Bluthochdruck – Medikamente

Fragen und Antworten rund um das Thema Bluthochdruck „Medikamente“
(die Informationen zu „Bluthochdruck Medikamente“ stammen aus 2004 – 2006. Analyse & Behandlung können sich mittlerweile geändert haben. Bitte suchen Sie bei Problemen IMMER einen Arzt auf). Die Antwort von Experten ersetzt in keinem Fall die individuelle Beratung und Behandlung durch einen Arzt / eine Ärztin Ihres Vertrauens. 

 

Auslassversuch für drei Medikamente

Frage:
Mein Kardiologe hat nach einem Stress-Echo in Absprache mit mir (43, vor 5 Monaten mit dem Rauchen aufgehört) die Medikamente Metoprolol, Torasemid und Simvahexal, die ich teilweise set 5 Jahren nehmen muß, probehalber für 3 Monate ausgesetzt. Danach will er nach einer erneuten Überprüfung entscheiden ob es ohne Medikamente geht oder nicht. Aber ist es nicht gefährlich alle Medikamente auf einen Schlag abzusetzen und was muss ich jetzt beachten?
von Wolf am 07.04.2006 09:55

Experten-Antwort:
Ohne eigene Befragung und Untersuchungen, ohne Kenntnis aller Ihrer früheren und jetzigen Befunde kann man nur Vermutungen anstellen. Offenbar sind Sie von Ihrem Kardiologen gründlich untersucht worden. Seine Entscheidung, alle drei Medikamente versuchsweise abzusetzen, beruht vermutlich darauf, dass alle Ihre Befunde völlig normal waren. In einer solchen Situation ist es durchaus üblich und gerechtfertigt, durch das Absetzen der Medikamente, einen so genannten Auslassversuch, zu überprüfen, ob alle Werte nur wegen der Einnahme der Medikamente normal sind und nach dem Absetzen wieder ansteigen oder ob alle Befunde auch ohne Medikamente weiterhin normal bleiben, d.h. die Einnahme der Medikamente also unnötig ist. Falls Ihre Werte, vermutlich Blutdruck und Blutfettwerte wieder ansteigen, wird er Ihnen die Medikamente wieder verordnen. Aufgrund seiner Untersuchungen weiß Ihr Kardiologe auch, dass der Auslassversuch für Sie ungefährlich ist.

Blutdrucksenker nicht mehr erhältlich

Frage:
Ich nehme diese Pille nun schon seit etlichen Jahren, da ich keine andere vertragen kann. Jetzt habe ich erfahren, dass diese Pille vom Markt genommen wurde. Warum? Gibt es eine Alternative?
von Daniela am 27.03.2006 13:51

Experten-Antwort:
Leider schreiben Sie nicht, welche „Pille“ Sie zur Behandlung Ihres Bluthochdrucks bisher eingenommen haben. Deshalb kann ich nicht überprüfen, ob und warum Ihr bisheriges Medikament vom Markt genommen wurde und welche Alternative es gibt.

Kombinationstherapie notwendig?

Frage:
Nehme gegen Bluthochdruck Metohexal (47,5 g 1xmorgens und 1xabends) und Codiovan 80/12,5 morgens und Diovan 80 abends. Ist Gabe von Codiovan und Beta- Blocker sinnvoll? Mach mir da so meine Gedanken. Ist Codiovan als Einzeltherapie möglich? Blutdruckwerte jetzt zwischen 120-140 zu 70-90. Manchmal noch Außreißer bei Werten von 170-180 zu 95-105
von nobbi am 22.03.2006 13:33

Experten-Antwort:
1. Bei der Beurteilung des Blutdrucks kommt es nicht auf einzelne erhöhte Werte („Ausreißer“) an, sondern auf den Mittelwert häufig wiederholter Messungen in körperlicher und seelischer Ruhe. Wenn der Mittelwert aller Messungen in der Mitte zwischen den von Ihnen genannten Werten liegt, also bei 130/80 mmHg, ist Ihr Blutdruck normal und gut eingestellt.
2. Sehr häufig benötigen Patienten zur Behandlung des Bluthochdrucks mehr als nur einen Blutdrucksenker. Die drei Blutdrucksenker, die Sie einnehmen (CoDiovan 80 mg/12,5 mg enthält zwei Blutdrucksenker) vertragen sich miteinander und können deshalb kombiniert werden.
3. Wenn der Blutdruck bei alleiniger Behandlung mit CoDiovan normal ist, reicht diese Behandlung für den Bluthochdruck aus und es muss kein weiteres Medikament eingenommen werden. Betablocker wie Metoprolol (im Metohexal) werden allerdings häufig auch zur Behandlung bestimmter Herzkrankheiten wie z.B. Herzschwäche, Durchblutungstörungen des Herzens sowie Herzrhythmusstörungen verordnet.

Muskelkrämpfe durch Betablocker?

Frage:
Ich habe nach Einnahme von Metoprolol solche Muskelkrämpfe in Armen und Beinen bekommen, dass ich es absetzen musste.
Bei mir wurde nur geringer Hochdruck ca. 150/90 mmHg festgestellt. Jetzt ist er bei 130/90. Bin 48 Jahre alt. Blutmässig ist alles in Ordnung. Habe allerdings ca. 15 kg Übergewicht. Was gibt es für eine Alternative?
von Betablocker am 08.03.2006 14:52

Experten-Antwort:
1. Muskelkrämpfe in Armen und Beinen sind keine Nebenwirkungen von Betablockern (wie z.B. Metoprolol).
2. Fachgesellschaften weltweit, auch die Deutsche Hochdruckliga empfehlen zur Behandlung des Bluthochdrucks außer Betablockern auch ACE-Hemmer, AT1-Rezeptorblocker, Diuretika und Kalziumantagonisten. Den am besten geeigneten Blutdrucksenker wählt der Arzt aufgrund von Begleiterkrankungen, Risikofaktoren und Beschwerden des Patienten aus.
3. Die beste Behandlungsmaßnahme für Ihren Bluthochdruck ist zunächst einmal Gewichtsabnahme. Außerdem kann der Blutdruck durch kochsalzarme Kost, Einschränkung des Alkoholkonsums und körperliche bzw. sportliche Betätigung gesenkt werden.

Kreatininanstieg unter ACE-Hemmer Behandlung?

Frage:
Zur Therapie meines Bluthochdrucks wurde ich auf drei verschiedene Medikamenten-Gruppen eingestellt. Beta-Blocker (Bisoprolol, 5mg pro Tag), ACE-Hemmer (Rampiril, 10mg pro Tag) und einen Kalzium-Antagonisten (Felodipin, 10mg pro Tag). Bei der letzten Blutuntersuchung wurden bei mir erhöhte Kreatininwerte festgestellt (1.46 mg/dl). Könnte die Einnahme des ACE-Hemmers (Delix) für diesen Kreatininanstieg verantwortlich sein und sollte ich die Dosis reduzieren? Ich habe gehört 10mg täglich sein für einen ACE-Hemmer die oberste Grenze. Könnten durch den leichten Anstieg meine Nieren schon geschädigt sein? Ich danke Ihnen herzlich für Ihre Mühe.
von deepblue am 06.03.2006 19:29

Experten-Antwort:
Zwei Tatsachen sind für die Beantwortung Ihrer Frage wichtig:
1. Eine mögliche unerwünschte Nebenwirkung aller ACE-Hemmer (wie z.B. des Ramiprils) ist ein Anstieg des Kreatinins, der entweder spontan trotz weiterer Einnahme nach einigen Wochen oder nach Absetzen des ACE-Hemmers wieder zurückgeht. ACE-Hemmer schädigen die Niere nicht dauerhaft, denn nach Absetzen geht die Nierenfunktion wieder auf den Ausgangswert zurück.
2. ACE-Hemmer sind nephroprotektiv, d.h. sie schützen davor, dass eine Nierenerkrankung fortschreitet bzw. sie verlangsamen die Verschlimmerung einer Nierenerkrankung. Deshalb sollen alle Patienten mit einer Nierenerkrankung (z.B. mit einer Eiweißausscheidung im Urin oder einer Erhöhung des Kreatinins) mit einem ACE-Hemmer behandelt werden.
Ohne Kenntnis aller Ihrer Befunde und Begleiterkrankungen, vor allem ohne Information, ob Sie vor der Einnahme von Ramipril schon eine Nierenerkrankung hatten, kann man Ihre Frage nicht zuverlässig beantworten.
Ein Kreatinin von 1,46 mg/dl ist nur gering erhöht (war es vor Einnahme des Ramiprils wirklich normal?). In der Regel würde man die medikamentöse Behandlung wegen dieses Wertes allein nicht verändern, sondern durch weitere Kontrollen überprüfen, ob der Wert weiter steigt, unverändert bleibt oder evtl. sogar wieder absinkt.

Nebenwirkungen an Zähnen und Zahnfleisch

Frage:
Meine Frage: hat Atenolol auch Auswirkungen auf Zähne oder Zahnfleisch?
von gageri am 28.02.2006 10:43

Experten-Antwort:
Betablocker (wie z.B. Atenolol) haben keine Auswirkungen auf Zähne und Zahnfleisch. Unter den Blutdrucksenkern sind es nur die Kalziumantagonisten, die in seltenen Fällen zu einer Vergrößerung und Wucherung des Zahnfleisches (einer Gingivahyperplasie) führen können.

Nebenwirkungen nach Medikamentenwechsel

Frage:
Ich habe eine Frage: Seit einigen Jahren nehme ich gegen Bluthochdruck Beloc Zok 95mg. Aus Kostengründen hat mir mein Hausarzt jetzt MetoHexal Succ 95mg verschrieben, die ich seit 3 Tagen nehme. Nun habe ich Magenbeschwerden und leichten Schwindel. Kann das von der Umstellung kommen, oder haben die neuen Tabletten eine andere Zusammensetzung?
von mapa am 24.02.2006 14:27

Experten-Antwort:
In jeweils einer Tablette Beloc-Zok 95 mg und MetoHEXAL 95 mg ist das gleiche wirksame Medikament, nämlich Metoprololsuccinat, in der gleichen Dosierung enthalten. Beide Medikamente haben deshalb völlig identische Wirkungen und Nebenwirkungen. Die Tablettenmasse und -hülle verschiedener Hersteller enthalten zwar noch andere Bestandteile, die unterschiedlich sein können, aber ohne Wirkungen sein müssen, d.h. inert sind. Es ist also sehr unwahrscheinlich, dass Ihre Beschwerden durch den Tablettenwechsel bedingt sind. Falls Ihre Beschwerden länger als zwei Wochen anhalten, keine andere Ursache erkennbar ist und Sie absolute Gewissheit haben wollen, sollten Sie Ihren Hausarzt bitten, Ihnen versuchsweise noch einmal eine kleine Packung von Beloc Zok zu verordnen bzw. Sie kaufen sich diese auf einem Privatrezept auf eigene Kosten (Preis für 30 Tabletten zu 95 mg: MetoHEXAL succ 95 mg = 16.58 Euro bzw. Beloc-Zok 95 mg = 19,06 Euro).

Wirkungseintritt von Medikamenten

Frage:
Werde mit CoDiovan 160/12,5 + Amlo Tad 10 sowie Nebilet 2,5 behandlet.
Früher Blutdruck 140/100 nun 115/75. Einnahme der Medikamente vor dem Schlafen gehen, ca. 0.00 Uhr. Morgens Blutdruck bei der Messung um ca. 6.30 Uhr ca. 115/75 jedoch morgens bei der Arbeit immer wieder Kopfschmerzen und Nervosität, entsprechend Blutdruckanstieg um die Mittagszeit bis 135/85. Ab welchem Zeitpunkt nach der Einnahme wirken diese Medikamente optimal? Ich gehe davon aus daß die Wirkung nicht sofort nach der Einnahme am besten ist. Am spätnachmittag Blutdruck wieder optimal ca. 115/70. Kann dieser leiche Blutdruckanstieg morgens Kopfschmerzen und Nervösität (auch am Wochenende ohne Arbeit) verursachen ? Vielen Dank für Ihre Anwort.
von Matthias am 18.02.2006 11:10

Experten-Antwort:
Die meisten Blutdrucksenker, darunter auch die Medikamente, die Sie einnehmen, haben eine Wirkungsdauer von mehr als 24 Stunden, d.h. vor der Einnahme einer neuen Tablette ist die Wirkung nicht abgeklungen. Die Einnahme einer Tablette am nächsten Tag erfolgt also nicht, um die Wirkung wieder völlig neu herzustellen, sondern um die noch erhaltene Wirkung aufrecht zu erhalten. Wenn Sie Ihre Tabletten regelmäßig einmal täglich einnehmen, ist eine ausreichend gleichmäßige Wirkung über 24 Stunden vorhanden (das ändert sich nur, wenn Sie die Einnahme der Tablette an einem Tag einmal vergessen). Deshalb müssen Medikamente, die weniger als 24 Stunden wirken, zweimal oder dreimal am Tag eingenommen werden.
Für die Blutdruckschwankungen, die Sie beobachten, gibt es zwei Erklärungen:
1. Blutdruck und Puls sind nicht konstant, sondern schwanken in Abhängigkeit von seelischen (psychischen) und körperlichen (physischen) Belastungen. Aufregungen im privaten und beruflichen Bereich, Ärger, Angst, Nervosität, Schmerzen, z.B. Kopfschmerzen erhöhen Blutdruck und Puls vorübergehend. Es macht keinen Sinn, Blutdruck und Puls während solcher Zustände zu messen, weil sie dann immer zu hoch sind. Solche Erhöhungen sind natürlich, gehen von allein wieder zurück und müssen deshalb nicht behandelt werden. Es ist also bei Ihnen nicht so, dass hoher Blutdruck Nervosität und Kopfschmerzen verursacht, sondern umgekehrt: weil Sie nervös sind und Kopfschmerzen haben, steigt der Blutdruck. Da Sie meistens sehr niedrige Werte um 115/70 – 75 mmHg haben und die höchsten Werte bei 135/85 mmHg liegen, ist Ihr Blutdruck gut eingestellt.
2. Der Blutdruck folgt im Verlauf des Tages einem bestimmten (zirkadianen) Rhythmus: Von sehr niedrigen Werten in der Nacht steigt er am Morgen stark an und bleibt im Verlauf des Vormittags hoch. Kurz nach Mittag sinkt er wieder für 1 – 2 Stunden, um dann bis zum Abend wieder anzusteigen. Am tiefsten ist der Blutdruck während des Schlafes mit Minimalwerten zwischen 1 und 4 Uhr morgens. Die gleiche Rhythmik gilt auch für Patienten mit erhöhtem Blutdruck, allerdings auf höherem Niveau.

Was passt am besten ?

Frage:
1. Amlodipin soll im Vergleich zu Nitrendipin länger wirken bei weniger Kopfschmerzen. Stimmt das ?
2. Nehme zur Zeit zu ACE und Torasid Moxonidin und Nitrendipin in kleinen Dosierungen (5mg/0.2). Bei höheren Nitrendipin- oder insbesondere Moxonidin- Dosierungen bekam ich auch nach längerer Einnahme Kopfschmerzen/ leichte Benommenheit. Diese Mini-Kombi verbesserte die blutdrucksenkende Wirkung (135/85-140/95 im Mittel) aber nicht wesentlich. Weiterhin soll Moxo. wg. Übersterblichkeit nur bei nicht einstellbarem Bluthochdruck trotz Basistherapie verordnet werden. Sollte ich also auf Moxonidin verzichten und Amlodipin anstatt Nitrendipin sowie generell anstatt Toresid das (bessere?)Hydrochlorothiazid als Ergänzung zu ACE einnehmen oder weiterhin Moxonidin 0.2, um dann nach mehr Eingewöhnung auf 0.4 umzusteigen und Nitrendipin weglassen ?
Vielen Dank für Antwort.
von Renate am 05.02.2006 10:32

Experten-Antwort:
1. Die Wirkung von Amlodipin setzt langsamer ein und hält deutlich länger an als die von Nitrendipin. Das kann dazu führen, dass Kopfschmerzen seltener sind.
2. Moxonidin zählt nicht zu den fünf Gruppen von Blutdrucksenkern, die von Fachgesellschaften und Experten als Mittel der ersten Wahl zur Behandlung des Bluthochdrucks empfohlen werden.
3. Da Nitrendipin und Moxonidin bei Ihnen Nebenwirkungen verursachen und den Blutdruck nicht wesentlich senken, sollten Sie auf die Einnahme dieser beiden Medikamente verzichten. Außerdem sind Amlodipin und Nitrendipin Kalziumantagonisten und man verordnet nicht gleichzeitig zwei Blutdrucksenker der gleichen Gruppe.
4. Wenn zwei Blutdrucksenker (bei Ihnen also Amlodipin und ein ACE-Hemmer) eingenommen werden, sollte das dritte Medikament ein Diuretikum sein. Torasemid (im Torasid) und Hydrochlorothiazid unterscheiden sich nur unwesentlich hinsichtlich Blutdrucksenkung und Nebenwirkungen. Allerdings gibt es viele ACE-Hemmer, die mit Hydrochlorothiazid fix kombiniert sind, so dass Sie mit einer Tablette beide Medikamente gleichzeitig einnehmen können und Ihnen die zusätzliche Einnahme einer Tablette erspart bleibt.

Blutdrucksenker: bester Einnahmezeitpunkt

Frage:
ich nehme seit längerer Zeit einen ACE-Blocker (Enalapril 30mg): Würde mich freuen, wenn Sie mir sagen könnten, ob folgende Aussagen über den Wirkungsverlauf bzw. Einnahmezeit dieses Blockers richtig sind:
1. Der maximale Wirkungsgrad wird 4 Stunden nach der Einnahme erreicht.
2. Die Wirkung hält ca. 8 Stunden an.
3. Der ACE-Blocker wird morgens und ggf. abends eingenommen.
Aus der letzten Aussage ergeben sich für mich die weiteren Fragen,ob
4. es in meinem Fall nicht günstiger ist, das Madikament nicht erst abends, sondern bereits um 15 Uhr oder 16 Uhr einzunehmen, da die morgendliche Einnahme dann bereits 8 Stunden zurückliegt und mein Blutdruck ab 17 Uhr ansteigt,
5. ob die Einnahme um 15 oder 16 Uhr nicht verfrüht ist, wenn die “Versorgung” auch nachts sichergestellt werden soll ?
Die Blutdruckmessung morgens nach dem Aufstehen ergeben Werte, die im Durchschnitt am Grenzwert 135/85 liegen.

Vielen Dank.
von Heiner am 29.01.2006 18:10

Experten-Antwort:
1. Die maximale Wirkung („Peak“) wird etwa 4 Stunden nach Einnahme von Enalapril erreicht.
2. Nach 24 Stunden („Trough“) ist noch etwa 50% der maximalen Wirkung vorhanden, d.h. die „Trough-to-Peak-Ratio“ beträgt 50%. Eine gewisse – allerdings unzureichende – Wirkung von Enalapril ist also auch 24 Stunden nach der letzten Einnahme immer noch nachweisbar.
3. Medikamente, die eine „Trough-to-Peak-Ratio“ von mindestens 66% haben (also nach 24 Stunden noch eine Wirkung von mindestens 66% der Maximalwirkung haben), werden von den Behörden zur täglichen Einmaleinnahme zugelassen. Der ACE-Hemmer Enalapril sollte also zweimal täglich eingenommen werden.
4. und 5. Um eine möglichst gleichmäßige Wirkung zu erzielen, sollten die Abstände bei zweimaliger Einnahme pro Tag möglichst 12 Stunden, bei dreimaliger Einnahme möglichst 8 Stunden betragen.
PS: Der Blutdruck ist – auch ohne Einnahme von Blutdrucksenkern – nicht zu allen Tageszeiten gleich, sondern folgt im Verlauf des Tages einem bestimmten (zirkadianen) Rhythmus: von sehr niedrigen Werten in der Nacht steigt er am Morgen zwischen 5 und 7 Uhr deutlich an und bleibt im Verlauf des Vormittags hoch. Kurz nach Mittag sinkt er wieder für 1 – 2 Stunden, um dann bis zum Abend wieder anzusteigen. Am tiefsten ist der Blutdruck während des Schlafes mit Minimalwerten zwischen 1 und 4 Uhr morgens. Die gleiche Rhythmik gilt auch für Patienten mit erhöhtem Blutdruck, allerdings auf höherem Niveau. Ihre hohen Werte am späten Nachmittag sind also nicht unbedingt ein Hinweis auf eine nachlassende Wirkung des Blutdrucksenkers, sondern ganz oder zumindest teilweise durch den zirkadianen Rhythmus bedingt.

Blutdrucksenker bei rheumatischer Arthritis

Frage:
welches Medikament bei Hypertonie ist
besonders gut verträglich bei best.
PCP?
von Dresemann am 25.01.2006 14:07

Experten-Antwort:
Bei einer rheumatischen Arthritis (früher primär chronische Polyarthritis = PCP) können alle Blutdrucksenker der ersten Wahl, d.h. ACE-Hemmer, AT1-Rezeptorblocker, Betablocker, Diuretika und Kalziumantagonisten verordnet werden. Es gibt keinen Blutdrucksenker, der bei dieser Erkrankung besonders gut geeignet ist.

Niedriger Puls von 33/min unter Betablocker

Frage:
Ich nehme Betablocker. Ich habe manchmal einen Puls in Ruhestellung von 33/min und einen Blutdruck von 118/ 88 mmHg in Ruhe.Was kann ich tun?
von Blutdruck am 24.01.2006 18:19

Experten-Antwort:
Betablocker können die Herzfrequenz (“den Puls“) verlangsamen, in einzelnen Fällen so stark, dass man den Betablocker sofort absetzen muss. Auch andere, manchmal sogar gefährliche Formen einer zu langsamen Herzfrequenz (so genannte bradykarde Herzrhythmusstörungen) können auftreten. Sie müssen umgehend den Arzt, der Ihnen den Betablocker verordnet hat, aufsuchen, die Herzfrequenz überprüfen und sich untersuchen lassen.

Nebenwirkungen nach Beginn der Behandlung

Frage:
Ich (46) nehme seit 5 Tagen Concor Plus. Von Anfang an hatte ich leichtes Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Augenbrennen.
Ist ein Abklingen dieser Beschwerden nach der Startphase zu erwarten oder sollte ich sofort ein anderes Medikament probieren? Der Blutdruck ist von ca. 170/98 auf 152/90 mmHg, der Puls um ca. 15/min gesunken.
von geri am 17.01.2006 12:49

Experten-Antwort:
Häufig fühlen sich Patienten in den ersten 2 – 4 Wochen nach Beginn der Bluthochdruckbehandlung schlechter als vorher, vor allem müde, schlapp, kraftlos und wenig leistungsfähig. Das kommt daher, dass der Körper sich an den hohen Blutdruck gewöhnt hat und den plötzlich durch die Behandlung niedrigeren, aber eigentlich ja besseren Blutdruck als zu niedrig empfindet. Diese Folgen, die nach allen Blutdrucksenkern auftreten können, verschwinden in der Regel nach 2 – 4 Wochen von selbst.
Man muss also versuchen, die ersten vier Wochen durchzustehen. Erst wenn belästigende Nebenwirkungen nach Ablauf dieser Zeit bestehen bleiben, ist der Wechsel zu einem anderen Blutdrucksenker sinnvoll.

Blutdrucksenker und Diabetes

Frage:
Wird bei Einnahme von Bluthochdruckmedikamenten der Blutzucker etwas gesenkt?
von Lucy am 17.01.2006 12:19

Experten-Antwort:
In großen Studien hat man gefunden, dass unter der Behandlung mit Diuretika und Betablockern etwas häufiger als unter anderen Blutdrucksenkern eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) auftritt. Diese Medikamente begünstigen also die Verschlechterung der diabetischen Stoffwechsellage oder können sogar eine Zuckerkrankheit vorzeitig auslösen, d.h. sie wirken „diabetogen“. Andererseits scheinen ACE-Hemmer und AT1-Rezeptorblocker den Ausbruch eines Diabetes eher zu verzögern. Kalziumantagonisten beeinflussen den Zuckerstoffwechsel wahrscheinlich nicht.
Im Einzelfall ist sehr schwer zu entscheiden, ob der Blutzucker infolge eines Blutdrucksenkers oder infolge der Änderungen von Diät, Körpergewicht und körperlicher Aktivität usw. angestiegen oder abgefallen ist.

Betablocker gegen Examensangst in der Schwangerschaft?

Frage:
Ich habe für schwierige Prüfungen in der Uni, bei denen ich sehr unter Stress stehe, Beta Blocker mit dem Wirkstoff Carvedilol, 12,5 mg bekommen. Jetzt bin ich im 6. Monat schwanger und es steht ein Vortrag an, welcher mich sehr unter Druck stellt. Könnte ich am Tag des Vortrages eine Tablette von diesen Beta Blockern einnehmen oder ist das zu gefährlich für das Kind?
von TamaraS am 16.01.2006 12:51

Experten-Antwort:
Betablocker, insbesondere Metoprolol und Atenolol sowie Alpha-Methyldopa sind die Blutdrucksenker, mit denen die größten Erfahrungen bei der Behandlung des hohen Blutdrucks in der Schwangerschaft gemacht und bei denen keine ernsthaften Komplikationen oder Probleme beobachtet wurden. Sie werden deshalb von Fachgesellschaften und Experten weltweit, auch von der Deutschen Hochdruck-Liga zur Behandlung des Bluthochdrucks in der Schwangerschaft empfohlen. Carvedilol ist auch ein Betablocker, der in der Schwangerschaft bei Bluthochdruck verordnet werden kann.
Wenn Sie einen Betablocker einmalig bzw. kurzfristig zur Behandlung bzw. zur Vorbeugung von Angst, Nervosität, Aufregung und Stress im Examen einnehmen wollen, ist dagegen nichts einzuwenden. Sie sollten aber einige Tage vor dem Examen überprüfen, ob Sie das Medikament vertragen und wie es wirkt. Es ist nicht zu empfehlen, den Betablocker zum ersten Mal unmittelbar vor dem Examen einzunehmen.

Serum-Lithiumspiegel und Blutdrucksenker

Frage:
Beeinflussen ACE-Hemmer den Serum-Lithiumspiegel im Blut stärker als Medikamente aus der Gruppe der Sartane?
Und inwieweit sind Diuretika bei Lithium-Einnahme mit Vorsicht zu gebrauchen?
von hochdruck am 15.01.2006 17:47

Experten-Antwort:
Nach den bisherigen Erfahrungen können sowohl ACE-Hemmer als auch AT1-Rezeptorblocker (die so genannten Sartane) bei gleichzeitiger Behandlung mit Lithium den Lithiumspiegel im Blut erhöhen. Dadurch besteht die Gefahr von Nebenwirkungen durch Lithium. Es gibt nach meiner Kenntnis keine vergleichenden Untersuchungen von ACE-Hemmern und AT1-Rezeptorblockern bei Lithiumtherapie zur Frage, ob diese Arzneimittelwechselwirkung (Arzneimittelinteraktion) bei den beiden Medikamentengruppen unterschiedlich stark ausgeprägt ist.
Größer ist die Gefahr dieser Nebenwirkung bei den Diuretika, die die Ausscheidung von Lithium über die Niere beeinträchtigen und dadurch den Lithiumspiegel im Blut erhöhen können.
Allerdings ist diese Arzneimittelwirkung keine strenge Gegenanzeige (keine absolute Kontraindikation) für die gleichzeitige Behandlung mit Lithium einerseits und Diuretika, ACE-Hemmern und AT1-Rezeptorblockern andererseits. Wenn nämlich keine anderen, gleichwertigen Medikamente als Alternative zur Behandlung zur Verfügung stehen und deshalb die Verordnung dieser Medikamente dringlich ist, kann man durch regelmäßige Überprüfung der Lithiumspiegel im Blut und gegebenenfalls Reduktion der Lithiumdosis eine zu starke Erhöhung der Lithiumspiegel im Blut verhindern.

Oedeme in den Beinen durch Blutdrucksenker?
Frage:

Mein Mann hat nach einer Umstellung der Tabletten gegen seinen jahrelang bestehenden Bluthochdruck eine erhebliche Wasseransammlung in beiden Beinen. Sein Hausarzt sagt, dass es sich um ein kosmetisches Problem handelt. Der Kardiologe beim Coronarsport hat meinem Mann geraten, die Dosis niedriger einzusetzen, was er nach Rücksprache mit seinem Arzt auch getan hat. Es ist aber nur unmerklich besser geworden.
Ist nicht eine Umstellung auf ein anderes Medikament angezeigt??
von Gitte am 14.01.2006 22:32

Experten-Antwort:

Leider nennen Sie nicht das Medikament, das Ihr Mann jetzt einnimmt. Es gibt nur eine Gruppe von Blutdrucksenkern, die Schwellungen (Ödeme) verursacht, nämlich die Kalziumantagonisten. Wenn Ihr Mann nach der Umstellung einen solchen Blutdrucksenker erhalten hat, ist eine Umstellung auf ein anderes Medikament angezeigt. Es ist zwar richtig, dass solche Schwellungen – falls andere Ursachen, vor allem eine Herzschwäche ausgeschlossen sind – nicht gefährlich sind, aber auch „kosmetische Probleme“ durch Kalziumantagonisten stören und können durch einen Medikamentenwechsel leicht abgestellt werden.

Protektive Wirkungen durch ACE-Hemmer
Frage:

Ich habe mehrfach gelesen, dass Ramipril bzw. ACE-Hemmer neben der Blutdrucksenkung noch andere protektive Eigenschaften aufweisen.
Allerdings wird in den Studien von 10mg berichtet, ab der diese Eigenschaften nachgewiesen werden. Ich bin selbst Hochdruckpatient mit einer Medikation von Vesdil 5 mg und Dytyde-H, je eine Tab. am Morgen. Kann man auch bei einer Dosierung von 5mg Ramipril mit diesen protektiven Eigenschaften rechnen, auch wenn Ramipril in Monotherapie genommen wird?
von hochdruck am 06.01.2006 17:13

Experten-Antwort:

Sie stellen eine sehr spezifische Frage, die man aufgrund der wissenschaftlichen Datenlage antworten muss.
Studien, in der protektive Eigenschaften von ACE-Hemmern (z.B. Ramipril im Vesdil und Perindopril im Coversum) nachgewiesen wurden, sind die HOPE- und die EUROPA-Studie.
1. Diese Studien wurden an so genannten Risiko- bzw. Hochrisikopatienten durchgeführt, d.h. bei Patienten, die entweder bereits Schäden an Herz- und Gehirngefäßen (z.B. einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall) oder eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), teils zusätzlich andere kardiovaskuläre Risikofaktoren (Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Eiweißausscheidung im Urin, Raucher) hatten. Streng genommen kann man deshalb nicht voraussetzen, dass ACE-Hemmer auch bei Patienten ohne kardiovaskuläre Vorerkrankungen, z.B. bei Patienten, die nur einen Bluthochdruck ohne Folgekrankheiten haben, protektiv wirken.
2. In beiden Studien wurden hohe Dosen (10 mg Ramipril bzw. 8 mg Perindopril) eingesetzt. Es wird meist unterstellt, dass niedrigere Dosen ebenfalls eine protektive Wirkung haben, doch wurde dies nicht in entsprechenden großen Studien anhand einer Dosiswirkungskurve überprüft.

Tablette teilbar?
Frage:

Ca. 4 Monate lang hab ich Olmetec 20/12,5 genommen, bis mein Blutdruck dann irgendwann zu niedrig wurde (110/60 mmHg und niedriger) und ich entsprechend schlapp und kraftlos war. Auf eigene Faust habe ich die Tabletten einfach halbiert, und mein Blutdruck pendelte sich bei 125/70 mmHg ein. Mein Arzt fand das nicht gut (die “Matrix” der Tablette würde beschädigt und sie könne deshalb nicht richtig wirken) und verschrieb mir deshalb vor fünf Wochen Olmetec 10. Seither ist mein Blutdruck aber wieder viel zu hoch (140/90 mmHg). Was soll ich jetzt tun? Lieber wieder eine halbe der stärkeren Version nehmen oder ein ganz neues Präparat probieren?
von bulgari am 04.01.2006 14:20

Experten-Antwort:

Olmetec 20/12,5 mg ist eine fixe Kombination aus dem AT1-Rezeptorblocker Olmesartan und dem Diuretikum Hydrochlorothiazid. Derartige Kombinationen (Kombinationstherapie) senken den Blutdruck besser als eine Behandlung mit nur einem Medikament (Monotherapie). Wenn Sie statt einer Tablette Olmetec 20/12,5 mg nur eine Tablette Olmetec 10 nehmen, halbieren Sie nicht nur die Dosis des Olmesartans, sondern lassen auch das Hydrochlorothiazid völlig weg. Es ist daher gut verständlich, dass Ihr Blutdruck danach nicht mehr ausreichend behandelt war.
Selbstverständlich könnten Sie auf eine andere, niedriger dosierte fixe Kombination umsteigen. Da sich aber gezeigt hat, dass mit einer halben Tablette Olmetec 20/12,5 mg Ihr Blutdruck hervorragend eingestellt ist, sollten Sie weiterhin eine halbe Tablette dieses Medikamentes einnehmen. Die beiden Medikamente im Olmetec 20/12,5 mg benötigen weder die Tablettenhülle noch eine bestimmte Marix, so dass eine Teilung möglich. Es ist zwar umständlicher, aber prinzipiell auch möglich, getrennt eine ganze Tablette Olmetec 10 mg und eine halbe Tablette HCT 12,5 mg einzunehmen

Zu hoher Blutdruck trotz Zweierkombination
Frage:

Bin 49 Jahre alt, wiege 89 kg bei 181 cm, bewege mich (sportlich) viel. Nehme seit längerem einen ACE-Blocker und einen Kalziumantagonisten. Diese Medikation erscheint mir nicht ausreichend, da meine Blutdruckwerte in der Regel bis zum späten Nachmittag 135/85mmHg im Schnitt betragen, um dann häufig auf 145/95 im Schnitt bei ebenfalls leicht steigendem Puls (abends:100-110/min) anzusteigen. Mit der Erhöhung der ACE-Dosis von 20 auf 30 mg vor 3 Monaten ist bereits versucht worden, den Blutdruck weiter zu senken. Eine weitere Dosissteigerung erscheint mir nicht sinnvoll, da ich denke,dass mein seit 3 Wochen vor allem nachts anhaltender Reizhusten bei hellem oder gar keinem Auswurf eine Nebenwirkung dieser hohen Dosierung ist. Eine Dosiserhöhung des Kalziumantagonsiten kommt auch nicht in Frage, da ich davon Kopfschmerzen bekomme.
Was könnte hier weiterhelfen ?
von giesbert am 04.01.2006 13:35

Experten-Antwort:

1. Ein trockener, nicht-produktiver Reizhusten (also ohne Auswurf) ist eine charakteristische Nebenwirkung der ACE-Hemmer. Bei Husten sollte nicht die Dosis niedrig gehalten, sondern der ACE-Hemmer abgesetzt und durch einen AT1-Rezeptorblocker, ein so genanntes „Sartan“ ersetzt werden. Diese Gruppe der Blutdrucksenker hat sehr ähnliche Wirkungen wie die ACE-Hemmer, ohne allerdings Husten zu verursachen. Etwa 10 – 14 Tage nach dem Absetzen des ACE-Hemmers verschwindet der Husten.
2. Da Sie bereits zwei Blutdrucksenker nehmen und Ihr Blutdruck im Laufe des Tages schwankt, sollte ca. 3- 4 Wochen nach dem Austausch des ACE-Hemmers durch einen AT1-Rezeptorblocker eine Blutdrucklangzeitmessung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät gemacht werden, um den Blutdruck zuverlässig zu überprüfen.
3. Falls der Blutdruck unzureichend eingestellt ist, müssen Sie einen dritten Blutdrucksenker einnehmen. Hierzu kommt in erster Linie ein Diuretikum in Betracht. Am besten eignet sich hier die fixe Kombination eines AT1-Rezeptorblockers mit dem Diuretikum Hydrochlorothiazid, so dass die Zahl der täglich einzunehmenden Tabletten sich nicht erhöht.

Blutdrucksenker wirken nicht mehr
Frage:

Ich möchte gerne wissen, ob Medikamente, die man über einen längeren Zeitraum (mehrere Jahre) einnimmt, irgendwann unwirksam werden können. Bei mir habe ich so das Gefühl, da der Blutdruck die ganze Zeit OK war, plötzlich aber wieder Werte von 155/95 oder 150/100 mmHg gemessen werden. Muß ich evtl. auf andere Medikamente umgestellt werden? Ich nehme Metoprolol 100 morgens und abends, ferner Captopril 50 morgens, mittags und abends.
von Elfi am 31.12.2005 15:55

Experten-Antwort:

Bei der Behandlung mit bestimmten Medikamenten kann es mit der Zeit zu einer allmählichen Wirkungsabschwächung kommen (Fachausdruck: Tachyphylaxie). Dieses Phänomen ist aber für keinen der heute empfohlenen Blutdrucksenker nachgewiesen worden. Man muss also nach anderen Erklärungen suchen, wenn Blutdrucksenker nicht mehr oder nicht mehr ausreichend wirken.
Die häufigste Ursache ist, dass der Schweregrad des Hochdrucks im Laufe der Jahre zunimmt. Es kann aber auch sein, dass der Patient an Gewicht zugenommen hat, dass er sich anders, insbesondere kochsalzreicher, ernährt, dass er mehr Stress im privaten oder beruflichen Bereich hat, dass er andere Medikamente nimmt, die die Wirkung abschwächen (z.B. Rheuma- oder bestimmte Schmerzmittel), dass er das Medikament nicht mehr so zuverlässig wie früher einnimmt, dass er mehr Alkohol trinkt usw. usw. Häufig kommen mehrere Gründe zusammen.
Wenn Medikamente nicht mehr ausreichend wirken, müssen Arzt und Patient gemeinsam nach möglichen Ursachen suchen und sie – falls möglich – abstellen. Wenn die Krankheit Bluthochdruck schlimmer geworden ist, muss man mit Kombinationen mehrerer Medikamente und/oder mit höheren Dosen behandeln.

Diuretika und Ödeme

Frage:
Ich (30 Jahre) bin sehr verzweifelt. Seit einigen Jahren nehme ich täglich Furosemid 40 mg. Ich habe sie damals von meinem Hausarzt verschrieben bekommen aufgrund von Schwellungen in den Unterschenkeln. Es wurden allerdings keine weiterführenden Untersuchungen gemacht. Heute denke ich, dass die Schwellungen aufgrund der Hitze im Sommer gekommen waren und es eigentlich keine Erkrankung gab. Nun bin ich in diesem Teufelkreislauf, daß wenn ich keine Tabletten nehme, ausgeprägte Oedeme entstehen. Ich würde sie wirklich gerne absetzen, nur habe ich Angst, dass dabei irgendetwas passieren kann, z.B. Wasser in der Lunge etc.
Mit der Gewichtszunahme und den wahrscheinlich ausgeprägten Oedemen in der ersten Zeit könnte ich leben, wenn da nur nicht die Angst wäre. Was kann denn schlimmsten Falls passieren?? Auf was muß ich achten??

Vielen Dank!!
von Kaktus am 28.12.2005 15:17

Experten-Antwort:
Ihre Beschreibung erinnert an ein eigenartiges Phänomen, nämlich Diuretika-induzierte Oedeme. Es kommt immer wieder einmal vor, dass Patienten, meist Frauen, die abnehmen wollen, sehr auf ihre Figur bedacht sind oder vermeintlich Schwellungen haben, Diuretika ohne medizinischen Grund verordnet werden. Sie haben seinerzeit dem Arzt wahrscheinlich über Schwellungen berichtet, die Sie heute als natürliche Folge von starker Hitze oder langem Stehen betrachten. Die Einnahme der Diuretika führt dann zwar zu einer Entwässerung, aber nach dem Weglassen ist der alte Zustand wieder da, so dass die Personen das Medikament häufig weiterhin einnehmen. Es ist der „Teufelskreis“, von dem Sie sprechen. Wenn das Diuretikum länger eingenommen wird, werden die Schwellungen nach dem Weglassen immer stärker, und das Diuretikum wird immer häufiger und schließlich auch in höherer Dosierung, evt. auch ein stärkeres Diuretikum eingenommen. Nach dem Weglassen werden die Schwellungen immer stärker, nicht nur an den Beinen, häufig auch an den Händen und den Augenlidern. Dies verstärkt bei den Betroffenen irrtümlicherweise die Überzeugung, dass die Einnahme der Diuretika notwendig ist.
Die einzige Lösung ist aber, dass man die Diuretika konsequent absetzt. Das führt dann zu einer vorübergehenden, evtl. starken Zunahme der Oedeme für 3 – 5, manchmal auch 10 Tage mit einer deutlichen Gewichtszunahme um mehrere Kilo. In einem ausgeprägten Fall hat man eine Zunahme um 12 Kilo beobachtet. Diese Schwellungen gehen nach wenigen Tagen von allein, ohne jedes Medikament und vor allem ohne Diuretikum wieder zurück. Am Ende dieser Phase liegt das Gewicht dann etwas höher als unter dem Diuretikum, bleibt aber konstant. Leider halten viele Betroffene die Phase der verstärkten Schwellungen und der Gewichtszunahme nicht durch und greifen wieder zum Diuretikum, so dass der „Teufelskreis“ nicht erfolgreich und dauerhaft durchbrochen wird. Es ist aber der einzige Weg, aus diesem Dilemma herauszukommen. Sie scheinen sehr motiviert, diese schwierige Phase durchzustehen.
Voraussetzung für das Weglassen des Diuretikums ist aber, das Sie keine Erkrankung, insbesondere keine Herzerkrankung haben, die eine Einnahme des Diuretikums notwendig macht. Wenn Sie herzgesund sind, brauchen Sie keine Angst zu haben, es wird auch kein Wasser in die Lungen treten. Besprechen Sie deshalb das Vorgehen mit Ihrem Hausarzt. Das paradoxe Phänomen der Diuretika-induzierten Oedeme und deren Ursache ist vielen Ärzten nicht bekannt.

Alphablocker als Blutdrucksenker?

Frage:

Seit vielen Jahren habe ich Bluthochdruck. Bislang habe ich alle Wirkstoffgruppen ausprobiert, bis auf den Alpha-blocker.
Die bisherige Therapie brachte nicht die nötige Blutdrucksenkung bzw habe ich dei meistn medik. nicht vertragen.
Spricht etwas gegen Alphablocker?
von erikamann am 25.12.2005 15:44

Experten-Antwort:

In einer großen Studie an mehreren tausend Patienten mit Bluthochdruck hat der Alphablocker Doxazosin die Folgen des Bluthochdrucks an Herzen nicht so gut wie andere Blutdrucksenker verhindern können. Aus diesem Grund werden Alphablocker von Fachgesellschaften weltweit, auch von der Deutschen Hochdruck-Liga seit ca. 5 Jahren nicht mehr als Blutdrucksenker der ersten Wahl, sondern nur noch bei Versagen oder Unverträglichkeit anderer Blutdrucksenker bzw. bei Patienten mit Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostata) ohne Herzinsuffizienz empfohlen.
Bei unzureichender Wirkung eines einzelnen Blutdrucksenkers (Monotherapie) muss ein zweiter, evtl. sogar ein dritter Blutdrucksenker zusätzlich verordnet werden (Kombinationstherapie). Die meisten Patienten mit Bluthochdruck benötigen zwei Blutdrucksenker gleichzeitig (in der Regel in einer Tablette kombiniert).

Fragen zu Diuretika

Frage:

Trotz der Einnahme von Verabeta und einem ACE-Blocker gegen meinen Bluthochdruck beträgt er im Schnitt immer noch 140/90 mmHg. Mein Hausarzt hat mir deshalb Moxonidin verschrieben. Nach mehreren Tagen der Einnahme hatte ich jedoch immer noch Kopfschmerzen und habe es deshalb wieder abgesetzt. Mein Gastroenterologe empfahl mir, nachdem bei mir eine Verengung der Speiseröhre festgestellt wurde, Torasid auszuprobieren. Meine Fragen hierzu:
1. Ist Torasid ein Diuretikum ?
2. Erhöht sich das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden, da Torasid das Blut verdickt ?
3. Erhöhen sich durch Torasid die Cholesterin-Werte ?
4. Sollte ich Moxonidin noch einmal über einen längeren Zeitraum ausprobieren, um zu sehen, ob die Kopfschmerzen nachlassen ?
Würde mich über Antwort sehr freuen.

Michael
von Michael am 23.12.2005 12:43

Experten-Antwort:

1. Torasemid (im Torasid) ist ein Diuretikum.
2. In großen Studien an vielen tausend Patienten über mehrere Jahre konnten mit anderen Diuretika, insbesondere Hydrochlorothiazid und Bendrofluazid Schlaganfälle zuverlässig und ebenso gut verhindert werden wie mit anderen Blutdrucksenkern. In der Regel geht man davon aus, dass diese günstige Wirkung ein Gruppeneffekt aller Diuretika ist. Allerdings wurden solche Studien mit dem Diuretikum Torasemid nicht durchgeführt.
3. Bei allen Diuretika kann es zu einer geringfügigen Erhöhung der Cholesterinwerte kommen. Diese Veränderung beeinträchtigt aber den Nutzen der Diuretika nicht, so dass alle Fachgesellschaften weltweit die Diuretika zusammen mit ACE-Hemmern, AT1-Rezeptorantagonisten, Betablockern und Kalziumantagonisten als Blutdrucksenker der ersten Wahl empfehlen. Die Cholesterinwerte werden durch fettreiche und kalorienreiche Ernährung sehr viel stärker erhöht als durch Diuretika.
4. Da Sie bereits einen Kalziumantagonisten (Verabeta) und einen ACE-Hemmer einnehmen, sollte das dritte Medikament gegen Bluthochdruck ein Diuretikum sein, am besten Hydrochlorothiazid (oder Bendrofluazid, das in Deutschland allerdings wenig verordnet wird).

Verstopfung durch Kalziumantagonisten

Frage:

Seit ich Carmen einnehme, kommt es vor, daß ich unter krampfartigen Bauchschmerzen oder Verstopfung leide. Warum?
von Nikolaus am 22.12.2005 19:16

Experten-Antwort:

Kalziumantagonisten wie Lercanidipin (im Carmen) können in seltenen Fällen Magen-Darm-Beschwerden und Obstipation (Verstopfung) verursachen oder solche Beschwerden bei einer bestehenden Anlage begünstigen. Bitten Sie Ihren Arzt, Ihnen einen anderen Blutdrucksenker zu verordnen. Wenn Carmen Ihre Beschwerden verursacht hat, verschwinden Sie innerhalb von 2 – 3 Wochen nach Absetzen des Medikaments. Wenn die Beschwerden bestehen bleiben, war Carmen nicht die Ursache der Beschwerden.

Gingivahyperplasie durch Kalziumantagonisten

Frage:

Ich nehme Concor 5, Concor und Norvasc seit etwa 5 Jahren ein und habe nun seit einiger Zeit Gingivahyperplasie, verbunden mit täglichen Zahnfleischbluten, auch teils beim Essen. Im Beipackzettel von Norvasc ist dies als sehr seltene Nebenwirkung aufgeführt. Was kann ich tun?
von helga 2305 am 20.12.2005 11:48

Experten-Antwort:

Gingivahyperplasie ist eine sehr seltene Nebenwirkung aller Medikamente aus der Gruppe der Kalziumantagonisten, auch des Dihydropyridin-Kalziumantagonisten Amlodipin (im Norvasc). Bei dieser Nebenwirkung sollte der Kalziumantagonist abgesetzt werden und durch ein anderes Medikament –allerdings keinen anderen Kalziumantagonisten – ersetzt werden. Auf jeden Fall ist eine Untersuchung durch einen Zahnarzt zu empfehlen, weil eine Gingivahyperplasie auch andere Ursachen haben kann. Wenn der Kalziumantagonist die Ursache war, bildet sich die Gingivahyperplasie innerhalb einiger Monate zurück.

