Bärlauch – das gesunde Küchenkraut

Bärlauch eignet sich hervorragend in der Küche, denn er ist vielseitig verwendbar. Er kann im Handel erworben oder selber gesammelt werden. Wer den frischen Bärlauch verarbeiten möchte, sollte möglichst sichergehen, dass das Kraut nicht mit dem Fuchsbandwurm infiziert wurde. In der freien Natur ist es unter Umständen möglich, dass sich der Parasit, auf den Blättern festsetzt.

Für den Bärlauch selber, gibt es unendlich viele Möglichkeiten, er kann nicht nur einen Quark verfeinern, sondern auch als Brotaufstrich oder Pesto dienen. Das Kraut ist aber auch in anderer Hinsicht ein Allrounder, denn als Heilpflanze wirkt sie sich positiv auf Verdauungsprobleme aus und senkt den Blutdruck. Des Weiteren soll sie sogar einem Herzinfarkt oder Schlaganfall vorbeugen.

Pflanzenkunde: Bärlauch

Der Bärlauch ist eng verwandt mit Zwiebel und Knoblauch und, auch die alten Germanen, wussten ihn zu schätzen. Benannt wurde die Heilpflanze nach dem Bären, da dieser zur damaligen Zeit verehrt wurde und besonders kräftig ist.

Bärlauch oder Allium ursinum, wurde von Bären nach dem Winterschlaf verzehrt, denn er brachte ihnen Kraft und zudem stehen Bären für die Pflanzenheilkunde. Das Kraut beinhaltet diverse Vitamine und Nährstoffe, außerdem ist es eine Frühjahrspflanze, die den Körper belebt und in Schwung bringt.

Kaiser Karl der Große, befahl schon in seiner Länderverordnung, dass alle Untertanen Bärlauch in ihren Gärten anbauen sollten. Damit setzte er einen wichtigen Maßstab für die Heilpflanze. Später orientierten sich auch private Gärten daran und so kam es, dass der Bärlauch weit verbreitet wurde.

Zu späterer Zeit geriet die Pflanze in Vergessenheit, denn selbst in mittelalterlichen Klostergärten wurde sie nicht gern gesehen. Die Begründung lag darin, dass Bärlauch als fruchtbarkeitsfördernd galt und sich steigernd auf die Sinnlichkeit auswirken sollte. Eine weitere Darstellung behauptet, dass das Kraut zusammen mit dem Knoblauch, als unrein galt und sogar mit dem Teufel identifiziert wurde.

Inhaltsstoffe vom Bärlauch

In den letzten Jahren erfreute sich der Bärlauch einer immer größer werdenden Beliebtheit. Diese Popularität verdankt er in erster Linie, dass er vielseitig verwendbar ist. Er kann in Soßen, Suppen oder Salaten, für einen wirklichen Kick sorgen.

Zu den Inhaltsstoffen gehören unter anderem:

  • Vitamin C
  • ätherische Öle
  • Magnesium
  • Eisen
  • Merkaptan
  • Mineralsalze
  • Schleime
  • Zucker

Er ist dabei genauso gesund, wie der Knoblauch, hat aber nicht den typischen Körpergeruch zur Folge. Bärlauch wirkt gegen Gärungsprozesse im Darm und kann so Blähungen verhindern.

Allerdings haben Selbstsammler ein Problem, denn der Bärlauch ähnelt stark der Herbstzeitlosen und dem Maiglöckchen, die bekannter Weise giftig sind. Als Unterscheidungsmerkmal gilt: die Blattunterseite der Bärlauch Blätter, haben eine leichten metallischen Schimmer. Einfacher gestaltet sich jedoch die Geruchsprobe, denn beim Zerreiben zwischen den Fingern, ist der typische Knoblauchgeruch zu erkennen. Personen, die sich nicht sicher sind, sollten besser auf Nummer sicher gehen und frischen Bärlauch im Lebensmittelhandel kaufen.

In der Volksmedizin ist schon seit Jahrhunderten bekannt, dass der Bärlauch eine blutreinigende und stärkende Wirkung aufweist. Im Zentrum stehen hierbei ätherische Öle, antibakteriell wirkende Senfglykoside und ein hoher Anteil an Vitamin C. Im frischen Bärlauch sind die Substanzen Allicin und Alliin zu finden, die eine thrombolytische und finbrinolytische Wirkung aufweisen.

Patienten, die unter Arteriosklerose leiden, sollten regelmäßig Bärlauch Kuren durchführen. Studien zeigten ebenfalls, dass der Bärlauch schwefelhaltige Substanzen beinhaltet, die blutdrucksenkend sind.

