Gebärmutterkrebs

Durch frühzeitige Erkennung innerhalb der Krebsvorsorge und rechtzeitige und erfolgreiche Behandlung ist die Zahl der schweren Verläufe der Gebärmutterkrebse in den letzten Jahren zurückgegangen. Jährlich erkranken circa 7000 Frauen in Deutschland neu am Gebärmutterkrebs und 2000 Todesfälle pro Jahr gehen auf sein Konto. In der Gebärmutter können zwei verschiedene Gruppen bösartiger Tumoren entstehen: Der Gebärmutterkrebs entsteht in der Gebärmutter selbst (Corpus- oder Endometriumkarzinom) und der Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) im Gebärmutterhals (Zervix). Nach dem Brust- und Darmkrebs ist der Gebärmutterkrebs gemeinsam mit dem Gebärmutterhalskrebs der dritthäufigste Tumor der Frau. Gebärmutterhalskrebs betrifft häufiger junge Frauen im Alter zwischen 35 und 50 Jahren. Das Gebärmutterkarzinom tritt am häufigsten nach der Menopause auf, es betrifft also vorwiegend ältere Frauen zwischen 55 und 60 Jahren.

Ursachen/ Risikofaktoren

Wie bei allen Krebserkrankungen kommt es auch beim Krebs der weiblichen Geschlechtsorgane zum übermäßig schnellen Wachstum entarteter Zellen. Wird nicht frühzeitig eine Therapie eingeleitet, können sich die Krebszellen ungehindert ausbreiten und durch Absiedelung Tochtergeschwülste (Metastasen) im Körper bilden. Normalerweise entwickelt sich der Krebs aus leicht entarteten Zellen, die schon länger vorhanden sind. Diese anfänglich nur leicht entarteten Zellen (auch als Präkanzerose – Krebsvorläufer – bezeichnet) werden auch Dysplasie, also eine beginnende Veränderung der Zellen, genannt. Ein erhöhtes Krankheitsrisiko wurde bei Frauen mit Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Unfruchtbarkeit beobachtet.

INFO Dysplasie:
Als Dysplasie bezeichnet man eine Fehlbildung oder Fehlentwicklung eines Gewebes oder Organs, z. B. eine Hüftdysplasie, bei der die Hüfte nicht altersgerecht entwickelt ist. Die Dysplasie der Gebärmutterschleimhaut wird in leicht, mittelschwer und schwer in Abhängigkeit von der histologischen Beurteilung unter dem Mikroskop eingeteilt. Das schwerste Stadium bildet einen fließenden Übergang zu ersten Krebsformen.

Beim Gebärmutterhalskrebs spielen Faktoren wie Sexualhygiene, sexuelle Aktivität und Rauchen eine Rolle. Frauen, deren Partner im frühen Säuglingsalter beschnitten sind, haben aus hygienischen Gründen ein geringeres Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Das konnte durch Untersuchungen in Ländern, in denen die Beschneidung zum Glauben gehört, z.B. Türkei, gezeigt werden.

Risiken für Gebärmutterhalskrebs:

  • Geschlechtsverkehr bereits in jungen Jahren (< 18 Jahre),
  • Häufiger Wechsel der Sexualpartner, Zigarettenkonsum,
    Geschlechtskrankheiten, besonders Genitalwarzen (Feigwarzen),
    die durch Hochrisikotypen des Humanen Papillomavirus (HPV)
    ausgelöst sind. Ein hohes Risiko tragen v.a. die HPV-Typen 16
    und 18.

Als Ursache für den Gebärmutterkrebs wird der Einfluss des weiblichen Sexualhormons Östrogen auf die Gebärmutterschleimhaut angesehen: Frauen mit früh einsetzender Menstruation bzw. spät einsetzender Menopause, Frauen, die nie schwanger waren und Frauen, die Hormonpräparate eingenommen haben, die nur Östrogene enthielten, haben ein erhöhtes Risiko. Erklärt wird dieser Umstand durch einen erhöhten Östrogenspiegel mit einer übernormalen Östrogenwirkung auf die Gebärmutterschleimhaut.

