Löwenzahn – essen und nicht mähen

Viele sehen Löwenzahn nur als Unkraut an, aber er kann noch einiges mehr. Das Kraut trägt nicht nur in der Küche zu schmackhaften Gerichten bei, sondern wird auch vielfach zu medizinischen Zwecken verwendet. Der Löwenzahn oder Taraxacum officinale (bitteres Kraut), hat harntreibende Eigenschaften.

Neben der Puste – oder Butterblume, bekam der Löwenzahn im Laufe der Jahre, diverse andere Namen verpasst. Darunter fallen zum Beispiel Saurüssel, Teufels – oder Schäfchenblume. Die Pflanze wird in der Regel als Salat oder Gemüse verzehrt, kann jedoch auch in anderen Gerichten munden.

Geschichte des Löwenzahns

Der Geschichte nach vertrieb der Löwenzahn, wenn er auf dem Körper zerrieben wurde, Hexen. Nordamerikanische Indianer rauchten das getrocknete Kraut zu Allerheiligen, was eher, als ein schamanisches Ritual angesehen wurde.

Eine andere Legende besagt, dass junge Mädchen, die Anzahl der Schirmchen zählten, um herauszufinden, wie lange sie noch auf ihre Hochzeit warten mussten. Andere wiederum nahmen die Anzahl als Zeichen, wie viele Jahre sie noch zu leben hatten. Der Löwenzahn kann angeblich auch hilfreich bei Warzen sein, wenn diese am dritten Tag bei abnehmendem Vollmond mit dem Saft beträufelt werden.

Das Ursprungsland vom Löwenzahn ist vermutlich Zentralasien. Heute ist er fast in allen Regionen der Welt zu finden. Die Pflanze wächst überwiegend auf nährstoffreichen Wiesen und hat sich vor allen Dingen in Europa stark ausgebreitet. Das Kraut ist auch auf Nutzweideflächen, in Parkanlagen oder auf Brachflächen heimisch und war bereits in der Antike ein bekanntes Heilmittel.

Inhaltsstoffe Löwenzahn

Der Löwenzahn kommt aus der Familie der Korbblütler, wozu auch andere Pflanzen zählen. Beispielsweise sind auch die Echte Kamille, die Ringelblume oder der Wermut darunter zu finden. Zu den Inhaltsstoffen zählen unter anderem:

  • Bitterstoffe
  • Flavonoide
  • Triterpene
  • Phystosterol

Vorsicht:
Personen, die unter einer Kontaktallergie leiden und auf den Milchsaft allergisch reagieren, sollten Presssäfte und Tinkturen mit dem Inhaltsstoff Löwenzahn, nicht zu sich nehmen. Unter Umständen könnten Magenprobleme auftreten. In der Regel geschieht dieses, wenn sich der Anwendungszeitraum über einen längeren Zeitraum hinzieht.

Weiterhin sind die Blätter vom Löwenzahn reich an Vitaminen und Mineralien. Das Kraut wirkt dadurch bedingt, stimulierend auf den Zellstoffwechsel, regt die Leberfunktion an und wird generell zur Vorbeugung von Leber – und Gallenblasenproblemen empfohlen.

Zudem hat der Löwenzahn zahlreiche weitere positive Eigenschaften, denn er kann nicht nur das Hautbild verbessern, sondern er passt auch hervorragend zu würzigen Dips und Soßen und kann den Sommer über so, die gesamte Grillsaison genutzt werden.

Tipp:
Diejenigen, die den Löwenzahn auf ihren Speiseplan setzen möchten, sollten im Handel zu jungen Blättern greifen. Diese sind heller und weisen einen milderen Geschmack auf. Als Dressing kann der Verbraucher ihn wunderbar, mit Zitronen, Limetten und Knoblauch in einem Quark verarbeiten.

Nähwerttabelle pro 100 Gramm Löwenzahn

Eiweiß: 2,7 Gramm
Fett: 0,7 Gramm
Kohlenhydrate: 9,0 Gramm
davon Zucker: 0,7 Gramm
Ballaststoffe: 3,5 Gramm
Alkohol: 0,0 Gramm
Kalorien: 60 kcal/ 251 KJ
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Anwendungsgebiete

Löwenzahn wird auch der europäische Ginseng genannt, da er viele Bitterstoffe besitzt. Zudem regt er den Stoffwechsel an und ist hilfreich bei Verdauungsstörungen. Traditionell wird das Kraut, als appetitanregendes Mittel verwendet, was bei Blähungen, Verstopfung und Magenbeschwerden, genauso eingesetzt werden kann, wie bei Leberbeschwerden oder Problemen mit der Gallenblase.

