Blutwerte und deren Bedeutung

Blut ist nicht nur Lebenselixier, sondern es kann auch analysiert werden. Durch entsprechende Blutwerte lassen sich Krankheiten bestimmen und die Werte geben ebenso Aufschluss, über den Verlauf einer Erkrankung. In der heutigen Zeit können dutzende unterschiedlicher Substanzen im Blut bestimmt werden.

Verrät ein Patient seinem Arzt bestimmte Symptome, kann dieser ein Labor anweisen, welche Blutwerte gemessen werden sollen. In der Medizin besitzen Blutwerte einen hohen Stellenwert. Was bedeuten die Werte aber und was beinhaltet zum Beispiel, dass kleine oder große Blutbild, die Nierenwerte, die Leberwerte und welche Gesundheitsindikatoren spielen eine besondere Rolle?

Die wichtigsten Blutwerte

Blutfette: (Cholesterin, LDL, HDL, Triglyceride)

Sind die Blutfettwerte erhöht, kann dieser Umstand darauf hindeuten, dass Risikofaktoren für eine Herz- Kreislauf- Erkrankung vorliegen. Zudem kann sich der Arzt am Gesamtcholesterin orientieren und den Fettstoffwechsel genauer beurteilen.

Normbereich:

  • Gesamtcholesterin: unter 200mg/ dl (5,2mmol/l)
  • LDL: unter 160 mg/ dl (4,1mmol/l)
  • HDL: über 40mg/ dl (1,03mmol /l)
  • Triglyceride: unter 150 mg / dl (1,7 mmol/ l)

Leberwerte (AP, ALT, AST, GGT)

Bei den Leberwerten handelt es sich um eine Gruppe von unterschiedlichen Leberenzymen. Die Zellen können geschädigt sein, wie es zum Beispiel, nach übermäßigem Alkoholgenuss, einer Virusinfektion oder nach einem Arzneimittelmissbrauch vorkommt. Dann befinden sich Enzyme im Blut, die eine höhere Konzentration aufweisen.

Normbereich:

  • AP: Frauen 55 bis 147 U7 l, Männer 62 bis 176 U/ l
  • ALT: Frauen unter 35 U/ l, Männer unter 50 U/ l
  • AST: Frauen unter 35 U/ l, Männer unter 50 U/ l
  • GGT: Frauen unter 40 U/ l, Männer unter 60 U/ l

Auch Eisen kann natürlich in den Blutwerten festgestellt werden. Das Spurenelement ist hauptsächlich in den roten Blutkörperchen zu finden. Eisen wird zur Blutbildung benötigt. Um einen Mangel von Eisen im menschlichen Körper festzustellen, muss neben dem Eisen auch der Eisenspeicher (Ferritin), als auch der Eisentransport (Transferrin- Sättigung) vom Arzt beurteilt werden.

Blutzucker (Glukose)

Viele Diabetiker sind in der Lage, ihren Glukosewert selber zu bestimmen. Der Blutzuckerwert liefert Aussagen über den Zuckerstoffwechsel. Überprüft werden zusätzlich die Blutzuckereinstellung mit dem Langzeitwert HbA 1c.

Bei den Blutwerten spielen je nach Patient auch das Gesamteiweiß, sowie die Harnsäure eine tragende Rolle. Beim Eiweiß verhält es sich so, dass das Gesamteiweiß nicht von dem normalen Normwert abweichen sollte, dieses würde auf eine Veränderung einzelner Eiweißtypen hinweisen. Da sich im Blut über hundert unterschiedliche Eiweißstoffe befinden, wird ein Arzt zur genaueren Klärung die wichtigsten Eiweiße bestimmen lassen.

Die Harnsäure ist eine Art „Abbauprodukt“, die sogenannten Purine. Diese sind in der Nahrung, als auch in Zellkernen des Körpers vorhanden. Nierensteine oder Gicht können verursacht werden, wenn sich zu viel Harnsäure im Blut befindet, da zu wenig Harn über die Nieren abgesondert wird.

