Brustkrebs – Mammakarzinom

Brustkrebs macht ein Viertel aller bösartigen Erkrankungen bei der Frau aus und ist hierzulande somit der häufigste bösartige Tumor der Frau – ungefähr 25% aller derartigen Erkrankungen. Fast jede neunte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an einem Mammakarzinom. Zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr steigt die Häufigkeit ständig an und erreicht danach ein Plateau. Ein zweiter Anstieg ist in dem Zeitraum nach der Menopause zu verzeichnen. Das Mammakarzinom ist die häufigste Todesursache bei Frauen zwischen 40 und 50 Jahren. Das Durchschnittsalter, in dem Brustkrebs erkannt wird, beträgt 60 Jahre. Der Fortschritt der Medizin hat sich in den letzten Jahren auch bei dieser Erkrankung günstig ausgewirkt. Durch Verbesserung der diagnostischen Möglichkeiten sowie der operativen und medikamentösen Therapie führte dies zwar zu einer leicht ansteigenden Tendenz der Brustkrebsdiagnosen, jedoch gleichzeitig auch zu einem deutlichen Rückgang der Sterblichkeit an dieser Krebsart.

Ursachen/ Risikofaktoren

Brustkrebs tritt vor allem bei Frauen auf, ist aber selten einmal auch bei Männern zu finden. Allgemein lässt sich sagen, dass Brustkrebs in Industrieländern – mit Ausnahme von Japan, wo die Erkrankung selten ist – viel häufiger auftritt als in unterentwickelten Ländern.

Es wurde weiterhin festgestellt, dass weiße Frauen ein besonders hohes Risiko für Brustkrebs haben. Wie bei den meisten Krebserkrankungen kennt man auch beim Brustkrebs nicht die eigentlichen Ursachen. Als gesichert gilt ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Bekannt sind einige Risikofaktoren.

Neben einer gesundheitsschädigenden Lebensweise (Rauchen, sehr fettreiche Ernährung mit Übergewicht, Alkoholkonsum) werden erbliche und hormonelle Faktoren angenommen. Wissenschaftler entdeckten zwei Gene, die beim familiären Typ des Brustkrebses das erhöhte Erkrankungsrisiko bedingen: Brustkrebs durch familiäre Belastung. Sind die Mutter oder eine Schwester an Brustkrebs erkrankt, erhöht sich demzufolge das Risiko für eine eigene Erkrankung um das zwei bis dreifache. Ein weiterer Risikofaktor sind Krebserkrankungen in der eigenen Krankengeschichte wie Gebärmutter- und Eierstockkrebs, aber auch Dickdarmkrebs.

Die zunächst gutartige Vermehrung der Drüsenläppchen und des Bindegewebes, die sog. proliferative Mastopathie stellt einen weiteren Risikofaktor dar. Die Erkrankung wird im Zusammenhang mit Hormonschwankungen während der Monatsblutung gesehen und in drei Grade eingeteilt. Während Grad I und II als ungefährlich gelten, verstehen Spezialisten Grad III bereits als Vorstufe eines Brustkrebses. Ursachen, die im engen Zusammenhang mit dem Hormonstatus einer Frau stehen, sind weiterhin :

  • Beginn der Menstruation vor dem 12. Lebensjahr (frühe Menarche)
  • Ende der Menstruation nach dem 55.Lebensjahr (späte Menopause)
  • Keine Schwangerschaft bzw. Schwangerschaft nach dem 30.Lebensjahr.

Mastopathie INFO:
Wucherung des Drüsen- und Bindegewebes in der Brust, die vor allem bei Frauen zwischen 35 und 50 Jahren auftritt. Dabei stehen Umbauprozesse der Brustdrüse im Vordergrund, deren Ursache ein hormonelles Ungleichgewicht zwischen den weiblichen Sexualhormonenen Östrogenen und Progesteron ist. Die einfache Mastopathie wird nicht als Präkanzerose angesehen. Bei (Grad II und III) besteht ein erhöhtes Entartungsrisiko, es sollten regelmäßige Kontrollen erfolgen. Symptome sind u.a. knotige Verhärtungen, Schmerzen der Brust (Mastodynie), seltener kommt es zu Ausfluss aus der Brustwarze (“blutende Mamma”). Auffallend ist die prämenstruelle Verstärkung der Symptome. Bei der Erkrankung werden drei Grade unterschieden. Grad I: Einfache Mastopathie mit Bindegewebszunahme, Umbau des Läppchensystems und Erweiterung der Milchgänge bis zur Ausbildung von Zysten. Grad II: Gering proliferierende Mastopathie mit Wucherungen des Milchgangepithels. Grad III: Atypische proliferierende Mastopathie mit Epithelproliferationen bei zellulären Atypien und Kernatypien. Eine Abgrenzung bösartiger Umbauprozesse im Bereich der Milchgänge ist nur histologisch möglich.

