Rosmarin – nicht nur ein mediterranes Gewürz

Rosmarin ist bekannt, als ein mediterranes Gewürz. Es macht nicht nur Fleisch, sondern auch Fisch und Gemüse erst zu einem richtigen Genuss. Das Kraut kann aber auch als Tee oder Öl und Wein verarbeitet werden. Rosmarin wird nachgesagt, dass es gut für die Nerven ist und die Galle, sowie auch die Leber aktiviert.

Das Gewürz ist jedoch nicht nur als Küchenkraut zu gebrauchen, sondern mittlerweile wird auch die heilende Wirkung bei uns sehr geschätzt. Rosmarin ist reich an wertvollen Inhaltsstoffen und findet auch in der Heilkunde eine größere Bedeutung.

Pflanzenkunde zu Rosmarin

Das ursprüngliche Herkunftsgebiet liegt vermutlich im Mittelmeerraum. Einige Meinungen vertreten sogar, dass das Kraut aus dem heutigen Montenegro und Kroatien kommt. Weitere Anbaugebiete sind Jugoslawien, Marokko, Tunesien und Spanien. Der eigentliche Name von Rosmarin bedeutet „Rose der See“, was auf den Ursprungsort schließen lässt.

Rosmarin oder Rosmarinus officinalis, ist jedoch nicht nur eine Gewürzpflanze, sondern wird auch zu Zier – und Heilzwecke genutzt. Zudem finden sich Aromen des Krautes in Badezusätzen, Eau de Toilette und in Produkten, die zur Insektenabwehr dienen.

Im Altertum wurde Rosmarin bei kultischen Handlungen gebraucht, zum Beispiel, als Weihkraut. Es sollte Liebe symbolisieren und die natürliche Schönheit erhalten. Bis zum heutigen Tag gilt Rosmarin, als eine Art Symbol für die Jungfräulichkeit.

In mittelalterlichen Kräuterbüchern sind Einträge zu finden, wonach Rosmarin eine gewichtige Rolle spielte. Es wurde zur Heilung von diversen Beschwerden eingesetzt und sollte sogar potenzstärkend sein.

Heute ist das Kraut in vielen Gärten zu sehen. Es hält Schädlinge fern, ist aber auch schön anzusehen. Die mehrjährige Pflanze benötigt einen kalkhaltigen und durchlässigen Boden und braucht ein gemäßigtes Klima. In unseren Breiten sollten Nutzer auf einen Kübel zurückgreifen, denn Frost kann dem Rosmarin nachhaltigen Schaden zufügen.

Inhaltsstoffe von Rosmarin

In der Regel sind es die Blätter, die zur Verwendung kommen, aber auch die enthalten viele Wirkstoffe, die dem menschlichen Körper wohltun. Rosmarin können innerlich, als auch äußerlich angewendet werden.

Zu den Inhaltsstoffen zählen unter anderem:

  • Terpene
  • Thymol
  • Verbanol
  • Gerbstoffe
  • ätherische Öle
  • Gerbsäure
  • Kampfer
  • Bitterstoffe
  • Beta – Sitosterol
  • Flavone
  • Salicylate
  • Saponine
  • Harze

Die weiteren Inhaltsstoffe sind Magnesium, Natrium, Phosphor, Kalium und Mineralstoffe.

Vor allen Dingen das Rosmarinöl dient bei Blähungen und Völlegefühl, als ein natürliches Heilmittel. Als Einreibung oder Badezusatz ist Rosmarin in der Lage, die Haut anzuregen. Das Heilkraut ist schon seit dem Mittelalter bekannt, als eine aromatische Pflanze, die als stärkendes und anregendes Mittel verwendet werden kann.

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In der pflanzlichen Medizin werden überwiegend die Blätter verarbeitet, bzw. das darin enthaltene Rosmarinöl. Es setzt sich aus den Inhaltsstoffen Cineol, Kampfer und Alpha – Pinen zusammen. Daneben sind Bitterstoffe wie beispielsweise die Carnosolsäure und Gerbstoffe zu finden.

Vorsicht:
Personen, die eine empfindliche Haut haben, sollten Rosmarin nur in stark verdünnter Form anwenden. ansonsten kann es zu Rötungen oder anderen Hautreizungen kommen .Bei Badezusätzen sollte allgemein auf die richtige Dosierung geachtet werden. Menschen, mit Herzschwäche, Kreislaufbeschwerden oder Krampfadern, sollten eine Nutzung im Vorfeld, mit ihrem Arzt abklären.

Weiterhin dürfen Asthmapatienten nicht mit dem ätherischen Öl von Rosmarin inhalieren, dass könnte unter Umständen, einen Asthmaanfall auslösen. Bei Säuglingen und Kleinkindern, sollte ebenfalls auf eine Anwendung verzichtet werden, denn auch dieses kann zu einer Atemnot führen.

