Rückenschmerzen

Die Zahl der mit Rückenschmerz geplagten Menschen hat in den letzten Jahren offenbar zugenommen. heute leiden fast 90 % der Bevölkerung l mindestens einmal im Leben an Rückenschmerzen. Laut Statistik ist der Rückenschmerz heute das häufigste Schmerzproblem und rangiert noch vor dem Kopfschmerz. Man unterscheidet den akuten und den chronischen Rückenschmerz. Als akut werden alle Fälle bezeichnet, deren Krankheitsdauer drei Monate nicht überschreitet. Von chronischen Rückenschmerzen spricht man, wenn sie länger als drei Monate andauern oder wenn zwei akute Ereignisse pro Jahr auftreten. Rückenschmerzen sind heute die Hauptursache für Arbeitsunfähigkeit.

Rückenschmerzen: Ursachen/Risikofaktoren

Etwa 80 % aller akuten Rückenschmerzen haben keine ernsthaften Ursachen. Auslöser sind vermutlich Nervenstörungen oder Gelenkveränderungen aufgrund von Fehlhaltungen, Haltungsschäden oder Überbeanspruchung.

Grundsätzlich unterscheidet man Schmerzen, die von den Nervenwurzeln ausgehen (radikuläre Schmerzen; radix lat. Wurzel) von nicht-radikulären Schmerzen. Der radikuläre Schmerz ist typischerweise auf einen bestimmten Bereich (Dermatom) begrenzt und macht etwa 10 % aller Rückenschmerzen aus. Alle anderen Rückenschmerzen, die nicht eindeutig den Nervenwurzeln am Rückenmark zuzuordnen sind, fasst man unter dem Oberbegriff „Nicht-radikuläre Schmerzen” zusammen.

INFO Dermatom
Ein bestimmtes Hautsegment, das von einer Rückenmarksnervenwurzel versorgt wird. Bei Erkrankungen einer Nervenwurzel zeigen sich Ausfall- oder Reizsymptome im dazugehörigen Hautsegment. Man spricht dann von radikulären Symptomen.

Ein großer Teil der Rückenschmerzen sind eigentlich Muskelschmerzen, die auf Verspannungen zurückzuführen sind. Typisch in diesem Zusammenhang sind die Triggerpunkte. Dabei handelt es sich um tastbare Muskelverhärtungen. Stress ist häufig ein auslösender Faktor für Rückenschmerzen, wenn die allgemeine körperliche Anspannung zu Verspannungen im Rücken führt. Viele Patienten mit Rückenschmerz haben eine zu schwache Muskulatur, welche die Wirbelsäule und Gelenke nicht ausreichend entlasten kann.

Weitere Ursachen für Rückenschmerzen sind Knochenbrüche (z. B. Wirbelkörperfrakturen), Entzündungen (z. B. Spondylodiszitis), Osteoporose, Bandscheibenvorfall, Skoliose, Facettensyndrom Info und Spinalstenose. Der berühmte „Hexenschuss” (Lumbago Info) hat viele Ursachen, von denen der Bandscheibenvorfall nur eine ist.

INFO Facettensyndrom
Durch Abnutzung der kleinen Wirbelgelenke kann es zu einer Verrenkung oder Fehlstellung kommen und das Zusammenspiel zwischen Muskeln, Bändern, Sehnen und Gelenken ist gestört. Die Bewegung der Wirbelsäule ist eingeschränkt und schmerzhaft. Besonders häufig ist die Halswirbelsäule betroffen. Chiropraktische Maßnahmen können die Fehlstellung korrigieren. Zur Schmerzlinderung werden Medikamente und Kälteanwendungen eingesetzt.

 


INFO Spinalstenose

Es handelt sich um eine Einengung des Rückenmarkkanals meist im Lendenwirbelbereich. Dadurch werden die dort verlaufenden Nerven und Gefäße beeinträchtigt, was zur Reizung der Nerven mit Schmerzen und zu Nervenausfällen führen kann auch bei chronischen Rückenschmerzen kann in über der Hälfte der Fälle keine organische Ursache gefunden werden. Oft spielt der eigentliche Auslöser keine Rolle mehr. In diesen Fällen hat sich der Schmerz verselbständigt und seine Warnfunktion verloren.