Risiken für Gebärmutterkrebs:

  • Frühzeitiges Einsetzen der Periode (<12 Jahre), späte Menopause (>55 Jahre),
  • Übergewicht (erhöhter Hormonspiegel),
  • Mutter, Tochter oder Schwester mit Gebärmutterkrebs (Verwandte
    1.Grades),
  • Kinderlosigkeit
  • Syndrom der Polyzystischen Ovarien (PCO) ,
  • Wucherung der Gebärmutterschleimhaut (adenomatöse
    Hyperplasie),
  • Erkrankung an Brust-, Darm- oder Eierstockkrebs in der
    Vergangenheit.

INFO Polyzystisches Ovarialsyndrom:
Das Polyzystisches Ovarialsyndrom (Sonderform: Stein-Leventhal-Syndrom) wird durch sehr unterschiedliche Faktoren beeinflußt. Im Mittelpunkt stehen fehlende Monatsblutungen bzw. Zyklen ohne Eisprung. Durch Bildung vieler Zysten kommt es zu einer Vergrößerung der Eierstöcke. Die Ursache ist unklar, offenbar liegt eine hormonelle Fehlregulation vor, die durch eine Fehlsteuerung bei der Hormonsynthese zu einer vermehrten Bildung männlicher Sexualhormone(Androgene) führt. Problematisch ist die Unfruchtbarkeit, im Falle eines Kinderwunsches stehen aber verschiedenen Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.

Frauen, die aufgrund von Beschwerden während der Menopause (Hitzewellen, Schlaflosigkeit, trockene Scheide etc.) eine Hormonersatztherapie verordnet bekommen, die nur Östrogen enthält, haben ein erhöhtes Risiko für Gebärmutterschleimhautkrebs. Wurde bei der Therapie ein Präparat verwendet, dass Östrogen und Progesteron enthält, hat sich das Risiko, Gebärmutterkrebs zu bekommen, sogar verringert. Frauen, die Antibabypillen mit Östrogen und Progesteron einnehmen, haben ebenfalls ein vermindertes Risiko

INFO Progesteron:
Progesteron ebenfalls wie Östrogen ein weibliches Geschlechtshormon. Es ist der Gegenspieler zum Östrogen. Östrogen baut die Gebärmutterschleimhaut auf, Progesteron ist für die Abstoßung der Schleimhaut = Menstruationsblutung zuständig.

Krankheitsbild

Leider verursachen frühe Stadien meist keine Beschwerden. Mögliche Symptome sind jedoch Blutungen aus der Scheide: Zwischenblutungen, auch Schmierblutungen, Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr (Kontaktblutung) und Regelblutungen, die von ihrer normalen Stärke abweichen, also entweder schwächer oder stärker werden. Verdächtig ist jegliche neu auftretende Blutung bei Frauen, die sich schon in der Menopause befinden. Blutungen in der Menopause treten nur auf, wenn Sie ein Hormonpräparat einnehmen, das sowohl Östrogen als auch Progesteron enthält. Allerdings ist auch dann darauf zu achten, dass nur eine Blutung am Ende des Tablettenzyklus normal ist. Darüber hinaus gibt es meist keine Beschwerden. Erst wenn der Tumor schon weit fortgeschritten ist, in die Harnblase einwächst oder die Beckenwand erreicht hat, können blutiger Urin, Harnwegsinfekte oder auch eine Stauung der Niere mit Rückenschmerzen auftreten. Eitriger oder blutiger, dunkel oder fleischwasserfarben Ausfluss aus der Scheide, Schmerzen in den Beinen oder im Becken können weitere Anzeichen für ein bereits fortgeschrittenes Krebsstadium sein.

INFO Östrogen:
Das weibliche Geschlechts- hormon Östrogen baut die Gebärmutterschleimhaut auf, sein Gegenspieler Progesteron ist für die Abstoßung der Schleimhaut = Menstruationsblutung zuständig.

