Zwiebeln – die gesunde Schärfe

Die Zwiebel hat ein breites Wirkungsspektrum. In der Küche ist sie unverzichtbar, aber auch als altes Hausmittel, wird sie häufig genutzt. Traditionell bekannt, als schmerzstillende Heilpflanze bei Insektenstichen, aber auch als Hustenstiller bei Kindern und Erwachsenen.

Das Gemüse ist nicht nur weltweit bekannt, es gehört zu den wohl beliebtesten Gemüsesorten überhaupt. Die Zwiebel ist leicht zu kultivieren und auch die Lagerung stellt kein Problem dar. Ihre Schärfe kann bei unendlich vielen Gerichten eingesetzt werden, aber das sie auch, als Heilpflanze fungieren kann, ist nicht jedem bewusst.

Geschichte der Zwiebel

Ursprünglich kommt das Gemüse vermutlich aus den Steppen Zentral – und Westasiens. Die Völker des Orients, Asiens und der Mittelmeerländer, nutzen die Zwiebel seit mehreren tausend Jahren. Aufzeichnungen belegen, dass die Zwiebel das Hauptnahrungsmittel der Sklaven, mit Knoblauch und Rettich zusammen, beim Bau der Pyramiden war.

Waren es zuerst wilde Zwiebelarten, wurde das uns heute bekannte Gemüse, schnell kultiviert und kam mit den Römern, über die Alpen zu uns. Im frühen Mittelalter wird die Zwiebel, als Arzneipflanze erwähnt und wurde in Klostergärten angebaut. Zu der Zeit wurden ihr nicht nur heilende Kräfte zugeschrieben, sondern sie sollte zudem die Fruchtbarkeit stärken, gegen Entzündungen helfen und das Blut reinigen.

Die führenden Anbauländer sind in der heutigen Zeit China, die USA und Indien. Auch in Osteuropa (Russland, Polen und Ukraine) ist der Anbau stark verbreitet. In Deutschland sind es Regionen wie Mittelfranken, Rheinland und die Umgebung von Erfurt, wo das Gemüse im großen Stil kultiviert wird.

Bis vor kurzem wurde die Zwiebel (Allium cepa L.), der Familie der Liliengewächse zugeordnet. Heute ist sie eigenständig, als Zwiebelgewächs bekannt. Das Gemüse kann sowohl roh, gekocht, gebraten oder geröstet serviert werden und ist ein essentieller Bestandteil vieler Gerichte. Sie ist aber auch gesund und kalorienarm. Die Zwiebel wird zwar ungern geschnitten und, auch der nicht gerade ansprechende Geruch aus dem Mund, stößt viele Mitmenschen eher ab, aber in ihr steckt mehr, als mancher ahnt.

Inhaltsstoffe der Zwiebel

Die Power – Knolle hat es wirklich in sich, denn sie hat nicht nur ein beißendes Aroma, sondern auch gesunde Inhaltsstoffe. Zu denen zählen unter anderem:

  • Sulfide (verantwortlich für Geruch und Schärfe)
  • Schwefelverbindung Isoallin (enthält das Enzym Allinase)
  • Antioxidantien (neutralisieren freie Radikale)
  • Vitamine
  • Mineralstoffe
  • ätherische Öle
  • Schwefel
  • Folsäure
  • Eisen

Rote Zwiebeln haben einen noch höheren Anteil an Antioxidantien, wie zum Beispiel Flavonoid, Querecetin und Polyphenol Anthocyanin. Alle Zwiebeln enthalten zudem Calcium, Phosphor, Kalium und das Vitamin B6 und C.

Das Polyphenol Querecetin und das Allicin machen die Zwiebel zu einem wahren „Super – Gemüse“. Querecitin sorgt nicht nur für einen sinkenden Blutdruck, sondern hemmt auch Entzündungen und Schmerzen und ist nicht zu verachten, bei zu hohen Cholesterinwerten.

In unterschiedlichen Studien wurde ebenfalls festgestellt, dass Allicin, Tumorzellen zerstören kann ohne, dass dabei andere Zellen geschädigt werden. Allerdings entwickelt sich der Inhaltsstoff erst nach dem Anschneiden.

Tipp:
Zwiebeln dürfen nach dem Schneiden ruhig 5 Minuten ruhen. Erst dann sollten sie den Speisen zugefügt werden. Erste Hinweise gibt es zudem, dass das Gemüse die LDL – Cholesterin verringern kann und so einen großen Schutz vor Gefäßerkrankungen bildet.

