Heilpflanzensäfte in der Pflanzentherapie

Mit diesem Ausspruch forderte Apotheker Walther Schoenenberger schon vor mehr als fünfzig Jahren, sich wieder auf die Natur zu besinnen. Er galt als „der Weise der Pflanzen“ und beschäftigte sich intensiv mit Heilpflanzensäften. Die Heilpflanzentherapie eignet sich hervorragend zur sanften, aber wirkungsvollen Behebung von Alltagsbeschwerden. Bekannt ist beispielsweise der rote Sonnenhut zur Stärkung der Abwehrkräfte, Johanniskraut bei Nervosität, Brennnessel und Artischocke zum Entgiften.

Heilpflanzensäfte sind Natur pur

Heilpflanzen werden in sehr unterschiedlichern Zubereitungsarten angeboten: alkoholische Auszüge in Tropfenform, als Dragees und Lutschtabletten. Eine weitere Möglichkeit sind frische Pflanzenpresssäfte. Reine Heilpflanzensäfte gewinnt man aus frisch geernteten Pflanzen. Sie werden nach strengen Richtlinien angebaut. Es dürfen keine Düngemittel oder Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt werden. Sie stammen sozusagen aus biologischen Anbau und sind rückstandskontrolliert. Da dies für den Heilpflanzenanbau verpflichtend ist, wird es nicht extra auf der Packung aufgeführt. Mit Hilfe einer Spezialpresse gewinnt man nach der Ernte den Saft. Anschließend erfolgt sofort die Abfüllung in sterile Gläser oder Trinkampullen. Die nötige Haltbarkeit erreicht man durch die Erhitzung der Säfte auf 80-100 °C für wenige Sekunden. Die Kurzzeiterhitzung ist eine schonende und bewährte Methode zum Haltbarmachen. Sie wird beispielsweise zum Haltbarmachen von Milch und Obstsäften eingesetzt. Ungeöffnete Flaschen mit Heilpflanzensäften halten sich mindestens drei Jahre. Angebrochene Produkte müssen im Kühlschrank aufbewahrt werden. Sie können etwa vierzehn Tage verwendet werden.

Einfach in der Einnahme

Frische Pflanzenpresssäfte enthalten die Gesamtheit der Wirkstoffe in ihrer natürlichen, gelösten Form. So sind sie vom Körper gut aufnehmbar. Reine Heilpflanzensäfte sind ohne Alkohol und Zucker. Sie eignen sich auch für Diabetiker, Kinder und Alkoholkranke. Gerade Kinder und Senioren haben oft Schwierigkeiten Tabletten zu schlucken. Heilpflanzensäfte können einfach mit Wasser, Obst- oder Gemüsesaft verdünnt und dann getrunken werden. So können Heilpflanzen geschmacklich gut verpackt, eingenommen werden. Für empfindliche Personen empfiehlt sich ebenfalls die Verdünnung der Säfte. Allergiker sollten bei Pflanzenpresssäften etwas vorsichtiger sein. Herzkranke müssen bei Johanniskraut aufpassen. Es kann die Wirkung einiger Medikamente herabsetzen.
Wie bei vielen flüssigen Naturprodukten, kann es auch bei Heilsäften zu Trübungen oder Bodensätzen kommen. Vor Gebrauch daher Presssäfte gut durchschütteln.

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Schlankbleiben mit Vernunft

Beliebt ist das Saftfasten mit Heilpflanzensäften. Besonders bewährt hat sich die Kombination Brennnessel-, Artischocke- und Kartoffelsaft. Brennnessel durchspült den Körper, Artischocke bringt die Leber in Schwung und Kartoffelsaft reguliert die Verdauung. Ideal für die regelmäßige Saftkur zum Entschlacken. Besonders gut sind die Heilpflanzensäfte zusammen mit Gemüsesäften zu trinken. Die Vitamin- und Mineralstoffzufuhr ist damit gesichert. Der Säure-Basen-Haushalt kommt wieder ins Gleichgewicht. Probieren Sie doch mal den Entschlackungsdrink „Rote Flora“ zum Entlasten und Wohlfühlen.

Pflanzenpresssäfte gibt es übrigens von sehr vielen Heilpflanzen.

Rote Flora
für die Extraportion an Carotinoiden für den Zellschutz und Petersilie zur Durchspülung
150 ml Tomatensaft
100 ml Karottensaft (ohne Honig oder Zucker)
frische, gehackte Petersilie oder tiefgekühlt
¼ rote Paprika
Heilpflanzenmix aus 1 EL Artischocke, 2 EL Brennnessel, 5 EL Kartoffelsaft
Cayennepfeffer, Tabasco, Paprikapulver, Salz
Tomatensaft, Karottensaft und Heilpflanzensaft verrühren. Petersilie fein hacken und Paprika klein schneiden. Paprika mit etwas Saft im Standmixer oder mit dem Mixstab pürieren. Restliches Saftgemisch dazugeben, mit Kräutern und Gewürzen abschmecken.
KJ 204/ Kcal 49/ Eiweiß 2g/ Fett 0,2 g/ Kohlenhydrate 9,2

15 Heilpflanzensäfte von A-Z:

  • Artischockensaft: unterstützt die Leber bei der Engiftung
  • Baldriansaft: bei Nervosität und nervös bedingten Einschlafstörungen
  • Brennnesselsaft: fördert die Ausscheidung
  • Echinacinsaft oder Sonnenhut: unterstützt das Immunsystem
  • Fenchelsaft: lindert Magen- und Darmverstimmungen, schleimlösend
  • Gänsefingerkrautsaft: lindert Schmerzen während der Menstruation
  • Johanniskrautsaft: dämpft Nervosität, lindert Nervenschmerzen
  • Kamillensaft: gegen Entzündungen der Magenschleimhäute ohne organische Ursache
  • Kartoffelsaft: verhindert Sodbrennen, reguliert die Verdauung
  • Löwenzahn: fördert den Gallenfluss, stärkt die Leber
  • Melissensaft: unterstützt bei Magen-Darmbeschwerden
  • Spitzwegerichsaft: Katarrhe der Luftwege
  • Thymian: löst den Schleim bei Erkältungen, macht die Atemwege frei
  • Weißdorn: stärkt Herz und Kreislauf
  • Zinnkrautsaft: zur Durchspülung bei Entzündung der ableitenden Harnwege’
Kategorie: News
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