bronchitis
  • depressiven Verstimmungen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Blasenentzündung
  • Harninkontinenz
  • Prostataproblemen
  • Blähungen
  • Impotenz und vorzeitige Ejakulation

Selten vorzufinden sind Produkte, wie zum Beispiel, Tinkturen oder ätherische Öle, denn besser verhält sich Kardamom, wenn es von innen heraus wirkt. Pulver und auch Samen sind nach dem Verzehr sofort einsatzfähig und können ihre positiven Eigenschaften dann entfalten.

Das Gewürz eignet sich gut, bei Beschwerden wie Asthma oder Bronchitis. Es lindert krampfartige Hustenanfälle und löst Schleim aufgrund des Inhaltstoffs Cineol. Ist der Schleim abgehustet, können Atemwege befreit werden und Schwellungen der Schleimhäute gehen zurück.

Die krampflösende Wirkung kommt auch Frauen zugute, die mit Menstruationsbeschwerden zu kämpfen haben. Depressive Stimmungen und auch Wechseljahrbeschwerden werden gelindert. Innerhalb der ayurvedischen Therapien und auch in der Volksheilkunde, wirkt Kardamom bei Erkältungen, Lungenkrankheiten, Bronchitis und bei Beschwerden in den Wechseljahren. Allerdings existieren keine Studien, sondern diese Eigenschaften basieren auf den Erkenntnissen in der ärztlichen Erfahrungsmedizin.

Weitere Anwendungsgebiete sind:

  • Brechdurchfall
  • Schwangerschaftsübelkeit
  • Appetitlosigkeit

Darreichungsformen und Dosierung

Der Handel bietet diverse Darreichungsformen von Kardamom – Fertigpräparate an. Hierzu zählen Tabletten, Kapseln, Dragees und Tropfen. Tee ist eher nicht gebräuchlich, denn die Wasserlöslichkeit der ätherischen Öle ist gering. Es sind jedoch Teemischungen erhältlich, die in Kombination mit Kardamom hergestellt wurden. Zu den genutzten Heilpflanzen zählen unter anderem, Fenchel und Kümmel, welche in dieser Zubereitungsform gegen Blähungen gut wirken.

Zubereitungen in Form von alkoholischen Auszügen (Tinkturen), sind des Öfteren, in unterschiedlichen Magenmitteln zu finden. Magenmittel mit Kardamom, fördern die Verdauung und lassen Blähungen erst gar nicht auftreten, zudem wird auch der Appetit angeregt.

In einigen Fertigarzneimitteln ist Kardamom ebenfalls zu finden, beispielsweise im allseits beliebten Melissen Geist. Dieser ist bekannt dafür, dass unterschiedliche Beschwerden gelindert werden können. Hierzu zählen Herz – Kreislauf – Beschwerden, Schlafprobleme und Wetterfühligkeit.

Hinweis:
Kardamom ist eine köstliche Ergänzung des Sortiments der Küchengewürze. Wichtig ist das Gewürz korrekt zu lagern. Mit Licht und Luft sollte er nicht in Berührung kommen, denn ansonsten würde er schnell seine kostbaren ätherischen Öle verlieren. Kapseln können am besten in luftdichten, verschlossenen Behältern aufbewahrt werden, wobei diese an einem nicht zu warmen Ort stehen sollten. Zudem ist es ratsam, eher kleine Mengen zu kaufen und zügig zu verbrauchen.

Diejenigen, die Kardamom sofort verwenden möchten, können sich im Handel 100 prozentiges ätherisches Öl besorgen. Es eignet sich gut für Desserts und Marmeladen und sorgt auch in Duftlampen für aufhellende Stimmung. Aufgrund des Duftes, kann der Verbraucher das Öl auch für kosmetische Zwecke einsetzen zum Beispiel, als Hautpflegemittel.

Als Nahrungsergänzungsmittel halten Apotheken gebrauchsfertige Kardamom – Kapseln bereit. Sie enthalten reines Kardamom Pulver und sind auch für Vegetarier bestens geeignet. Angaben für eine korrekte Dosierung können der Packungsangabe entnommen werden. Zum Einsatz kommen sie in der Hauptsache bei Magenschmerzen, Übelkeit, Blähungen und Erbrechen und können gut in der Reiseapotheke ihren Platz finden.

Das Gewürz ist ebenfalls ein Bestandteil von Kautabletten, die nach dem Genuss von Knoblauch, Zwiebeln oder Alkohol für einen frischen Atem sorgen. In der Regel werden die Tabletten in Kombination mit anderen pflanzlichen Wirkstoffen wie, Salbei, Koriander, Zitronenaroma oder Menthol angeboten.