Anwendung Rosmarin

Rosmarin kann zur inneren Anwendung, als Teemischung dienen. Das ätherische Öl darf allerdings nur äußerlich zur Anwendung kommen, da es ansonsten zu Magenreizungen kommen könnte. Die Anwendungsgebiete sind allerdings vielfältig, denn die Pflanze ist nicht nur ein anerkanntes Kreislaufmittel, sondern dient ebenfalls dem Verdauungs – und Nervensystem, kann helfen bei Frauenbeschwerden allgemein und ist auch zur besseren Durchblutung hilfreich.

Gleichzeitig wirkt das Kraut appetitanregend und fördert das Herz – Kreislauf – System. In der Volksmedizin kommt Rosmarin bei schlecht abheilenden Wunden und Entzündungen der Haut zum Tragen. Rosmarin soll sogar in der Lage sein, Bakterien, Pilze und Parasiten zu bekämpfen, Kopf – und Gelenkschmerzen zu lindern und bei Husten, fördert das Inhalieren mit dem Kraut, den Gesundungsverlauf.

Heilungschancen mit Rosmarin bestehen auch bei:

  • Atembeschwerden
  • Magenschwäche
  • Durchfall
  • Rheuma
  • Gicht
  • Erschöpfungszuständen
  • Neuralgien
  • Ischias
  • Nervenentzündungen
  • Haarausfall
  • Hämorrhoiden
  • Ekzemen

Zu den volkstümlichen Namen zählen auch Antonkraut, Brautkleid, Kranzenkraut, Meer Tau, Weihrauchkraut oder Brautkraut. Zudem ist die Pflanze eine der wenigen Kräuter, die einem niedrigen Blutdruck vorbeugen können. Dieses erfolgt auf Grund von der Stärkung von Herz und Kreislauf, somit kann ein zu hoher Blutdruck abgemildert werden.

Sogar bei nervösen Herzbeschwerden oder Herzrhythmusstörungen, kann der Anwender mit Rosmarin Linderung herbeiführen. Zur Stärkung des Verdauungsapparates, sowie zur Beseitigung von Blähungen, hilft ein Rosmarintee oder es wird mit der Pflanze einfach nur gewürzt.

Um das Nervensystem zu stärken, eignen sich Rosmarin besonders gut. Bei Kopfschmerzen und Migräne ist das Kraut ebenfalls zu empfehlen. Bei einzelnen Frauenbeschwerden, wie zum Beispiel, einer ausbleibenden Periode oder bei Menstruationskrämpfen lindert Rosmarin und auch bei Wechseljahresbeschwerden ist die Pflanze hilfreich einzusetzen.

Achtung:
In der Schwangerschaft oder der Stillzeit, darf Rosmarin nicht angewendet werden.

Um eine Rosmarin – Kur durchzuführen, kann ein Rosmarin – Wein selber hergestellt werden. Hierzu nimmt der Anwender circa 10 Gramm Rosmarinblätter mit einer Flasche leichtem Weißwein. Das Ganze dann eine Woche stehen lassen, abseihen und täglich ein Glas trinken.

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Rosmarin – Tinkturen können zur äußeren Anwendung dienen, indem der Anwender sie zur Einreibung nutzt oder als Teil Bad verwendet. Die Tinktur wirkt nicht nur belebend, sondern sie lindert auch Gelenksschmerzen und Neuralgien.

Darreichungsformen und Dosierungen

Rosmarin ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich. Zum einen gibt es Rosmarinöl oder Tee (insbesondere als Herz – Kreislauf – Tee) und als Badezusatz. Auch in Salben, zum Beispiel, Rheumasalben und in Tinkturen ist Rosmarin erhältlich. Einige Personen konsumieren Rosmarinöl auch in Form von Tropfen, hierzu 3 bis 4 Tropfen auf einen Stück Würfelzucker einnehmen.

Bitterstoffe sind bekannt dafür, die Verdauung anzukurbeln, indem sie die Produktion von Magensäure und Gallenflüssigkeit anregen. Hier kommen die appetitanregenden und verdauungsfördernden Eigenschaften zum Vorschein, die der Anwender mit einem Rosmarin – Tee, als geeignete Darreichungsform, nutzen kann.

Über die belebende Wirkung von Rosmarin gibt es bis dato keine Studien. Es ist jedoch erwiesen, dass Rosmarin – Präparate, Rezeptoren in der Haut aktivieren, die eine durchblutungsfördernde Wirkung zeigen. In der Folge lindern sich Beschwerden durch Muskelverspannungen, Muskelkater oder Rückenschmerzen. Leider sind diese Effekte nicht besonders nachhaltig.

Wirkungen von Rosmarin

Rosmarin haben diverse Eigenschaften, es wird sogar behauptet, dass sie hemmend auf Hautpilze wirken. Diese Eigenschaften können sich Personen mit Hautinfektionen zunutze machen, indem sie Rosmarin – Salben oder Bäder anwenden.