Inwiefern eine Hormoneinnahme das Brustkrebsrisiko ansteigen lässt, ist umstritten. Postmenopausale Hormontherapie mit dem weiblichen Sexualhormon Östrogen und die Einnahme der Antibaby-Pille wurden als Risikofaktoren zwar diskutiert, erhöhen aber laut Studien mit großen Patientinnenzahlen und langer Beobachtungszeit das Risiko nicht. Endgültige Ergebnisse stehen noch aus.

Krankheitsbild

Denkt man sich ein Kreuz mit der Brustwarze als Zentrum, so kann man eine Einteilung in vier Quadranten vornehmen. Besonders häufig ist der obere äußere Quadrant befallen, da er auch den größten Teil der Brustdrüse enthält. Nur in ca. 3% kommt der Krebs beidseitig vor.

Oft wird durch die Patientin ein Knoten oder eine Verhärtung bei der Selbstuntersuchung der Brust bemerkt. Da aber leider immer noch nicht alle Frauen dieser einfachen und möglicherweise lebensrettenden Maßnahme trauen, ist es unbedingte Pflicht eines jeden Hausarztes und Gynäkologen, regelmäßig die Brust sorgfältig mit den Händen zu untersuchen. Ist der entdeckte Knoten schmerzlos und hart, hat er unregelmäßige Grenzen und lässt sich schlecht oder gar nicht verschieben, ist das ein möglicher Hinweis auf Brustkrebs und sollte Sie sofort zu einem Arztbesuch veranlassen. Der Knoten ist bei mehr als der Hälfte der Fälle (55%) im äußeren oberen Viertel der Brust zu finden.
Weitere Anzeichen, die Sie unbedingt durch einen Arzt abklären lassen sollten, sind:

  • Tastbare steinharte Lymphknotenvergrößerung in der Achselhöhle.
  • Veränderung von Brustgröße und –form. Achten Sie auf Unregelmäßigkeiten Ihrer Brust wie Dellen und Hauteinziehungen!
  • Ausfluss aus der Brustdrüse, der blutig oder hell-dünnflüssig sein kann.
  • Veränderung von Farbe oder Empfindlichkeit der Haut von Brust, Warze oder Warzenvorhof – die Haut des Warzenhofes ist z. B. unregelmäßig verdickt, an einer Stelle eingezogen oder zeigt Veränderungen wie bei einem Hautausschlag (Ekzem).
  • Knochenschmerzen können ein Hinweis auf Knochenmetastasensein. Gewichtsverlust und Nachtschweiß sind allgemeine Anzeichen für “konsumierende” -Erkrankungen, zu denen Krebs oder HIV gehören.
  • Brustschmerzen und Brustentwicklung bei Männern.

Mögliche andere Ursachen für Knotenbildung, Verhärtung und Schmerzen in der Brust sind:

  • Bildung einer Zyste – gutartig
  • Entzündung der Brustdüse (tritt auch bei Nichtstillenden auf, besonders bei starken Raucherinnen) – meist gutartig.
    Aber es gibt auch ein Mammakarzinom mit Entzündungszeichen!
  • Veränderungen des Brustgewebes im Zusammenhang mit der Regelblutung, für die Hormonschwankungen verantwortlich sind – gutartig
  • Die sog. fibrozystische Masthopathie. Diese durch Umbauprozesse der Brustdrüse verursachte Erkrankung tritt besonders zwischen dem 35. und 50. Lebensjahr auf.

