Bluthochdruck – Messung

Fragen und Antworten rund um das Thema Bluthochdruck „Messung“
(die Informationen zu „Bluthochdruck Messung“ stammen aus 2004 – 2006. Analyse & Behandlung können sich mittlerweile geändert haben. Bitte suchen Sie bei Problemen IMMER einen Arzt auf). Die Antwort von Experten ersetzt in keinem Fall die individuelle Beratung und Behandlung durch einen Arzt / eine Ärztin Ihres Vertrauens. 

Mittlerer arterieller Blutdruck

Frage:
Meine Werte sind : RR:104/61 mmHg
MAP.:75 mmHg. Ist das noch in Ordnung ?
von Viktoria am 24.03.2006 12:31

Experten-Antwort:
Ihre Blutdruckwerte liegen im niedrig-normalen Bereich. Wenn Sie keine Beschwerden durch zu niedrigen Blutdruck haben, z.B. Leistungsschwäche, Schwindel, Stürze oder kurze Bewusstlosigkeiten, ist der Blutdruck völlig in Ordnung.

Blutdruck in Schwangerschaft

Frage:
Ich habe im Moment öfters mal einen Blutdruck von 150/60 mmHg. Jeder sagt mir, dass das eigentlich nicht sein kann, aber ich habe diesen Wert schon öfters gemessen.
Ansonsten liegt mein Blutdruck immer so zwischen 110-140/70-80 mmHg. Muss ich mir wegen dem ungewöhnlchen Blutdruck sorgen machen, oder kann das in der Schwangerschaft schon mal vorkommen??
von Chris am 23.03.2006 12:16

Experten-Antwort:
1. Aufgrund Ihrer Angaben ist Ihr Blutdruck nicht erhöht. Denn wenn der Blutdruck in der Regel zwischen 110 – 140/70 – 80 mmHg, also im Mittel etwa bei 125/75 mmHg liegt, ist er normal.
2. Es ist richtig, dass ein Blutdruck von 150/60 mmHg ungewöhnlich ist, vor allem wenn Sie sonst Werte um 110 – 140/70 – 80 mmHg messen. Die Werte von 150/60 mmHg beruhen sehr wahrscheinlich auf einem Mess- bzw. Gerätefehler.

Was ist ein normaler Puls?

Frage:
Gibt es normale Pulsfrequenzen? Mein Alter: 82 Jahre
von tojozule am 18.03.2006 17:07

Experten-Antwort:
Der Puls (die Herzfrequenz) muss in körperlicher und seelischer Ruhe gemessen werden. Dann ist ein Puls, der so genannte „Ruhepuls“ von 60 – 100/min normal. Diese Normalwerte sind ab etwa dem 14. Lebensjahr altersunabhängig.

Blutdruckanstieg nur diastolisch

Frage:
Mein derzeitiger diastolischer Wert liegt über 100, genau bei 110,
systolisch 140 mmHg.
Bei früheren Messungen stets um die 70 (diastolisch)
Worauf deutet der plötzliche Anstieg dieses Wertes?
(ohne Medikamente Werte um die 250)
von Baurob3 am 18.03.2006 16:55

Experten-Antwort:
1. Der normale Blutdruck liegt bei Selbstmessung unter 135/85 mmHg, bei Messung in der Arztpraxis unter 140/90 mmHg. Bei Ihnen sind also beide Werte, der obere (systolische) und der untere (diastolische) Wert erhöht. Dass einer der beiden Werte stärker von der Normalgrenze abweicht als der andere, ist nicht ungewöhnlich.
2. Ein Anstieg des diastolischen Wertes von 70 auf 100 – 110 mmHg ohne gleichzeitige Veränderung des systolischen Wertes beruht am ehesten auf einem Messfehler (z.B. andere Meßmethode, anderes Gerät).

Wann ist der untere Blutdruckwert zu niedrig

Frage:
Ich finde in keiner Lektuere wie weit der diastolische Druck bedenkenlos abfallen darf. Für Ihre Mühe herzl. Dank in voraus!
von alfredo am 14.03.2006 16:03

Experten-Antwort:
1. Es gibt keine bestimmte Grenze, ab der der untere Wert zu niedrig ist. Wenn der Arzt beim Abhören des Herzens keine Besonderheiten feststellt und der Patient keine Beschwerden hat und leistungsfähig ist, liegt auch bei einem niedrigen diastolischen Wert keine krankhafte Störung vor. Im übrigen muss der Blutdruck anhand beider Werte, des oberen (systolischen) und des unteren (diastolischen) Wertes beurteilt werden.
2. Es kommt vor, dass der untere Wert bei der Messung mit dem Hörrohr (Stethoskop) fälschlich zu niedrig gemessen wird. Normalerweise wird beim Abhören (Auskultieren) der diastolische Blutdruck beim Verschwinden der Gefäßgeräusche bestimmt. In bestimmten Fällen muss der untere Wert nicht beim Verschwinden, sondern schon beim deutlichen Leiserwerden der Geräusche gemessen werden.

Abhängigkeit zwischen Puls und Blutdruck

Frage:
Ich habe gehört, dass der Blutdruck und der Puls überhaupt nicht zueinander in Abhängigkeit stehen. Stimmt das? Oder nur in der Form, dass wenn der Puls leicht vom Ruhepuls abweicht, dass dann auch der Blutdruck entsprechend abweicht. Bsp.: Puls erhöht sich durch Stress um ca. 8 Schläge und dann der Blutdruck auch??? Oder nach 1,5 Stunden schnellem joggen bei höherem Puls (Schnitt 150 Schläge/Min), dass dann ca. 2 Std. später der Puls immer noch ca. 80 Schläge hat und dann der Blutdruck genauso wie der Puls leicht erhöht ist. Den letzt Fall hatte ich gestern. War joggen und ca. 1,5 – 2 Std. später hatte ich immer noch einen Puls von 80 sonst in Ruhe um 60 (eher minus 2-3 Schläge), der Blutdr. war bei ca. 145/82 sonst in Ruhe 125 – 135 (selten 140) zu 65 – 80. Bin allerdings nicht richtig zur Ruhe gekommen, wieso auch immer. Bin dann erst mal aufs Sofa habe richtig relaxt und dann ist der Puls und Blutdruck auch zurück gegangen. Ist so eine Abhängigkeit gegeben, oder normal??
von BD3030 am 13.03.2006 10:21

Experten-Antwort:
Es gibt keinen festen Zusammenhang zwischen Puls und Blutdruck. Beide können sich zusammen, aber auch unabhängig voneinander verändern. Dafür einige Beispiele:
Patienten mit Bluthochdruck haben in der Regel einen normalen Puls.
Bei körperlichen (z.B. Joggen, Treppensteigen) und seelischen (z.B. Stress, Unruhe) Belastungen steigen sowohl Puls als auch Blutdruck an.
Dauerleistungssportler haben in Ruhe einen normalen Blutdruck und einen langsamen Puls.
Patienten mit Blutarmut (Anämie) haben einen normalen oder niedrigen Blutdruck und einen hohen Puls.

Schwankende Blutdruckwerte

Frage:
In letzter Zeit ist mein systolischer Wert bei spontanen Messungen, d.h. ich fühle mich komisch oder habe Kopfschmerzen, 140-150 und diastolisch 105 – 110. Im Liegen wird der RR normal. Ich bekomme leicht einen roten Kopf – bei körperlicher Anstrengung und manchmal bin ich aufgeregt ohne besonderen Grund. Nachts spüre ich schon mal einen ziehenden Schmerz über dem Herzen oder Herzstolpern – unruhigen Schlag. Ich bin 55 Jahre alt,treibe regelmäßig Sport, rauche nicht, trinke kaum Alkohol, mein Gewicht ist 55 kg bei 160 Körpergröße. Wie wichtig soll ich diese sporadischen RR-Werte nehmen und wenn ich zum Arzt gehe – empfehlen sie dann eher den Hausarzt oder einen Internisten?
Vielen Dank für Ihre Antwort.
von Mona am 18.02.2006 16:44

Experten-Antwort:
1. Blutdruck und Puls sind nicht konstant, sondern schwanken in Abhängigkeit von seelischen (psychischen) und körperlichen (physischen) Belastungen. Aufregungen im privaten und beruflichen Bereich, Ärger, Angst, Stress, Schmerzen und andere Beschwerden erhöhen Blutdruck und Puls vorübergehend. Es macht keinen Sinn, Blutdruck und Puls während solcher Zustände zu messen, weil sie dann immer zu hoch sind. Solche Erhöhungen sind natürlich, gehen von allein wieder zurück und müssen deshalb nicht behandelt werden. Es ist also nicht so, dass hoher Blutdruck „ein komisches Gefühl“, Kopfschmerzen und Aufregung verursacht, sondern umgekehrt. weil Sie ein „komisches Gefühl“ und Kopfschmerzen haben und aufgeregt sind, steigt der Blutdruck.
Bei Ihnen muss deshalb zunächst festgestellt werden, ob der Blutdruck dauerhaft erhöht ist und behandelt werden muss. Dazu eignen sich zwei Methoden:
a) Die Blutdruckselbstmessung: Messen Sie den Blutdruck zweimal täglich morgens und abends im Sitzen möglichst immer zu den gleichen Zeitpunkten in körperlicher und seelischer Ruhe für 2 – 3 Wochen, schreiben Sie die Werte auf und zeigen Sie diese Ihrem Arzt. Wenn der Mittelwert aller Messungen unter 135/85 mmHg liegt, ist der Blutdruck normal. Einzelne Werte dürfen diese Grenze ohne weiteres überschreiten, wenn nur der Mittelwert unter 135/85 ist.
b) Eine andere Möglichkeit ist die Blutdrucklangzeitmessung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät.
2. Wegen der anderen Beschwerden wie ziehenden nächtlichen Schmerzen über dem Herzen, Herzstolpern bzw. unregelmäßigem (?) Herzschlag sollten Sie sich von Ihrem Hausarzt untersuchen lassen.

Blutdruckmessung alle 10 Minuten

Frage:
Seit vielen Jahren habe ich Bluthochdruck und nahm entsprechende Medikamente. Seit ich Laufsport betreibe, habe ich die Tabletten abgesetzt. Zur Zeit ca. 138/88. Frage: Gibt es ein Blutdruckmessgerät, welches alle ca 20 Minuten den Druck misst? Wenn ja, kann auch ich als Patient und nur der Arzt ein solches erwerben?
von chanel am 26.01.2006 16:32

Experten-Antwort:
1. Es gibt nur größere, unhandliche Geräte, die den Blutdruck automatisch in beliebig wählbaren Intervallen messen, die Werte speichern und bei Bedarf ausdrucken. Solche Geräte sind für spezielle Anwendungen in Klinik und Praxis entwickelt worden.
2. Es ist völlig unnötig und eher nachteilig, wenn der Blutdruck von Betroffenen zu häufig gemessen wird. In der Regel wird empfohlen, den Blutdruck nur zweimal täglich morgens und abends möglichst immer zu den gleichen Zeitpunkten in körperlicher und seelischer Ruhe für 2 – 3 Wochen zu messen. Die Werte sollten notiert und dem Arzt vorgelegt werden. Wenn der Mittelwert aller Messungen unter 135/85 mmHg liegt, ist der Blutdruck normal. Einzelne Werte dürfen diese Grenze ohne weiteres überschreiten, wenn nur der Mittelwert unter 135/85 ist. Wenn der Blutdruck aufgrund solcher Messungen normal ist und keine Erkrankungen auftreten, muss er bei Grenzewerten erst wieder nach 6 Monaten, sonst nach 12 Monaten erneut gemessen werden.
3. Wie Sie sicher wissen, gibt es Pulsmesser, mit denen man bei Ausdauersportarten oder beim Konditionstraining den Puls fortlaufend misst und dann die Leistung an der optimalen Trainingsherzfrequenz orientiert. Der Blutdruck muss aber immer in körperlicher und seelischer Ruhe gemessen werden. Eine Blutdruckmessung beim Laufen oder bei körperlichen Belastungen (ausgenommen Belastungs-EKG beim Arzt) ist als Routine nicht vorgesehen.

Blutdruckmessung bei Vorhofflimmern

Frage:
Welches Blutdruckmessgerät empfehlen Sie bei absoluter Arrhythmie bei Vorhopfflimmern?
Oberarm? Handgelenk? Marke?
von Herzkasper am 20.01.2006 14:30

Experten-Antwort:
Aus prinzipiellen Gründen können Messungen mit allen automatischen und halbautomatischen Blutdruckmessgeräten, am Oberarm und am Handgelenk bei Vorhofflimmern zu Fehlmessungen führen. Die Gefahr von fehlerhaften Messungen ist umso größer, je unregelmäßiger der Herzschlag ist, d.h. wenn kurze und lange Abstände zwischen zwei Herzschlägen ständig wechseln.
Die einzige Möglichkeit, den Blutdruck einigermaßen zuverlässig zu messen, ist die auskultatorische Messung am Oberarm, d.h. mit der Oberarmmanschette und durch Abhören der Geräusche mit dem Hörrohr (Stethoskop) in der Ellenbeuge. In der Regel kann dies nur der Arzt. Prinzipiell ist es aber durchaus möglich, dass ein Patient diese Methode nach entsprechender Schulung erlernt.

Hohe diastolische Werte

Frage:
Ich eine Frau, 55 Jahre alt, die sich wegen hoher diastolischer Druckwerte große Sorgen macht. Die Werte sind zwischen 95 und 105 mmHg.
von Insider am 15.01.2006 19:30

Experten-Antwort:
Der Blutdruck muss anhand wiederholter Messungen beider Werte, des oberen (systolischen) und des unteren (diastolischen) Wertes beurteilt werden. Ein diastolischer Wert von 95 – 105 mmHg ist zu hoch, eine Bewertung kann aber nur erfolgen, wenn man auch den systolischen Wert kennt.
Wenn ein isoliert erhöhter diastolischer Blutdruck vom Patienten selbst bestimmt wird, sollte der Blutdruck von einem Arzt durch Auskultation mit dem Stethoskop überprüft werden.

Messung in Herzhöhe und Seitenunterschied

Frage:
Bei mir ist ein konstanter, nicht-pathologischer systolischer BD-Unterschied von 10mmHG (rechts: 140 / links 130 im Mittel bei Selbstmessung) zu beobachten, der ja leider auch gerade noch den Unterschied zwischen “behnadlungsbedürftig” und “nicht-behandlungsbedürftig” ausmacht. Nun wird empfohlen, immer am Arm mit dem höheren BD zu messen. Warum? Um einfach auf der sicheren Seite zu sein, da man letztlich nicht weiß, welcher BD der “richtige” ist, oder weil der höhere immer auch dem tatsächlichen BD entspricht? Kann ein Strömungsgeräusch in der rechten Arteria carotis für den höheren Druck verantwortlich sein? Würden Sie im vorliegenden Fall eine medikamentöse Therapie empfehlen? Besten Dank für eine Antwort.
von lechts&rinks am 11.01.2006 09:58

Experten-Antwort:
1. Durch Anomalien oder Verengungen der Armarterien kann der Blutdruck nur falsch zu niedrig, nicht aber falsch zu hoch gemessen werden. Deshalb muss immer an dem Arm mit dem höheren Blutdruck gemessen werden. Sie sagen es richtig: der höhere Blutdruck entspricht dem tatsächlichen Blutdruck in den großen Gefäßen des Körpers, z.B. in der Aorta.
2. Ein Strömungsgeräusch kann bei einer Verengung (Stenose) der Arteria carotis entstehen, doch beeinflusst eine Verengung in diesem Gefäß nicht die Blutdruckmessung am Arm. Wenn allerdings das Strömungsgeräusch an der Arteria carotis zwar hörbar ist, aber nur dorthin fortgeleitet wird und gar nicht dort entsteht, sondern in der in der Nähe liegenden Arteria subclavia entsteht, dann kann der Blutdruck am Arm verändert werden. Allerdings ist der Blutdruck auf der Seite mit dem Geräusch, d.h. auf der Seite mit der Verengung niedriger.

Welche Blutdruckwerte sind zu hoch?

Frage:
Bei welchen Werten liegt Bluthochdruck vor?
von punkzicke am 14.12.2005 09:43

Experten-Antwort:
Der Blutdruck muss in körperlicher (physischer) und seelischer (psychischer) Ruhe gemessen werden.
1. Bei der Messung in der Arztpraxis oder im Krankenhaus sind Blutdruckwerte ab 140/90 mmHg, bei der Messung durch den Patienten selbst ab 135/85 mmHg erhöht. Entscheidend sind dabei nicht Einzelmessungen, die durchaus auch einmal erhöht sein können, sondern die Mittelwerte von häufig wiederholten Messungen, z.B. die Mittelwerte von morgendlichen und abendlichen Eigenmessungen über zwei Wochen.
2. Bei der Blutdrucklangzeitmessung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät sind Mittelwerte über 24 Stunden, also während der Wach- und Schlafphase, ab 130/80 mmHg, Mittelwerte während der Wachphase zwischen etwa 7 – 22 Uhr ab 135/85 mmHg erhöht.

