Johanniskraut – das Mittel gegen Depressionen ?

Das Johanniskraut hat eine Jahrhundert alte Tradition. In der heutigen Zeit, wird es als Mittel in Tablettenform, gegen Depressionen eingesetzt. Das Öl (Rotöl) kann unter Umständen bei Hautproblemen hilfreich sein. Johanniskraut oder Hypericum perforatum, wird als ganzes Kraut genutzt, also sämtliche Pflanzenteile, außer der Wurzel.

Das Kraut wirkt speziell bei Stimmungsschwankungen, kann Angstzustände lösen und nervöse Unruhe lindern. Welche Wirkstoffe dies hervorrufen, ist nicht bekannt. Vermuten lässt sich, dass es die Substanzen Hyperforin und Hypericin sind, die dabei eine entscheidende Rolle spielen dürften.

Geschichte von Johanniskraut

Bekannt war die Wirkung von Johanniskraut bereits in der Antike, wo der griechische Arzt Dioskurides, es einsetzte. Demnach gab es vier unterschiedliche Arten von Johanniskraut, die auch bei verschiedenen Erkrankungen helfen würden. Der römische Naturforscher Plinius erwähnte Johanniskraut gegen Verbrennungen und im Mittelalter wurden Depressionen und zahlreiche andere Erkrankungen damit geheilt.

Im Jahr 1525 wies Paracelsus auf das Kraut hin, denn laut ihm, konnten melancholische Stimmungen vertrieben werden. 100 Jahre später führte das Kraut zu einem Eintrag im Kräuterbuch „ Botanica in originali“, was der Erfurter Medizinprofessor Johann Hieronymus Kniphof herausbrachte.

Danach geriet Johanniskraut über einen langen Zeitraum in Vergessenheit. Im 20. Jahrhundert wurde es wiederentdeckt und wurde 1940 in das Deutsche Arzneibuch aufgenommen. Seit den 1970er Jahren, ist Johanniskraut ein fester Bestandteil des Deutschen Arzneimittelkodex.

Das Johanniskraut oder Hypericum perforatum, blüht immer zur Sommersonnenwende, am sogenannten Johannistag, dem 24. Juni. Die Legende besagt, wird das Kraut an diesem Tag gepflückt, entfaltet es eine ganz besondere Kraft.

In der Vergangenheit wurde Johanniskraut genutzt, um Wunden, Hexenschuss oder Rheuma damit zu behandeln. Erst später wurde das Kraut auch gegen Depressionen und Stimmungsschwankungen eingesetzt.

Inhaltsstoffe von Johanniskraut

Das Johanniskraut hat eine Menge an guten Inhaltsstoffen, die fast alle eine pharmakologische Wirkung aufweisen. Zu den Inhaltsstoffen gehören unter anderem:

  • Naphthodianthrone
  • Flavone und Flavonderivate
  • Xanthone
  • Phloroglucinderivate
  • ätherisches Öl
  • Procyanide
  • Gerbstoffe

Tipp:
Diejenigen, die in der freien Natur das echte Johanniskraut finden möchten, sollten auf ein prägnantes Merkmal achten. Wird die Blüte abgezupft und zwischen den Fingern kräftig zerrieben, sollte sich eine starke rote Verfärbung bilden.

Weitere Inhaltsstoffe sind:

  • Hyperforin
  • Hypericin
  • Pseudohypericin

Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass die Johanniskraut – Inhaltsstoffe, sich verstärkend auf das CYP – 3A 4 – Enzymsystem auswirken, denn dieses beschleunigt den Abbau von diversen Arzneistoffen. Diese Erkenntnis führte dazu, dass hochdosierte Johanniskraut – Präparate, seit dem Jahr 2003 unter die Apothekenpflicht gestellt wurden.

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Zu den wichtigen Inhaltstoffen gehören die Gerb – und Bitterstoffe, Fett, Cholin und auch die Flavonoide, die eine entzündungshemmende Eigenschaft aufweisen. Hyperforin wirkt gut bei depressiven Stimmungen und die Gerbstoffe besitzen zudem eine schmerzstillende Wirkung.

Auch mit Blick auf die Wundheilung, spielt das Johanniskraut eine zentrale Rolle. Es bekämpft Bakterien und zeichnet sich des Weiteren durch seine stimmungsaufhellende Wirkung aus. Diejenigen, die sich Präparate mit einem hohen Anteil von Johanniskraut holen möchten, sollten ihren Arzt befragen, denn diese Arzneimittel sind verschreibungspflichtig.

