Flohsamen – Hausmittel mit großer Wirkung

Die dunkelbraun glänzenden Samen erinnern unweigerlich an die unbeliebten Quälgeister. Dabei sind sie die Früchte einer altbekannten Heilpflanze, die bei uns schon seit Jahren, als Nahrungsergänzungsmittel genutzt wird. Flohsamen, sind nicht nur relativ günstig, sondern auch gut verträglich. Gekauft werden Flohsamen, in der Regel, um eine regulierende Wirkung auf den Magen – Darm – Trakt zu bewirken. Das Gute bei Flohsamen ist, sie können bei Verstopfung ebenso eingesetzt werden, wie auch bei Durchfall. Dabei hat der Flohsamen noch weitere Einsatzmöglichkeiten. Es wird allgemein vom Metabolischen Syndrom gesprochen, zu dem vier bekannte Zivilisationskrankheiten gehören.

Geschichte von Flohsamen

Flohsamen (Psyllium), sind die Samen einer uralten Heilpflanze, die wegen ihres Aussehens, aber auch wegen ihrer „Springfähigkeit“, nach den uns bekannten Flöhen benannt wurden. Natürlich haben Flohsamen nicht entfernt etwas mit dem Ungeziefer zu tun, denn sie bewirken unter anderem, einen positiven Einfluss auf das Verdauungssystem.

Bereits im 1. Jahrhundert wurden Flohsamen vom griechischen Arzt Pedanios Dioskurides erwähnt. Er empfahl die kleinen Früchte zur äußeren Anwendung, bei Gicht, Ödemen, Geschwüren oder Verrenkungen.

Weitere Erwähnung findet der Flohsamen im Jahr 1741 in der Pharmakopöe Württemberg, wobei der Samen hauptsächlich gegen Gallenleiden, Angina und Trockenheit im Rachenraum wirken soll. Bereits seit dem Altertum, werden den Flohsamen zahlreiche Heilwirkungen nachgesagt.

Es gibt zwei unterschiedliche Pflanzen, die den Flohsamen besitzen. Unterschiede in der Wirkung sind jedoch nicht bekannt. Zum einen handelt es sich um den indischen Flohsamen (Plantago ovata) und zum anderen, ist es das Flohsamenkraut (Plantago afra). Beide Arten gehören zu der Familie der Wegerich – Gewächse.

Hinweis:
Der indische Flohsamen kann seine Wirkung nur dann voll entfalten, wenn genügend Flüssigkeit aufgenommen wird. Empfohlen, sind es mindestens zwei Gläser Wasser, direkt nach der Einnahme. Über den Tag verteilt, sollten weitere 1,5 Liter Wasser, Tee oder Fruchtsäfte zugeführt werden. Ansonsten ist es unwahrscheinlich, dass die Schleimstoffe unzureichend aufquellen und im schlimmsten Fall, an der Darmwand hängen bleiben. Das Ergebnis davon, könnte unter Umständen, ein Darmverschluss sein.

Inhaltsstoffe von Flohsamen

Die Samen enthalten je nach Sorte zwischen 10 und 30 Prozent Schleimstoffe. Dazu kommen neutrale Schleime und saure Schleime, diese wirken reizmildernd auf eine entzündete oder veränderte Darmschleimhaut.

Flohsamen selber enthalten:

  • Proteine
  • fettes Öl
  • Hemizellulose
  • Iridoidglykoside (u.a. Aucubin)

Hinweis:
Patienten, mit einer Stenose der Speiseröhre und des Magen – Darm – Traktes und auch bei schwer einstellbarem Diabetes mellitus, sollten vom Verzehr von Flohsamen absehen. Genauso gilt das bei Personen, die sich einer Therapie mit Cumarinen oder Herzglykosiden unterziehen müssen.

Weiterhin sollte Flohsamen nicht mit Milch eingenommen werden, da sie ansonsten ihre Quelleigenschaften verlieren. Die Inhaltsstoffe teilen sich per 100 Gramm folgendermaßen auf:

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Brennwert: 90 kj / 21 kcal
Ballaststoffe: 83,69 Gramm
Eiweiß: 2,38 Gramm
Kohlenhydrate: 1,73 Gramm
Fette: 0,55 Gramm

Aufgrund ihrer hohen Quelleigenschaft sind Flohsamen äußerst wirksam. Sie basieren auf einer hohen Konzentration von Schleim – und Ballaststoffen. Nur in Verbindung mit Wasser, können sie regulierend auf den Magen – Darm – Trakt einwirken.

Anwendungsgebiete und Wirkungen von Flohsamen

Flohsamen können auf unterschiedlichste Arten einen wertvollen Beitrag zur Gesundheit leisten. Allerdings kann die Wirkung im Zusammenhang mit anderen Medikamenten unterschiedlich ausfallen.