INFO Progesteron:
Progesteron ebenfalls wie Östrogen ein weibliches Geschlechtshormon. Es ist der Gegenspieler zum Östrogen. Östrogen baut die Gebärmutterschleimhaut auf, Progesteron ist für die Abstoßung der Schleimhaut = Menstruationsblutung zuständig.

Auswirkungen

Krebs der Gebärmutter ist tückisch, da die Beschwerden erst zu einem relativ späten Zeitpunkt auftreten. Durch Vorsorgeuntersuchungen bei Ihrem Frauenarzt senken Sie Ihr persönliches Risiko erheblich. Bei der einmal jährlich stattfindenden PAP-Abstrich-Untersuchung können frühe Stadien einer Dysplasie, die bei Nichterkennen in Krebs münden kann, entdeckt und überwacht werden. Eine regelmäßige Ultraschalluntersuchung (Sonographie) der Gebärmutterschleimhaut, besonders bei Frauen in der Menopause, kann Veränderungen frühzeitig aufzeigen. Selbstverständlich müssen diese dann weiter abgeklärt werden müssen.

Erkennung/Untersuchung

Nur regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt können zur frühen Diagnose und damit zu einer effektiven Therapie mit guten Heilungschancen führen. Durch die Ultraschalluntersuchung der Gebärmutterschleimhaut besonders bei Frauen nach der Menopause kann der Frauenarzt feststellen, ob Anzeichen von Entartungen vorliegen. Eine Dysplasie der Zellen des Gebärmutterhalses kann durch eine sehr einfache Untersuchungsmethode, den PAP-Abstrich entdeckt werden. Dabei entnimmt der Frauenarzt mit einem kleinen Bürstchen oder Tupfer einen Abstrich vom Gebärmutterhals, die dabei gewonnenen Zellen können nach Anfärbung unter dem Mikroskop betrachtet und in verschiedene Stadien eingeteilt werden.

Eine Reihe von Untersuchungen zur genauen Abklärung stehen zur Verfügung : Neben der Abstrichuntersuchung führt der Arzt eine Spiegelung der Gebärmutter (Kolposkopie) durch, bei der er sich den Gebärmuttermund mit einer Art Mikroskop genau anschaut. Werden dabei verdächtige Gewebsbezirke festgestellt, wird eine Probe entnommen.

Bei dieser schmerzlose Prozedur werden kleine Stückchen Gewebe abgeknipst. Eventuell kommt es zu einer leichte Blutung im Anschluss. Das gewonnene Material wird anschließend histologisch untersucht. Des weiteren tastet der Arzt Scheide und Darm mit den Fingern aus und untersucht Blut und Urin.
Bei Verdacht gilt zunächst, eine vaginale Blutung von einer Blutung aus der Harnblase zu unterscheiden. Erhärtet sich der Verdacht auf eine irreguläre Scheidenblutung führt der Arzt eine Ultraschalluntersuchung durch. Erscheint das Ergebnis verdächtig, wird die Gebärmutter ausgeschabt (Küretage). In Narkose werden dabei nur die Schleimhautschichten der Gebärmutter ausgeschabt, die normalerweise während der Monatsblutung abgestoßen werden. Das Gewebe wird dann vom Pathologen unter dem Mikroskop beurteilt. Stellt sich heraus, dass bösartige Zellen in dem Gewebe der Gebärmutter enthalten sind, werden weitere Untersuchungen veranlasst.
Es besteht für den Arzt die Notwendigkeit, zu wissen, ob eine Beteiligung anderer Organe vorliegt, damit er eine Stadieneinteilung vornehmen kann. Die Einteilung in Stadien ist für die Therapie entscheidend. Deshalb werden sämtliche Organe im Bauch, auch die Leber geschallt (Sonografie = Ultraschall). Zur weiteren Abklärung können eine Magnetresonanztomografie (MRT) und/oder ein Computertomogramm (CT) notwendig werden.