Auswirkungen

Aufgrund der sehr raschen Absiedlung von Krebszellen über Lymph- und Blutgefäße in umliegende Gewebe, Lymphknoten und auch weiter entfernten Regionen ist der Brustkrebs als besonders gefährlich einzustufen und erfordert unbedingt systematische Früherkennungsmaßnahmen. Am wichtigsten ist hierbei die monatliche Untersuchung der Brust durch die Frau selbst und die regelmäßige frauenärztliche Kontrolle.

Wird der Knoten frühzeitig bemerkt, stehen die Heilungschancen gut. Verzögern Sie allerdings den Arztbesuch und wiegeln den von Ihnen getasteten Befund ab (“Wird ja schon nichts Schlimmes sein.”), nehmen Sie sich einen Großteil Ihrer Überlebenschancen.
Der Krebs kann sich in Windeseile in Ihrem Körper ausbreiten, ohne dass Sie etwas davon bemerken. Sind erst einmal Lymphknoten und andere Organe Ihres Körpers befallen, sinken die Chancen auf Heilung rapide. Gehen Sie also sofort zum Arzt; auch wenn sich Ihre Sorge als unbegründet erweist: Ihr Arzt wird Verständnis haben. Falsche Scham ist hier fehl am Platz!

Insgesamt verstirbt immer noch die Hälfte der an Brustkrebs erkrankten Frauen. Die 10-Jahres-Überlebenschance wird u.a. sehr durch das Ausmaß des Lymphknotenbefalls in der Achselhöhle bestimmt: Ist die Achselhöhle bei Entdeckung der Krankheit völlig krebsfrei, liegt die Rate maximal bei 75%, bei vom Tumor befallener Achselhöhle nur noch bei etwa 25%. Mitbestimmend für den Verlauf sind auch Tumorgröße, Anzahl der befallenen Lymphknoten , Hormonrezeptorstatus und die feingewebliche Einteilung (pTNM-Einteilung). Bei einem Tumor, der kleiner als 2cm im Durchmesser ist, und keine befallene Lymphknoten aufzufinden sind, liegt die 5 Jahre-Überlebens-Chance bei etwa 85%.
Allerdings ist jeder Fall einer von Brustkrebs betroffenen Frau ein Einzelfall und muss als solcher betrachtet werden; die angegebenen Zahlen haben nur statistische Gültigkeit. Das Überleben nach einer derartigen Erkrankung hängt von vielen Einzelkriterien wie Nebenerkrankungen, psychischer Einstellung, Zuwendung der familiären Umgebung und Lebenswillen ab.

Erkennung/Untersuchungen

Der Brustkrebs entsteht zum Großteil in den sog. Drüsenläppchen (85%), in nur 15% geht er von den Milchgängen der Brust aus. Ist der Tumor bereits größer, kann er Einziehungen der Brust, der Brustwarze und des Warzenhofes verursachen. Die entstehende schrumpelige Hautstelle wird auch als Orangenhaut bezeichnet. Ein weit fortgeschrittener Krebs bildet Geschwüre, die teilweise nässen können. Auch andauernde Hautrötungen und Ekzeme sind mögliche Anzeichen für eine bösartige Brusterkrankung.

Der Arzt wird als erstes den von Ihnen getasteten Knoten erneut sorgfältig untersuchen. Aufgrund von jahrelanger Erfahrung ist es ihm oft möglich, bereits bei der manuellen Untersuchung Zeichen für gutartige von bösartigen Knoten vermutungsweise zu unterschieden.

Meist wird zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) und/oder eine Röntgenaufnahme der Brust (Mammographie Info) durchgeführt, um eine größere Sicherheit zu erhalten.

INFO Mammographie:
Röntgenaufnahme der Brust, die zur Unterscheidung von gut- und bösartigen Veränderungen des Brustgewebes beitragen kann. Da die Brust fest zusammengedrückt wird, um eine optimale Aufnahme zu erhalten, kann diese Art der Diagnostik unangenehm sein. Mikroverkalkungen und sog “Krähenfüße” sind mögliche Anzeichen für Krebs.

Bestimmte Zeichen auf den dabei entstehenden Bildern geben dem Arzt Auskunft darüber, ob der Knoten weiter untersucht werden muss, oder ob z. B. nur eine gutartige Zyste, ein mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum, bei Ihnen vorliegt.