Das Gemüse ist in der Lage, den Insulinrezeptor zu stärken und kann somit vor Diabetes schützen. Die gleiche Wirkung zeigt der Inhaltsstoff Glukolin, der ein blutzuckersenkendes Potenzial aufweist. Aber Achtung ist geboten, denn Zwiebeln mögen keine Mikrowellen, denn wertvolle Pflanzenstoffe werden komplett zerstört.

Anwendungsgebiete der Zwiebel

Die Zwiebel ist ein Universalmittel, wenn es um unterschiedliche Krankheiten geht. Sie ist in nahezu jeder Küche zu finden, aber sie ist auch ein preiswertes Arzneimittel, vor allen Dingen, wenn es um Erkältungskrankheiten geht. Egal, ob Schnupfen, Hals – und Ohrenschmerzen oder Husten, die Zwiebel kann vielseitig ihre Wirkungen zeigen.

Unter anderem dienen dazu, Zwiebelsirup, Zwiebelwickel, Zwiebelsäckchen, Zwiebelwasser, Zwiebelbrei oder einfach nur geschnittene Zwiebelscheiben. Hilfreich ist zum Beispiel der Sirup, der aus dem Gemüse hergestellt wird. Gerade bei Husten ein altes Hausmittel, kann er auch kleinen Kindern nicht schaden.

Einfach die Scheiben einer großen Zwiebel mit 3 Esslöffeln Honig mischen, 24 Stunden ziehen lassen und währenddessen, einige Male umrühren. Der Sirup darf dann bis zu 4 Tage im Kühlschrank aufbewahrt und kann zudem täglich eingenommen werden.

Um Zwiebelwickel herzustellen, werden zwei mittelgroße Zwiebeln grob gehackt und in der Pfanne mit Schmalz angedünstet. Die noch warme Masse auf die Brust auftragen und mit einem Tuch bedecken. Das Ganze dann eine Stunde einwirken lassen.

Weitere Anwendungseigenschaften der Zwiebel sind:

  • antibakteriell
  • blutbildend
  • entzündungshemmend
  • krampf – und schleimlösend

Anwendungsgebiete sind vor allem Erkrankungen im Hals – Nasen – Ohrenbereich, sowie bei Krankheiten, der oberen Atemwege. Zur Nutzung steht das Gemüse auch bei der Wundbehandlung, Diabetes, Rheuma, Gicht, Insektenstichen und zur Schonung der Verdauungsorgane.

Die Zwiebel wirkt zudem bei Appetitlosigkeit, was augenscheinlich auf ihre antibakterielle Wirkung zurückzuführen ist, daher greift sie auch bei Magen – Darmbeschwerden. Die Wirkung der Zwiebel ist unumstritten bei erhöhten Blutfettwerten, was durch das Alliin bewirkt wird. Der Inhaltsstoff ist verantwortlich für die bessere Fließeigenschaft des Blutes und verhindert somit schädliche Ablagerungen an den Gefäßwänden.

Da die unterirdisch wachsende Zwiebel bekannt für ihre medizinischen Wirkstoffe ist, wurde sie im Jahr 2015 als Heilpflanze des Jahres gekürt. Sie vereint nicht nur einen reichhaltigen Mix aus wertvollen Inhaltsstoffen, sondern hat zu dem bekannten Tränenreizeffekt auch die Eigenschaft, sich positiv auf die Gesundheit auszuwirken.

Darreichungsformen

Aus einer Zwiebel lassen sich verschiedene Darreichungsformen herstellen. Beispielsweise, kann mit einer frisch aufgeschnittenen Zwiebelhälfte ein Insektenstich behandeln werden, indem dieser mit der Schnitthälfte eingerieben wird.

Erwärmte Zwiebelscheiben lindern Beschwerden bei unterschiedlichen Wunden, wie die Entzündung eines Nagelbettes oder bei Geschwüren. Hierzu können kleine gehackte Stückchen der Zwiebel in einem Baumwolltuch erhitzt werden.

Als weitere Darreichungsformen sind Kombinationspräparate, als Fertigarzneimittel erhältlich und es gibt das Gemüse in Form von einem Pflanzensaft.

Diverse, der gesundheitlichen Wirkungen der Zwiebel, entstehen durch Schwefelverbindungen. Werden Zwiebeln zerkleinert, gehen die Alliine durch eine enzymatische Umwandlung, in Lauch Öle über. Diese sind dafür verantwortlich, dass beim Schneiden Tränen fließen, aber auch das Wachstum von Bakterien und Pilzen gehemmt wird.

Tipp:
Diejenigen, die Zwiebeln schneiden möchten und nicht weinen wollen, sollten dies unter fließendem Wasser tun. Hilfreich sind zudem Kontaktlinsen oder eine Taucherbrille. Das Gemüse kann auch vor dem Schneiden, für einige Zeit, in den Kühlschrank kommen, was weniger Tränen verursacht.

