Aloe Vera – Wundermittel aus der Natur

Schon seit einigen Jahrtausenden, ist Aloe Vera bekannt. In den letzten Jahren gab es jedoch einen regelrechten Boom, was die Pflanze betrifft. Der Mythos Aloe Vera lebt heute wieder auf, denn die Pflanze soll nicht nur schmerzlindernd wirken, sondern auch immunstärkend sein.

Zu finden ist Aloe Vera nicht nur in kosmetischen Produkten, sondern sie ist auch beliebt in Nahrungsergänzungsmitteln. Die Wirkstoffe werden in erster Linie aus den Blättern gewonnen, wobei diese eingebettet in einem Gel zu finden sind. Darüber hinaus besteht Aloe Vera zum größten Teil aus Wasser.

Pflanzenkunde: Aloe Vera

Zu Heilmitteln aus der Natur, wurde seit Menschen Gedenken gegriffen. Entweder sie sollten eine vorbeugende Wirkung haben oder schon bestehende Erkrankungen lindern und sogar heilen. Das Anwendungsspektrum der Pflanze scheint bei uns eher begrenzt, während in anderen Kulturkreisen Aloe Vera vielseitig eingesetzt wird.

Die ersten Aufzeichnungen der Pflanze wurden etwa vor 6.000 Jahren in Ägypten gefunden. Sie galt als Synonym für Schönheit, Gesundheit und Unvergänglichkeit. Schon Nofretete und Cleopatra nutzen den Saft der Pflanze, zur täglichen Schönheitspflege. Zum anderen wurden die Toten mit dem Saft balsamiert, denn die Pflanze besitzt konservierende Eigenschaften.

Im neuen Testament ist zu lesen, dass Jesus mit einer Mischung aus Aloe Vera und Myrrhe einbalsamiert wurde. Bei den Römern war es Tradition, die wohltuenden Eigenschaften zu nutzen. Nach Europa kam die Pflanze durch keinen Geringeren, als Christoph Kolumbus, der schon während den lange dauernden Schiffsfahrten, die Wunden seiner Seeleute damit behandelte.

Bei den Muslimen gilt die Pflanze, als religiöses Glückssymbol und im Sanskrit, trägt Aloe Vera den Namen „Ghrita – kumari“, was so viel, wie Mädchen bedeutet. Im frühen Mittelalter war es dann Hildegard von Bingen, die Aloe Vera gegen Zahnfäule, bei Gelbsucht und Magenerkrankungen empfahl.

Inhaltsstoffe von Aloe Vera

Ein Inhaltsstoff von Aloe Vera ist besonders bedeutend, dass Acemannan. Dieses ist ein Stoff, was der menschliche Körper zwar selber herstellen kann, allerdings nur bis zur Pubertät. Die langkettige Zuckerform wird in allen Zellmembranen verbaut und verfügt über antivirale, als auch antibakterielle Wirkungen.

Weiterhin ist Acemannan unentbehrlich für die Beweglichkeit der Gelenke. Mit Hilfe von dem Stoff, werden sie zu jederzeit, ausreichend mit der nötigen Gelenkschmiere versorgt. Das ist jedoch nicht alles, denn Aloe Vera hat einige mehr zu bieten. Allein in den Blättern wurden mehr als 200 unterschiedliche Inhaltsstoffe nachgewiesen.

In der Hauptsache handelt es sich um:

  • Schleimstoffe aus Kohlehydrate (Mucopolysaccaride)
  • Anthrachinone
  • Salicylsäure
  • Saponine
  • Enzyme
  • Aminosäuren
  • Vitamine
  • Mineralstoffe
  • andere Kohlehydrate

Hinweis:
Bei sehr empfindlichen Personen, kann es beim Verzehr von Aloe Vera Produkten, zu allergischen Reaktionen kommen. Diese können unter anderem zu Magen – Darm – Problemen führen. Es gibt auch Abführmittel, in denen Aloe Vera enthalten ist. Bevor sie zu sich genommen werden, sollte es auf jeden Fall zu einer Rücksprache mit einem Arzt kommen. In der Blattrinde finden sich Anthrachinonen, wie zum Beispiel, Aloin und Aloe Emodin, die unter Umständen schädigende Wirkungen haben könnten und zudem eventuell Krebs auslösen könnten.

In dem Saft der Blätter finden sich weitere Inhaltsstoffe, dieses sind:

  • Mineralstoffe (Zink, Kalzium. Selen, Magnesium)
  • Vitamine
Sacharide: Galaktose, Glukose, Hexuronsäure, Zellulose
Enzyme: Amylase, Catalase, Cellulase, Lipase, Peroxidase
Vitamine: Provitamin A, Vitamine B1,2, 6 und B 12. Vitamin C und E

Zudem werden der Pflanze verdauungsfördernde Eigenschaften nachgesagt, daher ist sie auch auf diversen Speiseplänen zu finden. Aloe Vera kann sowohl äußerlich, als auch innerlich zur Anwendung kommen.

