Quecke – Heilpflanze oder Unkraut

Gartenliebhaber, als auch Landwirte, schrecken zurück, wenn es um die gemeine Quecke geht. Die krautige Pflanze ist so unerwünscht, wie kaum eine andere. Für Liebhaber der Heilpflanzen allerdings, ist die Quecke umso willkommener, denn in der Naturheilkunde wird sie oft genutzt.

Besonders die Wurzeln kommen hierbei zum Tragen, denn sie haben eine harntreibende Wirkung, können aber auch bei anderen Leiden hilfreich sein. Die Pflanze wirkt blutreinigend und erweichend. Naturheilkundler nutzen nicht nur den Wurzelstock, sondern auch den Saft der gemeinen Quecke.

Geschichte der Quecke

Die Quecke (Elymus repens oder Agropyron repens), ist in Europa, Nordamerika, Asien und Afrika ansässig. Sie gehört zur Familie der Süßgräser, was an ihrem Äußeren gut zu erkennen ist. Die Blätter sind lang und schmal und sehen Grashalmen ähnlich. Die Blütezeit liegt zwischen Juni und Juli und zu finden ist sie in der Regel, auf Äckern, in Gärten und am Waldrand.

Die Heilpflanze kann durchaus eine Höhe von bis zu 1,5 Meter erreichen. Der Wurzelstock ist in der Lage, sich weit auszubreiten, daher fällt es schwer, ihn ganz zu entfernen. Für medizinische Zwecke wird lediglich der Wurzelstock genutzt. Die Queckenwurzel wirkt durchspülend auf ableitende Harnwege, entwässert gleichzeitig und hat eine hemmende Wirkung auf Mikroorganismen, wie zum Beispiel, Bakterien oder Viren.

In der Volksmedizin, lindert die Quecke Atemwegserkrankungen, Magenschleimhautentzündungen, sie wird bei Verstopfung angewendet und bei stoffwechselbedingten Haut – Erkrankungen, sowie bei Müdigkeit und Erschöpfungszuständen. Die Quecke diente bis ins 19. Jahrhundert dazu, Bier zu brauen und wird heute noch als Mehlzusatz in Russland verwendet.

Inhaltsstoffe der Quecke

Welche Inhaltsstoffe der Quecke, eine gesundheitsfördernde Wirkung zeigen, haben Studien noch nicht klären können. Experten sind sich jedoch einig, dass es wahrscheinlich, das gesamte Zusammenspiel der Stoffe ist, die den Effekt verursachen. Unter den Inhaltsstoffen finden sich unter anderem:

  • Zuckerverbindungen
  • Zuckeralkohole
  • Saponine
  • Kieselsäure
  • Phytosterole

Zuverlässlich in Bezug auf die Quecke kann gesagt werden, dass die ätherischen Öle mit den Wirkstoffen Thymol, Carvcrol und Carvon, Bakterien im Wachstum hemmen.

Der wichtigste Inhaltsstoff ist Tricitin, was die Quecke zu einem wahren Wundermittel, gegen Entzündungen macht. Polysaccharide wirken sich reizmildernd aus und helfen speziell bei Harnwegs – und Darmerkrankungen. Daneben wären noch die Schleimstoffe zu erwähnen, die blutzuckersenkend, entgiftend und immunstärkend wirken.

Wichtig für die Heilwirkung sind zudem die Inhaltsstoffe:

  • Eisen
  • ätherische Öle
  • Kohlenhydrate
  • Mineralsalze
  • Vitamin A und B

Vorsicht:
Personen, die unter großen Wasseransammlungen (Ödemen) leiden und eine Herz – und/ oder eine Nierenschwäche haben, sollten auf keinen Fall Quecke zu sich neben. Weitere Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

Die Quecke wirkt harntreibend und möglicherweise regt sie auch den Stoffwechsel an. Zudem wird ihr eine blutreinigende Eigenschaft nachgesagt. Personen, die unter Bluthochdruck leiden, Frauen in der Schwangerschaft oder in der Stillzeit, dürfen die Pflanze allerdings nicht anwenden. Hierzu gibt es noch keine weitreichenden Studien.

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Weitere Anwendungsgebiete sind die Unterstützung der Behandlungen im Rahmen einer Durchspülungstherapie, bei Nierensteinen oder Nierengries und bei Harnwegsinfekten. Die Inhaltsstoffe wirken nachweislich durchspülend auf Harnwege und auch bei Infekten der ableitenden Harnwege, beim Reizblasen – Syndrom und zur Vorbeugung gegen Nierengries.