Mögliche weitere Untersuchungen wie eine Darstellung der Milchgänge (Galaktographie), eine Wärmeuntersuchung der Brust (Thermographie) und eine Darstellung der Stoffwechselaktivität (Szintigraphie) sind speziellen Fragestellungen vorbehalten und werden nur selten durchgeführt. Kann die Bösartigkeit des Knotens durch die angesprochenen Untersuchungen nicht ausgeschlossen werden, muss man den Knoten operativ entfernen. Meist wird noch während der Operation das Gewebe vom Pathologen genau untersucht. Dessen Aussage entscheidet letztendlich über das weitere Vorgehen: Fortsetzen wegen Bösartigkeit oder Beendigung der Operation wegen Gutartigkeit.
Solange nicht das Gegenteil bewiesen ist, gilt eine Geschwulst immer als bösartig und bedarf deshalb der vollständigen Abklärung.

Therapie

Haben Arzt und Patientin sich gemeinsam zur genauen Gewebeuntersuchung des Knotens entschieden wird operiert. Je nach Ergebnis der histologischen Untersuchung, die meist noch während der Operation erfolgt (“Schnellschnitt”), entscheidet sich der Arzt für das Operationsverfahren mit dem höchsten Nutzen. Grundsätzlich werden alle krebsverdächtigen Gewebebezirke einschließlich evtl. befallener Lymphknoten entfernt.
Entscheidend für das Operationsverfahren ist die Größe des Tumors. Bei Tumoren <2cm kommt ein brusterhaltendes Verfahren in Frage, an das sich aber auf jeden Fall eine Bestrahlung des restlichen Drüsengewebes anschließt. Die Entfernung der Lymphknoten in der Achselhöhle (axilläre Lymphknoten) ist auch bei diesem Verfahren unumgänglich, meist wird dafür eine separate Schnittführung in der Achselhöhle gemacht. Ist der Tumor allerdings >2cm, muss die gesamte Brust entfernt werden (Brustamputation). Wurde bereits der unter dem Brustgewebe liegende große Brustmuskel befallen, werden auch Teile dieses Muskels entfernt. In jedem Fall werden auch bei diesen beiden Verfahren die Lymphknoten der Achselhöhle entfernt. Bei allen operativen Eingriffen muss ein ausreichender tumorfreier Randsaum (mindestens 0,5cm) vorhanden sein.

Nach der Aufbereitung und Untersuchung des gesamten Gewebes durch den Pathologen, der den Krebs unter seinem Mikroskop genau zuordnen kann, wird einige Wochen nach der Operation mit der Anschluss-Therapie begonnen. Durch die histologische Untersuchung kann der Brustkrebs in bestimmte Stadien eingeteilt werden: Dabei werden Tumorgröße, Anzahl und Lokalisation der befallenen Lymphknoten und das Vorhandensein von Tochtergeschwulsten in anderen Körperregionen berücksichtigt (pTNM-Klassifikation). Abhängig davon, wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist, wird die weitere Behandlung durchgeführt.

Die Hormontherapie

Der Einsatz dieser Therapie hängt von dem sog. Rezeptorstatus, dem Vorhandensein von Östrogen- und/oder Progesteronrezeptoren im untersuchten Tumorgewebe, ab. Die Rezeptoren sind verantwortlich für die Wirkungsentfaltung der weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron im Körper. Östrogen fördert normalerweise das Wachstum der Brustdrüse; sind also entsprechende Rezeptoren auf dem Tumorgewebe vorhanden, fördert das Hormon das Krebswachstum. Durch das Anwenden von Rezeptorenblockern, wie z.B. Tamoxifen Info, werden die Östrogenrezeptoren gehemmt. Somit wird ein weiteres Ausbreiten und Wachstum der bösartigen Zellen verhindert.

Die Hormontherapie wird innerhalb von sechs Wochen nach der Operation begonnen und ist eine der wenigsten toxischen Therapiemethoden. Sie kommt nur bei Patientinnen in Frage, deren bösartiges Brustgewebe diese Art von Rezeptoren enthält.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie ist ein fundamentaler und unverzichtbarer Teil der Brustkrebsbehandlung. Nach dem heutigen Erkenntnisstand sollte grundsätzlich eine Bestrahlung der gesamten Brust erfolgen. Damit lässt sich die Gefahr eines erneuten Auftretens des Tumors deutlich senken.