Verhütung und Bluthochdruck

Frage:

Ich bin 35 und seit meiner Schwangerschaft vor 4 Jahren in Behandlung wg. Bluthochdruck. Nach einem Klinikaufenthalt nehme ich nun Bisoprolol, Enalapril, Norvasc und Natrilix SR ein. Hatte nach SS mit Kupferspirale verhütet, die mußte jetzt raus. Pille oder Hormonspirale wären mit am liebsten wg. Hautproblemen und Stärke der Menstruation. Muß ich wirklich auf hormonelle Verhütungsmittel verzichten?
von sabine am 17.12.2005 14:36

Experten-Antwort:

1. Sie schreiben nicht, wie Ihre Blutdruckwerte sind. Da Sie aber eine Vierfach-Kombination, d.h. vier verschiedene Blutdrucksenker gleichzeitig einnehmen, muss bei Ihnen ein sehr schwerer Bluthochdruck vorliegen. Ich gehe deshalb als selbstverständlich davon aus, dass Ihr Blutdruck bereits häufiger mittels Blutdrucklangzeitmessung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät überprüft worden ist und erhöht war. In der Regel muss man bei schwer einstellbarem bzw. schwer behandelbarem Bluthochdruck auf die Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln (orale Kontrazeptiva) verzichten, weil diese den Blutdruck weiter erhöhen können.
2. Bei jungen Patienten – wie bei Ihnen – mit schwerem, durch Langzeitmessung überprüftem Bluthochdruck, der die Einnahme von mehr als zwei verschiedenen Blutdrucksenkern erfordert, muss unbedingt nach einer Ursache des Bluthochdrucks gesucht werden, die man heilen oder spezifisch behandeln kann bzw. muss. Ich gehe davon aus, dass alle diese Untersuchungen bereits erfolgt sind. Eine Nierenerkrankung muss durch Untersuchung von Blut und Urin, eine Nierenarterienstenose durch Dupplexsonographie, zuverlässiger durch eine Angiokernspintomographie oder eine Nierenangiographie (eine Nierensonographie reicht nicht aus), ein Phäochromozytom durch Bestimmung von Adrenalin, Noradrenalin, Metanephrin, Normetanephrin und Vanillinmandelsäure im 24-Stunden-Urin und ein Hyperaldosteronismus durch Bestimmung von Renin und Aldosteron im Blut, evtl. auch eine Aortenisthmusstenose nachgewiesen oder ausgeschlossen werden. Wenn dies bisher nicht erfolgte, bitten Sie Ihren Hausarzt um eine Überweisung zu einem Arzt für Nierenkrankheiten und Bluthochdruck (Nephrologie), für Herzkrankheiten (Kardiologie) und/oder für Hormonerkrankungen (Endokrinologie).

Bluthochdruck in der Schwangerschaft

Frage:

Ich habe Bluthochdruck in der schwangerschaft bekommen, bin jetzt 35+2ssw und bekomme ß-blocker und Diuretikum. Wie ist das denn dann bei der Geburt? Wird die früher eingeleitet oder verläuft diese normal?
von funymausi am 14.12.2005 10:34

Experten-Antwort:

1. Betablocker (insbesondere Metoprolol und Atenolol) sowie Alpha-Methyldopa sind die Blutdrucksenker, mit denen die größten Erfahrungen bei der Behandlung des hohen Blutdrucks in der Schwangerschaft gemacht und bei denen keine ernsthaften Komplikationen oder Probleme beobachtet wurden. Sie werden deshalb von Fachgesellschaften und Experten weltweit, auch von der Deutschen Hochdruck-Liga zur Behandlung des Bluthochdrucks in der Schwangerschaft empfohlen. Diuretika werden als Blutdrucksenker in der Schwangerschaft entweder kontrovers beurteilt (National Institutes of Health, USA, 2000) oder als ungeeignet bezeichnet (Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen Fachgesellschaften, 2003).
2. Der Schwangerschaftsverlauf und evtl. Maßnahmen hängen nicht nur von der Höhe des Blutdrucks, sondern von zahlreichen weiteren Faktoren ab und müssen vom Geburtshelfer für jede einzelne Patientin individuell entschieden werden.
3. Der Geburtshelfer wird im Einzelfall entscheiden, ob der Betablocker in den Tagen vor dem erwarteten Entbindungstermin vorsichtshalber abgesetzt werden soll.

Forum Bluthochdruck – Medikamente

Schwäche nach Blutdrucksenkung?

Frage:

Nach Sehstörungen wurde bei mir schliesslich Bluthochdruck diagnostiziert. Seit etwa 7 Wochen wird nun der Blutdruck durch Medikamente (zuerst Provas 160, jetzt Amlopin 10) auf Normalwerte zurückgesetzt. Anfangs habe ich stark “geschwächelt” und mich kaputt gefühlt. Dieser Zustand hat sich zwar etwas gebessert, ist aber nach wie vor vorhanden. Manchmal habe ich auch das Gefühl, nicht genügend Sauerstoff zu bekommen. Irgendwo habe ich gelesen das eine längere Bluthochdruckphase zu einer Herzmuskelvergrösserung führen kann. Ist dies die mögliche Ursache meiner Schwäche und bildet sich dies wieder zurück?

Vielen Dank für Ihre mühe
von Beedy am 11.12.2005 21:07

Experten-Antwort:

1. Häufig fühlen sich Patienten sich in den ersten 2 – 4 Wochen nach Beginn der Bluthochdruckbehandlung schlechter als vorher, vor allem müde, schlapp, kraftlos und wenig leistungsfähig. Das kommt daher, dass der Körper sich an den hohen Blutdruck gewöhnt hat und den durch die Behandlung niedrigeren, aber eigentlich ja normalen Blutdruck als zu niedrig empfindet. Diese Folgen, die nach allen Blutdrucksenkern auftreten können, verschwinden in der Regel nach 2 – 4 Wochen von selbst.
2. Wenn diese Beschwerden länger an halten, besteht auch die Möglichkeit, dass der Blutdruck auf die Behandlung zu stark angesprochen hat und nun zu niedrig ist. Lassen Sie also überprüfen bzw. überprüfen Sie durch Selbstmessung, ob Ihr Blutdruck vielleicht zu niedrig ist.
3. Es ist richtig, dass ein Blutdruckdruck eine Herzvergrößerung verursachen kann. Durch eine konsequente Behandlung des Bluthochdrucks kann sich diese im Verlauf von Monaten evtl. Jahren wieder zurückbilden. Allerdings macht eine Herzvergrößerung zu Beginn keine Beschwerden. Bei länger dauernder schwerer Herzvergrößerung sind es meist andere Beschwerden als Sie schildern. Fragen Sie Ihren Arzt, ob bei Ihnen eine Herzvergrößerung besteht.

Bluthochdruck nach Behandlungsbeginn

Frage:
Nach 8-tägiger Einnahme eines ACE-Hemmers ist der Blutdruck nicht gesunken, ganz im Gegenteil: Vom vorherigen Durchschnittswert von 155/90 auf 160:95 mmHg (Sptitzen 170/98 mmHg) angestiegen. Wegen einer sehr niedrigen Frequenz von 45/min scheidet die Gabe von Beta-Blockern aus. Ihr Rat??
von GEZETT am 09.12.2005 13:35

Experten-Antwort:
1. Um die Wirkung eines Blutdrucksenkers zuverlässig erkennen zu können, muss man vor und nach Beginn der Behandlung wiederholt messen. Einzelne Spitzenwerte sind nicht entscheidend, sondern die Mittelwerte zahlreicher Messungen. Außerdem ist die Wirkung erst 2 – 4 Wochen nach Beginn der Behandlung endgültig zu beurteilen.
2. wenn der ACE-Hemmer tatsächlich keine Wirkung auf Ihren Blutdruck hat, sollte frühestens nach 4 Wochen ein anderer Blutdrucksenker verordnet werden. Hierfür kommt bei Ihnen ein Kalziumantagonist, ein Diuretikum oder ein AT1-Rezeptorblocker in Betracht, u.U. auch eine Kombination aus zwei Blutdrucksenkern.

Blutdrucksenker in der Stillzeit

Frage:
Ich war vor der Schwangerschaft gut mit Bisoprolol eingestellt, auch in der Schwangerschaft war es gut, ich konnte sogar die Med. ganz absetzen. Jetzt geht der Blutdruck wieder hoch. Ich bekomme Presinol, was aber nicht wirklich anschlägt (RR(140/93 mmHg bei 2 Tabletten Presinol mite). Wer kennt die neuesten Erkenntnisse über Betablocker (Bisiprolol) in der Stillzeit?
von lena am 25.11.2005 12:14

Experten-Antwort:
Für die Behandlung des erhöhten Blutdrucks während des Stillens werden Medikamente bevorzugt, die nicht oder nur in geringer Menge in die Muttermilch übertreten und bei denen bisher keine oder doch zumindest keine ernsten Wirkungen oder Nebenwirkungen beim Säugling festgestellt wurden. Hierzu zählt Alpha-Methyldopa (im Presinol).
Bevorzugt sollten auch nicht-medikamentöse Maßnahmen eingesetzt werden. In der Zeit des Stillens kommen am ehesten körperliche Schonung und salzarme Kost in Betracht. Wenn bei Ihnen keine Herz-, Kreislauf- oder Nierenerkrankungen bestehen und wenn Ihr Blutdruck bei etwa 140/93 mmHg liegt, sind für die Dauer des Stillens keine Änderungen oder weitere Maßnahmen erforderlich. Wenn Ihr Blutdruck nicht ständig über 160/100 mmHg ist, können Sie unter regelmäßiger Kontrolle des Blutdrucks, der einen weiteren Anstieg des Blutdruck frühzeitig erfassen soll, für die Dauer des Stillens das Medikament auch versuchsweise absetzen und den Blutdruck unbehandelt lassen. Betablocker können in der Muttermilch nachgewiesen werden.

Zahlreiche Nebenwirkungen durch Blutdrucksenker

Frage:
Ich bin 40 Jahre alt, 176 Körpergröße, wiege 90 kg. Seit über 2 Jahren bin ich in ärztlicher Behandlung wegen zu hohem Blutdruck; meine Werte waren 170/112 (Extremfall). Alle Medikamente, die ich bis jetzt eingenommen habe, haben mich nur noch kränker gemacht, zwar wurde mein Blutdruck einigermaßen “richtig” eingestellt, die Nebenwirkungen aber, die bei mir auftreten, machen mein Leben zur Hölle. Ich habe Herzrhythmusstörungen, Schwindelgefühle, Schweißausbrüche, Schmerzen in der Herzgegend, Angstzustände. Nachts kann ich nicht mehr schlafen, weil ich ständig von der panischen Angst heimgesucht werde, dass ich bald einen Infrakt bekomme. Ich wurde depressiv, mein Gesicht ist immer rot, habe bereits die ganze Palette von Blutdrucksenkern ausprobiert, angefangen von den Betablockern über Diuretika, Kalziumantagonisten, Angiotensin II- Antagonisten bis ACE-Hemmern etc. Alle meine Organe wurden untersucht, alles o.k. angeblich?? Was tun??

Gruß
von jurek.z am 24.11.2005 17:06

Experten-Antwort:
1. Bei einer Größe von 176 cm und einem Gewicht von 90 kg sind Sie deutlich übergewichtig. Übergewicht erhöht den Blutdruck, durch Gewichtsabnahme sinkt der Blutdruck. Denken Sie aber auch daran, dass Ihre Wirbelsäure und Ihre Gelenke das ganze Gewicht tragen müssen. Dafür sind sie nicht gebaut und werden ohne Gewichtsabnahme wahrscheinlich frühzeitig verschleißen. Schließlich sind Sie ja erst 40 Jahre.
2. Mit einer Ausnahme sind die Beschwerden, die Sie schildern, keine Nebenwirkungen der Blutdrucksenker, d.h. sie müssen eine andere Ursache haben. Am besten gehen Sie in Absprache mit Ihrem Arzt folgendermaßen vor: da Sie ohnehin der Ansicht sind, dass alle Blutdrucksenker Sie nur noch kränker und “Ihr Leben zur Hölle” machen, sollten Sie alle Blutdrucksenker absetzen und folgendermaßen vorgehen:
a) Beobachten Sie, ob Ihre Beschwerden innerhalb von 4 Wochen verschwinden. Wenn das nicht der Fall ist, sind die Blutdrucksenker nicht die Ursache Ihrer Beschwerden.
b) Lassen Sie 4 Wochen nach dem Absetzen der Blutdrucksenker durch eine Langzeitmessung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät überprüfen, ob Sie wirklich einen dauerhaft erhöhten Blutdruck haben. Extremwerte (auch Werte von 170/112 mmHg) sind bei Belastungen durchaus möglich und bedeuten noch keinen Bluthochdruck. Entscheidend sind nicht Einzelwerte, sondern die Mittelwerte häufig wiederholter Blutdruckmessungen, z.B. bei der Langzeitmessung.
c) Da alle Organe bei Ihnen untersucht wurden und normal sind, handelt es sich möglicherweise bei Ihnen um seelisch (psychisch) bedingte Beschwerden. Suchen Sie deshalb einen Arzt für Psychosomatik oder Psychiatrie auf.

Medikamentenwechsel ohne Blutdruckmessung

Frage:
Ich nehme schon sehr lange Mobloc. Gehe zum anderen Arzt, dieser verordnet Votum 20, ohne Blutdruckmessung.
Blutdruck fast immer über 155/95 mmHg.
von Rosa am 20.11.2005 09:14

Experten-Antwort:
1. Wenn der Patient den Blutdruck regelmäßig, zuverlässig und korrekt misst, die Werte aufschreibt und diese dem Arzt vorlegt, muss dieser selbst keine Messungen machen, evtl. nur überprüfen, ob das Gerät des Patienten in Ordnung ist und ob der Patient korrekt misst.
2. Wahrscheinlich hatte der neue Arzt den Eindruck, dass Mobloc bei Ihnen unzureichend wirkt und hat deshalb ein anderes Medikament verordnet. Sie sollten jetzt das neue Medikament regelmäßig einnehmen und Ihren Blutdruck kontrollieren. Messen Sie den Blutdruck zweimal täglich morgens und abends möglichst immer zu den gleichen Zeitpunkten in körperlicher und seelischer Ruhe für 2 – 3 Wochen, schreiben Sie die Werte auf und zeigen Sie diese Ihrem Arzt. Wenn der Mittelwert aller Messungen unter 135/85 mmHg liegt, ist der Blutdruck normal. Einzelne Werte dürfen diese Grenze ohne weiteres überschreiten, wenn nur der Mittelwert unter 135/85 ist. Wenn der Blutdruck weiterhin erhöht ist, muss die Dosis von Votum erhöht oder – besser – ein zweiter Blutdrucksenker zusätzlich verordnet werden.

Bluthochdruckmittel Doxazosin (Doxcor)

Frage:
In der ALLHAT-Studie wurde der Doxazosin-Arm abgebrochen, weil signifikant mehr ‘kardiovaskuläre Ereignisse” auftraten. Meine Frage: Kann Doxazosin Herprobleme/Herzinsuffizienz ERZEUGEN oder bedeutet das Ergebnis nur, dass dieses Medikament nicht so gut wie andere Mittel Herzprobleme VERHÜTET? – Hintergrund der Frage: Ein Bekannter (damals 80 Jahre), kein Bluthochdruck beim jährlichen Check, bekam wg. Prostatavergrößerung Doxazosin verschrieben. Seitdem ging es ihm kontinuierlich schlechter bis zu Herzinsuffizienz und akuten Erstickungszuständen (Lungenödem). Unter Behandlung mit Ramipril, Novodigal, Doxazosin bleibt er müde, antriebsarm, mit zunehmenden Beschwerden, “die Beine nicht mehr kontrollieren” zu können. (Er war ein sehr guter Wanderer, bis zum Auftreten vom Lungenödem hatte er fast täglich mind. 1 Stunde; oft wesentlich mehr Weg zurückgelegt.
von skeptikerin am 19.11.2005 11:36

Experten-Antwort:
1. In der ALLHAT-Studie wurde der Alpha-Blocker Doxazosin mit Plazebo, sondern mit dem Diuretikum Chlorthalidon verglichen. Da mit beiden Antihypertensiva fast die gleiche Blutdrucksenkung erzielt wurde (diastolisch gleich, systolisch 2 mmHg niedriger mit Chlorthalidon) kann man sicher sein, dass beide Medikamente vor den Folgen des Bluthochdrucks schützen. Allerdings schützte Doxazosin weniger vor kardiovaskulären Komplikationen, insbesondere Herzinsuffizienz als Chlorthalidon. Also: Doxazosin verursacht keine kardialen Erkrankungen, sondern verhindert weniger als Chlorthalidon.
2. In den Leitlinien zur Hochdrucktherapie haben sich diese Ergebnisse insofern ausgewirkt, als Doxazosin seither nicht mehr zu den Antihypertensiva der ersten Wahl zählt. Die deutsche Hochdruck-Liga erwähnt allerdings Doxazosin mit Diuretikum und Betablocker bzw. mit Diuretikum und zentralem Antisympathotonikum als eine mögliche Dreierkombination zur Hochdruckbehandlung, wenn eine übliche Zweier-Kombination nicht ausreichend wirkt. In den Empfehlungen der europäischen Gesellschaften für Hypertonie und Kardiologie gilt eine Herzinsuffizienz als relative Gegenanzeige (Kontraindikation) für die Behandlung mit Alpha-Blockern. Die deutsche Hochdruck-Liga rät von der Anwendung von Alpha-Blockern bei gleichzeitiger Herzinsuffizienz ab.
3. Die Indikation von Doxazosin zur Behandlung einer benignen Prostatahyperplasie bei einem Patienten, der bereits eine Herzinsuffizienz hat oder unter der Behandlung mit Doxazosin entwickelt hat, muss ganz besonders kritisch überprüft werden. In der Regel dürfte die Nutzen-Risiko-Abwägung gegen eine Verordnung sprechen. Mit größter Wahrscheinlichkeit hat Doxazosin die Herzinsuffizienz bei Ihrem Bekannten nicht verursacht, sondern sie wäre auch ohne Einnahme von Doxazosin aufgetreten.

Warum zwei Blutdrucksenker?

Frage:
Was ist der Unterschied zwischen Delix 2,5 und Dilatrend 25mg..und warum muß ich beide medikamente nehmen?
von Hase am 18.11.2005 18:25

Experten-Antwort:
Der ACE-Hemmer Ramipril (im Delix 2,5 mg) und der Betablocker Carvedilol (im Dilatrend 25 mg) sind zwei ganz verschiedene Blutdrucksenker. Zwar kann man beide Medikamente einzeln verordnen und noch höher dosieren (Ramipril bis 10 mg bzw. Carvedilol bis 50 mg täglich), doch wird heute bei der Behandlung des Bluthochdrucks und einiger Herzkrankheiten eine frühzeitige Kombination zweier Medikamente in niedrigen, nicht-maximalen Dosen empfohlen. Man erwartet dann eine stärkere Wirkung und gleichzeitig weniger Nebenwirkungen.

Medikamente – ist Maximaldosis ok?

Frage:
Ich bin jetzt 60 Jahre alt und ich hatte jetzt schon 3 Schlaganfälle und eine “erhebliche Mikroangiopathie” steht in dem CT-Bericht. Ich nehme jetzt zur Blutdrucksenkung Ramipril 5mg morgens, weil ich zuvor mit Ramipril 2,5mg und HCT dazu einen Mangel beim Kalium hatte. Mit den 5mg Ramipril ist der Blutdruck tagsüber sehr gut , so 115/80, aber ab spätnachmittag wird er wieder ab 145/95 und höher, bleibt auch höher. Wäre das in Ordnung, wenn ich spätnachmittag noch eine 5mg Tablette nehme, es steht drin Maximaldosis 10mg, oder könnte das schädlich sein?
von Maria am 15.11.2005 09:51

Experten-Antwort:
1. Da Sie bereits drei Schlaganfälle erlitten haben, muss Ihr Blutdruck auf niedrigere Werte als bei anderen Bluthochdruckpatienten, nämlich bei Selbstmessung möglichst zuverlässig auf Mittelwerte unter 125/80 mmHg eingestellt werden. Einzelne Werte dürfen diese Grenze überschreiten, wenn nur der Mittelwert häufiger Messungen unter 125/80 mmHg liegt. Wegen der von Ihnen beobachteten Schwankungen sollte am besten eine Blutdrucklangzeitmessung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät durchgeführt werden. Dabei sollten die Mittelwerte über 24 Stunden unter 120/75 mmHg, die Tagesmittelwerte unter 125/80 mmHg liegen.
2. Falls die Werte diese Grenzen überschreiten, kann Ihr Arzt – da das Hydrochlorothiazid (HCT) bei Ihnen einen Kaliummangel verursacht hat – die Ramiprildosis verdoppeln, d.h. wegen der langen Wirkungsdauer morgens 10 mg oder auch morgens und spätnachmittags jeweils 5 mg. Falls diese Dosis nicht ausreicht und das HCT eine gute Wirkung auf den Blutdruck hatte, kann Ihr Arzt Ihnen versuchsweise zusammen mit dem HCT den Kaliumsparer Amilorid oder Triamteren verordnen. Es gibt zahlreiche Kombinationspräparate von Hydrochlorothiazid (HCT) mit Amilorid oder Triamteren.

ACE-Hemmer, Husten und Herzinfarkt

Frage:
Nach einem Herzinfarkt am 8.8.2005 erhielt ich eine Ballondilation und einen Stent. Seither nehme ich folgende Medikamente: Beloc-Zok 1/2 – 0 – 1/2, Delix 5 plus 1-0-0, ASS100 0-1-0, Plavix 0-1-0, Zocor 0-0-1. Ich leide an starkem trockenen Reizhusten, außerdem an Magenschmerzen. Meine Hausarzt rät zum Absetzen von Delix und stattdessen zur Einnahme von MicardisPlus 80/12,5mg. Über Ihre Meinung hierüber würde ich mich freuen.
von SoSeVeAnJu am 13.11.2005 20:56

Experten-Antwort:
Ein trockener, nicht-produktiver Reizhusten (also ohne Auswurf) ist eine charakteristische Nebenwirkung der ACE-Hemmer (z.B. des Ramiprils im Delix 5 plus). Er kann wenige Tage, manchmal aber auch erst viele Monate nach Beginn der Einnahme auftreten.
Bei Husten sollte der ACE-Hemmer abgesetzt und durch einen AT1-Rezeptorblocker, ein so genanntes „Sartan“ ersetzt werden. Diese Gruppe der Blutdrucksenker hat sehr ähnliche Wirkungen wie die ACE-Hemmer, ohne allerdings Husten zu verursachen. Etwa 10 – 14 Tage nach dem Absetzen des ACE-Hemmers verschwindet der Husten. In Deutschland gibt es mehrere „Sartane“. MicardisPlus 80/12,5 mg enthält ein solches „Sartan“, das Telmisartan, außerdem das gleiche Medikament („Plus“) in der gleichen Dosis, das auch im Delix 5 plus enthalten ist, nämlich 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Da sowohl ACE-Hemmer als auch AT1-Rezeptorblocker (“Sartane”) für Patioenten nach Herzinfarkt gut geeignet sind, ist der Rat Ihrer Ärztin also völlig in Ordnung.

Blutdrucksenker bei Marcumar

Frage:
Guten Tag, mein Mann muss wegen einer Lungenemb. und einer Beinvenentromb. Marcumar einnehmen. Er ist selbständig und daher dem Allgem. Stress ausgesetzt. Da er öfters Herzstolpern hat, haben wir eine Zeit lang regelmäßig den Blutdr. gemessen. Morgens 125/85. Am Abend zwei bis dreimal die Woche 165/95. Die Ärztin hat ihm dringend geraten, ein Medikament einzunehmen. Ein Freund hat ihm Blopress geraten. Was würden Sie zun in Hinsicht auf das Marcumar?
von Polar am 13.11.2005 20:00

Experten-Antwort:
1. Blutdruck und Puls sind nicht konstant, sondern schwanken in Abhängigkeit von seelischen (psychischen) und körperlichen (physischen) Belastungen. Aufregungen im privaten und beruflichen Bereich, Ärger, Angst, Schmerzen, Stress, ja selbst angenehme Gefühle wie bei plötzlichen freudigen Ereignissen erhöhen Blutdruck und Puls vorübergehend. Daraus ergeben sich zwei Konsequenzen: Puls und Blutdruck müssen immer in körperlicher und seelischer Ruhe gemessen werden und bei der Beurteilung des Blutdrucks sind nicht einzelne Werte entscheidend, sondern die Mittelwerte häufig wiederholter Messungen. Bei Ihrem Mann ist der Blutdruck teils normal, teils erhöht. Es muss also zunächst festgestellt werden, ob der Blutdruck wirklich erhöht ist und behandelt werden muss. Dazu eignen sich zwei Methoden:
a) Die Blutdruckselbstmessung: Ihr Mann muss den Blutdruck zweimal täglich morgens und abends möglichst immer zu den gleichen Zeitpunkten in körperlicher und seelischer Ruhe für 2 – 3 Wochen messen, die Werte aufschreiben und seinem Arzt zeigen. Wenn der Mittelwert aller Messungen unter 135/85 mmHg liegt, ist der Blutdruck normal. Einzelne Werte dürfen diese Grenze ohne weiteres überschreiten, wenn nur der Mittelwert unter 135/85 ist.
b) Eine andere Möglichkeit ist die Blutdrucklangzeitmessung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät.
Wenn der Blutdruck aufgrund dieser Messungen erhöht ist, muss er behandelt werden.
2. Der Arzt muss aus vielen Blutdrucksenkern das für den jeweiligen Patienten am besten geeignete Medikament auswählen. Die Tatsache, dass Ihr Mann Marcumar einnimmt, beeinflusst die Auswahl des Blutdrucksenkers nicht. Candesartan (im Blopress) ist ein Blutdrucksenker, der gut wirkt, wenig Nebenwirkungen hat und für viele Patienten gut geeignet ist.

AT1-Blocker versus ACE-Hemmer

Frage:
Nehme seit zwei Jahren einen ACE-Hemmer sowie seit kurzem einen Kalzium-Antagonisten (Verapamil, vorher Bisoporol und Nitrendipin).
Habe gelesen, dass Angiotensin-II-Antagonisten, kurz A-II-A im Gegensatz zu den ACE-Hemmern ihre Wirkung vor Ort entfalten, direkt an den Rezeptoren auf der Oberfläche der Blutgefäße. A-II-A sollen so gezielt arbeiten, dass unerwünschte Wirkungen minimal sind. Wenn dies zutrifft, sollte man dann die A II Antogonisten gegenüber ACE-Hemmern bevorzugen bzw. nicht nur dann verschreiben, wenn die ACE-Hemmer nicht gut vertragen werden oder wenn Nebenwirkungen auftreten ?
Seitdem ich z.B. Verapamil an Stelle von Bisoporol und Nitrendipin einnehme, sind meine Refluxbeschwerden erheblich zurückgegangen. Hoffe nun, dass ich durch A-II-A eine weitere Verbesserung meines Befindens erreiche bzw. Nebenwirkungen reduzieren kann.

Vielen Dank für eine Antwort
von Heinrich am 12.11.2005 20:27

Experten-Antwort:
ACE-Hemmer und AT1-Rezeptorantagonisten (auch Angiotensin II-Antagonisten genannt) hemmen beide das Renin-Angiotensin-System, allerdings aufgrund eines unterschiedlichen Wirkungsmechanismus: ACE-Hemmer verhindern im Körper die Umwandlung von Renin und Angiotensin I in das Blutdruck steigernde Angiotensin II, während AT1-Rezeptorantagonisten verhindern, dass sich das Angiotensin II an den AT1-Rezeptor bindet, der die Blutdrucksteigerung auslöst. Im ersten Fall wird also das Blutdruck steigernde Hormon nicht gebildet, im zweiten wird seine Wirkung blockiert.
Weltweit empfehlen Fachgesellschaften als erste Wahl zur Behandlung des Bluthochdrucks Medikamente aus fünf verschiedenen Gruppen mit teils sehr unterschiedlichem Wirkungsmechanismus, darunter auch ACE-Hemmer und AT1-Rezeptorblocker. Diese Empfehlungen beruhen auf langjährigen Erfahrungen mit diesen Blutdrucksenkern hinsichtlich erwünschter Wirkungen bzw. Nebenwirkungen und dem Ergebnis großer Studien bei der Behandlung des Bluthochdrucks. In diesen Behandlungsrichtlinien sind ACE-Hemmer und AT1-Rezeptorantagonisten gleichgestellt. Grundsätzlich muss der Arzt bei seinen Patienten individuell, d.h. aufgrund von Begleiterkrankungen, zusätzlichen Risikofaktoren, Beschwerden und Befindlichkeitsstörungen den jeweils am besten geeigneten Blutdrucksenker auswählen und verordnen.

Retroperitoneale Fibrose durch Betablocker?

Frage:
Ich nehme seit 10 Jahren Beloc ZOK. Vor 7 Jahren bekam ich Morbus Ormond. Jetzt sterben die Beine ab. Die Ärzte wissen keinen Rat. Können das Nebenwirkungen von Beloc sein? Mir wurde dies angedeutet.
von Karliseppl am 02.11.2005 14:24

Experten-Antwort:
Einer der ersten Betablocker, das Practolol, wurde vor etwa 40 Jahren wegen Nebenwirkungen, darunter wegen sehr seltenen Fällen von retroperitonealer Fibrose (entsprechend einem Morbus Ormond) vom Markt genommen. Vermutlich hat sich jemand, mit dem Sie über Ihr Problem gesprochen haben, an diese Episode erinnert.
Seither ist diese Nebenwirkung bei anderen Betablockern (einschließlich Metoprolol im Beloc ZOK) nicht mehr aufgetreten, obwohl diese Medikamente von vielen Millionen Menschen teilweise über Jahrzehnte eingenommen wurden. Aufgrund dieser langjährigen Erfahrungen gilt der Morbus Ormond nicht als eine Nebenwirkung der Betablocker.

Unterschiede zwischen Kalziumantagonisten

Frage:
Nehme seit 2 Jahren Bisoporol, einen ACE-Hemmer und Nitrendipin.
Bin bislang davon ausgegangen, dass sich Medikamente der selben Wirkstoffgruppe nicht wesentlich unterscheiden, bis ich gelesen habe, dass Verapamil Nitrendipin “überlegen” ist, weil über die Blockade der Kanäle in der Wand der Gefäßmuskulator hinaus auch diejenigen Blutgefäße, die das Herz mit Sauerstoff versorgen, erweitert werden, was die Herzarbeit erleichtert.
1. Sind die für Verapamil genannten Eigenschaften zutreffend ?
2. Wenn ja, kann Verapamil vielleicht in Kombination mit einem anderen Medikament einen Betablocker ersetzen ?
Vielleicht kann durch die Kombination anderer Medikamente eine Besserung/Vermeidung der immer noch und trotz Sport vorhandenen Einbußen körperlicher Leistungsfähigkeit sowie die mit Bisoporol aufgetretenen Erektionsstörungen erreicht werden.
von heinrich am 30.10.2005 20:50

Experten-Antwort:
1. Nitrendipin und Verapamil sind zwar beide Kalziumantagonisten, gehören aber aufgrund ihrer pharmakologischen Eigenschaften zu zwei verschiedenen Gruppen. Nitrendipin ist ein Dihydropyridin-, Verapamil ein Nicht-Dihydropyridin-Kalziumantagonist.
2. Der wichtigste Unterschied ist, dass das sympathische Nervensystem durch Dihydropyridine angeregt und durch Nicht-Dihydropyridine wie Verapamil gebremst wird. Letztere haben also eine antisympathische bzw. sympatholytische Wirkung und ähneln deshalb den Betablockern. Beispielsweise verlangsamen Verapamil und Betablocker den Puls (die Herzfreuqnez) und verlängern die Überleitungszeit vom Herzvorhof auf die Kammer. Das hat aber auch zur Folge, dass Betablocker und Nicht-Dihydropyridine in der Regel nicht gleichzeitig verordnet werden sollten. Andererseits kann man in gewissem Umfang und bei bestimmten Anwendungen (Indikationen) einen Betablocker durch Verapamil ersetzen.

Betablocker bei chronischer Bronchitis?

Frage:
Mein Arzt möchte mir Betablocker verschreiben. Ich leide seit Jahren unter einer chronischen Bronchitis. Gibt es einen Betablocker, den ich unbedenklich nehmen kann?
von hedy am 27.10.2005 10:28

Experten-Antwort:
Betablocker können zu einer Verengung der Bronchien (Bronchokonstriktion) führen und asthmatische Beschwerden, vor allem Luftnot, Husten und Auswurf auslösen oder begünstigen. Daher dürfen Betablocker bei Patienten mit Asthma oder chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) wie Bronchitis und Lungenemphysem nicht verordnet werden. Diese Nebenwirkung haben alle Betablocker, d.h. es gibt keinen Betablocker, den Sie unbedenklich nehmen könnten.
Zur Behandlung des Bluthochdrucks gibt es mehrere andere Gruppen von Blutdrucksenkern. Bitten Sie Ihren Arzt, dass er Ihnen statt des Betablockers einen anderen Blutdrucksenker, z.B. einen AT1-Rezeptorantagonisten, einen Kalziumantagonisten oder ein Diuretika verordnet (keinen ACE-Hemmer).

Betablocker weiter nehmen?

Frage:
Seit März 05 nehme ich tägl. 50 mg Metoprolol. Der Blocker wurde mir damals gegen mein eher pychisches Herzrasen, hoher Puls, verschrieben. Nach erfolgreicher Therapie möchte ich nun ausschleichen. Meine Ärztin hat mir gesagt, ich solle nach einer 1/2 Tablette 2 Tage Pause machen und dann wieder 1/2 nehmen. Gestern habe ich dann in der Apotheke messen lassen: einmal 147:86, später am Tag sogar 170:90. Heute habe ich derart Herzrasen, dass ich nicht denke, ich könnte die 1/2 Tablette weglassen. Sind die hohen Werte nun vom Absetzen, oder vielleicht doch eher durch meine Ängste begünstigt? (Mein Langzeit RR vom letzten Jahr hat keinen Bluthochdruck ergeben, deswegen wollte ich ja auch den Blocker absetzen). Ich mache mir nun Sorgen, dass ich niemals ohne den Blocker auskomme? Vielen Dank für Ihre Antwort.
von CHMAR am 15.10.2005 16:20

Experten-Antwort:
1. Blutdruck und Puls sind nicht konstant, sondern schwanken in Abhängigkeit von seelischen (psychischen) und körperlichen (physischen) Belastungen. Aufregungen im privaten und beruflichen Bereich, Ärger, Angst, Schmerzen, Stress, ja selbst angenehme Gefühle wie bei plötzlichen freudigen Ereignissen erhöhen Blutdruck und Puls vorübergehend. Es macht keinen Sinn, Blutdruck und Puls während solcher Zustände zu messen, weil sie dann immer zu hoch sind. Solche Erhöhungen sind natürlich, gehen von allein wieder zurück und müssen deshalb nicht behandelt werden. Im Übrigen können Blutdrucksenker solche Anstiege nicht verhindern, weil sie keine Krankheit sind, sondern eine Folge des Charakters und des Temperaments. Das aber kann man durch Medikamente nicht verändern.
Die beste und zuverlässigste Methode zur Erkennung eines dauerhaft erhöhten und behandlungsbedürftigen Blutdrucks ist die Langzeitmessung. Da diese vor einem Jahr bei Ihnen normal war, haben Sie auch jetzt höchst wahrscheinlich keinen Bluthochdruck. Die Einzelmessungen, die Sie in der Apotheke machen, haben keine Aussagekraft.
2. Sie haben vor einem Jahr den Betablocker nicht zur Behandlung eines Bluthochdrucks, sondern zur Behandlung „psychischen Herzrasens“ erhalten. Da würde mich sehr interessieren, wo hoch denn die mittlere Herzfrequenz bei der Langzeitblutdruckmessung war. Es kann sehr gut sein, dass auch Ihr Puls bei der Langzeitmessung nicht erhöht war. Fragen Sie den Arzt, der diese Messung gemacht hat. Ein Puls zwischen 60 und 100/min ist normal.
3. Betablocker (z.B. Metoprolol) führen zu einer Verlangsamung des Pulses (d.h. der Herzfrequenz). Wenn ein Betablocker abgesetzt wird, steigt der Puls häufig überschießend an und kehrt dann erst innerhalb von 5 – 14 Tagen wieder auf den Wert vor Beginn der Behandlung zurück. Manchmal kommt es auch zu subjektiven Beschwerden wie Unruhe, Schwitzen, Nervosität, “Herzflattern”, auch der Blutdruck kann vorübergehend ansteigen. Das kann unangenehm sein, ist aber bei Herzgesunden nicht gefährlich. Diese Phase dauert in der Regel 10 – 14 Tage. Wenn Sie diese Beschwerden vermeiden oder möglichst gering halten wollen, können Sie den Betablocker langsam absetzen, d.h. zunächst 2 – 3 Wochen statt 50 nur 25 mg Metoprolol, schließlich 2 – 3 Wochen nur 12,5 mg und dann ganz absetzen.
4. Sehr agile, leicht erregbare, nervöse und sensible Menschen fühlen sich manchmal unter der Behandlung mit einem Betablocker wohler und leistungsfähiger. Wenn Sie sich nach dem Absetzen des Betablockers schlechter fühlen, können Sie den Betablocker weiterhin einnehmen. Eine ärztliche Notwendigkeit zur Behandlung mit einem Betablocker kann ich aber aus Ihren Angaben nicht erkennen.

Blutdrucksenker: Einzelwirkstoff oder Kombinationen

Frage:
Ich habe bisher ein Kombimedikation (Delix 5 plus) genommen. Da der Blutdruck aber ständig sehr niedrig ist, soll ich jetzt wahrscheinlich nur noch Delix nehmen. Ist es besser, nur einen Wirkstoff zu nehmen (also Delix5 = nur ACE-Hemmer Ramipril) oder die Dosis von Delix5plus zu halbieren und damit noch das Diuretikum mitzunehmen, wenn der Blutdruck mit beiden Varianten ordentlich eingestellt wäre? Gibt es Vor- und Nachteile?
von Kisi am 14.10.2005 09:16

Experten-Antwort:
Früher wurde zur Behandlung des Bluthochdrucks immer die Behandlung mit einem einzigen Medikament (Monotherapie) bevorzugt – falls möglich und ausreichend. Heute wird für die Behandlung des Bluthochdrucks auch bei den Patienten, die erfolgreich mit einem einzigen Medikament (Monotherapie) behandelt werden könnten, die niedrig-dosierte Kombination zweier Medikamente (Kombinationstherapie) empfohlen. Der Grund ist, dass zwei niedrig dosierte Medikamente stärker wirken als ein hoch dosierter Blutdrucksenker und dass gleichzeitig trotz der stärkeren Blutdrucksenkung die Gefahr von Nebenwirkungen geringer ist.
In Ihrem Fall würde es sich deshalb anbieten, dass Sie statt einer Monotherapie mit Delix 5 mg täglich besser weiterhin eine Kombinationstherapie einnehmen, und zwar entweder eine halbe Tablette Delix 5 plus oder eine ganze Tablette Delix 2,5 plus. Dadurch würden Sie dann statt 5 mg Ramipril und 25 mg Hydrochlorothiazid (im Delix 5 plus) nur noch 2,5 mg Ramipril und 12,5 mg Hydrochlorothiazid einnehmen.

Alternativen für Betablocker bei Asthma

Frage:
Da bei mir kürzlich Asthma festgestellt wurde, muss ich den Betablocker Metroprolol (50er-Einheit) aufgeben und bin nun auf der Suche nach einer Alternative, die gut verträglich ist. Mein seit 1999 eingestellter Blutdruck liegt bei 130/80, ohne Betas bis 190/120! Bin ich mit den sog. Sartanen gut beraten?
von Puchzeli am 05.10.2005 11:20

Experten-Antwort:
Betablocker (wie z.B. Metoprolol) können zu einer Verengung der Bronchien (Bronchokonstriktion) führen und asthmatische Beschwerden, vor allem Luftnot, Husten und Auswurf auslösen oder begünstigen. Daher dürfen Betablocker bei Patienten mit Asthma oder chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) wie Bronchitis und Lungenemphysem nicht verordnet werden.
Statt des Betablockers müssen andere Blutdrucksenker, z.B. AT1-Rezeptorantagonisten (die so genannten Sartane), Kalziumantagonisten oder Diuretika verordnet werden.

Betablocker und Atmung

Frage:
Können Betablocker Probleme mit der Atmung, wie Druck und Widerstand in der Lunge beim Atmen usw. auslösen (teilweise verschwindet das Gefühl trotz Asthmasprays nicht)?
Kann es möglich sein, dass die Beschwerden nicht täglich auftreten?
Sind die Symptome dosisabhängig?
Ist eine Einnahme dann gefährlich?
von Anha am 03.10.2005 18:36

Experten-Antwort:
Betablocker können zu einer Verengung der Bronchien (Bronchokonstriktion) führen und asthmatische Beschwerden, vor allem Luftnot, Husten und Auswurf auslösen oder begünstigen. Daher dürfen Betablocker bei Patienten mit Asthma oder chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) wie Bronchitis und Lungenemphysem nicht verordnet werden. Bitten Sie Ihren Arzt, dass er Ihnen statt des Betablockers einen anderen Blutdrucksenker, z.B. einen AT1-Rezeptorantagonisten, einen Kalziumantagonisten oder ein Diuretika verordnet.
Die Nebenwirkung der Betablocker auf die Atemwege ist dosisabhängig. Da das Ausmaß von asthmatischen Beschwerden von Tag zu Tag wechseln kann, kann sich auch der Einfluss der Betablocker ändern.

Blutdrucksenker wie absetzen?

Frage:
Ich bin Anfang 40 und nehme seit ca. 8 Monaten einen Blutdrucksenker ein (Candesartan), weil ich damals in einer extrem belastenden Situation war und der Blutdruck meist um 150/105 mmHg war. Durch die Tabl. ist er jetzt um die 120/80. Da sich aber meine Lebensumstände wieder “normalisiert” haben und ich auch weder rauche, noch Alkohol trinke, normalgewichtig bin etc. würde ich einfach gerne mal probieren, ob ich nicht ohne Medik. auskomme, wäre es gefährlich das Medik. einfach wegzulassen, würde dann der Blutdruck evtl. plötzlich in die Höhe schießen, oder aber auch nicht höher als vor der Tabl.einnahme sein? Oder müsste man die Tabl. halbieren und vielleicht langsam immer weniger nehmen. Ich würde es einfach gerne mal ausprobieren, will mir aber natürlich auch nicht selber schaden. Wie mache ich es richtig?
von Daniela am 03.10.2005 13:49

Experten-Antwort:
1. Einen Auslass- bzw. Absetzversuch sollte man in Ihrem Fall erst machen, wenn der Blutdruck über längere Zeit, mindestens drei Monate immer normal war. Da Sie nur einen Blutdrucksenker einnehmen und der Blutdruck vor Beginn der Behandlung bei 150/95 mmHg lag, können Sie nach Rücksprache mit Ihrem Hausarzt das Medikament versuchsweise sofort in voller Dosis weglassen. Voraussetzung ist, dass Sie den Blutdrucksenker Candesartan nur wegen des erhöhten Blutdrucks einnehmen und dass Sie an keiner anderen Herzerkrankung leiden.
2. Nach dem Absetzen des Candesartans gibt es keinen überhöhten Anstieg des Blutdrucks, allerdings kann er innerhalb von 3 – 14 Tagen wieder auf die frühere Ausgangshöhe zurückkehren. Deshalb sollten Sie durch regelmäßige Selbstmessungen zweimal täglich morgens und abends den Blutdruck überprüfen. Bei einem neuerlichen Anstieg des Blutdrucks müssen Sie zur bewährten Behandlung zurückkehren, d.h. Candesartan wieder regelmäßig einnehmen. Wenn der Blutdruck aufgrund der Mittelwerte regelmäßiger Eigenmessungen unter 135/85 mmHg bleibt, ist Ihr Blutdruck normal und Sie benötigen keinen Blutdrucksenker. Allerdings sollten Sie dann alle 4 – 6 Monate durch 2-wöchige Selbstmessungen diesen Befund überprüfen, um einen neuerlichen Anstieg rechtzeitig zu erkennen.

Juckreiz, eine Nebenwirkung von Blutdrucksenkern?

Frage:
Des Juckreizes wegen habe ich vor ca. 2 Jahren erfolglos von Tenormin auf Enalapril umgestellt. Welcher Blutdrucksenker könnte eine Alternative sein?
von Antonius am 03.10.2005 10:18

Experten-Antwort:
1. Juckreiz – ohne Hautveränderungen – ist keine Nebenwirkung des Betablockers Atenolol (im Tenormin) oder des ACE-Hemmers Enalapril. Vielmehr besteht der hochgradige Verdacht, dass Ihr Juckreiz eine andere Ursache haben muss. Sie sollten sich von einem Arzt für Hauterkrankungen (Dermatologie) untersuchen lassen.
2. Eine Umstellung auf einen anderen Blutdrucksenker verspricht deshalb keinen Erfolg. Trotzdem beantworte ich Ihnen Ihre Frage: Ein Bluthochdruck kann auch mit AT1-Rezeptorantagonisten, Diuretika und Kalziumantagonisten behandelt werden.

Forum Bluthochdruck – Medikamente

Betablocker und Antibabypille

Frage:

Ich habe einen zu hohen Blutdurck und nehme seit kurzer Zeit MetoHexal 47,5 mg (Betablocker) ein. Meine Frage: haben Betabklocker im allgemeinen oder speziell diese Art von Tabletten Auswirkungen auf die Anti-Babypille? Muss ich zusätzlich verhüten?
von simse am 01.10.2005 14:07
Experten-Antwort:

Es gibt keine Arzneimittelwechselwirkungen (Arzneimittelinteraktionen) zwischen Betablockern (z.B. dem Metoprolol im MetoHEXAL) und Hormonen zur Empfängnisverhütung (oralen Kontrazeptiva). Sie können also den Betablocker ohne Bedenken nehmen.

Nebenwirkungen durch Betablocker

Frage:
ich nehme täglich am abend 1 tablette MetoHEXAL 47,5 mg – nach 2 stunden Magenbrennen und Übelkeit. Was kann ich tun?
von Mercedes am 30.09.2005 11:25

Experten-Antwort:
Es ist sehr unwahrscheinlich, dass das Metoprolol (im MetoHEXAL) für Magenbrennen und Übelkeit verantwortlich ist.
1. Fragen Sie Ihren Arzt, ob evtl. bei Ihnen eine Magenerkrankung, z.B. eine Magenschleimhauterkrankung oder eine Übersäuerung des Magens vorliegen können, die behandelt werden müssen.
2. Wenn Sie oder Ihr Arzt trotzdem vermuten, dass MetoHEXAL Ihre Beschwerden verursacht, können Sie dies nur durch einen Auslassversuch absolut sicher nachweisen oder ausschließen. Fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie für 4 Wochen auf MetoHEXAL verzichten oder durch ein anderes Medikament ersetzen können. Wenn Ihre Beschwerden innerhalb von 2 – 4 Wochen nicht verschwinden, war MetoHEXAL nicht die Ursache dieser Beschwerden.

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Langzeitschäden durch Sartane?

Frage:
Ich bin 28 Jahre alt und habe seit meinem 20. Lebensjahr Betablocker eingenommen. Zur Zeit nehme ich keine Medikamente mehr ein, soll aber ein Sartan (Atacand) einehmen. Ich bin noch sehr jung, mache sehr viel Musik und würde gerne wissen, ob diese Medikamente auch für junge Menschen geeignet sind ? Schliesslich sind Sartane seit 10 jahren auf dem Markt und das ist lang. Könnten auf lange Sicht körperliche Schäden enstehen ?
von hipero am 30.09.2005 10:35

Experten-Antwort:
AT1-Rezeptorantagonisten werden auch “Sartane” genannt. Nach Einnahme von Candesartan (im Atacand und Blopress enthalten), das jetzt seit etwa 8 Jahren als Medikament weltweit zugelassen, sind bereits sehr viele Patienten langfristig behandelt worden. Es sind bisher keine neuen, unerwarteten Nebenwirkungen beschrieben worden, die nur bei Langzeitanwendung über viele Jahre auftreten. Andererseits ist der Nutzen der AT1-Rezeptorantagonisten bei Bluthochdruck, Herz- und Nierenerkrankungen, auch bei langfristiger Einnahme eindeutig nachgewiesen.