Anwendungsgebiete Bärlauch

Bärlauch ist eine wild wachsende Heilpflanze, die sich stark vermehrt. Vergleichbar mit dem Knoblauch im Geruch, allerdings sind die Heilwirkungen enorm. Bei Magenbeschwerden, Blasenentzündungen und diversen weiteren Beschwerden, ist Bärlauch hilfreich einzusetzen.

Das Kraut gehört der Gattung der Lauchgewächse an. Weitere Synonyme sind:

  • Hexenlauch
  • Wurmlauch
  • Mai Lauch
  • Magenwurzel
  • Stinklauch
  • Maikönig

Die Anwendungsgebiete sind vielseitig und auch die Darreichungsformen, reichen vom frischen Bärlauch über Bärlauch Schnaps, bis hin zum Wein. Die Pflanze wirkt bei innerer Anwendung und ist tumorhemmend, entspannend, blutdrucksenkend und entzündungshemmend.

Anwendungsgebiete im Einzelnen:

  • Magenprobleme
  • Zahnschmerzen
  • Arterienverkalkung
  • Bronchitis
  • Koliken
  • Ruhr
  • Durchblutungsstörungen
  • Mundhöhlenentzündungen
  • Blasenentzündung
  • Warzen
  • Hühneraugen

Bärlauch –Presssaft kann in Drogerien und in Reformhäusern erworben werden. Allerdings sollte der Nutzer beim Kauf auf die Dosierungen und die Mischungen achten. Es wird angeraten, den Beipackzettel genau zu studieren. Wer den Bärlauch selber ernten möchte, bekommt im Frühjahr die Blätter und im Herbst die Knollen bzw. Zwiebeln.

Hinweis:
Beim Selbersammeln ist größte Vorsicht geboten, denn eine Verwechslung mit den Herbstzeitlosen oder dem Maiglöckchen kann fatale Folgen nach sich ziehen. Beide Pflanzen sind stark giftig und diejenigen, die sich nicht sicher sind, sollten entweder den Reibetest zwischen den Fingern machen oder auf das Ernten verzichten.

Bärlauch hilft ebenso bei Asthma, Appetitlosigkeit und Fieber. Großen Nutzen wird dem Bärlauch auch bei Gedächtnisschwäche, kalten Händen und /oder Füßen, bei Leistungsschwäche und bei Wurmbefall nachgesagt.

Darreichungsformen und Dosierungen

In der Pflanzenheilkunde spielt der Bärlauch aufgrund seiner blutreinigenden Wirkung eine große Rolle. Zudem wird die Pflanze, als natürliches Antibiotikum (Phytobiotikum) verwendet.

Bärlauch Nährwerte pro 100 Gramm

Energie: 19 Kilokalorien
Wasser: 93 Prozent
Protein: 0,9 Prozent
Fett: 0,3 Prozent
Kohlenhydrate: 3 Prozent

Bärlauch Präparate gibt es in unterschiedlichen Formen zu erwerben. Ein Akutmittel sind Bärlauch – Tropfen, diese haben allerdings einen intensiven Geschmack nach Allium. Wer das nicht mag, kann sich mit Tabletten oder Kapseln behelfen. Beide sind relativ wenig geschmacksintensiv, leichter zu dosieren und zudem auch besser zu transportieren.

Verbraucher können auch auf Bärlauch – Tinkturen ausweichen, diese dienen der äußeren, als auch der inneren Anwendung. Zur Ausleitung von Schwermetallen eignen sich Produkte von Bärlauch, inklusive Zusätzen, von Koriander oder anderen Substanzen. Die Präparate sind in der Lage, Schadstoffe im Körper zubinden und auszuleiten.

Eine weitere Darreichungsform ist Bärlauch – Pulver. Die Dauer der Anwendungen sind von Fall zu Fall unterschiedlich und richten sich in der Regel nach mehreren Faktoren.

Hinweis:
Flüssige Darreichungsformen können unter Umständen Ethanol (Alkohol) enthalten. Trockene Alkoholiker oder solche, die keinen Alkohol vertragen, sollten beim Kauf darauf achten. Wird ein Bärlauch – Präparat, als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen, können diese über einen längeren Zeitraum gesehen, keinen körperlichen Schaden anrichten.

Bei akuten Beschwerden (Blähungen, Hautirritationen), dürfen Bärlauch Produkte bis zur Besserung verwendet werden. Sollten sich Leiden verschlimmern oder sollte keine Linderung eintreten, ist unverzüglich ein Arzt zu konsultieren.

Bei Schwermetallausleitungen ist die Dauer der Einnahme von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Realistisch sind jedoch Zeiträume zwischen 6 Wochen und 3 Monate.

