Smog

Das Wort Smog kommt aus dem Englischen und setzt sich aus den Worten smoke (Rauch) und fog (Nebel) zusammen. Heute verbindet man mit dem Wort Smog die Belastung unserer Umwelt durch drei unterschiedliche Smogtypen:

Der klassische Smog, auch als London-Smog bekannt, forderte schon zu Beginn des Industriezeitalters in deren Ballungsgebieten die ersten Todesopfer. Dank Abgasfilterung und moderner Heiztechnik spielt der London-Smog mittlerweile eine untergeordnete Rolle. Heute bedeutender ist der in den 50er Jahren zuerst in Los Angeles beobachtete Sommersmog.

Überall dort wo die Luft angereichert ist mit Auspuffabgasen und die Sommersonne lange und kräftig scheint, entsteht dieser Giftkocktail, aus hochreaktivem Ozon und aggressiven giftigen Begleitsubstanzen. Elektrosmog ist im eigentlichen Sinn keine Luftverschmutzung mit Schadstoffen, gemeint sind elektromagnetische Felder in menschlicher Umgebung.Durch den stark ansteigenden Gebrauch von elektronischen Geräten wie Computern und Handys, ist Elektrosmog ein Bestandteil unseres täglichen Lebens geworden. Ihre gesundheitsgefährdende schädliche Wirkung ist allerdings bis heute nicht eindeutig nachweisbar.

Der klassische Smog

Der Winter-Smog, das Synonym für eine gelbliche Mischung aus schwefelhaltigen Abgasen, Rußpartikeln und Nebel, war und ist bis heute ein Problem weltweiter industrieller Ballungsgebiete. Smog verursacht beim Menschen Atemwegserkrankungen und Kreislaufstörungen. Alte und kranke Menschen, sowie Säuglinge und Kleinkinder sind besonders davon betroffen. Bei ihnen kann eine länger anhaltende Smogbelastung zum Tode führen. So liegt die Sterblichkeitsrate laut Stat. Bundesamt bei alten Menschen an Smogtagen um ca. 15% höher als normal. Diese gefährliche Ansammlung von Ruß und Verbrennungsabgasen aus Industrie, Gebäudeheizungen und Verkehr kann dann entstehen, wenn eine Inversionswetterlage vorherrscht. Die hauptsächlich im Herbst und Winter auftretenden, oft über mehrere Tage anhaltenden Inversionswetterlagen, verhindern einen Luftaustausch zwischen den oberen und unteren Luftschichten.

Die Schadstoffe in den unteren Luftschichten können nun nicht mehr in höhere Luftschichten verteilt und weitertransportiert werden. Sie sind unter einer Dunstglocke gefangen und ihre Konzentration wächst mit jedem weiteren Smogtag an.Die Londoner „Erbsensuppe” ist wohl die bekannteste und älteste Smogregion des Industriezeitalters, daher auch die oft benützte Bezeichnung London-Smog. Eine Smog-Katastrophe im Dezember 1952, die über 5 Wochen andauerte, kostete mehrere tausend Londoner das Leben. Durch die Einführung von Luftreinhaltegesetzen, z.B. dem Bundesimmissionsschutzgesetz, konnte in vielen deutschen Ballungsgebieten eine erhebliche Verringerung des Schadstoffausstoßes erreicht werden. Filteranlagen für Industrieschornsteine, die Umstellung von Holz-und Kohlefeuerung auf Öl-und Gasfeuerung, und die Einführung des Katalysators für PKW, sind Maßnahmen die dazu geführt haben, dass auch in historischen Smoggebieten, wie dem Ruhrgebiet, Berlin oder Stuttgart, Smogperioden heutzutage selten vorkommen. Städte wie Athen, Istanbul, Tokyo und Mexiko-Stadt haben wegen fehlender Luftreinhaltungsmaßnahmen, ungünstiger Lage oder ihrer Größe, heute jedoch noch häufig mit Smog zu kämpfen.