Gerade Frauen sollten über die Nutzung von Flohsamen nachdenken, denn sie haben des Öfteren mit typischen Problemen, wie zum Beispiel unregelmäßigen oder seltenen Stuhlgang zu kämpfen. Dieses ist oftmals die Ursache von unterschiedlichen Erkrankungen, daher ist es besonders wichtig, für einen regelmäßig entleerten Darm zu sorgen.

Bleiben Nahrungsreste zu lange im Dickdarm, kann es unter Umständen zu Fäulnis, Gärung oder sogar zu Verwesung kommen. Über die Blutzirkulation werden dann letztendlich sämtliche Organe vergiftet und das Lymphsystem wird überfordert. Dieses wiederum kann zu verschiedenen Symptomen führen, wie beispielsweise:

  • Vorzeitige Alterung
  • steife und schmerzende Gelenke
  • Entstehung von diversen Krankheiten
  • Trägheit von Gehirn und Herz
  • fester aufgeblähter Unterbauch

Besonders bedenklich ist es, wenn der Dickdarm vergiftet wird. Dann können sich Parasiten festsetzen, was mit der Zeit zu einem Karzinom (Krebs) führen könnte. Es wird vielfach vom Metabolischen Syndrom gesprochen, wenn es um das Thema Flohsamen geht. Hierbei handelt es sich um vier Erscheinungen, die in der heutigen Zeit bekannt sind.

Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Blutzuckerwerte und ein zu hoher Cholesterinspiegel gehören unweigerlich dazu. Patienten, die unter diesen Krankheiten leiden, nehmen in der Regel, zahlreiche Medikamente ein, die auch Nebenwirkungen auslösen. Sinnvoller wäre es, mit einem natürlichen Helfer, nämlich den Flohsamen, dagegen anzukämpfen.

Flohsamen können dafür sorgen, dass Zucker langsamer aus dem Darm aufgenommen wird und so nicht so schnell ins Blut gelangen kann. Dadurch bedingt wird der Blutzuckerspiegel gesenkt und zudem der Insulinwert verbessert. Die Bauchspeicheldrüse muss weniger Insulin ausschütten, was den Blutzuckerwert im Normalbereich hält.

Cholesterin ist wichtig, damit der Zellaufbau stattfinden kann. Triglyceride sind als Energiespender unverzichtbar. Ist beides jedoch in hohen Maßen vorhanden, können sich Ablagerungen an den Gefäßinnenwänden bilden, wodurch Herz – Kreislauf – Erkrankungen vorprogrammiert sind.

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Flohsamen sind im Stande, hohe Blutfettwerte zu senken, indem Cholesterin und Triglyceride die Schleimstoffe binden und diese in Form von Stuhl ausscheiden. Ebenso helfen Flohsamen gegen einen zu hohen Blutdruck. Durch die Einnahme gehen nicht nur die Blutfettwerte nach unten, sondern auch der Blutdruck kann signifikant gesenkt werden.

Flohsamen helfen auch bei Übergewicht. Sie unterstützen eine Gewichtsreduktion, da ihr überaus hohes Quellvermögen, für ein schnelles Sättigungsgefühl sorgt. Weiterhin werden kalorienarme Ballaststoffe langsamer verdaut und genau das, macht über einen langen Zeitraum satt. Gleichzeitig kann der Nutzer seine Verdauungstätigkeit anregen und er entzieht seiner Nahrung kleine Mengen an Zucker und Fetten.

Die Samen haben einen günstigen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel, somit wird verhindert, dass Heißhungerattacken drohen. Weggehungerte Kilos kommen nicht zurück und das Abnehmen wird um ein vielfaches erleichtert.

Darreichungsformen

Der Handel bietet ganze Flohsamen, als auch Flohsamenschalen. Die ganzen Flohsamen beinhalten die Samen, ob die Schalen jedoch positive Eigenschaften besitzen, ist noch nicht erforscht. Fest steht, dass beide Arten gesundheitsfördernde Eigenschaften aufweisen. Besonders die Schalen haben hervorragende Quelleigenschaften und werden aus diesem Grund auch öfter gekauft.

Des Weiteren sind Flohsamen in Kapselform erhältlich, welche besonders auf Reisen Sinn machen. Zudem eignen sie sich für die Personen, die sich vor Konsistenz und Geschmack ekeln. Die Kapseln werden ebenfalls mit genügend Flüssigkeit eingenommen, wobei die Wirkung gleichbleibend ist.