Bluthochdruck nur abends und nachts

Frage:
Ergebnis von Blutdruckmessungen zu Hause + 24-Std-Messung: Tagsüber sind die Werte in Ordnung, abends und nachts steigen sie an (um 170/100), nach dem Aufstehen liegen die Werte oft um 135/95. Belastungs-EKG: unterer Wert bis 110.
Alter: 62 Jahre, keine Risikofaktoren wie z.B. Rauchen, Übergewicht.
Blutdruckprobleme seit ca. 1 Jahr. Mein Cholesterinwert ist seit Jahrzehnten erhöht (260-310)-der HDL-Wert war aber auch immer hoch, d.h.,der berechnete Gefährdungswert praktisch nie über dem zulässigen Wert. Hatte nie Übergewicht, habe immer auf eine ausgewogene Ernährung geachtet (Cholsterinspiegel dadurch nicht beeinflussbar), gehe regelmäßig ins Fitnesscenter und habe deshalb Medikamente immer abgelehnt.
Frage 1: Soll ich bei dieser Situation regelmäßig Medikamente gegen hohen Blutdruck nehmen?
Frage 2: Warum ist mein Blutdruck abends und nachts so hoch? Und zwar unabhängig von vorausgegangenen Aktivitäten oder Ruhe.
Herzlichen Dank im voraus.MfG Anne Walter
von Antonia am 08.12.2005 13:33

Experten-Antwort:
Die korrekte Beantwortung Ihrer Fragen ist nicht möglich, weil Sie keine Mittelwerte für Selbstmessung und Langzeitmessung des Blutdrucks (24-Stunden-, Nacht- und Tagesmittelwerte) und für das HDL-Cholesterin angeben. Ganz allgemein kann man folgendes sagen:
1. Wenn Sie während der Langzeitmessung in der Nachtphase (in der Regel zwischen 22 und 6 Uhr) nicht oder schlecht geschlafen haben bzw. durch die Messungen immer wieder aufgewacht sind, werden die Nachtwerte (und damit auch die 24-Stundenwerte) nicht berücksichtigt. Es gelten dann nur die Tageswerte in der Wachphase (in der Regel zwischen 6 und 22 Uhr). Wenn der Mittelwert Ihres Blutdrucks während des Tages unter 135/85 mmHg liegt und Sie keine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und keine Nierenerkrankung haben, ist eine Behandlung mit Medikamenten nicht erforderlich.
2. Wenn Ihr Blutdruck trotz körperlicher Ruhe abends hoch ist, kann dies nur daran liegen, dass Sie abends – aus welchen Gründen auch immer – weniger entspannt sind als tagsüber. Diese Werte gehen in die Mittelwerte der Wachphase ein und werden bei der Behandlungsentscheidung berücksichtigt. Blutdruckwerte in der Nacht sind nur während des Schlafes aussagekräftig. Wenn Sie wach sind oder bei der Langzeitmessung aufwachen, ist der Blutdruck höher.

Bluthochdruck bei schwankenden Werten

Frage:
Mein Blutdruck, mein allerliebster Freund befindet sich bei 117/75 manchmal auch bei 150/105. Die Frage was ist der echte RuheBlutdruck. Es gibt bei mir immense differenzen zwischen sitzendem und liegendem Blutdruck. Ich achte darauf das ich so ungefaher auf Herzhoehe bin, dennoch ist es liegend 117/69 und sitzend dann 128/85 oder 128/84 liegend und 138/94 sitzend. Inzwischen bin ich auf diovan. Diastolisch spielt sich das jedoch immer noch zu hoch ab manchmal. Ichreagier sehr sensitiv auf Zigarettenkonsum, also eine Zigi reicht aus um den normalen Druck auf einen hohen anzuheben. Nu ist mir natuerlich klar das rauchen nix ist fuer Hypertoniker. Was ich auch feststelle ist in Geselligkeit schnellt mein Blutdruck hoch auch ohne rauchen, da gibt es dann schon mal Werte von 160/110. Die jedoch sobald ich dann wieder alleine bin direkt in normal abfallen. Meine Frage ist nun, ist denn Diovan das richtige oder bin ich einfach nur bekloppt und brauch Psychotherapie
von hyper oder psycho am 06.12.2005 13:44

Experten-Antwort:
1. Der Blutdruck ist nicht konstant, sondern schwankt in Abhängigkeit von seelischen (psychischen) und körperlichen (physischen) Belastungen. Aufregungen im privaten und beruflichen Bereich, Ärger, Angst, Stress, Schmerzen und körperliche Beschwerden, auch Sprechen (z.B. bei der Blutdruckmessung oder in Gesellschaft) und selbst angenehme Gefühle wie bei plötzlichen freudigen Ereignissen erhöhen den Blutdruck vorübergehend. Auch Rauchen erhöht den Blutdruck für 1 – 3 Stunden. Es ist müßig, über den „echten Ruheblutdruck“ zu diskutieren (wahrscheinlich im Schlaf). Für die Entscheidung, ob der Blutdruck normal oder erhöht ist, eignen sich zwei Methoden:
a) Die Blutdruckselbstmessung: Messen Sie den Blutdruck zweimal täglich morgens und abends möglichst immer zu den gleichen Zeitpunkten in körperlicher und seelischer Ruhe für 2 – 3 Wochen, schreiben Sie die Werte auf und zeigen Sie diese Ihrem Arzt. Wenn der Mittelwert aller Messungen unter 135/85 mmHg liegt, ist der Blutdruck normal. Einzelne Werte dürfen diese Grenze ohne weiteres überschreiten, wenn nur der Mittelwert unter 135/85 ist.
b) Eine andere Möglichkeit ist die Blutdrucklangzeitmessung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät.
2. Die Blutdruckdifferenzen, die Sie im Sitzen und Liegen beobachten, sprechen am ehesten für einen methodischen Fehler, z.B. falsche Herzhöhe. Das kann man nur feststellen, wenn man Ihre Messung beobachtet. Falls Ihre Messungen methodisch überprüft und korrekt sind, gelten die Blutdruckwerte im Sitzen am Arm mit den höheren Werten.
3. Der Blutdrucksenker Valsartan (im Diovan) zählt zu den fünf Gruppen von Blutdrucksenkern, die von Fachgesellschaften weltweit, auch von der Deutschen Hochdruck-Liga zur Behandlung der Hypertonie empfohlen werden. Wenn die Behandlung mit diesem Medikament zu keiner Normalisierung des Blutdrucks führt, muss zusätzlich ein zweiter, evtl. auch dritter Blutdrucksenker zusätzlich verordnet werden. Die Mehrzahl der Bluthochdruckpatienten benötigt mehr als ein Medikament.

Armhaltung bei der Blutdruckmessung

Frage:
Ich habe bei der Blutdruckmessung mit einer Oberarmmanschette je nach Armstellung – herunterhängend oder angewinkelt auf dem Tisch liegend – unterschiedliche Meßergebnisse. Beim herunterhängenden Arm sind die Ergebnisse ca. 10 mmHg höher als bei der angewinkelten Armstellung auf dem Tisch liegend. Können Sie mir bitte sagen, welche Werte genauer (richtiger) sind.
von Thomm110 am 01.12.2005 12:44

Experten-Antwort:
Bei der Blutdruckmessung muss die Messstelle, d.h. die Manschette, bzw. bei der Oberarmmessung der Teil des Oberarmes, den die Manschette umgibt, in Herzhöhe liegen. Liegt die Messstelle unterhalb der Herzhöhe, sind die Werte falsch zu hoch, liegt die Messstelle oberhalb der Herzhöhe, sind die Werte falsch zu niedrig. Aus Ihrer Schilderung kann man nicht genau entnehmen, welche Stellung die richtige ist. Für eine endgültige Entscheidung müsste man Ihre Messungen beobachten oder Bilder der Messungen sehen.
Ganz allgemein kann man aber sagen: wenn man bei der Oberarmmessung den Arm an der Seite des Körpers ganz herunterhängen lässt, befindet sich die Messstelle in Herzhöhe. Allerdings ist das auch der Fall, wenn man bei üblicher Sitz- und Tischhöhe den Oberarm an die Körperseite anlegt und den Unterarm angewinkelt auf den Tisch legt.

Überprüfung von Blutdruck und Puls

Frage:
Bereits vor zwei Jahren stellte ich neben erhöhten Blutdruckwerten auch einen relativ hohen Puls fest (um die 100) der Arzt verordnete mir neben Enadura (25mg/Tag) und Nitrendipin (10mg), den Betablocker Bisoporol(5mg/Tag). Der Pulsschlag verringerte sich, die Blutdruckwerte waren grenzwertig (um die 140/90 mg mal mehr mal weniger, meist zum Abend hin ansteigend). Seit 2,5 Wochen nehme ich nur noch Enadura (30mg/Tag) und Verabeta (240RR). Die Blutdruckwerte sind in etwa gleich, steigen aber gegen Abend nicht mehr so stark an. Dafür ist der Puls höher (um die 100). Was kann man da tun tun ? Wieder auf die alten Medikam. wechseln ?

Vielen Dank für Antwort
von Heinrich am 27.11.2005 10:48

Experten-Antwort:
Sie schreiben nicht, wer Ihren Blutdruck misst. Bei der Messung in der Arztpraxis sollte der Blutdruck unter 140/90 mmHg liegen, bei Selbstmessung unter 135/85 mmHg. Ihr Blutdruck ist also entweder grenzwertig (bei Praxismessung) oder immer noch erhöht (bei Selbstmessung). Da Sie die Medikamente schon gewechselt haben, derzeit zwei Medikamente nehmen und das weitere Vorgehen von der Höhe Ihres Blutdrucks entscheidend abhängt, sollte der Blutdruck vor weiteren Maßnahmen jetzt unbedingt einmal durch eine Langzeitmessung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät überprüft werden. Dies ist die zuverlässigste Messung zur Überprüfung von Puls und Blutdruck.

Blutdruck nach Belastungen

Frage:
Mein Blutdruck bewegt sich im allgemeinen im Normalbereich (125/65 – 140/80), aber auch nur unter absoluter Ruhe gemessen. Sobald ich mich bewege (Treppe runter, spreche, etc.) geht er hoch und nach kurzer Pause auch wieder runter. Nach leichtem joggen ist er schnell zrück im Normalbereich. Nur nach einer starken körperlichen Belastung (z.B Schnee fegen etc.) dauert es länger bis er wieder normal wird, ebenso unter Streß. Dann ist er jeweils in Alarmbereitschaft, d.h. er geht nicht komplett in den Ruhemodus zurück. Das gleiche habe ich festgestellt nach Alkoholgenuss. Am anderen Tag, je nach dem wieviel Alkohol getrunken wurde, ist er lange in Alarmbereitschaft und springt auf die kleinste Bewegung an und steigt hoch bzw. kommt nicht richtig in den persönlichen Ruhemodus zurück. Ist das normal?
von BD3030 am 26.11.2005 10:24

Experten-Antwort:
Der Blutdruck muss in körperlicher und seelischer Ruhe, in entspanntem Zustand gemessen werden. Bei der Blutdruckmessung darf auch nicht gesprochen werden. Wenn er unter diesen Messbedingungen zwischen 125/65 und 140/80 mmHg liegt, ist der Blutdruck normal.
Bei seelischen (psychischen) und körperlichen (physischen) Belastungen kommt es zu einem vorübergehenden Blutdruckanstieg. In allen Situationen, bei denen Sie einen Blutdruckanstieg beobachten, strengen Sie sich entweder körperlich an (Treppen gehen, joggen, Schnee fegen) oder stehen unter seelischen Belastungen (sprechen, im Stress). Nach körperlichen Anstrengungen sollte der Blutdruck nach 5 Minuten wieder weit gehend normal sein, es sei denn, die Anstrengung hat zu einer starken Erschöpfung geführt, die Atemnot hält an und die Erholung dauert etwas länger.
Ganz allgemein steigert regelmäßiger Alkoholkonsum den Blutdruck. Zur Behandlung des Bluthochdrucks gehört daher auch die Einschränkung des Alkoholkonsums auf geringe Mengen. Bei Personen, die regelmäßig reichlich Alkohol trinken und eine gewisse Abhängigkeit haben, können Puls und Blutdruck am folgenden Tag im nüchternen, d.h. alkoholfreien Zustand im Sinne eines Entzugssyndrom steigen.

Aufregungshochdruck in der Schwangerschaft

Frage:
Hallo, ich bin in der 28. Schwangerschaftswoche. ich habe das Problem, dass bei den Vorsorgeuntersuchungen mein Blutdruck meistens auf 150/70-80 steigt, aber zuhause wenn ich messe, regelmäßig sich zwischen 120/60 und 130/70 bewegt. Ich bin schon vor den Messungen beim Frauenarzt immer total nervös und habe Angst der Blutdruck könnte hoch sein. Nun will mein Arzt, dass ich eine 24 Stundenmessung vornehme, um eine Schwangerschaftsvergiftung auszuschließen. Mein Urin ist aber normal und auch sonst habe ich keine übermäßigen Wassereinlagerungen. Bis jetzt habe ich auch nur 5 Kilo zugenommen.
Muss ich mir denn wegen diesen Werten Gedanken machen. Mir geht das ständig durch den Kopf.
von Helena am 22.11.2005 12:08

Experten-Antwort:
Etwa jeder zehnte Patient, bei dem in der Arztpraxis ein erhöhter Blutdruck festgestellt wird, hat bei Selbstmessungen zu Hause oder bei der Blutdrucklangzeitmessung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät einen völlig normalen Blutdruck. Diese Form des Bluthochdrucks bezeichnet man als Praxis-, Sprechstunden- oder auch Weißkittelhochdruck. Die Aufregung bei einem Arztbesuch und die Angst, dass bei der Untersuchung etwas Ernstes festgestellt werden könnte, treiben den Blutdruck bei bestimmten Patienten unverhältnismäßig stark in die Höhe. Weil der Blutdruck aber nur während der kurzen Zeit beim Arzt erhöht, sonst aber immer normal ist, ist er nicht gefährlich und muss nicht behandelt werden. Die gleiche Beobachtung kann man natürlich auch bei Frauen in der Schwangerschaft machen.
Bei solchen Personen ergibt die Blutdruckmessung in der Praxis immer erhöhte, nicht repräsentative Werte. Deshalb muss der Blutdruck durch Selbstmessung bzw. durch Langzeitmessung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät überprüft werden.
Wenn Sie zu Hause regelmäßig Werte von 120/60 und 130/70 mmHg messen und bei der Messung in der Praxis die Werte erhöht sind, besteht bei Ihnen eine derartige, auch während einer Schwangerschaft harmlose Praxishypertonie. Um ganz sicher zu gehen, sollte Ihr Arzt überprüfen, ob Ihr Gerät in Ordnung ist und ob Sie richtig messen. (Wenn Sie Ihrem Arzt eine Messung vorführen, ist der Blutdruck dann natürlich auch zu hoch. Er muss aber nur überprüfen, ob Ihre Messtechnik und das Gerät in Ordnung sind). Eine andere Möglichkeit ist natürlich auch die Blutdrucklangzeitmessung über 24 Stunden, die aber nicht erforderlich ist, wenn Sie richtig messen und das Gerät in Ordnung ist.

Angst vor der Blutdruckmessung

Frage:
Im ruhigen Zustand habe ich einen Blutdruck von 120/80 oder 130/80 mmHg, aber ich habe seit letztes jahr angst vor jedem arzt der blutdruck messen könnte! und all das nur weil mir ein arzt ein medikament mit nach hause gab weil er ein knoten in der schilddrüse feststellte,aber nicht den blutwert abwartete.ohne beipackzettel und ohne zu wissen was es ist.im nachinein konnte mir gesagt werden was es war l-thyroxin 200mg.und ich nahm eine ganze.das medikament hätt ich aber nicht nehmen brauchen da meine werte super in ordnung waren.aber ich hatte halt diese nebenwirkungen unruhe angst hoher blutdruck herzrasen
von lady am 19.11.2005 12:10

Experten-Antwort:
1. Wenn Ihr Blutdruck im ruhigen Zustand bei korrekter Messung 120 – 130/80 mmHg beträgt, ist er normal. Eine Kontrolle durch Sie oder einen Arzt ist in jährlichen Abständen, d.h. erst nach einem Jahr wieder empfehlenswert.
2. Ohne eigene Untersuchung sowie ohne Kenntnis der Befunde und evtl. Ihrer Begleiterkrankungen kann man zu der Verordnung von L-Thyroxin nichts sagen.