Zu den Risiken, die dazu beitragen, dass akute Rückenschmerzen chronisch werden, zählen lange andauernde Schonhaltungen (z. B. lange Bettruhe!), wodurch sich Muskeln verspannen bzw. abgebaut werden und Gelenke falsch belastet werden. Wichtige Risikofaktoren für chronische Rückenschmerzen sind demzufolge unzureichende Behandlung der akuten Schmerzen bzw. die mangelnde Bewegung des Betroffenen.

Krankheitsbild

Etwa jeder zehnte Patient mit Rückenschmerzen hat die Schmerzen nur in einem Körperabschnitt (Dermatom), der von einem bestimmten Nerv versorgt wird. Man spricht dann von radikulären Schmerzen. Sie strahlen z. B. in Gesäß und Beine aus und bessern sich nicht durch Bewegung. Der Schmerz nimmt zu, wenn der Nerv gedehnt wird – z. B. durch das Anheben eines Beines..

90 % der akuten Rückenschmerzen sind diffuser und werden den nicht-radikulären Schmerzen zugeordnet. In etwa 70 % der Fälle ist der Schmerz im Lenden- und Beckenbereich lokalisiert. Bei jedem vierten Patienten sitzt er im Nacken. Der Brustbereich ist seltener betroffen. Der Schmerz kann direkt im Rücken lokalisiert sein, aber auch in Gesäß, Schultern oder Oberschenkel ausstrahlen. Die nicht-radikulären Schmerzen bessern sich in der Regel durch Bewegung und Wärme. Strahlen die Schmerzen von der Hüfte aus, treten meist Anlaufschmerzen auf.

Auswirkungen

Bei etwa jedem zehnten Patienten mit Rückenschmerzen wird der Schmerz chronisch. Patienten mit Rückenschmerzen tendieren dazu sich zurückzuziehen – wie alle Schmerzpatienten. Dadurch begeben sie sich aber in einen Teufelskreis: Sowohl das Meiden körperlicher und sozialer Aktivitäten als auch das Gegenteil, nämlich zu hart mit sich selbst und immer auf Durchhalten ausgerichtet zu sein, trägt dazu bei, dass die Schmerzen chronisch werden.

Rückenschmerzen zählen inzwischen zu den häufigsten Schmerzproblemen. 17 % aller Neuzugänge von Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrenten sind Folgen von Rückenschmerzen. Mehr als die Hälfte der Rückenschmerzpatienten, die länger als sechs Monate arbeitsunfähig sind, kehren nicht mehr an ihren Arbeitsplatz zurück. Laut Statistik der Krankenkassen ist der Rückenschmerz für fast ein Drittel aller Arbeitsunfähigkeitstage verantwortlich.

Erkennung/Untersuchungen

Die akuten Rückenschmerzen sind überwiegend harmlos und klingen in den meisten Fällen von selbst wieder ab. Eine aufwendige Diagnostik ist nicht erforderlich, solange Alarmsymptome wie Lähmungen und Gefühlsstörungen in den Beinen, eine vorangegangene Krebserkrankung, andauernder Schmerz oder Fieber ausbleiben.

Dauern die Schmerzen jedoch länger als vier Wochen an, sollte die Schmerzursache ermittelt werden, da die Gefahr zunimmt, dass die Schmerzen chronisch werden, je länger sie anhalten.

Um festzustellen, ob die Ursache der Rückenschmerzen auf Muskelverspannungen zurückführbar ist, untersucht der Arzt auf tastbare, druckempfindliche und verhärtete Punkte (Triggerpunkte) in den Muskelsträngen. Ein Druck auf einen solchen Punkt löst einen ausstrahlenden Schmerz und gelegentlich Muskelzuckungen aus. Der Schmerz ist meist auf ein Areal begrenzt.

Eine Möglichkeit, um auf eine eingeschränkte Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule als Schmerzursache zu testen, ist die Schober Methode. Der Arzt bittet den Patienten sich soweit wie möglich nach vorn zu beugen. Bei einer normal beweglichen Wirbelsäule verlängert sich dabei der Abstand zwischen dem Dornfortsatz des fünften Lendenwirbels und einem 10 cm höher gelegenen Punkt um 4 bis 6 cm.

