UV-Strahlung

Hautkrebserkrankungen, besonders der schwarze Hautkrebs (maligne Melanom), haben weltweit dramatisch zugenommen. Auch in Deutschland hat sich die Zahl der Hautkrebserkrankungen in den letzten zehn Jahren in etwa verdoppelt. Gleiches gilt für Trübungen der Augenlinse. All das sind Anzeichen einer verstärkten UV-Einstrahlung auf die Erde und die damit verbundenen Auswirkungen auf den Menschen. Doch wie kommt es zu einem Mehr von diesem unsichtbaren sehr energiereichen Anteil des Sonnenlichts? Die Ozonschicht, die in einer Höhe von etwa 15 km beginnt und ca. 20 km dick ist, ist sozusagen die Sonnenbrille der Erde.

Sie filtert einen Großteil der gefährlichen UV-Strahlung aus dem Sonnenlicht aus. Doch die Ozonschicht wird dünner.Über Bayern zum Beispiel hat die Ozonschicht seit 1967 um rund 15 % abgenommen und an einer Stelle, über der Antarktis, hat sie einige Monate im Jahr sogar ein großes Loch; das Ozonloch. Die Wissenschaft geht davon aus, dass jedes Prozent Ozonverlust eine 2 %ige Zunahme der UVB- Strahlung auf der Erdoberfläche bewirkt und eine Erhöhung der Hautkrebsrate um 3 % nach sich zieht. Der Graue Star wird nach Ansicht amerikanischer Experten pro 1 % Ozonabnahme um 0,5 % zunehmen. Ursächlich für die erhöhte Hautkrebshäufigkeit ist aber auch das veränderte Urlaubs- und Reiseverhalten der Bevölkerung. Schon eine Ortsveränderung von Wiesbaden nach Rom erhöht den UV-Strahlenfluss um 100 %. Viele Urlauber berücksichtigen die stark erhöhte UV-Strahlung in äquatornäheren Ländern nur sehr unzureichend.

Ungenügender Hautschutz führt dann nach einer Latenzzeit von 10 – 20 Jahren zur Hautkrebsbildung. Nicht alle UV-Strahlen sind so gefährlich wie die UVB-Strahlen, oder die tödlichen UVC-Strahlen. Die UVA-Strahlen bräunen die menschliche Haut und werden deshalb von Solarienlampen erzeugt, den künstlichen Sonnen. Aber auch zuviel künstliche Sonne kann gefährlich sein.Umso kurzwelliger eine Strahlung ist, um so mehr Energie besitzt sie und umso gefährlicher kann diese Strahlung für lebende Organismen sein. Dementsprechend wurde die UV-Strahlung nach ihrer biologisch-medizinischen Wirkung in drei Gruppen eingeteilt: Der langwellige UVA-Anteil: er ist für die Hautbräunung verantwortlich; die Ozonschicht läßt diesen Anteil ungehindert passieren.Der kurzwellige energiereiche UVB-Anteil: er ist für Hautrötungen und Sonnenbrand verantwortlich; aber auch Hautkrebs und Augenkrankheiten wie der graue Star werden von diesen Strahlen ausgelöst; nur etwa 1 % dieser Strahlung gelangt normalerweise auf die Erdoberfläche, der Rest wird von der Ozonschicht ausgefiltert.

Der sehr energiereiche UVC-Anteil: diese UV-Strahlung ist extrem gefährlich für alle Lebewesen; von der Ozonschicht wird dieser Anteil vollständig ausgefiltert.Das Bundesamt für Strahlenschutz hat ein landesweites Messnetz eingerichtet, das die Stärke der UV-Strahlung kontinuierlich überwacht. Mit dem dort angegebene UV-Index läßt sich die noch ungefährliche Dauer eines Sonnenbades und der benötigte Sonnenschutzfaktor eines Sonnenschutzmittels für den jeweiligen Hauttyp errechnen. Besonders in südlichen Urlaubsländern sollten jedoch zusätzliche Gesundheitstipps beachtet werden.

Auswirkungen erhöhter UV-Strahlung

Vernünftiges Sonnenbaden regt in der menschlichen Haut die Bildung von Vitamin D an. Verantwortlich für die Vitamin-D-Produktion ist dabei der UV-Anteil der Sonnenstrahlung. Doch zu viel UV-Strahlung hat eine Reihe von negativen Auswirkungen auf den Menschen. Vorzeitige Hautalterung, die Entwicklung von Hauttumoren, Augenkrankheiten sowie eine Schwächung des Immunsystems können langfristige Folgen übermäßiger UV-Bestrahlung sein. Für das Entstehen von Hauttumoren, wie dem sehr bösartigen „schwarzen Hautkrebs” (malignen Melanom), wird die energiereiche kurzwellige UVB-Strahlung verantwortlich gemacht. Wenn sie auf die Haut auftrifft, dringen bis zu 50 % dieser Strahlung in die lebenden unteren Hautschichten (Ephithelzellen) ein. Dort wirken sie wie ionisierende Strahlung, das bedeutet sie können Hautzellen schädigen.