Schwankender Blutdruck

Frage:
Ich habe ein sehr großes Problem.Habe sehr oft, meistens wenn ich was vorhabe einen viel zu hohen Blutdruck. Das höchste war 161/112. Ich bin ein sehr nervöser Mensch und alles was neu in meinem Leben passiert, nimmt mich immer unnatürlich mit. Wenn ich auf der Couch liege und ruhig bin, ist der Blutdruck so bei 127/88.Mein Puls wird auch sehr oft sehr hoch.Das höchste was ich gemessen habe war mal 130. Ich habe jetzt beim Arzt ein Langzeit-EKG und eine Langzeitmessung gemacht und habe aber so eine Angst, weil ich das Ergebnis erst in einer Woche bekomme. Sind so hohe Werte nicht gefährlich? Kann ich einen Herzinfarkt bekommen? Hab ständig Angst und messe oft, weil mir immer so komisch wird und ich Herzklopfen bekomme, wenn ich irgendwo hin muß.Manchmal hab ich diese starke Unruhe mit Blutdruckanstieg auch nachts. Muß ich nicht sofort ein Medikament bekommen? Habe das Gefühl, daß es der Arzt wohl nicht so eilig hat.
von butterfly am 14.11.2005 11:19

Experten-Antwort:
1. Blutdruck und Puls sind nicht konstant, sondern schwanken in Abhängigkeit von seelischen (psychischen) und körperlichen (physischen) Belastungen. Aufregungen im privaten und beruflichen Bereich, Nervosität, Ärger, Angst, Unruhe, Schmerzen, ja selbst angenehme Gefühle wie bei plötzlichen freudigen Ereignissen erhöhen Blutdruck vorübergehend. Es macht keinen Sinn, den Blutdruck während solcher Zustände zu messen, weil er dann immer zu hoch ist. Solche Blutdruckerhöhungen („Aufregungshochdruck“) sind natürlich und ungefährlich und müssen nicht behandelt werden. Natürlich spielen auch Temperament und Charakter eine große Rolle, so dass die Schwankungen von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein können.
In der Nacht sollte der Blutdruck bei wachen Patienten nicht gemessen werden. Aussagekräftig sind nur die Blutdruckwerte, die bei der Langzeitmessung beim schlafenden Patienten gemessen werden.
2. Deshalb muss der Blutdruck immer in körperlicher und seelischer Ruhe gemessen werden und es kommt nicht auf einzelne erhöhte Werte an, entscheidend sind vielmehr die Mittelwerte häufig wiederholter Messungen. Ihr Arzt hat völlig richtig gehandelt: erst durch die Blutdrucklangzeitmessung mit einem tragbaren Gerät wird festgestellt, ob Ihr Blutdruck dauerhaft erhöht ist und behandelt werden muss. Sie haben eine gute Chance, dass Ihr Blutdruck gar nicht erhöht ist. Wenn er erhöht ist, kommt die Behandlung auf jeden Fall rechtzeitig und es wird in der Zwischenzeit nichts versäumt.

Herzfrequenz laut Pulsmesser zu hoch

Frage:
Mein Blutdruck ist laut Messgerät am Handgelenk normal: 140/80 mmHg. Beim Training oder auch schon beim Anlegen des Polarherzfrequenzmessegrätes zeigt mir dieses schon einen Wert von 120 oder sogar manchmal auch 160/min an. Bei meinem letzten Training ist meine Hf sogar auf 186/min angestiegen. Meine Trainerin hat mich schon zum wiederholoten Mal darauf hingewiesen, dieses vom Arzt überprüfen zu lassen. Ist der Puls und der Blutdruck nicht identisch? Oder was ist genau der Unterschied? Danke für Ihre Rückantwort. Ich bin 40 Jahre, 172cm groß und wiege 82kg
von mybody am 20.10.2005 16:49

Experten-Antwort:
1. Es gibt keine gegenseitige Abhängigkeit (Korrelation) zwischen der Höhe des Blutdrucks und der Herzfrequenz („Puls“). Bei körperlichen und seelischen Belastungen steigen zwar sowohl Puls und Blutdruck, aber bei Patienten mit Bluthochdruck ist der Puls in der Regel völlig normal, während bei Ausdauersportlern der Puls in Ruhe niedrig ist, der Blutdruck aber normal oder auch erhöht sein kann.
2. Es kann zwar sein, dass Ihr Herzfrequenzmessgerät technisch defekt ist. Wenn aber auch Ihre Trainerin einen zu hohen Puls gemessen hat, sollten Sie sich ärztlich untersuchen und den Puls überprüfen lassen.
3. Bei häufig wiederholter Selbstmessung sollte der Blutdruck unter 135/85 mmHg sein. Bei 140/80 mmHg ist also der obere Wert erhöht, der untere normal. Um festzustellen, ob der Blutdruck dauerhaft erhöht und behandlungsbedürftig ist, eignen sich zwei Methoden:
a) Die Blutdruckselbstmessung: Messen Sie den Blutdruck zweimal täglich morgens und abends möglichst immer zu den gleichen Zeitpunkten in körperlicher und seelischer Ruhe für 2 – 3 Wochen, schreiben Sie die Werte auf und zeigen Sie diese Ihrem Arzt. Wenn der Mittelwert aller Messungen unter 135/85 mmHg liegt, ist der Blutdruck normal. Einzelne Werte dürfen diese Grenze ohne weiteres überschreiten, wenn nur der Mittelwert unter 135/85 ist.
b) Eine andere Möglichkeit ist die Blutdrucklangzeitmessung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät.
4. Bei 172 cm und 82 kg sind Sie übergewichtig und sollten abnehmen.

Was bedeuten hoher und niedriger Pulsdruck?

Frage:
Auf welche Erkrankung weist eine geringe RR-Amplitude und auf welche eine große Amplitude hin?
von nissy am 16.10.2005 13:45

Experten-Antwort:
Pulsdruck bzw. Blutdruckamplitude ist ein errechneter Wert, d.h. die Differenz zwischen oberem (systolischem) und unterem (diastolischem) Blutdruck. Beispielsweise ist bei einem Blutdruck von 130/80 mmHg der Pulsdruck 50 mmHg (130 minus 80 = 50 mmHg).
Wichtig ist zunächst, ob der systolische und/oder der diastolische Blutdruck normal oder erhöht sind. Manchmal kann man aus dem Pulsdruck über die Blutdruckwerte hinaus zusätzliche Informationen ableiten.
1. Große Differenzen zwischen erhöhtem oberem und unterem Wert (z.B. 175/75 mmHg) sind ungünstig und stellen einen eigenen kardiovaskulären Risikofaktor dar. Vor allem mit zunehmendem Alter nimmt die Dehnbarkeit und Elastizität der Hauptschlagader und der großen Arterien ab. Dann steigt der systolische Wert an und ist erhöht, während der diastolische Wert normal bleibt, d.h. die Blutdruckamplitude wird größer. Das ist eine typische Alterserscheinung und kommt in der Regel jenseits des 60. – 70. Lebensjahres vor. Diese isolierte, systolische Hypertonie, häufig auch als Altershochdruck bezeichnet, ist gefährlich wie jeder andere dauerhafte Bluthochdruck und muss deshalb mit Blutdrucksenkern behandelt werden. Je größer die Blutdruckamplitude, umso eher drohen Herzkreislauferkrankungen und Schlaganfall, d.h. umso ernsthafter muss man diese Form des Bluthochdrucks nehmen und umso sorgfältiger behandeln.
Bei jüngeren Menschen können seltene angeborene oder erworbene Herzfehler, z.B. ein offener Ductus Botalli oder eine Schädigung der Aortenklappe (Aortenklappeninsuffizienz) einen hohen Pulsdruck verursachen.
2. Niedriger Pulsdruck bzw. kleine Amplitude, z.B. bei einem Blutdruck von 90/70 mmHg können ein ungünstiges Zeichen bei Patienten mit schweren Herzerkrankungen, z.B. einer schweren Herzschwäche (Herzinsuffizienz) sein.

Hochdruck während des Tages

Frage:
Ich kann bei mir in Ruhe morgens und abends einen Druck von 130/80 mmHg messen. Tagsüber habe ich aber garatiert durch Stress über 130/80. Stichproben am Schreibtisch zeigten zwischen 140/90 und 150 /100 mmHg. Ist das nicht zu hoch ?
von hannes am 16.10.2005 10:23

Experten-Antwort:
Der Blutdruck schwankt in Abhängigkeit von körperlichen (physischen) und seelischen (psychischen) Belastungen. Das zeigt sich auch bei Ihnen: sie haben teils normale, teils erhöhte Werte. Das hat zwei Konsequenzen für die Beurteilung des Blutdrucks:
a) Der Blutdruck muss immer in körperlicher und seelischer Ruhe gemessen werden.
b) Es kommt nicht auf einzelne hohe Blutdruck- und Pulswerte, sondern auf die Mittelwerte häufig wiederholter Messungen an.
Bei Ihnen muss also zunächst zuverlässig festgestellt werden, ob Ihr Blutdruck dauerhaft erhöht ist. Dazu eignen sich zwei Methoden:
a) Die Blutdruckselbstmessung: Messen Sie den Blutdruck zweimal täglich morgens und abends zu festgesetzten Zeitpunkten in körperlicher und seelischer Ruhe für 2 – 3 Wochen, schreiben Sie die Werte auf und zeigen Sie diese Ihrem Arzt. Wenn der Mittelwert aller Messungen unter 135/85 mmHg liegt, ist der Blutdruck normal. Einzelne Werte dürfen diese Grenze ohne weiteres überschreiten, wenn nur der Mittelwert unter 135/85 ist.
b) Eine andere Möglichkeit, die alle Werte rund um die Uhr erfasst (auch im Schlaf) und die bei Ihnen besonders gut geeignet ist, ist die Blutdrucklangzeitmessung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät. Bitten Sie Ihren Arzt um eine solche Messung.

Wie wird der Ruhepuls gemessen?

Frage:
Was versteht man unter “Ruhepuls”? Wie lange sollte man “ruhig” sein, um einen solch benannten Puls opimal ermitteln zu können? Ich bin nun 35 Jahre alt und habe meistens einen Puls um 86, oft aber auch über 90 – 100 / min, ohne dabei Schwerstarbeit zuvor geleistet zu haben (dies bereits seit ca. 10 Jahren). Auch Übergewicht (50 kg bei 159 cm)/Schilddrüsenerkrankungen sind ausgeschlossen. Kann die Frequenz durch Sport beeinflußt/optimiert werden?
von ARIK am 03.09.2005 14:12

Experten-Antwort:
1. Der Puls muss in körperlicher und seelischer Ruhe gemessen werden (deshalb „Ruhepuls“). Nicht nur Schwerstarbeit, auch leichte körperliche Arbeit ist nicht gestattet. Außerdem muss nach körperlichen Belastungen, z.B. Treppensteigen, Gehen, auch leichter Haus- und Gartenarbeit eine Ruhepause von 10 Minuten eingehalten werden. Unter diesen Bedingungen ist ein Puls zwischen 60 und 100/min normal. Da Aufregungen den Puls vorübergehend erhöhen können, sind nicht einzelne Messungen, sondern der Mittelwert von mehrfach wiederholten Messungen an verschiedenen Tagen entscheidend. Einzelne Werte dürfen ohne weitere über 100/min liegen, wenn nur der Mittelwert zwischen 60 und 100/min liegt. Offenbar ist Ihr Puls völlig in Ordnung, da Sie „meistens einen Puls um 86/min haben“.
2. Durch regelmäßige körperliche bzw. sportliche Betätigung kann ein normaler und erhöhter Puls langsamer werden.

Zu hoher Blutdruck bei einmaliger Messung

Frage:
Ich habe ich bei mir den Blutdruck gemmesen und der war 170/69 mmHg. Ist das zu viel oder normal? Wenn ja, was kann mann dagegen machen??
von jokkerhh am 25.07.2005 12:25

Experten-Antwort:
Bei einem Blutdruck von 170/69 mmHg ist der obere (systolische) Wert erhöht, der untere (diastolische) normal. Der Blutdruck ist aber nicht konstant, sondern schwankt teilweise erheblich. Deshalb reicht eine einmalige Blutdruckmessung keinesfalls aus, um einen Bluthochdruck zu erkennen. Deshalb muss zunächst durch wiederholte Messungen festgestellt werden, ob Ihr Blutdruck dauerhaft erhöht ist. Dazu eigenen sich zwei Methoden:
a) Die Blutdruckselbstmessung: Messen Sie den Blutdruck zweimal täglich morgens und abends möglichst immer zu den gleichen Zeitpunkten in körperlicher und seelischer Ruhe für 2 – 3 Wochen, schreiben Sie die Werte auf und zeigen Sie diese Ihrem Arzt. Wenn der Mittelwert aller Messungen unter 135/85 mmHg liegt, ist der Blutdruck normal. Einzelne Werte dürfen diese Grenze ohne weiteres überschreiten, wenn nur der Mittelwert unter 135/85 ist.
b) Eine andere Möglichkeit ist die Blutdrucklangzeitmessung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät.
Wenn sich die Werte bestätigen, haben Sie eine isolierte systolische Hypertonie. Die häufigste Ursache ist eine Abnahme von Dehnbarkeit und Elastizität der Hauptschlagader (Aorta) und der großen Arterien. Das ist eine typische Alterserscheinung und kommt in der Regel jenseits des 60. – 70. Lebensjahres vor. Deshalb wird diese Form des Bluthochdrucks häufig auch als „Altershochdruck“ bezeichnet.
Der isolierte systolische Bluthochdruck ist gefährlich wie jeder andere dauerhafte Bluthochdruck und muss deshalb mit Allgemeinmaßnahmen und Blutdrucksenkern behandelt werden. Es ist keinesfalls so, dass der obere, erhöhte Wert durch den niedrigen unteren Wert ausgeglichen wird.

Isolierte systolische Hypertonie mit 45 Jahren?

Frage:
Ich bin 45 Jahre alt, 106 kg, 1,90 m, Körperfettanteil ca. 22%, starke Muskulatur, bin passionierter Kraft- und Radsportler, Ruhepuls 53 (morgens), 5xwchtl. Training, ca. 100-200 km Radtraining pro Woche, 2 Tage Ruhe. Bin seit über 20 Jahren regelmäßiger Sportler, rauche aber ca. 6 Zig. tgl.

Meine Blutdruckwerte liegen meist zwischen 120/56 und 145/72 mmHg. Die Diff. zw. syst. und diast. Druck ist doch sehr hoch… muß ich jetzt davon ausgehen, dass mein leistungsstarker Körper jetzt ohne Übergang zum “Gefäßgreis” wird oder trifft das bei Sportlern öfter zu??

Gruß
Ricky
von Ricky am 21.07.2005 14:00

Experten-Antwort:
1. Der Blutdruck schwankt in Abhängigkeit von seelischen und körperlichen, auch nicht wahrgenommenen Belastungen. Deshalb kommt es bei der Beurteilung des Blutdrucks nicht auf einzelne, sondern auf den Mittelwert häufig wiederholter Messungen an, z.B. zweimal täglich morgens und abends in körperlicher und seelischer Ruhe über 2 – 3 Wochen.
2. Wenn man davon ausgeht, dass Ihr Blutdruck gleichmäßig zwischen den genannten Extremen schwankt, dürfte Ihr Mittelwert bei etwa 132/64 mmHg liegen. Damit ist Ihr Blutdruck völlig normal. Auch die Differenz zwischen systolischem und diastolischem Wert ist nicht ungewöhnlich, erst recht nicht für Sportler mit einem langsamen Puls. Da Ihr systolischer Blutdruck nicht erhöht ist, haben Sie keine isolierte systolische Hypertoniesind und sind also keineswegs ein „Gefäßgreis“. Schade ist eigentlich nur, dass Sie rauchen!

Normaler Blutdruck mit 17 Jahren

Frage:
IIst es eigentlich schlimm, wenn man mit 17 Jahren einen Blutdruck von 140 mmHg hat? Oder gibt es da noch keine Bedenken?
von Lisa am 19.07.2005 11:53

Experten-Antwort:
Die Beurteilung des Blutdrucks erfolgt nicht aufgrund einzelner Messungen, sondern aufgrund der Mittelwerte häufig wiederholter Messungen an verschiedenen Tagen. Bei der Blutdruckmessung in der Praxis des Arztes, die am wenigsten zuverlässig ist, sollte der Wert unter 140/90 mmHg sein. Zur Überprüfung des Blutdrucks sind die folgenden zwei Methoden am besten geeignet:
a) Die Blutdruckselbstmessung: Messen Sie den Blutdruck zweimal täglich morgens und abends immer zu den gleichen Zeitpunkten in körperlicher und seelischer Ruhe für 2 – 3 Wochen, schreiben Sie die Werte auf und zeigen Sie diese Ihrem Arzt. Wenn der Mittelwert aller Messungen unter 135/85 mmHg liegt, ist der Blutdruck normal. Einzelne Werte dürfen diese Grenze ohne weiteres überschreiten, wenn nur der Mittelwert unter 135/85 ist. Der Arzt muss die Richtigkeit der Messungen überprüfen.
b) Eine andere Möglichkeit ist die Blutdrucklangzeitmessung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät.
Bei Jugendlichen im Alter von 17 Jahren gelten die gleichen Normalwerte wie bei Erwachsenen.