Weitere Untersuchungsmöglichkeiten stehen je nach Befund mit Laboruntersuchungen auf entzündliche Erkrankungen, Röntgen zum Ausschluss von Knochenveränderungen und Haltungsschäden und Skelettszintigramm bei Verdacht auf Tochterabsiedelungen (Metastasen) und Entzündungen zur Auswahl. Computertomographie (CT) und Kernspinresonanztomographie sind erforderlich, wenn eine Operation geplant ist.

Therapie

Akute Rückenschmerzen haben eine hohe Spontanheilungsrate. Das heißt, sie klingen ganz von selbst wieder ab. Wichtig ist es, trotz Schmerzen in Bewegung zu bleiben. Das ist oft leichter gesagt als getan. Deshalb kann ein Schmerzmittel sinnvoll sein, das über kürzere Zeit eingenommen wird. Neben der aktiven Bewegung ist die Linderung heftiger akuter Schmerzen notwendig, damit die Rückenschmerzen nicht chronisch werden.

Die Wirkung des Schmerzmittels sollte möglichst schnell eintreten und die Wirkdauer ausreichend lang sein, damit ein relativ normaler Tagesablauf möglich ist.
Als Schmerzmittel bei akuten Schmerzen eignen sich u.a. Paracetamol, Acetylsalicylsäure, nichtsteroidale Antirheumatika und Muskelrelaxantien. Bei sehr starken Schmerzen sind kurzzeitig auch Opioide angezeigt.

Nicht medikamentöse Therapieverfahren

Wer unter chronischen Rückenschmerzen leidet, benötigt mehr als eine Behandlungsart. Mehrere Behandlungsansätze müssen ineinander greifen. Mit einer rein medikamentösen Behandlung lassen sich anfangs gute Erfolge erzielen. Sie sind meist aber nicht von Dauer. Es gibt zahlreiche nicht-medikamentöse Methoden, die sich teilweise gut miteinander als auch mit einer medikamentösen Behandlung kombinieren lassen. Es ist besser nicht nur auf eine einzige Methode zu vertrauen.

Wärmebehandlungen

Wärme steigert die Durchblutung und unterstützt den Abtransport von Substanzen, die bei Entzündungen entstehen. Durch die Wärme werden die Muskeln gelockert, das Bindegewebe wird elastischer und die Gelenkschmiere flüssiger. Als Wärmeanwendungen bieten sich warme Umschläge, Wärmflasche, warme Bäder (mit Zusätzen, die Muskeln lockern wie z. B. Wacholder), Dampfbäder, Infrarotlicht und Sauna an. Sind Entzündungen die Schmerzursache, so sollte man nur milde Wärme anwenden.

Kälteanwendungen

Man kühlt mit Eis zur Linderung akuter Schmerzen, deren Ursache Entzündungen, Zerrungen, Prellungen oder Verstauchungen sind. Es ist empfehlenswert ein Tuch zwischen Haut und Eisbeutel zu legen, damit es nicht zu Erfrierungen kommt!

Chiropraktische Maßnahmen

Chiroprakische Maßnahmen zeigen gute Erfolge, wenn Blockierungen oder Fehlstellungen die Schmerzursache sind. Diese werden mit bestimmten Grifftechniken gelöst, so dass das Zusammenspiel von Muskeln, Bändern und Gelenken wieder reibungslos funktioniert. Diese Maßnahmen müssen – vor allem im Halswirbelsäulenbereich – mit großer Sorgfalt von einem gut geschulten, erfahrenen Chiropraktiker durchgeführt werden, denn es wird in der Literatur immer wieder über schwerwiegende Komplikationen wie Schlaganfall und Querschnittslähmung im Zusammenhang mit chiropraktischen Behandlungen berichtet.

Massagen

Massagen lösen Muskelverspannungen und machen das Bindegewebe elastisch. Sie eignen sich aber nicht, bei Blutgerinnungsstörungen oder bei frischen Verletzungen. Da Massagen eine passive Lösung der Verspannungen bewirken, sollten sie um eine aktive Therapie wie z.B. Gymnastik ergänzt werden.

