Übergewicht hat schwere Folgen

Frust in Deutschlands Badezimmern: Die Waage kennt kein Erbarmen, sondern zeigt gnadenlos jedes Gramm an. Die Diagnose von „Dr. Waage“ lautet Übergewicht oder sogar Adipositas (Fettsucht). Und bereits Hippocrates äußerte sich vor etwa 2.500 Jahren kritisch zu Übergewicht: Seine Aussage „Dicke sterben früher als Dünne“ ist nach wie vor aktuell. Übergewichtige Personen schleppen nicht nur zu viele Pfunde mit sich herum, sondern haben auch ein deutlich erhöhtes Risiko, Folgeerkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck zu entwickeln. Übergewicht wird deshalb laut Robert-Koch-Institut als eines der gravierendsten Gesundheitsrisiken in Deutschland angesehen.

Die Pfundigen sind stark im Kommen

Eine Untersuchung, bei der 1998 das Ernährungsverhalten von 2.267 Frauen und 1.763 Männern erhoben wurde, zeigt, dass in Deutschland 67 Prozent der Männer und etwa 50 Prozent der Frauen einige Pfunde zuviel haben, wobei sich eine steigende Tendenz abzeichnet; auch Kinder und Jugendliche sind zunehmend von Übergewicht betroffen. Je öfter/früher der Mensch mit seinem Gewicht zu kämpfen hat (heute schon im Kindesalter), desto problematischer: Denn ständiges Übergewicht führt nicht nur zu einer Verfettung der Körperzellen, sondern auch zu einer erhöhten Anzahl von Fettzellen, und das erschwert das Abnehmen besonders.

Übergewicht hat Konsequenzen:

Wir essen viel, fett, falsch

Die Analyse zeigte außerdem eine zu hohe Fett-, Eiweiß- und Alkoholzufuhr und eine zu geringe Zufuhr von Ballaststoffen. Zusammen mit einer zu geringen körperlichen Aktivität sind dies die Hauptgründe für Übergewicht. Neben den genannten Risikokrank-heiten merken wir schon im Alltag die Folgen falscher Ernährung: Verstopfung und Magen-Darmprobleme (wie Blähungen und Sodbrennen) durch fettreiche ballaststoffarme Lebensmittel. Bevorzugen wir Sahnetorte und Fleischberge statt Gemüse, Obst, Kartoffeln und Vollkornprodukte leidet außerdem unser Vitamin- und Mineralstoffhaushalt, was die Ursache für erhöhte Krankheitsanfälligkeit, Konzentrationsschwäche, Müdigkeit und allgemein nachlassende Leistungsfähigkeit sein kann. Auch eine erhöhte Zufuhr von Schadstoffen (z. B. Cadmium, Blei, Quecksilber) durch die Umwelt oder belastete Nahrungsmittel können für gestörtes Wohlbefinden oder schwere Gesundheitsschäden verantwortlich sein.

Finger weg von dubiosen Diäten

In Anbetracht der im wahrsten Sinne des Wortes schwerwiegenden Folgen von Übergewicht sollte aus gesundheitlichen Gründen das Normalgewicht angestrebt werden, das mittels Body Mass Index berechnet wird. Die Erfolge einer Diättherapie sind vor allem wegen des Jojo-Effektes, großen Hungergefühls und fehlender Verhaltensänderung in der Regel enttäuschend. Das „Je schneller, desto besser“-Konzept hat sich nicht bewährt, denn durch sogenannte Crashdiäten verliert der Körper oft nur Wasser und Protein, aber nicht das gewünschte Fett. Stiftung Warentest hat die gängigen Schlankheitsdiäten unter die Lupe genommen und ist zu einem wenig überraschenden Ergebnis gekommen: Fast alle Diäten sind nur eingeschränkt oder nicht empfehlenswert und führen häufig zum vorzeitigen Abbrechen.

Waist to Hip Ratio (WHR)

Taillenumfang
———————– = WHR
Hüftumfang

Ist der WHR-Wert größer als 1 bei Männern und über 0,85 bei Frauen besteht durch die vermehrte Fetteinlagerung am Rumpf ein erhöhtes Gesundheitsrisiko.

So nehmen Sie richtig Maß:
Der Taillenumfang wird in der Mitte zwischen dem Beckenkamm und dem Unterrand des Rippenbogens gemessen. Den Hüftumfang messen Sie an der Stelle, wo sich der Po am meisten wölbt.

Kategorie: News
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