Einzige Ausnahme sind Patientinnen, die wegen eines sehr kleinen Tumors (mit einem maximalen Durchmesser von 1 cm) operiert wurden, und die keinen axillären Lymphknotenbefall zeigen. Im Normalfall wird mit der Bestrahlung 5-12 Wochen nach der Operation begonnen, die Behandlung wird an fünf Tagen über fünf Wochen durchgeführt. Die Bestrahlung dauert nur wenige Minuten und ist nicht schmerzhaft. Allerdings kann es zu Hautreizungen und leichten Hautrötungen kommen, die nach Abschluss der Behandlung wieder verschwinden. Abhängig vom Lymphknotenbefall, der Bösartigkeit des Tumors und dem Umfang der Operation kann es notwendig werden, auch die Achselhöhle, die mittlere Brustwand und die Schlüsselbeingrube zu bestrahlen.

Eine vor der Operation durchgeführte Bestrahlung hat die Aufgabe, den Tumor zu verkleinern. Weiterhin sollen die Tumorzellen derart geschädigt, dass sie die Fähigkeit verlieren, Tochtergeschwülste zu entwickeln. Sie wird nur bei weit fortgeschrittenen Tumoren, die durch eine Operation nicht vollständig zu entfernen sind, durchgeführt.

Die Chemotherapie – Unterstützende (adjuvante) Chemotherapie

Das Ziel dieser Behandlung ist, die Chancen eines Langzeitüberlebens ohne Tochtergeschwülste nach der Behandlung zu erhöhen. Die adjuvante Chemotherapie wird in der Regel bei Frauen angewendet, die sich noch nicht in der Menopause befinden und befallene axilläre Lymphknoten besitzen.

Die am häufigsten verwendete Chemotherapie, die auch die Sterblichkeitsrate am besten reduziert, ist die CMF-Therapie (Cyclophosphamid, Methotrexat, 5-Fluouracil) mit oder ohne Cortisonanwendung. Das Therapie wird über eine 6-monatigen Zeitraum durchgeführt. In 10-50% der Fälle treten Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Haarausfall, Gewichtszu- oder -abnahme, Thrombosen sowie eine geschwächte Immunlage mit einer eingeschränkten Bildung von weißen Blutkörperchen auf. Chemotherapie bei metastasierendem Mammakarzinom (mit Tochtergeschwülsten)
Diese Art der Therapie ist bei Patientinnen indiziert, die :

  • innerhalb einer sehr kurzen Zeit nach der Operation ein Rezidiv (erneute Krebsgeschwulst) bekommen haben
  • ein weiteres Tumorwachstum trotz Hormontherapie aufweisen,
  • deren Brustgewebe keine Östrogenrezeptoren zeigt, für die also keine Hormontherapie in Frage kommt
  • Tochtergeschwülste haben, die zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen (z.B. Beeinträchtigung der Leber- oder/und Lungenfunktion).

In Gebrauch sind zahlreiche Medikamentenkombinationen. Die Nebenwirkungen dieser Therapieart sind ausgeprägter als bei der adjuvanten Chemotherapie und zeigen sich als Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Gewichtsabnahme, Haarausfall, Änderung der Hautpigmentation sowie eine Verminderung der weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen (Gerinnungsstörungen und eine verschlechterte Abwehrlage sind die Folge).
Die Möglichkeit einer Brustrekonstruktion hat in den letzten Jahren zu einem veränderten Therapiekonzept des Mammakarzinoms geführt. Durch das verbreitete Spektrum der Wiederaufbaumethoden hat die Furcht der Frauen vor einem verstümmelnden Eingriff nachgelassen. Die Aufbauplastik kann das Selbstwertgefühl in entscheidendem Maß steigern und dadurch zu umfassender Bewältigung der Krankheit beitragen. Mit den Methoden der heutigen Chirurgie ist nach jeder angewandten Technik der Krebschirurgie eine Brustrekonstruktion mit zufriedenstellendem Ergebnis zu erzielen.
Möglich ist eine Sofortrekonstruktion, die direkt im Anschluss an die Brustamputation in der gleichen operativen Sitzung durchgeführt wird. Bei Patientinnen mit Sofortrekonstruktion waren bei einer in den USA durchgeführten Studie keine Unterschiede hinsichtlich der Überlebenszeit und Lokalrezidivrate (erneute Krebsgeschwulst an der bereits zuvor befallenen Stelle) im Vergleich zu denen mit einer Spätrekonstruktion aufgetreten. Die Spätrekonstruktion wird in der Regel 3-6 Monate nach der Amputation durchgeführt.Erst dann ist die Wundheilung vollständig abgeschlossen. Wird nach der Operation eine Strahlentherapie durchgeführt, kann der Aufbau ungefähr ein Jahr nach Ende der Bestrahlung begonnen werden. Bei Durchführung einer Chemotherapie ist für den Zeitpunkt der Brustrekonstruktion der Allgemeinzustand der Patientin entscheidend.

