Mädesüß – Powerpflanze gegen Verdauungsbeschwerden

Den Namen Mädesüß bekam die Pflanze, weil sie ein süßes Aroma, ähnlich dem Honig oder Mandeln versprüht. Botaniker nannten sie in früherer Zeit Spirea, denn die Samen wachsen in kunstvollen Spiralen heran. Da die Pflanze nach Vanille, Bittermandel und Honig duftet, wurde sie von den Germanen, als Süßstoff für ihren Met verwendet.

Mädesüß oder Filipendula ulmaria, enthält weitere wertvolle Inhaltsstoffe und kann somit auch gegen zahlreiche Erkrankungen eingesetzt werden. Sie wird für eine der besten Heilpflanzen gehalten, die nicht nur gegen Verdauungsbeschwerden wirkt, sondern sie verhindert auch eine Übersäuerung des Körpers, lindert Übelkeit, Sodbrennen und Brechreiz.

Geschichte von Mädesüß

Die Pflanze war, neben der Wasserminze und dem Eisenkraut, eine der drei heiligen Pflanzen der Kelten. Es wird vermutet, dass sie zur Sonnenwende eingesetzt wurde, um die Götter zu ehren. 1597 erwähnte John Gerard das Mädesüß, als ein hervorragendes Medikament gegen das Viertagefieber.

Der Markenname „Aspirin“ wurde von Mädesüß abgeleitet. Das A kommt von „Acetyl“ und das „spirin“, von der Spireasäure. Ein großer Anhänger von Mädesüß, war Sebastian Kneipp. Er nutzte die Pflanze, als wassertreibendes und zusammenziehendes Mittel und setzte sie bei Diarrhöen und rheumatischen Erkrankungen ein.

Da Mädesüß über einen vanilleartigen Geruch verfügt, wurde sie in früheren Zeiten, zum Aromatisieren von Wein und Bier verwendet. Die Pflanze kann jedoch nicht nur zu Heilungszwecken eingesetzt werden, sie hat auch den Weg in heimische Küchen gefunden. Diejenigen, die einen Wirkstoff gegen Kopfschmerzen selber herstellen möchten, können Mädesüß mit Wasser, Zitronensäure und Zucker aufkochen. Heraus kommt ein Sirup, der dem Aspirin gleicht, aber natürlich rein pflanzlich ist.

Inhaltsstoffe von Mädesüß

Auszüge aus der frischen Wurzel, können zur Herstellung homöopathischer Mittel verwendet werden. Sie helfen dort gegen akuten Rheumatismus, Haut Erkrankungen, Gicht, Kopfschmerzen oder Harnwegsinfekte.

Die Inhaltstoffe setzen sich wie folgt zusammen:

  • Salicylsäure
  • Phenolglycoside
  • Phenylethylalkohol
  • Benzylalkohol
  • Flavonoide
  • Gerbstoffe und weitere Substanzen

Mädesüß oder auch Wiesen – Geißbart oder Spierstaude genannt, gehört in die Familie der Rosengewächse. Nahe Verwandtschaft besteht zu Kräutern, wie zum Beispiel, Frauenmantel, Wiesenknopf oder Odermennig. Zu der Gattung der Rosengewächse gehören natürlich auch Sträucher und Bäume, wie der Apfel – und Kirschbaum, die Weide oder der Rosenstrauch.

Mädesüß ist zwar ein eher unbekanntes Kraut, ist jedoch eines der besten Schmerzmittel auf pflanzlicher Basis. Da die Salicylsäure im Körper zu Acetylsalicylsäure umgewandelt wird, wirkt die Pflanze gleich dem bekannten Aspirin, nur ist sie eben frei von jeglichen Nebenwirkungen. Zudem kann die Dosierung niedriger angesetzt werden, denn die Wirkstoffe werden nicht chemisch hergestellt.

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Steckbrief Mädesüß:

andere Namen: Rüsterstaude, Bacholde, Wiesenknötterich, Wiesengeißbart
verwendbare Pflanzenteile: Blätter, Knospen, Blüten
Wo ist sie zu finden? feuchte Wiesen, Gräben, Bachläufe
Hinweis: Schwach giftig, sollte nur in geringen Dosen verwendet werden
Warnung: Sollte nicht von Asthmatikern und Schwangeren konsumiert werden
Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Gerbsäure, Flavonoide, Kieselsäure, Vanillin, Zitronensäure
Eigenschaften: entzündungshemmend, fiebersenkend, harntreibend, krampflösend, schweißtreibend
Hilfe bei: Arteriosklerose, Blähungen, Durchfall, Erkältungen, Sodrennen, Nierenproblemen, Pickel, Ruhr, Tollwut, Völlegefühl

Anwendungsgebiete

Die Aspirin ähnlichen Substanzen sorgen dafür, dass das Heilkraut bei Erkältungskrankheiten und rheumatischen Beschwerden in Gelenken und Muskeln eingesetzt werden kann. Zudem lässt sich eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung feststellen. Diese wurden auch in Studien bestätigt. Einige der Untersuchungen erbrachten sogar die Möglichkeit, dass Mädesüß eventuell auch vor Krebs schützen könnte.