Stretch und spray

Diese Methode hilft gut bei Muskelverspannungen. Ein Kältespray wird auf die schmerzhafte Muskelpartie gesprüht. Dadurch wird die Stelle schmerzunempfindlich und der Muskel kann jetzt entgegen seiner Zugrichtung gedehnt werden. Im Anschluss erfolgt eine Wärmebehandlung, um den Muskel zu lockern.

Injektion von Lokalanästhetika

Lokalanästhetika werden häufig bei Rückenschmerzen aufgrund von Muskelverspannungen eingesetzt. Hierbei wird ein schwach dosiertes Lokalanästhetikum in einen Triggerpunkt gespritzt. Die Behandlung muss manchmal häufiger wiederholt werden, bis der Teufelskreis Schmerz – Verspannung – Schmerz endlich unterbrochen ist. Mögliche Nebenwirkungen sind allergische Reaktionen. Diese Methode darf nicht bei Gerinnungsstörungen, akuten Entzündungen und schwerer Herzkrankheit zum Einsatz kommen.

Ultraschall

Ultraschallwellen erzeugen eine Vibration, wobei die Schallwellen etwa acht Zentimeter tief eindringen. Dies fördert die Durchblutung und lockert die Muskeln auch in tieferen Schichten. Auch Verklebungen, die durch alte Entzündungen entstanden sind, lösen sich. Man vermutet, dass der Ultraschall auch die Schmerzweiterleitung der Nerven beeinflusst.

TENS (Transcutane elektrische Nervenstimulation)

Bei diesem Verfahren werden Nervenendigungen an Triggerpunkten oder Akupunkturpunkten elektrisch stimuliert. Dadurch kommt es zu einer Schmerzverminderung.

Kochsalzinjektionen

Sie beruht auf dem gleichen Prinzip wie TENS. Hierbei werden Nervenendigungen statt mit elektrischem Strom durch eine Injektion mit Kochsalzlösung stimuliert. Auch dadurch werden die Schmerzen gelindert.

Neuraltherapie

Die Neuraltherapie nach Hunecke wird zu den Naturheilverfahren gezählt. Es wird ein Lokalanästhetikum (meist Procain) in vegetative Störfelder gespritzt. Störfelder sind z. B. alte Narben. Falls der Arzt das richtige Störfeld gefunden hat, sollten die Schmerzen augenblicklich verschwinden.

Krankengymnastik

Krankengymnastik ist Patienten mit häufig wiederkehrenden oder chronischen Rückenschmerzen unbedingt zu empfehlen. Hier werden unter anderem Dehnungsübungen zur Lockerung der Muskulatur mit aktiven Übungen zum Aufbau der Muskulatur kombiniert.

Rückenschule

Ebenfalls sehr empfehlenswert für Patienten mit häufig wiederkehrenden oder chronischen Rückenschmerzen ist die Rückenschule. Hier lernen die Patienten alltägliche Tätigkeiten auszuführen, ohne dabei den Rücken unnötig zu belasten

Entspannungsverfahren

Es gibt eine Vielzahl von Entspannungsmöglichkeiten, von denen hier nur eine Auswahl verbreiteter Methoden erwähnt wird. Autogenes Training hilft – regelmäßig durchgeführt -, die Muskeln während eines tiefen Entspannungszustandes bewusst zu lockern.
Bei der progressive Muskelentspannung nach Jacobsen lernen die Patienten bestimmte Muskelgruppen zu entspannen, indem sie diese erst anspannen und dann locker lassen.
Biofeedback ist eine Methode, bei der man lernt seine vegetativen Körperfunktionen bewusst zu beeinflussen. Sie erhalten z. B. eine Rückmeldung über Ihre Muskelanspannung durch ein Tonsignal dessen Lautstärke von der Muskelanspannung abhängt.

Operation

Eine Operation ist immer angezeigt bei der sogenannten Kaudasymptomatik. Kennzeichen sind Lähmungen und Schmerzen der Beine. Oft sind gleichzeitig die Blasen- und Darmfunktion gestört. Diese Symptome können beispielsweise auftreten bei Bandscheibenvorfall, Rückenmarktumoren oder Frakturen der Lendenwirbelsäule. Ursache ist eine Verletzung von den Nerven der unteren drei Lendenwurzeln, des Kreuzbeins und Steißbeins.