Eine weitere Darreichungsform ist die Tablette. Sie sind allerdings schwer erhältlich, zudem gibt es sie nicht als reines Produkt zu kaufen. In der Regel handelt es sich um eine Kombination aus Flohsamenpulver, Traubenkern – und Hagebuttenextrakt. Lutschtabletten sind mit Orangen – oder Zitronenaroma versetzt, allerdings auch mit Zucker angereichert, was die Einnahme angenehmer erscheinen lässt.

Dosierung

Prinzipiell muss zu Produkten mit Flohsamen oder Flohsamen in purer Ausführung, immer genügend Flüssigkeit zu sich genommen werden. Im anderen Fall, kann es leicht zu Verdauungsproblemen kommen. Diese werden ausgelöst, da die löslichen Ballaststoffe der Flohsamenschalen der Umgebung Flüssigkeit entziehen. Es wäre zu befürchten, dass die Flohsamen dann genau gegenteilig wirken und es zu einer Verstopfung oder zu hartem Stuhl kommen würde. Zu jeder Portion der Samen, sollten mindestens 200 Milliliter Flüssigkeit kommen.

Diejenigen, die Probleme mit Geschmack oder Konsistenz haben, müssen nicht zwangsläufig auf Kapseln oder Tabletten zurückgreifen. Die Samen wirken auch, wenn sie zum Backen verwendet werden. Durch ihre Eigenschaft, dass sie Flüssigkeit binden, können sie ohne weiteres, als Eierersatz dienen.

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Nebenwirkungen von Flohsamen

Flohsamen können richtig angewendet, eine Reihe von Beschwerden lindern. Die Heilpflanze ist häufig, ein natürlicher Bestandteil in herkömmlichen Medikamenten, die zur Regulierung der Verdauung hergestellt wurden. Sie sind voll von positiven Eigenschaften, der Verbraucher sollte jedoch bei der Einnahme auf einiges achten.

Hinweis:
Nebenwirkungen entwickeln sich in der Regel nur dann, wenn nicht genügend Flüssigkeit zugeführt wird. Seltener kommt es zu weiteren Beschwerden, die eher nicht auftreten. Wird zu wenig Flüssigkeit getrunken, können die Samen nicht aufquellen. Ergebnis hiervon ist, dem Stuhl wird Wasser entzogen und eine harte Konsistenz kann nicht vermieden werden. Hierdurch bedingt, kann es zu Bauchschmerzen, Blähungen und Verstopfung kommen.

Nebenwirkungen kann der Anwender schnell vermeiden, wenn er mindestens bei jeder Anwendung, ein Glas Wasser zu sich nimmt. Sollte es dennoch zu einem Völlegefühl kommen, klingt dieses mit der Zeit selbständig ab.

Kommt es nach der Einnahme zu Schnupfen, Bindehautentzündung oder anderen Hautauffälligkeiten, handelt es sich um eine Überempfindlichkeit. Generell kann hierbei von einer nicht genügenden Reinigung der Samen, durch den Hersteller gesprochen werden. Das Risiko kann durch ein etwas teureres Produkt nicht entstehen, denn einige Hersteller reinigen professionell ihre Produkte. Speziell sehr empfindliche Personen, die zu allergischen Reaktionen neigen, sollten sich im Vorfeld gut, über das entsprechende Präparat informieren.

Bei bestehenden Schwangerschaften, können Flohsamen unbedenklich eingesetzt werden. Die Inhaltsstoffe sind allgemein gut verträglich und führen bei Schwangeren und stillenden Müttern zu keinen Problemen. Prinzipiell, raten viele Ärzte zur Einnahme von Flohsamen, damit sich Verdauungsprobleme erst gar nicht einstellen.

Wissenswertes über Flohsamen

Flohsamen und Flohsamenschalen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, denn sie regulieren bei Durchfall und helfen bei Verstopfung. Sie wirken bei:

  • Verstopfung (Obstipation)
  • bei schmerzhaften Stuhlgang (Hämorrhoiden, Analfissuren)
  • zur Darmpflege (Reiz Darm, Entzündung der Darmschleimhaut)
  • um die Verdauung aufrecht zu erhalten, bei ballaststoffarmer Ernährung
  • bei Durchfällen, die unspezifisch auftreten (HIV – Patienten, Kurzdarmsyndrom)

Es wird empfohlen, einen Teelöffel (ca. 5 Gramm) Flohsamen, mit 200 Milliliter Wasser zu mischen oder sie aufquellen zu lassen, was im Wasser oder Saft geschehen kann. Die tägliche Dosierung sollte bei maximal 20 bis 40 Gramm bei Flohsamen oder 10 bis 20 Gramm bei Flohsamenschalen liegen.

Wer sich für Fertigpräparate auf Basis von Heilpflanzen entscheidet, sollte strikt nach Packungsbeilage vorgehen. Zudem kann der Arzt oder Apotheker Auskunft geben.

Kategorie: Naturheilkräuter
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