Blutwerte verstehen

Jeder kennt ihn, den Gang zum Arzt, der ein kleines oder großes Blutbild anfertigen möchte. Was aber bedeutet einen zu Cholesterinwert oder zu viele Leukozyten im Blut zu haben? Personen sind verunsichert, wenn es um die eigenen Blutwerte geht.

  • befinden sich zu viele weiße Blutkörper im Blut, deutet das auf eine Infektion hin
  • der betreffende Arzt wird ein weiteres Röhrchen abnehmen
  • eine Blutprobe ersetzt keine genaue Untersuchung bei einem Arzt

Gerade diejenigen, die ständig Medikamente zu sich nehmen müssen oder sich schlapp und abgespannt fühlen, sollten einen Arzt aufsuchen. In der Regel bekommt dieser wichtige Informationen geliefert, die auf eine mögliche Erkrankung hinweisen.

Auch wenn eine Operation ansteht oder es sich nur um eine Routineuntersuchung handelt, wird Blut abgenommen. Welches Blutbild es letztlich wird, ob ein kleines, großes oder ein fachspezifisches Blutbild gemacht wird, entscheidet der Arzt.

Kleines Blutbild:

  • Leuko oder WBC (white blood cells): Leukozyten

Weiße Blutkörper bilden einen Teil der Immunabwehr. Schon leichte bakterielle Infektionen lassen den Blutwert ansteigen. Gleichfalls schnellen sie auch in die Höhe, wenn es sich um eine Allergie oder einen Gichtanfall handelt.

Bleibt dieser Wert jedoch über einen längeren Zeitraum hoch, kann das ein Anzeichen einer Leukämie sein. Der Arzt wird ein Differentialblutbild und auch noch weitere Untersuchungen vorschlagen. Zu wenige weiße Blutkörper können nicht nur ein Hinweis auf eine Vergiftung sein, sondern auch auf eine Virusinfektion hinweisen.

  • Thrombo: Thrombozyten

Hierbei handelt es sich um Blutplättchen, die sich um die Blutstillung kümmern. Höhere Werte sind nach einer Operation normal. Ist die Zahl gering, besteht die Gefahr von Blutungen. Blutendes Zahnfleisch oder punktförmige Einblutungen im Bereich des Unterschenkels, können Hinweise auf zu geringe Thrombozyten liefern.

Zur Blutgerinnung oder zur Blutstillung gibt es spezielle Medikamente. Bei Patienten, die blutverdünnende Produkte einnehmen, gerinnt das Blut langsamer. Ärztliche Untersuchungen sind nötig, um gefährliche Blutungen zu vermeiden. Bei der Untersuchung wird der Arzt feststellen, ob sich die Gerinnungswerte der Blutwerte im Normbereich befinden.

  • Ery oder RBC (red blood cells): Erythrozyten

Um den Sauerstofftransport im Körper zu sichern, sind rote Blutkörper wichtig. Gerade bei Rauchern oder abnormalen Anstrengungen zeigen sich die Blutwerte typischerweise erhöht. Der Mangel von roten Blutkörpern kann beispielsweise bei einer Blutarmut (Anämie) oder während einer Schwangerschaft auftreten.

Großes Blutbild:

Beim großen Blutbild bekommt der Arzt, neben den Blutwerten des kleinen Blutbildes, auch zusätzliche Laborwerte in Bestimmung weiterer Zellarten. Hierbei handelt es sich um unterschiedliche Zellarten der weißen Blutkörper, auch Leukozyten genannt. Ein großes Blutbild wird vor allen Dingen dann nötig, wenn der Verdacht auf eine chronische oder akute Infektionskrankheit besteht.