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Wirkungen von Aloe Vera

Es gibt unterschiedliche Indikationen, wobei Aloe Vera äußerst hilfreich ist. Die Möglichkeiten reichen von Juckreiz bei Insektenstichen, der Behandlung nach einem Sonnenbrand, zur Bekämpfung von Akne oder der akuten Schuppenflechte. Die Pflanze kann ebenso zur Desinfektion von Wunden genutzt werden, da sie antiseptische Eigenschaften besitzt.

Heilungsprozesse und Zellerneuerung werden beschleunigt und bei Problemen im Bewegungsapparat kann eine Salbe Erfolg versprechen. Vor allem bei Verstauchungen, Muskelzerrungen und auch bei Sehnenscheidenentzündungen konnten gute Resultate erzielt werden.

In der Kosmetikbranche hat sich Aloe Vera schon seit Jahren durchgesetzt, unter anderem bei der Herstellung von Shampoos, Duschgels, Hautcremes und Gesichtsmasken, sowie bei unterschiedlichen Lotionen. Aloe Vera hat feuchtigkeitsspende Eigenschaften und auch, als Nahrungsergänzungsmittel, sind Produkte mit Aloe Vera im Handel erhältlich. Durch die Menge an wertvollen Inhaltsstoffen kann der gesamte Tagesbedarf gut mit Aloe Vera Artikeln gedeckt werden.

Kaum eine andere Pflanze beinhaltet so viel Acemannan, was wiederum der körperlichen Abwehrkräfte, als auch der Stärkung zugutekommt. Dieser Inhaltsstoff ist verantwortlich dafür, dass er Bakterien bekämpft, Zellen regeneriert und gegen Parasiten wirkt.

Aloe Vera besitzt eine stark abführende Wirkung, da verschiedene Inhaltsstoffe für eine Reizung der Darmschleimhaut sorgen. Das wiederum führt zur Anregung der Darmbewegung (Darmperistaltik), während andererseits die Aufnahme von Wasser und Salzen gehemmt wird, kann das durchaus zu einer Verflüssigung von der Stuhlkonsistenz führen. Nahrung wandert schneller durch den Darm und bleibt in einem flüssigen Zustand. So wird die Verstopfung beseitigt und Beschwerden sind verschwunden.

Anwendungsgebiete und Darreichungsformen von Aloe Vera

Aloe Vera wird in der Volksmedizin genauso genutzt, wie in der Phytotherapie. Die Pflanze zählt zu den wirksamsten Mitteln, bei verschiedenen Erkrankungen und Beschwerden. Einige davon sind:

  • Verdauungsstörungen
  • Immunschwäche
  • Kreislauferkrankungen
  • Entzündungen
  • Pilzbefall
  • Allergien

In der Volksmedizin ist Aloe Vera sogar das „ Allheilmittel“ schlechthin und wird hier, als Kaiserin der Heilpflanzen bezeichnet. Die Wüstenlilie oder auch Aloe vera L., kommt zur Verwendung bei Asthma, Diabetes, sowie auch bei Krebs –Behandlungen und bei Aids – Therapien.

In der Pflanzenheilkunde und in der Schulmedizin kommt die Aloe als pflanzliches Abführmittel zum Tragen. Auch in Kombination mit anderen Heilpflanzen wird hier der sogenannte „Schwedenbitter“ verwendet. Dieser kommt zum Einsatz bei Gelenkbeschwerden, zur Stärkung des gesamten Immunsystems und auch Verdauungsbeschwerden, werden erfolgreich kuriert.

Die „bitteren Schwedentropfen“, sollen die Nieren und Lebertätigkeit unterstützen. Zur äußeren Behandlung dient das kühlende Gel, welches aus der Pflanze hergestellt wird. Prädestiniert bei Hauterkrankungen unterschiedlichen Arten, als auch bei Sonnenbränden und Insektenstichen.

Darreichungsformen sind Pulver, welches aus dem getrockneten Saft hergestellt wird. Extrakte, in Form von Fertigarzneimitteln wie beispielsweise Dragees, Salben, Cremes und Gele. In der Hauptsache ist es das Gel, was aus dem Saft der Pflanze produziert wird. Dieses kann entweder pur, als Salbe oder auch, als Creme genutzt werden.

