Röteln

Röteln sind eine weltweit verbreitete Infektionskrankheit, die von Viren hervorgerufen wird. Sie tritt häufig bei Kleinkindern und Jugendlichen auf und stellt in der Regel eine komplikationsfreie Kinderkrankheit dar. Sind Erwachsene betroffen, können in Einzelfällen Gelenkschmerzen auftreten. Infiziert sich aber eine gegen Röteln ungeschützte Frau während der Schwangerschaft, führt dies häufig zu schweren Schädigungen des ungeborenen Kindes. In Deutschland sind dies jährlich noch etwa 20 – 50 Kinder. 5-10 % der gebärfähigen Frauen haben keinen natürlichen oder Impfschutz gegen Röteln.

Übertragung/Risikofaktoren

Röteln werden durch Tröpfchen, also z.B. beim Niesen oder Husten übertragen. Aber auch schon ein Küsschen, das ein Kind seiner Mutter gibt, kann zu einer Ansteckung mit Röteln-Viren führen. Ungefähr 50 % der infizierten Kinder zeigen zwar selbst keine sichtbaren Krankheitszeichen, können aber die Krankheitserreger auf andere übertragen.

Krankheitsbild

Von der Ansteckung mit Röteln-Viren bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen meist 2 – 3 Wochen. Erstes Krankheitszeichen ist oft eine leichte Entzündung der Atemwegsschleimhäute. Nach einer auffälligen Gesichtsrötung tritt danach oft ein 2-3 Tage andauernder Hautausschlag aus. Der Ausschlag erscheint wie beim Masernexanthem zuerst hinter den Ohren, wobei die hellroten Flecken kleiner sind und nicht miteinander verschmelzen. Der Hautausschlag breitet sich vom Gesicht ausgehend über den Körper aus. Typisch sind auch schmerzhafte Lymphknotenschwellungen im Nacken und hinter den Ohren. Nach etwa einer Woche ist die Krankheit in der Regel überstanden und hinterlässt einen lebenslangen Schutz vor Röteln.

Auswirkungen

In Einzelfällen kommt es bei Erwachsenen, insbesondere bei Frauen, zu Schmerzen in Finger-, Hand- und Kniegelenken. Noch seltener sind Gehirnentzündungen, die lebensbedrohlich verlaufen können. Die am meisten gefürchtete Folge einer

Röteln-Infektion – die sogenannte Rötelnembryopathie – ergibt sich wenn Schwangere in den ersten 12 Schwangerschaftswochen an Röteln erkranken. Hierbei gelangen Röteln-Viren von der infizierten Mutter auf das ungeborene Kind. Über 60 % der Kinder kommen dann mit Augenschäden, Taubheit, Herzfehlern und Hirnschädigungen zur Welt.

Erkennung/Untersuchungen

Röteln-Infektionen verlaufen in der Regel mild und werden häufig gar nicht erst bemerkt. Oft reicht das Krankheitsbild nicht aus, um eine sichere Diagnose zu stellen, weshalb der Nachweis von Röteln spezifischen Antikörpern der Klasse IgM unerlässlich ist. Zur Bestimmung der Immunität gegen Röteln im Rahmen der Schwangerenvorsorge wird in den Mutterschaftsrichtlinien die Durchführung eines Hämagglutinationshemmtests (HHT) gefordert. Ein Antikörpertiter von mindestens 1:32 gilt als schützend.

Therapie

Aufgrund des milden Verlaufes der Röteln ist eine Behandlung der Krankheitsbeschwerden nur im Fall von Fieber oder bei Gelenkentzündungen notwendig. Kommen jedoch empfängliche Schwangere mit Röteln-Kranken in Kontakt, ist eine sofortige passive Immunprophylaxe mit Röteln-Immunglobulin dringend notwendig. Doch selbst die Verabreichung innerhalb einer Woche stellt keine Garantie für den Schutz des ungeborenen Kindes vor einer Rötelnembryopathie dar.

Impfschutz

Die Rötelnimpfung ist die einzige zuverlässige Möglichkeit, eine Rötelnembryopathie sicher zu verhüten.Die erste Röteln-Impfung wird zwischen dem 12. und 15. Lebensmonat verabreicht. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt außerdem eine zweite Röteln-Impfung im 6. Lebensjahr um sicher zu gehen, dass alle Personen zuverlässig geschützt sind. Meist wird bei den ersten zwei Impfungen gegen Röteln ein Kombinationsimpfstoff verwendet, der gleichzeitig auch vor Masern und Mumps schützt. Laut Mutterschaftsrichtlinie wird jede Schwangere auf Rötelnantikörper getestet.

Häufige Fragen

Darf sich eine schwangere Frau gegen Röteln impfen lassen?
Nein. Die Impfung sollte mindestens drei Monate vor einer Schwangerschaft erfolgen. Daher sollte jede Frau im gebärfähigen Alter gegen Röteln geimpft sein.

Warum sollten nicht nur Mädchen sondern auch Jungen gegen Röteln geimpft werden?
Die Impfung gegen das Röteln-Virus ist vorrangig eine Vorbeugemaßnahme um Schwangere und ihre ungeborenen Kinder zu schützen. Blieben Jungen ungeimpft, würde die Viruszirkulation aufrechterhalten bleiben und empfängliche Frauen könnten sich in der Schwangerschaft anstecken.

Wichtige Adressen

Robert Koch-Institut
Nordufer 20
13353 Berlin

Telefon: 01888 754-0
Telefax: 01888 754-2328
E-Mail: info@rki.de

Kategorie: Krankheiten
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