Nebenwirkungen

Kardamom ist mittlerweile auch bei uns zu einem beliebten Gewürz avanciert, was nicht nur im Weihnachtsgebäck zu finden ist. Das Gewürz hat aromatische Vorteile und kaum Nebenwirkungen, wenn die richtigen Dosierungen eingehalten werden.

Nebenwirkungen kann der Verbraucher vermeiden, wenn er nicht über einen längeren Zeitraum, dass Gewürz zu sich nimmt und auch große Mengen meidet. In seltenen Fällen kam es zu allergischen Reaktionen, wie beispielsweise einer Kontaktdermatitis. Einige Personen klagten über Nesselsucht, wobei sich im Nachhinein herausstellte, dass sie überempfindlich auf bestimmte Zutaten reagierten.

Nur wer Kardamom exzessiv konsumiert, muss mit den aufgeführten Nebenwirkungen rechnen. Bei normalem Verzehr und bei Einhaltung der vorgeschriebenen Dosierungen, sind keinerlei Nebenwirkungen bekannt.

Wissenswertes über Kardamom

Bei uns ist Kardamom ein typisches Gewürz, welches in die Weihnachtszeit gehört. Neben Spekulatius und Lebkuchen, kann es aber auch andere Gerichte verfeinern. Zur Verwendung reicht eine Prise des gemahlenen Pulvers. Die getrockneten Kapseln sollten erst kurz vor der Nutzung aufgestoßen werden, damit sich die gesamte Würzkraft entfalten kann.

Kardamom ist mehr als nur ein Gewürz, denn nachweislich hat er auch heilende Inhaltsstoffe. Von der Pflanze selber, werden die Samen verwendet. Diese reifen an einer schilfartigen Staude und enthalten ätherische Öle. Der Geschmack erinnert stark an Eukalyptus, leider verfliegt der Duft sehr schnell, daher sollte das Gewürz in Kapseln bevorzugt werden.

Zur Einnahme können die Kapseln leicht zerstoßen und einfach den jeweiligen Speisen zugefügt werden. Kardamom zählt zu den asiatischen Gewürzen und ist auch im Chai – Tee zu finden, der immer beliebter wird. Das Gewürz ist durch seine angenehme Schärfe in unterschiedlichen Gerichten auch in der europäischen Küche zu nutzen. Hier werden allerdings in der Regel nur die Samen verwendet.

Folgende positive Eigenschaften besitzt Kardamom noch:

  • antiviral
  • antibakteriell
  • antifungal
  • harntreibend
  • durchblutungsfördernd

Diejenigen, die abends nicht gut einschlafen können, sollten ein Glas Milch, nicht mit Honig verfeinern, sondern etwas Kardamom hineinrühren. Zudem ist die Milch förderlich für ein gutes Gedächtnis, ein Messerspitze gemahlener Kardamom ist vollkommen ausreichend.

Es gibt unterschiedliche Arten des Kardamoms. Das grüne Kardamom hat eine scharfe Süße mit einem leichten Geschmack von Eukalyptus. Er hat ein feines, pikantes Aroma und eignet sich daher besonders gut für Süßspeisen. Das schwarze Kardamom ist vor allem im Himalaya zu finden und schmeckt ein wenig nach Kampfer. Er passt bestens zu deftigeren Gerichten, wie zum Beispiel Lammbraten und anderen Fleischspeisen. In der Antike soll das schwarze Kardamom bereits als eine Art Haaröl verwendet worden sein.

Das Pulver wird aus den Kapselfrüchten gewonnen. Verbraucher können es in einer handelsüblichen Mühle zerkleinern oder in einem Mörser fein stoßen. Zwischenzeitlich ist gemahlener Kardamom auch in aromasicheren Verpackungen zu bekommen, der kann in der Küche, als auch im gesundheitlichen Bereich verwendet werden.

Kardamom hat eine Jahrtausend alte Tradition, von der in der Zwischenzeit auch die Europäer profitieren. Unter den Naturheilmitteln ist das Gewürz ein echter Allrounder und dazu ein tolles Gewürz in der Küche. Kardamom kann unterschiedliche Speisen bereichern, dass gilt auch für einige Getränke. Als Küchengewürz, ist er der Gesundheit dienlich, wirkt vorbeugend und ist für das Wohlbefinden ein echtes Superfood.

Kategorie: Naturheilkräuter
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