Vergleichbar ist Löwenzahn auch deshalb mit dem Ginseng, da auch dieser, als Stärkungsmittel bekannt ist. Die gallenflussfördernden Eigenschaften werden den bitteren Sesqui – und Triterpenen zugeschrieben. Als harntreibendes Mittel, wird die Pflanze zur Durchspültherapie genutzt. Hierbei hilft er gegen Blasenleiden, bei Rheuma und Gicht und er soll zudem der Nierengrieß – und Steinbildung vorbeugen.

Für Diabetiker kann der Löwenzahn unter Umständen hilfreich sein, denn er soll blutzuckersenkende Eigenschaften aufweisen. Hierbei kommt der wässrige Extrakt der getrockneten Wurzel oder ein alkoholischer Extrakt der ganzen Pflanze zum Tragen.

Zur äußeren Anwendung hilft Löwenzahn bei Ekzemen und anderen Hautproblemen. Um zu diesem Ergebnis zu kommen, wurden Tierversuche gestartet die zeigten, dass das Kraut zwar nur wenig antibakteriell ist, aber eine schmerzlindernde und antientzündliche Wirkung erzeugten.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten:

  • Wasseransammlungen
  • Völlegefühl
  • Stoffwechselbeschwerden
  • Rheuma
  • Pickel und Ekzeme
  • Verdauungsprobleme

Zur Anwendung wird in der Regel ein Löwenzahntee empfohlen, vereinzelt wird das Heilkraut auch als Tinktur oder Presssaft genutzt. Um den Tee zuzubereiten, nimmt der Anwender zwei Teelöffel getrocknetes Löwenzahnkraut und gießt dieses mit kochendem Wasser über. Nach ungefähr 10 Minuten, kann das Ganze dann durch einen Seiher und in kleinen Schlucken getrunken werden. Diese Anwendung sollte allerdings nicht länger als 4 Wochen andauern.

In der Homöopathie wird der Löwenzahn überwiegend bei Oberbauchbeschwerden, Muskel – und Gelenkbeschwerden, bei Magenschleimhautentzündung und bei Rheuma genutzt.

Hinweis:
Aufgrund der wachsenden Beliebtheit des Löwenzahns, sind mittlerweile im Handel unterschiedliche Produkte zu finden. Einige Gartencenter und Märkte bieten neben frischen Blättern, auch ganze Löwenzahnpflanzen an. Wer den echten Löwenzahn erwerben möchte, sollte auf jeden Fall auf die botanische Bezeichnung „Taraxacum“ achten.

Namhafte Hersteller von Saatgut vermarkten in der Zwischenzeit auch Samen für Löwenzahn – Kulturen, diese können gut für die Küche genutzt werden, denn sie enthalten weniger Bitterstoffe.

Löwenzahn ist nicht nur für Heilzwecke zu nutzen, er kann auch bei der Gewichtsreduktion hilfreich sein. Die Pflanze ist in der Lage, sämtliche Verdauungsorgane anzuregen, wodurch bedingt, Giftstoffe und alte Schlacken ausgeschieden werden. Zudem wirkt der Löwenzahn unterstützend auf die Fettverdauung und ist hilfreich dabei, Fette besser abzubauen.

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Darreichungsformen von Löwenzahn

Verbraucher, die sich einen frischen Tee aufbrühen möchten, erhalten Löwenzahnkraut in Apotheken, Drogerien oder gut bestückten Reformhäusern. Wer es bequemer haben möchte, kann sich mit Tabletten oder Löwenzahn – Saft weiterbehelfen.

Des Weiteren existieren Kombinationspräparate in Form von:

  • Tropfen
  • Kapseln
  • Tonika
  • Dragees
  • Tabletten

Zudem kann jeder ein Löwenzahn – Blütengelee herstellen. Das macht nicht viel Arbeit und ist einfacher, als gedacht. Dazu werden 200 Gramm Löwenzahn – Blüten verwendet, weiterhin 1 Liter Wasser, 1 Zitrone und 1 Kilogramm Gelierzucker.

Die Blüten für rund 5 Minuten im Wasser aufkochen. Danach für 24 Stunden ruhen lassen. Saft abseihen und mit Zitrone und Gelierzucker für 4 Minuten kochen. Noch heiß in saubere Gläser abfüllen.

Dosierungen

Das Kraut ist in zahlreichen Teemischungen, vor allen Dingen in Leber – und Gallentees enthalten. Das wirksamste Mittel ist allerdings der Frischpflanzensaft. Soweit nicht anders wurde, beträgt die mittlere Tagesdosis der Droge, 1 Esslöffel auf 1 Tasse Wasser. Bei Tinkturen werden 3 Mal täglich 10 bis 15 Tropfen empfohlen. Bei einer Abkochung ist darauf zu achten, dass maximal 3 bis 4 Gramm auf 1 Tasse Wasser kommen.

Achtung:
Patienten, die an Gallensteinen leiden, müssen vor einer Therapie mit Löwenzahn, ihren Arzt konsultieren. Weiterhin ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Empfohlen sind hierbei, mindestens 2 Liter Flüssigkeit am Tag. Um die Droge zu lagern, sollte es ein trockener und vor Licht geschützter Ort sein.