Alternative Behandlungsmethoden

Gegen die Entscheidung für eine alternative Medizin (z. B. Homöopathie), die im Anschluss oder parallel zu einer schulmedizinischen Therapie durchgeführt wird, ist nichts einzuwenden. Diese sollte aber in keinen Fall die weltweit bewährten Therapiemethoden der Schulmedizin ersetzen, sondern nach Rücksprache mit den behandelnden Ärzten allenfalls ergänzen.

Nachsorge

Die Nachsorge nach Entfernen des Brustkrebses wird wegen des erhöhten Risikos eines Zweittumors oder Rückfalls (Rezidivs) nach einem strikt festgelegten Schema durchgeführt. In den ersten zwei Jahren nach der Operation finden die Nachsorgeuntersuchungen alle drei Monate statt. Ab dem dritten bis einschließlich fünften Jahr nach der Erkrankung werden die Untersuchungen halbjährlich und danach jährlich durchgeführt.

Bei den Kontrollen stehen die ausführliche klinische Untersuchung, Blutkontrollen, Röntgen der Lunge und eine Ultraschalluntersuchung der Leber auf dem Programm. Weitere Untersuchungen sind die Skelettszintigraphie (Darstellung des Skelettes) und die Mammographie. Untersuchungen von Lunge, Leber und Skelett dienen der Suche nach Tochtergeschwülsten, die Brust wird wegen des evtl. erneuten Auftreten des Tumors (Rezidiv) untersucht.

Wichtiger Hinweis
Der Knoten ist fast immer das erste und wichtigste Alarmzeichen. Lassen Sie jeden getasteten Knoten umgehend abklären – das kann Ihr Leben retten!

Vorsorge

Der Brustkrebs ist der häufigste Krebs der Frau. Je früher ein Geschwulst entdeckt wird, desto besser sind die Überlebenschancen. Durch die regelmäßige Selbstuntersuchung der Brust und durch die Mammographie Info bzw. die Ultraschalluntersuchung lässt sich ein Krebsbefall relativ früh erkennen.

Die Brust sollte jeden Monat nach der Periode untersucht werden, da sich das Brustgewebe vor und während der Periode durch Hormonschwankungen verändert, und die Brust oft druckempfindlich ist. Dabei wird zunächst im Spiegel die Form der Brust und die Hautbeschaffenheit betrachtet. Zum Abtasten wird der gleichseitige Arm hinter den Kopf gelegt und die Brust mit der Gegenhand abgetastet. Genauso werden beide Brüste im Liegen untersucht. Durch Einseifen der Haut oder Benutzen einer Hautlotion lässt sich die Brust leichter abtasten. Mittels kreisender Bewegungen kann dies spiralenförmig von der Brustwarze beginnend geschehen.

Zum Schluss werden die Achselhöhlen auf evtl. Knotenbildung untersucht und bei den Brustwarzen auf Austritt von Flüssigkeit geachtet. Trotz der Selbstuntersuchung empfiehlt es sich, ab dem 20. Lebensjahr jährlich beim Frauenarzt eine manuelle Untersuchung der Brust durchführen zu lassen (wird durch die Krankenkassen gezahlt).

Hinweis:
Eine Studie der Universität von Troms, Norwegen bei über 25 000 Frauen bestätigt:
Körperliche Aktivität beugt Brustkrebs vor. Frauen, die regelmäßig Sport treiben oder einen körperlich beanspruchenden Beruf ausüben haben ein deutlich erniedrigtes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Besonders von Vorteil ist offensichtlich körperliche Aktivität bei Frauen vor Einsetzen der Menopause.

