Rosskastanie

Die Rosskastanien gehören zu den sehr großen Bäumen, die in der Regel, an Straßen oder in Parkanlagen zu finden sind. Für Kinder dienen die rotbraun glänzenden Kastanien, mehr als ein Bastelmaterial, aber auch die Heilwirkung ist nicht zu unterschätzen. Die Anwendungsgebiete sind vielfältig, denn nicht nur für das gesamte Gefäßsystem kann sie hilfreich sein, sondern auch bei Venenerkrankungen leistet sie gute Dienste.

Seit mehreren Jahrhunderten, ist die Rosskastanie, als Heilpflanze bekannt und wurde auch vielfach erforscht. Im Jahr 2008 wurde die Kastanie sogar, als Arzneipflanze gekürt. Die verwendeten Pflanzenteile sind nicht nur die Früchte, auch die Rinde, Blätter, Blüten und Wurzeln können zu Heilzwecken eingesetzt werden.

Geschichte der Rosskastanie

Die Rosskastanie hat eine weite Reise hinter sich, denn im Ursprung kommt sie aus Konstantinopel. Erstmals erwähnt wurde sie von einem flämischen Arzt, im Jahr 1557, der in der Stadt ansässig war und dort im Dienst von Erzherzog Ferdinand, dem Ersten stand.

Erst in der zweiten Hälfte vom 16. Jahrhundert übersiedelte der Baum zu uns und ist seitdem aus der Natur nicht mehr wegzudenken. Inzwischen hat sich die Rosskastanie so ausgebreitet, dass sie überall anzutreffen ist.

Die weiß blühende Rosskastanie gehört neben der rot blühenden und einigen weniger bekannten Arten, zur Familie der Rosskastaniengewächse oder auf Latein, Hippocastanadeae. Im Gegensatz zu anderen Gewächsen, kann der Baum bis zu 200 Jahre alt und zwischen 25 bis 30 Meter hoch werden. Beachtlich ist auch die Größe der kugeligen und stacheligen Kapseln, die im Herbst zu Boden fallen, wobei die Kapseln aufspringen. Zudem sind in ihr bis zu 4 Samen zu finden, das sind die eigentlichen Kastanien.

Die Inhaltsstoffe der Rosskastanie

Die wirksamsten Inhaltstoffe sind in den Samen zu finden. Diese enthalten drei bis zehn Prozent eines Saponin Gemisches. Ein Anteil davon wird als Aescin bezeichnet, der wiederum aus mehr als 30 unterschiedlichen Einzelsubstanzen besteht.

Das Aescin spielt gerade im medizinischen Bereich eine gewichtige Rolle. Es wirkt abdichtend auf geschädigte Gefäßwände und kann so verhindern, dass Flüssigkeit aus den Venen in das Gewebe austritt. Wasseransammlungen können so zurückgehen oder gar nicht erst entstehen.

Verschiedene Präparate mit den Inhaltsstoffen der Rosskastanie sind zu empfehlen bei Venenschwäche, aber auch anderen Gefäßerkrankungen, Hämorrhoiden und Schwellungen nach Verstauchungen oder einer Operation, können für Linderung sorgen.

Die Rosskastanie wirkt:

  • entzündungshemmend
  • abschwellend
  • zusammenziehend
  • durchblutungsfördernd
  • ausschwemmend (z.B. bei Ödemen)
  • gewebefestigend

Hinweis:
Da Rosskastanien Gerbstoffe enthalten, können dementsprechende Präparate, bei entzündlichen Magen – Darmerkrankungen hilfreich sein. Zudem sollen sie schmerzhafte Menstruationsbeschwerden lindern können.

Die weiteren Inhaltsstoffe der Rosskastanie (Aesculus Hippocastanum) sind:

  • Aescin
  • Alantoin
  • Angelinsäure
  • Bitterstoffe
  • Kampferöl
  • Cholin
  • Cyanidin
  • Farbstoffe
  • Flavone
  • Fraxin
  • Gerbstoffe
  • Gerbsäure
  • Cumarine
  • Linolensäure
  • Saponine

Vorsicht:
Da die Rosskastanie leicht giftig ist, kann es zu Erbrechen, Durchfall, innerer Unruhe, Sehstörungen oder sogar zu Bewusstseinsstörungen kommen, was jedoch an zu hohen Dosen liegen kann. Sollten diese Symptome auftreten, ist das Präparat sofort abzusetzen und gegebenenfalls der Arzt zu konsultieren.

Die Rosskastanie enthält eine Anzahl an verwertbaren Substanzen, die aus unterschiedlichen Teilen des Baumes gewonnen werden. Als Extrakt zum Beispiel, ist er bei chronischer Veneninsuffizienz, bei nächtlichen Wadenkrämpfen, Schwellungen oder Juckreiz in den Beinen einzusetzen. Tinkturen aus Rosskastanien stärken die Arterien und halten sie frei von Ablagerungen.