Der Sonnenbrand ist eine typische Erscheinungsform solcher geschädigter Hautzellen. Wird die Erbinformation einer Hautzelle – die DNS im Zellkern – geschädigt, stirbt die Hautzelle normalerweise ab, oder der Zellkern repariert die DNS selbst. Vermehren sich aber Hautzellen mit geschädigter Erbinformation, entsteht daraus ein unkontrolliertes Zellwachstum, der Hautkrebs. Auch Augenkrankheiten werden durch die energiereiche UVB-Strahlung verursacht. Da das Auge bei starker Sonneneinstrahlung keinen Pigmentschutzschicht bilden kann – wie es die Haut in Form von Bräunung tut – kann sich die Augenlinse durch gebildete Pigmente trüben.

UVB-Strahlung kann auch das Immunsystem schwächen, indem sie die körpereigene Bildung von T-Zellen – T-Zellen sind für die Immunabwehr verantwortlich – stört.Besonders betroffen von der Gefahr erhöhter UV-Strahlung sind hellheutige Menschen in sonnenreichen Ländern, wie Australien. Auch Berufsgruppen, die langer Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind, wie Gärtner und Landwirte, gehen ein erhöhtes Gesundheitsrisiko ein. Das Risiko einer Erkrankung ist dabei abhängig von der gesammten aufgenommenen UV-Strahlungsmenge und dem Hauttyp. So sollten 50 Sonnenbäder im Jahr, inklusive Solarienbenutzungen, nicht überschritten werden.

Solarien – die künstlichen Sonnen

Solarien werben gern mit gesunder Bräune und risikoloser Schönheit. Laut einer Pressemitteilung des Bundesamtes für Strahlenschutz vom Januar 1998 ist die Strahlung von Solarien keineswegs harmloser als natürliche Sonnenstrahlung; weiter heißt es: „Langzeituntersuchungen in Schweden, Belgien, Schottland und Kanada haben gezeigt, daß das Krebsrisiko durch Bräunung in Solarien deutlich erhöht sein kann”. Bei modernen Solarien wird hauptsächlich die langwellige UVA-Strahlung verwendet, der energiereichere UVB-Anteil ist überwiegend ausgefiltert, um Sonnenbrände zu vermeiden.

Das UVA-Licht bewirkt, daß das Menalin der Haut von den tieferen Hautschichten in die oberen Hautflächen transportiert wird. Dort wird es in Farbpigmente umwandelt und zeigt sich dann als braune Haut. Eine länger anhaltende Hautbräunung kann allerdings nur dadurch erreicht werden, in dem der UVA-Anteil verstärkt wird. Die Schädigung der Haut durch den Bräunungsvorgang ist dann vergleichbar mit jener die durch natürliches Licht bei gleicher Hautbräune entsteht, laut Erkenntnissen des Bundesamtes für Strahlenschutz. Beliebt ist auch das Vorbräunen der Haut, um sie an die Sommersonne zu gewöhnen. Da aber der Eigenschutz – in Form von verdickter Hornhaut – nur durch den UVB-Anteil aufgebaut wird, verbessern Solarien den Eigenschutz der Haut oft nicht. Besonders betroffen von übermäßigem Solariengebrauch sind Kinder, Jugendliche und Personen mit heller und empfindlicher Haut. Auch Menschen mit einer großen Anzahl von Leberflecken, sowie diejenigen mit einem genetischen Hautkrebsrisiko sollten vorsichtig sein.

Gesundheitstipps

Besonders betroffen von übermäßiger UV-Bestrahlung (Sonnen- oder Solariumbestrahlung) sind Kinder, Jugendliche und Personen mit heller und empfindlicher Haut. Auch Menschen mit einer großen Anzahl von Leberflecken, sowie diejenigen mit einem genetischen Hautkrebsrisiko sollten vorsichtig sein.Der wirksamste Sonnenschutz sind lockere Kleidung, Hut und Sonenbrille. Je dichter das Gewebe der Kleidung verarbeitet ist, desto besser schützt es vor UV-Strahlung. Baumwollgewebe oder Polyester- /Baumwollgewebe bieten den besten Schutz; aber auch reine Polyestergewebe, Viskose- und Leinengewebe sind geeignet. Sonnenbrillen sollten auch vor seitlichem Streulicht schützten und Brillengläser mit CE-Prüfzeichen bieten ausreichenden Schutz vor der UV-Strahlung. Unbedeckte Körperpartien sind am besten eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad mit Sonnenschutzmittel einzureiben.