Normaler und optimaler Puls

Frage:
Ich habe oft einen erhöhten Ruhepuls (zwischen 80 und 90 pro Minute), meist wenn ich angespannt bzw. nervös bin, werde aber leider leicht nervös! Bin 22, habe kein Übergewicht, rauche nicht, treibe kaum Sport!
Muss ich mir Sorgen machen? Gibt es eine ideale Ruhepulsfrequenz? Wie wird der Ruhepuls eigentlich optimal gemessen (liegend, sitzend, stehend)? Haben sie Tipps, wie man die Nervösität/Stress bekämpfen Kann?
von Burli am 15.07.2005 13:27

Experten-Antwort:
Der Puls muss in körperlicher und seelischer Ruhe gemessen werden. Der normale Puls liegt dann zwischen 60 und 100/min. Ein Puls zwischen 80 und 90/min ist also nicht erhöht. Bei seelischen Belastungen, wie Nervosität, Angst, Aufregung, Stress usw. und bei körperlichen Belastungen steigt der Puls.
In der Regel wird der Puls im Sitzen gemessen, doch sind die Unterschiede im Liegen, Sitzen und Stehen sehr gering – nur bei Blutdruckabfall im Stehen steigt der Puls.
Es gibt keine Definition zur „idealen Ruheherzfrequenz“. Man kann aber aufgrund epidemiologischer Studien, z.B. der Framingham-Studie ganz allgemein sagen, dass ein Puls im unteren Normalbereich günstiger ist als im oberen.
Regelmäßige körperliche und sportliche Betätigung kann dazu führen, dass der Puls langsamer wird und dass Nervosität und Stress abgebaut werden.

Normaler Blutdruck und Puls mit 81 Jahren

Frage:
Ich bin 81 Jahre alt und habe einen Blutdruck von 122/63 mmHg mit einem Puls von 59/min. Muss ich mir da Sorgen machen, da mein Puls nicht sehr hoch ist??? Gibt es irgendwo Tabellen, die man einsehen kann, für welches Alter welcher Puls und Blutdruck der optimale ist?
von Adler am 13.07.2005 09:49

Experten-Antwort:
Zunächst herzlichen Glückwunsch: Im Alter von 81 Jahren sind bei Ihnen Blutdruck und Puls bestens und Sie müssen sich von dieser Seite keinerlei Sorgen machen.
Die Grenzen für normalen und erhöhten Blutdruck und Puls hat man vor vielen Jahren vereinzelt altersabhängig definiert. Heute gelten für alle Altersgruppen von der Jugend bis ins hohe Alter – ausgenommen für Kinder – die gleichen Normalwerte.
Der Blutdruck sollte – auch im Alter von 81 Jahren – bei wiederholten Messungen in der Arztpraxis unter 140/90 mmHg, bei Selbstmessung in körperlicher und seelischer Ruhe unter 135/85 mmHg liegen.
Der Puls muss ebenfalls in körperlicher und seelischer Ruhe gemessen werden. Der Normalwert liegt dann zwischen 60 – 100/min. Ein niedriger Puls ist bei Herzkreislaufgesunden eher günstig, ein regelmäßiger Puls von 59/min – wie bei Ihnen – völlig in Ordnung. Personen, die sich regelmäßig körperlich bzw. sportlich betätigen, neigen zu einem eher niedrigen Puls. Hochleistungssportler haben häufig einen Puls unter 40/min.

Normalwerte bei 13 – 16-jährigen

Frage:
Wie hoch ist der normale blutdruck bei 13-16 jährigen?
von sjgynmgfnmj am 11.07.2005 12:29

Experten-Antwort:
Bei älteren Schulkindern und Jugendlichen gelten die gleichen Blutdruckwerte wie bei Erwachsenen, d.h. bei Messungen in der Arztpraxis sind Werte unter 140/90 mmHg, bei Selbstmessungen Werte unter 135/85 mmHg normal. Wichtig ist aber, dass die Messungen in körperlicher und seelischer Ruhe erfolgen müssen und dass nicht Einzelwerte, sondern die Mittelwerte häufig wiederholter Messungen an verschiedenen Tagen entscheidend für die Beurteilung des Blutdrucks sind.

Testergebnisse von Oberarmmessgeräten

Frage:
Könnten Sie so nett sein und mir eine Übersicht von Oberarmblutdruckmessgeräten mit Testurteil zu zumailen?
von neptun110 am 07.07.2005 10:20

Experten-Antwort:
Der letzte Testbericht der Stiftung Warentest über Blutdruckmessgeräte ist in der Zeitschrift „test“ im Dezember 2001 erschienen. Die dort getesteten Oberarmmessgeräte haben folgende Gesamtbewertung erhalten:
boso medicus memory 2,7;
Omron M5-I 014860 2,7;
beurer DC 55 3,0;
Visomat comfort 3,0;
Prüfsiegel für Blutdruckmessgeräte werden von der Deutschen Hochdruckliga auf Antrag der Firmen erteilt. Die Geräte, die bisher das Prüfsiegel erhalten haben, sind im Internet zu finden (www.hochdruckliga.info, Messgeräte Prüfsiegel).

Blutdruck: einmal gemessen

Frage:
Ich habe meinen Blutdruck mal selbst gemessen und war verwirrt. Ich hatte 136/64 mmHg und halte das nicht für normal für 18 Jahre. Jeden zweiten Tag treibe ich ein wenig Kraftsport. Könnte das an einem geschgwächten Herzen liegen, da ich mich oft antriebslos fühle und schwach fühle?
von Noah am 27.06.2005 13:37

Experten-Antwort:
Der Blutdruck ist nicht konstant, sondern schwankt in Abhängigkeit von seelischen (psychischen) und körperlichen (physischen) Belastungen. Deshalb muss der Blutdruck immer in körperlicher und seelischer Ruhe gemessen werden. Außerdem ist eine einmalige Messung nicht aussagekräftig, sondern nur der Mittelwert häufig wiederholter Messungen. Empfehlenswert sind Selbstmessungen: Messen Sie den Blutdruck zweimal täglich morgens und abends immer zu den gleichen Zeitpunkten in körperlicher und seelischer Ruhe für 2 – 3 Wochen, schreiben Sie die Werte auf und zeigen Sie diese Ihrem Arzt. Wenn der Mittelwert aller Messungen unter 135/85 mmHg liegt, ist der Blutdruck normal. Diese Werte gelten auch im Alter von 18 Jahren. Einzelne Werte dürfen diese Grenze ohne weiteres überschreiten, wenn nur der Mittelwert unter 135/85 ist. Bei Ihnen ist also selbst die einmalige Messung praktisch normal.
Ihre Antriebslosigkeit und Schwäche hängen nicht mit dem Blutdruck zusammen. Bei einem geschwächten Herzen hat man Beschwerden. Wenn das der Fall ist, müssen Sie sich ärztlich untersuchen lassen.

Interessant:  Verspannungen

Sitzposition bei der Blutdruckselbstmessung

Frage:
Ich habe mir vor ein paar Tagen ein Handgelenksmessgerät gekauft mit automatischer Herzhöhenanzeige.
Mein Problem ist nun folgendes:
Ich bekomme ja nach Sitzposition unterschiedliche Ergebnisse.
Wenn ich entspannt auf der Couch sitze und mich zurücklehne und dann messe, habe ich Werte, die meist im zweiten Wert (dyastolischer glaube ich) um 10% niedriger sind, also so um 70-80. Der erste Wert bleibt nahezu immer gleich. Wenn ich mich mit meinem Rücken nicht anlehne und etwas vorgebeugt sitze sind die Werte immer höher. Welche Position ist nun korrekt bzw. welche Position beeinflusst das Messergebnis negativ?
von Micha am 15.06.2005 12:19

Experten-Antwort:
Da Sie ein Selbstmessgerät mit automatischer Herzhöhenanzeige haben, sollte die Sitzposition eigentlich keine Bedeutung für das Ergebnis der Blutdruckmessung haben. Sie deuten aber selbst eine mögliche Erklärung an: die Messung des Blutdrucks muss in körperlicher (physischer) und seelischer (psychischer) Ruhe erfolgen, also ganz entspannt. Den richtigen Wert bestimmen Sie also, wenn Sie „entspannt auf der Couch sitzen und sich zurücklehnen“.

Bluthochdruck bei Angst vor der Blutdruckmessung

Frage:
Bislang war mein (ich bin 26) Blutdruck, wenn ich ihn gelegentlich mal gemessen habe, immer normal (120/80 mmHg). Nun wurde bei einem Arzttermin, bei dem ich sehr nervös war, ein erhöhter Blutruck gemessen (140/109). Ich merkte jedoch schon während der Messung, dass mein Herz bis zum Halse pocht. Da ich sehr sensibel und psychisch auch manchmal sehr angespannt bin, hat mir dieses hohe Ergebnis ziemlich Angst eingejagt und seit Tagen bin ich nervös. Dennoch möchte ich meinen Blutdruck kontrollieren, doch nur wenn ich das Gerät angucke, merke ich wie mein Herz pocht. Die gemessenen Werte gingen dann sogar bis auf 167/110 rauf, was mich natürlich noch nervöser macht. Was soll ich denn jetzt machen? Wie gesagt, bis zu diesem besagten Arzttermin waren meine Werte immer total normal. Soll ich jetzt weiter messen, oder erstmal nicht mehr messen und wieder zur Ruhe kommen? Ich weiß es nicht. Ich steigere mich da richtig rein. Ich habe nur Angst, dass irgendetwas passieren könnte.
von Frauke am 26.05.2005 19:01

Experten-Antwort:
Der Blutdruck ist nicht konstant, sondern schwankt in Abhängigkeit von seelischen (psychischen) und körperlichen (physischen) Belastungen. Aufregungen im privaten und beruflichen Bereich, Ärger, Angst, Stress, ja selbst angenehme Gefühle wie bei plötzlichen freudigen Ereignissen erhöhen den Blutdruck vorübergehend und kurzfristig. Natürlich erhöhen auch Unruhe und Angst vor der Blutdruckmessung den Blutdruck. Es macht keinen Sinn, den Blutdruck während solcher Zustände zu messen, weil er dann immer zu hoch ist. Solche Erhöhungen sind natürlich, gehen von allein wieder zurück, wenn Sie abgelenkt sind und nicht mehr an den Blutdruck bzw. seine Messung denken. Solche Blutdruckanstiege müssen nicht behandelt werden.
Bei Ihnen treffen zwei bekannte Phänomene zusammen, die die Blutdruckmessung besonders problematisch und Sie zu einem „schwierigen Fall“ machen.
1. Bei etwa einer von 10 Personen (meist „sensiblen und nervösen“ Patienten) ist der Blutdruck bei Messung durch den Arzt oder andere Mitarbeiter in der Praxis erhöht, bei Selbstmessung zu Hause (Sie haben immer 120/80 mmHg gemessen) oder aber bei der Messung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät völlig normal. Man bezeichnet dies als Praxishypertonie, Sprechstundenhochdruck oder auch Weißkittelhochdruck. Diese Form von nur kurzfristigem Blutdruckanstieg in der Praxis bei sonst immer normalem Blutdruck ist nicht gefährlich und wird nicht behandelt.
2. Wenn bei einer ärztlichen Untersuchung mitgeteilt wird, dass der Blutdruck erhöht ist, geraten manche Patienten in Angst und Panik vor jeder neuen Blutdruckmessung. Sie haben dieses bekannte Phänomen bei sich sehr genau beobachtet und beschrieben („wenn ich nur das Gerät angucke, pocht mein Herz“). Der Blutdruck muss aber immer in körperlicher und seelischer Ruhe gemessen werden. Weil Sie diese Voraussetzung, nämlich seelische (psychische) Entspannung, nicht mehr erfüllen können, besteht bei Ihnen – wie Sie selbst richtig erkannt haben – tatsächlich ein Problem bei der Blutdruckmessung, und zwar nicht nur beim Arzt, sondern auch bei Selbstmessung.
Aus allen diesen Gründen haben Sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weiterhin immer dann einen normalen Blutdruck, wenn Sie abgelenkt sind und nicht mehr an den Blutdruck bzw. seine Messung denken, d.h. fast immer tags und nachts.
In der Regel empfiehlt man Patienten wie Ihnen eine Blutdrucklangzeitmessung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät. Ich vermute aber, dass Sie dann ebenfalls Angst haben, bei jedem Aufpumpen des Gerätes aufschrecken und nachts nicht durchschlafen können. Evtl. können Sie in Absprache mit Ihrem Arzt einen Versuch machen: wichtig ist dann der Blutdruck in der Nacht, wenn Sie wirklich (evtl. mit einer Schlaftablette) durchschlafen. Das allerbeste wird aber sein: Sie messen Ihren Blutdruck in den nächsten ein bis zwei Jahren überhaupt nicht mehr. Vielleicht sind Sie dann entspannter, wenn Sie erfahren haben, dass Herz und Kreislauf immer noch völlig gesund sind.

Wie berechnet man die Blutdruckamplitude?

Frage:
Wie errechnet sich die Blutdruckamplitude und wie hoch/niedrig sollte sie sein ?
von Düsseldorf am 09.05.2005 15:20

Experten-Antwort:
Die Blutdruckamplitude (auch Pulsdruck genannt) ist die Differenz zwischen dem oberen (systolischen) und dem unteren (diastolischen) Wert, z.B. bei einem Blutdruck von 160/90 mmHg 160 minus 90 = 70 mmHg.
Normaler und erhöhter Blutdruck sind nach der Höhe des systolischen und / oder diastolischen Blutdrucks definiert. Die Relation zwischen systolischem und diastolischem Blutdruck spielt nur insofern eine Rolle, als große Differenzen zwischen erhöhtem oberem und unterem Wert (z.B. 175/75 mmHg) als ungünstig gelten.
Vor allem mit zunehmendem Alter nimmt die Dehnbarkeit und Elastizität der Hauptschlagader und der großen Arterien ab. Dann steigt der systolische Wert an und ist erhöht, während der diastolische Wert normal bleibt, d.h. die Blutdruckamplitude wird größer. Das ist eine typische Alterserscheinung und kommt in der Regel jenseits des 60. – 70. Lebensjahres vor. Deshalb wird diese Form des Bluthochdrucks, die isolierte, systolische Hypertonie, häufig auch als Altershochdruck bezeichnet.
Der isolierte systolische Bluthochdruck ist gefährlich wie jeder andere dauerhafte Bluthochdruck und muss deshalb mit Blutdrucksenkern behandelt werden. Je größer die Blutdruckamplitude, umso eher drohen Herzkreislauferkrankungen und Schlaganfall, d.h. umso ernsthafter muss man diese Form des Bluthochdrucks nehmen und umso sorgfältiger behandeln.

Was sind Systole und Diastole?

Frage:
Was sind Systole und Diastole?
von IchSchreibMorgenBio am 16.05.2005 23:16

Experten-Antwort:
Die Systole ist die Phase, in der sich das Herz zusammenzieht (kontrahiert) und das Blut in die Gefäße drückt. Die Diastole bezeichnet den Zeitraum, in der das Herz erschlafft ist und sich wieder mit Blut füllt. Der Blutdruck wird durch zwei Zahlen, getrennt durch einen Querstrich, angegeben, z.B. 140/90 mmHg. Dabei bedeutet die erste, größere Zahl (hier 140) den systolischen, die zweite, kleinere Zahl (hier 90) den diastolischen Blutdruck. Der systolische Blutdruck ist der maximale Druck, der in den Arterien entsteht, wenn sich das Herz während der Pumpphase (= Systole) zusammenzieht (kontrahiert). Der diastolische Druck in den Arterien besteht in der Phase, wenn das Herz erschlafft ist und sich wieder mit Blut füllt (Diastole).

Relation zwischen oberem und unterem Wert

Frage:
Wie etwa sollte die Relation zwischen systolischem und diastolischem Wert sein? Wäre z.B 116/58 unnormal?
von Iris am 01.05.2005 12:55

Experten-Antwort:
Normaler und erhöhter Blutdruck sind nach der Höhe des oberen (systolischen) und / oder unteren (diastolischen) Blutdrucks definiert. Die Relation zwischen systolischem und diastolischem Blutdruck spielt nur insofern eine Rolle, als große Differenzen zwischen erhöhtem oberem und unterem Wert (z.B. 175/75 mmHg) als ungünstig gelten.
Bei Ihnen sind beide Werte niedrig, der untere besonders. Wenn Sie aber keine Beschwerden haben und leistungsfähig sind, braucht Sie dies nicht zu beunruhigen. Ein niedriger Blutdruck ohne Beschwerden ist langfristig besser als ein normaler Blutdruck.

Wo muss das Stethoskop plaziert werden?