Therapie

Wie bei allen bösartigen Tumoren ist die Stadieneinteilung für die Therapiestrategie und die Prognose entscheidend. Der behandelnde Arzt muss wissen, ob der Tumor bis an die Beckenwand heranreicht oder bereits Nachbarorgane (Blase, Darm, Knochen, Scheide) befallen hat und welche Wandschichten der Gebärmutter betroffen sind. Außerdem kann durch Untersuchungen wie der Magnetresonanztomografie (MRT) und/oder dem Computertomogramm (CT) festgestellt werden, ob bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) in den Lymphknoten vorhanden sind. Zur Behandlung gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Operation
  • Strahlentherapie
  • Chemotherapie

Operation

Die wichtigste therapeutische Maßnahme ist ein chirurgischer Eingriff. Liegt ein Gebärmutterhalskrebs im niedrigsten Stadium vor und besteht Kinderwunsch, führt man eine sog. Konisation durch. Dabei wird mit einer Elektroschlinge ein Kegel aus dem Gebärmuttermund herausgeschnitten. Liegt das bösartige Gewebe vollständig in diesem Kegel eingebettet und hat einen bestimmten Sicherheitsrand gesunden Gewebes um sich, kann die Therapie damit abgeschlossen sein. Bei weiter fortgeschrittenen Fällen sowohl des Gebärmutterhalskrebses als auch des Gebärmutterkrebs wird die ganze Gebärmutter entfernt. Dieser Eingriff wird als “Totaloperation” bezeichnet. In Abhängigkeit vom jeweiligen Stadium kann es notwendig werden, auch Eierstöcke und Teile der Scheide sowie evtl. befallene Lymphknoten im Becken zu entfernen (Wertheim-Meigs-Operation). Dieser Eingriff wird landläufig als “Radikaloperation” bezeichnet.

Das Tumorstadium kann sehr gut aus dem während der Operation gewonnenen Gewebes beurteilt werden. Eventuell kommt zusätzlich eine Nachbestrahlung in Frage.

Strahlentherapie

Eine solche Nachbestrahlung ist oft dann notwendig, wenn der Sicherheitsabstand zwischen Tumorgewebe und Schnittrand sehr gering ist. Im frühen Tumorstadium kann auch nur eine Bestrahlung ohne Operation mit relativ gutem Erfolg durchgeführt werden. Dies erfolgt jedoch nur dann, wenn bei den Patientinnen aus anderen Gründen, meist wegen anderer Begleiterkrankungen, eine Operation nicht zumutbar ist.

Bei der Bestrahlung ist zwischen der Lokaltherapie mittels Kontaktbestrahlung und der Hochvolttherapie, die von außen durch die Haut aufgebracht wird, zu unterscheiden. Bei der Kontaktbestrahlung wird eine Strahlensonde durch die Scheide bis zu der betroffenen Region vorgeschoben. Hierbei kommt es zum direkten Kontakt zwischen dem strahlenaussendenden Objekt und dem entarteten Gewebe. Diese Bestrahlungsart wird als “afterloading” bezeichnet, da man die Sonde erst dann von außen aktiviert, wenn sie richtig positioniert ist. Durch diese Maßnahme wird das nicht vom Tumor betroffenen Gewebe, wie z.B. die Blase oder der Darm, geschont. Sollte der Tumor im Becken weiter ausgedehnt sein oder sind Lymphknoten vom Tumor befallen, dann ist eine großflächigere Bestrahlung von außen notwendig. Diese Bestrahlung erfolgt täglich und erstreckt sich über fünf bis sieben Wochen.