Aus der Rinde wird das UV – B absorbierende Aesculin gewonnen, welches unter anderem bei Sonnenschutzmitteln zum Tragen kommt. Ein Tee aus den Blüten der Rosskastanie wirkt bei Husten und Fieber und zudem wird die Kastanie unterstützend bei Gicht, Diabetes und Ischias Beschwerden angewendet.

Selbst in der Homöopathie ist die Kastanie bekannt und ihre Inhaltsstoffe sorgen hier für Heilung bei trockenen Katarrhen im Rachen – Nasenraum, Hämorrhoiden und Unterschenkelgeschwüren.

Nährwerte und Kalorien je 100 Gramm der Rosskastanie:

Nährstoff: Menge Nährwert: Brennwert: Energieanteil:
Kohlenhydrate: 49,6 Gramm 198,4 Kcal 101,7 %
Fett: 1,9 Gramm 17,1 Kcal 8,8 %
Eiweiß: 3,4 Gramm 13,6 Kcal 7,0 %
Ballaststoffe: na mg
Cholesterin: na mg

 Anwendungsgebiete der Rosskastanie

Aktive Inhaltstoffe sind das Aescin (Saponine) und die Gerbstoffe. Vor allen Dingen die Saponine erhöhen die Gefäßspannungen und auch die Dichte der Kapillargefäße, somit vermindert sich der Wasseraustritt aus dem menschlichen Gewebe. Ergebnis hiervon wiederum ist: Schwellungen und Neigungen zu Ödemen und auch Lymphgewebsschwäche werden abgemildert.

Zur Stärkung der Venen und bei Krampfadern, ist es von Vorteil, dass der Abbau der Festigungselemente in den Aderwänden gehemmt wird. Zusätzlich enthält die Rosskastanie Inhaltstoffe, die entzündungshemmend wirken.

In der modernen Phytotherapie werden Spezialextrakte eingesetzt. In der Regel sind diese aus den Samen, Blättern oder der Rinde und können äußerlich, als auch innerlich zur Anwendung kommen. Die Rosskastanie kann ebenfalls in Form von Cremes und Tinkturen erworben werden. Selbst für Mundspülungen, bei Mundgeschwüren, gibt es spezielle Lösungen.

Anwendung innerlich: Trockenextrakt 250 – 750 Milligramm (entspricht 30 – 150 Milligramm Aescin), verteilt auf zwei Tagesdosen, nach Eintritt der Besserung können die Dosen auf 40 – 60 Milligramm gesenkt werden.

Hinweis:
Bevor geschwollene Beine mit Präparaten der Rosskastanie behandelt werden, sollte der Nutzer unbedingt abklären, dass es sich wirklich um Wasseransammlungen durch eine Veneninsuffizienz handelt und nicht um eine Herzinsuffizienz oder einer Stauung im lymphatischen System.

Standardisierte Extrakte aus den Samen der Rosskastanie sind in Form von Tabletten, Kapseln, Salben, Emulsionen und Tropfen erhältlich. Zudem können es Produkte sein, die andere Heilpflanzen beinhalten, wie zum Beispiel Arnika.

Bei der Anwendung von Rosskastanie Produkten, sollte jedoch einiges beachtet werden. Sie sollten auf jeden Fall nur auf intakten Hautpartien zum Tragen kommen. Unverarbeitete Samen, Blätter, Blüten und Rinde enthalten das giftige Aesculin, was unter anderem das Blutungsrisiko erhöht.

Weitere Anwendungsbereiche:

  • Keuchhusten
  • Augenringe
  • Kreislauf stärkend
  • Durchfall
  • Magenkrämpfe
  • Leberschwäche
  • Rheuma
  • Nervenschmerzen
  • Gicht
  • Ischias
  • Ausfluss
  • Frostbeulen
  • Hautprobleme
  • Geschwüre
  • Wunden
  • offene oder geschwollene Beine
  • Venenerkrankungen

Zusätzlich zur Einnahme, können Nutzer, auch Salben und Cremes anwenden. Diese helfen besonders bei Krampfadern und Schwellungen an den Beinen. Eine Tinktur und der Tee aus Rosskastanien wirken gegen Venenschwäche, stärken aber auch die Arterien und befreien von Ablagerungen. Zudem haben die Samen eine stärkende Wirkung auf die Blutgefäße, was sie wiederum zu einem Mittel gegen Husten macht. Die Samen sind schmerzstillend, deshalb können sie gut gegen rheumatische, sowie auch neuralgische Beschwerden verwendet werden.

Weitere Einsatzgebiete der Kastanie sind Katarrhe der Verdauungsorgane oder Durchfall. Hier hilft, außer einem Tee oder einer Tinktur, zweimal täglich eine Messerspitze von gepulverten Samen.

Mehr Wirkung, als gedacht ?

