Gürtelrose (Herpes zoster)

Die Gürtelrose – auch Herpes Zoster oder Zoster genannt – ist eine durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV) ausgelöste Hautkrankheit. Während der Erreger bei Erstkontakt die Windpocken verursacht, löst das gleiche Virus bei erneuter Erkrankung eine Gürtelrose aus. Das VZV bleibt nämlich nach der Erstinfektion in den Nervenzellen neben dem Rückenmark – in den sog. Spinalganglien – stumm, aber lebensfähig (latent) liegen. Von der Gürtelrose sind vorwiegend ältere Menschen betroffen. Ihren deutschen Namen hat die Krankheit wegen ihrer gürtelförmigen Ausbreitung erhalten.

Vorsicht: Erwachsene die an einer Gürtelrose leiden, können Kinder anstecken. Die Kinder können daraufhin an Windpocken erkranken!

Übertragung/Risikofaktoren

Ursache für eine Gürtelrose ist eine Nervenentzündung, die durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst wird. Das Varizella-Zoster-Virus kann sich nach einer durchgemachten Windpocken-Erkrankung in den Spinalganglien festsetzen und erst Jahre oder Jahrzehnte später reaktiviert werden und eine Gürtelrose hervorrufen. Eine Gürtelrose tritt oft ganz plötzlich auf, sie kann aber auch auf eine Schwächung des körpereigenen Abwehrsystems, z.B. bei älteren Menschen oder als Folge von Erkrankungen, hinweisen. So entwickeln gerade Krebspatienten, die einer Strahlentherapie unterzogen werden oder zellwachstumshemmende Medikamente zu sich nehmen, besonders häufig eine Gürtelrose.

Krankheitsbild

Die Gürtelrose äußert sich typischerweise zunächst durch brennende Schmerzen im Hals-, Schulter- oder Rumpfbereich. Einige Tage später erscheinen zumeist in halbseitiger “gürtelförmiger” Anordnung, flüssigkeitsgefüllte Bläschen. Die befallenen Hautstellen röten sich und schwellen an, danach werden sie äußerst berührungsempfindlich. Nach ein bis zwei Wochen heilen die Bläschen langsam unter Krustenbildung ab. Die Bläschen sollten nicht aufgekratzt werden, da sonst Narben zurückbleiben können. Meist verschwinden die Schmerzen zusammen mit dem Hautausschlag oder kurze Zeit danach. In seltenen Fällen und vor allem bei älteren Menschen, können die Schmerzen jedoch noch während Monaten oder Jahren fortbestehen und sehr quälend sein.

Auswirkungen

In der Regel verläuft eine Gürtelrose für die Erkrankten zwar unangenehm, aber harmlos. In seltenen Fällen bildet sich jedoch eine Gürtelrose im Gesichtsbereich (man spricht auch von einer „Gesichtsrose”) aus, die zu einer vorübergehenden Lähmung von Gesichtsnerven führen kann. Sind die Augen betroffen, laufen Betroffene außerdem Gefahr, dass die Bindehaut und Hornhaut des Auges geschädigt werden und es zu einer Erblindung kommt.

Erkennung/Untersuchungen

Der Arzt stellt in der Regel eine Diagnose allein aufgrund des Krankheitsbildes und des charakteristischen Hautausschlags. Nur ausnahmsweise ist eine Blutuntersuchung zum Nachweis spezifischer Antikörper gegen das Varizella-Zoster-Virus notwendig

Therapie

Eine Gürtelrose-Erkrankung am Hals oder Rumpf bedarf normalerweise keiner speziellen Behandlung. Bei starken Schmerzen kann die Verbreichung eines Schmerzmittels (z.B. Paracetamol, Acetylsalicylsäure) sinnvoll sein. Die Abheilung des Hautausschlags kann durch eine aufgetragene Zinkschüttelmixtur beschleunigt werden. Auf keinen Fall sollten die juckenden Bläschen aufgekratzt werden, da sich dadurch die Haut zusätzlich infizieren kann. Eine schwere Gürtelrose, die Augen, Ohren, Gehirn oder eine größere Körperfläche betrifft, wird mit dem virushemmenden Mittel Aciclovir in Form von Tabletten oder Infusionen (im Krankenhaus) behandelt.

Wichtiger Hinweis

Der Zoster ist eine häufige Erkrankung des vorgerückten Alters ab Mitte 50 und der Patienten mit einer Immunschwäche. Am unangenehmsten sind die Schmerzen, die nach einer Zostererkrankung auch nach Abheilung der Hauterscheinungen den Patienten über lange Zeit, manchmal über Jahre quälen können – auch postzosterische Neuralgie genannt. Sie stellen wegen ihrer schwierigen Behandlungsmöglichkeit selbst den spezialisierten Nervenarzt oft vor große Probleme.

Impfschutz

Seit über 20 Jahren steht ein Impfstoff gegen das Varizella-Zoster-Virus zur Verfügung, der vor einer Windpocken-Infektion und wahrscheinlich auch vor einer späteren Gürtelrose schützt. Bei an Windpocken erkrankten Kindern baut das Immunsystem einen Schutz gegen den Krankheitserreger auf, der während vielen Jahren vor einer erneuten Infektion bewahrt. Die Impfung wird in Deutschland nur Risikopersonen wie z.B. Kindern mit Leukämie und ihren Angehörigen und Pflegepersonen empfohlen. In den USA wird die Varizellen-Impfung inzwischen für alle Kinder und Jugendliche empfohlen.

Wichtige Adressen

Robert Koch-Institut
Nordufer 20
13353 Berlin
Telefon: 01888 754-0
Telefax: 01888 754-2328

Kategorie: Krankheiten
© 1997-2017 | -