Das große Blutbild beinhaltet sämtliche Laborwerte des kleinen Blutbildes, als auch zusätzliche Parameter. Die gemeinsamen Laborwerte sind im Einzelnen:

  • Rote Blutkörperchen (Erythrozyten)
  • Roter Blutfarbstoff (Hämoglobin, Hb- Wert)
  • Anteil der Blutzellen (Hämatokrit)
  • Mittleres Zellvolumen eines roten Blutkörpers (mean cellular volume, MCV)
  • Mittlere Konzentration von Hämoglobin in einem einzelnen roten Blutkörperchen (mean corpuscular hämoglobin, MCH)
  • Mittlere Konzentration von Hämoglobin in sämtlichen roten Blutkörpern (mean corpusculear hämoglobin concentration, MCHC)
  • Weiße Blutkörperchen (Leukozyten)
  • Blutplättchen (Thrombozyten)

Fakten:

Die rote Körperflüssigkeit übernimmt eine Vielzahl von Aufgaben im menschlichen Körper. Blut führt den Zellen nicht nur Sauerstoff zu, sondern auch zahlreiche Nährstoffe. Es transportiert körpereigene Abbauprodukte, wie Harnstoff und Kohlenstoffdioxid zu den Ausscheidungsorganen und es bringt zudem Botenstoffe zum Zielgewebe.

Zu den Blutwerten der allgemeinen Labordiagnostik gehören vor allen Dingen, Ionen der Mineralstoffe, verschiedene Zucker und diverse Eiweißwerte. Fast alle spielen bei den Stoffwechselvorgängen eine tragende Rolle. Blutwerte sind daher grundlegende und physiologische Basiswerte, für den Metabolismus, sowie bei Veränderungen außerhalb der Normwerte bei sehr vielen Prozessen.

Natrium Blutwert

Natrium gehört zu den wichtigsten Elektrolyten im Körper und liegt überwiegend im Extrazellularraum außerhalb der Zellen. In Form von Natriumchlorid (Kochsalz) ist es in diversen Lebensmitteln zu finden. Natrium ist ein wesentlicher Bestandteil der Reizleitung des Nervensystems und an der Kontraktion von Skelettmuskulatur und Herz beteiligt. Für den Wasser- und Elektrolythaushalt sind die Kationen von wesentlicher Bedeutung, da sie den Säure- Basen- Haushalt, als auch den Blutdruck regulieren. Der Blutwert befindet sich nur sehr selten außerhalb des Normbereiches.

Kalium Blutwert

Kalium und Natrium sind zusammen an vielen Körperfunktionen, wie zum Beispiel der Muskelkontraktion, sowie der Weiterleitung von Nervenimpulsen beteiligt. Beide Kationen regulieren nicht nur den Wasserhaushalt im Körper, sondern sind im Wesentlichen an der Ausscheidung von Wasser über die Nieren verantwortlich. Im Gegensatz zum Natrium kommt Kalium überwiegend im Inneren der Zellen vor. Nahrungsmittel wie Bananen, Vollkornprodukte, Kartoffeln oder Nüsse sind kaliumreich und verhindern das Absinken unter den Normbereich.

Calcium Blutwert

Nach Kalium und Natrium ist Calcium eine der wichtigsten Kationen im Körper eines Menschen. Große Mengen davon sind in den Zähnen und Knochen zu finden, zeitgleich dient es als Calciumspeicher. Es ist der Mineralstoff, der am häufigsten (etwa 1- 1,5 Kilogramm) im Körper vorkommt. Calcium und beide andere Kationen sind wichtig für die Nervenleitung und die Muskelkontraktion. Sie spielen zudem eine Rolle, für ein gesundes Immunsystem und bei der Blutgerinnung. Calcium befindet sich vorwiegend in Milchprodukten (Milch, Käse, Quark, Butter). Der Blutwert von Calcium ist immer im Zusammenhang mit dem Blutwert des Vitamins D zu betrachten, welches den Einbau in die Knochen reguliert.

Chlorid Blutwert

Zu den drei anderen Kationen, kommt noch ein negativ geladenes Anion, das Chlorid. Über die Hälfte hiervon befindet sich im Extrazellularraum, außerhalb der Zellen. Ein Drittel in den Knochen und der Rest innerhalb der Zellen.