Wirkung von Bärlauch

Da Bärlauch ähnlich wie Knoblauch wirkt, ist er imstande, Blutgefäße zu reinigen und der Arteriosklerose entgegenzuwirken. Das hat wiederum den Vorteil, dass die Pflanze einem Schlaganfall oder Herzinfarkt vorbeugen kann. Zudem entfaltet er seine Wirkung bei einer schlechten Hautheilung, bei Mangeldurchblutung, sowie bei Gedächtnisstörungen oder Schmerzen beim Gehen.

Das Kraut wirkt ebenfalls stärkend auf den Stoffwechsel und fördert die Verdauung. Prädestiniert ist Bärlauch geradezu, um Frühjahrsmüdigkeit zu vertreiben.

Tipp:
Bärlauch im besten Fall frisch verarbeiten und verzehren. Er darf auf keinen Fall getrocknet werden, denn dann verliert er wertvolle Inhaltsstoffe und die gewünschte Wirkung geht verloren. Zur Verwendung sollten junge Blätter kommen und auch die Knospen sind zur Verarbeitung geeignet. Mittlerweile gibt es zahlreiche Rezepte, aber der Bärlauch eignet sich auch zum Einlegen, wie zum Beispiel Kapern oder einfach zum frisch Essen, in einem Salat.

Nebenwirkungen

Es besteht eine große Verwechslungsgefahr mit dem Maiglöckchen, der Herbstzeitlosen und dem gefleckten Aronstab. Alle drei Pflanzen sind hoch giftig. Bei einem übermäßigen Verzehr kann Bärlauch, den Magen – Darm – Trakt reizen.

Dem frischen Bärlauch wird nachgesagt, dass er abtreibend wirkt. Zur Sicherheit sollten schwangere Frauen, keinen Bärlauch, während dieser Zeit essen. Da die Inhaltsstoffe unter Umständen in die Muttermilch übergehen, sollte auch in der Stillzeit, auf den Genuss von Bärlauch verzichtet werden.

Zu möglichen Nebenwirkungen zählt auch eine Allergie, genauer genommen handelt es sich hierbei um eine Lebensmittelallergie. Personen, die beim Verzehr von Schnittlauch, Zwiebeln, Knoblauch oder auch Spargel, Beschwerden verspüren, sollten ebenfalls keinen Bärlauch zu sich nehmen.

Typische Anzeichen einer Unverträglichkeit sind juckende, rote Stellen auf der Haut oder Schwellungen im Gesichts – Bereich. Weitere Anzeichen sind tränende oder brennende Augen. Mögliche Symptome äußern sich auch in Atemwegsbeschwerden, Magen – Darm – Problemen oder im Juckreiz hinter den Ohren.

Wissenswertes über den Bärlauch

Das Kraut wird wegen des intensiven Aromas, auch als Waldknoblauch bezeichnet. Zu finden ist Bärlauch in feuchten, lichten Wäldern, wobei er einen feuchten Boden vorzieht. Je nach Witterungsbedingungen wächst er zwischen März und Mai, ist in dieser Zeit, aber auch als Frischware auf jedem guten Wochenmarkt oder im Bioladen zu finden.

Lange gelagert werden darf der frische Bärlauch allerdings nicht, denn schnell sind die zarten Blätter welk und verlieren dadurch bedingt auch das Aroma. Allerdings eignet sich Bärlauch hervorragend zum Konservieren, dieses kann als Bärlauch Butter oder Bärlauchpesto geschehen.

Diejenigen, die Bärlauch selber sammeln möchten, sollten auf den Habitus der Pflanze achten. Nur relativ zeitverschoben, wachsen auch die giftigen Varianten, Aronstab, Maiglöckchen und Herbstzeitlose, die die gleichen Wachstumsbedingungen bevorzugen.

Während das Kraut in manchen Regionen größere Flächen besiedelt, ist er in Norddeutschland seltener anzutreffen. In Hamburg und Brandenburg, steht er sogar, auf der Liste der bedrohten Pflanzenarten. In beiden Bundesländern und auch in Naturschutzgebieten, darf Bärlauch nicht geerntet werden.

Bei großen Beständen, sollte allerdings die Ernte auch nicht zu großzügig ausfallen, denn der Bärlauch braucht ausreichend Kräfte, um im nächsten Jahr wieder gut auszutreiben. Zubereitungsmöglichkeiten gibt es unendlich, denn der Bärlauch schmeckt nicht nur als Quark oder einem Pesto, sondern auch als Bärlauch Suppe, Bärlauch Klößchen, in einer Quiche oder einem Omelette.

Bekannt ist der gesunde Bärlauch aus der Küche, aber seine Heilkräfte haben einen wichtigen Stellenwert. Das ursprünglich aus Nordasien und Europa stammende Kraut, kann eine Höhe zwischen 20 bis 50 Zentimeter erreichen. Der Geruch erinnert stark an Knoblauch und im Geschmack ist Bärlauch besonders aromatisch.

Kategorie: Naturheilkräuter
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