Vitamin B1

Vitamin B1 ist ein unverzichtbarer Baustein für fast alle Enzyme, mit denen unser Körper Kohlenhydrate spaltet.

Wirkung:

  • Thiamin wird auch als “Nervenvitamin” bezeichnet: Es spielt eine wichtige Rolle bei der Reizübertragung von den Nerven auf die Muskeln.
  • Nach einer großen nervlich-seelischen Belastung kann B1 bewirken, dass man sich schneller wieder erholt.

Da die meisten stark kohlenhydrathaltigen Nahrungsmittel auch Vitamin B1 enthalten, ist das bei naturbelassenen Nahrungsmitteln kein Problem. Schwierig wird es erst bei raffiniertem Zucker und weißem Mehl: Sie sind fast völlig Thiamin-frei und so muss der Körper , um sie verdauen zu können, gespeichertes Thiamin “zufüttern”. Da Thiamin, als ein wasserlösliches Vitamin, nicht in größeren Mengen im Körper vorkommt (es wird immer sofort wieder mit dem Urin ausgeschieden), ist Vitamin-B1-Mangel auch in den “satten” Industrienationen recht häufig.

Mangelerscheinungen:

  • Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit
    Schläfrigkeit
  • nachlassendes Gedächtnis
  • Unfruchtbarkeit
  • in schweren Fällen:
  • Beklemmungsgefühle, Atemnot, Herzrhythmusstörungen (“Herzstolpern”)
  • Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe (im Extremfall: Beriberi, eine bleibende Versteifung der Gelenke, v. a. der Knie)
  • Nervenentzündungen, brennendes, taubes oder kribbelndes Gefühl in Händen und Füßen
  • Depressionen, Gereiztheit, Angstzustände

Bedarf:

1,2 Milligramm pro Tag (DGE-Empfehlung). Senioren und Menschen, die viel Kohlenhydrate aus raffiniertem Mehl und Zucker essen, brauchen mehr Vitamin B1, ebenso Menschen mit hoher nervlicher Belastung, Schwangere, stillende Mütter, Alkoholiker, Diabetiker und Fast-Food-Esser. Ein erhöhter Bedarf besteht auch bei Menschen, die viel schwitzen, da Thiamin mit dem Schweiß verloren geht.
Eine Überdosierung ist nicht möglich, solange B1 gegessen wird: Mehr als 5 Milligramm nimmt der Körper nicht auf, der Rest wird einfach wieder ausgeschieden. In seltenen Fällen wird Vitamin B1 vom Arzt injiziert; darüber sollte der Patient bei einem Arztwechsel den neuen Doktor informieren, denn bei der Injektion von B1 kann es zu Überdosierungen kommen. Symptome dafür: Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen, Krämpfe, Schwächeanfälle, Allergien.

Quellen:

  • Bierhefe, Schweine- und Hühnerfleisch, Getreideprodukte, v. a.
  • Vollkornprodukte (decken im Schnitt ca. 40% des Tagesbedarfs)
  • Sonnenblumenkerne, Erbsen, Bohnen.

Thiamin ist instabil und zerfällt durch Hitze, Zugabe von Schwefel u. a. Konservierungsstoffen, wird durch Wasser ausgewaschen und findet sich in industriell bearbeiteten Speisen, z. B. in Dosengemüsen, nur noch in Spuren. Eine schnelle, schonende Zubereitung aus frischen Zutaten ist daher für eine ausreichende B1-Versorgung mindestens genauso wichtig wie die Auswahl der richtigen Nahrungsquellen selbst.

Kategorie: Vitamine
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