Sternanis – die ausgeprägte Heilwirkung ?

Sternanis ist jedem ein Begriff, wenn es um die Weihnachtsbäckerei geht. Den Namen bekam das Gewürz durch den echten Anis, da sie im Geruch fast ähnlich sind. Sternanis ist auch bekannt, als eine wichtige Zutat im bekannten „Küstennebel“, eines der meistgekauften Liköre in Deutschland. Was viele jedoch nicht wissen, Sternanis ist auch ein altes Heilmittel, dass gegen Magenschwäche, Mundgeruch und noch einiges mehr, eingesetzt werden kann.

In verschiedenen Teesorten kommt das Gewürz zum Tragen, wobei es nicht nur ein wohlschmeckender Geschmacksgeber ist, sondern auch seine ausgeprägten Heilwirkungen zeigen kann. Diese beziehen sich auf den gesamten Atmungsapparat und das Verdauungssystem. Auch gegen Bakterien soll Sternanis wirken.

Geschichte von Sternanis

In China ist der Sternanis schon seit mehr als 3000 Jahren bekannt. Der englische Seefahrer Sir Thomas Cavendish, brachte das Gewürz dann 1588 auf dem Seeweg, von den Philippinen nach Europa. Richtig verbreitet wurde es aber erst im 18. Jahrhundert, wo Sternanis in Schriften des Fürstentums Anhalt – Zerbst Erwähnung fand.

Wegen seiner Form, die einem Stern ähnelt, wird Sternanis gerne zu Basteln oder Dekorieren verwendet. In Japan wird er für heilig gehalten und findet aus diesem Grund seinen Platz oft vor Tempeln oder einem Friedhof.

Sternanis Früchte oder Illicium verum, wachsen an einem Baum, der eine Höhe von rund 6 Meter erreichen kann. Leider tragen diese Bäume erst ab dem 15. Jahr Früchte, dann aber kann bis zu dreimal jährlich geerntet werden.

In unseren Breiten kann der Baum nicht kultiviert werden, denn die klimatischen Verhältnisse lassen dieses nicht zu. Verbreitet ist Sternanis in Indien, Vietnam, Südchina, aber auch in Japan, den Philippinnen und dem Südosten der USA. Die nach Deutschland importierte Ware, kommt in der Regel aus China.

Inhaltsstoffe von Sternanis

Das Gewürz wird wegen seinen heilenden Wirkungen in der Volksmedizin hoch geschätzt. Sternanis hilft bei unterschiedlichen Verdauungsproblemen, wirkt antibakteriell und wird bei Erkrankungen der Atemwege eingesetzt. Der beinhaltende Wirkstoff Shikimisäure ist der Ausgangsstoff für die Herstellung des Grippemittels Tamiflu, welches in Apotheken erhältlich ist.

Zu den wirksamen Inhaltsstoffen gehören:

  • Anisol
  • Gerbsäure
  • Flavonoide
  • Saponine
  • Terpene
  • Shikimisäure
  • ätherische Öle (Bestandteile: Anethol, Camphen, Carvon, Cineol, Limonen, Safrol)

Die Inhaltsstoffe gewährleisten, dass ein Tee aus Sternanis auch bei Hexenschuss helfen kann, denn er wirkt entspannend. Ansonsten zeigt das Gewürz seine antibakterielle Wirkung bei Bronchitis, Angina (Mandelentzündung) oder Entzündungen im Verdauungsapparat.

Gegen Mundgeruch können die Sternanis – Samen gekaut werden und genauso fördern sie auch die Verdauung nach besonders schweren Mahlzeiten. Das ätherische Öl der Frucht ist hilfreich bei Zahnschmerzen, indem es auf die betroffenen Stellen kommt. In der Küche wird Sternanis gern eingesetzt, besonders zu Weihnachten, aber auch bei exotischen Gerichten, ist es eine Geschmackskomposition.

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Zum einen ist es das ätherische Öl und zum anderen sind es die Früchte, die die Wirkstoffe ausmachen. Beide Stoffe ähneln dem echten Anis, wobei in der Medizin nicht großartig unterschieden wird. Bei dem Wirkstoff Anisol sind die zwei Komponenten so stark, dass bei beiden der gleiche Name verwendet wird.

Die medizinischen Einsatzgebiete sind ebenfalls ähnlich, obwohl Unterschiede in den Früchten zu finden sind. Die Hauptkomponente und gleichzeitig der wirksamste Inhaltsstoff, ist das ätherische Öl, Trans – Anethol. Dieses macht 80 bis 90 Prozent der ätherischen Öle im Gewürz aus. Es wirkt leicht reizend auf Gewebe und gleichzeitig aber auch entkrampfend. Zudem gibt es noch einen weiteren Wirkstoff, das sind die Flavonoide. Das wohl wichtigste Flavonoid ist das Rutin, dieses wirkt ähnlich, wie das Trans – Anethol, es entkrampft und ist entzündungshemmend.