Ein akuter Bandscheibenvorfall mit Lähmungserscheinungen muss oft, aber nicht immer operiert werden. Operationen bei chronischen Rückenschmerzen führt man heute sehr viel zurückhaltender durch als früher. Denn chronische Rückenschmerzen bessern sich nur selten durch eine Operation, auch wenn die Ursache z. B. ein länger zurückliegender Bandscheibenvorfall ist. Bei chronischen Beschwerden, die schon über längere Zeit bestehen, spielen die auslösenden Ursachen oft gar keine große Rolle mehr. Vielmehr wurde durch die ständige Reizung der schmerzweiterleitenden Nervenfasern die Schmerzschwelle erniedrigt, so dass bereits Außenreize als schmerzhaft empfunden werden, die normalerweise keine Schmerzen hervorrufen würden. Auch die psychische Komponente schiebt sich in den Vordergrund. Kein Wunder, denn ein lang anhaltender Schmerz hinterlässt auch im Zentralnervensystem unweigerlich seine Spuren. Nicht zuletzt fördern Verhaltensmuster wie Rückzug und Schonung die Krankheit, die schließlich immer mehr das tägliche Leben bestimmt, zum chronischen Rückenschmerz.

Vorsorge

Die Muskeln übernehmen einen Großteil der Haltearbeit und entlasten Sehnen, Gelenke und Wirbelsäule. Auffällig viele Rückenschmerzpatienten haben eine unterentwickelte Muskulatur. Wichtig ist daher das Muskeltraining. Seine Muskeln kann man z. B. im Fitnessstudio trainieren.

Wer häufiger Probleme mit dem Rücken hat, dem sei Krankengymnastik und Rückenschule ans Herz gelegt. In der Rückenschule lernt man z. B. bestimmte „Rückensünden” kennen und umgehen. Heben Sie z.B. schwerere Gegenstände immer aus der Kniebeuge heraus. In der Krankengymnastik können Sie unter anderem Übungen erlernen, mit denen sie Ihre Muskeln gezielt trainieren können.

Bleiben Sie in Bewegung! Bettruhe ist – wenn überhaupt – nur kurzfristig angesagt. Sonst besteht die Gefahr, dass Sie sich eine Schonhaltung angewöhnen.

Durch die körperliche Schonhaltung verspannen sich bestimmte Muskelpartien und die Muskelmasse wird abgebaut, mit dem Effekt, dass die Gelenke und Wirbel noch mehr belastet werden. Durch eine unnötige Schonung werden Muskeln abgebaut und es prägen sich ganz bestimmte Verhaltensmuster ein, welche die Krankheit mitbestimmen. Werfen Sie einen kritischen Blick auf Ihren Arbeitsplatz und Ihre Sitzhaltung. Anfällig für Rückenschmerzen sind vor allem Menschen, die eine überwiegend sitzende Tätigkeit haben. Wenn Sie viel am Computer arbeiten müssen, machen Sie regelmäßig Lockerungsübungen um die Muskeln zu entspannen. Planen Sie Ihre Entspannungspausen und wechseln Sie so häufig wie möglich zwischen Sitzen und Gehen. Etwa ein Drittel seines Lebens verbringt der Mensch im Bett. Sparen Sie also nicht an der Matratze. Sie sollte nicht zu weich und gut gepolstert sein.

Reduzieren Sie Übergewicht und achten Sie auf eine gerade Haltung. Balancieren Sie doch einmal ein Buch auf dem Kopf. Damit haben sich schon unsere Großmütter eine gute Haltung angewöhnt.

Häufige Fragen

Kommen Rückenschmerzen oft vor?
Rückenschmerzen kommen sehr häufig vor – mindestens genauso oft wie Kopfschmerzen. Etwa jeder Fünfte leidet einmal im Monat unter Rückenschmerzen, 80 % ab und zu und 90 % der Bevölkerung haben mindestens einmal in ihrem Leben Rückenschmerzen.