Unterschiedliche Lösungen oder Tinkturen sind ebenfalls in der Apotheke erhältlich. Die Droge wird in der Regel in Kombination mit anderen Drogen oder, auch allein in Fertigpräparaten zum natürlichen Abführen verwendet. Andere Produkte mit Aloe sind auf Grund ihrer entzündungshemmenden und desinfizierenden Wirkung nur zur äußeren Anwendung nutzbar.

Hauptanwendungsgebiete für Gele sind Hautirritationen und Verletzungen wie zum Beispiel Wunden und Verbrennungen. Erste Hilfe kann geleistet werden, bei Schnittwunden, Brandwunden oder Quetschungen. Bestimmte Inhaltsstoffe regen die Gewebegeneration an und die Heilung wird um einiges beschleunigt. Gleiches gilt bei Verätzungen durch Laugen oder Säuren, denn das Gel sorgt mit seiner kühlenden Wirkung, für eine Linderung der Beschwerden.

Dosierung und Einnahme

Bei Aloe Vera Fertigpräparaten wird empfohlen, die Dosen so gering wie möglich zu halten. Die Tagesdosis sollte auf keinen Fall 20, bis höchstens 30 Milligramm, nicht überschreiten. Bei einer Dosierung von mehr als 1 Gramm, darf mit schweren Nebenwirkungen, gerechnet werden.

Der Nutzer sollte auch den Einnahmezeitraum auf höchstens 2 Wochen festlegen.

Vorsicht:
Bei Fertigprodukten mit Aloe Vera aus der Apotheke, müssen die Angaben auf den Packungsbeilagen genauestens studiert und eingehalten werden oder, wie der Arzt es angeordnet hat. Zudem ist immer auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Das Aloe Vera Gel wird in erster Linie pur und direkt angewendet. Tee – Zubereitungen in Kombination mit anderen Heilpflanzen sind unüblich, denn die Blätter sind nicht unbedingt als Heil -Tee geeignet. Um eine verdauungsfördernde Wirkung zu erreichen, ist es ratsam, Floh – oder Leinsamen zu verwenden, die ebenfalls gut gegen Verstopfungen wirken.

Tipp:
Bei Verbrennungen oder einem Sonnenbrand, die mit Schüttelfrost oder Fieber einhergehen, könnte ein Heil -Tee zur Anwendung kommen. Hierzu 30 Gramm Aloepulver, 20 Gramm Johanniskraut, 20 Gramm Pappelblätter und 30 Gramm Ringelblumenblüten nutzen. Alles mischen und mit kochendem Wasser übergießen. Nach einer Ziehzeit von rund 15 Minuten, durch den Seiher geben und in kleinen Schlucken trinken.

Die Aloe Barbadensis, auch „echte oder wahre“ Aloe genannt, gilt als bekömmlichste Art unter den Pflanzen. Die Aloe Ferox kann bis zu 4 Meter hoch werden und verfügt über höher konzentrierte Wirkstoffe. Die Aloe Africana wird rund 7 Meter hoch und bei ihr bilden sich graugrüne Blätterquirle an den Spitzen.

Nebenwirkungen

Eine zu lange dauernde Einnahme kann durchaus negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Bei Verstopfungen sollten Präparate mit Aloe Vera nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt genutzt werden. Vor kurzem wurde noch ein natürliches Abführmittel eingesetzt, in dem sich größere Mengen Aloin fanden. Es ist davon abzuraten, den Saft selber herzustellen, denn professionell aufbereiteter Saft enthält diesen Stoff nicht.

Zudem sollten schwangere Frauen von dem Verzehr von aloinhaltigen Säften absehen, denn der Stoff ist durchaus in der Lage, Wehen auszulösen und so eine Frühgeburt einzuleiten.

Leichte Nebenwirkungen kann der Verbraucher unterdrücken, wenn er Aloe Vera Trink –Gel, beispielsweise nach den Mahlzeiten, zu sich nimmt. Besonders ältere Personen können Nebenwirkungen verspüren, zum Beispiel kann es zu Einschlafproblemen kommen.

Wissenswertes über Aloe Vera

Die grau – grüne Pflanze kommt aus der Familie der Liliengewächse und ist daher nahe mit dem Knoblauch und der Zwiebel verwandt. Ein Blatt der Pflanze kann ein Gewicht von bis zu 2 Kilogramm erreichen. Die Pflanze benötigt einen sandigen und kalkreichen Boden und ist ansonsten eher anspruchslos.

Die Wüstenlilien werden heute in Indien und Mexiko kultiviert. Wild wachsen sie in tropischen und subtropischen Regionen. Um den Saft zu gewinnen, wird auch in der heutigen Zeit meistens mit der Hand gearbeitet. Die Blätter werden gereinigt und per Hand geschält, im Anschluss wird der Saft, in einem schonenden Spezialverfahren stabilisiert.

Kategorie: Naturheilkräuter
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