Frage:
Wo genau muss ich die Membran des Stetoskops platzieren? Muss ich sie unbedingt unter die Manschette schieben oder reicht es, wenn sie auf der Vene im Ellbogengelenk liegt?
von Newcomer am 28.04.2005 22:43

Experten-Antwort:
Das untere Ende der Oberarmmanschette sollte etwa 2 – 3 cm oberhalb der Ellenbeugenfalte liegen. Das Stethoskop sollte in der Ellenbeuge unterhalb – nicht unter – der Manschette liegen.
Wenn man allerdings bei dieser Lage des Stethoskops die Geräusche nicht oder schlecht hört, kann man sich eine andere Stelle in der Umgebung suchen, wo die Geräusche bessert zu hören sind. Häufig ist folgende Stelle gut geeignet: etwa 1 cm oberhalb der Ellenbeugenfalte etwa 1 – 2 cm – je nach Armumfang – zur Innenseite hin. Es ist die Stelle, an der man mit dem Finger bei leichtem Druck den Puls gut tasten kann.

Was bedeutet Herzhöhe?

Frage:

Hallo. Ich habe schon seit 2jahren einen etwas erhöhten Blutdruck und messe deshalb immer wieder den blutdruck selbst. Ich habe auch sehr viel in ihrem Forum gelesen.Was ich nicht verstehe , was heisst herzhöhe? Kann man mit einem Oberarm-blutdruckmessgerät überhaupt unter herzhöhe messen? Befindet sich der Arm unter herzhöhe wenn man ihn einfach hängen lässt? Sind dann die Werte höher ?
Gruss Andi
von andreas 74 am 28.04.2005 12:53

Experten-Antwort:

Wenn man bei der Messung am Oberarm im Sitzen oder Stehen den Oberarm nach unten hängen lässt oder im Liegen den Arm neben dem Körper legt, befindet sich die Messstelle, also der Oberarm in Herzhöhe.
Wenn man aber z.B. den Arm in Augenhöhe noch vorne streckt bzw. auf einen Fläche legt oder ihn nach oben hebt, befindet sich die Messstelle oberhalb der Herzhöhe. Wenn man im Liegen den Arm nach unten (z.B. von einer Liege oder aus dem Bett) hängen lässt, befindet sich die Messstelle unterhalb der Herzhöhe. 10 cm Abweichung von der Herzhöhe verursachen einen Fehler von 7,6 mmHg. Dabei ist der Wert bei Messung oberhalb der Herzhöhe zu
niedrig, unterhalb der Herzhöhe zu hoch.
Besonders anfällig für diese Art von Messfehler ist die Messung am Handgelenk, weil dabei die Messstelle, das Handgelenk, sehr viel leichter von der Herzhöhe entfernt werden kann.

Niedriger Puls und hoher Blutdruck

Frage:
Ich bin 51 Jahre alt, 1,82 m groß und 78 kg schwer. Mein Ruhepuls morgens liegt zwischen 53 und 63. Sport mache ich mehrmals in der Woche, jeweils 30 Minuten bis 1 Stunde (Joggen, Rad, Volleyball). Bei einer Routineuntersuchung wurde erhöhter Blutdruck festgestellt, aber keine Hinweise auf eine Herzerkrankung. Seitdem messe ich mehr oder weiniger regelmäßig meinen Blutdruck. Im Durchschnitt liegt er bei 130 bis 140 bzw. 82 bis 90. Direkt nach 30 Minuten Joggen habe ich einen Puls von ca. 90-95 und einen unveränderten bzw. leicht niedrigeren Blutdruck. Nach ca. 1 Std. ist der Blutdruck dann bei ca. 123/80. Ist der erhöhte Blutdruck bei meinem doch recht niedrigen Ruhepuls unbedenklich?

Vielen Dank.
von Helmut am 25.04.2005 08:36

Experten-Antwort:
Es gibt keine gegenseitige Abhängigkeit (Korrelation) zwischen der Höhe des Blutdrucks und der Herzfrequenz in Ruhe („Puls“). Bei körperlichen und seelischen Belastungen steigen zwar sowohl Puls und Blutdruck, aber bei Patienten mit Bluthochdruck ist der Puls in der Regel völlig normal, während bei Ausdauersportlern (wie bei Ihnen) der Puls in Ruhe niedrig ist, der Blutdruck aber normal oder auch erhöht sein kann.
Bei körperlichen Belastungen steigen Puls und Blutdruck an, nach Ende der Belastung normalisieren sich beide in der Regel innerhalb von 3 – 5 Minuten. Ihr Puls von 90 – 95/min direkt nach dem Joggen ist also völlig normal. Puls und Blutdruck müssen daher immer in körperlicher (physischer) und seelischer (psychischer) Ruhe gemessen werden.
Die Blutdruckwerte, die Sie nennen, sind grenzwertig. Ich empfehle Ihnen daher, dass Sie noch einmal nach folgenden Vorgaben Ihren Blutdruck überprüfen:
Messen Sie den Blutdruck zweimal täglich morgens und abends zu festgesetzten Zeitpunkten in körperlicher und seelischer Ruhe für 2 – 3 Wochen, schreiben Sie die Werte auf und zeigen Sie diese Ihrem Arzt. Wenn der Mittelwert aller Messungen unter 135/85 mmHg liegt, ist der Blutdruck normal. Einzelne Werte dürfen diese Grenze ohne weiteres überschreiten, wenn nur der Mittelwert unter 135/85 ist.
Da Sie auch Werte von 123/80 mmHg messen, haben Sie eine gute Chance, dass Ihr Blutdruck aufgrund dieser Messungen normal ist. Ein erhöhter Blutdruck muss behandelt werden, unabhängig davon, ob der Puls normal oder langsam ist. Ein erhöhter Blutdruck bei niedrigem Puls ist nicht gefährlicher als bei normalem Puls.

Welcher untere Blutdruck ist kritisch?

Frage:
Gibt es einen niedrigsten Grenzwert beim Blutdruck? Ich habe nach Einnahme von Tabletten gegen Bluthochdruck (Pritorplus80) teilweise einen Wert von 70/55 mmHg.
Bei welchem Wert wird es “kritsch” ?? Welches sind ggf. die Folgen ??
von MonaLisa am 23.04.2005 16:49

Experten-Antwort:
Für die untere Grenze des Blutdrucks gibt es keinen bestimmten Zahlenwert. Vielmehr wird die Diagnose eines zu niedrigen Blutdrucks (Hypotonie) nur gestellt bzw. ist ein „kritischer Wert“ erreicht, wenn bei niedrigen Werten entsprechende Beschwerden bestehen. Wenn bei Ihnen sehr niedrige Werte von 70/55 mmHg zusammen mit Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Leistungsschwäche, Schwindel und kurze Bewusstlosigkeiten auftreten, ist Ihr Blutdruck durch die beiden Blutdrucksenker zu streng behandelt (im Pritor plus 80 sind zwei Blutdrucksenker in hoher Dosis enthalten). Die Dosis des Medikamentes muss in Abspreche mit Ihrem Arzt reduziert, evtl. die Behandlung ganz bgesetzt werden
Die Folgen eines zu niedrigen Blutdrucks sind die oben beschriebenen Beschwerden, die u.U. auch gravierend sein können, z.B. Verletzungen, Knochenbrüche und Kopfverletzungen nach Stürzen infolge Schwindel oder Ohnmacht bis hin zu Unfällen beim Auto fahren.

Welche Armhaltung ist bei der Blutdruckmessung richtig?

Frage:
Wenn ich meinen Blutdruck messe und meinen Arm auf den Tisch (Esstisch) auflege, dann sind die Werte um 10 niedriger als wie wenn ich meinen Arm einfach hängen lasse. Welche Stellung ist richtig ??? Normal legt man doch den arm auf. Beim der Blutdrucklangzeitmessung hängt der Arm doch auch immer und es wird keine körperliche Ruhe eingehalten. Wie werden da die Werte bewertet? Dies bringt mich gerade so durcheinander,
von 2211 nadin am 21.04.2005 10:24

Experten-Antwort:
Sie haben sehr gute und richtige Beobachtungen gemacht und schon selbst herausgefunden, dass die Blutdruckmessung sehr unterschiedliche Ergebnisse bringen kann. Um die Abweichungen, die Sie beobachtet haben, zu vermeiden, muss der Blutdruck immer in Herzhöhe (am hydrostatischen Indifferenzpunkt) gemessen werden, d.h. der Messpunkt muss auf Herzhöhe liegen. Wenn Sie mit einem Gerät am Handgelenk messen, muss das Handgelenk auf die Brust vor dem Herzen oder auf einen Tisch, bei einem niedrigen Tisch mit zusätzlicher Unterlage gelegt werden, so dass das Handgelenk sich in Herzhöhe befindet.
Bei der Messung mit einem Handgelenksgerät befindet sich das Handgelenk bei herunterhängendem Arm schätzungsweise 10 – 15 cm tiefer als wenn es auf einem Esstisch liegt. Es ist reine Physik: Je tiefer die Messstelle, umso höher der Blutdruck, und umgekehrt. 10 cm Höhendifferenz machen 7,6 mmHg aus.
Bei der Blutdrucklangzeitmessung hängt zwar der Arm herab, doch wird nicht am Handgelenk, sondern am Oberarm gemessen. Die Manschette, und damit der Messpunkt am Oberam, befindet sich in diesem Fall korrekt in Herzhöhe.
Weil Sie so genau und sorgfältig wie ein Wissenschaftler beobachtet haben, mache ich noch zwei zusätzliche Anmerkungen:
1. Messen Sie mit dem Handgelenksgerät abwechselnd am herabhängenden und am hoch nach oben über den Kopf gehobenen Arm. Wenn die senkrechte Entfernung beider Handgelenke 120 cm beträgt (hängt natürlich von der Körpergröße ab), beträgt die Blutdruckdifferenz etwa 91 (!!) mmHg (Differenz in mmHg = (120 : 10) x 7,6.
2. Eigentlich müsste bei einer Giraffe im Stehen kein oder doch ein sehr niedriger Blutdruck im Kopf herrschen. Die Giraffe wird nicht ohnmächtig, weil Sie am hydrostatischen Indifferenzpunkt einen Bluthochdruck von 250 – 300 mmHg hat.

Bluthochdruck in der Notfallambulanz

Frage:
Meine Tochter ist zehn Jahre alt. Sie ist schlank, sportlich, ißt salzarm und bewegt sich viel an der frischen Luft.
Wegen plötzlicher heftiger Kopfschmerzen, Schwindel und Lichtempfindlichkeit stellten wir sie nachts in der Notfallpraxis vor. Der Blutdruck lag bei 140/60. Es gab keine Zeichen für Meningitis. Die behandelnde Ärztin meinte, es könne an der möglicherweise demnächst beginnenden Pubertät liegen. Kann das sein? Was sollte untersucht werden? Vielen Dank.
von Fünfzig am 17.04.2005 14:43

Experten-Antwort:
Bei seelischen Belastungen, z.B. bei Aufregungen und Angst steigt der Blutdruck vorübergehend an, wird dann aber sehr schnell wieder normal. Ihre Tochter war sicher in der Notfallambulanz sehr aufgeregt und ängstlich, außerdem können auch Schmerzen den Blutdruck erhöhen.
Wahrscheinlich hat Ihre Tochter einen völlig normalen Blutdruck. Sie müssen den Blutdruck, wenn Ihre Tochter keine Beschwerden und keine Angst vor dem Arzt hat, überprüfen. Sehr wahrscheinlich hat Ihre Tochter einen völlig normalen Blutdruck.

Software zur Auswertung von Blutdruckmessungen

Frage:
Welche Software gibt es, um Meßwertdaten zu erfassen und auszuwerten? Ich möchte gerne meine Daten z.B Datum, Uhrzeit, SYS, DIA und Puls eintragen.
von hacompu am 17.04.2005 10:23

Experten-Antwort:
Es gibt Messgeräte für die Selbstmessung des Blutdrucks mit einer PC-Schnittstelle. Mittels einer speziellen Software können Durchschnittswerte berechnet und teils graphische Darstellungen erstellt werden. Beispielhaft für solche Geräte sind NAIS EW 3041, OMRON 705 IT und OMRON RX-Genius.

Blutdruckmessung am bekleideten oder unbekleideten Arm?

Frage:
Mein Arzt legt die Manschette des Messgerätes einfach über die Kleidung des Oberarms und behauptet, eine exakte Messung zu bekommen. Ich habe ihn darauf hingewiesen, dass er mit dieser Art der Messung eine Fehlmessung erhält, weil es durch die Kleidung (Jacke und/oder Hemd) eine Dämpfung erhält. Wer hat recht? Hat der Arzt sein Physicum nicht verstanden?
von hans hoch am 16.04.2005 21:51

Experten-Antwort:
Traditionell wird der Blutdruck am entkleideten Oberarm gemessen. Allerdings haben wissenschaftliche Untersuchungen nachgewiesen, dass eine Bekleidung bis zu einer Dicke von 2 mm das Messergebnis nicht nennenswert beeinflusst (Liebl M.E. et al.: The effect of clothes on sphygmomanometric and oszillometric blood pressure measurement. Blood Pressure 13 (2004) 279). Ob dickere Kleidung einen Fehler verursacht, ist nicht ausreichend untersucht.

Was sind erhöhte Blutdruckwerte bei Diabetes?

Frage:
Ich bin normalgewichtig, trinke keinen Alkohol, rauch s. fast 2 Jahren nicht mehr und bin seit 12 Jahren Typ1 Diabetikerin, bisher ohne Spätschäden.
Seit ca. einem Jahr ist Hypertonie bekannt. Ich werde mit Ramipril 5 mg behandelt. Bisher war die Systole erhöht bis max. 150 bei einem Ruhepuls knapp über 100. Seit neuestem ist die Systole i.O., der Ruhepuls bei 69, dafür liegt der diastolische Wert bei 106. Was bedeutet das? Was kann ich selbst neben der üblichen Sachen wie salzarm essen, gesund ernähren, mich regelmäßig bewegen noch beitragen? Welcher Arzt ist da fachkundig? Bin bei einem guten Diabetologen in Behandlung.
von Foruminteressierte am 08.04.2005 15:23

Experten-Antwort:
1. Bei Diabetikern muss der Blutdruck strenger eingestellt werden als bei Patienten mit Bluthochdruck ohne Diabetes. Sie müssen zunächst einmal genau feststellen, ob Ihr Blutdruck unter der Behandlung mit Ramipril normal oder immer noch erhöht ist. Für eine Überprüfung eignen sich zwei Methoden:
a) Die Blutdruckselbstmessung: Messen Sie den Blutdruck zweimal täglich morgens und abends zu festgesetzten Zeitpunkten in körperlicher und seelischer Ruhe für 2 – 3 Wochen, schreiben Sie die Werte auf und zeigen Sie diese Ihrem Arzt. Der Mittelwert aller Messungen sollte bei Diabetikern unter 125/80 mmHg liegen.
b) Eine andere Möglichkeit ist die Blutdrucklangzeitmessung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät. Dabei sollten die Mittelwerte aller Messungen über 24 Stunden (bei ungestörtem Schlaf) unter 120/75 mmHg, die Mittelwerte am Tage zwischen etwa 6 und 22 Uhr unter 125/80 mmHg liegen.
Wenn die Werte darüber liegen, muss der Blutdruck intensiver, d.h. mit der doppelten Dosis von Ramipril (1 mal 10 mg) und / oder zusätzlich mit einem zweiten, evtl. sogar dritten Blutdrucksenker behandelt werden. Es spielt dabei keine Rolle, ob nur der obere (systolische) oder nur der untere (diastolische) oder beide Werte erhöht sind.
2. Aufgrund Ihrer Schilderung beherzigen Sie bereits alle nicht-medikamentösen Maßnahmen zur Senkung des erhöhten Blutdrucks.
3. Ein Bluthochdruck ist bei Diabetes sehr häufig, so dass jeder Diabetologe auch den Blutdruck gut behandeln kann. Manchmal ist es aber schwer, die strengen Zielwerte zu erreichen, so dass Dreier- und Viererkombinationen erforderlich sind.