Die Power – Pflanze hat ungeahnte Heilwirkungen, die ein breites Spektrum aufweisen. Sie wirkt unter anderem:

  • antirheumatisch
  • entzündungshemmend
  • verdauungsfördernd
  • fiebersenkend
  • schmerzlindernd
  • brechreizstillend
  • zusammenziehend
  • säurebindend

Mädesüß ist in der Lage, Beschwerden zu lindern, die typisch für Erkältungskrankheiten sind. Allerdings, kommt die Heilpflanze kaum zur Anwendung, denn die Rinde der Weide ist weitaus bekannter, denn diese besitzt ebenfalls Salicylsäure. Entsprechende Mittel werden daher in der Regel bei Rückenschmerzen oder Arthrose eingesetzt.

Vorsicht:
Personen, die auf Salicylate allergisch oder mit einer Unverträglichkeit reagieren, dürfen auf keinen Fall Mädesüß Blüten zu sich nehmen. Das schließt ebenso Extrakte aus Weidenrinde ein.

Zu den Anwendungsgebieten gehören, wie schon erwähnt, neben Gicht und Rheuma, auch Fieber und insbesondere Erkältungskrankheiten. Ein Tee aus Mädesüß kann leicht selber zubereitet werden. Hierzu benötigt der Anwender ein bis zwei Teelöffel Mädesüß – Kraut, welches mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergossen wird. Die Mixtur 10 Minuten ziehen lassen und durch einen Seiher geben.

Richtige Verwendung der Pflanze

Die Erntezeit vom echten Mädesüß liegt zwischen Juni und August. Dies ist die Zeit, wenn die Pflanze in der vollen Blüte steht. Zuerst die Blütenstände beseitigen und erst danach die einzelnen Blüten pflücken. Die Heil Droge sollte an einem trockenen Ort bei nicht zu hohen Temperaturen zum Trocknen kommen. Anschließend in einem gutschließenden Gefäß aufbewahren.

Die Pflanze wird auch häufig zur Aromatisierung von selber hergestellten Getränken genutzt. Sie kann jedoch auch in Gelees und vor allen Dingen in süßen Speisen einen feinen, aber etwas herben Geschmack verursachen. Früchtekompotts lassen sich mit Mädesüß perfekt verfeinern und würzen. Zum Aromatisieren, sollte der Nutzer, die süßlich riechenden Blüten verwenden.

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In der Küche kann die Heilpflanze auch anders zum Tragen kommen, denn sie lässt sich gut als Würzkraut für beispielsweise Wild – und Fischgerichte verwenden. Zusätzlich dürfen die Blätter gekocht und wie Spinat zubereitet werden.

Darreichungsformen

Mädesüß gibt es in fast allen Formen zu erwerben. Die am meisten verwendeten Darreichungsformen bestehen aus:

  • Pflanze
  • Samen
  • Tees
  • Cremes

In einem Lebensmittelmarkt wird der Verbraucher Mädesüß eher selten finden. Käuflich sind die Kräuter in der Apotheke oder einem Kräuterfachhandel zu erwerben. Frische Pflanzen sind in gut bestückten Pflanzencentern oder in einem Onlineshop zu bekommen.

Beim Kauf ist darauf zu achten, dass die Blätter eine dunkelgrüne Farbe aufweisen und nicht gerollt sind. Die Sprossachse muss aufrecht stehen und sich als stabil erweisen. Auf keinen Fall dürfen Pflanzenteile weiße Stellen haben, denn dann ist die Gefahr groß, dass sie mit Mehltau infiziert sind.

Wer Mädesüß – Samen kaufen möchte, sollte genau auf die Art achten. Im Angebot finden sich das echte Mädesüß, ein rosarotes Mädesüß, sowie auch das kleine Mädesüß. Allerdings ist nur über die Heilwirkung vom echten Mädesüß etwas bekannt.

Dosierung und Wirkung

Aus den Blüten und Wurzeln der Heilpflanze lassen sich hervorragend Tees herstellen. Hierbei kommen jedoch unterschiedliche Dosierungsformen in Frage. Beim Tee aus Mädesüß – Blüten, sollte der Nutzer 2 Teelöffel mit ¼ Liter heißem Wasser übergießen und nach rund 10 Minuten abseihen. Hiervon mehrere Tassen über den Tag verteilt trinken.

Aus den Wurzeln lässt sich ebenfalls ein schmackhafter Tee herstellen. Wurzeln mit kaltem Wasser ansetzen und 6 bis 10 Stunden ruhen lassen, danach aufkochen. 2 Minuten ziehen lassen und abseihen.