Hinweis:
Bei bestimmungsgemäßen Tagesdosen von 6,0 Gramm, sind keine Nebenwirkungen bzw. Risiken bekannt. Nur selten, gab es bei wiederholter Anwendung, eine erhöhte Sensibilisierung bei den Anwendern.

Anwendungsgebiete Sternanis

Sternanis wirkt nicht nur anregend, sondern auch antibakteriell, entspannend, harntreibend, magenstärkend und schleimlösend. Bei folgenden Beschwerden, kann das Gewürz erfolgreich eingesetzt werden:

  • Blähungen
  • Bronchitis
  • Darmkrämpfe
  • Hexenschuss
  • Ischias
  • Magenkrämpfe
  • Zahnschmerzen
  • Mundgeruch
  • Nervenschmerzen
  • Mandelentzündung

Da der Sternanis überwiegend als Gewürz genutzt wird, kann er in dieser Form auch bei Verdauungsbeschwerden und Blähungen helfen. Zudem ist Sternanis auch im bekannten „Fünf – Gewürz – Pulver“ enthalten. Die Samen können zur Zubereitung eines Tees dienen, dieser regt ebenso die Verdauung an und hilft darüber hinaus auch bei Atemwegsbeschwerden.

Vorsicht:
Das ätherische Öl bitte nicht unverdünnt einnehmen, da bereits geringe Mengen genügen um Erbrechen, Übelkeit, Krampfanfälle und Lungenödeme auszulösen. Auch zur äußerlichen Anwendung sollte es nicht kommen. Zudem besteht eine hohe Verwechslungsgefahr mit dem japanischen Sternanis, der im Geruch, als auch im Aussehen identisch ist. Der japanische Sternanis ist allerdings giftig und kann so der Auslöser von Nieren -, Leber – oder Blasenschäden sein.

Darreichungsformen und Dosierung

Sowohl bei Magen -, als auch bei Atemwegserkrankungen wirkt der Sternanisfrüchtetee. Hierzu muss der Anwender einen Teelöffel (3 Gramm), Sternanisfrüchte zerstoßen, bis sich der Geruch der ätherischen Öle hervorhebt. Das Ganze dann mit kochendem Wasser (150 Milliliter) übergießen und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Nach dem Abseihen, den Tee in kleinen Schlucken trinken.

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Der Sternanis Tee darf 2 – mal täglich zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Zudem findet der Verbraucher auch Sternanis Kapseln, hierbei handelt es sich um ein homöopathisches Arzneimittel, welches rezeptfrei zu erhalten ist. Die Kapseln können in einer gut bestückten Apotheke oder einem Online – Handel erworben werden. Jedem Produkt liegt eine ausführliche Packungsbeilage bei, die genauestens Beachtung finden sollte. Der Nutzer darf bis zu 2 Kapseln täglich mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen.

Eine weitere Darreichungsform von Sternanis ist eine Salbe, die sich gut zum Einreiben eignet. Sie kann von außen, eine wohltuende Wirkung, bei Husten oder Bauchbeschwerden entfalten. Aber auch in der Küche kann das Gewürz in zahlreichen Speisen zum Einsatz kommen und die Wirkung kann dann sofort eintreten. Während des Essens schon hilft Sternanis gegen unangenehme Bauchbeschwerden, wie zum Beispiel, Blähungen. Zudem kann Sternanis unterschiedlichen Gerichten eine charakteristische Note verleihen.

Neben – und Wechselwirkungen

So gesund der Sternanis auch sein mag, häufig wird er nicht von Kleinkindern und schwangeren Frauen vertragen, was wahrscheinlich am Wirkstoff Anisol liegt. Bei kleineren Kindern kann es dadurch bedingt, zu Atemproblemen oder einer Allergie kommen. Schwangere sollten auf medizinische Zubereitungen verzichten, da sie eventuell die Gebärmutter stimulieren könnten. Als Gewürz ist Sternanis jedoch unbedenklich, da hierbei nur sehr kleine Mengen zur Anwendung kommen.

Hinweis:
Sternanis wird zur Geschmackverbesserung in arzneilichen Teemischungen verwendet, da er angenehm süß schmeckt. Weitaus häufiger ist der Einsatz in der Küche, etwa um einen Glühwein zuzubereiten. Personen, die eine Allergie gegen Anis haben, sollten vom Verzehr, mit Anis oder Sternanis erzeugten Produkten, jedoch absehen.