Wie Thune und seine Kollegen von der norwegischen Universität berichten, waren die Frauen bei Studienbeginn zwischen 20 und 54 Jahre alt und wurden im Mittel 13,7 Jahre beobachtet. Zweimal, zu Beginn der Untersuchung und noch einmal drei bis fünf Jahre später, wurden die Studienteilnehmerinnen zu ihrem Freizeitverhalten und zu ihrer körperlichen Belastung im Beruf befragt.

Bei insgesamt 351 Frauen wurde im Untersuchungszeitraum Brustkrebs diagnostiziert. Nach Angaben der Wissenschaftler war das Brustkrebsrisiko bei Frauen, die regelmäßig mindestens vier Stunden pro Woche Sport trieben, im Vergleich zu körperlich Inaktiven um 37% erniedrigt.

Zwischen dem 35. und 40. Lebensjahr sollte eine sog. Basismammographie angefertigt werden. Diese wird später beim Auftreten von krankhaften Veränderungen in der Brust als Vergleichsmammographie verwendet. Dadurch kann man feststellen, ob die tastbaren Veränderungen in der Brust schon früher, aber klinisch noch unscheinbar, vorhanden waren. Ab dem 40. Lebensjahr sind regelmäßige Mammographie-Kontrollen alle ein bis zwei Jahre zu empfehlen. Für notwendige Untersuchungen bei jüngeren Frauen verwendet man den Ultraschall, da das Brustgewebe aufgrund der hohen Dichte zu wenig strahlendurchlässig ist, um eine aussagekräftige Aufnahme zu erhalten.

Immer wieder werden Übergewicht und ungesunde Ernährung als Risikofaktoren für Brustkrebs ins Spiel gebracht. Deshalb empfehlen viele Wissenschaftler eine ausgeglichene Ernährung mit wenig Fett, statt dessen viel Obst, Gemüse und Ballaststoffen.
Wenn eine Frau ihre Idealgewicht hält und zusätzlich sportlich aktiv ist, kann sie das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, verringern.

Häufige Fragen

Kann ich der Selbstuntersuchung der Brust trauen?Die manuelle Untersuchung der Brust ersetzt keine Mammographie oder Ultraschalluntersuchung. Aber immer noch wird ein Großteil der bösartigen Knoten durch die Untersuchung von der Patientin selbst entdeckt. Deshalb ist die monatliche Untersuchung der Brust von größter Wichtigkeit. Außerdem: Wer sollte Veränderungen an Ihrem Körper besser beurteilen können als Sie selbst?

Tut eine Mammographie weh?
Eine Mammographie ist eine Röntgenaufnahme der Brust. Bei dem Verfahren muss die Brust zusammengepresst werden, um möglichst aussagekräftige Bilder zu erhalten. Das kann, in Abhängigkeit von der Schmerzempfindlichkeit der Patientin auch unangenehm sein.

Sollte man immer noch nicht früher als mit 35 ein Mammogramm anfertigen lassen?
Es gibt nicht das “günstigste” Alter, um eine Mammographie anzufertigen. Aber die Aussagekraft von Bruströntgenbildern von Frauen unter 40 wurde bereits mehrmals in großen Untersuchungen getestet und als gering beurteilt. Aus diesen Ergebnissen heraus wurde die Aussage getroffen, dass Mammographien als Routineuntersuchung bei Frauen unter 40 nicht generell zu empfehlen sind.

Wichtige Adressen

Geschäftsstelle des Bundesverbandes Frauenselbsthilfe nach Krebs Bundesverband e. V.
Geschäftsführer und Berater: Dr. Dieter Alt
68159 Mannheim
Tel.: 0621 – 244 34, Fax: 0621 – 15 48 77

Brustkrebs-Initiative: Hilfe zur Brustgesundheit
Holsteinische Straße 30
12161 Berlin
Tel.: 030/ 859 951 31, Hotline: 030/ 326 025 54
Fax: 030/ 326 025 53
eMail: kontakt@brustkrebs.net

“WirAlle” – Frauen gegen Brustkrebs e.V.
Alteburger Str. 248
50968 Köln – Bayenthal
Tel.: 0221/ 340 56 28, Fax: 0221/ 340 56 29
eMail: info@wiralle.de
Internet: http://www.wiralle.de

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