Heuschnupfen

Der Heuschnupfen ist eine Allergie auf oft schon kleinste Mengen bestimmter Pflanzenpollen. Er ist saisonabhängig, d. h. in der Blütezeit dieser Pflanzen kommt es zu Niesen, Schnupfen, behinderter Nasenatmung und juckenden Augen. Etwa 11 Millionen sind in Deutschland betroffen – mit steigender Tendenz.

Ursachen/Risikofaktoren

Die Ursache des Heuschnupfens ist eine allergische Reaktion des Körpers auf bestimmte Blüten-, Baum- und Gräserpollen. Diese Stoffe (Allergene) werden vom Körper fälschlicherweise als „Feinde” erkannt. Es bilden sich Abwehrstoffe (Antikörper), die bei jedem erneuten Kontakt sofort eine allergische Entzündungsreaktion auslösen. Es kommt zu häufigem Niesen. Die Nasenschleimhaut schwillt an und bildet vermehrt Flüssigkeit. Bei den meisten Patienten reagiert auch die Bindehaut am Auge mit.

Krankheitsbild

Nach dem Kontakt mit den Pollen kommt es zu häufigem Niesen, durch die Schwellung der Nasenschleimhaut, zur Behinderung der Nasenatmung (verstopfte Nase) und zu Fließ- oder Stockschnupfen. Bei den meisten Patienten sind gleichzeitig auch die Augen gerötet, tränen und jucken. Die Betroffenen fühlen sich müde und abgeschlagen, häufig bestehen Kopfschmerzen. In einigen Fällen ist die Temperatur leicht erhöht. Die Beschwerden treten in der Regel im Frühjahr auf (Hoch-Zeit Mai und Juni) und sind eng an die Blütezeit der allergisierenden Pflanzen gebunden.

Auswirkungen

Das schlechte Allgemeinbefinden kann die Konzentrations- und Arbeitsfähigkeit vermindern. Bei Kindern ist die schulische Leistungsfähigkeit eingeschränkt, es kann zu vermehrter körperlicher Unruhe kommen. Bei etwa einem Fünftel aller Patienten entwickelt sich im weiteren Verlauf ein allergisches Asthma bronchiale.

Erkennung/Untersuchungen

Die Diagnose kann schon anhand des typischen Beschwerdebildes gestellt werden. Blutuntersuchungen bestätigen den Verdacht auf eine allergische Reaktion. In der Blutuntersuchung kann die Gruppe des auslösenden Allergens eingegrenzt werden. Zur genauen Abklärung, welche Pollen-Art den Heuschnupfen auslöst, ist ein sog. Prick-Test erforderlich. Bei diesem Test werden verschiedene in Wasser gelöste Pollen-Arten durch einen kleinen Kratzer unter die Haut gebracht. Ausdruck einer allergischen Reaktion ist eine Schwellung, Rötung und Juckreiz an dieser Stelle.

Therapie

Die Beschwerden lassen sich durch Medikamente meist gut in den Griff bekommen. Antiallergische Arzneimittel (sog. Antihistaminika) hemmen die allergische Reaktion rasch und zuverlässig. Bei leichten Beschwerden ist eine örtliche Anwendung als Nasenspray oder Augentropfen (z. B. Levocabastin, Azelastin) günstig, da es bei der Einnahme von Tabletten zu Müdigkeit kommen – wobei hier zwischen den einzelnen Präparaten erhebliche Unterschiede bestehen.

Bei stark behinderter Nasenatmung kann die kurzfristige Anwendung von abschwellenden Nasensprays sinnvoll sein. Eine langfristige Anwendung über mehrere Wochen ist ungünstig, da sich dann beim Absetzen automatisch erneut eine Schwellung der Nasenschleim- haut entwickelt, die das Weglassen des Sprays erschwert.

Cromogylcinsäure – ein Medikament, das als Spray oder Tropfen angewandt wird – hat den Vorteil einer ausgezeichneten Verträglichkeit, allerdings den Nachteil, dass es nur vorbeugend wirkt. Es muss vor dem Einsetzen der Beschwerden angewandt werden, um einen ausreichenden Effekt zu erzielen.

In einigen Fällen, insbesondere wenn der Betroffene nur auf wenige Pollen-Arten allergisch ist, kann eine sogenannte Hyposensibilisie- rung in Betracht gezogen werden. Die Hyposensibilisierung ist eine wirksame, aber aufwendige Methode, um das Problem langfristig in den Griff zu bekommen. Dabei werden in bestimmten Abständen über Monate (Start im Herbst) hinweg geringe Mengen des Allergens unter die Haut gespritzt, so dass sich der Organismus an das Allergen „gewöhnt” und nicht mehr allergisch reagiert.