Chemotherapie

Die Chemotherapie stellt wegen ungenügender Wirksamkeit beim Gebärmutterhalskrebs eine Ausnahme dar. Auch für den Krebs der Gebärmutter hat man bislang kein entsprechend wirksames Chemotherapeutikum gefunden. Im weit fortgeschrittenen Stadium werden bestimmte Chemotherapien angewandt, z. B. Adriamycin und Cyclophosphamid; im Rahmen von Studien gibt man Therapieschemata mit Doxorubicin und Paclitaxel. Diese Chemotherapien haben allerdings oft starke Nebenwirkungen und der Erfolg ist ungewiss. Dennoch sollte man auch diese Therapiemöglichkeit in bestimmten Situationen nicht ungenutzt lassen. Bei Tochterabsiedelungen in anderen Organen (Fernmetastasen) wird auch eine hochdosierte Therapie mit weibliche Sexualhormonen (Gestagenen) angewendet

Prognose

Wesentliche Faktoren, die die Prognose des Korpuskarzinoms bestimmen, sind u.a. die Klärung der Frage, ob der Tumor bereits in Lymphgefäße eingebrochen ist bzw. wie weit der Befall der Gebärmutterwand fortgeschritten ist.

Befall der Gebärmutterwand 5-Jahres-Überlebensrate
< 1/3  90%
< 2/3  67%
> 2/3 33%
Kein Lymphgefäßeinbruch 85%
Lymphgefäßeinbruch 53%

Im sehr frühen Tumorstadium gibt es sowohl beim operativen Vorgehen als auch bei einer alleinigen Strahlentherapie folgende Heilungschancen:

  • Nach Operation mit anschließender Bestrahlung 60-97%
  • Nach alleiniger Bestrahlung 60-80%.
  • Hat der Tumor bereits alle Wandschichten der Gebärmutter
    durchwachsen, aber noch nicht die Nachbarorgane (Darm oder
    Blase) erreicht besteht folgende Heilungschance:
  • Bei Operation und Nachbestrahlung 40-60%
  • Bei alleiniger Bestrahlung 30-40%.
  • Eine besonders schlechte Prognose haben Frauen mit
    Fernmetastasen oder mit Beteiligung von Nachbarorganen.
  • Ähnliche Prognosen gelten auch für das Gebärmutterhalskarzinom.

INFO Korpuskarzinom/ Endometriumkarzinom:
Das Korpuskarzinom/ Endometriumkarzinom ist ein besonders in der Postmenopause vorkommendes Karzinom der Gebärmutter, bei jüngeren Frauen oft in Zusammenhang mit einem polyzystischen Ovarialsyndrom auftretend. Die Häufigkeit hat in den letzten Jahren stark zugenommen, es ist heute ähnlich häufig wie das Zervixkarzinom. In mehr als 80% der Fälle liegt ein Adenokarzinoms vom endometrialen Typ vor (von der Gebärmutter- schleimhaut ausgehend). Ursächlich sind meist Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut durch östrogenbedingte Überstimulation ohne kompensatorische Gestagenaktivität, die zu den Krebs- vorstufen führen. Die Metastasierung über die Lymphgefäße erfolgt in Abhängigkeit von Lokalisation und Wachstumsrichtung in die Beckenlymphknoten, aber auch in die die Gefäße begleitenden Lymphknoten. In ca. 10 % der Fälle treten Tochtergeschwülste durch lymphogene Streuung in den Eierstöcken auf. Die Metastasierung über die Blutlaufbahn erfolgt v. a. in Lunge, Leber, Skelettsystem und Gehirn. Als Symptome treten immer wieder Blutungen auf, die besonders verdächtig in der Menopause sind. Die Blutungen sind in ihrer Stärke sehr unterschiedlich, gelegentlich können auch wehenartige Schmerzen auftreten.

Vorsorge

Während der regelmäßigen Routineuntersuchungen beim Frauenarzt wird der Gebärmuttermund betrachtet, getastet und durch Abstriche mikroskopisch beurteilt. Dies gilt auch für junge Frauen: Für die Krebsvorsorge zahlen die Krankenkassen ab dem 20. Lebensjahr. Durch Auswertung der PAP-Abstriche können Vorstadien des Gebärmutterkrebs entdeckt und behandelt werden.