Kastaniensamen, Blätter, Blüten und Rinde können als gebrauchsfertige Arzneimittel erworben werden. Die Darreichungsformen reichen von Dragees und Kapseln, über Tropfen und Gelees, bis hin zu Salben, Zäpfchen, Ampullen und auch Badezusätze sind mittlerweile zu bekommen. Zudem wird auch der Rinde eine heilende Wirkung zugeschrieben.

In Apotheken sind Fertigpräparate zu erhalten, die Inhaltsstoffe aus sämtlichen Bestandsteilen der Rosskastanie enthalten. Sie werden zur Verhütung von Thrombosen, Bandscheibenschäden und Couperose eingesetzt.

Fertigpräparate aus der Rosskastanie gibt es gegen Venenleiden, als Dragees, Kapseln und Tabletten. Gegen Hämorrhoiden kann eine Salbe erworben werden, die auch bei Prellungen hilft. Gegen fettige Haare oder Haarausfall gibt es eine Medicinal Haar Kur oder ein Shampoo.

Eine Handcreme aus der Rosskastanie kann leicht selber hergestellt werden. Dazu eine Handvoll Rosskastanien, 1 Eigelb und einen Esslöffel süßes Mandelöl bereitstellen, welches in der Apotheke erhältlich ist.

Die Kastanie schälen, weichkochen und dann mit einer Gabel gut zerdrücken. Mit Mandelöl und Eigelb vermischen und die Hände mit dem Brei einstreichen. Am besten wirkt das Ganze über Nacht, dazu darf der Nutzer einen Baumwollhandschuh überziehen, damit der Brei auch richtig einziehen kann. Die Behandlung wird besonders spröden und rissigen Händen zugutekommen.

Nebenwirkungen

Die gewöhnliche Rosskastanie kommt aus der Familie der Seifenbaumgewächse und ist ein sommergrüner Laubbaum. In den Samen der Kastanie ist das Triterpensaponingemisch Aescin zu finden, dass wiederum aus über 30 Saponingylkosiden besteht. Pharmazeutisch interessant wird das Ganze, weil dieses Gemisch abdichtend auf Gefäßwände reagiert. Darüber hinaus bieten die Samen sekundäre Pflanzenstoffe (Flavonoide), Gerbstoffe, Bitterstoffe und Campher Öl.

Bei Stauungen des lymphatischen Systems sind die Inhaltsstoffe eher eine Kontraindikation und auch bei einer bestehenden Herzinsuffizienz wirken die Präparate nicht. Es kann im Gegenteil zu Juckreiz, Übelkeit oder auch zu Durchfall kommen. Darüber wurde beobachtet, dass das beinhaltende Cumarin und Aescin blutgerinnungshemmend wirken und bei gleichzeitiger Einnahme von Marcumar oder Aspirin im Vorfeld, ein Arzt gefragt werden sollte.

Vorsicht:
Durch den hohen Saponin Gehalt wirkt die Rosskastanie leicht giftig. Bei bestehender Schwangerschaft oder in der Stillzeit, sollte der Arzt konsultiert werden und auch bei positivem Ergebnis, dürfen die Präparate nur wohldosiert und streng nach Packungsbeilage konsumiert werden.

Von der Einnahme von Teezubereitungen aus den Blättern, sowie dem Verzehr von rohen Samen wird ganz abgeraten.

In der Zwischenzeit kann der Verbraucher mehr als 100 Fertigpräparate bekommen. Die bekanntesten Medikamente auf Basis von Rosskastanien sind Aescorin forte, Pascovenol, Venoplant Retard und Venostasin. Diese dienen in erster Linie gegen Venenleiden, Besenreiser und Krampfadern.

Wissenswertes über die Rosskastanie

Die Rosskastanie wird gern in Kombination mit Weinlaub angeboten, da diese adstringierende Eigenschaften besitzt und bei Krampfadern hilfreich ist. Cremes und Salben findet der Verbraucher auch mit Zusätzen von Kamille oder Menthol, diese Inhaltsstoffe sind zusätzlich entzündungshemmend und haben eine angenehm kühlende Wirkung.

In der Homöopathie gibt es Arzneimittel auf Basis der Rosskastanie, die auch während der Schwangerschaft, vorbeugend gegen Stauungen in den Beinen angewendet werden. Weitere Anwendungsbereiche sind hier Kehlkopfentzündungen, Rückenschmerzen, Verstopfung, allergische Bindehautentzündung, sowie auch Morbus Bechterew.

In schwierigen Zeiten wurde die Rosskastanie auch als Kaffeeersatz genutzt. Als stärkender Trunk kam sie bei Bronchitis und Rheuma zum Einsatz. Zu diesem Zweck wurden die Kastanien über Nacht in Milch eingelegt, damit der bittere Geschmack verschwand. In der heutigen Zeit sind es Maronen oder Esskastanien, die für ein kulinarisches Erlebnis sorgen.

Kategorie: Naturheilkräuter
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