Ich leide unter chronischen Rückenschmerzen. Kann mir eine Operation helfen?
Chronische Rückenschmerzen, die mitunter über Jahre bestehen, bessern sich nur selten durch eine Operation, da die auslösenden Ursachen oft gar keine Rolle mehr spielen. An ihre Stelle sind Verspannungen, Fehlhaltungen, aber auch falsche Verhaltensweisen getreten, durch die sich der Schmerz verselbständigt hat. Bei chronischen Rückenschmerzen ist es mit einer Behandlungsmethode nicht mehr getan. Vielmehr müssen medikamentöse und nicht-medikamentöse Verfahren kombiniert werden um eine langfristige Besserung zu erzielen. Ein Tipp: Wenn Ihnen zu einer Operation geraten wird und Sie Bedenken haben, holen Sie eine zweite Meinung ein.

Welche Methoden eignen sich am besten zur Behandlung von Rückenschmerzen?
Dafür gibt es kein Patentrezept. Handelt es sich um chronische Schmerzen, müssen mehrere Methoden nebeneinander eingesetzt werden. Wichtig: Die Regelmäßigkeit. Medikamente müssen regelmäßig nach einem Zeitschema eingenommen werden, nicht-medikamentöse Verfahren helfen nur, wenn sie regelmäßig angewandt werden.

Ich habe seit längerer Zeit Rückenschmerzen und mein Arzt rät mir zu einer Psychotherapie. Glaubt er, dass ich mir meine Schmerzen einbilde?
Wenn Ihnen der Arzt zu einer Psychotherapie rät, heißt das noch lange nicht, dass er glaubt, Sie würden sich die Schmerzen einbilden. Vielmehr besteht ein enger Zusammenhang zwischen Schmerz und Psyche. Länger andauernder Schmerz hinterlässt unweigerlich seine Spuren. Man gewöhnt sich z. B. Verhaltensweisen an, die jemanden in einen regelrechten Teufelskreis hinein manövrieren können. Die Psychotherapie kann dabei helfen, aus dieser Ecke wieder heraus zu finden, wieder aktiver zu werden und mit Schmerzen besser umgehen zu können.

Warum kann mein Arzt keine Ursache für meine Rückenschmerzen feststellen?
Bei akuten Rückenschmerzen lässt sich in den meisten Fällen keine Schmerzursache ausfindig machen – auch nicht durch eine aufwendige Diagnostik. Auslöser sind vermutlich ganz diskrete Nervenstörungen oder Gelenkveränderungen, die zu einer kaum merklichen Schon- und Fehlhaltung führen. Folge davon sind schmerzhafte Muskelverspannungen und Zerrungen der Bänder und Sehnen.

Sind Rückenschmerzen gefährlich?
Akute Rückenschmerzen sind in der Regel nicht gefährlich und klingen meist von selbst wieder ab. Kritisch wird es, wenn bestimmte Alarmsymptomen vorhanden sind. Dazu zählen: Gefühlsstörungen und Lähmungen in den Beinen und am Gesäß, vorausgegangene Krebserkrankung, ständige Schmerzen und Fieber

Adressen

Bundesverband der deutschen Rückenschulen (BdR) e. V.
Lingener Str. 12
48155 Münster
Tel.: 0251/6090707

Aktion Gesunder Rücken e. V.
Postfach 1361
27423 Bremervörde
Tel.: 04761/979179
Fax: 04761/979180
e-Mail: Info@AGR -EV.de

Bundesverband WIRBEL e. V. Dortmund
Am Oelpfad 1-3
44263 Dortmund-Hörde
Tel.: 0231/417029

Empfehlenswerte links

http://free.de/wirbel __http://free.de/wirbel_
Homepage einer Selbsthilfegemeinschaft, wo sich Rückenschmerzpatienten über Ganzheitstherapie und alternative Heilverfahren informieren können.

www.schmerzselbsthilfe.de__http://www.schmerzselbsthilfe.de_
Hier finden Sie Infos über Selbsthilfegruppen. Es gibt eine „Pinnwand”, wo man Fragen, Erfahrungsberichte austauschen kann und Platz für Diskussionen ist.

Kategorie: Krankheiten
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