Gegenanzeigen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind nicht bekannt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt jedoch, dass Kräutertees und Gewürze, die Estragol und/ oder Methyleugenol enthalten, nicht in großen Mengen oder über einen längeren Zeitraum eingenommen werden sollten. Besonders gilt dieses für Schwangere, kleine Kinder und in der Stillzeit. Da sich die genannten Wirkstoffe auch im Sternanis befinden, ist im Vorfeld, ärztlicher Rat einzuholen. Diese Inhaltsstoffe befinden sich übrigens, unter anderem auch in Lemon Gras, Estragon, Piment, Muskatnuss und Basilikum, sowie in Bitterfenchel – und Süßfenchelfrüchten.

Wissenswertes über Sternanis

In sternförmigen Kapseln, die an Kanus oder kleine Boote erinnern, finden sich die Früchte vom Sternanis. Bereits 3000 Jahre v. Chr. verwendeten die Chinesen die Frucht um Verdauung und Atmung zu verbessern. Aufgrund der langen Tradition, kommt Sternanis auch heute noch in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zum Tragen.

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In Indien ist Sternanis in Ayurveda bei Durchfallerkrankungen, Blähungen oder Gelenkentzündungen (Arthritis) gebräuchlich. Zudem wird die Rinde des Baumes, als Räuchermittel während kultischer Handlungen benötigt.

Im Gegensatz zum japanischen Sternanis ist der Echte (Illicum verum) nicht giftig. Als Heilpflanze allerdings hat er bei uns eine eher untergeordnete Bedeutung, ist jedoch in Bayern und im Salzburger Land, in Wohnungen als Dekoration oder, als Schmuck zum Festkleid zu finden. Der Sternanis ist in Deutschland unter mehreren Synonymen bekannt, dazu zählen:

  • chinesischer Anis
  • Badian
  • indischer Anis

Vor allen Dingen ist er ein fester Bestandteil in der Konditorei und der Parfümerie. In der Likörindustrie ist er besonders gefragt, denn der Sternanis ist in unterschiedlichen Magenbittern oder Likören zu finden.

Zu den medizinisch genutzten Wirkstoffen zählen die Früchte. Sternanisfrüchte heißen im Fachjargon „Anisi stellati fructus“, wobei die Qualität im Europäischen Arzneibuch festgelegt wurde. Zu den wichtigsten Inhaltstoffen gehören die ätherischen Öle und deren Zusammensetzung. Das Öl mit der Bezeichnung Anisi aetheroleum wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen.

Sternanis besitzt das typische Lakritz Aroma, was den hohen Stellenwert einnimmt. Die florale Note mit einer Spur Säure, macht ihn zur idealen Zutat, wenn es um Suppen, Eintöpfe oder Braten geht. Sternanis passt aber zu süßen Speisen genauso und kann Desserts, Soßen und Pürees verfeinern. Wichtig hierbei ist, Sternanis sollte sparsam zur Verwendung kommen, umso ergiebiger ist er.

Das Gewürz ist, neben Nelken und Zimt, Sichuanpfeffer und Fenchelsaat, ein Bestandteil des Fünf – Gewürze – Pulvers. Häufig wird dieses zum Würzen von Geflügel oder Schweinefleisch verwendet. Nach dem Essen kann es zur Verbesserung des Atems gekaut werden. Ebenfalls ist Sternanis in marmorierten Eiern und der Pekingente zu finden. Zu den traditionellen Verwendungen zählen:

  • Ouzo (Griechenland)
  • Pastis, Pernod (Frankreich)
  • Galliano (süßer Kräuterlikör aus Italien)
  • Garam Masala (Gewürzmischung Indien)
  • Eistee mit gezuckerter Kondensmilch (Thailand)

In Gewürzmischungen harmonieren die Früchte vorzüglich zu schwarzem Pfeffer, Kardamom, Zimt, Gewürznelken oder Rosa Beeren. Gerade in der Vorweihnachtszeit ist Sternanis nicht wegzudenken, ob zum Backen, zum Würzen von Ente, Gans und Co. oder im Glühwein und Tee findet das Gewürz seine Verwendung.

Das feinsüßliche Aroma erinnert stark an Anissamen, der Geschmack ist jedoch als feiner zu beschreiben. Teemischungen oder Punschgetränke bekommen eine besonders duftende Note. Aus Mischungen mit Sternanis, Pfeffer, Nelken, Ingwer, Muskat und Zimt, kann jeder einfach seine Lieblingsgewürzmischung herstellen.

Kategorie: Naturheilkräuter
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