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Droht in deutschen Städten Wintersmoggefahr, tritt die Smogverordnung in Kraft; – nicht zu verwechseln mit der Sommersmogverordnung für Ozonsmog. Diese, durch die einzelnen Bundesländer selbst festgelegte Regelung sieht im allgemeinen drei Alarmstufen vor:

Vorwarnstufe Aufruf zu gesundheits-und umweltbewusstem Verhalten
Alarmstufe I Fahrverbote können ausgesprochen werden;der Einsatz schwefelarmer Brennstoffe kann vorgeschrieben werden
Alarmstufe II Fahrerlaubnis nur für Autos mit 3-Wege-Kathalysator; Stilllegungsanordnung für Industriebetriebe

Der Sommer-Smog

Gehören auch Sie zu den 10 % der Bevölkerung die besonders empfindlich auf Ozon reagieren? Ozon der Hauptbestandteil des Sommersmogs – diesem Choktail aus aggressiven gesundheitsschädlichen Luftschadstoffen, der sich nur an Schönwettertagen und überwiegend in Ballungsgebieten bilden. Ozon ist ein sehr aggressives giftiges Reizgas. Beim Menschen kann Ozon nicht nur Reizungen von Augen, Nase und Hals verursachen, sondern auch Lungenfunktionen beeinträchtigen. Engegefühle im Brustbereich, Husten und Atembeschwerden sind typische Anzeichen erhöhter Ozoneinwirkung. Welche Personen gehören nun zu den betroffenen Risikogruppen? Personen die häufig längeren, anstrengenden körperliche Tätigkeiten im Freien nachkommen. Dazu gehören zum Beispiel im Freien spielende Kinder und Sporttreibende. Bestimmte Berufsgruppen wie Landwirte und Bauarbeiter sind ebenfalls betroffen. Maßgebend für die gesundheitsbeeinträchtigende Wirkung von Ozon auf Menschen ist die Ozondosis.

Die Ozonkonzentration, die Einwirkdauer und das inhalierte Atemvolumen sind dabei die bestimmenden Grössen. Über die Einwirkdauer und das inhalierte Atemvolumen hat jeder die Möglichkeit die Ozondosis gering zu halten. Ein Beispiel: Ein Jogger hat gewöhnlich einen schnelleren Atemrythmus und ein größeres Atemvolumen als ein Fußgänger, was bedeutet daß der Jogger – in gleicher Zeit – mehr Ozon in die Lunge atmet als der Fußgänger. Weiterhin ist der Ozontagesgang zu beachten. Der typische Tageslauf der Ozonkonzentration zeigt am frühen Vormittag ein erstes kleines Maximum – überwiegend verursacht durch den einsetzenden Berufsverkehr – im Laufe des Tages steigt die Ozonkonzentration weiter an und erreicht am späten Nachmittag seine Tagesrekordwerte. Mit einsetzender Dämmerung nimmt die Ozonkonzentration dann wieder ab. In ländlichen Gebieten allerdings, nimmt die Ozonkonzentration oft auch über Nacht nicht oder nur gering ab. So können während längerer Sommersmogperioden in ländlichen Gebieten konstant hohe Ozonbelastungen vorherrschen. Das hat folgenden Grund: Einerseits produzieren Abgase unter Sonneneinstrahlung Ozon, andererseits verbrauchen Abgase wieder Ozon – während des Tages wird unter starker Sonneneinstrahlung mehr Ozon produziert als verbraucht wird – erst bei einsetzender Dämmerung wird nur noch Ozon verbraucht.

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Die Wirkung von Ozon

Die Wirkung bei Pflanzen:
Erste ozonbedingte Pflanzenschäden wurden bereits 1958 in Kalifornien nachgewiesen. Heute ist bekannt dass Pflanzen mit unterschiedlich hoher Empfindlichkeit auf Ozon reagieren. Über Spaltöffnungen dringt Ozon in das Innere von Pflanzenblättern ein und schädigt Zellen, genauer die Fettsäuren von Membranen. Atmungs-und Photosynthese-Prozesse der Pflanze werden gestört. Bei Kartoffeln, Weizen und Zuckerrüben verursacht Ozon Ernteschäden. Die besonders hohe Empfindlichkeit von Tabak bescherte den Tabakbauern 1959 im Connecticut-Tal Schäden von 5 Mio. Dollar. Welchen Anteil Ozon am Waldsterben hat konnte bis jetzt nicht eindeutig geklärt werden. Es wir angenommen dass eine hohe Ozonbelastungen unter gewissen Voraussetzungen das Waldsterben begünstigt.

Wirkung beim Menschen:
Beim Menschen verursachen erhöhte Ozongehalte die Beeinträchtigung von Lungenfunktionen. Subjektive Befindlichkeitsstörungen wie Husten , Engegefühle in der Brust, Reizung der Atemwege und Atembeschwerden sind weitere Symptome erhöhter Ozonkonzentrationen.