Anwendungsgebiete von Johanniskraut

Die Anwendungsgebiete sind vielfältig, denn Johanniskraut kann auch bei Akne hilfreich sein. Pickel sind in der Regel eine Folgeerscheinung von entzündeten Poren der Haut. Die Gerb -, als auch die Bitterstoffe im Johanniskraut – Rotöl wirken entzündungshemmend und betroffene Hautpartien können langsam abheilen. Dazu verfeinert das Öl das gesamte Hautbild, das Ergebnis hiervon ist: grobe Poren verschwinden, Keime und Bakterien können sich nicht so leicht einnisten und neue Pickel sind nicht zu erwarten.

Johanniskraut Öl kann des Weiteren zur Massage genutzt werden. Es hat durchblutungsfördernde und krampflösende Wirkungen und tut auch gut, nach dem Sport oder einer langen Wanderung. Johanniskraut Öl ist in der Lage, Übelkeit und Magenschmerzen zu bekämpfen. Das Öl wirkt entkrampfend und hat eine beruhigende Wirkung auf den gesamten Magen – Darm – Trakt. Besonders Personen, die häufig unter Sodbrennen leiden, sollten Johanniskraut Öl ausprobieren.

Das Öl der Heilpflanze wird in erster Linie zur Behandlung von Wunden, bei Verbrennungen und leichteren Verletzungen eingesetzt. Zudem hilft Johanniskraut bei Gicht, Rheuma und Hexenschuss. Eine Teezubereitung aus dem Kraut hilft depressive Stimmungen zu vertreiben und wirkt sich beruhigend bei Angstzuständen aus.

Das Johanniskraut Öl kann bei Neurodermitis für Linderung sorgen. Dabei handelt es sich um eine entzündliche Hauterkrankung, zusätzlich können Cremes und Lotionen die Behandlung unterstützend begleiten. Mit Johanniskraut können vor allen Dingen gewisse Begleitsymptome bei Depressionen verbessert werden. Es handelt sich in der Regel um Schlafstörungen und Nervosität. Die Wirkung allerdings tritt etwas später ein, Experten sprechen von etwa 2 bis 4 Wochen.

Hinweis:
Johanniskraut kann die Wirkung von anderen Arzneimitteln abschwächen. Dabei handelt es sich besonders um Mittel nach Organtransplantationen oder gegen HIV. Das gleiche gilt für Blutgerinnungsmittel und auch der Antibabypille.

Darreichungsformen von Johanniskraut

Der Handel stellt heute unterschiedliche Darreichungsformen von Johanniskraut zur Verfügung, Darunter befinden sich:

  • Kapseln
  • Tabletten
  • Tee
  • Öle aus Johanniskraut Extrakt

Der Arzt oder Apotheker wird in den meisten Fällen eine genaue Dosierung beim jeweiligen Krankheitsbild empfehlen. Für Kinder unter 12 Jahren, schwangeren Frauen und stillenden Müttern, sin die Präparate nicht empfehlenswert, da es keine Studien darüber gibt.

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Kapseln enthalten ein Johanniskraut Trockenextrakt, welches in einer Hartkapsel lagert. Als Lösungsmittel wird Ethanol verwendet. Dosierungen gibt es in Form von 425 und 500 Milligramm. Die Tagesdosis sollte aus einer Kapsel am Morgen und einer am Abend bestehen.

Tabletten eignen sich für hohe Dosierungen und sind bei uns verschreibungspflichtig. Es werden Tabletten mit Dosen von 650 Milligramm hergestellt, die üblicherweise vom behandelnden Arzt verschrieben werden. Die Tabletten werden unzerkaut mit reichlich Wasser eingenommen.

Johanniskraut Tee ist wohl das älteste Mittel, welches bei Depressionen unumstritten ist. Diese Darreichungsform ist prädestiniert, um Schlafstörungen oder andere Befindlichkeitsstörungen zu behandeln.

Das Öl, auch Rotöl genannt, ist für die äußere Anwendung gedacht. Wirksam gegen Entzündungen der Haut, wie beispielsweise Neurodermitis, aber auch bei Verstauchungen, Zerrungen, Prellungen und ähnlichen Verletzungen.

Wirkung von Johanniskraut

Genutzt wird die gesamte Pflanze, außer der Wurzel. Hier finden sich 0,1 bis 0,3 Prozent der roten Farbstoffe. Dazu kommen 0,2 bis 4 Prozent Phloroglucinderative, besonders Hyperforin, daneben finden sich noch Procyanidine und Flavonoide.

Extrakte aus Johanniskraut greifen in die Regulierung von Botenstoffen ein, die sich im zentralen Nervensystem befinden. Sie unterstützen des Weiteren deren Aufgaben und wirken beruhigend, stimmungsaufhellend und vermindern so auch Angstzustände. Zu diesen Effekten tragen speziell, das Hypericin, Flavonoide und Biflavone bei.

Der Gehalt von den unterschiedlichen Inhaltsstoffen ist stark abhängig vom Entwicklungsstand der Pflanze und den dazugehörenden Lichtverhältnissen im Wachstum. In Blüten und Knospen ist der Gehalt von Hypericin höher, als zum Beispiel in reifen Früchten.