Wirkung von Löwenzahn

Die Wirkung von Löwenzahn zeigt folgende Eigenschaften:

  • appetitanregend
  • entwässernd
  • stoffwechselanregend
  • krampflösend
  • magensaftanregend
  • entzündungshemmend
  • Gallenfluss wird gefördert

Löwenzahn wird in der Regel, als lästiges Unkraut angesehen. Es ist aber genau betrachtet, eher ein Wunderkraut, denn zu Heilzwecken ist er geradezu prädestiniert. Wer den Löwenzahn regelmäßig zu sich nimmt, pflegt nicht nur seine Leber und Galle, sondern beugt Nierensteinen vor, regt gleichzeitig seine Verdauung an und er lässt chronische Hautleiden verschwinden.

Zudem ist die Pflanze ein echter Allrounder, wenn es um Stärkungsmittel geht. Die volle Wirkung kann aus einem Salat, Tee oder aus dem Pflanzensaft bezogen werden. Wichtig ist nur, Präparate in schöner Regelmäßigkeit anzuwenden. Hierbei ist eine Zeitspanne von 4 Wochen einzuhalten.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Diuretika (harntreibend Arzneimittel, im Volksmund auch „Wassertabletten“ genannt), sorgen diese nicht nur für die Ausleitung von Wasser, sondern schwemmen gleichzeitig auch Mineralstoffe aus. Der Löwenzahn wirkt anders, denn er ist zwar ebenfalls harntreibend, versorgt gleichzeitig aber, den Organismus mit wichtigen Mineralstoffen. So kann eine Therapie mit Löwenzahn nicht gleichzeitig zu einem Mineralmangel führen.

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Nebenwirkungen

In der Regel sind bei dem Verzehr von Löwenzahn keine Nebenwirkungen zu erwarten. Es kann allerdings vereinzelnd zur Absonderung von besonders saurem Magensaft (Superazidität) kommen, was eine leichte Reizung der Magenschleimhaut mit sich ziehen könnte.

Treten in Einzelfällen Kontaktallergien auf, beruhen diese wahrscheinlich auf den Milchsaft. Dieser besitzt einen Gehalt an Sesquiterpencactonen. Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind derzeit nicht bekannt.

Wissenswertes über den Löwenzahn

Im naturmedizinischen und heilkundlichem Bereich wird der Löwenzahn in der heutigen Zeit gegen zahlreiche Erkrankungen verwendet. Hierbei sind vor allen Dingen, die in Kraut und Wurzeln enthaltenen Bitterstoffe, von größerer Bedeutung.

Die Pflanze selber enthält bis zu 10 Prozent an Bitterstoffen, hinzukommen Saponine, Gerbstoffe und Mineralien (Kalium, Natrium). Zudem besitzt der Löwenzahn die Provitamine A und D, Vitamin C, E und B, dazu kommt noch ein Gehalt an Zink.

Bei dem Löwenzahn handelt es sich um eine mehrjährige Pflanze, die eine Höhe zwischen 10 und 60 Zentimeter erreichen kann.

Folgende Pflanzenteile kommen als Droge zur Verwendung:

Löwenzahnblätter: Taraxaci folium
Löwenzahnwurzeln: Taraxaci radix
Löwenzahnwurzel mit Kraut: Taraxaci radix cum herba

Die Pflanze weist zudem antibakterielle Eigenschaften auf, wodurch sie zur Wundheilung dienen kann, auch Infektionen werden mit ihr verhindert. Bei Juckreiz oder Schmerzen, aufgrund von Insektenstichen – oder Bissen, werden diese durch das Auftragen vom Pflanzensaft gelindert.

Um den Effekt zu verstärken, kann der Nutzer die gesamte Pflanze, in einem Mixer zerkleinern und dann wie einen Brei, auf die entsprechende Stelle auftragen.

Als Lebensmittel verwendet, stellt sich der Löwenzahn, als wirkliches Superfood heraus. Er versorgt den Körper mit Vital – und Mineralstoffen. Das Kraut besitzt vierzigmal so viel Vitamin A, wie ein Kopfsalat, neunmal so viel Vitamin C, viermal so viel Vitamin E, achtmal so viel Calcium, viermal so viel Magnesium, dreimal so viel Eisen und die doppelte Menge an Proteinen.

Die Blätter kann der Verbraucher als Salat, Gemüse, Suppe, Saft oder in einem Smoothie nutzen. Weiterhin lassen sich die Blüten, als Löwenzahnwein, Löwenzahnbier und Löwenzahnblütengelee verarbeiten. Zudem sehen die Blüten und Blätter schön als Dekoration auf Gerichten aus und dürfen auch verspeist werden.

Kategorie: Naturheilkräuter
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