Impotenz durch Betablocker?

Frage:
Mein Freund (57) ist impotent. Er nimmt seit vielen Jahren Betablocker, Letztes Jahr ein Y-Bypass. Lässt sich die Potenz wieder herstellen? Darf/Kann er Viagra o.ä. nehmen?
von Leo am 28.09.2005 10:56

Experten-Antwort:
1. Betablocker können in seltenen Fällen Erektionsstörungen und Impotenz auslösen, begünstigen oder verstärken. Allerdings muss man berücksichtigen, dass es zahlreiche andere Ursachen für Erektionsstörungen und Impotenz gibt. Am häufigsten sind bestimmte Nervenkrankheiten einschließlich Depression, Zuckerkrankheit, übermäßiger Alkoholkonsum und Alter, aber auch Medikamente gegen Depression sowie Beruhigungs- und Schlafmittel. Da Ihr Freund einen Bypass erhalten hat, besteht bei ihm vermutlich eine Arteriosklerose der Blutgefäße. Dies kann ebenfalls eine Impotenz verursachen oder begünstigen.
2. Es bestehen keine Wechselwirkungen bzw. keine Arzneimittelinteraktionen zwischen Betablockern und Potenzmitteln wie z.B. Viagra (Sildenafil). Ihr Freund muss also nur die Gegenanzeigen bzw. Anwendungsbeschränkungen für dieses Medikament beachten. Wichtig ist allerdings, dass einige Herzkrankheiten, bei denen Betablocker verordnet werden, Gegenanzeigen für diese Potenzmittel sind. Ihr Freund muss also seinen Arzt fragen, der ihn und seine Begleiterkrankungen genau kennt.

Potenzprobleme durch Blutdrucksenker

Frage:
Kann beloc mite zu Potenzstörungen oder Impotenz führen?
Ist es möglich, bei der Einnahme von Delix Plus, Beloc mite und Carmen Potenzmittel zu nehmem ? Wenn ja, welche ??
von Ritter am 24.09.2005 09:25

Experten-Antwort:
1. Betablocker (z.B. Metoprolol im Beloc-Zok), aber auch das Diuretikum Hydrochlorothiazid (im Delix plus enthalten) können in seltenen Fällen Erektionsstörungen und Impotenz auslösen, begünstigen oder verstärken. Allerdings muss man berücksichtigen, dass es zahlreiche andere Ursachen für Erektionsstörungen und Impotenz gibt. Am häufigsten sind bestimmte Nervenkrankheiten einschließlich Depression, Zuckerkrankheit, übermäßiger Alkoholkonsum und Alter, aber auch Medikamente gegen Depression sowie Beruhigungs- und Schlafmittel.
2. Es bestehen keine Wechselwirkungen bzw. keine Arzneimittelinteraktionen zwischen den von Ihnen genannten Blutdrucksenkern und Potenzmitteln wie Cialis (Tadalafil), Levitra (Vardenafil) und Viagra (Sildenafil). Sie müssen also nur die Gegenanzeigen bzw. Anwendungsbeschränkungen für diese Medikamente beachten. Wichtig ist allerdings, dass einige Herzkrankheiten, bei denen Betablocker (wie z.B. Beloc mite) verordnet werden, eine Gegenanzeige für diese Potenzmittel sind. Fragen Sie also Ihren Arzt, der Sie und Ihre Begleiterkrankungen genau kennt.

Juckreiz durch Blutdrucksenker?

Frage:
Ich bin 41J./männl.und bin seit Jahren wegen essentiellem Bluthochdruck gut eingestellt mit Dilatrend 25mg und Enalapril 20mg.
Je 1 Tablette morgens u.abends.
Nun nehme ich nach dem Ergebnis einer 24Std.Messung auch noch spätabends Amlodipin 5mg 1Tablette.
Seit kurzem habe ich starken Juckreiz im Intimbereich und zwischen den Zehen mit Hautrötung.
Gibt es evtl. einen Zusammenhang? Welches Medikament könnte das auslösen?
von Rainer am 23.09.2005 15:55

Experten-Antwort:
Es ist sehr unwahrscheinlich, aber nicht ganz auszuschließen, dass Amlodipin den Juckreiz bei Ihnen verursacht. Sie sollten sich deshalb zunächst von einem Hautarzt oder Urologen untersuchen und beraten lassen. Nur wenn die Untersuchung keine andere Ursache ergibt, könnten Sie in Absprache mit Ihrem Hausarzt das Amlodipin versuchsweise absetzen. Wenn Amlodipin die Ursache des Juckreizes ist, wird dieser innerhalb von 2 – 4 Wochen verschwinden. Wenn er weiterhin besteht, war das Medikament nicht der Auslöser.

Bluthochdruckbehandlung in der Schwangerschaft

Frage:
Ich leide an Bluthochdruck und nehme täglich Betablocker. Jetzt möchte ich mit meinem Arzt die Medikamente umstellen, so dass im Falle einer Schwangerschaft kein Risiko für das Kind entsteht. Dies scheint nicht so einfach zu sein. Gibt es Medikamente, bei denen Studien klar beweisen, dass sie unschädlich sind?
von KFR am 16.09.2005 11:26

Experten-Antwort:
Betablocker (insbesondere Metoprolol und Atenolol) sowie Alpha-Methyldopa sind die Blutdrucksenker, mit denen die größten Erfahrungen bei der Behandlung des hohen Blutdrucks in der Schwangerschaft gemacht und bei denen keine ernsthaften Komplikationen oder Probleme beobachtet wurden. Sie werden deshalb von Fachgesellschaften und Experten weltweit, auch von der Deutschen Hochdruck-Liga zur Behandlung des Bluthochdrucks in der Schwangerschaft empfohlen.
Die Arzneimittelinformationen für Ärzte über Metoprolol, Atenolol und Alpha-Methyldopa enthalten keine Warnung vor der Verordnung in der Schwangerschaft. Gegenteilige Informationen in den Beipackzetteln sind vermutlich eine Schutzbehauptung der Hersteller und dienen in erster Linie der vereinfachten Schadensabwehr bei unberechtigten Klagen.
Der Geburtshelfer wird im Einzelfall entscheiden, ob ein Betablocker in den Tagen vor dem erwarteten Entbindungstermin vorsichtshalber abgesetzt werden soll.

Wadenkrämpfe durch Blutdrucksenker?

Frage:
Kann meine Einnahme eines Bluthochdruck-Mittels in Zusammenhang mit meinen Oberschenkel-Krämpfen stehen ?
von forelle am 06.09.2005 12:09

Experten-Antwort:
Unter den Blutdrucksenkern können Diuretika zu einem Kalium- und Magnesiummangel im Körper führen und dadurch Muskelkrämpfe auslösen. Das in Deutschland am häufigsten verordnete Diuretikum ist das Hydrochlorothiazid (dieser Name steht dann außen auf der Packung). Häufig befindet es sich in Kombinationspräparaten mit einem anderen Blutdrucksenker (manche dieser Präparate tragen ein „plus“ in Ihrem Namen). Am besten aber fragen Sie Ihren Hausarzt, ob er Ihnen ein Diuretikum verordnet hat und ob er glaubt, dass Ihre Muskelkrämpfe durch dieses Medikament verursacht werden können. Ganz allgemein muss man aber sagen, dass Diuretika nur selten zu Wadenkrämpfen führen und dass es mehrere andere Ursachen gibt.

Zwei Betablocker und niedriger Blutdruck

Frage:
Ich nehme seit ca. 4 Jahren Metoprolol 50 mg gegen Bluthochdruck. Seit ca. 9 Monaten zusätzlich 2x pro Tag Timolol gegen zu hohen Augeninnendruck. Jetzt sinkt mein Blutdruck öfter ab auf 95/60 mmHg und steigt selten höher als 110/70. Gibt es einen Zusammenhang? Bewege mich außerdem 2 st.tägl. mit meinem Hund. Würde gerne Metoprolol absetzen.
von METO am 02.09.2005 10:37

Experten-Antwort:
Metoprolol und Timolol gehören zur gleichen Medikamentengruppe, nämlich den Betablockern, die den Blutdruck senken. Auch wenn Sie Timolol evtl. nur als Augentropfen und nicht als Tablette nehmen, kann die gleichzeitige Gabe beider Betablocker den Blutdruck zu stark senken. Der Betablocker Timolol wird zur Behandlung eines erhöhten Augeninnendruckes (grüner Star) bevorzugt. Bitten Sie deshalb Ihren Arzt, das Metoprolol versuchsweise abzusetzen und danach zu überprüfen, ob allein schon Timolol zur Behandlung Ihres Bluthochdruck ausreicht.

Umstellen auf einen anderen Betablocker

Frage:
Mein Lebensgefährte nimmt seit ca. einem 1/2 Jahr einen Betablocker. Nun soll auf einen anderen Betablocker umgestellt werden. Da sich die Wirkung des neuen Betablockers “Nebilet” aber wahrscheinlich erst mit Verzögerung einstellt, möchte ich wissen, wie sich die Einnahme der Tabletten in der Anfangszeit gestalten soll. Ursprünglicher Betablocker absetzen und gleichzeitig mit der Einnahme des neuen Medikamentes beginnen ?
von psp am 02.09.2005 09:34
Experten-Antwort:

Da das alte Medikament und das Nebilet zur gleichen Medikamentengruppe gehören, d.h. beides Betablocker sind und deshalb die gleichen Wirkungen haben, kann man die Umstellung von heute auf morgen machen, d.h. wenn Ihr Lebensgefährte gestern den alten noch genommen haben, kann er heute mit Nebilet beginnen. In dem Maße, wie die Wirkung des alten Betablockers nachläßt, steigt die Wirkung des neuen.

Durch Metoprolol eher erschöpft?

Frage:
Ich bin 17 1/2 Jahre und nehme seit zwei Jahren den Betablocker Metoprolol, weil mein Puls wesentlich zu hoch ist. Ansonsten wurde allerdings nichts gefunden. Nun habe ich manchmal bis vier Uhr Schule und dann noch Hausaufgaben. Dass ich sportlich nicht sehr belastbar bin weiß ich, aber kann es auch sein, dass ich bei dieser eher geistlichen Tätigkeit auch etwas eher erschöpft bin?
von Blume am 01.09.2005 15:36

Experten-Antwort:
1. Der Puls muss in körperlicher und seelischer Ruhe gemessen werden. Der Normalwert liegt dann zwischen 60 und 100/min. Fragen Sie Ihren Hausarzt, ob Sie den Betablocker versuchsweise für 4 Wochen absetzen können. Nach dieser Zeit sollte durch mehrfache Messungen überprüft werden, ob er zwischen 60 und 100/min liegt und somit normal ist, oder ob er ständig über 100/min liegt.
Beachten Sie folgendes: Wenn ein Betablocker abgesetzt wird, steigt der Puls häufig überschießend an und kehrt dann erst innerhalb von 5 – 14 Tagen wieder auf den Wert vor Beginn der Behandlung zurück. Manchmal kommt es auch zu subjektiven Beschwerden wie Unruhe, Schwitzen und Nervosität. Das kann unangenehm sein, ist aber bei Herzgesunden nicht gefährlich. Diese Phase dauert in der Regel 10 – 14 Tage.
2. Wenn Ihr Puls 4 Wochen nach dem Absetzen von Metoprolol bei wiederholten Messungen über 100/min liegt, muss nach einer Ursache gesucht und diese abgestellt oder behandelt werden. Für einen dauerhaft erhöhten Puls gibt es zahlreiche Ursachen, u.a. mangelnde körperliche und sportliche Betätigung, Aufregung, Blutarmut, Infektionen, Herzerkrankungen und viele andere.
3. Da Betablocker den Blutdruck senken, könnte es sein, dass Ihr Blutdruck zu niedrig ist und dass Sie deswegen nachmittags erschöpft sind.
4. Unabhängig davon, ob der Puls normal oder erhöht ist, kann er durch regelmäßige körperliche bzw. sportliche Betätigung langsamer werden. Gerade wenn Sie ständig geistig gefordert sind, ist Sport zur Entspannung besonders wichtig.

Betablocker fördern Diabetes

Frage:
In der letzten Apotheken-Umschau war ein Artikel über Bluthochdruck. Darin stand, dass Betablocker wohl die Entstehung von Diabetes fördern, also nicht wie allg. bekannt den Blutzucker “verschleiern”, sondern tatsächlich diesen auslösen. Ist das wahr??? Ich nehme 1 tabl Beloc am Tag und bin erst 28 Jahre. Ich möchte das Medikament wechseln, wenn dies stimmt. Weil Diabetes wäre mein Untergang. Ich bin doch noch so jung.
von anne am 01.09.2005 12:26

Experten-Antwort:
1. Betablocker können in seltenen Fällen eine Zuckerkrankheit auslösen oder begünstigen. In einer großen Studie wurde über 5 Jahre ein Betablocker mit einem Scheinmedikament (Plazebo) verglichen. Auf 1400 Behandlungsjahre kam ein Fall von Diabetes mellitus. Anders ausgedrückt: Es müssen 140 Patienten 10 Jahre mit einem Betablocker behandelt werden, damit ein Fall von Diabetes mellitus auftritt.
2. Betablocker fördern nur die Entstehung eines Diabetes bei Patienten, die bereits eine bestehende, aber noch verdeckte Anlage für diese Erkrankung haben – wie Sie richtig gelesen haben. Im Falle des Diabetes bedeutet dies, dass das Medikament diese Erkrankung, die ohnehin nach Monaten oder Jahren zum Ausbruch gekommen wäre, früher zum Ausbruch bringt
3. Jedes wirksame Medikament hat auch Nebenwirkungen. Jeder Arzt muss deshalb bei der Verordnung den Nutzen eines Medikamentes gegen die möglichen Nachteile und Nebenwirkungen abwägen. Im Falle der Betablocker sind bei der Behandlung des Blutdruckhochdrucks die erwünschten Wirkungen (z.B. Verhinderung von Schlaganfall, Herzschwäche, Herzinfarkt, Nierenschwäche) um ein vielfaches größer als die möglichen Nachteile. Deshalb empfehlen die Fachgesellschaften weltweit fünf Medikamentengruppen, darunter auch die Betablocker zur Behandlung des Bluthochdrucks.
4. Sollte bei Ihnen eine Anlage zu Diabetes bestehen, z.B. Übergewicht, besondere Ernährungsgewohnheiten, Zuckerkrankheit in der Familie, ein krankhafter Blutzuckeranstieg im Belastungstest, sollten Sie besser einen ACE-Hemmer oder einen AT1-Rezeptroantagonisten zur Blutdruckbehandlung nehmen.

Angst vor Betablockern

Frage:

Blutdruck 160/80 mmHg. Ich habe heute Betablocker verschrieben bekommen, habe aber Angst, diese zu nehmen….
von heute28 am 30.08.2005 13:59

Experten-Antwort:
Wenn bei Ihnen der Blutdruck aufgrund häufig wiederholter Messungen dauerhaft erhöht ist und ohne Medikamente, d.h. durch Gewichtsabnahme bei Übergewicht, kochsalzarme Kost, Einschränkung des Alkoholkonsums und körperliche bzw. sportliche Betätigung nicht normal wird, müssen Sie einen Blutdrucksenker nehmen. Dafür kommen nach den Empfehlungen der Deutschen Hochdruck-Liga Medikamente aus fünf verschiedenen Gruppen als erste Wahl in Betracht, darunter Betablocker. Zwar können nach Einnahme von Blutdrucksenkern teils häufiger, teils selten gewisse, meist leichte Nebenwirkungen auftreten, aber Ihr Nutzen ist eindeutig nachgewiesen: sie verhindern Schlaganfälle, Herzschwäche, Herzinfarkte, Nierenschäden und Arteriosklerose den Arterien. Es ist unvernünftig, aus Angst vor Nebenwirkungen auf die Einnahme zu verzichten. Wenn wirklich Nebenwirkungen auftreten, kann man jederzeit einen anderen Blutdrucksenker verordnen.

Reizhusten unter Ramipril

Frage:
Aufgrund meines essentiellen Bluthochdruckes nehme ich seit bereits zwei Jahren zunächst DELIX 5 PLUS und jetzt DELIX und RAMIPRIL-RATIOPHARM COMP. Seit dieser Zeit leide ich an trockenem Reizhusten, der mir auch schlaflose Nächte beschert. Nach einer Aussprache mit meinem Hausarzt, wurden neue Medikamente eingesetzt, aber ohne der gezielten Wirkung. Neulich las ich hier über AT1-Rezeptorblocker einen Artikel, den ich mir ausdruckte und meinem Arzt vorlegte. Leider hat mein Hausarzt auf den AT1-Rezeptorblocker nicht reagiert und mir einfach nur BAYMYCARD RR 10 verschrieben.

Maria
von jojo am 30.08.2005 10:35

Experten-Antwort:
1. Ein trockener, nicht-produktiver Reizhusten (also ohne Auswurf) ist eine charakteristische Nebenwirkung der ACE-Hemmer (z.B. des Ramiprils im Delix 5 plus, im Delix und im Ramipril-ratiopharm). Er kann wenige Tage, manchmal aber auch erst viele Monate nach Beginn der Einnahme auftreten.
Bei Husten sollte der ACE-Hemmer abgesetzt und durch einen AT1-Rezeptorblocker, ein so genanntes „Sartan“ (z.B. Candesartan, im Blopress enthalten) ersetzt werden. Diese Gruppe der Blutdrucksenker hat sehr ähnliche Wirkungen wie die ACE-Hemmer, ohne allerdings Husten zu verursachen. Etwa 10 – 14 Tage nach dem Absetzen des ACE-Hemmers verschwindet der Husten.
2. Prinzipiell können zwar auch andere Blutdrucksenker, z.B. Kalziumantagonisten wie Nisoldipin (im Baymycard) statt des ACE-Hemmers Ramipril verordnet werden, doch bevorzugt man AT1-Rezeptorblocker wegen der sehr ähnlichen Wirkungen: wenn der ACE-Hemmer den Blutdruck zuverlässig gesenkt hat, dann weiß man, dass der AT1-Rezeptorblocker eine gleich gute Wirkung hat.

Nebenwirkungen nach Medikamentenwechsel

Frage:
Ich habe vor 2 Wochen vom Hausarzt das obige Medikament bekommen. Seitdem ist der Blutdruck immer zu hoch. Heute morgen nach dem Aufstehen 180/100 mmHg, Herzflattern, frösteln etc. Ist das normal? Was kann man tun? Vorher hatte ich Bisoprobal (lt. Hausarzt war das zu wenig stark für mich, Blutdruck war immer normal). Danke für die schnelle Antwort. MfG
Sommer
von terrytiger am 29.08.2005 09:42

Experten-Antwort:
1. Betablocker (z.B. Bisoprolol) führen häufig zu einer Verlangsamung des Pulses (d.h. der Herzfrequenz). Wenn ein Betablocker abgesetzt wird, steigt der Puls häufig überschießend an und kehrt dann erst innerhalb von 5 – 14 Tagen wieder auf den Wert vor Beginn der Behandlung zurück. Manchmal kommt es auch zu subjektiven Beschwerden wie Unruhe, Schwitzen, Nervosität, “Herzflattern”, auch der Blutdruck kann vorübergehend ansteigen. Das kann unangenehm sein, ist aber bei Herzgesunden nicht gefährlich. Diese Phase dauert in der Regel 10 – 14 Tage.
2. Die Wirkung Ihres neuen Blutdrucksenkers setzt nur allmählich ein, so dass man den Blutdruck erst nach 2 – 4 Wochen einigermaßen zuverlässig beurteilen kann. Da der Blutdruck in Abhängigkeit von seelischen und körperlichen Belastungen teils erheblich schwankt, erfolgt die Beurteilung nicht aufgrund einzelner Werte („Heute morgen nach dem Aufstehen 180/100“), sondern aufgrund häufig wiederholter Messungen. Dazu eignet sich die Blutdruckselbstmessung: Messen Sie den Blutdruck zweimal täglich morgens und abends möglichst immer zu den gleichen Zeitpunkten in körperlicher und seelischer Ruhe für 2 – 3 Wochen, schreiben Sie die Werte auf und zeigen Sie diese Ihrem Arzt. Wenn der Mittelwert aller Messungen unter 135/85 mmHg liegt, ist der Blutdruck normal. Einzelne Werte dürfen diese Grenze ohne weiteres überschreiten, wenn nur der Mittelwert unter 135/85 ist. Eine andere Möglichkeit ist die Blutdrucklangzeitmessung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät.
Wenn der Blutdruck aufgrund dieser Messungen immer noch zu hoch ist, muss die Dosis des Blutdrucksenkers erhöht werden oder ein zweites Medikament zusätzlich verordnet werden. Wichtig ist, dass alle nicht-medikamentösen Maßnahmen eingehalten werden: Gewichtsabnahme bei Übergewicht, kochsalzarme Kost, Einschränkung des Alkoholkonsums und körperliche bzw. sportliche Betätigung.
3. Fragen Sie Ihren Arzt, warum er das Medikament gewechselt hat, wenn der Blutdruck – wie Sie schreiben – unter Bisoprolol “immer normal war”.

Paradoxe Wirkung von Blutdrucksenkern?

Frage:
Beim Umstieg von Aprovel 150 auf 300 kam es zu noch höheren Blutdruckwerten. Kann das sein?
von petra am 05.08.2005 17:05

Experten-Antwort:
Eine paradoxe Wirkung von Blutdrucksenkern, z.B. des AT1-Rezeptorantagonisten Irbesartan (im Aprovel) gibt es grundsätzlich nicht. Allerdings dauert es mindestens 1 – 2 Wochen, bis die Dosiserhöhung sich auswirkt, und etwa 2 – 4 Wochen, bis die volle Wirkung erreicht ist. Außerdem ist der Blutdruck natürlicherweise nicht stabil, sondern schwankt teilweise erheblich. Deshalb kann man die Wirkung eines Arzneimittels oder einer Dosiserhöhung nicht aufgrund einzelner, sondern nur aufgrund häufig wiederholter Messungen über mehrere Tage beurteilen.
Wenn Ihr Blutdruck allerdings aufgrund wiederholter Messungen nach 4 Wochen nicht niedriger ist, sollte man allerdings die Dosiserhöhung rückgängig machen und dafür zusätzlich zum Aprovel 150 zweiten Blutdrucksenker hinzufügen.

Betablocker: gleiche Wirkungen bei verschiedenen Dosen

Frage:
Ich ( 29 Jahre alt ) nehme seid 3 Wochen den Betablocker Propra ratiopharm 10mg 3 mal täglich. Ich habe mich vor 3 Wochen bei meinem Hausarzt vorgestellt, weil ich Pulsrasen hatte (153/min, Blutdruck 140/80 mmHg). Ein Kardiologe hat bei mir Herzultraschall – alles in Ordnung ! Heute war ich wieder beim meinem Arzt, weil ich Schwindelgefühl usw. habe, mein Plus liegt wieder bei 120/min. jetzt habe ich einen anderen Betablocker bekommen (Bisoprolol CT 2,5mg) und soll diesen jetzt nur morgens nehmen. Ich habe jetzt etwas Angst, dass ich wieder Pulsrasen bekomme, weil ich von 30mg pro Tag auf nur noch 2,5mg pro Tag runter gesetzt wuoen bin.
von sanja02 am 05.08.2005 13:18

Experten-Antwort:
1. Alle Arzneimittel, auch alle Betablocker einschließlich Propranolol (im Propra-ratiopharm) und Bisoprolol (im Bisoprolol – CT) haben unterschiedliche Äquivalenzdosen, d.h. die Dosierungen, die gleiche Wirkungen erzielen, sind auf Gewichtsmenge bezogen (z.B. auf Milligramm) sehr unterschiedlich. Das Äquivalenzdosenverhältnis von Bisoprolol zu Propranolol beträgt etwa 1 zu 12 – 16. Das bedeutet: um gleiche Wirkungen zu erzielen, muss die Dosis von Propranolol 12 bis 16 mal höher sein als die von Bisoprolol, oder umgekehrt: die Dosis von Bisoprolol darf nur 1/12 bis 1/16 der von Propranolol sein. Das ist bei Ihnen der Fall: die Tagesdosis von 30 mg Propranolol (3 x 10 mg täglich) ist 12-mal höher als die neue Tagesdosis von 2,5 mg Bisoprolol. 30 mg Propranolol hat also die gleiche Wirkung wie 2,5 mg Bisoprolol.
2. Ein weiterer Gesichtspunkt kommt hinzu: die Wirkungsdauer von Arzneimitteln ist unterschiedlich lang. Die Wirkung von Propranolol hält nur 8 – 10 Stunden an, so dass die Tagedosis auf drei gleiche Einzeldosen (z.B. 3 mal 10 mg morgens, mittags und abends) aufgeteilt werden muss. Dagegen hat Bisoprolol eine zuverlässige Wirkung über mindestens 24 Stunden, so dass die gesamte Dosis einmal täglich, in der Regel morgens, eingenommen werden kann.

Nebenwirkung des Betablockers?

Frage:
Nach Einnahme von Beloc Zok mite habe ich Hautausschlag mit Jucken
und Gichtfuß.
von hautausschlag-gichtfuß am 01.08.2005 20:15

Experten-Antwort:
Betablocker wie Metoprolol (im Beloc Zok) können eine Psoriasis oder Psoriasis ähnliche Hautveränderungen auslösen oder verschlimmern. Diese Nebenwirkung haben alle Betablocker.
Ohne eigene Untersuchung, insbesondere der Hautveränderungen kann man allerdings nicht sagen, ob es sich bei Ihnen um derartige Hautveränderungen handelt. Eine durch Gicht bedingte Entzündung der Fußgelenke ist keine Folge von Beloc Zok, es sei denn, es handelt sich bei dem Medikament um Beloc Zok comp, das außer dem Betablocker noch das Diuretikum Hydrochlorothiazid enthält.

ACE-Hemmer und Betablocker-Unverträglichkeit

Frage:
Leide unter essentiellem Bluthochdruck. Habe inzwischen diverse ACE-Hemmer und Betablocker getestet. Die Blutdrucksenkung war meistens in Ordnung, leider habe ich bei allen Medikamente mit extremen Ödemen im Hals-Rachenbereich reagiert. Gehören die Wirkstoffe im Bereich Sartane zu den gleichen oder wären sie eventuell für mich eine Alternative?
von empi am 26.07.2005 12:15

Experten-Antwort:
Eine Schwellung im Rachen- und Halsbereich ist eine seltene, aber möglicherweise gefährliche Nebenwirkung der ACE-Hemmer (etwa ein Fall bei mehr als 1000 bis 10 000 Behandlungen). Wenn ein derartiges angioneurotisches Ödem – und dann noch „extrem“ – auftritt, darf der betreffende Patient nie mehr mit ACE-Hemmern behandelt werden. Es ist aber verwunderlich, dass Sie trotzdem noch „diverse ACE-Hemmer“ eingenommen haben, außerdem gibt es eine solche Nebenwirkung nicht unter Betablockern.
Aufgrund Ihrer Schilderungen muss man Ihnen empfehlen, Ihren Blutdruck möglichst mit Kalziumantagonisten oder Diuretika zu behandeln. Sartane gehören zwar zu einer anderen Gruppe von Blutdrucksenkern, haben aber gewisse Gemeinsamkeiten mit den ACE-Hemmern und in klinischen Studien wurden ganz vereinzelt ebenfalls angioneurotische Ödeme beobachtet, wobei aber ein ursächlicher (kausaler) Zusammenhang mit den Sartanen nicht gesichert ist.

Niedriger Puls unter Verapamil

Frage:
Bin 80 Jahre alt, habe Hochdruck und nehme Isoptin und Diovan. Puls 45 – 50/min. Ist das ein Problem?
von charlie 25 am 23.07.2005 09:58

Experten-Antwort:
Der Kalziumantagonist Verapamil (im Isoptin) kann, muss aber nicht den Puls verlangsamen. Es kann also sein, dass Ihr Puls wegen der Einnahme von Isoptin zu niedrig ist, ebenso gut ist möglich, dass Ihr Puls auch ohne Einnahme von Isoptin zu niedrig ist. Es ergeben sich drei Konsequenzen:
1. Bei langsamem Puls (Bradykardie) sollte man kein Isoptin verordnen. Wenn der Puls erst nach Einnahme von Isoptin zu langsam wird, sollte das Medikament abgesetzt werden.
2. Sie sollten Ihren Arzt bitten, ein EKG zu schreiben und zu überprüfen, ob die Erregungsbildung und –ausbreitung im Herzen normal bzw. wie sie verändert ist. Gleichzeitig sollten Sie Ihren Arzt bitten, das Isoptin abzusetzen und durch ein anderes Medikament zu ersetzen.
3. Etwa 1 – 2 Wochen nach dem Absetzen von Isoptin sollte durch ein neues EKG überprüft werden, ob das Herz wieder schneller geworden ist und ob evtl. EKG-Veränderungen verschwunden sind. Falls Veränderungen auch ohne Isotpin bestehen bleiben, muss in Abhängigkeit von Ihren Beschwerden evtl. durch zusätzliche Untersuchungen wie z.B. ein Langzeit-EKG überprüft werden, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind.

Absetzen von Blutdrucksenkern nach Gewichtsabnahme

Frage:
Mein Mann hat 15 kg durch Diät und Sport abgenommen. Wie kann er die Tabletten absetzen?
von susanne am 21.07.2005 12:52

Experten-Antwort:
1. Voraussetzung für einen Absetzversuch ist, dass der Blutdruck nach der Gewichtsabnahme aufgrund wiederholter Messungen über etwa 3 – 6 Monate immer völlig normal war.
2. Wenn Ihr Mann mehrere Medikamente einnimmt, sollte zuerst ein Medikament, bei weiterhin normalem Blutdruck über 3 Monate das nächste Medikament abgesetzt werden usw. Wenn Ihr Mann nur ein Medikament einnimmt, sollte zunächst nur die Dosis halbiert werden (ausgenommen eine nimmt nur eine niedrige Dosis ein), bei weiterhin normalem Blutdruck über drei Monate kann er dann das Medikament ganz abgesetzen.
3. Wenn der Blutdruck wieder ansteigt, muss die vorhergehende Dosis wieder eingenommen werden.
4. Aber Vorsicht: Viele Blutdrucksenker werden nicht nur zur Behandlung des Bluthochdrucks, sondern gleichzeitig auch wegen anderer Erkrankungen verordnet, z.B. wegen einer Durchblutungsstörung des Herzens (koronarer Herzerkrankung), einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz), einer Herzrhythmusstörung (Arrhythmie) usw. Deshalb muss jeder Absetzversuch mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Blutdrucksenker und Potenz

Frage:
Wird durch die Medikamente wie Betablocker, ACE Hemmer, Alphablocker, Kalziumblocker, BLOPRESS, die männliche Potenz gemindert??
von Eugen am 20.07.2005 20:29

Experten-Antwort:
Die Häufigkeit von seltenen Nebenwirkungen kann man zuverlässig nur bestimmen in Studien, in denen nach Zufallskriterien die einen Patienten das zu untersuchende Medikament, die anderen ein Scheinmedikament erhalten, ferner die Patienten nicht wissen, ob Sie das Medikament oder das Scheinmedikament erhalten (Plazebo-kontrollierte, doppelblinde Studien). Aus solchen Studien weiß man, dass die heute am häufigsten verordneten Blutdrucksenker wenn überhaupt, dann nur selten Erektions- und Impotenzstörungen verursachen.
Die Häufigkeit wird bei ACE-Hemmern auf weniger als 1 Fall pro 100 Patienten, bei Betablockern, Alpha-Rezeptorblockern und dem Kalziumantagonisten Amlodipin auf weniger als 1 Fall pro 1000 Patienten geschätzt. Wahrscheinlich beeinträchtigen andere Kalziumantagonisten und der AT1-Rezeptorantagonist Candesartan (im Blopress) Erektion und Potenz nicht.

Wann beginnt die Wirkung von Blutdrucksenkern?

Frage:
Wenn ich eine Behandlung mit Blutdrucksenkern beginne, ab wann ungefähr zeigen diese Medikamente Wirkung!
von klaro am 20.07.2005 09:33

Experten-Antwort:
Die Wirkung von Blutdrucksenkern beginnt bereits nach wenigen Stunden. Man kann davon ausgehen, dass bei regelmäßiger Einnahme etwa 75% der Wirkung nach zwei Wochen und die annähernd volle Wirkung nach 4 Wochen erreicht wird. Deshalb kontrollieren Ärzte nach Beginn der Behandlung – je nach Schweregrad des Bluthochdrucks – in der Regel nach 2 – 6 Wochen den Blutdruck, um zu überprüfen, ob das Medikament wirkt, ob der Blutdruck gut eingestellt ist oder ob noch intensiver behandelt werden muss.

Medikamente nach Infarkt und niedriger Blutdruck

Frage:
Mein Mann hatte im Februar eine Herzoperation (Bypass). Er muss die Tabletten Carvedilol und Karvezide (je 1 tablette früh und abends), morgens 1 Tablette ASS ratiopharm 100 nehmen. Er hat zu niedrigen blutdruck, und der Blutdruck ist nicht besser. Jetzt hatte er Wasser in der Lunge und musste Wassertabletten nehmen. Dadurch ging es ihm noch schlechter, der kreislauf war total im Keller. Könnten sie uns etwas helfen?
von 1234 am 17.07.2005 17:18

Experten-Antwort:
Ohne eigene Befragung und Untersuchungen, ohne Kenntnis aller Befunde und Erkrankungen Ihres Mannes kann man leider keine zuverlässige Empfehlung geben. Insgesamt entspricht die Behandlung Ihres Mannes ganz den Regeln. Betablocker wie z.B. Carvedilol, AT1-Rezeptorantagonisten wie z.B. Irbesartan (im Karvezide) und ASS gehören zur Standardbehandlung nach einem Herzinfarkt und einer Bypass-Operation. Carvedilol und Karvezide schützen nicht nur das Herz, sondern können den niedrigen Blutdruck Ihres Mannes weiter senken. Dann fühlt sich Ihr Mann zwar schlechter, aber ein niedriger Blutdruck ist günstig, weil er das Herz schützt und schont. Das scheint bei Ihrem Mann sehr wichtig zu sein, denn das Wasser in der Lunge spricht dafür, dass das Herz nach dem Infarkt geschwächt ist.
Es ist insgesamt eine schwierige Situation: wenn man die Dosis von Carvedilol und Karvezide verringert, steigt zwar der Blutdruck, aber das Herz wird stärker belastet und es droht wieder, dass Wasser in Lunge läuft.
Ihr Mann muss seine Beschwerden und die Situation mit seinem Hausarzt besprechen. Er soll ihn auch fragen, ob eine Überweisung zu einem Arzt für Herzkrankheiten (Kardiologie), evtl. eine neuerliche stationäre Behandlung angebracht ist.

Nebenwirkungen durch Betablocker

Frage:
Gegen meinen hohen Blutdruck habe ich ein Medikament bekommen, das Beloc heißt und von dem ich annehme, dass es ein Betablocker ist. Nach Einnahme konnte ich nur mehr mühsam laufen (obwohl ich gut trainiert bin) und nahm ständig zu, was sich sofort wieder änderte, als ich das Medikament eigenständig absetzte. Jetzt bin ich wieder schlank, mein Blutdruck ist allerdings wieder sehr hoch. Gibt es Medikamente, die den Blutdruck senken, mit denen ich aber trotzdem “normale” Leistung beim Laufen bringen kann und nicht wieder unkontrolliert zunehme?
von Dagmar am 14.07.2005 18:21
Experten-Antwort:
Wenn Sie aufgrund mehrfach wiederholter Messungen an verschiedenen Tagen einen erhöhten Blutdruck haben und die Behandlung mit dem Betablocker Metoprolol (im Beloc) nicht vertragen haben, sollten Sie Ihren Arzt bitten, Ihnen einen anderen Blutdrucksenker zu verordnen. Dazu kommen bei Ihnen in erster Linie ein ACE-Hemmer oder ein AT1-Rezeptorantagonist in Betracht. Diese Medikamente beeinträchtigen allenfalls vorübergehend für 2 – 4 Wochen, nicht aber dauerhaft die körperliche Leistungsfähigkeit, sie führen auch nicht zu Gewichtszunahme.

Candesartan morgens oder abends einnahmen?

Frage:
Seit 1 Woche nehme ich zusätzlich zu einem Kalziumantagonisten (Dilta 90) noch 1 Tablette Atacand 8 mg. Das Atacand nehme ich abends ein. Hat Atacand auch eine sog. 24 Stunden-Wirkung oder ist es besser, das Atacand morgens zusammen mit Dilta zu nehmen?
von Mary am 14.07.2005 11:46
Experten-Antwort:
Der AT1-Rezeptorantagonist Candesartan (im Atacand) hat eine zuverlässige Wirkung über 24 Stunden und kann deshalb einmal täglich eingenommen werden. Grundsätzlich ist es gleichgültig, zu welcher Tageszeit das Medikament eingenommen wird. Die meisten Patienten bevorzugen eine Einnahme aller ihrer Medikamente einmal täglich, meist am morgen. Die morgendliche Einnahme erfolgt erfahrungsgemäß regelmäßiger und zuverlässiger als die abendliche.

Interaktion zwischen Viagra und Diovan?

Frage:
Besteht zwischen Viagra und Diovan eine Wechselwirkung
von radchem am 07.07.2005 13:21
Experten-Antwort:
Für beide Medikamente einzeln müssen die Gegenanzeigen (Kontraindikationen) und Anwendungsbeschränkungen beachtet werden. Wenn das berücksichtigt ist, gibt es keine Wechselwirkungen (Arzneimittelinteraktionen) zwischen dem AT1-Rezeptorantagonisten Valsartan (im Diovan) und Medikamenten gegen Impotenz (wie Sildenafil im Viagra), d.h. beide Medikamente können gleichzeitig eingenommen werden.

Welcher Betablocker in der Schwangerschaft?

Frage:
Hallo,
ich leide an Bluthochdruck und nehme seit 3 Jahren “Bisogamma”.
Da ich nunmehr schwanger bin riet mir mein Frauenarzt meinen Hausarzt aufzusuchen und mir einen anderen BetaBlocker verschreiben zu lassen. Mein Frauenarzt meinte, “Beloc” wären besser in der Schwangerschaft.
Als ich nun meinen Hausarrzt aufgesucht habe teilte dieser mir mit, daß Beloc schädlich in der Schwangerschaft wären und Biso nicht.
Nachdem ich meine beiden Ärzte telefonisch zusammengebracht habe, streiten diese sich nun über “mein und des Kindes Wohlbefinden”.
Nun bin ich absolut verunsichert. Können Sie mir einen Rat geben?
von eine werdende Mutter am 07.07.2005 10:36
Experten-Antwort:
Betablocker, insbesondere Metoprolol (im Beloc) und Atenolol sowie Alpha-Methyldopa sind die Blutdrucksenker, mit denen die größten Erfahrungen bei der Behandlung des hohen Blutdrucks in der Schwangerschaft gemacht und bei denen keine ernsthaften Komplikationen oder Probleme beobachtet wurden. Sie werden deshalb von Fachgesellschaften und Experten weltweit, auch von der Deutschen Hochdruck-Liga zur Behandlung des hohen Blutdrucks in der Schwangerschaft empfohlen.
Bisoprolol (im Bisogamma) ist ebenfalls ein Betablocker, der in der Schwangerschaft verordnet werden kann. Größere Erfahrungen bestehen aber mit den Betablockern Metoprolol und Atenolol.
Die Arzneimittelinformationen für Ärzte über Metoprolol, Atenolol und Bisoprolol enthalten keine Warnung vor der Verordnung in der Schwangerschaft. Gegenteilige Informationen in den Beipackzetteln sind vermutlich eine Schutzbehauptung der Hersteller und dienen in erster Linie der vereinfachten Schadensabwehr bei unberechtigten Klagen.
Der Geburtshelfer wird im Einzelfall entscheiden, ob ein Betablocker in den Tagen vor dem erwarteten Entbindungstermin vorsichtshalber abgesetzt werden soll.

Nebenwirkungen durch Blutdrucksenker?

Frage:
Seit 5 Wochen nehme ich 1/2 Tablette Lorzaar 50. Der Blutdruck liegt durchschnittlich bei 130/82 mmHg.
Seit 1 Woche ist es mir nun beim Laufen leicht schwindelig. Zudem habe ich einen Druck mit Kribbeln im Kopf. Vor allem wenn ich den Kopf bewege, ist es, als ob er nach vorne überkippt.
Sind dies Nebenwirkungen von Larzaar und lassen diese nach – oder soll ich vom Arzt ein anderes Medikament verschreiben lassen
von Monika am 06.07.2005 11:32
Experten-Antwort:
Schwindel, Kribbeln im Kopf und Beschwerden bei Kopfbewegungen sind keine spezifischen Nebenwirkungen des AT1-Rezeptorantagonisten Losartan (im Lorzaar). Am ehesten sind es unspezifische Beschwerden in den ersten 2 – 4 Wochen einer Behandlung mit Blutdrucksenkern, wenn der Körper den jetzt normalen Blutdruck vorübergehend als ungewohnt niedrig empfindet. Aber Sie nehmen das Medikament nun schon 5 Wochen. Eine andere Möglichkeit ist, dass der Blutdruck jetzt zu niedrig ist. Aber auch das ist bei Ihnen keine Erklärung, da der Blutdruck bei einem Wert von 130/82 mmHg nicht zu niedrig, sondern normal ist.
Man muss also deshalb davon ausgehen, dass Ihre Beschwerden keine Nebenwirkungen des Blutdrucksenkers Lorzaar sind, sondern eine andere Ursache haben.
Wenn Sie absolute Sicherheit haben wollen, können Sie Ihren Arzt bitten, Ihnen einen anderen Blutdrucksenker zu verordnen.

Desensibilisierung und Betablocker

Frage:
Ich (24 Jahre, 1,75m, 62kg ) nehme einen Betablocker (Concor 2 1/2 mg) seit meiner Kindheit wegen meines Bluthochdrucks. Dazu habe ich eine staerker werdende Pollenallergie (Atemprobleme). Was kann ich ausser den normalen Antiallergika (ich nehme im Moment Aerius) nehmen, das trotz Betablocker wirkt? Oder gibt es einen Blutdrucksenker, den man waehrend einer Hyposensibilisierung nehmen kann?
von sam am 03.07.2005 18:27
Experten-Antwort:
1. Wenn es während einer Hypo- bzw. Desensibilisierung unerwarteterweise doch zu einer allergischen Reaktion kommt, muss der Körper Gegenmaßnahmen aktivieren, die über die Betarezeptoren vermittelt werden. Deshalb dürfen während der solchen Behandlung die Betarezeptoren nicht blockiert, d.h. keine Betarezeptorenblocker eingenommen werden.
Alle anderen Blutdrucksenker, d.h. ACE-Hemmer, AT1-Rezeptorantagonisten, Kalziumantagonisten und Diuretika dürfen während einer Hypo- bzw. Desensibilisierung eingenommen werden.
2. Auch wenn keine Desensibiliserung gemacht wird, muss folgendes fesstgestellt werden: eine Allergie kann ganz verschiedene Beschwerden verursachen. Wenn die Allergie sich auf die Atmung (“Aemprobleme” z.B. als Asthma oder Bronchitis) auswirkt, ist der Betablocker kein geeigneter Blutdrucksenker.

Vorhofflimmern durch Blutdrucksenker?

Frage:
Seit 2002 nehme ich Blutdrucktabletten wegen grenzwertiger Tageswerte:
Lisinopril 20, Bisiprolol 10, HCT 25.
Seitdem habe ich einmal pro Jahr Vorhofflimmern.
Gibt es einen Zusammenhang und kann dieses auf Nebenwirkungen beruhen?
von Wigo am 30.06.2005 10:33

Experten-Antwort:
Eine von mehreren Ursachen für Vorhofflimmern ist Bluthochdruck. Eine gute Behandlung mit Blutdrucksenkern führt deshalb nicht zu Vorhofflimmern, sondern verhindert es. Es könnte allenfalls sein, dass das Diuretikum Hydrochlorothiazid (im HCT) einen Kaliummangel verursacht, der das Auftreten von Vorhofflimmern begünstigen kann. Wahrscheinlich hat Ihr Hausarzt aber schon einmal den Kaliumspiegel im Blut bestimmt. Der Betablocker Bisoprolol schützt sogar vor Vorhofflimmern.

Betablocker bei Überfunktion der Schilddrüse?

Frage:
Nehme tgl.eine halbe Favistan geg.Überfunktion d. Schilddrüse.Mein Blutdruck schwankt,morgends u. abends meist 150/95-165/105,tagsüber oft120/80-85.Habe in letzter Zeit oft brennende,krampfartige Schmerzen in der Brustmitte,auch Atemnot.Habe Concor 5mg.tägl.eine halbe Tablette verschrieben bekommen.Kann ich die bedenkenlos nehmen od. wären Beloc besser bei einer überfunktion?
von Nina am 25.06.2005 11:28

Experten-Antwort:
1. Bisoprolol (im Concor) und Metoprolol (im Beloc Zok) sind beides Betablocker, die schon seit vielen Jahren auf dem Markt sind, die beide sehr gut in großen Studien untersucht sind und mit deren Anwendung man bereits große Erfahrungen gemacht hat. Beide können gleichermaßen gut bei Beschwerden durch eine Überfunktion der Schilddrüse verordnet werden.
2. Die „brennenden, krampfartigen Schmerzen in der Brustmitte“ und die „Atemnot“ werden durch die Schilddrüsenüberfunktion nicht erklärt. Ohne eigene Befragung und Untersuchungen kann man dazu nichts Zuverlässiges sagen. Sie sollten sich wegen dieser Beschwerden untersuchen lassen

Begünstigen Kalziumantagonisten eine Osteoporose?

Frage:
Blockiert die Einnahme von Kalziumantagonisten die Kalziumaufnahme zur Knochensubstanzbildung und wird etwa Osteoporose begünstigt?
von remark am 08.06.2005 11:58

Experten-Antwort:
Ihre Befürchtung ist aufgrund des Namens „Kalziumantagonist“ durchaus nahe liegend, aber völlig unbegründet. Kalziumantagonisten hemmen den Einstrom von Kalzium durch entsprechende Kanäle in die Muskelzelle und werden deshalb häufig auch Kalziumkanalblocker genannt. Sie verhindern nicht die Aufnahme von Kalzium in den Knochen und begünstigen keinesfalls eine Osteoporose.

Laktosemenge in Moxonidin-Tablette

Frage:
Gibt es einen Hersteller, der bei einer Tbl. 0,2 mg Moxonidin weniger als 90 mg Lactose beifügt. Welche Hersteller wären das, und wieviel Lactose pro Tbl.?
von Monika am 08.06.2005 09:18

Experten-Antwort:
Die Dosis des Arzneimittels in einer Tablette muss auf der Packung und im Beipackzettel genau angegeben werden. Bei der Laktose handelt es sich um einen Begleitstoff, dessen Dosis nicht genannt werden muss. Auskünfte über die Menge der Begleitstoffe können bei den Herstellern eingeholt werden.