Für die Entdeckung des Gebärmutterkrebs ist die Ultraschalluntersuchung durch die Scheide, bei der die Schleimhaut beurteilt werden kann, die entscheidende Untersuchung. Besteht der Verdacht auf eine Abweichung von der Norm, schließt sich eine Ausschabung der Gebärmutter (fraktionierte Küretage) an. Das durch die Küretage gewonnene Gewebe wird unter dem Mikroskop untersucht und dadurch eine bösartige Erkrankung ausgeschlossen . PAP-Abstrich und Ultraschall sind schmerzlose Vorsorgeuntersuchungen, die Ihr Risiko für diese schweren Erkrankungen erheblich mindern können.

Informationen

Krebs der weiblichen Geschlechtsorgane kann das Risiko für Dickdarm- und Enddarmkrebs erhöhen: Eine Studie, die am Jefferson Medical College in Philadelphia durchgeführt wurde, fordert mit ihren Ergebnissen bessere Vorsorgeuntersuchungen für Darmkrebs bei Patientinnen, die bereits Eierstockkrebs oder Krebs der Gebärmutter- (Endometriumkarzinom) oder des Gebärmutterhalses (Zervixkarzinom) hatten.

Die Studie mit mehr als 100.000 Frauen mit Krebs an der Gebärmutter- bzw. dem Gebärmutterhals oder den Eierstockkrebs, zeigte bei den Frauen ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs gegenüber Frauen, die zuvor nicht an einer dieser Erkrankungen gelitten haben. Mit dieser Studie konnte der Irrtum ausgeräumt werden, dass Darmkrebs eine Männerkrankheit sei. Denn die Krankheit trifft beide Geschlechter und bestimmte Frauen hätten somit sogar ein erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Der genaue Zusammenhang zwischen den gynäkologischen Krebserkrankungen und der Häufung des Darmkrebses konnte bisher noch nicht geklärt werden. Dr. Weinberg vom Jefferson Medical College in Philadelphia vermutet aber genetische Veränderungen, die für das erhöhte Risiko zuständig sind.Weinberg und Kollegen fordern aufgrund der Studienergebnisse häufigere und konsequentere Vorsorgeuntersuchungen für Patientinnen mit Krebs der weiblichen Geschlechtsorgane. Diese Frauen hätten ein vergleichbar hohes Risiko wie die Frauen, deren Verwandte 1. Grades mit Dick- und Enddarmkrebs diagnostiziert wurden.

INFO Studie:
Studie von: Weinberg, D.S., MD, Institut für Gastroenterologie und Hepatologie, Jefferson Medical College, Philadelphia, USA (Quelle: Annals of Internal Medicine, August 1999, 131: 189-193.)

Häufige Fragen

Ist es möglich, eine Dysplasie im Gebärmutterhals zu haben und es nicht zu bemerken?
Die Zervixdysplasie und leider auch die frühen Krebsstadien haben keine sichtbaren Symptome. Ein erster Hinweis ist meist ein auffälliger PAP-Abstrich. Weitere mögliche Hinweise sind Blutungen aus der Scheide, besonders nach Geschlechtsverkehr, sowie Schmierblutungen (Spotting) zwischen den Perioden.

Gibt es eine Verbindung zwischen dem Gebärmutterhalskrebs und der viralen Geschlechtskrankheit HPV (Feigwarzen)?
Ja, diese Zusammenhänge konnten wissenschaftlich belegt werden. Ein bestimmter Virustyp des Humanen Papillomavirus (HPV) gilt als Risikofaktor für Gebärmutterhalskrebs. Indem Sie sich also vor Geschlechtskrankheiten schützen (Kondomgebrauch), denn auch der relativ häufige genitale Herpes gilt als ein Risikofaktor, leisten Sie Ihren eigenen Beitrag zur Risikosenkung.

Mein Frauenarzt hat mir gerade mitgeteilt, daß ich eine Zervixdysplasie habe. Wie werde ich denn jetzt behandelt?
Eine Zervixdysplasie wird durch den PAP-Abstrich festgestellt und nach einem Schema in bestimmte Schweregrade eingeteilt. Abhängig davon gestaltet sich die weitere Therapie.

