Trockenes Auge: Wenn die Tränen versiegen – Augentropfen

Die modernste Behandlungsform sind Sprays, die auf das geschlossene Lid gesprüht werden. Das Make-up beeinträchtigen sie nicht!  „Schau doch mal bitte. Ich glaube, ich habe etwas im Auge!“ Doch der hilfsbereite Mitmensch kann nichts entdecken. Dieses trügerische Druckgefühl ist ein typisches Symptom für trockene Augen. 12 Millionen Deutsche leiden darunter, doch nur jeder Fünfte tut etwas dagegen.

Das trockene Auge ist eine Erkrankung, bedingt durch eine Verminderung der Tränenmenge oder eine veränderte Zusammensetzung des Tränenfilms. Liegt eine solche Störung vor, wird die Augenoberfläche nicht mehr richtig befeuchtet – mit unangenehmen Folgen: Auf der Hornhaut können kleine Wunden entstehen, die Versorgung mit Sauerstoff ist eingeschränkt. Das führt dazu, dass sich die Blutgefäße der Bindehaut erweitern und die Augen feuerrot werden.

Trockene Augen können eine ganze Reihe von Ursachen haben

  • langes Arbeiten am Computer
  • mehrere Stunden Fernsehen
  • Klimaanlagen, Heizungsluft
  • Umweltbelastungen wie Ozon, Abgase, Rauch, Feinstaub,

Lösungsmitteldämpfe

  • Wind und Zugluft
  • Zigarettenqualm
  • Einnahme bestimmter Medikamente wie Antidepressiva,
    Beruhigungsmittel, Beta-Blocker.

In 80 Prozent der Fälle ist die Fettschicht des Tränenfilms angegriffen. Hier setzt ein Spray an (Ocutears Lipospray, Apotheke), das diese Schicht reparieren kann – und zwar mit so genannten Phospholipiden, die auch im natürlichen Tränenfilm vorkommen. Dies sind spezielle Fette, die aus der Sojabohne gewonnen werden und auch ohne Emulgatoren in Wasser gut löslich sind. Emulgatoren sind Stoffe, die es möglich machen, Fett und Wasser zu vermischen. Sie werden aber vom Auge nicht vertragen.

Die Anwendung des Sprays ist unkompliziert: Es wird aus zehn bis 20 Zentimeter Entfernung auf das geschlossene Auge gesprüht. Augen wieder öffnen – fertig! Die Beschwerden lassen sofort nach. Viele Patienten empfinden zu-dem die Abkühlung des Lids durch das Spray als angenehm. Auch Augentropfen, die Hyaluronsäure enthalten (wie Oxyal, Apotheke), spenden Feuchtigkeit und ersetzen die Tränenflüssigkeit. Die Tropfen verteilen sich schnell. Die Hyaluronsäure legt sich wie ein besänftigender Film auf die Augenoberfläche und schützt so vor Reizungen.

Der Tränenfilm

Beim gesunden Auge ist, die Oberfläche (also Bindehaut und Hornhaut) permanent von einem dünnen Tränenfilm bedeckt. Er schützt das Auge vor kleinen Fremdkörpern (z. B. Staub), vor Bakterien und Viren und ermöglicht eine gute Gleitfähigkeit der Lider. Der Lidschlag sorgt dafür, dass der Tränenfilm auf dem Auge stets gleichmäßig verteilt wird. Der Tränenfilm besteht aus drei Schichten.

Direkt auf der Hornhaut befindet sich eine Schleimschicht, die für Feuchtigkeit sorgt und kleinere Unebenheiten auf der Netzhaut ausgleicht. Die zweite, wässrige Schicht ist wichtig für die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des Auges. Schließlich folgt eine hauchdünne Fettschicht bzw. Lipidschicht, die den Tränenfilm vor Verdunstung schützt. Diese Lipidschicht wird von Drüsen am Lidrand produziert und mit jedem Lidschlag verteilt.

Was tut der Augenarzt?

Besteht der Verdacht, dass die Augenoberfläche mit zu wenig Flüssigkeit bedeckt ist, unter-sucht der Augenarzt Menge und Zusammensetzung des Tränenfilms. Bestätigt sich die Vermutung, hängt es vom Schweregrad der Störung ab, welche Behandlung erfolgt. Meist kommen Tropfen oder Sprays zum Einsatz. Nur bei schweren Formen muss der Arzt Spezialpräparate einsetzen. In vielen Fällen kann er aber auch die Abflusskanälchen verschließen, um den Tränenfilm länger auf dem Auge zu halten.
Werden trockene Augen nicht behandelt, können sich Geschwüre bilden. die sogar zur Erblindung führen.

Die wichtigsten Symptome

Neben geröteten Augen und dem Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu haben, gibt es noch eine Vielzahl weiterer unangenehmer Symptome, die bei trockenen Augen typisch sind: Lichtempfindlichkeit, Juckreiz, Brennen, die Unverträglichkeit von Kontaktlinsen (siehe unten) sowie Schmerzen beim Lid-schlag, bei Luftzug, im Flugzeug und in rauchiger Luft. Paradoxerweise können die Augen auch tränen, obwohl sie zu trocken sind. Das liegt daran, dass bei den Patienten die Zusammensetzung des Tränenfilms verändert ist und dieser dadurch nicht auf den Augen bleibt, sondern herausläuft. In diesem Falle sollte man zum Augenarzt gehen.

Vorsicht bei Kontaktlinsen

er an trockenen Augen leidet, hat nicht viel Freude an Kontaktlinsen. Denn diese Form der Sehhilfe benötigt reichlich Tränenflüssigkeit. Die Linsen müssen förmlich im Tränenfilm schwimmen. Andernfalls liegen sie direkt auf der Hornhaut und können schmerzende Reizungen verursachen.Doch mittlerweile gibt es Modelle, die besser vertragen werden. Allerdings müssen diese Speziallinsen für trockene Augen angepasst werden.

Welche Linsen in Frage kommen, wird der Arzt im Einzelfall entscheiden. Maßgeblich sind bestimmte Eigenschaften der Linsen wie rasche Wasseraufnahme und langsame Wasserabgabe sowie gute Sauerstoffdurchlässigkeit. Beschwerden den manchmal schon durch einen Wechsel zur so genannten Wegwerflinse (Linsen werden täglich ersetzt) gelindert, durch kürzere Tragezeiten oder Anderung des Hygienesystems. Ausprobieren sollte man das jedoch nur unter ärztlicher Kontrolle.