Betablocker und Hyposensibilisierung

Frage:
Ich habe hohen Blutdruck und nehme am Tag Norvasc 5mg und Metoprolol 25mg. Metoprolol wurde unter anderem wegen meiner hohen Pulsfrequenz ausgewählt
Ich werde demnächst wegen meiner starken Hausmilbenallergie mit einer sublingualen Hyposensibilisierung anfangen und habe gelesen, daß Betablocker für Hyposensibilisierung eine Kontraindikationen darstellen.
Ich habe eine zeitlang Arelix genommen und hatte leichte Probleme während im Berufsalltag mit erhöhtem Harndrang.
Was können Sie mir als Ersatz für Metoprolol empfehlen?
von ersue am 05.06.2005 10:29

Experten-Antwort:
Bei einer Hyposensibilisierung müssen Betablocker abgesetzt werden. Blutdrucksenker, die ebenfalls die Pulsfrequenz verlangsamen können, sind bestimmte Kalziumantagonisten (Nicht-Dihydropyridin-Kalziumantagonisten wie z.B. Verapamil). Amlodipin (im Norvasc) ist ebenfalls ein Kalziumantagonist, aber ein Dihydropyridin-Kalziumantagonist. Deshalb sollten Sie Ihren Hausarzt fragen, ob Norvasc durch Verapamil ersetzt werden kann und ob evtl. ein weiterer Blutdrucksenker (z.B. ein ACE-Hemmer oder ein AT1-Rezeptorantagonist) zusätzlich verordnet werden muss.

Gibt es Moxonidin-Tabletten ohne Laktose?

Frage:
Gibt es eine Tablette mit dem Wirkstoff Moxonidin, die lactosefrei ist?
von Monika am 01.06.2005 07:46

Experten-Antwort:
Laut Angaben der „Roten Liste 2005“ enthalten die Moxonidin-Tabletten aller 14 Hersteller Laktose. Wenn Sie eine Laktoseunverträglichkeit haben, müssen Sie einen anderen Blutdrucksenker nehmen. Es sollte eigentlich nicht schwer sein, unter den zahlreichen Blutdruck senkenden Medikamenten ein für Sie gut wirksames und verträgliches Pärparat zu finden.

Hypertonie-Therapie und Impotenz

Frage:
Ich bin 50. Bei mir wurde vor einem halben Jahr eine Hypertonie diagnostiziert. Die Therapie – ich bin normgewichtig und Sportler – Nebivolol plus Candesartan plus Thiazid. Nach vier Monaten Therapie und insgesamt einer sehr guten Blutdruckeinstellung bemerke ich Impotenz (zeitweise). Mir reißt das nicht den Kopf ab, aber es gibt Lustigeres. Gibt’s da einen Tipp?
von karl am 28.05.2005 23:06

Experten-Antwort:
Von den drei Blutdrucksenkern, die Sie einnehmen, können zwei, nämlich das Thiaziddiuretikum und der Betablocker Nebivolol, in seltenen Fällen Impotenz auslösen, begünstigen oder verstärken.
Fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie zunächst versuchsweise auf das Thiaziddiuretikum verzichten können. Wenn die Impotenz nach 4 – 6 Wochen nicht verschwunden ist, war das Medikament nicht die Ursache und Sie können das Thaziddiuretikum wieder nehmen. Anschließend könnten Sie dann den gleichen Versuch durch Verzicht auf die Einnahme von Nebivolol machen. Da Ihr Blutdruck sehr gut eingestellt ist, können Sie evtl. vorübergehend auf die Einnahme eines dieser Medikamente verzichten. Sollte sich der Blutdruck verschlechtern, kann Ihr Arzt Ihnen evtl. eine höhere Dosis von Candesartan oder zusätzlich einen anderen Blutdrucksenker, z.B. einen Kalziumantagonisten verordnen.
Man muss aber berücksichtigen, dass es zahlreiche andere Ursachen für Impotenz gibt. Am häufigsten sind bestimmte Nervenkrankheiten einschließlich Depression, Zuckerkrankheit, übermäßiger Alkoholkonsum und zunehmendes Alter, aber auch Medikamente gegen Depression sowie Beruhigungs- und Schlafmittel.

Betablocker bei Bluthochdruck durch Stress

Frage:
Ich habe Hypertonie durch Stress. Über welchen Zeitraum sollte man unterstützende Maßnahmen mit Betablockern begleitend einsetzen? Wie wirken sie therapeutisch, wenn sich die Stressfaktoren innerhalb der nächsten 6 Monate gar nicht bzw. nur geringfügig verändern lassen? Leidet die Libido unter der medikamentösen Behandlung?
Anamnese: 47J., m, Nichtraucher, kein Alkohol, Sportler, meist ausgewogene Ernährung, BMI?
von T.Kaufmann am 27.05.2005 21:34

Experten-Antwort:
1. Betablocker, die wegen Stress eingenommen werden, sollte man absetzen
a) wenn sich die Stressfolgen und –beschwerden innerhalb von 1 – 2 Monaten nicht bessern, der Betablocker also wirkungslos ist.
b) wenn die Stressphase vorbei bzw. die Stressursache beseitigt ist.
c) bei guter Wirkung versuchsweise nach ca. 6 Monaten, um zu überprüfen, ob nicht auch ohne Betablocker Beschwerdefreiheit besteht.
2. Die Wirkung der Betablocker beruht auf Ihrer sympathikolytischen Wirkung. Sie wirken rein symptomatisch, d.h. sie beseitigen die Folgen und Beschwerden von Stress, aber natürlich nicht die Ursache des Stresses.
3. Betablocker beeinträchtigen die Libido nicht.

Maximale Tagesdosis von Blopress

Frage:
Weibliche Patientin (76 Jahre) erhält seit 18 Monaten die 1.5 fache Dosis des
Blutdruckmittels Blopress 16mg (also 24mg täglich). Der verschreibende Arzt
behauptet, dies sei eine in den USA erlaubte und bewährte Verschreibungspraxis. Ist dies korrekt?
von mixolydius am 25.05.2005 20:07

Experten-Antwort:
Nicht nur in den USA, auch in Deutschland beträgt die maximale Tagesdosis von Candesartan (im Blopress) 32 mg. Aus diesem Grund gibt es auch in Deutschland Blopress-Tabletten, die 32 mg enthalten.

Betablocker bei Angina pectoris und Psoriasis

Frage:
HIch habe Bluthochdruck + Angina pectoris + Psoriasis. Nun wird mir dringend angeraten, einen Betablocker zu nehmen. Gibt es einen für die Psoriasis besonders geeigneten?
von Kurt am 25.05.2005 08:39

Experten-Antwort:
Betablocker können eine Psoriasis oder Psoriasis ähnliche Hautveränderungen auslösen oder verschlimmern. Diese Nebenwirkung haben alle Betablocker. Es gibt keinerlei zuverlässigen Hinweis darauf, dass irgendein Betablocker bei Psoriasis geeigneter ist als andere.
Betablocker sind sehr gute Medikamente für die Behandlung einer Angina pectoris. Da sich eine Psoriasis unter Behandlung mit einem Betablocker nicht zwangsläufig, sondern nur bei einem Teil der Patienten verschlechtert und da die Verschlechterung nach Absetzen wieder rückläufig ist, haben sie folgende Möglichkeit: Beginnen Sie die Behandlung mit dem Betablocker. Falls sich die Psoriasis verschlechtert, müssen Ihr Arzt und Sie selbst den Nutzen der Behandlung (Sie wissen dann ja bereits, wie gut der Betablocker gegen die Angina pectoris hilft) und den Nachteil der Einnahme, d.h. die Verschlechterung der Psoriasis gegen einander abwägen. Gleichzeitig muss Ihr Arzt entscheiden, ob andere Behandlungsmöglichkeiten der Angina pectoris, z.B. Kalziumantagonisten oder Langzeitnitrate eine Alternative sind.

Betablocker in der Schwangerschaft

Frage:
Ich bin in der 7. Woche schwanger und nahm bisher Bisoprolol zur Behandlung meines Bluthochdrucks. Ich hatte meinen Arzt zuvor extra gefragt, ob sich Bisoprol bei einer geplanten Schwangerschaft irgendwie negativ auswirken könnte. Dies hatte er verneint. Nun hat mein Arzt mir heute gesagt, ich solle besser auf Beloc-Zock (Metoprolol) umsteigen. Kann sich die vorherige Einnahme von Bisoprolol irgendwie negativ auf das Kind ausgewirkt haben? Und ist Metoprolol wirklich besser? Im Beipackzettel steht, eine Schädigung des Embryos in den ersten drei Monaten könne nicht ausgeschlossen werden. Wäre ein anderes Medikament besser? Was kann ich tun?
von Tati am 24.05.2005 19:50

Experten-Antwort:
Betablocker, insbesondere Metoprolol und Atenolol sowie Alpha-Methyldopa sind die Blutdrucksenker, mit denen die größten Erfahrungen bei der Behandlung des hohen Blutdrucks in der Schwangerschaft gemacht und bei denen keine ernsthaften Komplikationen oder Probleme beobachtet wurden. Sie werden deshalb von Fachgesellschaften und Experten weltweit, auch von der Deutschen Hochdruck-Liga zur Behandlung des hohen Blutdrucks in der Schwangerschaft empfohlen.
Bisoprolol ist ebenfalls ein Betablocker, der in der Schwangerschaft verordnet werden kann. Größere Erfahrungen bestehen aber mit den Betablockern Metoprolol und Atenolol.
Die Arzneimittelinformationen für Ärzte über Metoprolol und Atenolol enthalten keine Warnung vor der Verordnung in der Schwangerschaft. Gegenteilige Informationen in den Beipackzetteln sind vermutlich eine Schutzbehauptung der Hersteller und dienen in erster Linie der vereinfachten Schadensabwehr bei unberechtigten Klagen.

Puls nach Absetzen eines Betablockers

Frage:
Ich sollte vor vier Tagen meinen Betabocker Bisoporol abrupt absetzten, da nach einer Herzkatherbehandlung mein Herzstolpern zu 95% weg ist.
Für meinen Blutdruck habe ich ein anderes Medikament bekommen. Die Kardiologen haben gemeint, es wäre in Ordnung. Jetzt habe ich seit 2Tagen ein Ruhepuls von 90-100 Schlägen und ich möchte wissen, ob das eine Nebenwirkung ist aufgrund des Absetzens des Betablockers und ob sich das von alleine normalisiert.
von schnurri am 21.05.2005 17:34

Experten-Antwort:
Betablocker (z.B. Bisoprolol) führen häufig zu einer Verlangsamung des Pulses (d.h. der Herzfrequenz). Wenn ein Betablocker abgesetzt wird, steigt der Puls häufig überschießend an und kehrt dann innerhalb von 5 – 10 Tagen wieder auf den Wert vor Beginn der Behandlung zurück. Manchmal kommt es auch zu subjektiven Beschwerden wie Unruhe, Schwitzen, Nervosität. Das kann unangenehm sein, ist aber bei Patienten ohne koronare Herzerkrankung nicht gefährlich. Diese Phase dauert maximal 10 – 14 Tage.
Ihr normaler Puls ist also der Wert ohne Einnahme des Betablockers. Während der Einnahme des Betablockers war Ihr Puls durch das Medikament erniedrigt.

Polyneuropathie durch Blutdrucksenker?

Frage:
Kann durch blutdrucksenkende Mittel (Isoptin, Atacand sowie Betablocker) eine Polyneuropathie ausgelöst werden?
von Friederich am 19.05.2005 22:25
Experten-Antwort:
Keines der drei Blutdrucksenker löst eine Polyneuropathie aus, für die es aber eine Vielzahl möglicher Ursachen gibt.
Die häufigsten Ursachen sind Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Alkoholkonsum und Vitaminmangel. Es gibt aber noch zahlreiche Erkrankungen (z.B. Durchblutungsstörungen) und andere Ursachen (verschiedene andere Medikamente und Giftstoffe), die – wenn auch selten – für eine Polyneuropathie verantwortlich sein können. Häufig findet man trotz gründlicher Untersuchungen keine Ursache.

Flush durch Blutdrucksenker

Frage:
Gibt es Flush als Nebenwirkung von Blutdrucksenkern?
von marieluise am 16.05.2005 17:17

Experten-Antwort:
Kalziumantagonisten, die zur Behandlung des hohen Blutdrucks verordnet werden, verursachen häufig eine Rötung und ein Wärmegefühl der Haut, vor allem im Gesicht (Flush).

Reizhusten durch Blutdrucksenker?

Frage:
Habe schon einige Jahren trockenen Reizhusen. Schon viel untersucht,
nichts gefunden, Lungenfacharzt, HNO usw. Nehme MetoHEXAL 200 retard. Könnte das zusammenhängen?
von KARIN am 15.05.2005 17:31

Experten-Antwort:
Betablocker (z.B. Metoprolol im MetoHEXAL) können zu einer Verengung der Bronchien (Bronchokonstriktion) führen und asthmatische Beschwerden, vor allem Luftnot, Husten und Auswurf auslösen oder begünstigen. Dies ist aber nur bei Patienten mit Asthma oder chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) wie Bronchitis und Lungenemphysem der Fall. Diese Erkrankungen liegen bei Ihnen aber nicht vor, sonst hätte der Lungenfacharzt etwas gefunden.
Unter den Blutdrucksenkern können nur ACE-Hemmer bei Patienten ohne Lungenerkrankung zu einem trockenen Husten führen.

Metoprolol und Viagra?

Frage:
Vertragen sich Viagra und 50mg Metoprolol?
von Felix 95 am 14.05.2005 21:52

Experten-Antwort:
Es besteht keine Wechselwirkung bzw. keine Arzneimittelinteraktion zwischen dem Betablocker Metoprolol und dem Potenzmittel Sildenafil (im Viagra), d.h. die beiden Medikamente vertragen sich. Sie müssen aber die Gegenanzeigen bzw. Anwendungsbeschränkungen für Viagra beachten. Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass einige Herzkrankheiten, bei denen Betablocker wie Metoprolol verordnet werden, Gegenanzeigen für Viagra sind. Sie müssen also Ihren Arzt fragen, der Sie, Ihre Befunde und Ihre Erkrankungen genau kennt.

Medikament gegen gelegentlichen Hochdruck?

Frage:
Gibt es Medikamente bei gelegentlichem / kurzzeitigem Bluthochdruck? Ich (30, schlank und sportlich) habe über Jahre Betablocker und Diuretikum genommen, der Blutdruck wurde dadurch jedoch extrem abgesenkt, trotz niedriger Medikation. Gesundheitlich ging es mir unter Betablockern sehr schlecht: extreme Konzentrationsprobleme, Müdigkeit, Schwindel (sehr problematisch, wenn man im Beruf fit sein soll und vor allem will!!). Daher habe ich das Medikament selbst schleichend abgesetzt, da mir mein Arzt Einbildung der Symptome vorwarf und keine wirkliche Hilfe bot. Mein Blutdruck ist jedoch seitdem normal, mir geht es erheblich besser, aber gelegentlich habe ich Bluthochdruckspitzen, die aber meiner Meinung mit Temperament und Impulsivität zu tun haben. Betablocker sind ja als Langzeittherapie gedacht. Was kann man kurzfristig und nur gelegentlich einnehmen? Welche Alternativen bieten Anthroposophen oder Heilpraktiker?
von Janie am 10.05.2005 13:06

Experten-Antwort:
Der Blutdruck ist nicht konstant, sondern schwankt in Abhängigkeit von seelischen (psychischen) und körperlichen (physischen) Belastungen. Aufregungen im privaten und beruflichen Bereich, Ärger, Angst, Stress, verschiedene Beschwerden, ja selbst angenehme Gefühle wie bei plötzlichen freudigen Ereignissen erhöhen den Blutdruck kurzfristig und vorübergehend. Das Ausmaß solcher Blutdruckanstiege hängt auch von Temperament und Charakter ab, wie Sie richtig vermuten. Es macht keinen Sinn, den Blutdruck während solcher Zustände zu messen, weil er dann immer zu hoch ist. Solche Erhöhungen sind natürlich, gehen von allein wieder zurück und müssen nicht behandelt werden. Im Übrigen kann man diese Anstiege durch Medikamente auch nicht verhindern. Ganz im Gegenteil: wenn der Blutdruck in körperlicher und seelischer Ruhe ohne Medikamente normal ist, führen Blutdrucksenker, die meistens viele Stunden oder sogar 24 Stunden lang wirken, zu einem zu niedrigen Blutdruck. Deshalb haben Sie sich unter Betablocker und Diuretikum schlecht gefühlt und unter Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und Schwindel gelitten.
Der Blutdruck muss daher in körperlicher und seelischer Ruhe gemessen werden und dauerhaft erhöht sein, bevor ein Bluthochdruck festgestellt wird und behandelt werden muss. Sie schreiben, dass Ihr Blutdruck auch ohne Medikamente normal ist. Sie müssen also gar nichts tun. Auch Anthroposophen und Heilpraktiker benötigen Sie nicht. Nur wenn Sie zum Phlegmatiker werden, sich durch Psychopharmaka und Schlafmittel in einen dauerhaften, schlafähnlichen Zustand versetzen, träge, müde, schwerfällig und langweilig werden, werden die Blutdruckspitzen weggehen. Aber wollen Sie das?

Unterschied zwischen Delix 5 und Delix 5 plus

Frage:
Was ist der Unterschied zwischen Delix 5 und Delix 5 plus?
Welche Wirkungen können beim Wechsel zu plus auftreten?
von Emmes am 07.05.2005 20:21

Experten-Antwort:
Delix 5 enthält den ACE-Hemmer Ramipril in einer Dosis von 5 mg. Delix 5 plus enthält ebenfalls 5 mg Ramipril, zusätzlich aber noch das Diuretikum Hydrochlorothiazid in einer Dosis von 25 mg. Es handelt sich also bei Delix 5 und Delix 5 plus um zwei ganz verschiedene Medikamente.
Beim Wechsel von Delix 5 auf Delix 5 plus erwartet man eine stärkere Blutdrucksenkung. Es kann auch sein, dass man für 2 – 3 Wochen vermehrt Wasser lassen muss. Andere mögliche Nebenwirkungen kann man durch Blutuntersuchung erkennen, z.B. niedrigeres Kalium und höhere Harnsäure.

Häufiges Wasserlassen unter einem Kalziumantagonisten

Frage:
Beeinträchtigt dieses Medikament (Carmen) den Wasserhaushalt? Ich nehme dieses Med. in Verb.m.Simbaveta (abends) und muss nachts häufig Wasser lassen.
von Machbuba am 06.05.2005 10:57

Experten-Antwort:
Kalziumantagonisten (z.B. Lercanidipin im Carmen) können Flüssigkeit im Körper zurückhalten (Wasserretention), so dass es manchmal sogar zu sichtbaren Schwellungen an Füßen, Unterschenkeln und evtl. Fingern kommen kann. Diese Nebenwirkung tritt vor allem in aufrechter Stellung auf, d.h. solange man steht oder sitzt. In der Nacht wird das Wasser meist wieder ausgeschieden, so dass man häufiger Wasser lassen muss.
Bei Patienten, die keine Herzerkrankung, insbesondere keine Herzschwäche haben, ist dies eine evtl. belästigende, aber keine gefährliche Nebenwirkung. Wenn Sie sich gestört und beeinträchtigt fühlen, sollten Sie Ihren Arzt bitten, Ihnen einen anderen Blutdrucksenker zu verordnen.

Was muss man nach Absetzen von Blutdrucksenkern beaachten?

Frage:
Nehme seit ca. 1 Jahr 2,5 mg Ramipril, seitdem ist der Blutdruck auf 115/75 mmHg gesunken. Ich achte jetzt mehr auf regelmäßige Bewegung und auf gesunde Ernährung, habe abgenommen und treibe jetzt regelmäßig Ausdauersport (kürzlich noch Halbmarathon). Seit 3 Tagen nehme ich kein Ramipril mehr ein. Muß ich etwas berücksichtigen beim Absetzen des Medikamentes?
von Guste am 03.05.2005 14:54

Experten-Antwort:
Sie müssen nur eins wirklich beachten, nämlich ob Ihr Blutdruck nach dem Absetzen normal bleibt oder wieder ansteigt. Da Sie aber jetzt regelmäßig Sport treiben, sich gesund ernähren und an Gewicht abgenommen haben, besteht eine gute Chance, dass der Blutdruck jetzt normal bleibt.
Messen Sie den Blutdruck zweimal täglich morgens und abends zu festgesetzten Zeitpunkten in körperlicher und seelischer Ruhe für 2 – 3 Wochen, schreiben Sie die Werte auf und zeigen Sie diese Ihrem Arzt. Wenn der Mittelwert aller Messungen unter 135/85 mmHg liegt, ist der Blutdruck normal. Einzelne Werte dürfen diese Grenze ohne weiteres überschreiten, wenn nur der Mittelwert unter 135/85 ist.

Paradoxer Blutdruckanstieg durch Blutdrucksenker?

Frage:
Gibt es auch eine paradoxe, d.h. eine Blutdruck- und Pulssteigernde Wirkung von Enalapril 15 mg pro Tag (kombiniert mit ASS und Iscover)? Der Blutdruck steigt mit der Dosierung an.
von pjotr am 02.05.2005 15:43

Experten-Antwort:
Gelegentlich kann es vorkommen, dass Blutdrucksenker nicht oder nur schwach wirken, aber einen Blutdruckanstieg mit steigender Dosierung gibt es nicht.
Wenn Sie Ihren Blutdruck wirklich korrekt und zuverlässig gemessen haben, gibt es für den Blutdruckanstieg nur zwei Erklärungen:
1. Möglich, aber eher unwahrscheinlich ist, dass sich eine bestimmte Ursache Ihres Bluthochdrucks verschlimmert hat, z.B. dass Sie an Gewicht zugenommen haben, dass Sie sich kochsalzreicher als früher ernähren, dass eine Nierenerkrankung sich verschlimmert hat usw.
2. Manchmal führt allein die Tatsache, dass der Patient über seinen Bluthochdruck informiert wird, zu einer seelischen (psychischen) Belastung durch Aufregung, Ängstlichkeit, Sorge und einen Blutdruckanstieg.
3. Wegen Ihrer ungewöhnlichen Beobachtung sollten Sie sich an Ihren Hausarzt wenden, ihn um eine Untersuchung und eine Blutdrucklangzeitmessung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät bitten.

Gewichtszunahme durch Betablocker

Frage:
Ich nehme seit 1 Jahr den Betablocker Metoprolol und habe 8 kilo zugenommen. Esse wie früher und versuche abzuhnemen, es geht aber nicht runter. Habe ich Stoffwechselprobleme mit metoprolol bekommen????
von lola am 01.05.2005 02:14

Experten-Antwort:
In großen Studien hat man festgestellt, dass es bei lang dauernder Einnahme von Betablockern (z.B. Metoprolol) über Monate und Jahre zu einer Gewichtszunahme um etwa 1 – 2 kg kommt im Vergleich zu Patienten, die keine Betablocker bzw. andere Blutdrucksenker einnahmen. Gewichtszunahme ist also eine spezifische, unerwünschte Nebenwirkung der Betablocker.
Insgesamt ist die Gefahr bzw. die Wahrscheinlichkeit einer Gewichtszunahme durch Überernährung oder Diätfehler sehr viel größer als die diejenige durch Einnahme von Betablockern. Über eine Zunahme von 8 Kilo innerhalb eines Jahres durch Betablocker ohne Diätfehler oder andere Ursachen ist nach meiner Kenntnis noch nie berichtet worden. Wenn Sie sicher gehen wollen, fragen Sie Ihren Arzt, ob der Betablocker Metoprolol durch ein anderes Medikament ersetzt werden kann und beobachten Sie den weiteren Verlauf.

Husten und Asthmaanfälle unter Betablocker

Frage:
Ich nehme seit Januar Beloc-Zok Mite gegen Bluthochdruck. In früheren Zeiten hatte ich häufige Nebenhöhleninfektion mit nachfolgender Sinubronchitis. Ich beabachte derzeit eine zunehmende, mehrmals tägliche Hustenwelle mit astmaartigen Anfällen – ich habe das Gefühl es wird immer stärker. Was kann ich tun?
von Ulli am 30.04.2005 21:03

Experten-Antwort:
Betablocker (wie z.B. Metoprolol im Beloc Zok mite) können zu einer Verengung der Bronchien (Bronchokonstriktion) führen und asthmatische Beschwerden, vor allem Luftnot, Husten und Auswurf bei Patienten mit Asthma oder chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) wie Bronchitis und Lungenemphysem auslösen oder begünstigen.
Sie sollten Ihren Arzt bitten, einen anderen Blutdrucksenker wie z.B. einen AT1-Rezeptorblocker (ein Sartan) oder einen Kalziumantagonisten, nicht aber einen ACE-Hemmer, der Husten verursacht, zu verordnen.

Muskelkrämpfe durch Medikamete

Frage:
Ich nehme seit ca. 4 Jahren Lorzaar plus und Bisomerk zur Blutdrucksenkung und abends Simvastatin 10 mg.
Ich habe seit ca. 3 jahren starke Muskelkrämpfe und meine Gelenke schmerzen. Hat das eventuell mit den eigenommenen Medikamenten zu tun?
von bianca am 30.04.2005 17:29

Experten-Antwort:
Statine, z.B. Simvastatin können muskelkaterartige Schmerzen und Muskelkrämpfe (eine Myopathie) verursachen. Häufig ist dann im Blut die Kreatinkinase (CK) erhöht. Lassen Sie durch Ihren Arzt überprüfen, ob überhaupt und wie stark dieser Wert erhöht ist. Besprechen Sie dann mit Ihrem Hausarzt, ob Sie das Simvastatin weiterhin einnehmen sollen und wollen. Dabei müssen Sie und Ihr Hausarzt den Vorteil der Behandlung (Senkung der erhöhten Blutfettwerte) gegen den Nachteil des Medikamentes (Muskelbeschwerden) gegeneinander abwägen.
Schmerzen an den Gelenken sind nicht typisch für Statine.
Nebenwirkungen von Blutdrucksenkern

Frage:
Seit Jahren nehme ich Beloc-Zok und Accuzide diuplus, seit Jan. Moxonidin Hexal dazu. Der Blutdruck ist besser, jetzt plötzlich sind meine Leberwerte nicht mehr ok. Im Beipackzettel heißt es: sie sollten keinen Alkohol zu sich nehmen! Was man ja ab und an tut. Kann das der Auslöser sein?
von Olga am 26.04.2005 23:34

Experten-Antwort:
Moxonidin verursacht keine Leberschädigung, Metoprolol (im Beloc Zok) sowie Quinapril und Hydrochlorothiazid (im Accuzide diuplus) nur sehr selten und in der Regel nicht erst nach jahrelanger Einnahme. Deshalb ist die wahrscheinlichste Ursache für die erhöhten Leberwerte Ihr Alkoholkonsum. Wenn Sie 4 – 8 Wochen auf jeden Alkohol verzichten, gehen die Leberwerte zurück oder normalisieren sich sogar, wenn der Alkohol die Ursache war.
Regelmäßiger Alkoholkonsum begünstigt auch Bluthochdruck, so dass Sie auch aus diesem Grund den Alkoholkonsum einstellen sollten.

Welche Blutdrucksenker bei isolierter systolischer Hypertonie?

Frage:
Meine Blutdruckwerte:
Systolisch:150-165
Diastolisch:60-70
Meine Frage: gibt es ein spezielles Medikament für die Behandlung der oberen Werte?
von Jochen am 21.04.2005 17:15

Experten-Antwort:
Sie haben einen erhöhten oberen (systolischen) und einen normalen oder sogar eher niedrigen unteren (diastolischen) Blutdruck, d.h. eine isolierte systolische Hypertonie. Die häufigste Ursache ist eine Abnahme von Dehnbarkeit und Elastizität der Hauptschlagader und der großen Arterien. Das ist eine typische Alterserscheinung und kommt in der Regel jenseits des 60. – 70. Lebensjahres vor. Deshalb wird diese Form des Bluthochdrucks häufig auch als Altershochdruck bezeichnet.
Der isolierte systolische Bluthochdruck ist gefährlich wie jeder andere dauerhafte Bluthochdruck und muss deshalb mit Blutdrucksenkern behandelt werden. Alle Blutdrucksenker sind für diese Form des Bluthochdrucks geeignet.

Gibt es Entwässerungsmittel, die nicht den Blutdruck senken?

Frage:
Mein Arzt gab mir Fludex, weil ich Wasser in den Beinen habe. Er sagte mir, dass das Mittel zusätzlich noch den Blutdruck reguliere. Welches Medikament könnte man sonst noch einsetzen, dass nur gegen das Wasser wirkt?
von Fludex / Wasserstau am 20.04.2005 18:17

Experten-Antwort:
Indapamid (im Fludex) ist ein Diuretikum, d.h. ein Medikament, das bei Patienten mit Schwellungen bzw. Wasser in den Beinen oder in anderen Geweben zu einer vermehrten Harnausscheidung und damit zu einer Entwässerung führt. Alle Diuretika werden auch sehr häufig zur Behandlung des hohen Blutdrucks verordnet. Glücklicherweise führen diese Medikamente aber bei Patienten mit normalem Blutdruck überhaupt nicht oder doch nur sehr gering zu einer Senkung des Blutdrucks.
Ihre Frage wird also so beantwortet: Es gibt kein Medikament zur Entwässerung, dass nicht auch gleichzeitig den erhöhten Blutdruck senkt. Wenn Sie einen normalen Blutdruck haben, können Sie Fludex trotzdem ohne Bedenken einnehmen.

Bluthochdruckbehandlung in der Schwangerschaft

Frage:
Ich bin wieder schwanger (6. Woche). Mein Sohn ist jetzt 9 Monate alt. Seit der ersten Schwangerschaft (letzten 6 Wochen) habe ich Bluthochdruck und nahm Presinol. Danach ging der Blutdruck nur zeitweise runter, so daß ich dann einen Monat ohne Tabletten auskam. Danach bis heute nehme ich Diu-Atenolol verla mite. Jetzt soll ich aber wieder lt. Frauenärztin Presinol nehmen. Kann ich einfach so umstellen von Betablocker auf Presinol? Meine Werte sind immer so um die 118-132/72-86. Aber eigentlich nie über 90 der zweite Wert. Mein Hausarzt hat mir aber EMESTAR mono verschrieben (lt. Gebrauchsinformation nicht während Schwangerschaft).
Vielen Dank für Ihre Antworten
von mausi am 15.04.2005 12:44

Experten-Antwort:
Betablocker, insbesondere Metoprolol und Atenolol sowie Alpha-Methyldopa (im Presinol) sind die Blutdrucksenker, mit denen die größten Erfahrungen bei der Behandlung des hohen Blutdrucks in der Schwangerschaft gemacht und bei denen keine ernsthaften Komplikationen oder Probleme beobachtet wurden. Sie werden deshalb von Fachgesellschaften und Experten weltweit, auch von der Deutschen Hochdruck-Liga empfohlen.
Im Diu-Atenolol Verla mite ist aber neben dem Betablocker Atenolol noch ein zweites Medikament, nämlich das Diuretikum Chlortalidon, enthalten, das für die Behandlung des Bluthochdrucks in der Schwangerschaft nicht geeignet ist. Sie haben zwei Möglichkeiten:
1. Sie können entweder ein Medikament nehmen, das nur Atenolol enthält. Evtl. ist dies die bessere Option, da der Blutdruck bei Ihnen sehr gut eingestellt ist.
2. Falls Sie keine Herzkreislauferkrankungen außer Bluthochdruck haben, können Sie von einem Tag auf den anderen von Diu-Atenolol auf Presinol umsteigen. Es kann sein, dass Sie sich nach dem Absetzen des Betablockers Atenolol für 5 – 10 Tage etwas unruhiger und nervöser fühlen und dass der Puls etwas schneller wird.
3. AT1-Rezeptorblocker (z.B. Eprosartan im EMESTAR) sind zur Behandlung des Bluthochdruck in der Schwangerschaft nicht erlaubt und müssen abgesetzt werden.

Concor oder Beloc während Schwangerschaft?

Frage:
Ich nehme seit ca. 2 Jahren 1/2 Tabl. Concor Cor 2,5 mg täglich. Diese Behandlung sollte auch während einer Schwangerschaft vorgeführt werden.
Wäre als Mittel 1. Wahl auf Beloc zu wechseln, oder sind beide Mittel (Concor und Beloc) gleichermaßen verträglich und als unschädlich anzusehen?
von Sunny am 14.04.2005 14:37

Experten-Antwort:
Betablocker, insbesondere Metoprolol (im Beloc) und Atenolol sowie Alpha-Methyldopa sind die Blutdrucksenker, mit denen die größten Erfahrungen bei der Behandlung des hohen Blutdrucks in der Schwangerschaft gemacht und bei denen keine ernsthaften Komplikationen oder Probleme beobachtet wurden. Sie werden deshalb von Fachgesellschaften und Experten weltweit, auch von der Deutschen Hochdruck-Liga empfohlen.
Bisoprolol ist ebenfalls ein Betablocker, der in der Schwangerschaft verordnet werden kann. Größere Erfahrungen bestehen aber mit den Betablockern Metoprolol und Atenolol.

Volle Wirkung von Blutdrucksenkern: erst nach 2 – 4 Wochen

Frage:
Ich nehme seit 3 Tagen Karvea 150 mg ein. Am Tag ist der Blutdruck auf
Idealwerten, nur morgens habe ich einen Blutdruck von 147/98) mmHg. Hat diese Tablette einen 24-Stunden-Schutz? Wenn nicht, möchte ich auf Atacand umsteigen. Welche Dosierung muß ich dann haben?
Für eine Antwort bedanke ich mich im voraus.
von kornblume am 12.04.2005 10:20

Experten-Antwort:
1. Nach drei Tagen kann man die Wirkung eines Blutdrucksenkers noch nicht beurteilen. Die volle Wirkung wird erst nach 2 – 4 Wochen erreicht. Messen Sie nach dieser Zeit zweimal täglich morgens und abends den Blutdruck in körperlicher und seelischer Ruhe, schreiben Sie die Werte auf und zeigen Sie diese Ihrem Arzt. Wenn der Mittelwert aller Messungen unter 135/85 mmHg liegt, ist der Blutdruck normal. Einzelne Werte dürfen diese Grenze ohne weiteres überschreiten, wenn nur der Mittelwert unter 135/85 mmHg liegt. Wenn der Blutdruck erhöht ist, sollte ein zweiter Blutdrucksenker, vorzugsweise ein Diuretikum zusätzlich verordnet werden.
2. Der AT1-Rezeptorblocker Irbesartan (im Kavea) hat eine 24-Stundenwirkung.
3. Candesartan (im Atacand und im Blopress) ist ebenfalls ein AT1-Rezeptorblocker mit 24-Stundenwirkung. 150 mg Irbesartan entsprechen 8 mg Candesartan.

Gelenkschmerzen bzw. Gicht durch Blutdrucksenker?

Frage:
Seit längerer Zeit nehme ich Micardis 80 Plus ein und habe nun starke Gelenkschmerzen. Gibt es diese Nebenwirkungen durch das Präparat?
von Eustach am 09.04.2005 19:03

Experten-Antwort:
Im MicardisPlus 80/12,5 mg sind zwei Medikamente enthalten, nämlich der AT1-Rezeptorantagonist Telmisartan und das Diuretikum Hydrochlorothiazid. Das letzt genannte Medikament kann die Harnsäure erhöhen und – besonders bei Patienten mit entsprechender Anlage – eine Gicht mit entzündeten und schmerzhaften Gelenken verursachen. Ihren Angaben allein kann man aber nicht entnehmen, ob Ihre Gelenkschmerzen auf einer Gicht oder einer anderen Ursache beruhen. Fragen Sie Ihren Arzt, ob es sich bei Ihren Beschwerden um eine Gicht handelt und lassen Sie evtl. die Harnsäure im Blut bestimmen. Wenn es sich um eine Gicht handelt, sollte Ihr Blutdruck nicht mehr mit einem Diuretikum behandelt werden.

Verträglichkeit von Sartan und Betablocker mit Potenzmittel

Frage:
Verträgt sich Karvezide und/oder Bisohexal mit Viagra ???
von bisokar am 07.04.2005 11:33

Experten-Antwort:
Es bestehen keine Wechselwirkungen bzw. keine Arzneimittelinteraktionen zwischen den beiden Medikamenten im Karvezide, dem AT1-Rezeptorblocker Irbesartan und dem Diuretikum Hydrochlorothiazid und dem Betablocker Bisoprolol (im BisoHEXAL) einerseits und dem Potenzmittel Sildenafil (im Viagra) andererseits. Sie müssen aber die Gegenanzeigen bzw. Anwendungsbeschränkungen für Viagra beachten. Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass einige Herzkrankheiten, bei denen Betablocker wie Bisoprolol verordnet werden, Gegenanzeigen für Viagra sind. Sie müssen also Ihren Arzt fragen, der Sie, Ihre Befunde und Ihre Erkrankungen genau kennt.

Behandlung von Herzstolpern

Frage:
Ich nehme seit 25 jahren betablocker und seit 2 jahren zusätlich ein Kombimittel ACE-Hemmer und Kalziumantigonist. Trotzdem habe ich zur zeit wieder verstärkte Extrasystolen, die mich besonders nachts beunruhigen. Ich bin weiblich und 56 Jahre. Ich war vor 2 wochen zum EKG ohne Befund. Was kann es sein?
von altenfplege am 05.04.2005 14:47

Experten-Antwort:
Am häufigsten handelt es sich beim Herzstolpern um supraventrikuläre Extrasystolen, d.h. um Extraschgläge aus dem Vorhof des Herzens. Das ist harmlos und ungefährlich. Aus Langzeit-EKG´s wissen wir, dass fast alle Menschen mehr oder weniger häufig solches Herzstolpern haben. Die meisten Menschen merken das nicht und wissen deshalb nichts davon. Sie horchen in sich hinein, fühlen diese Extraschläge und ängstigen sich.
Offenbar sind Sie bereits gründlich untersucht worden und man hat keine organische Herzkrankheit gefunden. Mit ACE-Hemmern und Kalziumantagonisten vom Dihydropyridin-Typ behandelt man Bluthochdruck, aber kein Herzstolpern.

Nebenwirkungen von Betablockern: Diabetes und AV-Block

Frage:
Ich bin 25 Jahre alt und nehme seid einem Jahr Bisoprolol 2,5 mg. Dazu habe ich gleich zwei Fragen.
1. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass man bei Einnahme von Betablockern zusätzlich einen Diabetes bekommt?
2. Kann eine AV – Blockierung schon durch die Einnahme von Betablockern entstehen oder kann es nur dazu kommen, wenn sich durch den Betablocker der Puls extrem absenkt?
von redzora_79 am 04.04.2005 16:22

Experten-Antwort:
1. Bei vielen Nebenwirkungen, z.B. auch im Falle eines Diabetes mellitus fördern bestimmte Medikamente, z.B. Betablocker wie Bisoprolol häufig nur eine beim Patienten bereits bestehende, aber noch verdeckte Anlage. Im Falle des Diabetes bedeutet dies, dass das Medikament diese Erkrankung, die sich ohnehin nach Monaten oder Jahren einstellen würde, früher zum Ausbruch bringt. Die Häufigkeit eines Diabetes hängt zudem noch von persönlichen (individuellen) Faktoren des Patienten ab, wie z.B. Alter, Gewicht, Ernährungsgewohnheiten. Deshalb ist es grundsätzlich sehr schwer, für Medikamente die Wahrscheinlichkeit bzw. Häufigkeit von Nebenwirkungen exakt zu bestimmen. Auf Ihre Frage wird man in der Regel antworten, dass ein Diabetes unter Betablockern selten ist. Trotzdem versuche ich, Ihnen eine exakte, aber keineswegs zuverlässige Zahl zu geben: In einer großen Studie wurde über 5 Jahre ein Betablocker mit einem Scheinmedikament (Plazebo) verglichen. Auf 1400 Behandlungsjahre kam ein Fall von Diabetes mellitus. Anders ausgedrückt: Es müssen 140 Patienten 10 Jahre mit einem Betablocker behandelt werden, damit ein Fall von Diabetes mellitus auftritt.
2. Ein AV-Block unter Betablockern ist eine eigenständige Nebenwirkung, d.h. er ist unabhängig davon, ob und wie stark der Betablocker die Herzfrequenz senkt. Wenn der AV-Block hochgradig ist (ab Grad II), kann es allerdings auch zu einer Verlangsamung der Herzfrequenz kommen. Deshalb sollte ein Betablocker abgesetzt werden, sobald es zu einem AV-Block Grad I kommt.

Herzinsuffizenz: Potenzstörung durch ACE-Hemmer?

Frage:
Wie wirkt sich Delix (10 mg) auf die Potenz aus? Ich bin 40 Jahre alt, 1,60 groß und wiege 57 kg.
von silbea am 03.04.2005 15:17

Experten-Antwort:
Es ist möglich, aber keineswegs zweifelsfrei gesichert, dass ACE-Hemmer wie Ramipril (im Delix) in sehr seltenen Fällen zu Potenzstörungen führen.
Man muss dabei berücksichtigen, dass es zahlreiche andere Ursachen für Impotenz gibt. Am häufigsten sind bestimmte Nervenkrankheiten einschließlich Depression, Zuckerkrankheit und übermäßiger Alkoholkonsum, aber auch Medikamente gegen Depression sowie Beruhigungs- und Schlafmittel.
Wenn keine andere Ursache in Betracht kommt und Sie Gewissheit haben wollen, dann müssen Sie Ihren Hausarzt fragen, ob Sie Delix vorübergehend absetzen können. Wenn Delix wirklich die Ursache ist, verschwindet die Potenzstörung innerhalb von 4 bis 8 Wochen. Wenn Sie in dieser Zeit ein anderes Medikament zur Behandlung benötigen, kann Ihr Hausarzt Ihnen einen AT1-Rezeptorblocker (z.B. Candesartan = Blopress 16 mg oder Blopress 32 mg) verordnen, der bei Herzinsuffizienz ebenso gut wirkt und bei dem diese Nebenwirkung bisher nicht aufgetreten ist.

Kann man Betablocker und Sartane kombinieren?

Frage:
Können Betablocker und Sartane in Kombinationstherapie genommen werden? Welche der beiden Medikamentengruppen harmonieren am besten? Gibt es ein Sartan, daß mehr als die anderen auf die hohe Herzfrequenz Einfluß hat? Aus diesem Grunde (Herzfrequenz) nehme ich Metoprolol 150 mg/Tag.
von Hans am 03.04.2005 13:35

Experten-Antwort:
Betablocker (z.B. Metoprolol) und AT1-Rezeptorblocker, auch Sartane genannt, können kombiniert werden. AT1-Rezeptorblocker haben keinen Einfluss auf die Herzfrequenz, während Betablocker den Herzschlag verlangsamen. Von den beiden Medikamenten sind AT1-Rezeptorblocker im allgemeinen verträglicher als Betablocker, d.h. sie haben weniger Nebenwirkungen.

Ersatz von Betablockern bei Nebenwirkungen

Frage:
Seit 13 Jahren nehme ich Beloc Zok 95. Neben kalten, fast gefühllosen Händen und besonders Füßen sind jetzt auch Glucose- und Fettstoffwechsel gestört. Kann ich Beloc ersetzen durch Blopress und/oder Moxonidin?
von swini am 03.04.2005 07:11

Experten-Antwort:
1. Betablocker (z.B. Metoprolol im Beloc Zok) können durch Verengung der Blutgefäße zu kalten Händen und Füßen, bei Personen mit entsprechender Veranlagung sogar zu offenen Wunden führen.
2. Betablocker können eine ungünstige Wirkung auf den Blutzucker (Glukose)- und Fettstoffwechsel haben. AT1-Rezeptorblocker (z.B. Candesartan im Blopress) und Moxonidin besitzen diese unerwünschte Wirkung nicht. Allerdings zählt Moxonidin nach den Empfehlungen der Fachgesellschaften im Gegensatz zu den AT1-Rezeptorblockern nicht zu den Blutdrucksenkern der ersten Wahl.

AT1-Rezeptorblocker bei metabolischem Syndrom

Frage:
Hat Blopress Einfluß auf den Insulinspiegel und/oder auf den Fettstoffwechsel? Fördert Blopress das metabolische Syndrom?
von swini am 03.04.2005 06:55

Experten-Antwort:
1. In großen Studien mit zahlreichen Patienten traten nach längerer Behandlung mit AT1-Rezeptorblockern, auch Sartane genannt (z.B. Candesartan im Blopress) weniger Fälle von Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) auf als nach Behandlung mit Scheinpräparaten (Plazebo) oder mit anderen Blutdrucksenkern (ausgenommen ACE-Hemmern). Aufgrund experimenteller Untersuchungen beruht diese günstige (antidiabetogene) Wirkung nicht auf einer Erhöhung der Insulinspiegel, sondern auf einer verbesserten Wirkung des Insulins (erhöhte Insulinsensitivität).
2. AT1-Rezeptorblocker haben keinen Einfluss auf die Blutfettwerte bzw. den Fettstoffwechsel.
3. Da AT1-Rezeptorblocker antidiabetogen sind und den Blutdruck senken, fördern sie nicht das metabolische Syndrom, sondern im Gegenteil schützen sie vor dem metabolischen Syndrom bzw. haben bei bestehendem metabolischem Syndrom einen günstigen Einfluss.

Verengen Betablocker die Bronchien?

Frage:
Kann Beloc Zoc zur Verengung der Bronchien führen ?
von heini am 01.04.2005 17:01

Experten-Antwort:
Betablocker (wie z.B. Metoprolol im Beloc Zok) können zu einer Verengung der Bronchien (Bronchokonstriktion) führen und asthmatische Beschwerden, vor allem Luftnot, Husten und Auswurf bei Patienten mit Asthma oder chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) wie Bronchitis und Lungenemphysem auslösen oder verstärken. Betablocker dürfen bei diesen Erkrankungen nicht verordnet werden.

Langzeitschäden durch Blutdrucksenker?

Frage:
Ich habe die letzten 3 Wochen meinen Blutdruck jeweils abends/morgens messen müssen, da ich stark schwankende Blutdruckwerte habe.
Im Mittel bewegt sich mein Blutdruck bei 130-155 (sys) und 70-85 (dia).
Nach Auswertung der Messung wurde mir mitgeteilt, dass es sich um Grenzwerte handelt und daher keine medikamentöse Behandlung nötig sei.
Die Ärztin wies auf die Probleme bezüglich der “Leber” hin, wenn man bereits in meinem Alter auf ACE Hemmer/Beta Blocker setzt. Gleichzeitig schilderte Sie die Folgen eines zu hohen Blutdruckes (Gehirn, Herz, Nieren, Auge…etc).
Sollte man hier nicht die Relation sehen und eine leichte Medikation in Erwägung ziehen?
Was kann ich tun?
Vielen Dank.
von sportler am 01.04.2005 09:36

Interessant:  Multiple Sklerose

Experten-Antwort:
1. Ich hoffe, Sie haben alle Messwerte aufgeschrieben (wenn nicht, messen Sie noch einmal 3 Wochen in körperlicher und seelischer Ruhe morgens und abends und notieren Sie alle Werte). Errechnen Sie den Mittelwert aller Messungen. Wenn dieser unter 135/85 mmHg liegt, ist der Blutdruck normal. Einzelne Werte dürfen diese Grenze ohne weiteres überschreiten, wenn nur der Mittelwert unter 135/85 mmHg liegt. (Aus dem von Ihnen genannten Bereich des Blutdrucks kann man den arithmetischen Mittelwert nicht ausrechen!).
2. Wenn der Blutdruck 135/85 mmHg oder darüber beträgt, ist er erhöht und muss behandelt werden. Aus dem von Ihnen genannten Bereich kann man ableiten, dass in diesem Fall nur ein leichter Bluthochdruck besteht. Deshalb erfolgt zunächst eine Behandlung mit Allgemeinmaßnahmen ohne Medikamente, d.h. durch Gewichtsabnahme bei Übergewicht, kochsalzarme Kost, Einschränkung des Alkoholkonsums und körperliche bzw. sportliche Betätigung für die Dauer von 6 – 12 Monaten. Wenn durch diese Maßnahmen der Blutdruck nicht normal wird, muss ein Blutdrucksenker eingesetzt werden. Blutdrucksenker (ACE-Hemmer, AT1-Rezeptorblocker, Betablocker, Kalziumantagonisten, Diuretika) sind im allgemeinen gut verträglich, haben aber wie alle Medikamente bestimmte Nebenwirkungen, die aber nur selten auftreten. Leberschäden sind extrem selten, und können durch entsprechende Kontrolluntersuchungen erkannt werden. Gegebenenfalls muss das Medikament gewechselt werden. Es ist aber völlig ausgeschlossen, dass durch eine Langzeiteinnahme irgendwelche Dauerschäden an der Leber oder anderen Organen auftreten. Dies ist bisher bei Millionen Patienten, die mehr als 10, teilweise mehr als 40 Jahre diese Medikamente einnahmen, nicht beschrieben worden.

