Gute-Laune-Macher: Johanniskraut

Bringt der graue Herbst auch Ihre Stimmung auf den Nullpunkt? Dann hat er Sie wohl erwischt, der November-Blues. Bei jedem zehnten löst die düstere Jahreszeit sogar ernste Depressionen aus. Winterdepressionen nennen Fachleute diese unglückliche Zeit der Seele. Doch aus dem Pflanzenreich kommt ein Mittel, das dunkle Stimmungen aufhellen kann.

Die dicken Wolken am Himmel lassen nicht einmal erahnen, dass über ihnen die Sonne scheint. Und die bunten Blätter des goldenen Herbstes schwimmen schon lange wie eine undefinierbare, braun-graue Masse in Regenpfützen. Keine Frage – der November gibt sich mal wieder alle Mühe seinem düsteren Ruf gerecht zu werden. „Genau bei diesem Wetter geht meine Stimmung total in den Keller“, erzählt Sybille (28), Sekretärin aus Heidelberg. Wie ein grauer Schleier legt sich der Herbst auf ihren Alltag. Sie fühlt sich lustlos, schläft schlecht und nichts auf der Welt scheint sie aufheitern zu können. „Wenn ich nichts dagegen unternehme, verschlimmert sich meine Melancholie immer weiter bis endlich im März wieder die Sonne scheint“, beschreibt Sybille ihr winterliches Seelenleiden.

Traurigkeit im Winter ist eine ernste Sache

Noch vor einigen Jahren hätte Sybille wahrscheinlich statt wirksamer Hilfe bestenfalls auf Sprüche wie „das wird schon wieder“ oder „reiß Dich mal zusammen“ hoffen können. Inzwischen hat die Medizin aber erkannt, das die Leiden der Betroffenen ernst zu nehmen sind. Saisonal Abhängige Depression (SAD) nennt sie das Phänomen, das vor allem sensible Menschen jeden Herbst ereilt. Einer der Hauptgründe für den dunklen Schleier auf der Seele sind die wenigen Sonnenstunden in Herbst und Winter. Durch diesen Lichtmangel produziert der Körper zu wenig Serotonin. Das Hormon wirkt stimmungs-, appetits- und energieregulierend. Seine Produktion wird aber vor allem beim Aufenthalt im hellen Tageslicht angeregt. An dunklen Tagen erhöht dagegen unser Körper seine Melatoninkonzentration. Und dieses Hormon macht uns schläfrig und antriebsschwach. Es wäre also ganz einfach der Winterdepression zu entfliehen: wir müssten nur alle bis zum Frühling in den sonnigen Süden ziehen. Doch auch wer sich diesen Luxus nicht leisten kann, hat die Möglichkeit seine Seele wieder strahlen zu lassen. Ohne dabei gleich zu chemischen Antidepressiva greifen zu müssen.

Ein sonniges Kraut für die Seele

Einer der bewährtesten Gute-Laune-Macher ist das Johanniskraut. Es wirkt stimmungsaufhellend und Botenstoffe im Gehirnstoffwechsel werden bei Winterdepressionen nachweislich positiv beeinflusst. Das Tolle daran: Johanniskraut hat keine der bei Antidepressiva üblichen Nebenwirkungen und macht nicht abhängig. Und: Johanniskraut-Präparate sind in Apotheken freiverkäuflich. Wer allerdings garantiert die volle Wirkung des sonnigen Krautes bekommen will, sollte vorzugsweise zu einem Presssaft greifen. Dank seiner schonenden Gewinnung bleibt in dem Saft die pure Gute-Laune-Kraft der Pflanze voll erhalten.

Auch Claudia schwört auf Johanniskraut, wenn es darum geht ihre winterliche Trübsinnigkeit zu vertreiben. „Damit erst gar keine grauen Schleier auf meine Seele kommen, beginne ich schon Ende September mit der Einnahme“, verrät sie. Darüber hinaus geht sie jeden Tag spazieren und holt sich eine Portion Wintersonne. Und wenn sie dann mal wieder durchgefroren nach Hause kommt, kann sie vorm Kamin die langen Winterabende richtig genießen.

Lichttherapie gegen Winterdepressionen

Die Bestrahlung mit speziellen Lichtgeräten kann den Lichtmangel im Winter ausgleichen. Täglich eine halbe bis eine ganze Stunde vor der künstlichen Sonne stimuliert den Hormonhaushalt. Folge: die Produktion des Melatonin verringert sich und es wird mehr Serotonin ausgeschüttet.

Doch Vorsicht: Vor einer Licht -Behandlung sollten die Augen ärztlich untersucht werden. Bei einer Augenerkrankung kann die Lichttherapie nämlich schädlich sein.

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