Langzeitblutdruckmessung bei dickem Oberarm

Frage:
Da mein Blutdruck bei der letzten Kontrolle beim Hausarzt 195/110 war habe ich eine Überweisung zum Kardiologen für eine Langzeitmessung erhalten. Die Ärztin hat mich gleich angepampt wer mich überwiesen hätte und mein Oberarm wäre zu dick, die Manschette würde beim messen garantiert abplatzen und die Ergebnisse der Messung wären dann eh nicht zu gebrauchen. Bei mir könnte die Krankenkasse sich die Kosten für so eine Untersuchung sparen.Ich bekam dann doch so ein Langzeitgerät mit. Am nächsten Tag sollte ich das Gerät nur abgeben. Der Kardiologe hat nun Urlaub und mein Hausarzt, an den das Ergebnis geschickt werden sollte auch.
Was passiert nun wenn die Ergebnisse wirklich nicht zu gebrauchen sind ?
von sissi am 08.04.2005 13:33

Experten-Antwort:
1. Ab einem Oberarmumfang von etwa 34 bis 36 cm muss eine breitere und längere Manschette verwendet werden, die am Oberarm gut angelegt werden kann und keine Fehlmessung ergibt.
2. Man muss aber ganz deutlich sagen: wenn Sie Übergewicht haben und die normale Manschette kaum um Ihren Oberarm passt, müssen Sie an Gewicht abnehmen. Dass ist das erste Gebot, unabhängig ob Sie außer dem Übergewicht zusätzlich noch einen Bluthochdruck haben oder nicht. Denn starkes Übergewicht kann schwerere Herzkreislaufkrankheiten verursachen als ein leichter bis mittelschwerer Bluthochdruck. Außerdem führt Übergewicht auch zu Zuckerkrankheit, Wirbelsäulen- und Gelenksarthrose, Leberverfettung usw.

Schneller Puls in der Nacht

Frage:
Ich bin 45 Jahre alt, nicht übergewichtig und treibe mind. 5 x die Woche je 1/2 Std. Sport. Der Blutdruck hat sich nach Einnahme von Betablockern stabilisiert, allerding werde ich ofmals zwischen 4 und 5 Uhr mit einem Puls von ca 100/min wach. Er normalisiert sich dann wieder nach Einnahme der Betablocker. Das EKG war o.k.
von Busfahrer am 06.04.2005 12:10

Experten-Antwort:
Die Herzfrequenz (der „Puls“) wird tagsüber in körperlicher und seelischer Ruhe gezählt bzw. gemessen. Nachts nach dem Aufwachen sind diese Bedingungen nicht erfüllt.
Verstehe ich Sie richtig, dass Sie nachts einen Betablocker einnehmen? Das ist nicht nötig. Der Puls würde sich auch ohne den Betablocker wieder normalisieren.

Bluthochdruck nach dem Aufstehen

Frage:
Meine Mutter, 69J, 1,68m/68 kg mußte vor kurzem ins Krankenhaus wegen ‘Herzzucken’ (so die Ärzte, das passierte in USA): Jetzt nimmt sie eine andere Tabletten-Kombination (leider weiss ich den Namen nicht). Es ging ihr damit gut, jetzt hat sie direkt nach dem Aufstehen extrem hohe Werte (210/78). Auch nach Einnahme ihrer Tablette verändern sich die Werte kaum. Woran kann das liegen? Kann das psychiche Gründe haben?
von Ute am 05.04.2005 20:57

Experten-Antwort:
Der Blutdruck ist nicht konstant, sondern schwankt in Abhängigkeit von seelischen (psychischen) und körperlichen (physischen) Belastungen, auch vom Temperament des einzelnen teils mehr oder weniger deutlich. Aufregungen im privaten und beruflichen Bereich, Ärger, Angst, Schmerzen, ja selbst angenehme Gefühle wie bei plötzlichen freudigen Ereignissen erhöhen den Blutdruck vorübergehend. Blutdruckerhöhungen können also eine psychische Ursache haben.
Deshalb muss der Blutdruck in körperlicher und seelischer Ruhe gemessen werden. Ob der Blutdruck normal oder dauerhaft erhöht ist, erkennt man nicht an Einzelmessungen (z.B. nach dem Aufstehen), sondern an den Mittelwerten häufig wiederholter Messungen zu verschiedenen Tageszeiten und an verschiedenen Tagen. Dazu eigenen sich zwei Methoden:
a) Die Blutdruckselbstmessung: Messen Sie den Blutdruck zweimal täglich morgens und abends zu festgesetzten Zeitpunkten in körperlicher und seelischer Ruhe für 2 – 3 Wochen, schreiben Sie die Werte auf und zeigen Sie diese Ihrem Arzt. Wenn der Mittelwert aller Messungen unter 135/85 mmHg liegt, ist der Blutdruck normal. Einzelne Werte dürfen diese Grenze ohne weiteres überschreiten, wenn nur der Mittelwert unter 135/85 ist.
b) Eine andere Möglichkeit ist die Blutdrucklangzeitmessung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät.
Wenn der Blutdruck aufgrund dieser Messungen erhöht ist, muss er intensiver behandelt werden.

Zusammenhang zwischen Puls und Blutdruck

Frage:
Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Puls und Blutdruck bzw. Bluthochdruck?
von Yenni am 05.04.2005 14:43

Experten-Antwort:
Es gibt keinen festen Zusammenhang zwischen Puls und Blutdruck. Beide können sich zusammen, aber auch unabhängig voneinander verändern. Dafür einige Beispiele:
Patienten mit Bluthochdruck haben in der Regel einen normalen Puls.
Bei körperlichen und seelischen Belastungen steigen sowohl Puls als auch Blutdruck vorübergehend an.
Dauerleistungssportler haben einen normalen Blutdruck und einen langsamen Puls.
Patienten mit Blutarmut (Anämie) haben einen normalen oder niedrigen Blutdruck und einen hohen Puls.

Bluthochdruck

Frage:
Mein Blutdruck ist im Laufe des Tages stets innerhalb der “normalen” Werte (unter 140/unter 90 mmHg). Nach 21.00 Uhr ist er jeden Abend erhöht, z.B. 187/110 mmHg. Kann das normal sein? Mein Puls ist immer zw. 56 und 63/min.
Ich bin 63 Jahre alt und treibe etwas Sport (1x die Woche Wassergymnastik und Schwimmern, 3 x die Woche ca. 10 km Radfahren, täglich 20 – 30 min Gymnastik, 1 x die Woche Gymnastik in der Gruppe, 1 x die Woche Tanzen – Koordinationsübungen und Ausdauer)
Bitte keine E-mail, ich lese hier!
von Helga am 30.03.2005 22:07

Experten-Antwort:
1. Bei Selbstmessung des Blutdrucks in körperlicher und seelischer Ruhe muss der Mittelwert häufig wiederholter Messungen nicht unter 140/90, sondern unter 135/85 mmHg sein. Einzelne Messungen dürfen diese Grenze ohne weiteres überschreiten, wenn nur der Mittelwert unter 135/85 mmHg liegt.
2. Wenn der Blutdruck tagsüber immer unter 140/90 mmHg, abends aber bei wiederholten Messungen konstant um 187/110 mmHg liegt, ist das sehr ungewöhnlich. Messen Sie abends wirklich in körperlicher und seelischer Ruhe oder doch unmittelbar nach körperlichen Anstrengungen (z.B. Sport, Treppensteigen) oder seelischen Belastungen (z.B. nach einem Streit, nach einem aufregenden Krimi)? Wenn das nicht der Fall ist, sollten Sie Ihren Arzt zur Überprüfung Ihres Blutdrucks um eine Langzeitmessung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät bitten.

Gib es einen Maximalwert des Blutdrucks?

Frage:
Was ist eigentlich der Maximalwert, der bei einer Messung auftreten kann. Ich habe etwas von 240/180 mmHg gehört.
Ab welchem Wert ist der Blutdruck lebensgefährlich????
von Schnarcher am 30.03.2005 19:50

Experten-Antwort:
1. Der Maximalwert des Blutdrucks ist in der Regel 300 mmHg – weil die Skala bei den handelsüblichen Geräten bei 300 endet. Bei extremen körperlichen Anstrengungen, z.B. beim Gewichtheben, hat man mit speziellen Geräten kurzfristig Werte über 300 mmHg, teilweise auch Werte über 400 mmHg gemessen. Wenn Herz, Kreislauf und Arterien gesund sind, hält unser Körper solche Werte kurzfristig ohne Schaden aus.
2. Je höher der Blutdruck, umso „lebensgefährlicher“ ist er. Da gibt es keine Grenze. Heute gilt ein konstanter Blutdruck von 140/90 mmHg und darüber bei Messung in der Praxis, von 135/85 mmHg bei der Selbstmessung als erhöht und behandlungsbedürftig, weil es zu schweren, evtl. tödlichen Erkrankungen an Herz, Gehirn, Nieren und Blutgefäßen kommen kann. Die Zeit, die bis zu diesen schlimmen, teils lebensgefährlichen Folgen des Bluthochdrucks vergeht, hängt einerseits von der Höhe des Bluthochdrucks ab: sie treten bei sehr schwerem Hochdruck schneller, d.h. innerhalb von Wochen und Monaten, bei leichtem Hochdruck später, d.h. innerhalb von Jahren und Jahrzehnten auf. Andererseits kommt es aber nicht nur auf die Höhe des Blutdrucks, sondern auch auf andere gleichzeitig bestehende Krankheiten und Risikofaktoren an wie Herzerkrankungen Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Nierenerkrankungen, Arterienverkalkungen, Rauchen, Übergewicht, hohe Blutfettwerte, Alter, Anlagen und Vererbung usw.

Blutdruckmessung bei dickem Arm

Frage:
Ich sollte eine Langzeitblutdruckmessung durchführen lassen, weil der Blutdruck bei den letzten beiden Arztbesuchen sehr hoch war und ich ziemliches Übergewicht habe. Beim Kardiologen pampte mich die Ärztin sofort an, wie ich dazu käme und welcher Arzt mich überwiesen hat. Mein Arm wäre zu dick für so eine Messung, die Manschette zu klein und das Ergebnis könnte dann sowieso nicht ausgewertet werden. Sie meinte, dass die Manschette bei den Messungen abplatzen wird. Trotzdem bekam ich dann ein Gerät angelegt. Am nächsten Morgen mußte ich es wieder zurückbringen, bekam aber kein Ergebnis, weil das zum Hausarzt geschickt wird. Der hat aber noch Urlaub. Was passiert nun, wenn das Ergebnis wirklich nicht ausgewertet werden kann ?
von sissi am 28.03.2005 00:30

Experten-Antwort:
1. Ab einem Oberarmumfang von etwa 34 bis 36 cm soll eine breitere und längere Manschette verwendet werden. Dazu sollte eine entsprechende Manschette vorhanden sein.
2. Man muss aber sagen: wenn Sie „ziemliches Übergewicht“ haben und die normale Manschette kaum um Ihren Oberarm passt, müssen Sie an Gewicht abnehmen. Das ist das erste Gebot, unabhängig ob Sie außer dem Übergewicht zusätzlich noch einen Bluthochdruck haben oder nicht. Denn starkes Übergewicht kann schwerere Herzkreislaufkrankheiten verursachen als ein leichter bis mittelschwerer Bluthochdruck. Außerdem führt Übergewicht auch zu Zuckerkrankheit, Wirbelsäulen- und Gelenksarthrose, Leberverfettung usw.
3. Es ist üblich, dass das Ergebnis der Blutdrucklangzeitmessung dem Hausarzt bzw. dem überweisenden Arzt, und nicht dem Patienten mitgeteilt wird. Denn für die Beurteilung des Ergebnisses sind auch andere Untersuchungsergebnisse wichtig, die nur der überweisende Arzt kennt. Der Kardiologe hat wahrscheinlich keine gründliche Untersuchung, sondern nur die Langzeitmessung gemacht.

Blutdruckspitzen und Langzeittmessung

Frage:
Ich (39 Jahre, männlich) nehme seit 2 Jahren Beloc Zok mite 47,5 morgens und abends je 1 Tabl. und bekomme meist morgens trozdem eine Hochdruck-Attacke (150-160/95-105 mmHg; Puls bei 90-100/min). Ich war beim Kardiologen, der keine ursache findet trotz Langzeit -kG mit Blutdruckmessung.
von BARRY am 15.03.2005 10:03

Experten-Antwort:
Es kommt nicht auf einzelne Blutdruckspitzen an, sondern auf den Mittelwert häufig wiederholter Messungen. Gerade aus diesem Grund macht man Blutdrucklangzeitmessungen. Fragen Sie Ihren Arzt, ob Ihr Blutdruck bei der Langzeitmessung normal oder erhöht war.

Arzt- und Selbstmessung: Blutdruckdifferenz

Frage:
Messe ich den Blutdruck zu Hause mit einem Handgelenkmessgerät, so erhalte ich niedrige Werte von 100/60 mmHg. Lasse ich beim Arzt den Blutdruck am Oberarm messen, so ermittelt er hohe Werte um 160/100 mmHg. Zuerst glaubte ich, dass mein Gerät zu Hause falsche Werte liefert. Allerdings erhielt ich nach einer Referenzmessung mit einem zweiten Handgelenkmessgerät die gleichen niedrigen Werte. Ist es möglích, daß bei einem bestimmten Personenkreis die Handgelenkmessung nicht anwendbar ist? Und wenn, warum nicht?
von robert am 13.03.2005 15:22

Experten-Antwort:
Ohne eigene Untersuchung und Blutdruckmessung bei Ihnen kann man nur eine Vermutung aussprechen:
Wenn zwei verschiedene Geräte zur Blutdruckmessung am Handgelenk die gleichen Werte geben und die Messungen korrekt und vorschriftsmäßig waren (insbesondere Handgelenk in Herzhöhe), kann man davon ausgehen, dass kein Gerätedefekt vorliegt und die Messergebnisse richtig sind. Es gibt dann zwei Erklärungen für den Unterschied bei Selbstmessung und Messung in der Arztpraxis:
1. Es besteht ein Blutdruckunterschied zwischen beiden Armen, z.B. aufgrund von Veränderungen der Armarterien auf einer Seite. Der Arzt hat am normalen Arm, Sie am Arm mit den Gefäßveränderungen gemessen. Messen Sie mit Ihrem Handgelenksgerät abwechselnd an beiden Armen und überprüfen Sie, ob ein Unterschied zwischen rechts und links besteht. Wenn das der Fall ist, müssen Sie sich von einem Arzt für Gefäßkrankheiten (Angiologie) untersuchen lassen.
2. Wahrscheinlicher ist, dass Sie zu den Personen mit Praxis-, Sprechstunden- oder Weißkittelhypertonie gehören. Dann haben Sie in der Praxis beim Arzt immer einen hohen, zu Hause einen normalen oder sogar niedrigen Blutdruck. Vielleicht ist Ihr Arzt bereit, in der Sprechstunde die Probe zu machen: Sie messen am Handgelenk und Ihr Arzt gleichzeitig am anderen Arm. Beide Messungen sollten dann gleichermaßen erhöht sein. Eine definitive Überprüfung, ob Sie normalen oder erhöhten Blutdruck haben, ist durch eine Langzeitmessung des Blutdrucks über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät möglich.

Abstand zwischen zwei Blutdruckmessungen

Frage:
1. Welcher zeitliche Abstand sollte mindesten zwischen 2 Blutdruckmessungen eingehalten werden?
2. Wenn ich unmittelbar nach der ersten Messung eine zweite vornehme, in welche Richtung ändern sich dann die gemessenen Werte?
3. Sollte die Antwort altersabhängig sein, dann habe ich ein Alter von 71 und bin männlich.
von novize am 26.02.2005 12:10

Experten-Antwort:
1. Der Abstand zwischen dem Ende einer Messung und dem Beginn der folgenden Messung am gleichen Arm sollte mindestens zwei Minuten betragen.
2. Während bestimmter Druckphasen in der Manschette fließt noch Blut durch die Arterien in den Arm hinein, aber nicht mehr durch die Venen zurück in den Körper. Dadurch sammelt sich unterhalb der Manschette Blut in den Gefäßen und Wasser im Gewebe an, was den Blutdruck – vor allem bei mehrfach kurz hintereinander folgenden Messungen – fälschlicherweise erhöhen kann.
3. Dieser Effekt ist nicht altersabhängig.
4. Wenn der genannte Abstand eingehalten wird, werden bei den Wiederholungsmessungen manchmal niedrigere Werte beobachtet. Das liegt daran, dass bei bestimmten Personen nach der ersten Messung die Erwartungshaltung und die Spannung auf das Ergebnis nachlassen und mehr seelische Ruhe einkehrt.

Wann und warum macht man eine Blutdrucklangzeitmessung?

Frage:
Wann bekommt man eine Langzeitmessung?
von check am 17.02.2005 22:15

Experten-Antwort:
Eine Langzeitmessung des Blutdrucks ist zu empfehlen:
1. Zur zuverlässigen Feststellung eines Bluthochdrucks (zur Diagnose): insbesondere wenn der Blutdruck bei Messungen in der Arztpraxis nur grenzwertig, leicht oder mäßig erhöht ist, wenn der Blutdruck erhöht, aber keine Folgen des Bluthochdrucks nachweisbar sind, wenn der Verdacht auf einen Sprechstunden-, Praxis- oder Weißkittelhochdruck besteht und wenn die Ergebnisse der Selbst- und Arztmessung nicht übereinstimmen.
2. Zur Überprüfung der Behandlung (Therapiekontrolle): insbesondere wenn trotz einer Behandlung mit zwei oder drei Blutdrucksenkern der Blutdruck immer noch erhöht ist, wenn die Ergebnisse der Selbst- und Arztmessung nicht übereinstimmen und wenn Folgen des Hochdrucks, z.B. eine Vergrößerung des Herzens (linksventrikuläre Hypertrophie) trotz längerer Behandlung und trotz guter Blutdruckwerte sich nicht bessern oder sich neu entwickeln.
Weil bei der Langzeitmessung viele Messungen über den ganzen Tag verteilt gemacht werden, ist das Ergebnis aussagekräftiger als die Einzelmessung beim Arzt. Deshalb wird Sie heute immer häufiger bei Patienten mit Bluthochdruck vor Beginn und unter der Behandlung gemacht. Allerdings ergibt die Selbstmessung zweimal täglich in körperlicher und seelischer Ruhe über 2 – 3 Wochen in den meisten Fällen ähnlich gute und zuverlässige Ergebnisse wie die Langzeitmessung.