Unterschied zwischen Valsartan und Losartan

Frage:
Worin besteht der Unterschied einer Verordung von Diovan und Lorzaar. Gleiche Wirkungsdauer von 8 Stunden? Welches ist besser verträglich?
von Ungewima am 26.03.2005 21:11

Experten-Antwort:
Valsartan (im Diovan) und Losartan (im Lorzaar) sind AT1-Rezeptorblocker, die bei vergleichbaren Dosierungen von 80 und 50 mg bzw. 160 und 100 mg (Äquivalenzdosen) gleiche Wirkungen und Nebenwirkungen, auch die gleiche Verträglichkeit haben. Viele Ärzte und Pharmakologen sind der Ansicht, dass Lorzaar keine ausreichende Wirkung über 24 Stunden hat und deshalb zweimal täglich eingenommen werden muss.
Nierenschädigung durch Hydrochlorothiazid?

Frage:
Verursacht Hydrochlorothiazid in Delix Nierenschmerzen? Ich habe nach Einnahme das Gefühl von Spannungen und Schmerzen im Bereich beider Nieren. Sind Nierenschäden möglich?
von mobi V42 am 26.03.2005 12:01

Experten-Antwort:
Wenn Sie Nierengesund sind (und auch keine Verengung des Harnleiters haben), führen das Diuretikum Hydrochlorothiazid und der ACE-Hemmer Ramipril (im Delix) nicht zu einer Nierenschädigung.
Wenn Sie eine deutliche Nierenfunktionsstörung oder sogar eine Ausscheidungsschwäche der Nieren (Niereninsuffizienz) haben, können ACE-Hemmer wie Ramipril das Fortschreiten der Erkrankung verhindern oder verlangsamen, allerdings müssen dann ganz regelmäßige Kontrolle der Nierenwerte erfolgen. Ab einer bestimmten Nierenschädigung muss man statt Hydrochlorothiazid ein stärker wirkendes Diuretikum verordnen.

Herzrhytmusstörungen

Frage:
Mein Vater leidet an Hypertonie und Herzrhytmusstörungen, nach Gabe von Sotalol vor 2 Jahren erfolgte Reanimation. Kurz darauf wurde ein DDD-SM implantiert. Wegen der best. Rhytmusstör. (supraventrikulär) wurden versch. Medik. ausprobiert, auf die er mit Übelkeit und Atemnot reagierte.
Heute wurde er nach einer am Montag erfolgten EPU und dem Versuch einer Ablation entlassen. An Medikamenten wurden ihm Tambocor sowie Beloc Zok Mite verordnet, die er nach 4 Tagen sehr schlecht verträgt (Übelkeit, Atemnot, Angstgefühle).
In etwa 4 Wochen ist eine erneute EPU mit Versuch einer Ablation vorgesehen.
Ist damit zu rechnen, dass die Nebenwirkungen der Madikamente sich bei längerer Einnahme allmählich verlieren?
Könnte eine vollständige Unterbindung der Reizleitung zwischen Vorof und Hauptkammer dauerhaft Abhilfe schaffen. Wie groß sind die Risiken, der durch diese Ultima Ratio enstehende Abhängigkeit vom Herzschrittmacher?
Vielen Dank für Ihre Informationen/Ihren Rat
F. Schneider
von frischneiflei am 24.03.2005 19:12

Experten-Antwort:
Ohne eigene Befragung und Untersuchungen, ohne Kenntnis aller bisherigen Befunde und der genauen Wirkung der bisher verordneten Medikamente kann man zu Ihrer Frage keine zuverlässige Antwort geben.
Ganz offensichtlich handelt es sich bei Ihrem Vater um komplizierte Herzrhythmusstörungen. Fragen Sie die Ärzte, die Ihren Vater, seine Erkrankung, seine Begleiterkrankungen und seine Befunde genau kennen.

Hypertonie, Betablocker und Schuppenflechte

Frage:
Ich bin 62 Jahre alt und habe leicht erhöhten Blutdruck. Seit Okt. 2004 nehme ich einen Betablocker Bisoprolol comp. Nach 3 Monaten hatten sich die Leberwerte verschlechtert, nach weiteren 8 Wochen die Blutfettwerte. Schuppenflechten-ähnliche Symptone zeigen sich ebenfalls. Ich möchte das Mittel absetzen. Der Arzt wiegelt ab.
von Susanne Klickerklacker am 23.03.2005 20:31

Experten-Antwort:
Betablocker (z.B. Bisoprolol) können eine Psoriasis oder Psoriasis ähnliche Hautveränderungen auslösen oder verschlimmern. Bei Ihnen ist dies allein ein Grund, auf einen anderen Blutdrucksenker umzusteigen. Unter Betablockern und Diuretika (ebenfalls im Bisoprolol comp. enthalten) können sich die Blutfettwerte verschlechtern. Eine Leberschädigung ist bei Patienten ohne Lebererkrankung nicht zu erwarten.
Grundsätzlich stehen für die Behandlung des hohen Blutdrucks bei Ihnen drei andere Gruppen von Blutdrucksenkern (ACE-Hemmer, AT1-Rezeptorblocker und Kalziumantagonisten) zur Verfügung.

Bluthochdruckbehandlung bei Gicht

Frage:
Wie wirkt sich meine Gicht-Krankheit auf Blopress 16 mg Plus 12,5 mg aus?
Bekomme ich Gichtanfälle?
von Rostocker am 22.03.2005 13:11

Experten-Antwort:
Blopress 16 mg Plus 12,5 mg enthält zwei Blutdrucksenker, den AT1-Rezeptorblocker Candesartan und das Diuretikum Hydrochlorothiazid. Das zuletzt genannte Medikament kann die Harnsäure im Blut erhöhen und bei entsprechender Veranlagung, vor allem bei Patienten mit bereits bekannter Erkrankung, Gichtanfälle auslösen. Deshalb besteht zwar keine strenge Gegenanzeige, aber doch eine Anwendungsbeschränkung dieses Medikamentes bei Gicht-Patienten. Es ist also besser, auf die Verordnung von Hydrochlorothiazid zu verzichten und – falls notwendig – Blopress mit einem anderen Blutdrucksenker zu kombinieren.
Ob Sie bei weiterer Einnahme von Blopress 16 mg Plus 12,5 mg Gichtanfälle bekommen, kann man ohne weitere Informationen nicht sagen. Das hängt vor allem vom Schweregrad der Gicht ab, wie oft Sie bereits Gichtanfälle hatten, wie hoch die Harnsäure ist und wie gut sie behandelt ist.

Einnahme von Methyldopa während des Stillens

Frage:
Ich bin seit 5 Wochen Mama und habe im Krankenhaus aufgrund meines zu hohen Blutdruckes im Wochenbett Methyldopa Stada 250 mg verschrieben bekommen. Ich bin sehr verunsichert, was die Wirkung auf die Muttermilch betrifft. Mein Kind ist sehr müde beim Trinken und muß ständig “animiert” werden.
von Sabine am 20.03.2005 14:03

Experten-Antwort:
Für die Behandlung des erhöhten Blutdrucks während des Stillens werden Medikamente bevorzugt, die nicht oder nur in geringer Menge in die Muttermilch übertreten und bei denen bisher keine oder doch zumindest keine ernsten Wirkungen oder Nebenwirkungen beim Säugling festgestellt wurden. Hierzu zählt Alpha-Methyldopa.
Bevorzugt sollten auch nicht-medikamentöse Maßnahmen eingesetzt werden. In der Zeit des Stillens kommen am ehesten körperliche Schonung und salzarme Kost in Betracht. Wenn bei Ihnen keine Herz -, Kreislauf- oder Nierenerkrankungen bestehen und wenn Ihr Blutdruck nicht ständig über 160/100 mmHg ist, kann man unter regelmäßiger Kontrolle des Blutdrucks, der einen weiteren Anstieg des Blutdruck frühzeitig erfassen soll, für die Dauer des Stillens das Medikament auch versuchsweise absetzen und den Blutdruck unbehandelt lassen.
Betablocker und Rauchen: eine fatale Kombination?

Frage:
Ich bin starker Raucher und nehme das Mittel BisoHexal (10mg). Mein Arzt hat mir geraten, das Rauchen aufzuhören, da es speziell bei Einnahme von Beta-Blockern zu Veränderungen in der Lunge kommen kann. Stimmt das?
von Jackl am 17.03.2005 14:00

Experten-Antwort:
Sie wissen hoffentlich selbst, dass Rauchen grundsätzlich der Gesundheit schadet.
In Ihrem persönlichen Fall hat Ihr Arzt Recht: neben anderen Folgeschäden im Körper führt Rauchen an der Lunge nicht nur zu Lungenkrebs, sondern auch zu einer chronischen Bronchitis und langfristig zum Lungenemphysem. Betablocker verengen die Luftwege (Bronchien) und begünstigen bzw. verschlimmern dadurch chronische Bronchitis und Lungenemphysem.

Impotenz durch Betablocker/Diuretika-Kombination

Frage:
Kann man bei längerer Einnahme von Bisohexal plus 5/12,5 impotent werden?
von Herr am 16.03.2005 14:42

Experten-Antwort:
BisoHEXAL plus 5/12,5 enthält zwei Medikamente, nämlich den Betablocker Bisoprolol und das Diuretikum Hydrochlorothiazid, die beide in seltenen Fällen Impotenz auslösen, begünstigen oder verstärken können.
Fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie das Medikament durch einen anderen Blutdrucksenker, z.B. einen ACE-Hemmer, einen AT1-Rezeptorblocker oder einen Kalziumantagonisten, evtl. durch eine Kombination zweier dieser Blutdrucksenker, ersetzen können.
Man muss aber berücksichtigen, dass es zahlreiche andere Ursachen für Impotenz gibt. Am häufigsten sind bestimmte Nervenkrankheiten einschließlich Depression, Zuckerkrankheit, übermäßiger Alkoholkonsum und zunehmendes Alter, aber auch Medikamente gegen Depression sowie Beruhigungs- und Schlafmittel.

Betablocker bei Glaukom (“grünem Star”)

Frage:
Ich leide am grünen Star. Die Betablocker, die ich dagegen bekomme, haben Nebenwirkungungen in Form von kalten Füßen und Händen.
Was kann man tun?
von ttestat am 16.03.2005 13:55

Experten-Antwort:
Betablocker können kalte Hände und Füße verursachen, allerdings ist diese Nebenwirkung bei Behandlung des Glaukoms („grüner Stars“), vor allem wenn sie mit Augentropfen erfolgt, selten.
Fragen Sie Ihren Augenarzt, ob der Betablocker – evtl. versuchsweise – durch andere Behandlungen ersetzt werden kann. Wenn das nicht erfolgreich oder nicht möglich ist, bleibt Ihnen nur eine Wahl: Sie müssen zusammen mit Ihrem Augenarzt den Nutzen der Betablocker-Behandlung gegen die von Ihnen genannten belästigenden, aber nicht gefährlichen Nebenwirkungen dieses Medikamentes gegeneinander abwägen und sich dann für oder gegen eine weitere Einnahme entscheiden.

Schlafstörung durch Betablocker Metoprolol?

Frage:
Ab und zu kommt es vor, dass ich nachts nicht schlafen kann, bin sehr aufgewühlt. Ich nehme morgens und abends eine halbe Tablette Belok Zok mite. Oder kann es sein, dass ich abends ein Bier trinke und sich das mit der Tablette nicht verträgt?
von melli am 14.03.2005 19:31

Experten-Antwort:
Schlafstörungen sind häufig und haben sehr verschiedene Ursachen. Nach der Einnahme von Betablockern (z.B. Metoprolol im Beloc Zok) sind Schlafstörungen nur selten beobachtet worden. Wenn bei Ihnen keine andere Ursache besteht und Sie endgültige Gewissheit haben wollen, können Sie einen Auslassversuch machen. Fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie das Beloc Zok versuchsweise weglassen können bzw. durch ein anderes Medikament ersetzen müssen. Wenn die Schlafstörungen ca. 2 – 3 Wochen nach dem Absetzen nicht verschwunden sind, ist Beloc Zok nicht dafür verantwortlich und es muss eine andere Ursache geben.
Das abendliche Bier spielt bei Ihren Beschwerden keine Rolle.

Leberschädigung durch AT1-Rezeptorblocker

Frage:
Kann Blopress 16mg bei diffusem Leberparenchymschaden negative Auswirkungen haben?
von horstl am 14.03.2005 16:04

Experten-Antwort:
Es sind sehr selten, d.h. bei weniger als einem pro 10 000 Patienten, erhöhte Leberenzymwerte und Leberfunktionsstörungen nach Behandlung mit AT1-Rezeptorantagonisten (z.B. Candesartan im Blopress) beobachtet worden, ohne dass man aber sicher weiß, ob es sich um einen ursächlichen (kausalen) Zusammenhang handelt oder um ein zufälliges Zusammentreffen. Derartige Beobachtungen wurden bei anderen Blutdrucksenkern wie Kalziumantagonisten und ACE-Hemmern ebenfalls gemacht.
Man muss also durch Blutuntersuchungen, die bei Leberfunktionsstörungen ohnehin in bestimmten Abständen gemacht werden, überprüfen, ob sich die Leberwerte nach der Einnahme verschlechtern. In Ihrem Fall sollte eine Kontrolle 2 – 6 Wochen nach Beginn der Blopress-Einnahme erfolgen.
Nebenwirkungen beim Wechsel von Blutdrucksenkern

Frage:
Ich bin von Micardis auf Aprovel 300 mg umgestiegen. Kann es sein, dass ich in der Umstellungsphase mit Schlafstörungen und innerer Unruhe (Nervosität) rechnen mus?
von binkl am 13.03.2005 11:04

Experten-Antwort:
Telmisartan (im Micardis) und Irbesartan (im Aprovel) sind beide AT1-Rezeptorblocker, so genannte Sartane, d.h. Medikamente der gleichen Arzneimittelgruppe. Sie haben daher die gleichen Wirkungen und Nebenwirkungen. Neue oder erstmalige Nebenwirkungen sind bei der Umstellung nicht zu erwarten. Das ist anders, wenn die Dosierungen der beiden Medikamente nicht vergleichbar sind (keine Äquivalenzdosen). 300 mg Irbesartan (im Aprovel 300) entsprechen 80 mg Telmisartan (im Micardis 80 mg).

Betablocker-Vergiftung

Frage:
Vor etwa 3 Jahren hatte ich eine Vergiftung mit Atenolol (3500mg). Seitdem leide ich unter starkem Kältegefühl, Konzentrationsstörungen und psychischen und physischen Veränderungen, die mir sehr zusetzen. Kann durch diese Intoxikation ein Absterben von Gehirnzellen mit Persönlichkeitsstlrungen bewirkt worden sein?
Was für Therapieformen gebe es hierzu, da ich mir oft in einem
isolierten und von der Umwelt abgeschnittenen Vakuum vorkomme?
Ausserdem habe ich große Angst mir mit dieser Vergiftung einen nicht wieder gut zu machenden Schaden zugezogen zu haben. Die Intoxikation erfolgte Nachts und ich lag nach der Einnahme im Bett. Ich sah nur noch ein Flackern und Blitze. Am nächsten morgen wachte ich total benommen auf und wurde auf eine Intensivstation gebracht. Therapie: Aktivkohle und forcierte Diurese. Aber das war eben mindestens 8 Stunden nach der Einnahme. Können Sie mir helfen?
von nick am 09.03.2005 16:28

Experten-Antwort:
Die Frage kann man nicht beantworten, solange man nicht ganz genau die seinerzeitigen Folgen der Atenolol-Vergiftung und alle Befunde auf der Intensivstation kennt.

Ist diese Dreier-Kombination sinnvoll?

Frage:
1 X Blopress (8 mg)
1 x Beloc-Zok (95mg)
1 x Diuretikum Verla
Ist diese Kombination sinnvoll?
von Juwel am 08.03.2005 19:30

Experten-Antwort:
Grundsätzlich ist die genannte Dreierkombination sinnvoll. Die einzelnen Blutdrucksenker werden vom Arzt aufgrund von Begleiterkrankungen, Risikofaktoren und Befindlichkeitsstörungen des Patienten ausgewählt.

Metoprolol absetzen, stattdessen Ramipril: Wie?

Frage:
Ich bin 26, männlich, 1,83m, 105 kg und nehme seit 3 Jahren den Betablocker Metoprolol. Ich will jetzt absetzen und auf Ramipirl umsteigen. Ich nehme dafür täglich 1/2 Ramipril und habe die Betablocker-Dosis jetzt nach einer Woche halbiert. Trotzdem rast mein Puls (bis zu 120/min) und der Blutdruck ist extrem hoch (bis zu 200/100 mmHg). Meine Fragen: Über welchen Zeitraum sollte man den Betablocker absetzen, ohne dass es gefährlich wird und wie hoch darf der Puls dabei maximal sein? Fühle mich sehr unruhig…
von Gänseblume am 08.03.2005 16:55

Experten-Antwort:
1. Ein Patient, der keine Herzerkrankung, insbesondere keine Erkrankung der Herzkranzgefäße hat (koronare Herzerkrankung), kann prinzipiell den Betablocker sofort ganz absetzen. Allerdings kann es dann zu subjektiven Beschwerden wie Unruhe, Schwitzen, Nervosität, schnellem Puls und vorübergehenden Blutdruckanstieg kommen. Diese Phase dauert in der Regel 10 – 14 Tage. Wenn diese Beschwerden, die bei herzgesunden nicht gefährlich, sondern nur lästig und unangenehm sind, auftreten, sollte man den Betablocker so langsam wie möglich absetzen, z.B. alle 2 Wochen die Dosis um 1/4 reduzieren. Wichtig ist aber auch: es gibt sensible und leicht erregbare Patienten, die sich unter der Einnahme eines Betablockers wohler fühlen als unter anderen Blutdrucksenkern..
2. In dem Ausmaß, wie man den Betablocker absetzt, sollte man den neuen Blutdrucksenker einnehmen, d.h. ganze Dosis gegen ganze Dosis, 1/2 Dosis gegen 1/2 Dosis bzw. 1/4 Dosis gegen 1/4 Dosis. Aufgabe des Arztes ist es, die gleich stark wirksame Dosis des neuen Medikamentes festzulegen (Äquivalenzdosis).
3. Sie sind deutlich übergewichtig und sollten auf jeden Fall an Gewicht abnehmen.

Hormoneinnahme bei Nierenerkrankung

Frage:
Darf eine Frau Hormone nehmen, wenn Sie eine Gebärmutter- Entfernung (2002), Chemotheraphie (2003) und rechtsseitige Nieren-/Harnleiterstau (2004) hat ?
Welche Wirkung hat Hormonmedizin ?
von Dario am 07.03.2005 19:16

Experten-Antwort:
Es gibt sehr viele verschiedene Hormone. Ihre Frage kann nicht beantwortet werden, weil Sie nicht schreiben, welche Hormone und warum Sie die Hormone einnehmen sollem. Hormone sind Substanzen mit sehr spezifischen Wirkungen und Nebenwirkungen, deren Verordnung wie diejenige von Medikamenten nur durch Ärzte erfolgen darf. Fragen Sie Ihren Arzt, der Sie, Ihre Untersuchungsergebnisse und Befunde genau kennt.

Nebenwirkungen durch Betablocker?

Frage:
Seit mehreren Monaten nehme ich wegen dem Stillen neue Blutdrucksenker, nämlich Beloc ZOK 200 und Isoptin RR retard 240. Seit 2 Monaten habe ich immer wieder einen schweren Magen, Uebelkeit und sogar Magenschleimhaut-Entzündung. Mein Arzt vermutet Magen-Darm-Grippe; ich vermute als Grund eines der obgenannten Medikamente, da ich erst ein einziges Mal in meinem Leben solche Probleme hatte, nämlich nach Dilatrend. Welches der beiden könnte die Ursache sein? Vor der Stillzeit hatte ich Atenolol 50 und war sehr zufrieden. Könnte ich es trotz Stillen evtl. wagen, wieder darauf zurückzukehren? Mein Baby ist jetzt 9 Monate und wird nur noch morgens und abends gestillt. Er ist ja jetzt nicht mehr so winzig, würde ihm dies jetzt immer noch schaden?
von Sophie am 07.03.2005 14:08

Experten-Antwort:
1. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Ihre Probleme von den beiden Blutdrucksenkern kommen, denn die von Ihnen genannten Beschwerden sind keine typischen Nebenwirkungen von Metoprolol (im Beloc Zok) und Verapamil (im Isoptin).
2. Es bestehen keine Bedenken, Beloc Zok gegen Atenolol auszutauschen. Beide Medikamente sind Betablocker. 200 mg Metoprolol sind die maximale Tagesdosis. 50 mg Atenolol haben eine geringere Wirkung als 200 mg Metoprolol.

Blutdrucksenker morgens oder abends einnehmen?

Frage:
Ist es besser, Blutdrucktabletten (in meinem Fall Karvezide 150/12,5) morgens oder abends einzunehmen? Oder is es egal? Auf die gleiche Tageszeit (abends) achte ich immer.
von winter am 26.02.2005 11:51

Experten-Antwort:
Üblicherweise werden Blutdrucksenker – und andere Medikamente – vorzugsweise am Morgen eingenommen. Viele Patienten können zu dieser Zeit die Einnahme besser an alltägliche Gewohnheiten anbinden (z.B. Waschen, Rasieren, Frühstück usw.), so dass eine regelmäßige Tabletteneinnahme erleichtert wird. Blutdrucksenker mit zuverlässiger Langzeitwirkung über mindestens 24 Stunden (wie z.B. Karvezide 150/12,5 mg) kann man aber prinzipiell zu jeder Tageszeit, auch abends einnehmen.

Nebenwirkungen bei Medikamentenumstellung

Frage:
Jahrelang nehme ich Nifihexal 10mg und zum dritten Mal versucht man mir
Betablocker zu verschreiben, die mir nicht bekommen (Nebilet 2.5 mg und Blopress 4mg). Ich bekomme dann Herzschmerzen Der Kardiologe sagt, mit Nifihexal wäre ich nicht auf dem neusten Stand.
von kd.e.walter@t-online.de am 24.02.2005 10:09

Experten-Antwort:
NifeHEXAL 10 mg und NifeHEXAL 10 mg retard müssen bei Bluthochdruck mindestens 3 bzw. 2mal pro Tag eingenommen werden. Heute werden zur Behandlung des hohen Blutdrucks vorzugsweise Medikamente verordnet, die mindestens 24 Stunden wirken und nur einmal am Tag eingenommen werden müssen. Deshalb ist die Aussage des Kardiologen richtig.
Man kann kaum glauben, dass Sie von den sehr niedrigen Dosen Nebilet 2,5 mg und Blopress 4 mg Nebenwirkungen bekommen. Im Übrigen sind Herzschmerzen keine Folgen der Einnahme dieser beiden Medikamente.
Ein Vorschlag: Sprechen Sie mit Ihrem Kardiologen oder Hausarzt, ob Sie für 2 – 4 Wochen das NifeHEXAL weglassen können und dann zunächst beobachten, ob Ihr Blutdruck wirklich ansteigt und zu hoch ist. Wenn das der Fall ist, machen Sie einen dritten Versuch der Medikamentenumstellung.

Kann ich die Dosis meines Blutdrucksenkers reduzieren?

Frage:
Ich nehme seit 4 Monaten täglich eine Dragee Karvezide und bin damit sehr zufrieden. Da sich seitdem mein Blutdruck stabilisiert hat, frage ich, ob es nachteilig für mich wäre, wenn ich die tägliche Dosiss um die Hälfte reduziere?
von optimal am 23.02.2005 20:04

Experten-Antwort:
Wenn der Blutdruck unter der Behandlung aufgrund wiederholter regelmäßiger Messungen über 2 – 3 Monate konstant im niedrig-normalen Bereich lag (bei Selbstmessungen unter 115/70 mmHg), ist in Absprache mit dem behandelnden Arzt der Versuch einer Dosisreduktion gerechtfertigt. Ein Versuch kann auch erfolgen, wenn der Blutdruck 1 – 2 Jahre bei allen Kontrollen immer normal war (bei Eigenmessungen unter 135/85 mmHg).
Diese Aussage gilt nicht für Patienten mit Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Nierenerkrankungen.
Wenn man sich zu einem Auslassversuch entschließt, sollte zunächst die Dosis, dann die Zahl der Blutdrucksenker reduziert werden. In dieser Phase muss der Blutdruck besonders regelmäßig und sorgfältig kontrolliert werden. In vielen Fällen muss mit einem Wideranstieg des Blutdrucks gerechnet werden, so dass dann die alte, bewährte Behandlung wieder aufgenommen werden muss.

Betablocker nicht für Frauen unter 40?

Frage:
Ich bin 38 Jahre alt und nehme seit ca. 7 Jahren einen Betablocker (Belok-Zok) aufgrund meines essentiellen Bluthochdrucks. Nun hat mein Frauenarzt viel zu niedrige Östrogenwerte festgestellt. Kann dies eine Nebenwirkung der Betablocker sein ? Laut Packungsbeilage gibt es keine Erfahrungen bei Patienten unter 40 Jahren.
von lachende Schlange am 22.02.2005 17:54

Experten-Antwort:
1. Betablocker (z.B. Metoprolol im Beloc Zok) führen nicht zu einer Erniedrigung der Oestrogenwerte.
2. Metoprolol ist einer der am längsten bekannten, am besten untersuchten und am häufigsten verordneten Betablocker. Auch unzählige Patienten unterhalb des 40. Lebensjahres haben dieses Medikament jahrelang eingenommen. Spezielle Unverträglichkeiten oder Nebenwirkungen sind in dieser Altersgruppe nicht bekannt geworden. Das Medikament wird beispielsweise weltweit von allen Fachgesellschaften, auch von der Deutschen Hochdruck-Liga für die Behandlung des Bluthochdrucks in der Schwangerschaft empfohlen. Die Aussage in der Packungsbeilage ist unverständlich.

Nebenwirkungen durch AT1-Rezeptorblocker?

Frage:
Wie wirkt sich die Einnahme von Micardis 80mg auf die Erektionsfähigkeit beim Mann aus ? Kann es hier Probleme geben ?
von Emil am 22.02.2005 14:12

Experten-Antwort:
AT1-Rezeptorblocker (z.B. Telmisarten im Micardis) verursachen keine Störungen von Potenz, Erektion und Libido.
Man muss bedenken, dass es zahlreiche andere Ursachen für Potenzstörungen gibt. Am häufigsten sind bestimmte Nervenkrankheiten einschließlich Depression, Zuckerkrankheit, übermäßiger Alkoholkonsum und zunehmendes Alter, aber auch Medikamente gegen Depression sowie Beruhigungs- und Schlafmittel.

Medikamenteneinnahme vergessen – Was tun?

Frage:
Ich nehme morgens immer eine Tablette Bisoprolol 5mg wegen stressbedingen Bluthochdrucks. Nun weiss ich nicht mehr, ob ich die Tablette heute genommen habe. Soll ich noch eine nehmen?? Oder was passiert, wenn ich heute keine genommen habe?
von puffel am 22.02.2005 09:12

Experten-Antwort:
Ein Medikament kann nur wirken, solange es bestimmungsgemäß, d.h. wie vom Arzt verordnet, regelmäßig eingenommen wird. Wenn die Einnahme eines Medikamentes versäumt wird, fehlt die Wirkung des Medikamentes bzw. seine Wirkung schwächt sich ab. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie das Medikament genommen haben oder nicht, sollten Sie keine Tablette einnehmen, weil dann die Möglichkeit bzw. Gefahr einer Überdosierung besteht.
Es darf nicht passieren, dass man eine Tablette vergisst oder nicht weiß, ob man die Tagesdosis genommen hat oder nicht. Es gibt in der Apotheke Einnahmehilfen, in denen für eine bestimmte Zeit, meist eine Woche, alle Tabletten für die tägliche, evtl. morgendliche, mittägliche und abendliche
Einnahme abgelegt werden, so dass man die Regelmäßigkeit der Einnahme verbessern bzw. selbst überprüfen kann.

betablocker in der schwangerschaft

Frage:
Möglicherweise bin ich schwanger und habe das Medikament Nebilet gegen Bluthochdruck verschrieben bekommen. Wie sind die Erfahrungen mit diesem Medikament während der Schwangerschaft? Laut Beipackzettel darf dieses
Medikament bei Schwangerschaft nicht eingenommen werden.
von schihase am 17.02.2005 15:44

Experten-Antwort:
Betablocker, insbesondere Metoprolol und Atenolol sind Blutdrucksenker, mit denen die größten Erfahrungen bei der Behandlung des hohen Blutdrucks in der Schwangerschaft gemacht und bei denen keine ernsthaften Komplikationen oder Probleme beobachtet wurden. Sie werden deshalb von Fachgesellschaften und Experten weltweit, auch von der Deutschen Hochdruck-Liga empfohlen.
Nebivolol (im Nebilet) ist zwar auch ein Betablocker, aber es liegen keine ausreichenden Erfahrungen bei der Anwendung in der Schwangerschaft vor. Andererseits haben sich weder für Atenolol noch für Metoprolol bei umfangreicher Anwendung beim Menschen, auch nicht in Tierversuchen, Hinweise auf schädliche Auswirkungen beim Kind ergeben. Zum Zeitpunkt der Entbindung können Nebenwirkungen beim Kind auftreten, so dass der Geburtshelfer entscheiden muss, ob der Betablocker vorübergehend abgesetzt werden muss oder nicht.

Schlaflosigkeit durch Blutdrucksenker?

Frage:
Ich nehme seit gut einem Jahr Lorzaar 50 (nach Betablocker und
Calcium-Antagonisten) und kann seitdem nur mit Schlafmittel bzw. jetzt Remergil schlafen. Hängt die Schlaflosigkeit mit Lorzaar zusammen? Mein Neurologe meint evtl.
von marie am 14.02.2005 16:21

Experten-Antwort:
AT1-Rezeptorblocker (z.B. Losartan im Lorzaar) führen nicht zu Schlaflosigkeit.
Wenn Sie verunsichert sind und absolute Sicherheit haben wollen, machen Sie einen Eigenversuch. Sie können in Absprache mit Ihrem Hausarzt das Lorzaar absetzen und stattdessen einen ACE-Hemmer einnehmen. Wenn die Schlaflosigkeit innerhalb von 4 – 6 Wochen nach dem Weglassen des Lorzaars nicht verschwindet, war dieses Medikament nicht die Ursache der Schlaflosigkeit.

Bullöses Pemphigoid durch Betablocker?

Frage:
Ich möchte gerne wissen, ob jemand Erfahrungen hat mit Nebenwirkungen wie bullöses Pemphigoid bei Einnahme von (kardioselektiven) Betablockern, z.B. Bisoprolol oder ähnlichen Mitteln?
von Inga am 14.02.2005 13:07

Experten-Antwort:
Kardioselektive Betablocker können eine Psoriasis oder Psoriasis ähnliche Hautveränderungen verursachen bzw. bei entsprechender Anlage begünstigen. Ein bullöses Pemphigoid ist unter den Nebenwirkungen in der Roten Liste 2004 nicht aufgeführt.

Blutspende während der Einnahme von Blutdrucksenkern?

Frage:
Kann ich auch unter Einnahme von AT1-Blockern oder anderen Blutdrucksenkern alle 3 Monate zur Blutspende gehen?
von cruisecontrol am 11.02.2005 15:17

Experten-Antwort:
Unter der regelmäßigen Behandlung mit AT1-Rezeptorblockern und anderen Blutdrucksenkern können Sie Blut spenden. Vor der Spende sollten Sie dem Blutspendeteam aber alle Medikamente nennen, die Sie einnehmen.

Fosinorm und Polyneuropathie

Frage:
Warum wird Poloyneuropathie als Nebenwirkung von Fosinorm von Ärzten abgestritten, während der Beipackzettel eindeutig die Erscheinungen der PNP aufführt? Ich nehme seit vier Jahren Fosinorm und habe für meine heftigen Empfindungen an den Füßen keine andere Erklärung.
von tersten am 10.02.2005 09:44

Experten-Antwort:
In der Arzneimittelinformation für Ärzte (Rote Liste 2004) ist die Polyneuropathie als Nebenwirkung von Fosinorm nicht aufgeführt. Gegenteilige Informationen in den Beipackzetteln sind vermutlich eine Schutzbehauptung der Hersteller, die möglichst viele Nebenwirkungen auch ohne gesicherten Kausalzusammenhang aufnehmen. Dies dient in erster Linie der vereinfachten Schadensabwehr bei unberechtigten Klagen. Die Aussage Ihrer Ärzte, dass Fosinorm keine Polyneuropathie verursacht, ist also gut begründet.
Trotz gründlicher Untersuchungen wird meist keine Ursache für eine Polyneuropathie gefunden, auch nicht bei Patienten, die gar keine Medikamente einnehmen. Wenn Sie trotz allem den Verdacht haben oder sogar überzeugt sind, dass Forinorm Ihre Polyneuropathie verursacht, sollten Sie Ihren Arzt bitten, das Medikament abzusetzen und Ihnen ein anderes Arzneimittel zu verordnen.

Behandlung des Bluthochdrucks vor der Schwangerschaft

Frage:
Ich bin 35 Jahre alt und habe Bluthochdruck (145/112 mmHg). Ich nehme jetzt vom Arzt verschrieben Diovan 80. Plane nochmal schwanger zu werden.
Wie stehen meine Chancen? Sind die Tableten eine Gefahr für die Schwangerschaft?
von Titi am 06.02.2005 12:22

Experten-Antwort:
1. Zur Behandlung des Bluthochdrucks sollten Sie von dem Zeitpunkt an, ab dem Sie eine Schwangerschaft anstreben, einen Betablocker oder Alpha-Methyldopa einnehmen und alle anderen Blutdrucksenker, u.a. auch AT1-Rezeptorblocker wie z.B.Valsartan (im Diovan) absetzen. Betablocker, insbesondere Metoprolol und Atenolol sowie Alpha-Methyldopa sind die Blutdrucksenker, mit denen die größten Erfahrungen bei der Behandlung des hohen Blutdrucks in der Schwangerschaft gemacht und bei denen keine ernsthaften Komplikationen oder Probleme beobachtet wurden. Sie werden deshalb von Fachgesellschaften und Experten weltweit, auch von der Deutschen Hochdruck-Liga empfohlen.
2. Wenn es sich bei dem von Ihnen genannten Wert von 145/112 mmHg nicht um einen Ausnahmewert, sondern um den Mittelwert häufig wiederholter Messungen handelt, dann ist er viel zu hoch. Lassen Sie am besten zur Überprüfung des Blutdrucks eine Blutdrucklangzeitmessung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät anfertigen. Da sich ein Bluthochdruck in der Schwangerschaft verschlimmern kann, muss der Blutdruck vor der Schwangerschaft sehr gut eingestellt sein.

Reizhusten nach Einnahme von Ramipril

Frage:
Ich nehme seit ca. 6 Monaten 1x täglich 5mg Ramipril und HCT von ct. Mein Blutdruck ist damit gut eingestellt. Seit ca. 8 Wochen habe ich aber ein immer stärker werdendes Kratzen im Hals und Husten, der bis zum Würgen geht. Was ist zu tun, damit mein Blutdruck gut bleibt, aber der Husten verschwindet?
von jojo am 02.02.2005 15:55

Experten-Antwort:
Ein trockener, nicht-produktiver Reizhusten und Kratzen im Hals ist eine charakteristische Nebenwirkung der ACE-Hemmer (z.B. des Ramiprils). Er kann wenige Tage, manchmal aber auch erst viele Monate nach Beginn der Einnahme auftreten.
Bei Husten sollte der ACE-Hemmer abgesetzt werden und durch einen AT1-Rezeptorblocker, ein so genanntes „Sartan“ (z.B. Candesartan, im Blopress enthalten) ersetzt werden. Diese Gruppe der Blutdrucksenker hat sehr ähnliche Wirkungen wie die ACE-Hemmer, ohne allerdings Husten zu verursachen. Etwa 10 – 14 Tage nach dem Absetzen des ACE-Hemmers verschwindet der Husten.

Unzureichender Blutdruck mit zwei Blutdrucksenkern

Frage:
Nach einer langen Einstellungsphase nehme ich nun seit ca. 4 Monaten 2,5 mg Ramipril täglich gegen Bluthochdruck sowie 180 mg Verapamil gegen Herzrhythmusstörungen. Mein Blutdruck lag dann bei ca. 130/80 mmHg. Seit ca. 2 Wochen ist er wieder erhöht, so das Ramipril auf 5 mg erhöht wurde. Leider erziele ich keinen konstanten Wert mehr. mal 150/96, mal 140/89 mmHg. Den Idealwert erreiche ich nicht mehr. Gibt es einen gewissen “Gewöhungseffekt” bei ACE-Hemmer ? Sollte man auf andere Medikamente umsteigen ? Betablocker vertrage ich aufgrund meiner Allergien nicht.
von olivia am 02.02.2005 08:20

Experten-Antwort:
1. Der Blutdruck ist nicht konstant, sondern schwankt in Abhängigkeit von körperlichen und seelischen Belastungen teils erheblich. Warten Sie nach der letzten Dosiserhöhung mindestens zwei Wochen die Wirkung ab. Dann müssen Sie zunächst durch mehrfach wiederholte Blutdruckmessungen überprüfen (lassen), ob der Blutdruck unter der bisherigen Behandlung normal oder immer noch erhöht ist, also intensiviert behandelt werden muss. Bei Selbstmessung sollten Sie den Blutdruck zweimal täglich morgens und abends zu jeweils gleichen Zeitpunkten in körperlicher und seelischer Ruhe für 2 – 3 Wochen messen und die Werte Ihrem Arzt vorlegen. Wenn der Mittelwert aus allen Messungen 135/85 mmHg oder höher ist, muss die Behandlung intensiviert werden. Eine andere Möglichkeit zur Überprüfung ist die Blutdrucklangzeitmessung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät.
2. Einen Gewöhnungseffekt (Tachyphylaxie) gibt es bei ACE-Hemmern nicht. Ursachen für einen Anstieg des Blutdruck trotz gleicher Behandlung sind am ehesten Änderungen der Lebensweise (z.B. andere, insbesondere salzreichere Ermähung, Gewichtszunahme, Stress) oder eine Zunahme des Schweregrades des Bluthochdrucks, zu dem es im Laufe der Zeit bzw. mit steigendem Alter kommen kann.
3. Die Dosis beider Medikamente, die Sie einnehmen, also 5 mg Ramipril und 180 mg Verapamil täglich, kann noch verdoppelt werden. Eine andere Möglichkeit ist aber die Zugabe eines Diuretikums. Es gibt mehrere Präparate, in denen Ramipril mit dem Diuretikum Hydrochlorothiazid in einer Tablette kombiniert ist, so dass die Gesamtzahl der Tabletten, die Sie einnehmen müssen, gleich bleiben würde.

Leberschädigung durch ACE-Hemmer?

Frage:
Wirkt sich Lisihexal negativ auf die kranke Leber aus?
von berlin am 01.02.2005 21:25

Experten-Antwort:
ACE-Hemmer (z.B. Lisinopril im LisiHEXAL) können in Einzelfällen zu einer Schädigung der gesunden Leber und zu einer Erhöhung der Leberwerte im Blut führen. Deshalb sollen ACE-Hemmer bei Lebererkrankungen, insbesondere schweren Lebererkrankungen nur dann verordnet werden, wenn sie für den Patienten notwendig sind, einen besonderen Nutzen erwarten lassen und keine Alternativen verfügbar sind.
Bei kranker Leber muss der Arzt unter der Behandlung mit einem ACE-Hemmer regelmäßige Blutkontrollen machen. Eine Schädigung bei gesunder Leber kann man am Anstieg der Leberwerte im Blut, bei vorgeschädigter Leber am weiteren Anstieg der Werte im Blut erkennen. Bei Auftreten einer Gelbsucht oder deutlichem Anstieg der Leberwerte muss die Behandlung mit dem ACE-Hemmer sofort abgebrochen werden.

Niedriger Puls unter Einnahme eines Betablockers

Frage:
Zur Behandlung meines Bluthochdrucks nehme ich BelocZok, 1 Tablette morgens und eine 1/2 Tablette abends. Der Puls liegt jetzt nach Einnahme der Medikamente teilweise unter 40/min, vorher um 60/min. Der Blutdruck liegt im Bereich von 130-140/75-85 mmHg. Körperlich fühle mich fit. Ist der niedrige Puls so in Ordnung?
von Mate am 01.02.2005 10:31

Experten-Antwort:
Betablocker (z.B. Metoprolol im Beloc Zok) können den Herzschlag bei Patienten unterschiedlich stark verlangsamen. Das ist in gewissem Umfang eine gute Eigenschaft der Betablocker. Ein Abfall unter 40/min ist ungewöhnlich stark, kann aber ohne Beschwerden bleiben und ist bei Patienten ohne Herzerkrankungen und normalem EKG in der Regel nicht bedrohlich oder gefährlich.
Da Sie schon vor der Einnahme einen eher langsamen Puls hatten und dieser unter der Behandlung stark abgefallen ist, sollten Sie keinen Betablocker zur Behandlung des Bluthochdrucks mehr einnehmen. Es gibt mehrere andere Gruppen von Blutdrucksenkern, die die Pulsfrequenz nicht beeinflussen (z.B. ACE-Hemmer, AT1-Rezeptorblocker, Diuretika und Kalziumantagonisten vom Dihydropyridin-Typ).

Welche Nebenwirkungen hat Moxonidin?

Frage:
Welche Nebenwirkungen treten bei der Einnahme von Moxonidin Hexal auf ?
von Hanna ! am 27.01.2005 10:23

Experten-Antwort:
Es hat einige Nachteile, wenn man nach der Verordnung eines Medikamentes alle, nämlich häufige, seltene und ganz seltene, gesicherte, wahrscheinliche und mögliche Nebenwirkungen eines Medikamentes aufzählt. Es ist besser, wenn der Patient sich beobachtet und alle neuen Beschwerden seinem Hausarzt berichtet. Der muss dann entscheiden, ob es sich um Nebenwirkungen des Medikamentes handelt oder ob die Beschwerden eine andere Ursache haben. Allerdings kann sich jeder Patient über mögliche Nebenwirkungen eines Medikamentes anhand des Beipackzettels informieren

Welcher Betablocker ist besser?