Johanniskraut ist auf jeden Fall gut gegen schlechte Stimmungen und Angstzustände. Es gibt auch Darreichungsformen, die gern bei mittelschweren Depressionen eingesetzt werden.

Hinweis:
Diejenigen, die das Kraut einsetzen möchten, sollten im Vorfeld ein klärendes Gespräch mit ihrem Arzt führen. In manchen Fällen sind chemische Mittel besser geeignet, als pflanzliche Naturstoffe. Dahingehend muss der Nutzer sich im Klaren darüber sein, dass Johanniskraut nicht ab der ersten Anwendung für Abhilfe sorgt, sondern erst nach frühesten zwei Wochen, die Wirkung einsetzt.

Neben den schon erwähnten Einsatzgebieten, ist Johanniskraut auch geeignet, zur Anwendung auf der Haut. Johanniskraut Öl hat entzündungshemmende Eigenschaften und beruhigt, trockene, schuppige und juckende Haut.

Nebenwirkungen

Johanniskraut ist zwar ein pflanzliches Heilmittel, kann in einzelnen Fällen, aber auch zu Nebenwirkungen führen. Gerade bei hellhäutigen Personen, kann nach hoher Dosierung, eine sonnenbrandähnliche Reaktion der Haut erfolgen. In sehr seltenen Fällen ist von allergischen Reaktionen die Rede, wie zum Beispiel innere Unruhe, Juckreiz, Müdigkeit oder Schwellungen von einzelnen Hautstellen.

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Magen – Darm – Beschwerden könnten ausgelöst werden, denn das Kraut erhöht die Aktivität eines bestimmten Leberenzyms. Dieser ist verantwortlich, für den Abbau unterschiedlicher Medikamente. Somit kann eine verminderte Wirkung von Immunsuppressiva, HIV – Medikamenten, Arzneimitteln zur Behandlung von Krebsleiden oder Herzmedikamenten ausgelöst werden. Wichtig ist der Faktor, bei der Antibabypille, die zur hormonellen Empfängnisverhütung dient.

Das Kraut kann auch genauso gut eine erhöhte Wirkung hervorrufen, wie zum Beispiel, bei Antidepressiva oder einem Narkosemittel. Tipp für den Nutzer: während der Einnahme sollte immer auf außergewöhnliche Symptome oder Befindlichkeitsstörungen geachtet werden.

Wissenswertes über Johanniskraut

Bei dem bekannten Johanniskraut liegen Mythos und Wahrheit selten so eng zusammen. In den Sommermonaten kann jeder die leuchtende gelbe Pflanze an Wald – und Wegrändern bewundern. Der blutrote Saft galt einst als Blut einer heidnischen Gottheit, in späteren Jahren beschwörte der christliche Glaube den Täufer Johannes, aus dessen Blut, die Pflanze entstanden sein soll und vertreibt in seinem Namen den Teufel.

In der heutigen Zeit sind die heilenden Wirkungen vom Johanniskraut mehrfach erforscht und wissenschaftlich bewiesen. Bis heute aber besitzt das Kraut auch eine rituelle Bedeutung, wenn es um Segen und Glück geht.

Das Johanniskraut ist unter vielen Synonymen bekannt. Es wird bezeichnet als:

  • Herrgottsblut
  • Hexenkraut
  • Johannisblut
  • Mannskraft
  • Jage Teufel

Vorsicht:
Schwangere Frauen, stillende Mütter und Kinder unter 12 Jahren, dürfen Johanniskraut und seine Zubereitungen aus Sicherheitsgründen nicht zu sich nehmen. Bei Jugendlichen sollte vor der Verabreichung, unter allen Umständen, ein Arzt befragt werden.

Das Johanniskraut kann im heimischen Garten kultiviert werden und es stellt auch keine besonderen Ansprüche an den Boden. Es genügt ein halbschattiger Platz und eine feuchte, humushaltige Erde. Die Pflanze ist überaus winterfest und kommt auch mit starken Minustemperaturen gut zurecht.

Das Kraut selber hat bis heute nicht nur Heilpraktiker und Naturheilkundler von seinen vielfältigen Wirkungen überzeugt, mittlerweile wird es auch in der modernen Schulmedizin geschätzt. Bei Depressionen geraten in einigen Fällen die Botenstoffe Serotonin, Dopamin und Noradrenalin durcheinander. Das hat wiederum zur Folge, dass sich die betroffenen Personen, antrieblos und niedergeschlagen fühlen.

Unter normalen Umständen, regen die Inhaltsstoffe von Johanniskraut die vermehrte Ausschüttung der Botenstoffe im zentralen Nervensystem an und sorgen für eine Verbesserung der Stimmungslage.

Kategorie: Naturheilkräuter
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