Seitendifferenz des Blutdrucks am Handgelenk, nicht am Oberarm

Frage:
Bei der Blutdruckmessung ist mir aufgefallen, dass der systolische Wert am Handgelenk rechts meistens um ca.20mmhg höher ist als links (z.B. 145/80 re. und 125/80 mmHg li). An der Ellenbeuge sind beide Werte re. und li. gleich (z.B. 130/80 mmHg). Jetzt bin ich unsicher, nach welchem Wert ich mich zu richten soll und ob evt.Anomalien der linksseitigen Arterie vorliegen könnten?
von M.B. am 15.02.2005 21:07

Experten-Antwort:
Hochdruckexperten empfehlen die Blutdruckmessung mit einer Manschette am Oberarm und Aufnahme bzw. Abhören der Gefäßgeräusche in der Ellenbeuge, weil dabei zuverlässigere Ergebnisse bestimmt werden und weniger Fehler gemacht werden können. Wenn Sie mit dieser Messung gleiche Werte am rechten und linken Arm bestimmen, sind diese sicher richtig.
Am wahrscheinlichsten ist, dass Sie bei der Messung das rechte Handgelenk nicht in Herzhöhe, sondern niedriger, und das linke Handgelenk höher halten. Wenn der Höhenunterschied etwa 25 cm beträgt, entspricht dies einem Unterschied von 20 mmHg (10 cm entsprechen 7,5 mmHg).
Aufgrund der genannten Werte ist eine Gefäßanomalie zwischen Ellenbeuge und Handgelenk sehr unwahrscheinlich.

Wann und wie den Blutdruck messen?

Frage:
Ich habe zu hohen Blutdruck. Der obere Wert liegt in Ruhe bei 130 – 160, der untere bei 85, manchmal bis 106 mmHg. Morgens habe ich manchmal 140/100, im laufe des Tages im Schnitt 140/90 mmHg. Ist das normal ? Warum soll ich den Blutdruck messen und messen? Ich habe immér andere Werte. Zu welcher Tageszeit? Muss ich davor 5 min sitzen? In Sitzen ist er immer niedrig, aber sobald ich mich bewege, messe ich oft 160/97 mmHg.
von Nero am 11.02.2005 16:40

Experten-Antwort:
Der Blutdruck ist nicht konstant, sondern schwankt in Abhängigkeit von seelischen und körperlichen Belastungen, auch vom Temperament des einzelnen teils mehr oder weniger deutlich. Aufregungen, Ärger, Angst, Schmerzen, ja selbst angenehme Gefühle wie bei plötzlichen freudigen Ereignissen erhöhen den Blutdruck vorübergehend, ebenso wie körperlichen Anstrengungen, z.B. gehen, laufen, Treppen steigen und Tragen von Lasten. Es macht keinen Sinn, den Blutdruck während solcher Zustände zu messen, weil er dann immer zu hoch ist. Solche Blutdruckerhöhungen sind natürlich und ungefährlich und müssen nicht behandelt werden.
Messen Sie den Blutdruck zweimal täglich morgens und abends zu festgesetzten Zeitpunkten in körperlicher und seelischer Ruhe, am besten nach 5 Minuten ruhigem Sitzen, für 2 – 3 Wochen, schreiben Sie die Werte auf und zeigen Sie diese Ihrem Arzt. Wenn der Mittelwert aller Messungen unter 135/85 mmHg liegt, ist der Blutdruck normal. Auch bei diesen Messungen wird der Blutdruck nicht immer gleich sein, aber die Schwankungen sind geringer. Einzelne Werte dürfen diese Grenze von 135/85 mmHg ohne weiteres überschreiten, wenn nur der Mittelwert darunter liegt.

Testberichte über Blutdruckmessgerät

Frage:
Gibt es einen Testbericht über Nais Blutdruckgeräte am Handgelenk?
von ywolf am 11.02.2005 16:16

Experten-Antwort:
Der letzte Testbericht der Stiftung Warrentest über Blutdruckmessgeräte ist in der Zeitschrift „test“ im Dezember 2001 erschienen. Dort hat das Handgelenksgerät Nais EW 285 als bestes unter 13 Handgelenksgeräten abgeschnitten.
Prüfsiegel für Blutdruckmessgeräte werden von der Deutschen Hochdruckliga auf Antrag der Firmen erteilt. Die Geräte, die bisher das Prüfsiegel erhalten haben, sind im Internet zu finden (www.hochdruckliga.info, Messgeräte Prüfsiegel).

Wann ist der Blutdruck zu niedrig?

Frage:

Wann ist mein Blutdruck zu niedrid?
von Hallo am 09.02.2005 19:24

Experten-Antwort:

Für die untere Grenze des Blutdrucks gibt es keinen bestimmten Zahlenwert. Vielmehr wird die Diagnose eines zu niedrigen Blutdrucks (Hypotonie) nur gestellt, wenn bei niedrigen Werten entsprechende Beschwerden bestehen. Es gibt Menschen, die fühlen sich bei Werten von 90/60 mmHg pudelwohl, andere haben Beschwerden. Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Leistungsschwäche, Schwindel und kurze Bewusstlosigkeiten können Beschwerden eines zu niedrigen Blutdrucks sein.

Warum wurde der Normalwert des Blutdrucks immer weiter gesenkt?

Frage:
Bei einer 24h-Messung ergab sich bei mir ein Mittelwert von 135/88 mmHg. Daraufhin wurde mein Betablocker heraufgesetzt (jetzt Concor 7,5) und ich habe auch gute Werte damit. Nun habe ich in einem Buch (Die Krankheitserfinder, Autor: Jörg Blech) gelesen, die neuerdings geltenden Grenzwerte seien völlig willkürlich festgelegt worden, noch vor 10 Jahren habe erst ein Blutdruck ab etwa 150/100 mmHg als behandlungswürdig gegolten. Durch die Neufestlegung sei auf einen Schlag die Zahl der Hochdruckpatienten in der Bundesrepublik verdreifacht worden, ohne daß es medizinische Gründe/Studien dafür gäbe.
Was ist davon zu halten? Danach könnte ich meinen Betablocker ja beinahe absetzen?
von Alba am 07.02.2005 09:22

Experten-Antwort:
Man weiß schon lange, dass Personen mit erhöhtem Blutdruck ein erhöhtes Krankheits- und Sterberisiko infolge Schlaganfällen, Herzinfarkten, Herzschwäche und Nierenerkrankungen haben. Dieses Wissen reicht aber nicht aus, um Patienten mit Bluthochdruck zu behandeln. Voraussetzung ist vielmehr der Nachweis, dass eine Blutdrucksenkung das Leben verlängert und vor den genannten Krankheiten schützt. Dieser Nachweis wird durch Plazebo-kontrollierte randomisierte Studien erbracht, d.h. durch klinische Studien, in denen nach Zufallskriterien der eine Teil der Patienten ein Scheinmedikament, der andere ein wirksames Blutdruck senkendes Medikament erhält (solche Studien sind ethisch vertretbar, solange man nicht weiß, ob die Behandlung nützt) . Diese Studien werden an einer großen Zahl von Patienten über meist 3-5 Jahre durchgeführt und liefern am Ende ein eindeutiges, hieb- und stichfestes wissenschaftliches Ergebnis.
Im Jahre 1965 wurde erstmals ein solche Studie an Patienten mit einem unteren (diastolischen) Wert von 120 mmHg und darüber gemacht und in der behandelten Gruppe der Blutdruck unter 120 mmHg gesenkt. Durch die Behandlung hatten die Patienten einen enormen Vorteil, d.h. sie lebten deutlich (signifikant) länger und erlitten weniger Herz-, Gehirn- und Nierenerkrankungen. Seit dieser Zeit war zunächst einmal klar, dass der Blutdruck-Grenzwert 120 mmHg ist und dass er unter 120 mmHg gesenkt werden muss. Es folgten dann im Laufe der Jahre Studien mit immer niedrigeren Blutdruckwerten, die alle zeigten, dass die Blutdruckbehandlung einen großen Nutzen hat: bei Patienten mit Werten von 115 mmHg und darüber 1967, von 105 und darüber 1979, von 90 und darüber 1982 und 1985. In derartigen Studien wurde auch der Grenzwert für den oberen (systolischen) Wert festgelegt. Seit 1985 ist deshalb wissenschaftlich einwandfrei gesichert, dass der Grenzwert für eine Behandlung 140/90 mmHg ist. Durch entsprechende Studien weiß man inzwischen auch, dass der Blutdruck-Grenzwert bei Patienten mit Nierenerkrankungen und Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) sogar noch niedriger liegt, nämlich bei 130/80 mmHg.
Alle genannten Werte beziehen sich auf Blutdruckmessungen in der Praxis. Bei der Langzeitmessung liegen die Werte niedriger, nämlich beim Mittelwert aller Messungen über 24 Stunden für den oberen und unteren Wert um jeweils 10 mmHg, bei den Mittelwerten um Tage um jeweils 5 mmHg.
Wenn Sie also keine Nieren- oder Zuckerkrankheit haben, muss Ihr Wert bei der 24-Stunden Messung unter 130/80 mmHg (Tagesmittelwert unter 135/85 mmHg) liegen, wenn Sie den vollen Nutzen der Behandlung haben wollen. Falls Sie eine Nieren- oder Zuckerkrankheit haben, muss der 24-Stunden-Wert sogar unter 120/70 mmHg liegen.
Da durch diese Studien der Grenzwert des Blutdrucks, für den ein Nutzen der Behandlung nachgewiesen wurde, im Laufe der letzten Jahrzehnte immer weiter gesenkt wurde, hat sich natürlich auch die Zahl der Patienten, die nachweislich einen Nutzen von der Behandlung haben und deshalb behandelt werden müssen, ständig erhöht.
Ihr Arzt kennt ganz offensichtlich die wissenschaftliche Datenlage und die derzeitigen Empfehlungen der internationalen Fachgesellschaften genau und handelt danach. Leider werden immer wieder Bücher gedruckt von Autoren, die die wissenschaftliche Datenlage nicht kennen oder nicht verstehen.

Hohe Blutdruckwerte beim Aufwachen in der Nacht

Frage:
Seit einigen Wochen habe ich laufend erhöhe diastolische Werte (zwischen 90 und 115 mmHg), insbesondere nachts gegen 3 Uhr steigt der Wert stark an. Jeden Morgen habe ich beim Aufwachen das Gefühl, der linke Arm ist dick und die Hand geschwollen. Ich leide ständig unter Tinitus. Mein Puls ist jedoch sehr niedrig (zwischen 45 und 55/min). Seit über 25 Jahren nehme ich Medikamente. In den letzten Monaten leide isch auch an Varikozellenentzündungen und -anschwellen. Das EKG ist jedoch unauffällig. Bei der Lanzeitmessung ist der Blutdruck anfangs in der Nacht in Ordnung. Er erhöht sich dann plötzlich und führt zum Aufwachen.
von Rolf am 03.02.2005 17:28

Experten-Antwort:
In der Nacht ist der Blutdruck nur während des Schlafes niedrig, beim Aufwachen steigt er an (Sie wachen nicht auf, weil der Blutdruck ansteigt, sondern der Blutdruck steigt, weil sie aufwachen!). Bei der Blutdrucklangzeitmessung in der Nacht gelten deshalb nur Werte, die im Schlaf gemessen werden. Wenn der Patient während der Messung in der Nacht mehrfach aufwacht, dürfen die Nachtwerte nicht verwertet werden, d.h. für die Beurteilung, ob der Blutdruck normal oder erhöht ist, werden nur die Messungen am Tage (meist zwischen 6 und 22 Uhr) verwendet.
Wegen der anderen Beschwerden müssen Sie sich ärztlich untersuchen lassen. Ohne eigene Befragung und Untersuchung, ohne Kenntnis Ihrer Befunde und anderer Erkrankungen kann man keine zuverlässige Empfehlung geben.

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Schwankungen des Blutdrucks

Frage:
Meine Mutter liegt im Krankenhaus! Der Blutdruck schwankt: mal 200/100 oder 140/80 mmHg! Kann man das mit Medikamenten einstellen? Sie lebt allein und ist 73 Jahre! Die Ärzte suchen noch, wo der hochdruck herkommt! Ich habe panische Angst!
von laica am 03.02.2005 08:37

Experten-Antwort:
Der Blutdruck ist nicht konstant, sondern schwankt in Abhängigkeit von seelischen und körperlichen Belastungen, auch vom Temperament des einzelnen teils mehr oder weniger deutlich. Aufregungen, Ärger, Angst, Schmerzen, ja selbst angenehme Gefühle wie bei plötzlichen freudigen Ereignissen erhöhen den Blutdruck vorübergehend. Manche Patienten kommen im Krankenhaus gar nicht richtig zur Ruhe. Es macht keinen Sinn, den Blutdruck während solcher Zustände zu messen, weil er dann häufig zu hoch ist. Solche Blutdruckerhöhungen sind natürlich und ungefährlich und müssen nicht behandelt werden. Deshalb muss der Blutdruck immer in körperlicher und seelischer Ruhe gemessen werden.
Da Ihre Mutter auch normale Werte (140/80 mmHg) hat, könnte es sein, dass sie sich bei den Messungen leicht aufregt und deshalb erhöhte Werte hat.
Nach Abschluss der Krankenhausbehandlung werden die Ärzte Ihrer Mutter sicher ein Ergebnis mitteilen. Es kann sinnvoll sein, den Blutdruck nach der Entlassung aus dem Krankenhaus auch noch einmal beim Hausarzt zu kontrollieren oder aber zu Hause selbst zu messen.

Blutdruckunterschied am rechten und linken Arm

Frage:
Seit mein Arzt Bluthochdruck festgestellt hat und ich Beta-Blocker nehme, messe ich regelmäßig selber den Blutdruck am Handgelenk. Beim abwechselnden Messen an beiden Handgelenken habe ich festgestellt, daß der Blutdruck am rechten Handgelenk oft deutlich höher liegt als am linken (z.B. links 122/83 und rechts 140/96). Was soll ich davon halten? Seit dieser Beobachtung vor einer Woche habe ich häufiger auf beiden Seiten gemessen und solche Ergebnisse erhalten!
von Chris30 am 02.02.2005 14:35

Experten-Antwort:
1. Zuerst muss überprüft werden, ob wirklich ein konstanter Unterschied zwischen rechtem und linkem Arm besteht:
– Messen Sie richtig? Halten Sie das Messgerät bei Messung am rechten und linken Arm immer in gleicher, d.h. in Herzhöhe?
– Bei manchen Personen ist der Blutdruck bei der ersten Messung am höchsten und fällt dann mehr oder weniger langsam ab. Deshalb ist der Blutdruck bei der zweiten Messung niedriger als bei der ersten. Wer die Messung immer am gleichen Arm beginnt und dann am anderen Arm überprüft, wird so einen Unterschied beobachten. Diese „vermeintliche“ Seitendifferenz verschwindet, wenn man wiederholt im Abstand von etwa 2 Minuten abwechselnd am rechten und linken Arm den Blutdruck solange misst, bis er an beiden Armen gleicht bleibt und nicht mehr weiter abfällt. In der Regel besteht dann kein Unterschied zwischen rechts und links mehr.
2. Wenn eine konstante Seitendifferenz des oberen (systolischen) Wertes von mehr als 15 mmHg und/oder des unteren (diastolischen) Wertes von mehr als 10 mmHg besteht, kann eine harmlose, evtl. aber auch eine ernsthafte Anomalie (z.B. eine Verengung) der Blutgefäße auf der Seite mit dem niedrigeren Blutdruck vorliegen. Deshalb sollte eine Untersuchung bei einem Facharzt, am besten einem Angiologen, erfolgen.
3. Bei der Kontrolle des Bluthochdrucks muss bei einer Seitendifferenz immer an dem Arm mit dem höheren Wert gemessen werden.