Als Droge werden getrocknete Wurzeln und deren Ausläufer verwendet. Diese können zwischen September und Oktober gesammelt, getrocknet und aufbewahrt werden. Als Behältnis kann beispielsweise, eine Blechdose oder ein Papierbeutel fungieren.

Anwendungsgebiete der Quecke

Lange Zeit galt die Quecke als eine Art Wundermittel bei Blasenerkrankungen. Neuere Studien aber zeigen, dass sie ein hoch entzündungshemmendes Potenzial aufweist. Sie ist vergleichbar mit dem Standard einer Glucocorticoid – Creme.

Synonyme der Quecke sind:

  • Knotengras
  • Kriechweizen
  • Saat Gras
  • Schnürhalm
  • Spitzgras
  • Zweckgras

Die Anwendungsgebiete sind Bronchitis und Diabetes. Ebenso wird die Quecke verwendet bei Harnwegserkrankungen und zur Durchspülung bei Entzündungen der Harnwege. Sie kann zum Einsatz kommen bei Nierengries und bei einem gutartigen Prostataadenom.

Die getrockneten Wurzelteile werden als Teezubereitung oder, als Fertigarzneimittel angeboten. Der Tee selber hat eine hochharntreibende Wirkung, dient zur Kräftigung vom gesamten Organismus, sowie zur Senkung des Blutzuckerspiegels.

Bestätigte Anwendungsgebiete der Quecke sind Nierengriesprophylaxe und Harnwegsinfektionen. Sie wirkt jedoch auch bei Gicht, Rheuma und bei Hautausschlägen. Die Inhaltsstoffe vom Wurzelstock werden ebenso als schleimlösendes Hustenmittel und gegen Bronchitis genutzt. Sehr gut hilft Quecke auch gegen Fieber.

Diejenigen, die sich einen Tee aus Quecke selber herstellen möchten, können einige Gramm der getrockneten Wurzel mit heißem Wasser übergießen. Einige Minuten ziehen lassen, durch einen Seiher geben und langsam trinken. Zudem ist die Pflanze in einigen Fertigarzneimitteln zu finden, wobei die Wurzel der feste Bestandteil ist.

Hinweis:
Die Quecke ist nicht zur dauerhaften Einnahme bestimmt, denn ansonsten kann es zu einem Kaliummangel kommen. Dies gilt besonders im Zusammenhang mit Herzerkrankungen, hierbei ist mit schweren Nebenwirkungen zurechnen.

Darreichungsformen und Dosierung von Quecke

Für die meisten Personen, ist die Quecke ein Übel, was in ihrem Garten eigentlich nichts verloren hat. Für andere wiederum, ist sie ein wertvolles Heilmittel, was leider nur wenigen bekannt sein dürfte.

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Die Queckenwurzel dient vor allen Dingen der inneren Anwendung. Hier kommt die Pflanze entweder als Tee oder Saft zum Einsatz. Folgende Darreichungsformen im Einzelnen:

Queckenwurzel als Teezubereitung: Sammeln, trocknen in kleine Stücke schneiden. 3 Teelöffel mit heißem Wasser übergießen, nach 10 Minuten abseihen und trinken.
Queckenwurzel als Saft: Wurzel direkt nach der Ernte in einen Entsafter geben. In einer Flasche auffangen und aufbewahren, kühl lagern. Täglich 3 Esslöffel einnehmen.

Um eine Durchspülungstherapie durchzuführen, sollte der Anwender pro Tag drei bis vier Tassen Quecke – Tee trinken. Zusätzlich müssen es noch bis zu zwei Liter Wasser oder Kräutertee sein. Die Quecke muss immer in Kombination mit reichlich Flüssigkeit stehen, ansonsten kann es dazu kommen, dass Herz und Nieren zu stark beansprucht werden.

Zubereitungen aus der Quecke sind vor allem, als Vorbeugemaßnahme gegen Nierengries einzusetzen. Aufgrund der Schleimstoffe kann die Pflanze, auch eine Ergänzung bei der Behandlung von entzündlichen Erkrankungen wie die, der oberen Atemwege sein.

Wirkung von Quecke

Zu den ableitenden Harnwegen gehören Nierenbecken, Harnleiter und Harnblase. Vor allem Frauen klagen über Beschwerden, die die Harnwege betreffen. Im Vergleich zur männlichen Harnröhre, ist diese bei Frauen verkürzt und daher empfindlicher gegenüber Keimen und Bakterien.

Die Queckenwurzel wird als sogenanntes Aquaretikum beschrieben, welches eine entwässernde Wirkung aufweist. Die Pflanze trägt zur Verbesserung der Durchblutung der Nieren bei und es kommt zu einer schnelleren Filterung des Harns. Das hat wiederum zur Folge, dass der Harn nicht nur verdünnt wird, sondern er auch eine kürzere Verweildauer im Körper hat.