Frage:
Ich bin (51 Jahre, weiblich) nehme schon seit einem Jahr Beloc-Zok mite 47,5 mg und soll jetzt auf Bisoprolol Sandoz 10 mg oder auf Beloc-Zok 95 mg umsteigen.
Was ist besser: Bisoprolol Sandoz 10 mg oder Beloc-Zok 95 mg ?
von g.t. am 01.02.2005 22:40

Experten-Antwort:
Beide Medikamente, Beloc Zok und Bisoprolol Sandoz, enthalten Arzneimittel, die zur gleichen Medikamentengruppe, nämlich den Betablockern gehören. Sie haben also die gleichen Wirkungen und Nebenwirkungen. Beide Medikamente sind schon lange auf dem Markt, so dass man große Erfahrungen mit beiden Medikamenten hat. Sie sind auch beide in großen Studien sehr gut untersucht. Auch die Wirkungsstärke der Tabletten Beloc Zok 95 mg und Bisoprolol Sandoz 10 mg ist vergleichbar. Beide Medikamente sind also gleich gut.
Blutdrucksenker bei langsamem Puls

Frage:
Ich habe seit ca. einem Monat einen zu hohen Blutdruck (150/110 mmHg) bei gleichzeitig niederem Puls (41 bis 46/min). Die Messungen wurden sowohl morgens wie abends durchgeführt nach 5 min Ruhephase.
Mein Arzt hat mir Bluddruck senkende Medikamente verschrieben, laut Beipackzettel sollen diese aber bei niederem Puls (<50) nicht eingenommen werden. (Ich bin 184cm groß und wiege 83kg) von Hypertoni am 20.01.2005 10:23 Experten-Antwort: Es gibt zwei Gruppen unter den Blutdrucksenkern, die bei niedrigem Puls nicht verordnet werden sollen, weil Sie den Herzschlag noch weiter verlangsamen können. Dies sind Betablocker und Kalziumantagonisten vom Nicht-Dihydropyridin-Typ. Sie können diese Medikamente selbst erkennen: ihre chemischen Namen, die in der Packungsbeilage und auf der Packung (nicht das meist groß geschriebene Warenzeichen des Medikamentes) stehen, enden mit –olol (z.B. Metoprolol, Atenolol, Bisoprolol bei den Betablockern) oder mit –amil oder -azem (z.B. Verapamil, Gallopamil, Diltiazem bei den Nicht-Dihydropyridin-Kalziumantagonisten). Mundtrockenheit durch Blutdrucksenker ? Frage: Ist Mundtrockenheit eine Nebenwirkungen von Blopress ? von barbara am 19.01.2005 19:35 Experten-Antwort: AT1-Rezeptorblocker (z.B. Candesartan im Blopress) führen nicht zu Mundtrockenheit. Diese Nebenwirkung haben nur ältere Blutdrucksenker, die heute kaum noch verordnet werden, z.B. Alpha-Methyldopa, Clonidin, Reserpin und Guanethidin. Wie lange noch Husten nach Absetzen eines ACE-Hemmers? Frage: Ich nahm im Dezember für einige Wochen den Blutdrucksenker Ramipril ein. Da ich 14 Tage nach Einnahme einen sehr starken, trockenen Husten bekam, empfahl mir mein Arzt, das Medikament abzusetzen. Seit über 2 Wochen nehme ich keinerlei Medikamente mehr, aber der starke Hustenreiz ist immer noch vorhanden und unerklärlich. Sogar ein Blutbild und ein Röntgen der Lunge brachten keinen Befund. Kann Ramipril wochenlangen Husten verursachen? Wie lange dauert es, bis diese Nebenwirkung verschwindet ? von rosenbluete am 18.01.2005 12:26 Experten-Antwort: Nach dem Absetzen eines ACE-Hemmers (z.B. von Ramipril) geht der Husten in der Regel innerhalb von 10 – 14 Tagen zurück. Es kann längstens 4 Wochen dauern. Wenn er nach dieser Zeit weiterhin bestehen bleibt, war er mit größter Wahrscheinlichkeit gar nicht für den Husten verantwortlich. Wer hat Erfahrungen: Sartane statt anderer Blutdrucksenker? Frage: Unter der Einnahme eines Betablockers nahm ich sehr an Gewicht zu. Außerdem bin ich nicht mehr so leistungsfähig und eher träge. Seit einigen Monaten nehme ich zum Betablocker noch einen Kalziumantagonisten ein. Ich möchte aber von beiden wegkommen. Wer hat Erfahrung mit der Stoffgruppe "Sartane"? von fleur am 18.01.2005 06:41 Experten-Antwort: Die AT1-Rezeptorblocker, auch Sartane genannt (z.B. Candesartan im Blopress) sind seit 1995, also bereits seit 10 Jahren zur Behandlung des Bluthochdrucks zugelassen, inzwischen auch zur Behandlung anderer häufiger Erkrankungen des Herzens und der Nieren. Es gibt zahlreiche klinischen Studien, in denen die Sartane sorgfältig geprüft wurden und inzwischen sind viele Millionen Patienten mit dieser Medikamentengruppe behandelt. Es bestehen also sehr umfangreiche Erfahrungen und Fachgesellschaften weltweit, z.B. auch die amerikanische und die deutsche Hochdruck-Liga empfehlen die Sartane ebenso wie z.B. Betablocker und ACE-Hemmer zur Behandlung des Bluthochdrucks. Langzeitschäden durch Blutdrucksenker? Frage: Ist Provas 8omg auf Dauer schädlich? von alemeri am 12.01.2005 18:54 Experten-Antwort: Mit dem AT1-Rezeptorblocker Valsartan (im Provas), der jetzt seit etwa 8 Jahren als Medikament weltweit zugelassen ist, sind viele Patienten langfristig behandelt worden. Nebenwirkungen und Schäden, die auf lang dauernde Einnahme zurückgeführt werden können, sind bisher nicht bekannt geworden. Wechselwirkung zwischen Betablockern und Potenzmittel? Frage: KANN ICH DAS MEDIKAMENT CARVEDILOL-RATIOPHARM 25MG AUCH MIT VIAGRA EINNEHMEN? von Peter am 06.01.2005 18:24 Experten-Antwort: Es bestehen keine Wechselwirkungen bzw. keine Arzneimittelinteraktionen zwischen dem Betablocker Carvedilol und Potenzmitteln wie Viagra. Sie müssen also nur die Gegenanzeigen bzw. Anwendungsbeschränkungen für Viagra beachten. Einige Herzkrankheiten, bei denen Betablocker verordnet werden, sind Gegenanzeigen für Viagra. Mundtrockenheit durch Blutdrucksenker Frage: Gibt es Mundtrockenheit bei Einnahme von Blutdruck senkenden Medikamenten, z.B. Blopress? von barbara am 05.01.2005 20:27 Experten-Antwort: AT1-Rezeptorblocker (z.B. Candesartan im Blopress) führen nicht zu Mundtrockenheit. Diese Nebenwirkung haben nur ältere Blutdrucksenker, die heute kaum noch verordnet werden, z.B. Alpha-Methyldopa, Clonidin, Reserpin und Guanethidin. Phimose durch Betablocker? Frage: Kann die Einnahme von Beloc-Zoc forte zu einer Phimose führen? Wenn ja, geht diese wieder zurück, wenn Beloc-Zok durch ein anderes Medikament ersetzt wird? von Walter am 03.01.2005 15:40 Experten-Antwort: Betablocker (z.B. Metoprolol im Beloc Zok) führen nicht zu einer Phimose. Wird die Häufigkeit von Impotenz durch Betablocker falsch eingeschätzt? Frage: Ist die allgemein angegebene geringe Wahrscheinlichkeit des Eintretens einer erektilen Dysfunktion nach Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamenten nicht stark übertrieben? Ich kenne nur Problemfälle, d. h. nach regelmäßiger Einnahme von Betablockern ist die Konsequenz "Impotenz". Gibt es Möglichkeiten, dies zu unterbinden? von hediba am 03.01.2005 12:48 Experten-Antwort: 1. Die Häufigkeit von Nebenwirkungen kann man zuverlässig nur bestimmen in Studien, in denen nach Zufallskriterien die einen Patienten das zu untersuchende Medikament, die anderen ein Scheinmedikament erhalten, ferner die Patienten nicht wissen, ob Sie das Medikament oder das Scheinmedikament erhalten (Plazebo-kontrollierte, doppelblinde Studien). Aus diesen Studien weiß man, dass die heute zumeist verordneten Blutdrucksenker wenn überhaupt, dann nur selten Erektionsstörungen und Impotenz verursachen (weniger als 1 Fall pro 100 Patienten). Bei den älteren Blutdrucksenkern wie Reserpin, Guanethidin, Alpha-Methyldopa, Clonidin und Diuretika ist diese Nebenwirkung häufiger. 2. Wenn viele Patienten nach der Einnahme von Betablockern über Impotenz klagen, dann beweist das nicht, dass diese Nebenwirkung nach Einnahme von Blutdrucksenkern häufig ist, sondern dass viele Männer glauben, vermuten oder befürchten, dass das so sein könnte. Impotenz ist ein sehr sensibles Thema: viele Männer wollen nicht wahrhaben, dass eigene Erkrankungen, zunehmendes Alter oder vielleicht auch einmal eigenes Verschulden (Alkohol) dieses Problem verursacht, sondern erfahrungsgemäß schreibt man dies sehr gerne einem Medikament zu. 3. Wenn keine andere Ursache in Betracht kommt und ein Patient Gewissheit haben möchte, kann er seinen Hausarzt fragen, ob er den Betablocker vorübergehend absetzen und evtl. durch ein anderes Medikament ersetzen kann. Wenn das Medikament wirklich die Ursache ist, verschwinden erektile Dysfunktion bzw. Impotenz innerhalb von 4 – 8 Wochen. Wenn das nicht der Fall ist, war der Betablocker nicht die Ursache. Wenn die Nebenwirkung verschwindet, war der Betablocker die Ursche und der Hausarzt wird - falls möglich - ein anderes Medikament verordnen. Herzrhythmusstörungen durch Fludex? Frage: Kann die Einnahme von Fludex zu Herzrhythmusstörungen (Tendenz ohnehin vorhanden) führen? Kann man Fludex ohne schwerwiegende Folgen langsam ausschleichen? von alexa am 03.01.2005 09:56 Experten-Antwort: 1. In seltenen Fällen kann Indapamid (Warenzeichen Fludex) zu einem Kaliummangel im Körper und einem niedrigen Kaliumwert im Blut (Hypokaliämie) führen. Dann können Herzrhythmusstörungen auftreten oder bestehende verstärkt werden. Lassen Sie deshalb das Kalium im Blut bestimmen. 2. Ob Sie Fludex ausschleichen oder absetzen können, hängt von der Indikation ab, d.h. warum Sie Fludex einnehmen. Wenn Sie es wegen Bluthochdruck einnehmen, können Sie es in Absprache mit Ihrem Hausarzt jederzeit und sofort durch einen anderen Blutdrucksenker ersetzen. Schellungen trotz Diuretika oder durch Diuretika? Frage: Ich (57 J.) habe eher niedrigen Blutdruck 114-120/75 mmHg. Es bilden sich bei mir ständig Oedeme an den Beinen (Unter- bis Oberschaenkel). Ich nehme ab und zu Turfa Diuretikum, in letzter Zeit fast täglich und bin mir nicht sicher, ob ich es dauernhaft benutzen darf oder ob es ein besseres gibt? Außerdem habe ich das Gefühl. dass es zu schwach ist. Wenn ich keine Tabletten nehme, bekomme ich nicht nur Beinschwellungen, sondern auch noch Kopfschmerzen und Oedeme im Gesicht. von Beatrix am 03.01.2005 07:20 Experten-Antwort: Bevor ein Medikament zur Entwässerung (ein Diuretikum wie z.B. Turfa) verordnet wird, sollte zunächst die Ursache der Schwellungen (Oedeme) festgestellt werden. Am häufigsten handelt es sich um Herz-, Leber-. Nieren- oder Venenerkrankungen an den Beinen. Man muss dann die am besten geeignete Behandlung einsetzen. Diuretika (wie z.B. Turfa) wirken nur symptomatisch, d.h. heilen nicht die Krankheit, sondern beseitigen nur die Folge bzw. das Symptom, nämlich das Oedem und kommen deshalb nur als zusätzliche Behandlung in Betracht. Ihre Beschreibung erinnert an ein eigenartiges Phänomen, nämlich Diuretika-induzierte Oedeme. Es kommt immer wieder einmal vor, dass Patienten, meist Frauen, die abnehmen wollen, sehr auf ihre Figur bedacht sind oder vermeintlich Schwellungen haben, Diuretika ohne medizinischen Grund einnehmen. Das führt dann zwar zu einer Entwässerung, aber nach dem Weglassen ist der alte Zustand wieder da, so dass die Personen das Medikament wieder einnehmen. Wenn das Diuretikum länger eingenommen wird, werden die Schwellungen nach dem Weglassen immer stärker, und das Diuretikum wird immer häufiger und schließlich auch in höherer Dosierung, evt. auch ein stärkeres Diuretikum eingenommen. Nach dem Weglassen werden die Schwellungen immer stärker, nicht nur an den Beinen, auch an den Händen und den Augenlidern. Dies verstärkt bei den Betroffenen irrtümlicherweise die Überzeugung, dass die Einnahme der Diuretika notwendig ist. Die einzige Lösung ist aber, dass man die Diuretika konsequent absetzt. Das führt dann zu einer vorübergehenden, evtl. starken Zunahme der Oedeme für 3 – 5, manchmal auch 10 Tage mit einer deutlichen Gewichtszunahme um mehrere Kilo. In einem ausgeprägten Fall hat man eine Zunahme um 12 Kilo beobachtet. Diese Schwellungen gehen nach wenigen Tagen von allein, ohne jedes Medikament und vor allem ohne Diuretikum wieder zurück. Am Ende dieser Phase liegt das Gewicht dann etwas höher als unter dem Diuretikum, bleibt aber konstant. Leider halten viele Betroffene die Phase der verstärkten Schwellungen und der Gewichtszunahme nicht durch und greifen wieder zum Diuretikum. Konsequentes Absetzen des Diuretikums ist aber der einzige Weg, aus diesem Dilemma herauszukommen. Voraussetzung für das Weglassen des Diuretikums ist aber, das Sie keine Erkrankung (s. oben) haben, die eine Einnahme des Diuretikum notwendig macht. Besprechen Sie deshalb das Vorgehen mit Ihrem Hausarzt. Das paradoxe Phänomen der Diuretika-induzierten Oedeme und deren hier nicht erklärbare Pathogenese ist nicht allgemein bekannt. Wie häufig ist Impotenz durch Blutdrucksenker wirklich? Frage: Nach Durchsicht der Fragen und Antworten im Forum habe ich festgestellt, dass Potenzprobleme nach Einnahme von Blutdrucksenkern doch sehr häufig genannt werden, auch bei noch nicht so alten Männern. Das heisst doch, dass wohl doch ein Zusammenhang geben muss. In den Antworten wird aber oft angezweifelt, dass die Ursache an den Medikamenten liegen könnte. Kann das sein? von Bietigheim am 02.01.2005 17:15 Experten-Antwort: 1. Die Häufigkeit von Nebenwirkungen kann man zuverlässig nur bestimmen in Studien, in denen nach Zufallskriterien die einen Patienten das zu untersuchende Medikament, die anderen ein Scheinmedikament (Plazebo) erhalten, ferner die Patienten nicht wissen, ob Sie das Medikament oder das Scheinmedikament erhalten (Plazebo-kontrollierte, doppelblinde Studien). Aus diesen Studien weiß man, dass die heute zumeist verordneten Blutdrucksenker wenn überhaupt, dann nur selten Impotenz verursachen (weniger als 1 Fall pro 100 Patienten). Bei den älteren Blutdrucksenkern wie Reserpin, Guanethidin, Alpha-Methyldopa, Clonidin und Diuretika ist diese Nebenwirkung häufiger. 2. Zahlreiche Nebenwirkungen, darunter auch Erektionsstörungen und Impotenz, werden in den Beipackzetteln aufgeführt, obwohl nicht beweisen ist, dass das Medikament diese Nebenwirkung verursacht. Das beruht darauf, dass für die Zulassung des Medikamentes seine erwünschte Wirkung zwar zweifelsfrei nachgewiesen werden muss. Der Hersteller wird aber von der Zulassungsbehörde gezwungen, eine Nebenwirkung auch dann schon aufzunehmen, wenn nur ein Verdacht besteht. Außerdem nehmen die Hersteller aus Gründen der Schadensabwehr vorsichtshalber möglichst viele Nebenwirkungen in den Beipackzetteln auf nach dem Motto: Wir haben nichts verschwiegen und der Patient konnte sich ja informieren, dass diese oder jene Nebenwirkung auftreten kann. Leider führt dieses Vorgehen sehr zur Verunsicherung von Patienten, manchmal sogar zur Nichteinnahme wichtiger und notwendiger Medikamente. 3. Wenn im Forum häufig die Frage gestellt wird, ob Blutdrucksenker Impotenz verursachen, dann beweist das nicht, dass diese Nebenwirkung nach Einnahme von Blutdrucksenkern häufig ist, sondern dass viele Männer glauben, vermuten oder befürchten, dass das so sein könnte. Impotenz ist ein sehr sensibles Thema: viele Männer wollen nicht wahrhaben, dass eigene Erkrankungen, zunehmendes Alter oder vielleicht auch einmal eigenes Verschulden (Alkohol) dieses Problem verursacht, sondern erfahrungsgemäß schreibt man dies sehr gerne einem Medikament zu. Kopfschmerzen nach Einnahme eines Betablockers Frage: Ich bin 50 Jahre alt und wegen grenzwertigem Hochdruck seit ca. drei Monaten auf Carvedilol 2x6,25 mg eingestellt . Seit ca. vier Wochen habe ich ständig Kopfschmerzen oder ein Druckgefühl im Kopf, immer die gleiche Stelle. Soll ich zum Neurologen gehen? Ich fühle mich gar nicht gut mit diesem Medikament, obwohl es so niedrig dosiert ist - und wenn ich kein Schlaganfallrisiko in der Familie hätte, würde ich gar nichts nehmen - so mies geht es mir zeitweise. von Katharina am 02.01.2005 13:55 Experten-Antwort: 1. Kopfschmerzen können nach Einnahme von Betablockern, z.B. des Carvedilols auftreten. Da diese Nebenwirkung aber selten ist und in der Regel sofort, nicht erst nach zwei Monaten auftritt, ist ein Zusammenhang zwischen Carvedilol und Ihren Kopfschmerzen und dem Druckgefühl im Kopf eher unwahrscheinlich. Bei neu auftretenden Kopfschmerzen sollte man den Hausarzt aufsuchen, der Sie, Ihre Befunde und Erkrankungen am besten kennt und entscheiden muss, ob eine Überweisung zu einem Neurologen, HNO-Arzt oder Orthopäden sinnvoll ist. 2. Wenn die Untersuchungen keine Klärung bringen und Sie genau wissen wollen, ob Carvedilol die Ursache Ihrer Beschwerden ist, können Sie in Absprache mit Ihrem Hausarzt das Carvedilol absetzen und - falls bei grenzwertigem Blutdruck überhaupt erforderlich - vorübergehend einen anderen Blutdrucksenker einnehmen. Wenn Carvedilol für Ihre Beschwerden verantwortlich ist, verschwinden diese 2 – 4 Wochen nach dem Absetzen. Kopfschmerzen nach Einnahme eines Betablockers Frage: Ich bin 50 Jahre alt und wegen grenzwertigem Hochdruck seit ca. drei Monaten auf Carvedilol 2x6,25 mg eingestellt . Seit ca. vier Wochen habe ich ständig Kopfschmerzen oder ein Druckgefühl im Kopf, immer die gleiche Stelle. Soll ich zum Neurologen gehen? Ich fühle mich gar nicht gut mit diesem Medikament, obwohl es so niedrig dosiert ist - und wenn ich kein Schlaganfallrisiko in der Familie hätte, würde ich gar nichts nehmen - so mies geht es mir zeitweise. von Katharina am 02.01.2005 13:55 Experten-Antwort: 1. Kopfschmerzen können nach Einnahme von Betablockern, z.B. des Carvedilols auftreten. Da diese Nebenwirkung aber selten ist und in der Regel sofort, nicht erst nach zwei Monaten auftritt, ist ein Zusammenhang zwischen Carvedilol und Ihren Kopfschmerzen und dem Druckgefühl im Kopf eher unwahrscheinlich. Bei neu auftretenden Kopfschmerzen sollte man den Hausarzt aufsuchen, der Sie, Ihre Befunde und Erkrankungen am besten kennt und entscheiden muss, ob eine Überweisung zu einem Neurologen, HNO-Arzt oder Orthopäden sinnvoll ist. 2. Wenn die Untersuchungen keine Klärung bringen und Sie genau wissen wollen, ob Carvedilol die Ursache Ihrer Beschwerden ist, können Sie in Absprache mit Ihrem Hausarzt das Carvedilol absetzen und - falls bei grenzwertigem Blutdruck überhaupt erforderlich - vorübergehend einen anderen Blutdrucksenker einnehmen. Wenn Carvedilol für Ihre Beschwerden verantwortlich ist, verschwinden diese 2 – 4 Wochen nach dem Absetzen. Impotenz und Blutdrucksenker Frage: Nach Einnahme eines ACE-Hemmers sank zwar mein Blutdruck etwas, jedoch habe ich seitdem massive Potenzstörungen und Libidoverlust. Die Umstellung auf ein anderes Medikament (ein Kalzium-Antagonist) brachte nur wenig Erfolg. Was kann man hier tun? von Bietigheim am 19.12.2004 14:11 Experten-Antwort: Es ist möglich, aber keineswegs zweifelsfrei gesichert, dass ACE-Hemmer und Kalziumantagonisten in sehr seltenen Fällen zu Impotenz führen. Auch die Tatsache, dass bei Ihnen beide Medikamente die gleiche seltene Nebenwirkung verursachen, spricht gegen einen ursächlichen Zusammenhang von Medikamenteneinnahme und Potenzstörung bzw. Libidoverlust. Man muss dabei berücksichtigen, dass es zahlreiche andere Ursachen für Impotenz gibt. Am häufigsten sind bestimmte Nervenkrankheiten einschließlich Depression, Zuckerkrankheit, übermäßiger Alkoholkonsum und zunehmendes Alter, aber auch Medikamente gegen Depression sowie Beruhigungs- und Schlafmittel. Wenn keine andere Ursache in Betracht kommt und Sie Gewissheit haben wollen, dann müssen Sie Ihren Hausarzt fragen, ob Sie die Medikamente absetzen können. Wenn eines der genannten Medikamente wirklich die Ursache ist, verschwinden die Nebenwirkungen innerhalb von 4 – 8 Wochen. Wenn Sie in dieser Zeit ein anderes Medikament zur Behandlung des erhöhten Blutdrucks benötigen, könnte Ihr Hausarzt Ihnen einen AT1-Rezeptorblocker verordnen, bei denen diese Nebenwirkung bisher nicht aufgetreten ist. Probleme beim Absetzen eines Betablockers Frage: Durch massiven Existenzdruck bedingte Herzrhythmusstörungen wurden mit Betablockern behandelt (Beloc-Zok Herz). Nach ca. 4 Jahren Einnahme, mit Unterbrechungen, möchte ich mich nun ausschleichen. Allerdings habe ich starke Entzugswirkungen. Herzstolpern, Unruhe, Atemdepressionen und natürlich, daraus resultierend, Angst. Ich habe 14 Tage lang eine 3/4 Tablette täglich genommen, nach 5 Tagen ging es besser. Nun bin ich bei einer halben und wieder geht es mir nicht gut. Welche Folgen hat die Langzeiteinnahme, werden die Koronargefäße durch die Engstellung unflexibel, womit kann ich die Nebenwirkungenen mildern (Magnesium, etc.)? Was für Erfahrungen gibt es nach dem Entzug? von My Life am 18.12.2004 18:54 Experten-Antwort: Ihre Angaben enthalten keinen Grund, der für das Absetzen des Medikamentes spricht, nur Gründe, die für eine Fortsetzung der Behandlung sprechen. 1. Beloc-Zok Herz 23,75 mg ist eine sehr niedrige Dosis (nur 1/8 der maximalen Tagesdosis). Sie berichten über keine Nebenwirkungen des Medikamentes und nach Erfahrungen mit Betablockern über vier jahrzehnte führt eine Langzeiteinnahme zu keinen Folgen. Auch an den Koronargefäßen tritt kein Schaden auf. Ihr Arzt wird gelegentlich durch ein EKG überprüfen, ob mit zunehmendem Alter eine Anwendungseinschränkung auftritt (z.B. ein AV-Block). 2. Das Medikament hat ganz offensichtlich weiterhin gute Wirkungen, denn die Herzrhythmusstörungen, die Anlass zur Verordnung waren, treten in Form des Herzstolperns wieder auf, wenn Sie die Dosis verringern. 3. Offenbar leiden Sie schon bei einer geringen Dosisreduktion an Entzugserscheinungen wie Unruhe. Es gibt keine Maßnahmen, dies zu verhindern. Allerdings verschwinden diese 7 – 10 Tage nach dem Absetzen von selbst. 4. Möglicherweise haben Sie mehr Angst vor dem Absetzen als nötig. Sprechen Sie noch einmal mit Ihrem Arzt, der Sie, Ihre Erkrankungen, Ihre Befunde und die damaligen und jetzigen Herzrhythmusstörungen aus dem EKG kennt. Wechselwirkung zwischen ACE-Hemmern und Allopurinol Frage: Gegen Bluthochdruck habe ich Delix 10 mg (Wirkstoff Ramipril) verschrieben bekommen. Gegen einen erhöhten Harnsäurewert nehme ich seit längerem Allopurinol 100 mg. Im Beipackzettel wird eine mögliche Wechselwirkung erwähnt, die das Blutbild betrifft und vom Hausarzt überwacht werden sollte. Was heisst dies denn konkret? Muss man hier besorgt sein und wie oft sollte eine Blutuntersuchung vorgenommen werden? Wäre es vielleicht sinnvoll, auf ein anderes Medikament, etwa Blopress umzustellen? von Artur am 17.12.2004 17:33 Experten-Antwort: Blutbildveränderungen nach gleichzeitiger Einnahme von ACE-Hemmern wie Ramipril und Allopurinol sind beobachtet worden, als der erste ACE-Hemmer Captopril in sehr hoher Dosierung, die heute nicht mehr erlaubt ist, verordnet wurde. In den letzten Jahren und in großen Studien ist eine derartige Nebenwirkung mit zweifelsfreiem Kausalzusammenhang meines Wissens nicht mehr beschrieben worden. Mir sind keine Vorschriften oder Empfehlungen bekannt, wie oft das Blutbild bei gleichzeitiger Einnahme der beiden Medikamente überprüft werden soll oder muss. Die genannte Nebenwirkung ist sicher extrem selten, man kann sie aber nicht ausschließen. Wer sich vor dieser Nebenwirkung sicher schützen will, kann den ACE-Hemmer (z.B. Ramipril) durch einen AT1-Rezeptorblocker (z.B. Candesartan im Blopress) ersetzen. AT1-Rezeptorblocker haben sehr ähnliche Wirkungen wie ACE-Hemmer, die genannte Wechselwirkung ist aber nicht beschrieben worden. Nebenwirkungen durch Bisohexal Frage: Gegen Bluthochdruck habe ich Delix 10 mg (Wirkstoff Ramipril) verschrieben bekommen. Gegen einen erhöhten Harnsäurewert nehme ich seit längerem Allopurinol 100 mg. Im Beipackzettel wird eine mögliche Wechselwirkung erwähnt, die das Blutbild betrifft und vom Hausarzt überwacht werden sollte. Was heisst dies denn konkret? Muss man hier besorgt sein und wie oft sollte eine Blutuntersuchung vorgenommen werden? Wäre es vielleicht sinnvoll, auf ein anderes Medikament, etwa Blopress umzustellen? von Artur am 17.12.2004 17:33 Experten-Antwort: Blutbildveränderungen nach gleichzeitiger Einnahme von ACE-Hemmern wie Ramipril und Allopurinol sind beobachtet worden, als der erste ACE-Hemmer Captopril in sehr hoher Dosierung, die heute nicht mehr erlaubt ist, verordnet wurde. In den letzten Jahren und in großen Studien ist eine derartige Nebenwirkung mit zweifelsfreiem Kausalzusammenhang meines Wissens nicht mehr beschrieben worden. Mir sind keine Vorschriften oder Empfehlungen bekannt, wie oft das Blutbild bei gleichzeitiger Einnahme der beiden Medikamente überprüft werden soll oder muss. Die genannte Nebenwirkung ist sicher extrem selten, man kann sie aber nicht ausschließen. Wer sich vor dieser Nebenwirkung sicher schützen will, kann den ACE-Hemmer (z.B. Ramipril) durch einen AT1-Rezeptorblocker (z.B. Candesartan im Blopress) ersetzen. AT1-Rezeptorblocker haben sehr ähnliche Wirkungen wie ACE-Hemmer, die genannte Wechselwirkung ist aber nicht beschrieben worden. Blutdrucksenker Carmen und Alkoholabhängigkeit Frage: Ist das Medikament Carmen ein gutes Mittel zur Behandlung bei Bluthochdruck und ist es unbedenklich, wenn man unter der Alkoholkrankheit leidet? Enthält es suchtstärkende Stoffe? von susi am 17.12.2004 12:46 Experten-Antwort: 1. Lercanidipin (im Carmen) ist ein Kalziumantagonist. Diese Gruppe von Blutdrucksenkern wird von der Deutschen Hochdruck-Liga gleichwertig neben vier anderen zur Behandlung des hohen Blutdrucks empfohlen. Der behandelnde Arzt, der seinen Patienten, seine Befunde und Erkrankungen kennt, wird jeweils das am besten geeignete Medikament auswählen. 2. Gegen die Verordnung von Carmen bei Alkoholkrankheit bestehen keine Bedenken. Sucht verstärkende Stoffe enthält das Medikament nicht. Wie bei allen Blutdrucksenkern kann die Wirkung von Carmen durch gleichzeitigen Alkoholkonsum verstärkt werden. Keine Wechselwirkung zwischen Blopress und Potenzmittel Frage: Ich nehme täglich ein halbe Tablette Blopress 16 mg plus 12,5mg. Kann ich gelegentlich ein halbe Tablette Cialis 20 mg einnehmen? Bei mir liegen keine Organschäden vor. von charly am 16.12.2004 12:09 Experten-Antwort: Es besteht keine Wechselwirkung bzw. keine Arzneimittelinteraktion zwischen Blopress 16 plus 12,5 und Cialis. Sie müssen also nur die Gegenanzeigen bzw. Anwendungsbeschränkungen für Cialis beachten. Umstellung von Betablocker auf Kalziumantagonist Frage: Seit mehreren Jahren nehme ich folgende Blutdruckmittel: Tenormin 37,5mg und Blopress 16mg plus. Tenormin hatte für mich auch eine beruhigende Wirkung. Leider habe ich Schuppenflechte und Ekzeme bekommen. Beim Sport (2x pro Woche) ist aufgrund des niedrigen Pulses die Verbrennung anders. Mein Hausarzt hat mir nun anstatt des Betablockers Norvasc 5mg verschrieben. Wie stelle ich am besten auf dieses Medikament um? Muß ich mich ausschleichen? Muß ich mit Blutdruckkrisen rechnen? von tomtom am 15.12.2004 11:37 Experten-Antwort: Wie die Umstellung von dem Betablocker Atenolol (im Tenormin) wegen der Schuppenflechte auf den Kalziumantagonisten Amlodipin (im Norvasc) erfolgen muss, kann zuverlässig nur Ihr Hausarzt entscheiden, der Sie, Ihre Befunde und Ihre Krankheiten kennt. Wenn Sie keine Herzerkrankungen, insbesondere keine Durchblutungsstörungen des Herzens (koronare Herzerkrankung) haben, können Sie wahrscheinlich Tenormin ganz weglassen und dafür das Norvasc einnehmen. Blutdruckkrisen sind nicht zu erwarten, doch kann Ihr Puls schneller werden und möglicherweise fühlen Sie sich vorübergehend, evtl. auch dauerhaft etwas unruhiger und nervöser. Wenn diese Beschwerden für Sie unerträglich sind, sollten Sie sofort wieder die volle, bisherige Dosis von Tenormin nehmen, und dann in wöchentlichen Schritten die Dosis jeweils um 12,5 mg reduzieren und ab der zweiten Woche das Norvasc zusätzlich einnehmen. Behandlung mit drei Blutdrucksenkern zu stark? Frage: Wenn ich am Mittag einen Blutdruck von 103/60 mmHg messe, ist dann die Dosis von einer Blopress plus nicht zu hoch? Am Abend nehme ich Atebeta 100 ein. von geheim01 am 14.12.2004 17:44 Experten-Antwort: Alle drei Blutdrucksenker, die Sie einnehmen, nämlich das Candesartan und das Hydrochlorothiazid im Blopress plus und das Atenolol im Atebeta 100 haben bei regelmäßiger Einnahme eine lange, gleichmäßige Wirkung über mindestens 24 Stunden. Es kommt nicht auf eine einzelne Blutdruckmessung an, vielmehr sollte der Blutdruck regelmäßig, vorzugsweise morgens und abends gemessen werden. Wenn Sie keine Nierenerkrankung und keine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) haben und der Mittelwert wiederholter Eigenmessungen unter 120/70 mmHg liegt, ist der Blutdruck zu streng eingestellt und Sie können in Absprache mit Ihrem Hausarzt die Dosis evtl. die Zahl der Medikamente reduzieren. In Ihrem Fall würde man am ehesten zunächst die Dosis des Betablockers Atenolol 100 mg (Atebeta 100) halbieren, bei unveränderten Werten unter 120/70 mmHg nach weiteren zwei Wochen das Medikament unter regelmäßiger Blutdruckkontrolle versuchsweise ganz weglassen. Alpha-Blocker als Blutdrucksenker? Frage: Ich bin 23 Jahre und habe essentielle Hypertonie. Ich nehme derzeit 12,5 mg Beta Blocker und 10 mg Kalzium-Antagonisten. Eine ausreichende Blutdrucksenkung wurde bisher nicht erreicht. Ich habe gelesen, dass Alpha-Blocker in Kombination mit Diuretika eine erhebliche Blutdrucksenkung zur Folge haben kann. Ist da was dran ? Werden Alpha Blocker in der Bluthochdruckbekämpfung oft eingesetzt ? Wie verhält es sich hierbei mit Nebenwirkungen ? Sind Alpha Blocker auch mit niedrigen Dosen wirksam ? von Typhoon am 12.12.2004 19:38 Experten-Antwort: 1. Alpha-Blocker zählen nach den Empfehlungen der Deutschen Hochdruck-Liga nicht mehr zu den Blutdrucksenkern der ersten Wahl. Auch alle anderen Blutdrucksenker können bei unzureichender Wirkung mit einem Diuretikum kombiniert werden und verstärken die Blutdrucksenkung. 2. Bei allen Blutdrucksenkern einschließlich den Alpha-Blockern ist die erwünschte Wirkung von der Dosis abhängig, d.h. bei kleinen Dosen ist die Blutdrucksenkung gering, bei höheren Dosen stärker. 3. Alpha-Blocker haben wie alle Medikamente bestimmte Nebenwirkungen, keinesfalls weniger als andere Blutdrucksenker. Potenzprobleme durch Blutdrucksenker Frage: Kann man auf Diovan 160 Potenzprobleme bekommen? Gilbt es ein Blutdruck Medikament, bei dem man Potenzprobleme ausschließen kann? Wie heißt das Medikament? Kommt die Potenz auch wieder zurück, wenn das Problem schon seit 3 Monaten besteht und wenn man das Medikament absetzt? Können irreparable Schäden zurückbleiben? von Paulo am 30.11.2004 10:21 Experten-Antwort: AT1-Rezeptorblocker (z.B. Valsartan im Diovan 160) führen nicht zu Potenzstörungen oder Impotenz. Auch die Blutdrucksenker aus der Gruppe der ACE-Hemmer und Kalziumantagonisten haben diese Nebenwirkung nicht. Andererseits kann es nach Diuretika und Betablockern zu Potenzstörungen kommen, die 2 – 4 Wochen nach dem Absetzen wieder verschwinden, auch wenn man diese Medikamente längere Zeit eingenommen hat und die Potenzstörungen schon länger bestehen. Eine Potenzsstörung auf Dauer nach Absetzen, d.h. einen "irreparablen Schaden" gibt es nicht. Man muss aber berücksichtigen, dass es zahlreiche andere Ursachen für Impotenz gibt. Am häufigsten sind bestimmte Nervenkrankheiten einschließlich Depression, Zuckerkrankheit, übermäßiger Alkoholkonsum und zunehmendes Alter, aber auch Medikamente gegen Depression sowie Beruhigungs- und Schlafmittel. Wechselwirkungen von Blutdrucksenkern Frage: Seit ein paar Wochen muss ich folgende Medikamente nehmen: Preterax, Beloc Zok mite, Iscover und Sorits. Mir wird mehrmals am Tag schwindelig. Es sind richtige Schübe, die ich vor der Einnahme nicht kannte. Vertragen sich die Medikamente nicht miteinnander? von bine am 26.11.2004 19:07 Experten-Antwort: 1. Alle fünf Medikamente (im Preterax sind zwei verschiedene Arzneimittel enthalten) vertragen sich, d.h. es gibt keine speziellen Unverträglichkeitsreaktionen (Arzneimittelinteraktionen) bei gleichzeitiger Einnahme. 2. Drei der fünf Medikamente sind Blutdrucksenker, die sich in ihrer Wirkung natürlich gegenseitig verstärken. Weil Schwindel bei zu niedrigem Blutdruck (vor allem im Stehen) auftritt, könnte es sein, dass Ihr Blutdruck zu stark gesenkt wird. Es wäre sehr ungewöhnlich, wenn Sie Preterax und Beloc Zok zusammen oder in einem Abstand von weniger als 4 Wochen erhalten haben. Man wartet zunächst die Wirkung des ersten Blutdrucksenkers ab, und erst bei unzureichender Wirkung gibt man nach 4 – 6 Wochen einen zweiten hinzu. 3. Schwindel kann aber auch verschiedene andere Ursachen haben. Wenn der Blutdruck nicht zu niedrig ist, müssen Sie sich von Ihrem Hausarzt, evtl. auch von einem HNO-Arzt und von einem Neurologen untersuchen lassen. Wirkung von Kalziumantagonisten Frage: Ich nehme schon seit einiger Zeit wegen Herzstolpern Kalziumantangonisten. Ich ernähre mich gesund, trinke viel Milch, esse gerne Müsli und Obst, treibe auch regelmässig Sport, jogge und schwimme. Habe ich vielleicht zu viel Kalzium im Blut, welches das Herzstolpern auslöst? von engelfee1961 am 21.11.2004 17:31 Experten-Antwort: Kalziumantagonisten behindern den Fluss von Kalziumionen durch die Kalziumkanäle in den Zellmembranen und hemmen dadurch ihren Eintritt in die Zelle. Diese Eigenschaft kann man zur Behandlung bestimmter Herzrhythmusstörungen nutzen. Kalziumantagonisten werden nicht gegeben, wenn oder weil das Kalzium im Blut bzw. im Körper erhöht ist. Der Name führt manchmal in die Irre. Sie können also weiterhin ohne Bedenken Milch trinken und Ihr Müsli essen. Unwohlsein unter Blutdrucksenkern, nach Absetzen Klinikeinweisung Frage: Ich (45J., adipös) nehme derzeit 1 Bisoprolol 5, 1 Moxonidin 0,3 morgens und 1 Moxonidin 0,3 abends. Die Tabletteneinnahme am Abend vertrage ich nicht: bekomme Herzschmerzen, Unruhe. Deshalb soll ich jetzt abends Votum 20 statt Moxonidin 0,3 nehmen Kann bei dieser Dosierung der RR in die Höhe schießen (Rebound)? Später soll das Moxonidin ganz abgesetzt werden. Muß ich nicht vorher den Betablocker Bisoprolol absetzen, um keinen überschießenden Blutdruckwert zu bekommen? Ich habe meistens RR-Werte von 140/90 mmHg. von Ophelia am 20.11.2004 18:43 Experten-Antwort: Ein starker Blutdruckanstieg nach völligem Absetzen des Moxonidins (Rebound-Phänomen) ist nicht zu erwarten. Es besteht kein Grund, den Betablocker vorher abzusetzen. Wenn Sie übergewichtig sind, sollten Sie abnehmen. Das ist eine Behandlung mit vielen Vorteilen und ganz ohne Nachteile und Nebenwirkungen. Unwohlsein unter Blutdrucksenkern, nach Absetzen Klinikeinweisung Frage: Meine Schwiegermutter (78) hatte vor drei Jahren einen leichten Herzinfarkt. Seitdem nimmt sie Beloc Zok mite und Delix. Seit einigen Monaten klagt sie nun über häufige Mattigkeit und leichten Schwindel. Sie beschreibt es mit dem Gefühl ständig "ausgebremst" zu sein, so dass es ihr zunehmend auf das Gemüt schlägt. Ihr Hausarzt hat daraufhin den Betablocker abgesetzt, was zu starken Herzrhythmusstörungen und einem 1-wöchigen Klinikaufenthalt führte. Jetzt ist sie wieder zuhause und soll die gleichen Medikamente nehmen wie vorher, obwohl es ihr damit nicht wirklich gut geht. Muss sie sich mit der Situation abfinden??? Herzliche Grüße von Rahel am 20.11.2004 15:34 Experten-Antwort: 1. Ihre Schweigermutter fühlte sich unter Beloc Zok mite und Delix zwar matt und schwindelig, aber nach dem Absetzen von Beloc ging es ihr ganz schlecht und sie musste sogar ins Krankenhaus. Also ist es doch besser, wenn Sie beide Medikamente einnimmt und sich damit abfindet. 2. Die Behandlung mit einem Betablocker (z.B. Metoprolol im Beloc Zok) und mit einem ACE-Hemmer (z.B. Ramipril im Delix) ist eine übliche und in der Regel notwendige Dauerbehandlung nach einem Herzinfarkt. Vermutlich haben auch die Ärzte im Krankenhaus die gleiche Behandlung empfohlen. Langzeitbehandlung mit Atenolol Frage: Gibt es Studien über die Nebenwirkungen von Atenolol bei Langzeitbehandlung (mehr als 10 Jahre) bei Patienten mittleren Alters? von Luc am 19.11.2004 08:59 Experten-Antwort: Es gibt eine kontrollierte Studie mit dem Betablocker Atenolol über 9 Jahre, mehrere Studien über einen Zeitraum von etwa 5 Jahren. Die Langzeitstudien haben keine neuen Nebenwirkungen aufgedeckt, d.h. es wurden keine Nebenwirkungen beobachtet, die man nicht auch schon aus kürzeren Studien kannte. Das mittlere Alter der Patienten lag in diesen Studien zwischen 50 und 70 Jahren. Es gibt viele Patienten, die außerhalb klinischer Studien schon über mehr als 10 Jahre mit dem Betablocker Atenolol behandelt werden. Auch hier sind bisher keine neuen, unerwarteten Nebenwirkungen beschrieben worden, die nur bei Langzeitanwendung über viele Jahre, nicht aber bei kürzerer Anwendung auftreten. Medikamenten-Umstellung Frage: Zur Zeit nehme ich 10 mg Delix (Ramipril) täglich gegen erhöhten Blutdruck. Wegen eines Reizhustens wäre es eventuell ratsam auf einen AT-1 Rezeptorenblocker umzustellen. Wäre Blopress hier geeignet und was muss bei der Umstellung beachtet werden, d.h. wie schnell kann umgestellt werden? von Robbie am 17.11.2004 11:51 Experten-Antwort: Wenn unter der Behandlung mit einem ACE-Hemmer (z.B. Ramipril im Delix) Husten auftritt, sollte auf einen AT1-Rezeptorantagonisten umgestellt werden. Blopress ist ein Vertreter dieser Gruppe und für die Umstellung sehr gut geeignet. Die Umstellung ist von einem Tag auf den anderen möglich. Es dauert aber manchmal bis zu 2 Wochen, bis der ACE-Hemmer-Husten verschwindet. Nebenwirkungen 10 Tage nach Einnahme eines Betablockers Frage: Ich nehme seit 10 Tagen eine Tablette Metoprolol gegen Bluthochdruck ein. Der Blutdruck ist merklich zurückgegangen und ist nun im Normbereich. Aber ich fühle mich tagsüber nie ganz wohl, müde, abgeschlagen, gereizt, ab und zu Herzstolpern. Außerdem habe ich das Gefühl, wie wenn ich an Gewicht zunehme? Ich bin schon übergewichtig und möchte eigentlich eher abnehmen. Können Sie mir raten, diese Betablocker weiterhin einzunehmen oder sollte ich einen anderen Blutdrucksenker nehmen? von rosenbluete49 am 16.11.2004 13:42 Experten-Antwort: 1. Unwohlsein, Müdigkeit, Abgeschlagenheit usw. sind unspezifische Nebenwirkungen aller Blutdrucksenker und eine Folge der erwünschten Blutdrucksenkung. Der Körper, der über lange Zeit an den hohen Blutdruck gewöhnt war, empfindet den niedrigeren Blutdruck vorübergehend als zu niedrig. Diese Beschwerden verschwinden in der Regel innerhalb von 2 – 4 Wochen nach Beginn der Einnahme. 2. In großen Studien hat man festgestellt, dass es bei lang dauernder Einnahme von Betablockern über Monate und Jahre zu einer Gesichtszunahme um etwa 1 – 2 kg kommt im Vergleich zu Patienten, die keine Betablocker bzw. andere Blutdrucksenker einnahmen. Gewichtszunahme ist also eine spezifische, unerwünschte Nebenwirkung der Betablocker. Insgesamt ist die Gefahr bzw. die Wahrscheinlichkeit einer Gewichtszunahme durch Überernährung oder Diätfehler sehr viel größer als die diejenige durch Einnahme von Betablockern. Dass Sie innerhalb von wenigen Tagen durch Betablocker an Gewicht zugenommen haben, ist völlig ausgeschlossen. Auch das Herzstolpern kommt nicht vom Betablocker, die – ganz im Gegenteil – häufig bei Herzstolpern verordnet werden. 3. Es besteht derzeit kein Grund, den Betablocker abzusetzen, zumal die erwünschte Wirkung, die Normalisierung des Blutdrucks erreicht ist. Es ist auch zu bedenken, dass Betablocker für bestimmte Krankheiten sehr gute Medikamente sind. Am besten warten Sie noch einmal 2 – 3 Wochen ab und besprechen dann das Problem mit Ihrem Arzt, der Sie, Ihre Befunde und Ihre Erkrankungen genau kennt. Man muss bei jedem einzelnen Patienten den Nutzen der Betablocker gegen ihre Nachteile abwägen, 4. Bei Übergewicht sollten Sie energisch versuchen, an Gewicht abzunehmen. Das ist eine Behandlung mit vielen Vorteilen und ganz ohne Nebenwirkungen. Verschlimmerung der Schuppenflechte durch Betablocker Frage: Nach Einnahme von Beloc Zok verschlimmerte sich bei mir eine bereits bestehende Schuppenflechte in erschreckendem Maße. Ganze Fingernägel lösten sich, der Veränderungen unter den Haaren und an der Brust verschlechterten sich ebenfalls. Was soll ich machen? von petro am 29.10.2004 16:49 Experten-Antwort: Betablocker (wie z.B. Metoprolol im Beloc) können eine Psoriasis oder Psoriasis ähnliche Hautveränderungen verschlimmern oder auslösen. Nur Ihr Arzt, der Sie, Ihre Befunde und Ihre Erkrankungen genau kennt, kann entscheiden, ob der Betablocker abgesetzt und durch anderes Medikament ersetzt werden kann. Einmal einen Betablocker in der Schwangerschaft gegen Stress? Frage: Ich bin in der 20. Schwangerschaftswoche, gesund und alles ist o.k. Ich bin Musikerin und wollte jetzt wissen wie gefährlich es ist, wenn ich vor einem wichtigen Konzert gegen das Zittern der Hände einmalig 1 Tablette Beloc mite 50 einnehme. Mein Blutdruck ist normal. von kira am 29.10.2004 15:40 Experten-Antwort: 1. Betablocker und Alpha-Methyldopa gehören zu den Medikamenten, mit denen die größten Erfahrungen in der Schwangerschaft gemacht und bei denen keine Komplikationen oder Probleme beobachtet wurden. Betablocker, vorzugsweise Metoprolol (z.B. im Beloc) und Atenolol, werden deshalb von Fachgesellschaften und Experten weltweit, auch von der Deutschen Hochdruck-Liga zur Behandlung des Bluthochdrucks in der Schwangerschaft empfohlen. 2. Missbildungen, die zweifelsfrei auf die Einnahme von Betablockern oder Alpha-Methyldopa zurückgeführt werden können, wurden trotz jahrzehntelanger Erfahrungen bis heute nicht beobachtet. Die Arzneimittelinformationen für Ärzte über Metoprolol und Atenolol enthalten keine Warnung vor der Verordnung in der Schwangerschaft. Gegenteilige Informationen in den Beipackzetteln sind vermutlich eine Schutzbehauptung der Hersteller und dienen in erster Linie der vereinfachten Schadensabwehr bei unberechtigten Klagen. 3. Nach allen Kenntnissen kann es nicht schaden, wenn Sie vor einem wichtigen Konzert einmal eine Tablette Beloc mite 50 einnehmen. Trotzdem gilt die allgemeine Regel, dass eine Frau in der Schwangerschaft nur dann ein Medikament einnehmen soll, wenn dies unbedingt notwendig ist. Nach diesen Informationen müssen Sie also selbst entscheiden. Frage wegen Blutdrucktabletten Frage: Ich bin in der 12. SSW und habe einen hohen Blutdruck. Meine Frauenärztin hat mir nun Blutdrucktabletten verschrieben und meinte, es sei besser für mich und das Baby, da das Baby sonst unter Sauerstoff leidet. Nun meine Frage: Sind die Blutdrucktabletten für mein ungeborenes Baby schädlich oder mache ich mir zu viele Sorgen. Schließlich freuen wir uns so auf das Baby und Gesundheit steht für uns an 1. Stelle. Kann ich die Tabletten mit ruhigem gewissen nehmen? von Billy am 28.10.2004 13:25