Das Gemüse ist so außerordentlich gesund, weil es 12 unterschiedliche Substanzen enthält, die eine ähnliche Wirkung besitzen, wie Antibiotika. Krankheitserreger werden abgetötet, Entzündungen auf der Haut und den Schleimhäuten werden gelindert. Dosierungsempfehlungen gibt es nicht, denn Gegenanzeigen für den Verzehr oder die Verwendung sind nicht bekannt.

Wirkung und Nebenwirkungen

Zubereitungen aus der Zwiebel, können über mehrere Monate aufgenommen, sollten jedoch eine Tagesdosis von maximal 35 Milligramm nicht überschreiten. Da diese über den Inhaltsstoff Diphenylamin verfügen, können sich höhere Mengen auf die Nieren auswirken und diese im schlimmsten Fall schädigen.

Wechselwirkungen mit anderen eingenommenen Medikamenten, sind bisher nicht bekannt.

Wissenswertes über die Zwiebel

Zur Familie der Allium cepa gehören ebenso der Knoblauch, der Bär – und Schnittlauch. Alle weisen zudem eine tränenfördernde Eigenschaft auf und haben Schwefelverbindungen, die für den unangenehmen Geruch verantwortlich sind. Neben der Küchen – oder Speisezwiebel, gibt es eine Vielzahl von Sorten, die im Geschmack, der Schärfe und auch der Haltbarkeit variieren.

Die uns bekannte Speisezwiebel ist von gelblich – brauner Farbe und scharf, sie kann lange gelagert werden, wenn es sich um einen nicht zu warmen Ort handelt, der nicht zu hell sein darf. Lauch – und Frühlingszwiebeln sind nicht so lange lagerbar und der Nutzer, sollte sie möglichst schnell verbrauchen.

Eine andere Sorte der Zwiebel ist die Schalotte, die nicht nur hervorragende Kocheigenschaften besitzt, sondern ein pikantes Aroma ohne starke Schärfe verleiht. Die Schalotte besteht aus einer größeren Hauptzwiebel, die eine Vielzahl kleiner Tochterzwiebeln aufweist. Zwiebeln sind nicht nur ein elementares Würzmittel, sondern dazu noch überaus gesund.

Das Gemüse hat noch einen weiteren Pluspunkt, denn es besitzt so gut wie kein Fett, wenig Kohlehydrate und kaum Kalorien. Das ist mit ein Grund, warum die Zwiebel eine der Gemüsesorten ist, die eine der niedrigsten Kalorienwerte überhaupt hat. 100 Gramm Zwiebeln bringen es gerade einmal auf 27 Kilokalorien.

Frische Zwiebeln bestehen zu 90 Prozent aus Wasser und zu über 9 Prozent aus wasserlöslichen Kohlehydraten. Die gesundheitsfördernde Wirkung bezieht das Gemüse aus dem hohen Anteil an Mineralstoffen. Dazu kommen reichlich Vitamine und zahlreiche Sekundärstoffe.

Seit vielen Jahrhunderten existieren volksmedizinische Anwendungen, so hilft der Zwiebelsaft gegen Erkältungskrankheiten. Zur äußeren Anwendung sind sie schmerzlindernd bei Insektenstichen und leichten Verbrennungen zu nutzen.

In Deutschland gibt es die frische Zwiebel im Handel von Juni bis in den Spätherbst. Importware kann natürlich das gesamte Jahr über erworben werden. Die Küchenzwiebel ist am bekanntesten, hierbei handelt es sich um die Sorten „Stuttgarter Riese“ und „gelber Zittauer“.

Wer es eher mild mag, sollte sich an die roten Zwiebeln halten, die sich auch leichter häuten lassen, da sie über eine dünnere Haut verfügen. Die Königin des Gemüses ist mit Abstand die Schalotte, die ein zartes Aroma hervorbringt und in der Regel für Saucen verwendet wird. Die Gemüsezwiebel avanciert auf dem zweiten Platz, wobei diese sich speziell zum Füllen prima eignet. Mit einem Gewicht von nahezu 250 Gramm ist sie das Schwergewicht unter den Zwiebeln.

Kleiner, aber genauso beliebt sind Perl – und Silberzwiebeln. Diese können entweder als Beilage oder sauer eingelegt munden. Einen Haken gibt es beim Genuss der Zwiebel allerdings, denn je roher der Zustand ist, desto gesünder wirken sie.

Kategorie: Naturheilkräuter
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