Das Reizgas Ozon wird über die Atmung aufgenommen und kann bis in die feinsten Verästelungen der Lunge, den Alveolen, vordringen. Dort schädigt das freie Radikal Ozon die Lungenzellen. Die Ozondosis, ein Konzept das die körperliche Aktivität und Verweildauer berücksichtigt, lässt dabei objektivere Aussagen zu über tatsächlich aufgenommene Ozongehalte und deren akuter Wirkung.Aufgrund neuer Hinweise auf eine krebserregende Wirkung von Ozon wurde es von der MAK-Kommission (MAK: maximale Arbeitsplatzkonzentration) in die Liste der „Stoffe mit begründetem Verdacht auf krebserzeugendes Potential” aufgenommen.

Gesundheitstipps

Zu den Risikogruppen gehören alle Menschen die sich länger andauernden Belastungen im Freien aussetzten. So sind zum Beispiel Sportler, Landwirte, Gärtner und Kinder eher betroffen als ältere und kranke Menschen. Vermeiden sie deshalb während der Ozonspitzenzeiten von 11 Uhr bis etwa 17 Uhr längere körperliche Anstrengungen im Freien. Verschieben sie sportliche Aktivitäten auf den Abend oder den frühen Vormittag.Verfolgen sie die Ozontageswerte sowie die Ozonprognose für die kommenden Tage.In Reinluftgebieten und in den Bergen nimmt die hohe Ozonkonzentration oft auch über Nacht nicht ab, deshalb herrschen dort am Tag ähnlich hohe Ozonbelastungen wie in großen Städten.Kinder sollten das Spielen im Freien auf den Abend verlegen.Fragen sie ihren Arzt ob sie zu den 10% der Gesamtbevölkerung gehören, die überdurchschnittlich empfindlich auf Ozon reagieren; Ist das der Fall sollten sie jede übermäßige körperliche Anstrengung im Freien vermeiden.

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Elektrosmog

Immer häufiger taucht in den Medien das Wort Elektrosmog auf. Was ist damit gemeint? Als Elektrosmog bezeichnet man künstlich erzeugte elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder, die uns umgeben und möglicherweise unsere Gesundheit beeinflussen können. Die elektromagnetischen Felder von Hochspannungsleitungen zum Beispiel, stehen schon seit 20 Jahren im Verdacht besonders bei Kindern eine leichte Steigerung von Leukämie-Erkrankungen zu verursachen. Der überwiegende Anteil von Elektrosmog entsteht jedoch durch den Gebrauch von elektrischen Geräten in unserer Umgebung. Untersuchungen haben gezeigt, daß die biologische Wirkung von Elektrosmog von der Frequenz seines Feldes abhängig ist. Daher kann man zwei Typen von Elektrosmog unterscheiden: Niederfrequente Felder; sie entstehen in der Umgebung von Hochspannungs- und Bahnleitungen, Halogenlampen, Elektroherden und Geräten mit Transformatoren.

Ist E-Smog gesundheitsschädlich?

Obwohl schon etliche Untersuchungen durchgeführt wurden, weiss man bisher wenig über die gesundheitlichen Gefahren, die von Elektrosmog ausgehen. Bis jetzt am besten abgesichert, ist die Beeinflussung des menschlichen Hormonhaushalts durch niederfrequente elektromagnetische Felder. Untersuchungen haben ergeben, daß die nächtliche Ausschüttung von Melatonin, einem Hormon der Zwirbeldrüse, durch diese Felder stark reduziert wird. Störungen des Tag-Nacht-Rhythmuses, Schlafstörungen und psychische Beeinträchtigungen können die Folgen sein. Der Verdacht, daß der niederfrequente Elektrosmog die Krebsabwehr von Erwachsenen und Kindern schwächt, konnte bisher allerdings nicht erhärtet werden.

Gesundheitstipps

Halten sie Abstand von Elektrosmog-Quellen, denn mit der Entfernung zu elektrischen Geräten nimmt die Stärke des Feldes rapide ab. Bei Mikrowellen im Betrieb sollte ein Sicherheitsabstand von mindestens einem Meter eingehalten werden. Trafos für Halogenlampen sollten nicht in Benutzernähe stehen oder montiert werden. Aus Schlaf – und Kinderzimmern sollten Elektrogeräte wie z.B. Fernseher und Stereoanlagen möglichst verbannt werden. Der Radiowecker sollte so weit wie möglich vom Bett entfernt aufgestellt werden.Handys mit ausziehbarer und zum Kopf hin abgeschirmter Antenne bieten besseren Schutz. Im Auto sollte das Handy nur mit einer Außenantenne benutzt werden. Träger von Herzschrittmachern sollten Handys nicht in der Brusttasche aufbewahren.Antennen von Handys mit größerer Leistung (sog. Portables) sollen mindestens 50 cm Abstand vom Schrittmacher haben.

Kategorie: Umwelt
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