Weitere Heilwirkungen der Pflanze sind:

  • adstringierend
  • anregend
  • entspannend
  • entzündungshemmend
  • schmerzstillend
  • tonisierend
  • pilztötend
  • antibakteriell

Zur verbesserten Durchblutung zeigen die ätherischen Dämpfe des Öls eine belebende Wirkung. Zudem besitzt das Öl antibakterielle Eigenschaften und wirkt somit auch auf Hautpilze.

Hinweis:
Für gesunde Personen ist die Anwendung von Rosmarin oder Rosmarinöl nicht mit einem Risiko verbunden. Allerdings sind genau die vorgegebenen Maßnahmen, im Umgang mit dem ätherischen Öl, zu beachten.

In der Naturheilkunde spielt Rosmarin schon seit langer Zeit eine wichtige Rolle. Die einzigartige Inhaltsstoffkombination ist vielseitig und hat somit ein breites Wirkungsspektrum. Daher ist das Kraut auch ein beliebtes Mittel in der Kosmetikbranche. Das ätherische Öl wirkt nicht nur gegen Haarausfall, sondern auch gegen Schuppen oder einer juckenden Kopfhaut.

Rosmarin ist in diversen Produkten zu finden. Hierzu zählen:

  • Shampoos
  • Duschgels
  • Cremes
  • Haarwasser
  • Badezusätze

Rosmarin fördern jedoch auch das Gedächtnis und die Konzentration. Die Merkfähigkeit wird dadurch bedingt verbessert und auch die Hirnleistung profitiert. Verantwortlich hierfür ist vermutlich die Carnosolsäure, die Toxine und freie Radikale abwehren soll. Diese sind im Übrigen auch an der Entwicklung von Alzheimer – und Demenz – Erkrankungen beteiligt.

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Im antiken Griechenland trugen Schüler bei Prüfungen einen Rosmarinkranz auf dem Kopf, hierdurch sollte der direkte Zugang von den ätherischen Ölen, auf die Gedächtnisleistungen gefördert werden.

Diese spielen auch in Bezug auf den gesamten Bewegungsapparat eine Rolle, denn zur Erholung, vor dem Sport oder bei gesundheitlichen Einschränkungen, wird durch das Massieren mit dem Öl, eine entkrampfende und wärmende Wirkung hervorgerufen.

In der Naturheilkunde ist Rosmarin wegen der leberregulierenden Funktion bekannt. Zudem wird dadurch, auch die Gallensekretion und der Gallen Fluss gesteigert. Anwender, die beide Organe entgiften möchten, sollte den französischen Rosmarin (Rosmarin Verbenon) dazu nutzen.

Nebenwirkungen

Prinzipiell sind bei der Anwendung von ätherischen Ölen Nebenwirkungen, sowie auch Risiken zu beachten. Dies gilt in Bezug auf die Verträglichkeit ebenso, wie auch bei der inneren Anwendung. Im Allgemeinen sind ätherische Öle gut verträglich, aber Rosmarin Öl, kann bei falscher Dosierung toxisch wirken. Dieses wiederum kann zu Rauschzuständen führen.

Zudem kann eine Dosierung, die mehr als 50 Milliliter beträgt, zu schweren Leberschäden beitragen. Niedrig dosiert jedoch wirkt Rosmarinöl stimulierend, bei zu hohen Dosen kann es zum plötzlichen Abfall des Blutdrucks kommen.

Geringe Dosen sind für Epileptiker geeignet, eine zu hohe Dosis jedoch, kann den Umkehreffekt bewirken. Äußerlich sind keine Extrakte zu empfehlen, die mehr als 10 Prozent ätherisches Rosmarinöl enthalten. Hier kann es auch bei niedrigen Dosen zu Kontaktallergien oder Reizungen kommen. Ansonsten sind bei genauen Dosierungen keine Wechsel – und Nebenwirkungen bekannt.

Wissenswertes über Rosmarin

Zu Heilzwecken werden Blätter und das Öl eingesetzt. Die medizinischen Anwendungsgebiete sind bei beiden Stoffen identisch. Überwiegend werden Inhaltsstoffe der Pflanze bei inneren Magen – Darmbeschwerden und bei Verdauungsproblemen eingesetzt.

Bei den griechischen Heilkundlern Plinius und Doskurides, wurde Rosmarin nur im begrenzten Umfang genutzt. Erst im 8. Jahrhundert kam Rosmarin nach Mitteleuropa und wurde in Klostergärten angebaut. Die Bedeutung stieg jedoch rasant an, denn während die Pest grassierte, wurde die Pflanze an öffentlichen Plätzen und in Krankenzimmern verbrannt, wo das Kraut als Schutzschild galt.

In der heutigen Zeit wird vor allem die anregende Wirkung von Rosmarin hoch geschätzt. In der Steiermark sagen Menschen noch heute, intelligente Personen hätten Rosmarin im Kopf. Der Halbstrauch Rosmarin kann eine Höhe von bis zu 1,8 Meter erreichen und gehört der Familie der Lippenblütengewächse (Lamiaceae) an.

Kategorie: Naturheilkräuter
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