Im Falle einer leichten Dysplasie entscheidet man sich meist zu einer abwartenden Haltung, eine frauenärztliche Kontrolle alle 3-6 Monate dient zur Überwachung. Bei einer mittelschweren Dysplasie kommt eine kryochirurgische Behandlung in Frage. Dabei werden die betroffenen Gewebsbezirke kälteverödet; es erfolgt eine PAP-Kontrolle nach 3 Monaten. Bei größeren veränderten Gebieten bzw. einer schweren Dysplasie wird ein Gewebskegel aus dem Ende des Gebärmutterhalses herausgeschnitten; die Größe des Kegels ist stark von der Tiefe der veränderten Zellen abhängig (Konisation). Die veränderten Zellen müssen vollständig darin eingebettet sein und einen “gesunden” Sicherheitsrand haben, ansonsten muss nachoperiert werden. Die Konisation ist ein kleiner Eingriff, der teilweise auch ambulant durchgeführt wird.

Gibt es irgendeine Möglichkeit, mein persönliches Risiko für die Entwicklung einer Zervixdysplasie zu senken?
Eine Menge der Risikofaktoren, die als gesichert gelten, können Sie tatsächlich selbst steuern. Einige der Faktoren sind: Rauchen, frühzeitiger Beginn mit Geschlechtsverkehr (<18 Jahre), Geschlechtskrankheiten wie Herpes genitalis und Feigwarzen (HPV) und nicht zuletzt häufig wechselnde Sexualpartner. Junge Frauen haben ein erhöhtes Risiko für einen auffälligen PAP-Abstrich Wissenschaftler glauben, dass das in dem erhöhten Verletzungsrisiko beim Geschlechtsverkehr begründet ist. Meist ist aber in diesen Fällen nur eine häufigere Kontrolle des PAP-Abstrichs (aller3-6 Monate) notwendig. Auch Frauen aus sozial schwachen Schichten haben ein erhöhtes Risiko, da sie seltener Vorsorgemaßnahmen, wie den einmal jährlichen PAP-Abstrich, in Anspruch nehmen.

Wichtige Adressen

Deutsche Krebshilfe
Thomas-Mann-Str. 40
53111 Bonn
Tel. 0228-72 99 0-0, Fax 0228-72 99 0-11,

Infodienst: wochentags von 9 bis 17 Uhr, Tel. 0228-72 99 0-95 Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg Im Neuenheimer Feld 280 69120 Heidelberg Tel. 06221-42-0, Fax 06221-42-29 95, Telefonische Beratung (Krebsinformationsdienst): Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr, Tel. 06221-41 01 21

INFO Korpuskarzinom/ Endometriumkarzinom:
Das Korpuskarzinom/ Endometriumkarzinom ist ein besonders in der Postmenopause vorkommendes Karzinom der Gebärmutter, bei jüngeren Frauen oft in Zusammenhang mit einem polyzystischen Ovarialsyndrom auftretend. Die Häufigkeit hat in den letzten Jahren stark zugenommen, es ist heute ähnlich häufig wie das Zervixkarzinom. In mehr als 80% der Fälle liegt ein Adenokarzinoms vom endometrialen Typ vor (von der Gebärmutter- schleimhaut ausgehend). Ursächlich sind meist Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut durch östrogenbedingte Überstimulation ohne kompensatorische Gestagenaktivität, die zu den Krebs- vorstufen führen. Die Metastasierung über die Lymphgefäße erfolgt in Abhängigkeit von Lokalisation und Wachstumsrichtung in die Beckenlymphknoten, aber auch in die die Gefäße begleitenden Lymphknoten. In ca. 10 % der Fälle treten Tochtergeschwülste durch lymphogene Streuung in den Eierstöcken auf. Die Metastasierung über die Blutlaufbahn erfolgt v. a. in Lunge, Leber, Skelettsystem und Gehirn. Als Symptome treten immer wieder Blutungen auf, die besonders verdächtig in der Menopause sind. Die Blutungen sind in ihrer Stärke sehr unterschiedlich, gelegentlich können auch wehenartige Schmerzen auftreten.