Interessant:  Knickfuß
Experten-Antwort: Wenn in der Schwangerschaft der Blutdruck erhöht ist, erfolgt zunächst nur eine Behandlung mit Allgemeinmaßnahmen, aber noch ohne Medikamente, d.h. durch körperliche Schonung, Einschränkung oder Verzicht auf Berufs- und Hausarbeit, evtl. Bettruhe zu Hause oder in einer ruhigen Umgebung. Erst wenn der Blutdruck aufgrund wiederholter Messungen auf 170/110 mmHg und darüber ansteigt, werden Medikamente verordnet, d.h. die Grenze liegt bei höheren Werten als außehalb der Schwangerschaft. Betablocker und Alpha-Methyldopa gehören zu den Medikamenten, mit denen die größten Erfahrungen in der Schwangerschaft gemacht und bei denen keine Komplikationen oder Probleme beobachtet wurden. Diese Blutdrucksenker werden deshalb von Fachgesellschaften und Experten weltweit, auch von der Deutschen Hochdruck-Liga zur Behandlung des Bluthochdrucks in der Schwangerschaft empfohlen. Der Blutdruck muss in der Schwangerschaft bei Frauen mit Bluthochdruck besonders sorgfältig und engmaschig überprüft werden, am besten durch Selbstmessungen. Damit sollen Anstiege rechtzeitig erkannt werden. Für Sie ist also wichtig: 1. Wie hoch ist der Blutdruck bei mehrfacher Messung? 2. Bei zu hohem Blutdruck: ist das Medikament ein Betablocker oder Alpha-Methyldopa? Kalte Füße durch Beloc mite Frage: Ich nehme wegen zu hohem Blutdruck und Herzrhythmusstörungen folgende Medikamente ein: 1/4 Beloc mite 25mg, 1 Delix 2,5 plus und 1 Rytmonorm. Nun habe ich andauernd ein starkes Ziehen hinter dem Brustbein und Kältegefühl in den Füßen. EKG und Checkup wurden im August durchgeführt und waren in Ordnung. Als ich anstatt von Beloc mite noch Dilatrend (abgesetzt werden erhöhter Leberwerte) eingenommen habe, hatte ich diese Beschwerden nicht. Kann ich anstatt Beloc mite einen Kalziumantagonisten z.B. Verapamil einnehmen? den hatte ich nämlich schon mal und es ist mir besser bekommen. von Naturliebhaber am 28.10.2004 11:59 Experten-Antwort: 1. Betablocker (z.B. Metoprolol im Beloc) können infolge von Durchblutungsstörungen zu kalten Händen und Füßen, bei Personen mit entsprechender Veranlagung sogar zu offenen Wunden führen. 2. Bluthochdruck und bestimmte Herzrhythmusstörungen kann man sowohl mit Betablockern als auch mit Kalziumantagonisten vom Verapamil-Typ behandeln. Ob ein Ersatz des Betalockers durch Verapamil bei Ihnen möglich ist, muss aber Ihr Hausarzt entscheiden, der Sie, Ihr EKG und Ihre Erkrankungen genau kennt. 3. Ihr Arzt hat aufgrund einer gründlichen Untersuchung keine Ursache für das starke Ziehen hinter dem Brustbein gefunden. Allerdings kann es auch nicht vom Betablocker kommen. Mit Blutdrucksenkern früher in die Wechseljahre? Frage: Ich (44 Jahre) habe seit 10 Jahren eine Nebennierenhyperplasie bds. und nehme schon jahrelang die Blutdruck senkenden Medikamente Trandate, Aprovel und Norvasc. Seit dem 41. Lebensjahr habe ich unregelmässige Monatsblutungen, seit 2 Jahren (mit 42 Jahren) überhaupt keine Menses mehr. Kann das von den Medikamenten kommen? von flora am 26.10.2004 14:57 Experten-Antwort: 1. Alle drei Medikamente, die Sie nehmen, verursachen keine Störungen der Monatsblutungen. 2. Es bleibt einiges unklar: Eine beidseitige Hyperplasie der Nebennierenrinde führt zu einem primären Hyperaldosteronismus, d.h. zur Ausschüttung vermehrter, krankhaft erhöhter Mengen des Hormons Aldosteron, und dadurch zu Bluthochdruck. Dann müssten Sie aber eigentlich mit dem Medikament Spironolakton behandelt werden. Nur dieses Medikament kann gelegentlich Störungen der Monatsblutungen verursachen. 3. Es ist keineswegs völlig ungewöhnlich, wenn eine Frau mit 41 Jahren in die Wechseljahre kommt. Fragen Sie Ihren Frauenarzt, ob es eine Ursache gibt oder ob es sich um einen natürlichen, wenn auch vorzeitigen Prozess handelt. 4. Wenn Ihr Bluthochdruck wirklich auf einem primären Hyperaldosteronismus aufgrund einer beidseitigen Nebennierenrindenhyperplasie beruht, dann bleibt Spironolakton der Blutdrucksenker der ersten Wahl. Husten durch Blutdrucksenker? Frage: Ich habe gehört, dass Medikamente zur Blutdrucksenkung Husten verursachen können. Stimmt das? von Kaltbrunnen am 25.10.2004 07:42 Experten-Antwort: Alle Blutdrucksenker aus der Gruppe der ACE-Hemmer können Husten verursachen. Man kann auch als Laie diese Medikamente an der chemischen Kurzbezeichnung erkennen, die auf jeder Packung und in der Packungsbeilage stehen. Alle diese Medikamente enden auf –pril, z.B. Enalapril, Lisinopril, Ramipril usw.. Blutdrucksenker aus der Gruppe der Betablocker sollten nicht bei Asthma, Bronchitits, Emphysem oder obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) verordnet werden, weil sie diese Erkrankungen und ihre Beschwerden, u.a. Husten verstärken können. Wie umstellen, wenn ein ACE-Hemmer Husten macht? Frage: Ich habe über einige Monate einen Betablocker eingenommen, der aber Potenzstörrungen verursachte. Ich bin dann auf einen ACE Hemmer umgestellt worden, von dem ich einen starken Hustenreiz bekommen habe, der bis zum Erbrechen ging. Auch habe ich mit Schweisausbrüchen Schwierigkeiten gehabt. Meine Frage ist: was habe ich noch für eine Alternative an Medikamenten? von ralf541 am 24.10.2004 19:09 Experten-Antwort: Wenn der Blutdruck mit dem ACE-Hemmer gut eingestellt war, aber leider Husten verursacht hat, dann ist das Mittel der ersten Wahl zur Behandlung des Bluthochdrucks ein AT1-Rezeptorblocker (auch „Sartane“ genannt, z.B. Candesartan im Blopress oder ein anderes Sartan). Wie setzt man einen Betablocker ab? Frage: Ich (33 Jahre) nehme seit 2 Jahren einen Betablocker (1 Tablette Concor 5 mg) gegen Bluthockdruck. Durch Jogging und Yoga fühle ich mich jetzt viel besser. Kann ich langsam Concor absetzen oder reduzieren? Wenn ich absetzen oder reduzieren will, wie funktionert es? Wie langsam muss es sein? von sea am 19.10.2004 12:50 Experten-Antwort: Grundsätzlich müssen Sie Ihren Arzt, der Sie genau kennt, fragen, ob überhaupt und wie Sie den Betablocker absetzen können. Wenn Sie das Medikament wegen eines Bluthochdrucks einnehmen, ist die entscheidende Frage nicht, wie Sie sich derzeit fühlen, sondern wie hoch Ihr Blutdruck ist. Bei plötzlichem Absetzen eines Betablockers kann es zu einem so genannten „Absetzsyndrom“ kommen. Das ist gefährlich für Patienten mit Herzerkrankungen, z.B. mit Verkalkung der Herzkranzgefäße und Durchblutungsstörungen des Herzens (koronarer Herzkrankheit), mit Herzschmerzen (Angina pectoris), für diejenigen, die schon einen Herzinfarkt hatten oder die wegen Herzrhythmusstörungen mit dem Betablocker behandelt werden. Bei solchen Patienten darf man einen Betablocker nur langsam und stufenweise bzw. überhaupt nicht absetzen. Patienten ohne Herzerkrankung können das plötzliche Absetzen eines Betablockers zwar auch für 3 – 8 Tage empfinden, z.B. als Unruhe, Schwitzen, schnellen Puls. Das ist unangenehm, aber nicht gefährlich. Wenn Sie herzgesund sind und die genannten Beschwerden, die zwar auftreten können, aber nicht auftreten müssen, akzeptieren, können Sie den Betablocker sofort ganz absetzen. Wenn Sie die möglichen Beschwerden vermeiden wollen, sollten Sie eine Woche die halbe Dosis einnehmen und dann das Medikament ganz absetzen. Doppelbilder und Müdigkeit durch Blutdrucksenker? Frage: Mein Mann erhält gegen hohen Blutdruck seit vielen Jahren verschiedene Mittel. Seither leidet er vor allem an starker Müdigkeit und Doppelbildern. Diese Nebenwirkungen werden immer stärker. Er verliert seinen Lebenswillen. Wer kennt diese Symptome und kann helfen? von B. Gierde am 18.10.2004 23:01 Experten-Antwort: Wenn Ihr Mann Doppelbilder hat, muss unbedingt eine augenärztliche und evtl. neurologische Untersuchung erfolgen. Sie werden nicht durch Blutdrucksenker verursacht. Müdigkeit kann nach Gabe aller Blutdrucksenker vorübergehend auftreten, weil der erhöhte Blutdruck sinkt und der Körper, der an den hohen Blutdruck gewöhnt war, dies vorübergehend als zu niedrigen Blutdruck empfindet. Nach 2 – 4 Wochen ist das aber wieder verschwunden. Einige ältere Blutdrucksenker wie z.B. Reserpin, Clonidin und Alpha-Methyldopa, die heute nur noch selten verordnet werden, können dauerhaft zu Müdigkeit führen. Fragen Sie Ihren Arzt, ob Ihr Mann eines dieser Medikamente einnimmt. Wenn zu Müdigkeit und Verlust des Lebenswillen auch noch eine depressive Stimmungslage kommt, sollte sich Ihr Mann von einem Nervenarzt (Psychiater) untersuchen lassen. Man kann dies heute gut behandeln. Gesichtsschwellungen unter AT1-Rezeptorblockern Frage: Ich habe neuerdings Gesichtsschwellungen. Kann das vom Medikament Blopress kommen? von Gesicht am 17.10.2004 18:07 Experten-Antwort: Es ist sehr selten, d.h. weniger als einmal bei 10 000 Patienten über eine Schwellung, ein so genanntes Angioödem, nach Einnahme von AT1-Rezeptorblockern (z.B. Candesartan, im Blopress enthalten) berichtet worden. Dabei weiß man aber nicht, ob es sich um einen ursächlichen (kausalen) Zusammenhang mit der Einnahme von Blopress handelt oder ein zufälliges Ereignis, das auch ohne Einnahme des Medikamentes aufgetreten wäre. Sie sollten auf jeden Fall sofort Ihrem Arzt die Schwellungen zeigen bzw. ihm davon berichten. Betablocker bei Unterzucker (Hypoglykämie) Frage: IWird unter der Einnahme eines Betablockers bei Unterzuckerung die Freisetzung von Glukose aus der Leber verzögert? von 123 am 12.10.2004 11:38 Experten-Antwort: Betablocker hemmen die Glukosefreisetzung und verlängern dadurch die Erholung aus einem Unterzucker (Hypoglykämie), ferner können Betablocker die Warnsymptome eines Unterzuckers wie Pulsanstieg, Schwitzen und Hungergefühl beeinträchtigen bzw. unterdrücken, so dass der Patient eine drohende Unterzuckerung nicht oder erst verspätet wahrnimmt. Diese Nebenwirkungen sind bei so genannten Beta1-selektiven Blockern (z.B. Atenolol, Bisoprolol, Metoprolol), die heute überwiegend verordnet werden, weniger stark ausgeprägt als bei den unselektiven Blockern (wie z.B. Propaolol). Es handelt sich um eine seltene Nebenwirkung, die bei Diabetikern und Sportlern (verringerte Glukosefreisetzung) bedeutsam sein kann und die der Arzt bei der Verordnung berücksichtigem und mit dem Patienten besprechen sollte. Langfristig können Betablocker auch gegenteilig wirken, nämlich das Auftreten einer Zuckerkrankheit (Diabetes) begünstigen oder die Einstellung des Blutzuckers verschlechtern. Insgesamt überwiegen aber die Vorteile der Betablocker, so dass keine grundsätzliche Gegenanzeige zur Verordnung bei Diabetikern besteht und sie bei bestimmten Erkrankungen wie z.B. nach Herzinfarkt, bei Verengung der Herzkranzarterien (koronarer Herzkrankheit), bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und bei Bluthochdruck häufig eingesetzt werden. Betablocker sind aber bei Diabetikern in der Regel nicht Medikament der 1. Wahl. Potenzprobleme unter Blutdrucksenkern Frage: Ich nehme seit Jahren morgens je eine Teplette Lisinopril STADA 20 mg und Atenolol STADA 50 mg ein. Seit einigen Wochen habe ich "Versagensängste". Kann das an den Medikamenten liegen? Was empfehlen Sie mir? von ich am 30.09.2004 13:19 Experten-Antwort: Betablocker (wie z.B. Atenolol) und ACE-Hemmer (wie z.B. Lisinopril) können in sehr seltenen Fällen die Potenz beeinträchtigen oder sogar zu Impotenz (Erektionsstörungen) führen. Man muss aber berücksichtigen, dass es zahlreiche andere Ursachen für Impotenz gibt. Am häufigsten sind bestimmte Nervenkrankheiten einschließlich Depression, Zuckerkrankheit, übermäßiger Alkoholkonsum und zunehmendes Alter, aber auch Medikamente gegen Depression sowie Beruhigungs- und Schlafmittel. Wenn keine andere Ursache in Betracht kommt und Sie Gewissheit haben wollen, dann müssen Sie Ihren Hausarzt fragen, ob Sie zunächst Atenolol, dann Lisinopril vorübergehend absetzen und evtl. durch ein anderes Medikament ersetzen können. Wenn eines der Medikament wirklich die Ursache ist, verschwinden die Erektionsstörungen innerhalb von 4 – 8 Wochen. ACE-Hemmer und anaphylaktischer Schock Frage: Ich nehme seit einem Jahr Acerbon 5 mg und hatte zum ersten Mal in meinem Leben (66) eine anaphylaktische Reaktion (Anaphylaktischer Schock) auf zwei Insektenstiche durch Hornissen im Abstand von 4 Wochen. Erhöht die Einnahme von ACE-Hemmern (speziell Acerbon) die allergische Reaktionsbereitschaft? Vor der Einnahme von Acerbon hatte ich auf Insektenstiche keine solche Reaktion. Welche blutdrucksenkenden Medikamente ohne Auswirkunngen auf die allergische Reaktionsbereitschaft gibt es? von Brenta am 27.09.2004 11:35 Experten-Antwort: 1. ACE-Hemmer (wie z.B. das Lisinopril im Acerbon) begünstigen anaphylaktische Reaktionen nur unter ganz bestimmten, speziellen Bedingungen, wie z.B. bei der Behandlung mit ganz bestimmten Formen der künstlichen Niere, bei der extrakorporalen Entfernung von Fetten bei schweren Fettstoffwechselstörungen (LDL-Apherese) und bei einer Desensibilisierungsbehandlung. 2. Falls bei Ihnen eine Desensibilisierung geplant ist, müssen Sie den ACE-Hemmer mindestens 4 Wochen vorher absetzen. 3. Bei der Desensibilisierung dürfen Sie auch keine Blutdrucksenker vom Typ der Betablocker einnehmen. Betablocker erhöhen nicht die allergische Reaktionsbereitschaft, sondern beeinträchtigen die Fähigkeit des Körpers, auf schwere, allergische Reaktionen adäquat und zuverlässig zu reagieren. Hoher Blutdruck bei Blutdrucksenker mit kurzer Wirkungsdauer? Frage: Ich fühle mich schon seit Monaten müde und stehe morgens oft mit Kopfschmerzen auf. Mein Hausarzt diagnostizierte Bluthochdruck. Bei einer Langzeitblutdruckmessung wurde ein allgemein zu hoher Blutdruck festgestellt. Seit ca. 3 Wochen nehme ich morgens 1 ACE Hemmer 25 mg. Ich habe aber trotzdem einen morgendlichen Blutdruck von 160/ 120 (unmittelbar nach dem Aufstehen). Was hat das für Ursachen? von Manfred am 26.09.2004 20:46 Experten-Antwort: 1. Leider schreiben Sie nicht, welchen ACE-Hemmer Sie einnehmen. Aufgrund der Dosisangabe von 25 mg könnte es sich um den ACE-Hemmer Captopril handeln. Dieser wirkt nur etwa 6 – 10 Stunden. Wenn Sie ihn morgens zum Frühstück einnehmen, ist seine Wirkung bereits am Abend erschöpft. Captopril muss man dreimal am Tag alle 8 Stunden einnehmen. Eine andere Möglichkeit ist die Verordnung eines ACE-Hemmers, der zuverlässig über 24 Stunden wirkt. 2. Wenn es sich nicht um das Captopril oder einen anderen kurz wirkenden ACE-Hemmer handelt, schlage ich folgendes vor: Der Blutdruck sollte nicht nur morgens, sondern auch abends zu festgesetzten Zeitpunkten in körperlicher und seelischer Ruhe gemessen und die Werte aufgeschrieben werden. Wenn der Mittelwert aller Werte trotz regelmäßiger Einnahme der Medikamente über 135/85 mmHg liegt, muss die Behandlung intensiviert, ein zweiter, evtl. auch dritter Blutdrucksenker zusätzlich gegeben werden. Unter bestimmten Umständen sollte die Langzeitmessung wiederholt werden, um zu überprüfen, wie sich die Behandlung ausgewirkt hat. Zeugungsunfähigkeit durch Blutsenker? Frage: Ich bin männlich, 33 Jahre. Kann man durch ein Medikament gegen Bluthochdruck keine Kinder mehr zeugen kann? Ich habe schon zwei Kinder, die aber vor der Einnahme des Medikamentes gezeugt wurden. Die Partnerin ist auch immer noch die gleiche. Das Medikament (Lisi Lich 10 mg) nehme ich seit fast 3 Jahren. von Engelchen am 23.09.2004 20:56 Experten-Antwort: Ich gehe davon aus, dass Sie regelmäßig normalen Geschlechtsverkehr haben, d.h. dass Geschlechtstrieb (Libido) und Potenz (Erektionsfähigkeit) normal sind. Eine Zeugungsunfähigkeit (Infertilität) wird durch Blutdrucksenker nicht verursacht, auch nicht durch den ACE-Hemmer Lisinopril (im Lisi Lich). Schwitzen durch Beloc-zok mite? Frage: Nach der Einnahme von jeweils 1/2 abends und morgens von Beloc Zok mite schwitze ich, auch ohne Belastung, sehr stark. Können Sie mir einen Rat geben ? von Otto am 20.09.2004 09:04 Experten-Antwort: Es ist sehr ungewöhnlich, dass durch Betablocker (wie z.B. Beloc Zok) Schwitzen ausgelöst wird. Betablocker werden nämlich manchmal verordnet, um durch Aufregung bedingtes Schwitzen zu behandeln. Ganz selten ist allerdings über Schwitzen nach Betablockern berichtet worden, wobei ein kausaler Zusammenhang nicht endgültig bewiesen ist. Wenn Sie endgültige Sicherheit haben wollen, dann fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie auf die Einnahme des Betablockers verzichten können bzw. den Betablocker durch ein anderes Medikament ersetzen können. Wenn das Schwitzen innerhalb von 2 – 4 Wochen nicht verschwindet, ist der Betablocker nicht die Ursache. Dann allerdings sollten Sie sich untersuchen lassen, ob es eine andere Ursache für das Schwitzen gibt. Asthma bronchiale durch Betablocker Frage: Kann Beloc-Zok asthmatische Beschwerden auslösen oder fördern? von Jeannot am 19.09.2004 21:02 Experten-Antwort: Betablocker (wie z.B. Beloc Zok) können asthmatische Beschwerden bei Patienten mit Asthma oder obstruktiven Lungenerkrankungen wie Bronchitis und Lungenemphysem auslösen oder verstärken und dürfen bei diesen Erkrankungen nicht verordnet werden. Eine Ausnahme bilden Patienten, bei denen die Einnahme von Betablockern geradezu lebensnotwendig ist und für die es keine Alternative gibt. Krebsrisiko durch Betablocker? Frage: Kann durch die Einnahme von Betablockern ein Krebsrisiko auftreten? In Holland soll im Beizettel dieser Umstand vermerkt sein. Gibt es alternative Produkte von Henry am 19.09.2004 00:15 Experten-Antwort: Betablocker erhöhen nicht das Krebsrisiko, auch dann nicht, wenn Sie über viele Jahre oder Jahrzehnte eingenommen werden. Das weiß man ganz zuverlässig, weil die Betablocker seit 40 Jahren zu den weltweit am häufigsten eingesetzten Medikamenten zählen und eine Vielzahl großer, kontrollierter Studien durchgeführt wurde. Es gibt keinerlei Veranlassung, aus diesem Grund nach Alternativen zu suchen. Blutdrucksenker morgens oder abends einnehmen? Frage: Ich habe das erste Mal ein Medikament ( Beloc-Zok mite 47,5 mg ) gegen Bluthochdruck verschrieben bekommen. Könnte ich die Tablette auch ausschließlich abends nehmen? Ich fürchte, dass mich evtl. Müdigkeit im Beruf beeinträchtigt. von gunda60 am 18.09.2004 08:32 Experten-Antwort: Die meisten Patienten nehmen ihre Blutdrucksenker morgens ein. Für die Behandlung des hohen Blutdrucks werden in der Regel Medikamente verschrieben, deren Wirkung über 24 Stunden sicher anhält (z.B. auch Beloc Zok) und die man nur einmal am Tag einnehmen muss. Deshalb können die Medikamente grundsätzlich auch abends eingenommen werden. Betablocker und andere Blutdrucksenker verursachen nur bei einem Teil der Patienten Müdigkeit nach Beginn der Behandlung. Der Körper hat sich an den lange erhöhten Blutdruck gewöhnt und empfindet den jetzt normalen Blutdruck vorübergehend als zu niedrig. Nach 2 – 4 Wochen verschwindet die Müdigkeit wieder. Hörstörungen nach Diuretika? Frage: In einer Fernsehsendung wurde diese Erkenntnis publiziert. Besteht diese Gefahr bei täglicher Einnahme von Torasemid 10 mg plus Hydroclorothiazid 12,5 mg zur Blutdrucksenkung. Ich bin 70 Jahre alt. von Renntier am 13.09.2004 16:26 Experten-Antwort: So genannte Schleifendiuretika, zu denen Torasemid, nicht aber Hydrochlorothiazid zählt, können unter besonderen Bedingungen, d.h. bei sehr hoher Dosierung, bei schneller Injektion in die Blutbahn, bei Nierenerkrankungen mit erhöhtem Kreatinin und in Kombination mit anderen Medikamenten wie z.B. Aminoglykoside, Cisplatin eine meist vorübergehende, manchmal auch dauerhafte Hörstörung verursachen. Wenn diese Voraussetzungen fehlen, ist eine Hörstörung praktisch ausgeschlossen. Mir ist jedenfalls nicht bekannt, dass jemals nach Einnahme von Torasemid in Form von Tabletten über eine derartige Nebenwirkung berichtet wurde. Blutdrucksenker während des Stillens Frage: Während meiner 4. Schwangerschaft nahm ich wegen bereits bestandenem Bluthochdruck Atenolol 50 mg. Nun bin ich am Stillen, und darf deshalb dieses Medikament nicht mehr nehmen. Ich habe Adalat retard probiert, hatte dabei aber einen Puls von 152. Nun gab mir mein Hausarzt Beloc-Zok 200 mg, aber meine Werte sind trotzdem in den letzten 2 Wochen langsam auf 176-198/116 gestiegen. Mein Hausarzt sagt, Adalat und Beloc-Zok seien die beiden einzigen Mittel, welche ich während dem Stillen nehmen darf. Morgen muss ich zum Arzt, und er wird aufs Abstillen bestehen. Ich will aber nur im Notfall abstillen, da mein Baby erst 2 Monate alt ist. Gibt es doch noch andere Medikamente, die ich nehmen darf, und wenn ja, wie heissen sie? von Sarah am 06.09.2004 07:50 Experten-Antwort: Für die Behandlung des erhöhten Blutdrucks während des Stillens werden Medikamente bevorzugt, die nicht oder nur in geringer Menge in die Muttermilch übertreten und bei denen bisher keine oder doch zumindest keine ernsten Wirkungen oder Nebenwirkungen beim Säugling festgestellt wurden. Hierzu zählen Alpha-Methyldopa, Hydralazin bzw. Dihydralazin, von den Betablockern (in Einzelfällen wurden Abfall von Herzfrequenz und Blutdruck beobachtet) das Metoprolol (z.B. Beloc-Zok) und von den Kalziumantagonisten neben Nifedipin (z.B. Adalat) auch Nitrendipin und Verapamil (da nach Adalat Ihre Herzfrequenz stark anstieg, sollten Sie Verapamil oder Nitrendipin bevorzugen). Von den ACE-Hemmern Captopril und Enalapril weiß man, dass sie nur in geringen Mengen in die Muttermilch übertreten. Wenn die zuvor genannten Blutdrucksenker unwirksam oder nicht indiziert sind, kommen auch diese beiden Medikamente in Betracht (Leitlinien Deutsche Hochdruckliga, DMW, 126, 201-328, 2001). Bevorzugt sollten auch nicht-medikamentöse Maßnahmen eingesetzt werden. In der Zeit des Stillens kommen am ehesten körperliche Schonung und salzarme Kost in Betracht. Wenn keine Herz -, Kreislauf- oder Nierenerkrankungen bestehen, kann man nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung den Blutdruck unter regelmäßiger Kontrolle für die Dauer des Stillens evtl. auch unbehandelt lassen. Viagra und Blopress gleichzeitig? Frage: Ist die gleichzeitige Einnahme von Viagra und Blopress gefährlich? von saroti am 06.09.2004 07:35 Experten-Antwort: Es bestehen keine Bedenken gegen die gleichzeitige Einnahme von Blopress und Viagra. Die Gegenanzeigen und Anwendungseinschränkungen für Viagra müssen Sie natürlich beachten. Erektionsstörungen durch Betablocker? Frage: Kann es sein, dass es durch die Einnahme von Beloc-Zok zu Erektionsstörungen kommt? Mein Mann nimmt die Tabletten schon seit etwa 1 1/2 Jahren und in den letzten Monaten klappt "es" nicht mehr. Kann das mit den Tabletten zusammenhängen? von beloc-zok am 05.09.2004 12:37 Experten-Antwort: Betablocker (wie z.B. Beloc-Zok) können in seltenen Fällen Potenz und Libido beeinträchtigen oder sogar zu Impotenz (Erektionsstörungen) führen. Man muss aber auch berücksichtigen, dass es zahlreiche andere Ursachen für Impotenz gibt. Am häufigsten sind bestimmte Nervenkrankheiten einschließlich Depression, Zuckerkrankheit, übermäßiger Alkoholkonsum und zunehmendes Alter, aber auch Medikamente gegen Depression sowie Beruhigungs- und Schlafmittel. Wenn keine andere Ursache in Betracht kommt und Sie Gewissheit haben wollen, dann sollte Ihr Mann seinen Hausarzt fragen, ob er Beloc-Zok vorübergehend absetzen, evtl. durch ein anderes Medikament ersetzen kann. Wenn Beloc Zok wirklich die Ursache ist, verschwinden die Erektionsstörungen innerhalb von 4 – 8 Wochen. Trockener Husten unter Lisinopril Frage: Ich nehme seit ca zwei Jahren u.a. tgl. eine Coric plus und eine Lisi-Hexal 10 mg. Seit etwa drei Wochen leide ich unter extremen Reizhusten (nicht produktiv). Hustenmittel etc. helfen nicht. Der Reiz tritt besonders stark beim Sprechen auf und ist sehr unangenehm. Können die Medikamente den Husten verursachen? Was könnte man als "Ersatz"-Medikament einsetzen? von Breslauer am 21.08.2004 11:42 Experten-Antwort: Ein trockener, nicht-produktiver Reizhusten ist eine charakteristische Nebenwirkung der ACE-Hemmer (z.B. des Lisinopril, sowohl im CORIC plus als auch im LisiHEXAL enthalten). Er kann wenige Tage, manchmal aber auch erst viele Monate nach Beginn der Einnahme auftreten. Bei Husten sollte der ACE-Hemmer abgesetzt werden und durch einen AT1-Rezeptorblocker, ein so genanntes „Sartan“ ersetzt werden. Diese Gruppe von Blutdrucksenkern hat sehr ähnliche Wirkungen wie die ACE-Hammer, ohne allerdings Husten zu verursachen. In Ihrem Fall könnte man die beiden Medikamente z.B. durch Blopress 8 mg Plus 12,5 mg, evtl. Blopress 16 mg Plus 12,5 mg ersetzen. Intermittierende Betablocker Frage: Was und welches sind die intermittierenden Betablocker ? von acerola am 15.08.2004 00:49 Experten-Antwort: Den Begriff des „intermittierenden Betablockers“ gibt es nicht. Was meinen Sie? Betablocker bei Schuppenflechte in der Familie? Frage: Zur Zeit nehme ich täglich: Blopress plus, Delix protect und Beloc Zok comp. Vorher erhielt ich statt Beloc Dilzem 180 Uno für meinen hohen Blutdruck und um meine Tachykardie zu behandeln. Der Erfolg blieb jedoch aus. Dann wurde mir Beloc Zok comp verschrieben. Damit ist nun mein Blutdruck gut eingestellt. Ich werde auch nicht mehr so schnell nervös. Allerdings hatte mein Vater eine Schuppenflechte. Es heißt zwar, das Risiko sei sehr gering, aber soll ich dieses Mittel trotzdem weiterhin einnehmen? von Alex am 04.08.2004 02:35 Experten-Antwort: Es ist zwar richtig, dass Betablocker (wie z.B. das Metoprolol im Beloc-Zok comp ) eine Schuppenflechte (Psoriasis) verschlimmern oder derartige Hautveränderungen auslösen können. Das Risiko ist aber gering. Außerdem gehen die Hautveränderungen, die durch Betablocker verursacht werden, nach Absetzen des Medikamentes wieder zurück. Wenn das nicht der Fall ist, wäre die Schuppenflechte, die familiär gehäuft auftritt, auch ohne den Betablocker zu diesem Zeitpunkt oder später aufgetreten. Da Ihr Blutdruck jetzt gut eingestellt ist und Sie sich wohl fühlen, sollten Sie das Beloc Zok comp weiterhin einnehmen. Wenn Hautveränderungen auftreten, können Sie den Betablocker immer noch absetzen. Umstellung vom Betablocker auf anderen Blutdrudcksnker Frage: Seit mehreren Jahren nehme ich Blopress 16mg plus und Tenormin 25mg! Ich möchte jetzt den Betablocker aufgrund von Nebenwirkungen (Hautausschläge, Ekzeme etc.) auf Norvasc umsteigen! Wie soll ich den Betablocker ausschleichen und Norvasc starten? Verträgt sich Blopress 16mg plus mit Norvasc? Auf was muß ich achten? von tomtom am 30.07.2004 16:54 Experten-Antwort: 1. Die Medikamente Blopress 16 plus und Norvasc vertragen sich, können also gleichzeitig eingenommen werden. 2. Wenn Sie das Tenormin 25 mg täglich nur wegen des erhöhten Blutdrucks nehmen und nicht zusätzlich aus einer anderen Indikation, z.B. wegen Angina pectoris, koronarer Herzkrankheit, Herzrhythmusstörungen oder Herzschwäche, und wenn Sie aufgrund von Untersuchungen Herzkreislauf gesund sind (Fragen Sie Ihren Arzt!), können Sie das Tenormin von heute auf morgen durch Norvasc ersetzen. Es könnte allenfalls sein, dass Sie in den ersten 10 Tagen nach der Umstellung etwas vermehrt Unruhe verspüren und der Puls dauerhaft etwas höher ist. 3. Wenn Sie das Tenormin auch wegen einer anderen Erkrankung einnehmen, müssen Sie mit Ihrem Arzt ausführlich besprechen, ob Sie auf den Betablocker überhaupt verzichten können, welche andere Behandlung Sie stattdessen benötigen und wie bei der Umstellung vorgegangen werden muss. Blutdrucksenker und Husten Frage: Guten Tag, seit ca. 6 Monaten muss ich blutdrucksenkende Mittel einnehmen. Seit dieser Zeit habe ich Hustenattacken, bis zum Brechreiz. Gibt es eine Alternative oder was kann ich tun??? von Drea am 28.07.2004 14:41 Experten-Antwort: Husten verursachen unter den Blutdrucksenkern nur ACE-Hemmer und - unter bestimmten Voraussetzungen - Betablocker. Leider schreiben Sie nicht, welche Medikamente Sie einnehmen. 1. Wahrscheinlich nehmen Sie einen ACE-Hemmer ein (schauen Sie in die Packungsbeilage; die chemische Bezeichnung des Medikamentes endet auf –pril, z.B. Enalapril, Ramipril usw.). ACE-Hemmer können bei etwa 5 – 10% der Patienten einen trockenen Reizhusten auslösen. In einem solchen Fall sollte der ACE-Hemmer abgesetzt und stattdessen ein AT1-Rezeptorblocker (z.B. Candesartan = Blopress) verordnet werden. 2. Betablocker können Husten auslösen oder verstärken bei Patienten mit chronischer Bronchitis bzw. chronisch obstruktiver Lungenerkrankung. Auch in diesem Fall wird eine Umstellung auf einen AT1-Rezeptorblocker empfohlen. Flush und Ödeme nach Kalziumantagonisten Frage: Bei mir sind allergische Reaktionen wie Flush und Gewebeschwellungen sowohl mit Nifedipin als auch mit Amlodipin sehr stark aufgetreten. Gibt es in der Gruppe der Kalziumantagonisten auch Präparate, die bzgl. dieser Nebenwirkungen besser sind ? von wagginger am 27.07.2004 12:33 Experten-Antwort: Alle Kalziumantagonisten können zu roter und warmer Haut bzw. Hitzegefühl, vor allem im Gesicht (Flush) und zu Schwellungen, vor allem an den Unterschenkeln und Füßen (Ödeme) führen. Es handelt sich dabei nicht um allergische, sondern andersartige pharmakologische Reaktionen. Nifedipin und Amlodipin gehören zu den Kalziumantagonisten vom Dihydropyridin-Typ. Wenn Sie unbedingt einen Kalziumantagonisten nehmen müssen oder wollen, sollten Sie einmal einen Nicht-Dihydropyridin-Kalziumantagonisten wie z.B. Verapamil oder Diltiazem versuchen. Wenn es um die Behandlung des hohen Blutdrucks geht, ist aber der Wechsel zu einem anderen Typ von Blutdrucksenker, z.B. einem ACE-Hemmer, AT1-Rezeptorblocker, Betablocker oder Diuretikum zu empfehlen. Potenzstörung nach Delix plus? Frage: Kann man auf Delix 5 plus Potenz- und Magenprobleme bekommen? von Schmetterjack am 27.07.2004 09:03 Experten-Antwort: Im Delix plus ist das Diuretikum Hydrochlorothiazid enthalten, das in seltenen Fällen die Potenz beeinträchtigen oder zu Impotenz führen kann. Tritt eine derartige Nebenwirkung auf, sollte die Behandlung beendet werden. Wenn das Hydrochlorothiazid die Ursache war, verschwindet die Störung innerhalb von 2 – 8 Wochen. Den erhöhten Blutdruck muss man dann mit dem anderen Medikament im Delix plus, dem ACE-Hemmer Ramipirl behandeln, entweder allein oder in höherer Dosis oder, falls notwendig, zusätzlich mit einem anderen Medikament, z.B. mit einem Kalziumantagonisten (z.B. Verapamil) oder evtl. auch mit einem AT1-Rezeptorblocker (einem „Sartan“, z.B. Candesartan). Delix plus verursacht keine Magenprobleme. Betablocker nur langsam absetzen? Frage: Ich möchte gerne meinen Betablocker absetzen. Wieso kann man ihn nicht von heute auf morgen absetzen? Meine Ärztin sagt, daß man das langsam und stufenweise machen muß. Was kann denn passieren, wenn ich es doch tue? von Mobby am 08.07.2004 11:28 Experten-Antwort: Bei plötzlichem Absetzen eines Betablockers kann es zu einem so genannten „Absetzsyndrom“ kommen. Das ist nur gefährlich für Patienten mit Herzerkrankungen, z.B. mit Verkalkung der Herzkranzgefäße und Durchblutungsstörungen des Herzens (koronarer Herzkrankheit), mit Herzschmerzen (Angina pectoris) oder für diejenigen, die schon einen Herzinfarkt hatten. Bei solchen Patienten darf man einen Betablocker nur langsam und stufenweise absetzen. Patienten ohne Herzerkrankung können das plötzliche Absetzen eines Betablockers zwar auch für 3 – 8 Tage unangenehm empfinden, z.B. als Unruhe, Schwitzen, schnellen Puls. Das ist aber nicht gefährlich. Wenn Sie herzgesund sind und die genannten Beschwerden, die auftreten können, aber nicht müssen, akzeptieren, können Sie den Betablocker sofort und ganz absetzen. Möglicherweise ist Ihre Ärztin besonders vorsichtig und gewissenhaft: Sie könnten ja – vor allem wenn Sie schon älter sind und auch wenn es insgesamt sehr unwahrscheinlich ist - eine Herzerkrankung haben, die noch gar nicht erkannt ist. Ist es für Sie so wirklich so unangenehm, den Betablocker stufenweise abzusetzen? Alle Blutdrucksenker mit Nebenwirkungen? Frage: Ich leide unter Hypertonie (130/100 mmHg) und habe schon mehrere Beta-Blocker und ACE-Hemmer verschrieben bekommen. Die Nebenwirkungen waren stärker als die beabsichtigte Wirkung. Das nebenwirkungsarme Medikament aus der Wirkungsgruppe der Sartane (Aprovel) zeigte leider nicht die gewünschte Wirkung. Ich bin 46, schlank und trinke keinen Alkohol. Können Sie ein Medikament empfehlen, dass wirkt und trotzdem wenig Nebenwirkungen hat? von rosi 1012 am 02.07.2004 21:11 Experten-Antwort: Betablocker, ACE-Hemmer und Sartane (AT1-Rezeptorblocker) sind Blutdrucksenker, die wegen Ihrer guten Wirkung bei geringen Nebenwirkungen von der Deutschen Hochdruckliga als Medikamente der ersten Wahl empfohlen werden. Dazu zählen ferner noch Diuretika und Kalziumantagonisten, die Sie evtl.noch versuchen können. Es ist aber höchst ungewöhnlich, dass gleich drei verschiedene Blutdrucksenker bei Ihnen Nebenwirkungen verursachen bzw. unwirksam sind. Deshalb folgender Hinweis: 1. Blutdrucksenker können in den ersten 2 – 4 Wochen Nebenwirkungen wie Unwohlsein, Benommenheit, Müdigkeit, Leistungsminderung, Schwindel usw. verursachen, die eine Folge der erwünschten und angestrebten Blutdrucksenkung sind. Der Körper hat sich an den hohen Blutdruck gewöhnt und empfindet den Abfall als „Unterdruck“, bis er sich nach 2 – 4 Wochen an die neuen, niedrigeren (normalen) Werte gewöhnt hat und die Beschwerden wieder verschwinden. Es ist also wichtig, die Medikamente in dieser Phase nicht vorzeitig abzusetzen. 2. Es gibt daneben auch Medikamenten-spezifische Nebenwirkungen. Diese treten nur bei bestimmten Medikamenten auf und können längere Zeit oder auch während der gesamten Dauer der Einnahme bestehen bleiben. Da Sie mir die entsprechenden Nebenwirkungen, die Sie dem ACE-Hemmer bzw. dem Betablocker zuschreiben, nicht genannt haben, kann ich zu einem möglichen ursächlichen Zusammenhang nichts sagen. 3. Da Sie das Sartan gut vertragen haben, aber die Blutdrucksenkung unzureichend war, könnten Sie jetzt auch eine Kombination aus einem Sartan und einem Diuretikum versuchen. Blähungen als Nebenwirkung von Blutdrucksenkern? Frage: Bluthochdruck lange bekannt, derzeit Medikamentenveränderung wegen instabiler Angina Pectoris, Herz und -kranzgefäße in Ordnung, alle Untersuchungen ohne Befund. Die - nicht mehr - passende Medikamenteneinnahme gilt derzeit als alleinige Ursache. Jetzt nach Krankenhausaufenthalt Blähungen und Unwohlsein und niedrigerer Blutdruck (jetzt120/65, vorher 140(70). Norvasc 5mg 2-0-1 (vorher 1-0-0) und Lisinopril 10mg 0-0-1 (vorher 1-0-1), unter anderem auch (Concor 10). Haben die jetzt neu auftretenden Blähungen etwas mit den Medikamenten zu tun??? von norvasc am 29.06.2004 12:48 Experten-Antwort: Die Medikamente, die Sie nennen, verursachen keine Blähungen. Unwohlsein ist ein sehr unspezifisches Symptom, das aus vielerlei Gründen auftreten kann. Unwohlsein, zusammen mit Müdigkeit, Apathie, Leistungsschwäche und Schwindelerscheinungen kann zu Beginn einer neuen oder verstärkten Blutdruck senkenden Behandlung vorübergehend für ca. 2 – 3 Wochen auftreten oder wenn der Blutdruck zu niedrig eingestellt ist. Bei einem Blutdruck von 120/65 mmHg hat man solche Beschwerden in der Regel aber nicht. Anmerkung: die maximal, zugelassene Tagesdosis von Norvasc ist 10 mg. Gewichtszunahme durch Betablocker? Frage: Kann es bei Einnahme des Medikamentes BELOC zu einer Gewichtszunahme kommen? von Unterhaid am 16.06.2004 11:51 Experten-Antwort: In großen Studien hat man festgestellt, dass es bei lang dauernder Einnahme von Betablockern (z.B. Beloc) über Monate und Jahre zu einer Gewichtszunahme um etwa 1 – 2 kg kommen kann im Vergleich zu Patienten, die keine Betablocker bzw. andere Blutdrucksenker einnahmen. Gewichtszunahme ist also eine unerwünschte Nebenwirkung der Betablocker. Es ist aber dabei zu bedenken, dass Betablocker für bestimmte Krankheiten sehr gute Medikamente sind und dass die Gewichtszunahme gering ist. Man muss bei jedem einzelnen Patienten den Nutzen der Betablocker gegen ihre Nachteile abwägen. Insgesamt ist die Gefahr bzw. die Wahrscheinlichkeit einer Gewichtszunahme durch Überernährung oder Diätfehler sehr viel größer als diejenige durch Einnahme von Betablockern. Wirkungsmechanismus von Betablockern Frage: Bitte erklären Sie den genauen physiologischen Wirkungsmechanismus von Beloc Zok von paradox am 24.05.2004 20:29 Experten-Antwort: Das sympathische Nervensystem kann aus sehr unterschiedlichen Gründen aktiviert werden. Bei Aufregungen, aber auch bei einem Blutdruckabfall, werden aus den Nervenendigungen bzw. aus dem Nebennierenmark Adrenalin und Noradrenalin freigesetzt. Diese körpereigenen Stoffe stimulieren dann die Betarezeptoren, die ihrerseits über verschiedene Mechanismen, z.B. Anregung der Herztätigkeit und Gefäßverengung, zur Erhöhung bzw. zur Normalisierung des Blutdrucks führen. Bei Bluthochdruck läuft der Sympathikus in vielen Fällen dauerhaft auf Hochtouren. Metoprolol (im Beloc Zok) gehört in die Gruppe der Betarezeptorenblocker. Wie der Name schon sagt, blockieren bzw. verhindern diese Medikamente die Erregung der Betarezeptoren durch Adrenalin und Noradrenalin. Dadurch kommt es zu einer Dämpfung der Herztätigkeit (Abnahme von Herzfrequenz und Auswurfvolumen) und zu einer mehr oder weniger ausgeprägten Gefäßerweiterung, so dass der Blutdruck sinkt. Das sympathische Nervensystem ist sehr komplex, weil es unterschiedliche Typen von Betarezeptoren gibt, die in den verschiedenen Organen des Körpers unterschiedlich verteilt sind. Außerdem gibt es zahlreiche Gegenspieler und Gegenregulationen. Tatsache aber ist, dass Betarezeptorenblocker sehr gute Blutdrucksenker sind. Außerdem schützen sie das Herz, d.h. haben bedeutsame kardioprotektive, antianginöse und antiarrhythmische Eigenschaften. Betablocker und Psoriasis Frage: Ich bin 22 und leide unter Bluthochdruck, der unter andrem mit Beloc-Zok comp behandelt wird. Da mein Vater unter einer schweren Schuppenflechte litt, wollte ich fragen, wie gorß mein Risiko ist, ebenfalls krank zu werden. Ich habe gelesen, dass Betablocker diese bei Patiente wie mir auslösen können? Wäre Moxonidin eine Alternative? von Alex am 23.05.2004 18:26 Experten-Antwort: Betablocker (wie z.B. das Metoprolol im Beloc-Zok comp ) können Psoriasis ähnliche Hautveränderungen verschlimmern oder auslösen. Da die Psoriasis familiär gehäuft vorkommt und demnach eine gewisse Anlage für diese Hauterkrankung besteht, sollten Sie möglichst auf die Einnahme eines Betablockers verzichten. Es gibt mehere andere Alternativen für die Behandlung eines erhöhten Blutdrucks. Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt in erster Linie Diuretika, Kalziumantagonisten, ACE-Hemmer und Angiotensin II-Antagonisten. Das Diuretikum Hydrochlorothiazid ist bereits im Beloc-Zok comp enthalten, so dass sich zur Kombination eines der drei anderen Medikamente anbietet (es gibt entsprechende fixe Zweierkombinationen). Die Gruppe der Antisympathotonika, zu denen Moxonidin gehört, wird von der Hochdruckliga nicht als erste Wahl empfohlen. Viagra und ACE-Hemmer: gleichzeitige Einnahme ? Frage: Ist die gemeinsame Einnahme von Acemin und Viagra gefährlich? von kater am 10.05.2004 17:43 Experten-Antwort: Für beide Medikamente einzeln müssen die Gegenanzeigen (Kontraindikationen) und Anwendungsbeschränkungen beachtet werden. Wenn das berücksichtigt ist, gibt es keine Arzneimittelinteraktionen zwischen ACE-Hemmern (z.B. Acemin = Lisinopril) und Viagra, d.h. beide Medikamente können gleichzeitig eingenommen werden. Infertilität durch Blutdrucksenker? Frage: Kann durch die Blutdrucksenker Beloc Zok und Norvasc die Beweglichkeit der Spermien beeinflusst werden? Wenn ja, was muss ich unternehmen, um unseren Kinderwunsch zu erfüllen? von Max2303 am 09.05.2004 08:51 Experten-Antwort: Die Medikamente Beloc Zok und Norvasc werden schon seit vielen Jahren bei einer großen Zahl von Patienten verordnet. Trotzdem gibt es keine Berichte über Fertilitätsstörungen nach Einnahme von Beloc Zok oder Norvasc. Bei unerfülltem Kinderwunsch sollten sich beide Partner bei Frauenarzt bzw. Andrologen (häufig ein Dermatologe) untersuchen lassen. Hustenreiz unter Blopress 16mg Plus 12,5mg Frage: Ich habe bei Herzrhythmusstörungen und der Einnahme verschiedener Beta-Blocker zeitweise kräftigen Hustenreiz. Trotz mehrfacher Umstellung der Blocker konnte bisher keine Besserung erzielt werden. Welches Medikament ist empfehlenswert, das keinen Hustenreiz verursacht? von Singe am 02.05.2004 12:26 Experten-Antwort: Betablocker können bei chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen, wie Bronchitis, Asthma und Lungenemphysem, Hustenreiz verstärken oder auslösen. Von den anderen Blutdrucksenkern verursachen nur ACE-Hemmer Husten. Die AT1-Blocker oder Sartane (wie z.B. Blopress) verursachen keinen Husten als Nebenwirkung und werden gerade deswegen zur Hochdruckbehandlung bei Husten durch Betablocker oder ACE-Hemmer verordnet. Wenn Sie unter Blopress weiterhin Husten haben, liegt das nicht am Blopress, sondern muss eine andere Ursache haben. Polyneuropathie durch Betablocker? Frage: Ich nehme seit 4 Jahren Beloc-Zok 97,5 mg. Seit 5 Monaten habe ich Kribbeln in den Füßen, z. Z. bis in Kniehöhe ziehend. Die Beine schmerzen und das Gehen fällt sehr schwer. Diabetes, Alkohol und Vitaminmangel wurden ausgeschlossen. Kann Metroprolol die Ursache sein ? von Annika-Ronja am 27.04.2004 07:27 Experten-Antwort: Die wichtigsten Ursachen für eine Polyneuropathie haben Sie mit Diabetes mellitus, Alkoholkonsum und Vitaminmangel bereits genannt. Es gibt aber noch zahlreiche Erkrankungen (z.B. Durchblutungsstörungen) und andere Ursachen (verschiedene Medikamente und Giftstoffe), die – wenn auch selten – für eine Polyneuropathie verantwortlich sein können. Häufig findet man trotz gründlicher Untersuchungen keine Ursache. Betablocker (z.B. Metoprolol) verursachen keine Polyneuropathie. Impotenz durch Medikamente? Frage: Hat eine Langzeitbehndlung mit Blutverdünnern und Aprovel Auswirkungen auf die Potenz bzw. kann das zu Störungen führen? (Errektionen zu Beginn der Behandlung ohne Probleme, nach einigen Monaten schwächer und scheinbar grundlose Erschlaffung). von mobi am 19.04.2004 12:01 Experten-Antwort: Weder Blutverdünner wie Acetylsalicylsäure (z.B. ASS oder Aspirin), Clopidogrel (z.B. Iscover und Plavix) oder Marcumar noch Blutdrucksenker aus der Gruppe der AT1-Rezeptorblocker (wie Aprovel) führen zu Impotenz. Es muss also eine andere Ursache geben. Am häufigsten sind reichlicher Alkoholkonsum, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Medikamente zur Beruhigung oder gegen Depressionen. Häufig lässt die Potenz auch schon ab dem 55. – 60. Lebensjahr nach oder geht sogar völlig verloren. Wann gehen Nebenwirkungen zurück? Frage: Wann hören die Nebenwirkungen wie starker Husten in der Nacht unter Delix nach Absetzen des Mittels wieder auf? von olivia am 21.03.2004 17:47 Experten-Antwort: Ganz allgemein kann man sagen: die überwiegende Mehrzahl der Nebenwirkungen verschwindet innerhalb von 1 – 2 Wochen nach Absetzen des Medikamentes. In ganz bestimmten, seltenen Einzelfällen kann es auch einmal länger dauern. Das hängt mit den Eigenschaften des Medikamentes und dem Mechanismus der Entstehung zusammen. Für die Nebenwirkung Husten nach ACE-Hemmern (z.B. Delix) gilt die Zeit von 1 – 2 Wochen. Umgekehrt heißt das aber auch: wenn der Husten nach 1 – 2 Wochen nicht verschwunden ist, muss er andere Ursachen haben. Schlafstörungen unter Betablocker ? Frage: Ich nehme schon Jahre Beloc zok mite. Seither nahm ich 1Tbl. morgens und kam damit gut zurecht. Jetzt wurde die Dosis auf 1Tbl. morgens und 1 Tbl. abends erhöht. Seither kann ich kaum noch schlafen. Kann da ein Zusammenhang bestehen ? von ppc am 20.03.2004 18:36 Experten-Antwort: In seltenen Fällen können Betablocker (z.B. Beloc-Zok) Schlafstörungen, evtl. erst nach einer Dosiserhöhung verursachen. Sie sollten deshalb Ihren Hausarzt um eine Umstellung auf einen anderen Blutdrucksenker bitten. Wenn die Schlafstörungen innerhalb von 1 – 2 Wochen nach dem Wechsel verschwinden, hat Beloc diese Nebenwirkung verursacht, wenn Ihr Schlaf weiterhin gestört ist, muss es andere Ursachen geben. Kann man Blutdrucksenker nachweisen? Frage: Kann man Medikamente gegen Bluthochdruck in einem normalen, großen Blutausstrichs oder im Urintest nachweisen? Gibt es nicht nachweisbare Medikamente? von Mythos am 20.03.2004 07:58 Experten-Antwort: Blutdrucksenker bzw. ihre Abbauprodukte kann man in Urinproben nachgewiesen. Das gehört aber nicht zur normalen ärztlichen Aufgabe bei der Behandlung und Überwachung von Patienten mit hohem Blutdruck. Die Methoden sind sehr aufwändig und werden nur in bestimmten Sonderfällen in Speziallaboratorien für klinische Chemie, Pharmakologie oder Rechtsmedizin durchgeführt. Bei entsprechendem Aufwand können alle Blutdrucksenker nachgewiesen werden. Im Blutausstrich können Blutdruck senkende Medikamente nicht nachgewiesen werden. Erhöhtes Cholesterin unter Blutdrucksenkern Frage: Ich nehme seit ca. 3 Jahren ein Blutdruck senkendes Medikament. Vor einem Jahr wurde ich umgestellt auf HCT-gamma 25 1xtäglich. Beim letzten Gesundheitstest wurde ein Cholesterinwert von 310 festgestellt. Die Jahre vorher lag der Wert immer bei 220-240. Könnte das mit dem Medikament zusammenhängen? Mein Arzt hat mir schon ein Mittel zur Cholesterinsenkung, Bezacur retard, verschrieben. Gibt es andere Möglichkeiten, den hohen Wert zu senken? von Jakob am 02.03.2004 14:02 Experten-Antwort: Das Diuretikum Hydrochlorothiazid im HCT-gamma 25 kann die Blutfettwerte erhöhen. Deshalb sollten Sie das Medikament absetzen und den erhöhten Blutdruck mit einem anderen Medikament behandeln, z.B. einem ACE-Hemmer, einem Angiotensin-Rezeptorblocker oder einem Kalziumantagonisten, nicht aber mit einem Diuretikum oder Betablocker. Danach sollten Sie überprüfen lassen, ob der Wert immer noch erhöht ist und behandelt werden muss. Allerdings ist der Anstieg des Cholesterinwertes bei Ihnen deutlich stärker, als man dies gewöhnlich unter dem genannten Medikament beobachtet. Es gibt auch noch andere Ursachen für einen Anstieg des Cholesterins, vor allem Übergewicht, fettreiche, ungesunde Ernährung und mangelnde körperliche Aktivität. Auch mit anderen Medikamenten (z.B. den Statinen) kann man erhöhte Cholesterinwerte behandeln. Ob Bezacur retard das für Sie am besten geeignete Medikament ist, hängt von der Höhe anderer Blutfettwerte ab (u.a. den Triglyzeriden). Darmprobleme unter ACE-Hemmern? Frage: Ich nehme seit einiger Zeit ACE-Hemmer zur Blutdrucksenkung. Seit ca. 1 Monat habe ich Durchfall sowie ein gewisses Magendrücken. Kann das von dem Medikament kommen? von Alarich am 25.02.2004 15:37 Experten-Antwort: In den Packungsbeilagen der ACE-Hemmer werden Oberbauchbeschwerden und Durchfall als gelegentliche bzw. seltene Nebenwirkungen genannt, weil bei den Arzneimittelprüfungen derartige Beschwerden aufgetreten sind. Das kann jedoch ein zufälliges Zusammentreffen sein, ein ursächlicher Zusammenhang wurde nicht nachgewiesen. Es ist nach allen bisherigen Erfahrungen äußerst unwahrscheinlich, dass ACE-Hemmer Durchfall und Magendrücken verursachen. Wenn für Ihre Beschwerden keine andere Ursache gefunden wird, können Sie sich folgendermaßen Gewißheit verschaffen: Setzen Sie in Absprache mit Ihrem Hausarzt das Medikament für ca. 4 Wochen ab und nehmen Sie - falls nötig - einen anderen Blutdrucksenker. Wenn der ACE-Hemmer für die Beschwerden verantwortlich ist, werden diese innerhalb der genannten Zeit verschwinden. Niedriger Puls, Schwellungen und Blutdruckschwankungen Frage: Nach Einnahme von Beloc-Zok und Norvasc kam es zu niedrigem Puls und Ödemen. Nach dem Wechsel zu Blopress 16 war es anfangs gut. Nachdem die Werte zu hoch waren, erfolgte die Umstellung auf Blopress 16 plus. Nun beobachte ich sehr grosse Schwankungen des Blutdrucks. Was nun?? von presto am 18.02.2004 13:47 Experten-Antwort: Beloc Zoc (ein Betablocker) kann zu niedrigem Puls, Norvasc (ein Kalziumantagonist) zu Ödemen führen. Deshalb war es richtig, dass die Behandlung umgestellt wurde. Bei regelmäßiger Einnahme werden Schwankungen des Blutdrucks nicht durch Blutdruck senkende Medikamente verursacht. Vermutlich haben Sie diese schon immer gehabt und messen nun häufiger als früher. Blopress 16 plus jedenfalls verursacht diese Schwankungen nicht. Der Blutdruck ist nicht konstant, sondern schwankt in Abhängigkeit von seelischen und körperlichen Belastungen, auch vom Temperament des einzelnen teils mehr oder weniger deutlich. Nach kurzer Zeit sinkt er wieder. Deshalb sollte man den Blutdruck nur in körperlicher und seelischer Ruhe messen. In der Regel reicht es völlig aus, den Blutdruck zweimal am Tag zu festen Zeitpunkten morgens und abends zu bestimmen. Nebenwirkungen von Betablockern Frage: Welche Nebenwirkungen hat Atenolol noch (ausser den im Beipackzettel beschriebenen)? Ich habe z.B. gelegendlich blaue Fingernägel, Stiche und Druckgefühl im der Herzgegend, Bauchschmerzen, kalte Hände und Füße und Fingerzittern. von Nebenwirkung Atenolol am 17.02.2004 11:40 Experten-Antwort: 1. Die Behörde, die in Deutschland für die Zulassung von Arzneimitteln verantwortlich ist, verlangt für deren Wirkungen den zweifelsfreien wissenschaftlichen Nachweis. Für die Aufnahme von Nebenwirkungen in die Packungsbeilage reicht aber schon der Verdacht. Deshalb werden einige Nebenwirkungen, die in den Beipackzetteln aufgeführt sind, nicht durch das Arzneimittel verursacht, sondern sie sind während der Prüfung des Arzneimittels zufällig aus anderer Ursache, z.B. Husten während einer Grippeepidemie aufgetreten und wurden in den Beipackzettel aufgenommen werden. Man kann deshalb davon ausgehen: einerseits sind alle Nebenwirkungen, die ein Arzneimittel verursacht, in den Beipackzetteln aufgelistet, sogar mit Sicherheit für Arzneimittel wie Atenolol, das schon seit Jahrzehnten auf dem Markt ist und Millionenfach verordnet wurde. Andererseits werden nicht alle Nebenwirkungen, die in den Beipackzetteln stehen, auch tatsächlich durch das Medikament verursacht. 2. Kalte Hände und Füße sind eine Nebenwirkung der Betablocker (z.B. Atenolol). Bei Patienten mit Raynaud-Syndrom kann es auch sehr selten zu blassen („Leichenfingern“) oder auch zu blauen Fingern und Zehen (nicht nur der Nägel), selbst zu Durchblutungsstörungen mit Hautwunden kommen. Schmerzen in der Herzgegend treten nur bei Patienten mit Durchblutungsstörungen des Herzens auf, wenn die Betablocker plötzlich abgesetzt werden. Bauchschmerzen und Fingerzittern sind keine gesicherten Nebenwirkungen von Atenolol. Nebenwirkung Impotenz Frage: Seit zwei Jahren nehme ich Blopres plus, Dilatrend, Norvasc und ASS 100 jeweils täglich 1 Tablette. Mein Blutdruch ist mit diesen Medikamenten recht gut eingestellt. Ich stelle jetzt jedoch fest, dass der Libidobreich deutlich gestört ist. Welches Medikament kann diese Nebenwirkung verursachen. von Bluthochdruck am 15.02.2004 10:43 Experten-Antwort: Für Blutdrucksenker sind Störungen der Libido (d.h. der Wunsch nach sexuellen Beziehungen - „Ich will nicht mehr“) nicht beschrieben, wohl aber der Potenz (Erektionsstörungen - „Ich kann nicht mehr“). In Betracht kommen am ehestens einige heute nur noch sehr selten verordnete Medikamente (Antisympathotonika) und Diuretika, evtl. auch Betablocker. Im Blopress plus ist das Diuretikum Hydrochlorothiazid enthalten, Dilatrend ist ein Betablocker. Wenn Sie Impotenz als Nebenwirkung vermuten, sollte die Behandlung statt mit Blopress plus mit Blopress 8 oder 16 mg fortgesetzt und die Behandlung mit Dilatrend beendet werden. Wenn die Medikamente wirklich die Ursache waren, verschwindet die Störung innerhalb von 2 – 8 Wochen. Den Blutdruck muss man dann vorübergehend evtl. mit höheren Dosen der beiden anderen Blutdrucksenker (Blopress oder Norvasc) oder mit anderen Medikamenten, z.B. einem Kalziumantagonisten zusätzlich behandeln. Wenn Potenz bzw. Libido nicht zurückkehren, sind Hydrochlorothiazid und Dilatrend nicht die Ursache und Sie sollten zum alten Schema zurückkehren, weil der Blutdruck unter der jetzigen Behandlung gut eingestellt ist. Lichtempfindlichkeit durch Blutdrucksenker? Frage: Seit Jahren nimmt meine Mutter Medikamente gegen Bluthochdruck ein. Leider wurden die Medikamente häufig gewechselt, da sie an verschiedenen Nebenwirkungen litt. Gleichzeitig begann sich die Haut im Gesicht zu verändern: Sie bekam Ausschlag, zuerst nur um die Augen herum, der sich dann trotz oder vielleicht wegen der Behandlung mit kortisonhaltigen Salben weiter ausbreitete. Mehrere Allergietests fielen negativ aus. Mittlerweile sind die Beschwerden nicht so extrem wie in den letzten Jahren. Trotzdem ist die Lebesqualität erheblich gesunken, da meine Mutter die Sonne und alle möglichen Wärmeeinflusse (z.B. Dampf) kaum verträgt. Im Sommer kann sie nur mit einem Hut und einer dicken Brille auf die Straße gehen. Ich kann nur vermuten, dass die Medikamente dieUrsache sind. Wenn dem so ist, wäre ich für den Hinweis dankbar, ob es Medikamente gegen Bluthochdruck gibt, die keine Lichtempfidlichkeit auslösen. von Irina am 13.02.2004 15:29 Experten-Antwort: Blutdrucksenker verursachen keine Lichtempfindlichkeit (Photosensibilität). Das beweist auch die Tatsache, dass die Medikamente bei Ihrer Mutter häufig gewechselt wurden und die Hautempfindlichkeit geblieben ist. Es muss also eine andere Ursache geben. Schwitzen durch Blutdrucksenker? Frage: Ich bin 42 Jahre und nehme seit ca. 10 Jahren blutdrucksenkende Medikamente. Mittlerweile nehme ich Beloc-Zok forte und CoDiovan 160mg je 1 Tabl. ein. In den letzten 1,5 Jahren ist es mir gelungen, mein Gewicht von 117 auf 104Kg zu senken. Seit einem Jahr mache ich 3mal wöchentlich je 60 min. Ausdauertraining (Rad oder Laufen) und 2-3 mal wöchentlich Hanteltraining mit hoher Wiederholungszahl. In all den Jahren hat mich immer eine erhöhte Schweissabsonderung gestört, die auch durch meine momentane Fitness keine Besserung zeigt. Auch ohne körperliche Anstrengung wechsle ich 3-4 mal täglich meine Oberbekleidung. Eigentlich hatte ich die Medikamente als Verursacher in Verdacht, da es Freunden genauso ergeht. Mein Hausarzt meint aber, gerade der Betablocker bewirke das genaue Gegenteil. Haben Sie dazu Erfahrungen gemacht? von rainer500 am 12.02.2004 14:35 Experten-Antwort: Ihr Hausarzt hat Recht: die heute üblicherweise verordneten Blutdrucksenker verursachen kein Schwitzen, und bei einem Betablocker ist eher das Gegenteil zu erwarten. Es gibt verschiedene Ursachen für eine erhöhte – in der Regel vorübergehende - Schweißneigung. Wenn dies über Jahre besteht, findet man bei der Untersuchung häufig keine Ursache. Eine Ursache ist Übergewicht. Sie sind trotz der erfreulichen Gewichtsabnahme immer noch übergewichtig. Übergewichtige haben eine erhöhte Aktivität des vegetativen, sympathischen Nervensystems und neigen daher zum Schwitzen. Diese erhöhte Sympathikusaktivität hemmen Betablocker, allerdings nicht vollständig. Husten durch ACE-Hemmer Frage: Ich bin seit 20 Jahren Typ I Diabetiker und habe seit ca 4 Jahren Bluthochdruck. Es werden z.Zt. 4 Medikamente kominiert:, nämlich Ramipril, Nebilet, Felodipin und HCT-Beta. Seit ca 4 Monaten habe ich einen unerklärlichen, anfallsartigen Hustenreiz. Nach Konsultation mehrerer Fachärzte kristallisiert sich heraus, daß die Ramipril-Tablette dafür verantwortlich sein soll. Nun soll ich statt dessen 2 Felodipin einnehmen, worauf sich mein gut eingestellter Blutdruck wieder rapide verschlechert ( 160/95). von Richard am 11.02.2004 23:30 Experten-Antwort: ACE-Hemmer (z.B. Ramipril) können bei etwa 5 – 10% der Patienten einen trockenen Reizhusten auslösen. In einem solchen Fall sollte grundsätzlich – und erst recht bei einem Diabetiker - die Behandlung auf einen Angiotensin-Rezeptorblocker (z.B. Blopress oder ein anderes so genanntes „Sartan“) umgestellt werden. Diese Medikamentengruppe hat die gleichen Wirkungen wie ACE-Hemmer, verursacht aber keinen Husten. Alle anderen Blutdruck senkenden Medikamente verursachen ebenfalls keinen Husten. Allerdings können Betarezeptorenblocker bei Patienten mit einer obstruktiven Lungenerkrankung bestehenden Husten verstärken oder eine noch nicht erkennbare Neigung zu Husten zum Ausbruch bringen. Nebilet ist ein Betablocker. Wie wirken ACE-Hemmer? Frage: Welche Wirkung hat Lisihexal auf den Organismus? von Eka am 05.02.2004 16:39 Experten-Antwort: ACE-Hemmer wie Lisinopril (z.B. Lisihexal) hemmen das Angiotensin-Conversions-Enzym (daher ACE-Hemmer) und verhindern dadurch die Bildung von Angiotensin II aus Angiotensin I. Die Aminosäure Angiotensin II verengt die Blutgefäße und führt damit zur Erhöhung des Blutdrucks. Angiotensin II regt aber auch bei bestimmten Erkrankungen das Bindegewebe zu schädlichem Wachstum und zu Vernarbungen an, z.B. am Herzen, an den Gefäßen und an den Nieren. Deshalb sind ACE-Hemmer nicht nur zur Behandlung des hohen Blutdrucks, sondern auch von Herz- und Nierenerkrankungen, teils auch der Arteriosklerose geeignet. Leberschaden durch Blutdrucksener? Frage: Meine Mutter hat über mehrere Jahre das Medikament Karvezide gegen Bluthochdruck genommen. Jetzt hat sie zum wiederholten Mal Gelbsucht und Leberschäden. Gibt es Erkenntnisse darüber, ob es einen Zusammenhang geben kann? Der Verdacht ist aufgetreten, da sich ihre Leberwerte immer dann verschlechtert haben, wenn sie wieder diese Tabletten genommen hat. In einnahmefreien Zeiten dagegen gab es keine Beschwerden. von jutta am 01.02.2004 22:01 Experten-Antwort: Unter der Behandlung mit Karvezide sind Gelbsucht und Leberfunktionsstörungen in seltenen Fällen aufgetreten, ohne dass ein ursächlicher Zusammenhang definitiv gesichert ist. Einen ursächlichen (kausalen) Zusammenhang kann dadurch nachweisen, dass nach dem Absetzen des Medikamentes (Auslassversuch) eine bestimmte Nebenwirkung verschwindet und nach erneuter Gabe (Reexpositionsversuch) wieder auftritt. Wenn im Fall Ihrer Mutter sogar schon mehrfach sich die Leberwerte nach dem Absetzen normalisierten und nach erneuter Einnahme wieder angestiegen sind, außerdem andere Ursachen für eine Erhöhung der Leberwerte ausgeschlossen sind, besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass Karvezide die Ursache für die Leberschädigung ist. In diesem Fall sollte das Medikament sofort abgesetzt und auch in Zukunft nicht mehr eingenommen werden. Der Bluthochdruck muss dann mit einem anderen Medikament behandelt werden, am besten mit einem Kalziumantagonisten oder einem Betablocker, evtl. auch einem ACE-Hemmer, jedenfalls nicht mit den beiden Medikamenten, die im Karvezide enthalten sind, nämlich einem Diuretikum und einem Angiotensin-Rezeptorblocker (einem „Sartan“). Schlaflosigkeit durch Blutdrucksenker? Frage: Hoher Blutdruck am Abend - nach Einnahme von Medikament Senkung - danach Schlflosigkeit, nur ca. 2 Stunden Schlaf täglich . von struns am 30.01.2004 14:24 Experten-Antwort: Es gibt keinen Blutdrucksenker, der Schlaflosigkeit in der von Ihnen beschriebenen Form verursacht. Wenn das Medikament, das Sie am Abend einnehmen, ein übliches Blutdruck senkendes Medikament ist, kann es nicht für die Schlaflosigkeit verantwortlich sein. In Absprache mit Ihrem Arzt sollten Sie nach anderen Ursachen Ihrer Schlafstörung suchen. Impotenz durch Blutdrucksenker? Frage: Kann es sein, dass nach einer Einnahme von Lisinopril 10 von ct über ca. 6 Wochen mein Stehvermögen nachläßt? Und wenn ja, was kann man außer Viagra dagegen tun. von PCAS am 23.01.2004 14:01 Experten-Antwort: ACE-Hemmer wie Lisinopril verursachen gelegentlich eine Impotenz. Wenn eine derartige Nebenwirkung auftritt, sollte der Blutdruck mit einem anderen Medikament behandelt werden, z.B. einem AT-1-Blocker (z.B. Blopress) oder einem Kalziumantagonisten (z.B. Verapamil). Wenn der ACE-Hemmer wirklich für diese Nebenwirkung verantwortlich war, sollten Potenz bzw. „Stehvermögen“ innerhalb von 4 Wochen nach dem Absetzen auf das alte Niveau zurückkehren. Leberwerte unter Blutdrucksenker Frage: Ich nehme seit 2 Jahren Blutdrucktabletten. Inwieweit werden dadurch die Gamma-Werte beeinflusst? von Aprovel am 23.01.2004 12:36 Experten-Antwort: Eine Schädigung der Leber durch Blutdruck senkende Medikamente wird nur nach Einnahme von Alpha-Methyldopa, ACE-Hemmern, Kalziumantagonisten und AT1-Rezeptorblockern beobachtet. Eine derartige Nebenwirkung ist aber äußerst (!) selten. Wenn allein die Gamma-GT-Werte, nicht aber die anderen Leberwerte erhöht sind, besteht keine Notwendigkeit, eines der genannten Medikamente abzusetzen. Bei der Beurteilung der Frage, ob ein Blutdrucksenker wirklich für die Erhöhung der Werte verantwortlich ist, muss man berücksichtigen, dass die häufigsten und wahrscheinlichsten Ursachen für eine Erhöhung der Gamma-GT-Werte Alkoholkonsum (evtl. auch in geringen Mengen), Übergewicht oder andere Lebererkrankungen sind. Reizhusten durch Blutdrucksenker Frage: Wegen Bluthochdruck wurde mir zunächst das Medikament Delix 5 plus verschrieben. Nach nicht zu langer Einname stellte sich ein Reizhusten ein, weshalb das Präparat gegen Lorzaar Plus ausgetauscht wurde. Tatsächlich ging der Husten völlig weg. Doch jetzt, nach etwa 6 Monaten, geht es wieder los. Muss ich mich damit abfinden, oder gibt es Medikamente, die den Husten nicht als Nebenwirkung haben? von hajo am 16.01.2004 17:48 Experten-Antwort: ACE-Hemmer (z.B. Delix) können bei etwa 5 – 10% der Patienten einen trockenen Reizhusten auslösen. In einem solchen Fall ist es richtig, die Behandlung auf einen AT1-Rezeptorblocker (z.B. Lorzaar, Blopress oder andere) umzustellen. Diese Medikamentengruppe verursacht keinen Husten. Wenn unter Lorzaar trotzdem Husten auftritt, muss das andere Ursachen haben. Am häufigsten ist es eine akute oder chronische Bronchitis bzw. eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Alle anderen Blutdruck senkenden Medikamente verursachen ebenfalls keinen Husten. Allerdings können Betarezeptorenblocker bei Patienten mit einer obstruktiven Lungenerkrankung bestehenden Husten verstärken oder eine noch nicht erkennbare Neigung zum Husten zum Ausbruch bringen. Dosissteigerung ohne Wirkung? Frage: Ich habe Blopress von 8mg auf 16mg gesteigert, jedoch keine Verbesserung beobachtet. von vapsi am 02.01.2004 18:45 Experten-Antwort: Zahlreiche Untersuchungen belegen zweifelsfrei, dass durch eine Dosissteigerung von 8 auf 16 mg die Blutdrucksenkung innerhalb von 1 – 2 Wochen verstärkt wird. Ihre Beobachtung ist also sehr ungewöhnlich und lässt an andere Einflüsse auf den Blutdruck denken. Haben Sie sich anders, z.B. salzreicher ernährt, haben Sie an Gewicht zugenommen, hatten Sie Stress und Aufregung usw.? Haben Sie lange genug, d.h. 2 Wochen auf die Wirkung gewartet und haben Sie ausreichend oft und zuverlässig den Blutdruck nach der Dosissteigerung gemessen und mit den Werten vor der Dosissteigerung verglichen? Wenn alle diese Überlegungen berücksichtigt wurden und tatsächlich keine Verbesserung der Blutdruckeinstellung erzielt wurde, sollte sie wieder auf die alte Dosis zurückgehen und Blopress mit einem anderen Medikament kombinieren, am bestem mit einem Diuretikum. Es gibt zahlreiche fixe Kombinationen, die zwei Medikamente in einer einzigen Tablette enthalten, so z.B. Blopress 8 plus. Betablocker in der Schwangerschaft Frage: Ich bin 39 Jahre und nahm gegen Bluthochdruck bisher Betablocker, 1/2 Concor COR 2,5 mg täglich. Jetzt bin ich schwanger. Im Beipackzettel des o.g. Medikamentes steht "Einnahme in der Schwangerschaft nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung... im allgemeinen vermindern Betablocker die Durchblutung der Plazenta und können die Entwicklung des Ungeborenen beeinflussen.."..usw. Stimmt das? Welches Medikament kann ich alternativ einnehmen, das das Baby nicht gefährdet? von Heike am 04.12.2003 09:16 Experten-Antwort: Ob die Behandlung eines erhöhten Blutdrucks in der Schwangerschaft notwendig ist, müssen Hausarzt und Frauenarzt bei jeder Schwangeren individuell entscheiden. Dabei ist der Arzt verpflichtet, Nutzen und mögliche Risiken der Behandlung gegeneinander abzuwägen. Wenn eine Behandlung notwendig ist, sind kardioselektive Betablocker (dazu zählt auch das Concor) und Alpha-Methyldopa die einzigen Medikamente, die für eine medikamentöse Behandlung uneingeschränkt in Betracht kommen. Diese beiden Medikamente sind in mehreren klinischen Studien bei Schwangeren geprüft worden und haben keine kurz- oder langfristigen Folgen bei Mutter und Kind aufgezeigt. Diese beiden Medikamente werden deshalb weltweit von Ärzten und Fachgesellschaften (u.a. Deutsche Hochdruck-Liga, amerikanisches Joint National Committee) zur Behandlung des Bluthochdrucks in der Schwangerschaft empfohlen. Bekanntlich sind die Warnhinweise in den Beipackzetteln aller Medikamente sehr umfassend und weitgehend, weil die Hersteller anstreben, bei irgendwelchen Komplikationen, auch solchen, die gar nicht mit dem Medikament zusammenhängen, evtl. Schadensersatzprozesse leichter abwehren zu können. Blopress: maximale Dosis Frage: Ich nehme seit ca. 8 Monaten Antihypertensiva ein. Trotz Steigerung des Betablockers auf max. Dosis und Blopress auf 16mg/d keine zufriedenstellenden Blutdruckwerte. Ist eine Steigerung der Blopress-Dosierung möglich und sinnvoll? von alroy am 19.07.2003 19:30 Experten-Antwort: Die zugelassene maximale Tagesdosis von Blopress ist mit 16 mg erreicht, eine weitere Steigerung also nicht möglich. Wenn der Blutdruck mit einem Betablocker und einem AT1-Rezeptorblocker (z.B. Blopress) in maximaler Tagesdosis nicht gut eingestellt ist, muss mit einem dritten Medikament kombiniert werden. In diesem Fall sollte dies ein Diuretikum sein, das man entweder als zusätzliche Tablette oder - ohne das die tägliche Tablettenzahl gesteigert wird - als fixe Kombination mit einem Betablocker oder einem AT1-Rezeptorblocker (in diesem Fall z.B. Blopress 16 mg Plus 12,5 mg) einnehmen kann. Dosissteigerung Frage: Aufgrund meines plötzlichen Bluthochdruckes von 225 wurde mir des Medikament Enalapril Stada verschrieben. Ich nahm zwei Wochen 2,5mg (halbe 5mg Tablette) ein und protokollierte einen durchschnittlichen Blutdruck von 150/100. Eine Erhöhung auf 5mg brachte nur einen kurzzeitigen Erfolg, danach wieder 150/100. Die Dosis wurde verdoppelt auf 10mg pro Tag, wieder protokollierte ich einen Durchschitt von 150/100. Nach einer weiteren Erhöhung um 5mg, wurde plötzlich wieder ein Blutdruck von 220 und später beim Ruhe EKG immerhin noch 180 gemessen. Nun nehme ich noch einmal 5mg mehr, das macht jetzt 20mg pro Tag und wieder nur durchschnittlich 150/100. Ich nehme jetzt die 8-fache Menge und keine Änderung des Bluthochdruckes! Ich bin 48 Jahre alt und habe Bronchialasthma. Ich wiege 66kg und bin ca 1,72m groß. von Herta am 15.06.2003 15:31 Experten-Antwort: 1. Ihre Enalapril-Dosis: Für die Behandlung des Bluthochdrucks sind eigentlich 5 mg, nicht 2,5 mg die Anfangsdosis. Sie liegen mit 20 mg aber immer noch unterhalb der maximalen Tagesdosis, die für Enalapril 40 mg beträgt. 2. Offenbar haben Sie einen schweren Hochdruck, der nicht mit einem Medikament normalisiert werden kann. Viele Hypertoniker benötigen 2 oder 3, manchmal sogar noch mehr Medikamente. Heute geht man viel eher als früher zu einer Kombinationstherapie über, statt von einem Medikament die Maximaldosis zu verordnen. Ihr Hausarzt wird Ihnen jetzt sicherlich ein zweites, wenn nötig sogar drittes Medikament verordnen. 3. Denken Sie aber auch daran, dass Sie Ihren Blutdruck nicht nur mit Medikamenten, sondern auch mit Allgemeinmaßnahmen bekämpfen sollten (Kochsalzarme Kost, Senkung des Alkoholkonsums unter 30 g/Tag, regelmäßige körperliche Aktivität). Medikamente mit Langzeitwirkung Frage: Ich nehme seit einigen Jahren Medikamente gegen Hochdruck. Zuerst war es nur 50 mg Metroprolol. Da mein Blutdruck in Steßsituationen bis auf 220/115 gestiegen ist, muß ich nun 2 x 100 mg Metroprolol plus 3 x 50 mg Capto, also morgens mittags und abends einnehmen. Da ich noch beruftätig bin, fällt mir besonders die Mittagseinnahme schwer. Gibt es auch für diesen Bluthochdruck Medikamente, die man nur 1x bzw. 2 x täglich nehmen muß? von Elfi am 07.06.2003 15:21 Experten-Antwort: Das übliche Metoprolol sollte tatsächlich zweimal und das Captopril dreimal am Tag eingenommen werden. Es gibt aber von einigen Herstellern Metoprolol in Tabletten mit Langzeitwirkung über 24 Stunden, die man nur einmal am Tag einnehmen muss (Retardpräparate). Es gibt auch andere Betablocker, die von sich aus eine Langzeitwirkung haben. Für das Captopril gibt es keine Tabletten mit Langzeitwirkung. Aber es gibt aus der gleichen Medikamentengruppe (ACE-Hemmer) Vertreter, die zuverlässig über 24 Stunden wirken und nur einmal am Tag eingenommen werden müssen. Es besteht für Sie die Möglichkeit, dass Sie die gleiche Wirkung wie bisher mit zwei Tabletten am Morgen erzielen: eine Retardtablette mit 200 mg Metoprolol und statt 3 x 50 mg Capto eine einzige Tablette eines anderen lang wirkenden ACE-Hemmers oder eines lang wirkenden AT1-Blockers. Folgen nach langer Einnahme von Blutdrucksenkern? Frage: Was für Dauerschäden und Gefahren gibt es für den Organismus bei Einahme von Beta-blocker oder ACE-Hemmer über längere Zeit. Ich meine 10 - 20 Jahre, und wie merkt man das? von peter am 31.05.2003 15:33 Experten-Antwort: Alle Medikamente können unerwünschte Wirkungen haben. Am häufigsten treten sie in den ersten Tagen und Wochen nach Beginn der Einnahme auf. Es gibt auch Nebenwirkungen, die erstmals nach Jahren auftreten, wenn der Körper und seine Organe älter und anfälliger geworden sind (z.B. bestimmte Herzrhythmusstörungen bei Betablockern). Deshalb erfolgen bei Patienten, die Medikamente einnehmen, Kontrolluntersuchungen. Sie fragen aber nach etwas anderem, nämlich ob durch die große Zahl von Tabletten zur Blutdrucksenkung, die man im Laufe von vielen Jahren einnimmt, bzw. durch die ständige Zufuhr solcher Blutdruck senkender Arzneimittel im Körper auf lange Sicht ein Schaden entsteht. Diese Frage kann eindeutig verneint werden. 1. Es gibt viele Tausende von Patienten, die Betablocker schon seit etwa 40 Jahren und ACE-Hemmer schon seit etwa 20 Jahren regelmäßig einnehmen, und keine Nachteile erlitten haben. 2. Die Blutdrucksenker sammeln sich nicht im Körper an. Sie werden innerhalb von Stunden oder Tagen im Körper teilweise abgebaut und unschädlich gemacht, teilweise mehr oder weniger unverändert über den Darm mit dem Stuhl oder über die Nieren mit dem Urin aus dem Körper entfernt. Bluthochdruck und Leberwerte Frage: Ich mänl. 37Jahre, 178 cm/ 107 kg habe seit längerer Zeit zu hohen Blutdruck, z.Zt. 180/115. Vom Arzt ist mir eine Medikamenten-Kombination verschrieben worden. Bei mir sind ebenfalls der GPT u. GOT leicht zu hoch. Wegen zu hohem Harnsäurewert (ca.10,5) habe ich ebenfalls ein Medikament genommen, liege nun aber bei dem Wert 4,2. Meine Frage nun: Können die Leberwerte und der Blutdruck in Zusammenhang stehen? Für beide Symptome ist keine Ursache gefunden worden. von Hochdruck2 am 29.05.2003 17:08 Experten-Antwort: Es gibt viele Ursachen für erhöhte Leberwerte. Aus Ihren Angaben geht nicht hervor, welche Untersuchungen und ob alle erforderlichen Untersuchungen und alle Maßnahmen, z.B. Verzicht auf Alkoholkonsum, schon gemacht wurden, um eine Ursache herauszufinden. Bei Ihrem erheblichen Übergewicht kann es übrigens auch sein, dass eine Verfettung der Leber für die leichten Erhöhungen verantwortlich ist. Bluthochdruck führt nicht zu erhöhten Leberwerten. Sehr, sehr selten können aber bestimmte Blutdruck senkende, auch Harnsäure senkende Medikamente die Leberwerte erhöhen. Wenn wirklich keine Ursache gefunden wird, muss man - in Absprache mit dem Hausarzt - die Medikamente, die eine Leberschädigung machen können, nacheinander für 1 – 2 Monate absetzen und beobachten, ob sich die Leberwerte wieder normalisieren. Nur so kann man das verantwortliche Medikament erkennen. Sie sollten wegen Ihres Bluthochdrucks und wegen Ihrer Leber auf jeden Fall Gewicht abnehmen! Hautausschlag Frage: Ich nehme seit 2 Jahren Enalagamma 5 mg ein und habe seit dieser Zeit einen unangenehmen heissen und brennenden Hautausschlag auf den Wangen. Kann hier ein Zusammenhang bestehen? von Hummel am 22.05.2003 11:56 Experten-Antwort: Enalagamma ist ein Blutdrucksenker aus der Gruppe der so genannten ACE-Hemmer, die bei einigen Patienten zu Hautveränderungen führen können. In Absprache mit Ihrem Hausarzt sollten Sie das Medikament absetzen. Wenn Ihre Hautveränderungen durch das Medikament verursacht wurden, werden diese innerhalb spätestens 4 Wochen wieder verschwinden. Ihr Hausarzt wird entscheiden, welches andere Medikament Sie einnehmen sollen. Blutdruck und Ziehen in der Brust Frage: Ich (m/33J./1,70m/73kg/Nichtraucher /Jogger) fühlte mich bis vor ca. 6 Wochen sehr gut. Dann wurde mir aber nach dem Mittagessen urplötzlich schlecht, schwindelig usw. Mein Arzt stellte mit einer 24h-Messung einen Blutdruck von 150/90 und etwas erhöhte Blutfette fest. Daraufhin verschrieb er mir Lisihexal 5mg, und ich stellte gleichzeitig meine Ernährung um. Mit der Einnahme der Tabletten war mein Blutdruck innerhalb von wenigen Tagen auf normale Werte, jedoch spüre ich seit dem ein häufiges Ziehen in der linken Brust, keine richtigen Schmerzen und auch nicht immer an der gleichen Stelle, eher weitläufig im linken Brustbereich. Vor zwei Wochen stellte ich dann, nachdem ich 5 kg abgenommen hatte, fest, dass der Blutdruck bei unter 110/60 lag. Daraufhin nahm ich nur noch halbe Tabletten Lisihexal 5mg täglich. Seitdem liegt der Blutdruck bei 120/65, also gut eigentlich und das Ziehen wurde etwas schwächer. Woran liegt das? Eine EKG-Messung hat nichts Negatives ergeben. von dschoh am 14.05.2003 11:15 Experten-Antwort: Es ist gut, dass Sie sich wegen des Ziehens in der Brust untersuchen ließen. Offenbar hat der Arzt keinen krankhaften Befund festgestellt. Höchst erfreulich ist, dass Sie wegen des Bluthochdrucks und der erhöhten Blutfette nicht nur ein Medikament geschluckt haben, sondern als wichtige Maßnahme 5 kg an Gewicht abgenommen haben. Herzlichen Glückwunsch! Es ist unwahrscheinlich, dass das Ziehen in der Brust von dem Medikament Lisihexal kommt. Aber ganz genau kann man das nie wissen. Sie haben jetzt mit 120/65 mmHg einen völlig normalen Blutdruck. Es könnte sein, dass das allein durch die Gewichtsabnahme kommt. Fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie versuchsweise das Medikament wieder absetzen dürfen. Dann können Ihr Arzt und Sie selbst überprüfen, ob das Ziehen in der Brust vom Medikament kam und ob der Blutdruck allein durch die Gewichtsabnahme und ohne Medikament normal bleibt. Impotenz und Asthma Frage: Ich fange gerade erst an, meine Hypertonie zu behandeln. Bin 31 Jahre alt und habe einen Druck von 160/120. Bekomme nun Provas 80 verschrieben. Ist dies auch ein sog. Betablocker? Macht dieses Medikament auch impotent? Ist das eine dauerhafte Impotenz? Andere Medikamente kann ich wegen Astma nicht einnehmen. von Heinz am 09.05.2003 14:08 Experten-Antwort: Provas 80 ist kein Betablocker, sondern ein AT1-Rezeptorblocker, der nach allen bisherigen Kenntnissen keine Impotenz verursacht. Als Asthmatiker sollten Sie auf keinen Fall Betablocker einnehmen. ACE-Hemmer können Husten verursachen, der sich evtl. mit den Asthmabeschwerden überlagert. Gegen AT1-Rezeptorantagonisten, Kalziumantagonisten und Diuretika bestehen bei Asthma keine Bedenken. Kalzium-Antagonisten Frage: Ich habe eine Frage zu den Kalziumantagonisten. Ich nehme jetzt seit ca. 4 Monaten Dilta 90 mg, 2 mal täglich. Das ist endlich das Medikament, was ich eigentlich ganz gut vertrage. Hatte vorher Betablocker, das ging aufgrund der Nebenwirkungen nicht, ebenso bei einem ACE-Hemmer. Bin leider etwas empfindlich bei Tabletten. Jetzt habe ich mal gehört, das Kalziumantagonisten Blutdruckmittel 2. Wahl sind. Stimmt das so? von Mary am 07.05.2003 13:02 Experten-Antwort: Es hat tatsächlich eine Diskussion um die Bedeutung der Kalziumantagonisten (zu denen das Medikament Dilta 90, Inhaltsstoff Diltiazem, gehört) gegeben. Der Nutzen der Kalziumantagonisten, auch von Diltiazem, bei der Hochdruckbehandlung ist aber in großen klinischen Studien an vielen tausend Patienten nachgewiesen worden. Deshalb empfiehlt die Deutsche Hochdruck-Liga seit Jahren unverändert die Kalziumantagonisten gleichwertig neben Diuretika, Betablockern, ACE-Hemmern und AT1-Rezeptorblockern als Mittel der 1. Wahl zur Behandlung des hohen Blutdrucks. Selbstverständlich haben alle Blutdruck senkenden Medikamente – jeweils unterschiedliche – Nebenwirkungen, Stärken und Schwächen. Kalziumantagonisten dürfen bei Herzmuskelschwäche nicht verordnet werden, Kalziumantagonisten vom so genannten Dihydropyridin (DHP)-Typ (Diltiazem gehört nicht dazu) dürfen bei schwerer akuter Herzmuskeldurchblutungsstörung bzw. in den ersten 4 Wochen nach einem Herzinfarkt nicht eingesetzt werden. Es stimmt aber nicht, dass Kalziumantagonisten Blutdruckmittel der 2. Wahl sind. Medikamente - Nebenwirkungen Frage: Ich nehme jetzt 4 verschiedene Medikamente ein. Seit ich diese nehme, fühle ich mich total unwohl, Schwitzen, Hautrötung, keine Lust mehr am Sex, Antriebsschwäche, Depressionen usw. Kann dies von den Medikamenten kommen: Concor, Norvasc, Esidrix, Enalapril und Euthyrox. von marieclaire am 22.04.2003 13:06 Experten-Antwort: Die beschriebenen Beschwerden können, müssen aber nicht von den Medikamenten kommen. Bei der Behandlung des hohen Blutdrucks beginnt man nicht mit mehreren Medikamenten gleichzeitig, sondern fügt bei unzureichender Wirkung im Abstand von mehreren Wochen einen Blutdrucksenker zum anderen. Sobald ein Medikament unerwünschte Wirkungen verursacht, muss der Patient dies seinem Arzt sagen. Dieser wird dann auf dieses Medikament verzichten und durch ein anderes ersetzen. Wie war das bei Ihnen? Auch Sie haben sicher nicht mit allen Medikamenten gleichzeitig, sondern nacheinander begonnen. Wenn Sie sich nicht mehr erinnern können, bleibt jetzt nur eines übrig: Sie müssen unter ärztlicher Aufsicht alle 2 – 3 Wochen ein Medikament nach dem anderen absetzen und beobachten, ob eine oder mehrere Nebenwirkungen verschwinden und welche. So finden Sie und Ihr Arzt den oder die Verursacher. Wenn der Blutdruck ansteigt, wird Ihr Arzt Ihnen ein anderes Medikament, z.B. einen AT1-Blocker verordnen, oder die Dosis eines bisher eingenommenen, gut verträglichen Medikamentes steigern. Nebenwirkungen: Atemwege Frage: Woher kommen die Nebenwirkungen wie Infektionen der Atemwege, Husten, grippale Symptome Rachenschleimhautentzündungen, Bronchitis usw. ? Ich hatte monatelang unter diesen Krankheiten zu leiden. Treffen diese Nebenwirkungen auf alle Angiotensin-II-Rezeptorantagionisten zu? Sind Potenzprobleme zu erwarten? von norbert am 17.04.2003 21:11 Experten-Antwort: Ich hoffe sehr, dass Ihre Probleme nicht vom Rauchen kommen! Denn Nebenwirkungen im Bereich der Atemwege werden durch Angiotensin-II-Rezeptorblocker (auch AT1-Rezeptorblocker genannt) nicht verursacht. Unter den Blutdruck-senkenden Medikamenten können nur Betarezeptorenblocker und ACE-Hemmer derartige unerwünschte Wirkungen auslösen. AT1-Rezeptorblocker führen nicht zu Potenzproblemen. Nebenwirkungen: Husten, Bronchitis Frage: Ich nehme seit einigen Jahren Medikamente ein, weil ich durch meinen Beruf (bin jetzt Rentner)eine Bronchienerkrankung habe. Zur Behandlung nehme ich Tolubuterol und Theophyllin. Ausserdem habe ich einen Bluthochdruck und hatte vor einem Jahr Rhythmusstörungen. Seit einem Jahr bekomme ich zusätzlich zu den Bronchienmedikamenten Nebivolol und seit längerem Ramipril. Nun habe ich seit einer Erkältung Husten, der seit ungefähr 2 Monaten anhält. Kann das mit den Medikamenten zusammenhängen ? von Peter am 06.02.2003 11:51 Experten-Antwort: Aufgrund Ihrer Angaben vermute ich, dass Ihre Bronchienerkrankung eine obstruktive Atemwegserkrankung, möglicherweise mit asthmoider Komponente ist. Betablocker (z.B. Nebivolol) können die Krankheitserscheinungen verschlechtern und sollten bei dieser Erkrankung – wenn möglich - nicht eingenommen werden. ACE-Hemmer (z.B. Ramipril) können Husten verursachen. Da Ihr Hausarzt Ihnen den Betablocker möglicherweise nicht nur gegen den Bluthochdruck, sondern auch gegen die Rhythmusstörungen verordnet hat, müssen Sie mit ihm besprechen, ob und wie man die beiden Medikamente ersetzen kann. Betablocker: Impotenz Frage: Hallo, ich bin 49 Jahre alt, habe einen Druck um 145/95 mmHg, bekomme einen Betablocker und seit neuestem tut sich bei mir nicht mehr viel. Bin ansonsten gesund und aktiv. Woran kann das liegen? Ist das eine Nebenwirkung? Geht das weg? Was kann ich tun? von Hubert K am 06.02.2003 11:34 Experten-Antwort: Einige Blutdruck senkende Medikamente, vor allem Diuretika, Betablocker und Antisympathotonica, können die Potenz beeinträchtigen oder sogar zu Impotenz führen. Wenn derartiges unter der Behandlung auftritt, sollte das Medikament abgesetzt werden. Wenn das Medikament die Ursache war, verschwindet die Störung innerhalb von 2 – 8 Wochen. Den erhöhten Blutdruck muss man dann mit anderen Medikamenten behandeln, z.B. mit ACE-Hemmern, AT1-Blockern oder Kalziumantagonisten. Diuretika: Mundtrockenheit, Wasserlassen Frage: Hallo, vor kurzem wurde bei mir Bluthochdruck festgestellt, und seit wenigen Tagen nehme ich Chlortalidon (25 mg). Wie lange dauert es bis die blutdrucksenkende Wirkung einsetzt? Wie schaut es aus mit Nebenwirkungen wie ständiges Wasserlassen (nervend!) und Mundtrockenheit - geht das ggf. mit der Zeit wieder etwas zurück? Über eine Antwort freut sich Tinkerbell von Tinkerbell am 20.01.2003 21:46 Experten-Antwort: Die Blutdrucksenkung beginnt in der ersten Woche, die volle Wirkung ist nach 3 - 4 Wochen erreicht. Chlorthalidon ist ein Diuretikum, d.h. ein Medikament, das die Harnausscheidung vermehrt, aber auch den Blutdruck senkt. Wenn man es zur Blutdrucksenkung einnimmt, kommt es in den ersten 2 - 4 Wochen zu verstärktem und häufigerem Wasserlassen. Der Körper "entwässert" etwas, so dass der Patient Mundtrockenheit empfinden, auch etwa 1 kg an Gewicht abnehmen kann. Die belästigenden Wirkungen, aber auch die für viele erfreuliche Gewichtsabnahme verschwinden in der Regel, wenn man das Medikament 2 - 3 Wochen regelmäßig eingenommen hat. Die Blutdrucksenkung hält aber an. Blopress: Kalium Frage: Ist bei gleichzeitiger Einnahme von Blopress u.dem Schilddrüsenpräparat "Thyronajod" (kaliumhaltig) etwas zu beachten. M.f.G von concord am 14.01.2003 14:08 Experten-Antwort: Einige Blutdruck senkende Medikamente, wie z.B. Kalium sparende Diuretika, ACE-Hemmer und Angiotensin-Rezeptorblocker (so genannte AT1-Blocker), zu denen auch Blopress zählt, können unter gewissen Bedingungen den Kaliumspiegel im Blut erhöhen, z.B. bei Nierenerkrankungen, bei gleichzeitiger Verordnung bestimmter anderer Medikamente und bei Kalium reicher Ernährung. Mit unserer normalen Nahrung nehmen wir jeden Tag etwa 2 bis 4 Gramm Kalium auf. In dem Medikament Thyronajod ist zwar Kalium enthalten, aber weniger als 0,0001 Gramm in einer Tablette. Blopress und Thyronajod können also ohne Bedenken gleichzeitig eingenommen werden.

Kategorie: Krankheiten
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