Sonnenbrand

Wenn Sie sich eine „gesunde” Bräune zulegen möchten, sollten Sie Ihre Haut langsam an die Sonne gewöhnen, damit sie nicht rot statt braun wird. Sonst steigt bekanntlich die Hautkrebs-Gefahr, aber auch die Anzahl der Falten. Was viele nicht wissen: Die Haut altert durch die UV-Strahlen auch dann schon schneller, wenn noch lange kein Sonnenbrand entsteht.

Dabei ist es egal, ob die Bestrahlung „natürlich” ist oder aus der Dose kommt. Alternativ kann man „blasse Zeiten” mit Selbstbräunungspräparaten – ohne Sonnen-Nebenwirkungen – überbrücken.

Sonnenbrand: Krankheitsbild

Etwa drei bis vier Stunden nach zuviel Sonneneinstrahlung wird die Haut rot, heiß, schmerzt und schwillt an. Dies ist dann eine Verbrennung ersten Grades. Bei einer schwereren Verbrennung (Verbrennung zweiten Grades) bildet die verletzte Haut Blasen, die vom Arzt behandelt werden sollten. Vor allem dürfen Sie die Brandblasen nie selbst öffnen, da diese vor Infektionen schützen.

Auswirkungen

Jeder Sonnenbrand hinterlässt seine Spuren, die man lange nicht sieht. Denn die obere Schicht der Haut erholt sich zwar schnell wieder, in der Tiefe der Haut brennt sich die übermäßige Sonneneinstrahlung aber unwiderruflich ein. Ihre Haut vergisst die Sonnenstrahlen nicht! Bei Menschen, die jedes Jahr einen oder sogar mehrere Sonnenbrände bekommen, addieren sich diese Schäden. Auf Dauer und vor allem, wenn in der Kindheit starke Sonnenbrände waren, kann daraus Hautkrebs entstehen – und in jedem Fall altert die Haut schneller. Jede Verbrennung, die über eine Rötung der Haut hinausgeht, sollte vom Arzt behandelt werden, besonders wenn Gesicht oder Gelenke betroffen sind. Durch den Flüssigkeitsverlust und die starken Schmerzen kann es bei größeren Verbrennungen sogar zum Schock kommen. Schon bei kleineren Verbrennungen besteht immer die Gefahr, dass Bakterien eindringen. Vor allem Kinder, die größere Flächen schmerzhaft gerötete Haut mit Fieber haben, müssen zum Arzt.

Therapie

Wenn die Haut durch zuviel Sonne heiß geworden ist und anfängt, weh zu tun, hilft am besten Kühlen. Gut geeignet ist dazu kaltes Wasser mit ein wenig Essig. Essig wirkt zusammenziehend auf die Gefäße und lindert dadurch die Entzündung. Möglich sind auch kalte Umschläge mit Kamillen- oder Grüntee, Joghurt oder Quark: Ein Küchentuch damit tränken beziehungsweise fingerdick bestreichen, wenn der kühlende Effekt nachlässt, erneuern.

Auch After-Sun-Produkte wirken durch ihren Alkoholgehalt kühlend, außerdem geben sie der Haut Feuchtigkeit, wirken aber nicht heilend. Ideal: Aloe-vera-Gel wirkt kühlend und zusätzlich entzündungshemmend und wundheilungsfördernd.
Auf keinen Fall dürfen Mehl, Puder oder Öl auf die verbrannte Haut aufgetragen werden. Das hilft nicht und die Gefahr einer Infektion steigt. Auch Fettsalben und Wärme sind bei akutem Sonnenbrand nicht geeignet.

Ist die Entzündung abgeklungen, können Heilsalben oder Lotionen mit Dexpanthenol oder Ringelblume aufgetragen werden, damit sich der Wasser-Fett-Schutzmantel wieder aufbaut. Gegen Schmerz und Entzündung helfen Schmerzmittel.
Antiallergische Mittel sollen entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken. Muss die Entzündung schnell zurückgehen, weil große Flächen verbrannt sind, verschreibt der Arzt Kortisonsalben oder -lotion.