 

 

INFO Zervixkarzinom:
Zervixkarzinom, auch Gebärmutterhalskrebs genannt, früher häufigstes Genitalkarzinom der Frau, heute tritt das Corpuskarzinom ähnlich häufig auf. In 90% der Fälle liegt ein Plattenepithelkarzinom vor. Jedem Zervixkarzinom geht ein asymptomatisches Vorstadium (Dysplasie, Präkanzerose) voraus. Weder das Carcinoma in situ noch ein beginnend invasiv wachsendes Zervixkarzinom machen für die Patientin erkennbaren Frühsymptome. Diese entstehen erst ab einer gewissen Größe des Karzinoms: unregelmäßige Blutabgänge, fleischwasserfarben-blutiger Scheidenausfluß, Kontaktblutung nach Geschlechtsverkehr. Schmerzen treten i. d. R. erst bei Überschreiten der Organgrenzen und Einbruch in die Nachbarorgane (Blase, Enddarm, Harnleiter) auf. Aufgrund der guten Versorgung des Gebärmutterhalses mit Lymphgefäßen kommt es schon relativ frühzeitig zu Lymphknotenmetastasen (bes. Beckenlymphknoten), die zu einer Ummauerung und Verengung der Harnleiter mit nachfolgender Stauungsniere und chronischer Niereninsuffizienzführen. Tochtergeschwülste in anderen Organen treten im Gegenteil zum Korpuskarzinom relativ spät und selten auf (Leber, Lungen, Becken, Wirbelsäule). Abstrich nach Papanicolaou = PAP-Abstrich: Bei der Zell-(Zyto-)Diagnostik werden gefärbte Ausstriche von Präparaten hergestellt. Im Anschluß daran wird eine mikroskopische Untersuchung der Abstriche durchgeführt, um so Krankheiten, insbesondere Tumoren und Entzündungen, frühzeitig zu erkennen. So ist es möglich, schon im Vor- bzw. Frühstadium der Krebsentstehung beginnende Zellveränderungen zu erfassen. Gewonnen werden die Zellen durch direkte Abstrichentnahme von der Schleimhautoberfläche des Gebärmutterhalses und –mundes sowie der Scheidenwand. Die Beurteilung der Abstriche erfolgt entsprechend einer von Papanicolaou angegebenen Skala von PAP I (normales Zellbild) bis PAP V (eindeutig bösartige Tumorzellen). PAP I: Regelrechtes Zellbild, keine weiteren Maßnahmen erforderlich. PAP II: Normales Zellbild mit mehr oder minder ausgeprägten entzündlichen Zellen, möglichst Kontrolle (evtl. nach Behandlung der Entzündung). PAP III: Unklares Zellbild, bedingt durch schwerer entzündlich veränderte Zellen, Abstrichkontrolle(n) innerhalb von 3 Monaten nach Therapie der Entzündung, bei fehlender bzw. nur langsamer Verbesserung: Ausschabung der Gebärmutter (fraktionierte Kürettage) zur genauen histologischen Untersuchung. PAP IIID: Leichte bis mittelgradige Dysplasie, bei Vorhandensein>1Jahr bzw. Fortschreiten: therapeutische Konisation und Auskratzung zur genauen histologischen Untersuchung. Bei der Konisation wird ein kegelförmiges Stück Gewebe am Gebärmutterhals entnommen. Das Zentrum des Kegels bildet der Muttermund.
PAP IVa: Schwere Dysplasie, pathologische Zellen, Probeentnahme und histologische Untersuchung unbedingt erforderlich, diagnostische oder therapeutische Konisation, Kürettage oder ggf. Hysterektomie bei Krebsverdacht.

PAP IVb: Verdacht auf Mikrokarzinom, meist Hysterektomie erforderlich.
PAP V: Massenhaft eindeutig bösartige Tumorzellen, histologische Abklärung dringend erforderlich.

Kategorie: Krankheiten
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