50 Sonnenbäder pro Jahr, inklusive Solarienbesuche, sollten laut Bundesamt für Strahlenschutz nicht überschritten werden. Vermeiden sie dabei einen Sonnenbrand.Gewöhnen sie ihre Haut langsam an die Sonnenbestrahlung. Bedingt durch den starken Ozonabbau im Frühjahr, kann die Frühlingssonne besonders intensiv sein.Meiden sie besonders in südlichen Ländern die intensive Mittagssonne zwischen 12 und 15 Uhr. Nasse Haut weicht auf und lässt die UV-Strahlung tiefer eindringen, trocknen sie sich deshalb nach dem Baden ab.Verwenden sie ein Sonnenschutzmittel mit dem richtigen Lichtschutzfaktor – abgestimmt auf ihren persönlichen Hauttyp – und einer Schutzwirkung gegen UVB-Strahlen. Kosmetika, Deodorants und Parfüms können zu Hautflecken führen oder allergische Reaktionen auslösen, verwenden sie diese möglichst nicht während eines Sonnenbades.Kleinkinder müssen besonders gut geschützt werden. Kinderhaut ist noch sehr empfindlich und ihre Schutzfunktion ist noch nicht vollständig ausgebildet, sie befindet sich noch in der Entwicklung. Deshalb sollten Kleinkinder möglichst keinen Sonnenbrand erleiden.

Das Ozonloch

Im Oktober 1999 hat die amerikanische Weltraumbehörde NASA das bisher größte Ozonloch über dem Südpol gemessen. Seine Ausdehnung betrug 27 Millionen Quadratkilometern, das entspricht in etwa der doppelten Größe Europas. Diese sogenannten FCKW´s wurden als Treibmittel für Spraydosen, als Kühlmittel für Kühlschränke und Klimaanlagen und als Treibmittel für Kunststoffschäume Durch den weiter fortschreitenden Abbau der Ozonschicht kann mehr energiereiche UV-Strahlung auf die Erdoberfläche einstrahlen. Eine Verstärkung dieser schädlichen unsichtbaren Sonnenstrahlung erhöht beim Menschen jedoch das Risiko von schwerwiegenden Haut- und Augenerkrankungen. So ist schon heute ein Anstieg von Hautkrebserkrankungen und Augenkrankheiten zu beobachten. Die Ozonschicht über Europa ist in den letzten 20 Jahren um 5 bis 10 % dünner geworden. Allerdings unterliegt der Ozonabau einer starken jahreszeitlichen Schwankung.

INFO Flurchlorkohlenwasserstoffe
Die Sammelbezeichnung FCKW (Flurchlorkohlenwasserstoffe) steht für chlor- und flurhaltige Kohlenstoffverbindungen, die als Feuerlösch- und Kältemittel, Treibgase und Schäumungsmittel vielfach eingesetzt wurden. Von der Umweltbelastung durch FCKWs ist hauptsächlich die Atmosphäre betroffen. So stammt ein großer Anteil der Kohlenstoffchlorverbindungen in der Atmosphäre von den in die Umwelt abgegebenen FCKWs. Durch Ausgleichsvorgänge in der Atmosphäre gelangt FCKW in höhere Luftschichten. Eine Giftigkeit von FCKWs auf lebende Organismen konnte nicht festgestellt werden.

Die stärksten Ozonverluste finden im Winter und Frühjahr statt. Es können über kurze Zeitspannen auch spontan Minilöcher auftreten und wieder verschwinden. Hauptverursacher der Ozonzerstörung sind die langlebigen künstlichen Fluorchlorkohlenwasserstoffe verwendet, genauer das daran gebundenen Chlor.Diese sogenannten FCKW´s werden in vielen Bereichen eingesetzt, z.B als Treibmittel in Spraydosen und als Kühlmittel für Kühlschränke und Klimaanlagen. Sind die FCKW´s nach jahrelanger Reise durch die Atmosphäre in der Ozonschicht angekommen, können dort, durch teilweise komplexe Reaktionsketten, von einem Chloratom bis zu 10.000 Ozonmoleküle zerstört.

Rund 20% der ozonzerstörenden Substanzen werden aus natürlichen Quellen, wie Vulkanen, Algen und Seetang freigesetzt.Im Montrealer Protokoll von 1989 wurde ein weltweiter Ausstieg aus der FCKW-Produktion beschlossen. Seit 1994 haben mindestens 136 Vertragspartner dieses internationale Abkommen umgesetzt. Dies führte zu einer weltweiten Halbierung der FCKW-Herstellung und deren Einsatz. Deutschland verpflichtete sich ab 1995 aus der FCKW-Verwendung auszusteigen, seither ist die Produktion und Verwendung nur noch in Ausnahmefällen erlaubt. Obwohl die Konzentration von ozonzerstörenden Stoffen in den unteren Schichten der Atmosphäre in diesem Jahr erstmals zurückgegangen ist, wird die Zerstörung der Ozonschicht noch über Jahre vielleicht Jahrzehnte andauern.

Kategorie: Umwelt
© 1997-2017 | -