Wichtig: Bei einem Sonnenbrand geht dem Körper viel Flüssigkeit verloren, deshalb viel trinken! Bei schweren Verbrennungen sind Flüssigkeitsinfusionen durch die Vene erforderlich. Und die geplagte Haut nicht zu schnell wieder der Sonne aussetzen.

Bei stärkeren Verbrennungen legt der Arzt Verbände mit antiseptisch wirksamen Salben und fetthaltiger Gaze an. Die auftretenden Brandblasen nie selber öffnen, sie schützen vor Infektionen.

Vorsorge

Für die Freunde und Freundinnen der „vornehmen Blässe” ist alles ganz einfach: Sonnenhut, die richtige Sonnenbrille mit UV-Schutz, alle Körperteile mit luftigen Stoffen bedeckt und auf den Rest dick die Sonnencreme aufgetragen – damit ist die Sonnenbrand-Gefahr weitgehend gebannt.

Aber auch „Bräunungswillige” müssen sich vor der aggressiven UV-Strahlung schützen: Vor dem Bad in der Sonne sollte man unbedingt Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor (LSF) Info auftragen. Sonnenöle mit sehr niedrigem LSF sind für empfindliche Hauttypen nicht ratsam. Bei heller Haut empfiehlt sich ein LSF von mindestens 15. Sonnenschutzmittel entfalten ihre volle Wirksamkeit erst nach etwa einer halben Stunde, deshalb bitte rechtzeitig eincremen. Die in den Sonnenschutzmitteln enthaltenen Filtersubstanzen sind übrigens nicht unbegrenzt haltbar – also immer auf das Verfallsdatum achten!

Besonders Kinder müssen natürlich vor zuviel Hitze und Sonnenbrand geschützt werden. Da Sonnenschutzmittel erst ab dem ersten Lebensjahr verwendet werden sollen, gehören Babys immer in den Schatten.

Wer nicht sicher ist, wie viel Sonne seiner Haut gut tut, kann mit einem UV-Dosimeter aus der Apotheke die Sonneneinstrahlung über den Tag messen. Es wird einfach auf die Haut geklebt und auch mit eingecremt.

Wichtig: Immer langsam an die Sonne gewöhnen – pro Sonnenbad sollten Sie die Bestrahlungsdauer nur um 10 bis 20% steigern. Zumal eine langsame Bräunung länger anhält und gleichmäßiger ist. Nehmen Sie möglichst keine Sonnenbäder in der prallen Mittagssonne. Empfindliche bzw. stark der Sonne ausgesetzte Körperteile wie die Schultern sollten Sie frühzeitig z. B . durch Tragen eines T-Shirts schützen.

Häufige Fragen

Wann schadet die Sonne der Haut?
Hautschäden können schon entstehen, bevor sich ein Sonnenbrand entwickelt: Bei Menschen mit heller bis hellbrauner Haut und dunkelblonder bis brauner Haarfarbe kann sich an einem Junitag in Mitteleuropa nach 30 bis 45 Minuten ein Sonnenbrand entwickeln, der Schutz vor vorzeitiger Hautalterung hält aber nur 15 bis 20 Minuten! Im Gebirge oder in heißeren Klimazonen, bei Schnee im Wasser oder an weißem Sand ist diese Zeit deutlich kürzer, die Strahlenbelastung u. a. aufgrund der starken Sonnenreflexion höher und bei bedecktem Himmel oder Wind schwer einzuschätzen.

Ist die Bräune aus dem Solarium besser für die Haut?
Die besonders schädlichen UV-B-Strahlen wurden in den Solarien reduziert (nicht dagegen in Höhensonnen!), der UV-A-Anteil deutlich erhöht. Das bewirkt einen schnellen Bräunungseffekt durch chemische Veränderungen an Vorstufen der Pigmente, diese Bräune verblasst aber schnell wieder. Die langanhaltende Bräunung entsteht durch die UV-B-Strahlen, die die Pigmentzellen zur Bildung des braunen, schützenden Farbstoffs Melanin anregen und zu einer Verdickung der Haut, der „Lichtschwiele” führen. Sicher ist, dass auch Solarien zu einer vorzeitigen Hautalterung führen.

Kategorie: Krankheiten
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