Zusätzlich eignet sich die Pflanze, wenn es sich um einen beginnenden Harnwegsinfekt handelt. Die Wirkstoffe sind positiv bei wiederkehrenden (rezidivierenden) Harnwegsinfekten, da Krankheitskeime einige Zeit in den betroffenen Organen ausharren können, ohne irgendwelche Symptome auszulösen. Die Quecke trägt dazu bei, dass der Harn schneller ausgeschieden werden kann und eine Vermehrung von Bakterien gehemmt wird.

Bewiesen ist, welche Inhaltsstoffe gegen die Bakterien agieren. Hierbei dürfte es sich um die ätherischen Öle in der Pflanze handeln, die wahrscheinlich in den Stoffwechsel der Keime eingreifen und dadurch die Vermehrung hemmen.

Vor allem die Vorbeugung gegen Nierengries ist beachtlich. Hierbei handelt es sich um kleine Nierensteine, die jedoch zu groß sind, um über die Harnwege ausgespült zu werden. Ein Wirkstoff dürfte über einen durchblutungsfördernden Effekt verfügen, sodass der Harn verdünnt wird und durch die Volumenzunahme schneller zur Ausscheidung kommen kann.

Tipp:
Die Gefahr, dass sich Nierensteine bilden können ist gering, wenn Quecke zum Beispiel, als Tee zu sich genommen wird. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Personen mindestens bis zu zwei Liter Wasser oder andere nicht entwässernde Getränke konsumieren.

Nebenwirkungen

Eine der bekanntesten Nebenwirkung, die bei dem Genuss von Quecke auftreten kann, ist Durchfall. Dazu muss es jedoch nicht kommen, wenn in der Anfangsphase der Behandlung, mit kleineren Mengen begonnen wird.

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Bei einzelnen Personen, kann es zu einer leichten Übelkeit oder zu Kopfschmerzen kommen. Ansonsten verursacht die Pflanze keinerlei Nebenwirkungen. Die reichliche Zufuhr von Flüssigkeit, sollte allerdings Usus sein.

Wissenswertes über die Quecke

Die Quecke wird von den meisten Menschen, als Unkraut definiert. Sie verfügt über weit reichende Wurzeln, die so viele Ausläufer hervorbringen, dass sie schwer aus der Erde zu bekommen sind. In der Naturheilkunde ist die Pflanze ein Kräftigungsmittel, welches bei rheumatischen Beschwerden ebenso hilft, wie bei chronischen Hautauschlägen und wird gern bei Akne eingesetzt. Zudem ist sie ein beliebtes Hustenmittel, welches das Abhusten erleichtert.

Die Quecke kann nicht nur beim Harnverhalten eingesetzt werden, sondern sie aktiviert auch den Stoffwechsel und hilft bei Abgeschlagenheit. Sie entwässert, entschlackt und hilft bei Hautunreinheiten.

Des Weiteren ist die Quecke hilfreich bei Katarrhen der Harnwege, bei Katarrhen der oberen Luftwege und bei Leber – und Gallenleiden. Für Frauen hilfreich bei Menstruations – und Stoffwechselbeschwerden.

Zu medizinischen Zwecken wird der Wurzelstock verwendet, der im Frühjahr vor dem Austreiben der Blätter aus der Erde entfernt wird. Schon seit der Antike ist die Quecke als Heilpflanze bekannt und wurde von Dioskurides, als auch von Plinius verwendet.

Im Volksbrauchtum wurde die Quecke, wegen ihrer reinigenden und desinfizierenden Wirkung genutzt und verräuchert. Sie sollte so gegen Hautprobleme helfen, aber auch Seuchen und Dämonen der Krankheiten zurückhalten.

Die Quecke verfügt über eine unverwüstliche Lebenskraft, die ihr auch ihren Namen verliehen hat. Das Wort leitet sich im Ursprung vom lateinischen „ vivus“ ab, was so viel wie „erquickend oder quicklebendig“ bedeutet.

Landwirte und Gärtner sind allerdings nicht begeistert, wenn sich die Quecke bei ihnen ausbreitet, denn sie ist schlecht zu entfernen. Allerdings hat auch diese Pflanze etwas positives, denn auf ihr finden über 80 unterschiedliche Lebensarten ihre Daseinsberechtigung. Die Queckenwurzel hat die Kraft, im menschlichen Körper stagnierende Prozesse wieder zum Laufen zu bringen. Immer dort, wo erkrankte Organismen keine Aufbau – oder Abwehrkräfte mehr aufbringen, kann die Quecke anregende Impulse setzen.

Kategorie: Naturheilkräuter
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