Vorsicht:
Beide Arten der Tees sind nicht anzuwenden bei Säuglingen, Kleinkindern und in der Schwangerschaft. Ebenfalls dürfen stillende Mütter den Tee nicht trinken und auch nicht die Personen, die eine Überempfindlichkeit gegenüber Salicylate aufweisen. Bei einer Überdosierung besteht die Möglichkeit, dass Magen – Darm – Beschwerden auftreten.

Die Pflanze enthält natürliche Pflanzenfarbstoffe (Flavonoide) mit einer gesundheitsfördernden Wirkung. Gerbstoffe, Schleimstoffe und die Vitamine E und C sorgen für eine fiebersenkende und entzündungshemmende Eigenschaft. Gerbstoffe wirken zusammenziehend (adstringierend), zudem wird der Heilpflanze eine wassertreibende Wirkung nachgesagt.

Die Komposition aus den unterschiedlichen Inhaltsstoffen lindert Nerven – und Kopfschmerzen und erwärmte den Körper, was gut bei rheumatischen und schmerzenden Gelenken ist. Bei Virusinfektionen (Windpocken, Mumps), die mit oder ohne Fieber einhergehen, hilft Mädesüß dem Körper die Erreger auszuschwitzen und das Fieber zu senken.

Nebenwirkungen

Bei der Heilpflanze sind aktuell keinerlei Nebenwirkungen bekannt, solange es nicht zu einer Überdosierung kommt. Personen, mit einer Überempfindlichkeit gegenüber Salicylaten, sollten Mädesüß nicht zu sich nehmen.

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Bei den Wechselwirkungen sieht es anders aus, denn es wird angenommen, dass die Heilpflanze eine abschwächende Wirkung auf andere NSAR – artige Substanzen aufweist. Zudem wird möglicherweise die Wirkung von ASS gehemmt.

Wissenswertes über Mädesüß

Mädesüß eignet sich gut, zur Selbstbehandlung bei Erkältungskrankheiten, die mit Fieber einhergehen. Die Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, als auch der Europäische Dachverband der nationalen Gesellschaft für Phytotherapie vertritt die Ansicht, dass Mädesüß „adjuvant bei Erkältungskrankheiten“ ist.

Im Ursprung findet sich die Heilpflanze eher von kultischer Bedeutung. Druiden und keltische Priester sollen die Heilpflanze, genau wie Eisenkraut oder Mistel, genutzt haben, um Unheil abzuwehren. Schon seit unbestimmten Zeiten wird echtes Mädesüß vor allen Dingen genutzt, um den Raum Duft zu verbessern. Dazu wurden in der Vergangenheit die oberirdischen Pflanzenteile im Raum ausgelegt und am Abend wieder zusammen gefegt.

Es waren möglicherweise die Briten, die die medizinische Wirkung von Mädesüß als erste bemerkten. Der englische Botaniker und der Berater von Königin Elizabeth der Ersten, John Gerad, beschrieb die fiebersenkenden Eigenschaften der Pflanze. Zeitgenossen wie der Arzt Hieronymus Bock hingegen, schrieben Mädesüß in erster Linie gallenreinigende und Antidurchfall – Wirkungen zu.

Das echte Mädesüß gehört zu einheimischen Heilpflanzen und kommt zudem auch in Nordamerika vor. Da es sich um ein Rosengewächs handelt, wird viel Wasser benötigt und ein nährstoffreicher Boden ist genauso ratsam.

Bei der Heilpflanze handelt es sich um eine mehrjährig, aufrecht stehende Staude, die eine Höhe zwischen 50 und 100 Zentimeter erreichen kann. In der Medizin wird zwischen zwei Wirkstoffen unterschieden. Zum einen sind das die Blüten und zum anderen das Mädesüßkraut. Letzteres wird aus den getrockneten Stängelspitzen gewonnen, bei den Blüten handelt es sich natürlich um die getrockneten Blüten der Heilpflanze.

Die Qualität der Blüten ist im Deutschen Arznei Codex genau festgelegt. Die Güte hingegen im europäischen Arzneibuch und am Gehalt der ätherischen Öle der Pflanze gekoppelt. Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe unterscheidet sich dabei nur geringfügig. Kraut und Blüten der Pflanze haben einen hohen Gehalt an Flavonoiden, zudem ist Mädesüß reich an ätherischen Ölen.

Die Blüten versprühen einen Duft von Bittermandel und Honig, teilweise auch nach Vanille. Sie reinigen die Atemluft und hemmen zudem auch das Wachstum von Keimen. Ein Mädesüß – Tee regt nicht nur die Nieren an, er hilft Gewebe zu entwässern und hat eine unterstützende Wirkung auf die menschliche Lungenfunktion.

Kategorie: Naturheilkräuter
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