Vorsicht ist auch bei der Einnahme bestimmter Antiallergie-Präparate
geboten, denn einige dieser sogenannten Antihistaminika können müde machen (z. B. der Wirkstoff: Diphenhydramin) und damit speziell die Fahrtüchtigkeit einschränken.

Vorsorge

Die wichtigste Maßnahme ist das Meiden des Pollen. In welchen Monaten die betreffenden Pflanzen blühen, kann man in Pollenflugkalendern (z. B. in der Apotheke erhältlich) nachlesen. Von Bedeutung sind auch die Witterungsverhältnisse (siehe auch Pollenflug-Info). Generell gilt, dass die Pollen bei trockenem, warmem Wetter mit Wind am besten fliegt.

Auf dem Land ist die Pollenkonzentration am Morgen am höchsten, in der Stadt am Abend. In dieser Zeit sollten auf jeden Fall Türen und Fenster geschlossen sein. Räume und Möbel sollten täglich feucht abgewischt werden. Tagsüber getragene Kleidung sollten Sie nicht im Schlafzimmer wechseln oder hinlegen. Es empfiehlt sich auch vor dem Zubett gehen die Haare zu waschen.
Ganz dem Pollen entgehen kann man, wenn man in dieser Zeit Urlaub in einer pollenarmen Region macht, z. B. am Meer oder im Hochgebirge.

Häufige Fragen:

Nimmt die Häufigkeit des Heuschnupfens zu?
Ja, zahlreiche Studien konnten nachweisen, daß der Heuschnupfen insbesondere bei Kinder immer häufiger wird. Derzeit haben rund 18% der Kinder im Alter zwischen 9 und 10 Jahren einen Heuschnupfen.

Welche Rolle spielt die Umweltverschmutzung?
Die Rolle der Umweltverschmutzung ist nicht ganz klar. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, daß die Luftverschmutzung möglicherweise die Blüten-Pollen so verändert, daß allergische Reaktionen leichter entstehen. Eine wichtige Rolle scheint die Umweltverschmutzung auch beim Übergang eines Heuschnupfens in ein Asthma bronchiale zu spielen. Die „Luftverschmutzung” in Räumen durch Zigarettenrauch jedenfalls fördert erwiesenermaßen die Entwicklung des Asthmas.

Kann der Heuschnupfen auch von allein verschwinden?
Das ist durchaus möglich. Generell gilt, daß die Intensität des Heuschnupfens mit zunehmendem Alter nachläßt. Manche Patienten entwickeln aber auch erst im Erwachsenenalter einen Heuschnupfen.

Ist Heuschnupfen vererbbar?
Grundsätzlich ist die Anlage zu allergischen Reaktionen (z.B. Heuschnupfen, allergisches Asthma bronchiale) vererbbar. Die Erbanlage ist sogar einer der wichtigsten Risikofaktoren für das Entstehen einer Allergie.

Kann der Heuschnupfen lebensgefährlich werden?
Beim Heuschnupfen ist die allergische Reaktion auf die Nasenschleimhaut und die Bindehaut am Auge beschränkt. Die Beschwerden im Bereich von Nase und Augen sind unangenehm, aber nicht gefährlich. Kommt es zu einem Übergang der allergischen Reaktion auf die Lunge, liegt ein Asthma bronchiale vor, das durchaus lebensgefährlich werden kann.

Wichtige Adressen

Allergie-Dokumentations- und informationszentrum (ADIZ)
Burgstr. 12
33175 Bad Lippspringe
Tel.: 05252/954500

Allergie- und umweltkrankes Kind e.V.
Bundesverband
Westerholter Str. 142
45892 Gelsenkirchen
Tel.: 0209/30530

Hilfsorganisation Allergie und Asthmahilfe e.v.
Bonusstr. 32
21079 Hamburg
Tel: 040-7631322

Arbeitsgemeinschaft Allergiekrankes Kind
Hilfen für Kinder mit Asthma, Ekzem und Heuschnupfen e.V.
Hauptstr. 29
35745 Herborn
Tel.: 02772/928730

Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
Hindenburgstr. 110
41061 Mönchengladbach
Beratungsstelle Tel.: 02161/10207 (von 9:30 bis 12:30)
Homepage: http://www.daab.de

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