Chlorid ist wichtig für den Wasserhaushalt und für die Verdauung. Zu finden ist es praktisch in allen Lebensmitteln. Veränderungen des Blutwertes sind selten.

Kupfer Wert

Kupfer ist ein Spurenelement, welches im Körper nur in geringen Mengen vorkommt. Als Bestandteil von Enzymen ist Kupfer jedoch wichtig. Hierzu gehören unter anderem der Elektronentransport der Atmungskette, als auch die Pigmentierung für das zuständige Enzym Tyrosinase. Das meiste Kupfer befindet sich in der Leber, wo es an Eiweiße gebunden ist. Während der Einnahme von oralen Kontrazeptiva (Antibabypille), bei Leberschädigung (Leberzirrhose), bei Tumoren oder bei chronischen Infekten ist der Serumspiegel von Kupfer erhöht.

Hohe Blutwerte gibt es besonders bei Diabetikern oder bei schwangeren Frauen. Ein Mangel an Kupfer mit niedrigen Blutwerten tritt bei der Kupferspeicherkrankheit Morbus Wilson, der Aufnahmestörung Menkes- Syndrom und dem nephrotischen Syndrom der Nieren auf.

Magnesium Blutwert

Magnesium ist neben Calcium, der am häufigsten vorkommende Mineralstoff. Zu finden ist es im Inneren der Zellen, rund zwei Drittel befinden sich in den Knochen und der Rest in der Muskulatur. Knochen dienen dazu, Magnesium zu speichern, der Mangel daran, kann zu Osteoporose führen. Bei Osteoporose oder einem Mangel von Vitamin D, ist auf jeden Fall eine Kontrolle der Blutwerte nötig.

Weitere Blutwerte sind:

  • Glukose
  • Harnstoff im Serum
  • Kreatinin Blutwert
  • Harnsäure im Serum
  • Gesamteiweiß
  • Triglyceride
  • Cholesterin Blutwert
  • Eisen Blutwert
  • Ferritin
  • CK- NAC Kreatinkinase
  • Myoglobin Blutwert
  • Troponin
  • LDH Blutwert
  • GLDH Blutwert
  • CHE Blutwert
  • Bilirubin
  • Fructosamin
  • Osmolalität
  • Ammoniak im Plasma
  • Lactat im Plasma
  • Phosphat im Serum

und andere.

Konventionelle Referenzwerte beim kleinen Blutbild

Leuko: Mann: 3,5 – 9,8 / nl Frau: 3,5 – 9,8 / nl
Ery: Mann: 4,5 – 5,9 / pl Frau: 4,1 – 5,1 / pl
Hb: Mann: 13,5 – 17,5 g/ dl Frau: 12,0 – 16,0 g/ dl
Hkt: Mann: 40,0 – 53,0 % Frau: 36,0 – 48,0 %
MCV: Mann: 80,0 – 96,0 fl Frau: 80,0 – 96,0 fl
MCH: Mann: 28,0 – 33,0 pg Frau: 28,0 – 33,0 pg
MCHC: Mann: 32,0 – 36,0 g/ dl Frau: 32,0 – 36,0 g/ dl
Thrombo: Mann: 140 – 360 / nl Frau: 140 – 360 / nl

Der Blutwert verrät viel über die Gesundheit eines Menschen. Wie gut Organe funktionieren oder, ob das Risiko einer Krankheit besteht. Nicht zuletzt geben sie auch Auskunft darüber, wie gut die Arbeit des Arztes war und wie eine Behandlung anschlägt.

Allerdings übernimmt eine Krankenkasse nur die Kosten für das kleine Blutbild. Unterschiedliche Zusatzuntersuchungen, wie ein großes Blutbild fallen nicht unter die Kassenleistung. Anders verhält es sich, wenn der Verdacht auf eine Krankheit besteht. Ansonsten zahlt ein Patient selber für die Erstellung der Parameter. Ein Lebertest wird mit rund 30 Euro veranschlagt, Schilddrüsenwerte bekommt ein Patient für circa 50 Euro.

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