Blutdruck von 100/60 mmHg in der Schwangerschaft

Frage:
Ich bin 20 Wochen schwanger. Bisher wurde mein Blutdruck drei Mal gemessen: 100/60; 100/60; 110/60 mmHg. Sind diese Werte normal?
von Suubi am 25.01.2005 16:38

Experten-Antwort:
Ihre Blutdruckwerte sind niedrig, aber für junge Frauen keineswegs ungewöhnlich. Ganz allgemein kann man sagen: bei Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit ist ein Blutdruck umso günstiger, je niedriger er ist. Wenn Sie keine Beschwerden wie Müdigkeit, Schwindel oder Leistungsunfähigkeit haben, können Sie mit Ihrem Blutdruck – auch in der Schwangerschaft – sehr zufrieden sein. Ein Blutdruck ist nicht krankhaft und anormal ab einem bestimmten niedrigen Wert, sondern durch Beschwerden, die mit niedrigen Werten einhergehen.

Isolierte diastolische Hypertonie bei niedriger Herzfrequenz

Frage:
Mein systolischer Wert liegt bei ca. 125, der diastolische Wert manchmal bei ca. 100 mmHg. Ich glaube festgestellt zu haben, dass dies der Fall ist, wenn die Pulsfrequenz unter 70/min liegt. Besteht hier ein Zusammenhang?
von Andrew am 24.01.2005 16:28

Experten-Antwort:
Die Besonderheit Ihrer Werte besteht darin, dass der obere (systolische) Wert völlig normal ist, nur der untere Wert erhöht ist. Es besteht also eine „isolierte, diastolische Hypertonie“ mit kleiner Amplitude.
Eine Beurteilung derartiger Werte ist schwierig, weil es sich meist um einen Messfehler infolge anomaler Strömungsgeräusche in den Blutgefäßen, d.h. um einen irrtümlich zu hoch gemessenen diastolischen Blutdruck handelt.
Sie haben eine sehr interessante Beobachtung gemacht, nämlich dass der untere diastolische Wert bei niedrigem Puls unter 70/min hoch ist. Tatsächlich treten die Strömungsphänomene, die einen zu hohen Messwert verursachen, vor allem bei langsamem Puls auf. Deshalb empfehlen Experten bei derartigen Werten Blutdruckmessungen bei erhöhter Herzfrequenz, z.B. direkt nach körperlicher Belastung wie z.B. 10 Kniebeugen. Wenn unter diesen Bedingungen niedrigere Werte gemessen werden, sind diese als richtig zu bewerten.

Was ist ein guter Blutdruck?

Frage:
Mein systolischer Wert liegt bei ca. 125, der diastolische Wert manchmal bei ca. 100 mmHg. Ich glaube festgestellt zu haben, dass dies der Fall ist, wenn die Pulsfrequenz unter 70/min liegt. Besteht hier ein Zusammenhang?
von Andrew am 24.01.2005 16:28

Experten-Antwort:
Die Besonderheit Ihrer Werte besteht darin, dass der obere (systolische) Wert völlig normal ist, nur der untere Wert erhöht ist. Es besteht also eine „isolierte, diastolische Hypertonie“ mit kleiner Amplitude.
Eine Beurteilung derartiger Werte ist schwierig, weil es sich meist um einen Messfehler infolge anomaler Strömungsgeräusche in den Blutgefäßen, d.h. um einen irrtümlich zu hoch gemessenen diastolischen Blutdruck handelt.
Sie haben eine sehr interessante Beobachtung gemacht, nämlich dass der untere diastolische Wert bei niedrigem Puls unter 70/min hoch ist. Tatsächlich treten die Strömungsphänomene, die einen zu hohen Messwert verursachen, vor allem bei langsamem Puls auf. Deshalb empfehlen Experten bei derartigen Werten Blutdruckmessungen bei erhöhter Herzfrequenz, z.B. direkt nach körperlicher Belastung wie z.B. 10 Kniebeugen. Wenn unter diesen Bedingungen niedrigere Werte gemessen werden, sind diese als richtig zu bewerten.

Zuerst den Puls oder den Blutdruck messen?

Frage:
Wie ist die richtige Reihenfolge bei der Vitalzeichen-Kontrolle? Zuerst der Blutdruck und dann der Puls oder umgekehrt, oder ist das egal? Falls zuerst der Puls, bitte auch erklären.
von lena am 21.01.2005 18:16

Experten-Antwort:
Eine bestimmte Reihenfolge, in der Puls und Blutdruck gemessen werden müssen, ist nicht vorgeschrieben oder erforderlich.

Oberer Wert niedrig, unterer Wert erhöht

Frage:
Bei mir wurde festgestellt, daß der systolische Wert zwischen 100-120 mmHg liegt und der diastolische zwischen 90-105 mmHg. Ich bin 45 Jahre alt und übergewichtig. Was kann die Ursche dafür sein, daß der diastolische Wert so erhöht ist? Was kann ich tun, um diesen Wert zu verbessern?
von Cosmic am 21.01.2005 15:21

Experten-Antwort:
Die Besonderheit Ihrer Werte besteht darin, dass der obere (systolische) Wert völlig normal bzw. sogar eher niedrig ist, nur der untere Wert erhöht ist. Es besteht also eine „isolierte, diastolische Hypertonie“.
Eine Beurteilung derartiger Werte ist schwierig, weil es sich meist um einen Messfehler infolge anomaler Strömungsgeräusche in den Blutgefäßen, d.h. um einen irrtümlich zu hoch gemessenen diastolischen Blutdruck handelt. Diese Möglichkeit wird umso wahrscheinlicher, je niedriger der obere und je höher der untere Wert ist, z.B. bei Blutdruckwerten von zwischen 100 – 120/90 – 105 mmHg (wie bei Ihnen). Folgende Möglichkeiten können eine Klärung geben:
a) Blutdruckmessungen an anderen Stellen (am anderen Arm, an den Beinen).
b) Blutdruckmessung mit einem anderen Gerät.
c) Blutdruckmessungen bei erhöhter Herzfrequenz, z.B. direkt nach körperlicher Belastung wie z.B. 10 Kniebeugen. Wenn dabei der untere Wert normal ist, bestätigt das den Messfehler.
d) Die Blutdrucklangzeitmessung kann, muss aber nicht das Problem lösen, weil das messtechnische Problem nicht auf der Methode der Messung, sondern der Blutströmung in den Blutgefäßen beruht.
e) Die direkte Blutdruckmessung in der Blutbahn, die allerdings sehr aufwändig ist und nur in besonderen Fällen bei einem Spezialisten gemacht werden kann.
f) Wenn diese Untersuchungen keine Klärung bringen und Möglichkeit e) nicht gemacht wird oder nicht angebracht ist, lassen Sie eine Herzschalluntersuchung (Echokardiographie) machen. Wenn das Herz nicht vergrößert ist, haben Sie wahrscheinlich einen völlig normalen Blutdruck.

Rasanter Blutdruckanstieg beim Aufstehen

Frage:

Ich (25, w, NR, schlank) habe seit einiger Zeit immer Herzklopfen, wenn ich z.B. morgens aus dem Bett aufstehe. Das hält ein paar Sekunden an und geht dann wieder weg. Jetzt habe ich mir ein Blutdruckmessgerät gekauft und musste feststellen, dass ich im Liegen einen normalen Blutdruck habe (120/72 mmHg), aber nachdem ich mich aus dem Bett geschwungen habe und dann gemessen habe, einen Anstieg von 30 Punkten für beide Werte hatte. Das hat mich total schockiert. Woran liegt das nur?
von Aurora am 18.01.2005 13:42

Experten-Antwort:

Wenn der Blutdruck beim Aufstehen aus dem Liegen oder Sitzen korrekt gemessen wird, beobachtet man in der Regel einen Abfall des systolischen und einen Anstieg des diastolischen Wertes, der aber in der Regel gering (etwa 3 – 5 mmHg) ist.
Für Ihre Beobachtung gibt es zwei mögliche Erklärungen:
1. Puls und Blutdruck müssen in körperlicher und seelischer Ruhe gemessen werden. Kann es sein, dass Sie den Tag sehr temperamentvoll, vital und agil beginnen? Sie stehen ja nicht – wie die meisten Menschen – langsam und kontrolliert auf, sondern Sie „schwingen sich aus dem Bett“!! Messen Sie den Blutdruck doch einmal nach dem Waschen oder nach dem Frühstück.
2. Es könnte auch an einer falschen Messtechnik liegen. Wie Sie wissen, muss der Blutdruck immer in Herzhöhe gemessen werden. Wenn Sie den Blutdruck – jeweils in Bezug auf die Herzhöhe – im Stehen deutlich niedriger als im Liegen messen, erklärt das den Unterschied. Eine Abweichung von 10 cm verursacht eine Änderung des Blutdrucks um 7,6 mmHg.

Bluthochdruck nach zweimaliger Messung?

Frage:
Ich bin 22 jahre, habe normales Gewicht, treibe 1 mal pro Woche Sport, fühle mich aber nie richtig fit. Ich habe heute zum ersten Mal meinen Blutdruck gemessen: 149/88 mmHg und nach kurzer Ruhephase 137/101 mmHg. Ist das noch normal oder stimmt da für mein Alter was nicht?
von Josephe am 13.01.2005 22:26

Experten-Antwort:
Bevor ein hoher Blutdruck festgestellt wird, muss der Blutdruck häufig an verschiedenen Tagen und korrekt gemessen werden. Eine zweimalige Messung reicht auf keinem Fall aus.
Sie sollten zunächst überprüfen, ob Sie wirklich einen dauerhaft erhöhten Blutdruck haben. Messen Sie den Blutdruck zweimal täglich morgens und abends zu festgesetzten Zeitpunkten in körperlicher und seelischer Ruhe für 2 – 3 Wochen, schreiben Sie die Werte auf und zeigen Sie diese Ihrem Arzt. Wenn der Mittelwert aller Messungen unter 135/85 mmHg liegt, ist der Blutdruck normal. Einzelne Werte dürfen diese Grenze ohne weiteres überschreiten, wenn nur der Mittelwert normal ist.

Was ist die Systole und die Diastole?

Frage:
Was ist die Systole und was ist die Diastole?
von kat am 07.01.2005 00:17

Experten-Antwort:
Die Systole ist die Phase, in der sich das Herz zusammenzieht (kontrahiert) und das Blut in die Gefäße drückt. Die Diastole bezeichnet den Zeitraum, in der das Herz erschlafft ist und sich wieder mit Blut füllt.
Der Blutdruck wird durch zwei Zahlen, getrennt durch einen Querstrich, angegeben, z.B. 140/90 mmHg. Dabei bedeutet die erste, größere Zahl (hier 140) den systolischen, die zweite, kleinere Zahl (hier 90) den diastolischen Blutdruck. „mmHg“ gibt die Messeinheit an, d.h. der systolische Druck vermag eine Quecksilbersäule 140 mm, der diastolische 90 mm nach oben zu drücken.
Der systolische Blutdruck ist der maximale Druck, der entsteht, wenn sich das Herz während der Pumpphase (= Systole) zusammenzieht (kontrahiert). Der diastolische Druck besteht in der Phase, wenn das Herz erschlafft ist und sich wieder mit Blut füllt (Diastole).

Auswertung der Blutdruckwerte über Software

Frage:
Welche Blutdruckmessgeräte haben eine PC Schnittstelle zur Auswertung der Werte über eine Software? Ich möchte meine Werte richtig auswerten und den Butdruck über die Dosierung der Medikamente einstellen lassen
von Jörn am 06.01.2005 11:08

Experten-Antwort:
Es gibt Geräte zur Selbstmessung des Blutdrucks, die eine „Memory“-Funktion haben, d.h. die eine gewisse Zahl von Messwerten speichern. Meines Wissens gibt es in diesem Bereich keine Geräte, die eine automatisierte rechnerische oder graphische Auswertung der Messungen ermöglichen.
Ehrlich gesagt: die Hochdruckexperten halten derartige Techniken nicht für notwendig. Wenn Sie Ihren Blutdruck regelmäßig morgens und abends messen, die Werte aufschreiben, wöchentlich die arithmetischen Mittelwerte aller, evtl. zusätzlich getrennt der morgendlichen und der abendlichen Werte bilden und diese mit der Art und der Dosis der Medikamente vergleichen, haben Sie einen für die Überprüfung und Kontrolle des Blutdrucks hervorragenden Standard erreicht – zugegeben für manchen Technik-Freak in antiquierter Form. Im übrigen: Art und Dosis der Blutdrucksenker werden allenfalls in Abständen von 2 – 4 Wochen geändert. Änderungen bei kurzfristigen Blutdruckschwankungen sollen nicht erfolgen.
Nur die Messergebnisse bei der Blutdrucklangzeitmessung über 24-Stunden werden automatisch rechnerisch und graphisch ausgewertet.

Größe der Manschette am Blutdruckmeßgerät und Oberarmumfang

Frage:
Vor kurzem wurden bei mir (36 Jahre, 82 kg) kfr. erhöte Werte festgestellt. Nach einigen Untersuchungen (EKG, Labor) nimmt mein Arzt die Angelegenheit nicht so ernst und bat mich um regelmäßige Messungen zu Hause. Hier liegt der Schnitt bei 136/84 (min 121/78, max 161/95 mmHg je nach Situation).
Um nun die Messfehler so gering wie möglich zu halten, möchte ich alle Fehlerquellen ausschließen. Nun las ich, dass es wichtig ist, eine korrekte Manschettengröße bei der Messung zu benutzen. An meinem Gerät (Boso smart) ist eine 13×25 große Standart-Manschette verbaut.
Mein Armdurchmesser beträgt jedoch ca.33 cm ist somit an der Obergrenze dieser Manschettengröße, für die größere Ausführung 14×30 jedoch an der Untergrenze.

Zu erwähnen wäre vielleicht noch das der Armumfang aufgrund meiner sportlichen Aktivität 33 cm Muskelmasse und kaum Fett enthält.

Zu welcher Manschette würden Sie mir raten, bzw. kan dieses die Messungen beeinflussen ?
von Ralle am 05.01.2005 17:04

Experten-Antwort:
Sie können ohne Bedenken Ihr Boso-Gerät mit einer Manschette, die insgesamt länger als 25 cm ist und deren aufblasbarer Teil eine Standardgröße von 13 x 25 cm hat, verwenden.
1. Eine Regel lautet, dass ab einem Oberarmumfang von etwa 34 bis 36 cm eine breitere und längere Manschette verwendet werden soll. Sie liegen knapp unter dieser Grenze (vermutlich meinen Sie Armumfang und nicht Armdurchmesser).
2. Eine zweite Regel besagt, dass der aufblasbare Teil der Manschette, der bei Ihrem Gerät 13 x 25 cm beträgt, mindestens 60% des Armumfanges (bei Ihnen etwa 20 cm) umgeben soll. Auch diese Regel erfüllen Sie.
3. Der Messfehler, der bei zunehmendem Armumfang entsteht, hängt von der Festigkeit des Gewebes ab. Bei gleichem Armumfang ist er bei festem, straffem, muskulösem Gewebe – wie bei Ihnen – gering, bei lockerem Fettgewebe größer.
4. Grundsätzlich wird bei großen Oberarmumfängen der Blutdruck falsch zu hoch gemessen, d.h. die Höhe des Blutdrucks wird überschätzt, nicht unterschätzt.

Unterschiedliche Werte mit zwei Blutdruckmeßgeräten

Frage:
Ich habe 2 Oberarmblutdruckgeräte, die mir verschiedene Werte anzeigen.
Das erste Gerät ist ca. 4 Jahre alt von der Firma Visomat und zeigt mir manchmal Werte von 150/97 mmHg an. Wenn ich mit dem zweiten Gerät von Boso (neu gekauft) gleich danach messe, bekomme ich einen Wert von 130/80 mmHg. Ich weiß nicht, was ich glauben soll.
Das Gerät von Visomat zeigt immer einen höheren Wert an. Was haben Sie für
Erklärungen? An welches Gerät kann ich mich halten?
von Sprite am 22.12.2004 11:01

Experten-Antwort:
Prinzipiell können die Unterschiede auf fehlerhaften Messungen und technischen Mängeln der Geräte beruhen. Es ist unmöglich, ohne Ihre Messungen zu beobachten und ohne die Geräte selbst zu testen, die Ursache für die von Ihnen beschriebenen Unterschiede zu erkennen.
Besteht wirklich ein konstanter Unterschied? Messen Sie dazu zehnmal hintereinander abwechselnd mit beiden Geräten den Blutdruck am rechten, dann am linken Arm und schreiben Sie die zehn Werte für jedes Gerät getrennt sofort nach der Messung auf und berechnen Sie die Mittelwerte. Wenn dann immer noch ein Unterschied besteht, gibt es folgende Möglichkeiten:
1. Beispiele für fehlerhafte Messung: die Messung erfolgt nicht mit beiden Geräten in Herzhöhe, die Manschette eines Gerätes wird nicht richtig angelegt, die Erstmessung erfolgt immer mit dem einen, dann die Zweitmessung mit dem anderen Gerät (die Erstemssung ist höher) usw.
2. Technische Mängel sind ohne weiteres möglich, obwohl die Geräte vor dem Verkauf getestet werden. Eine falsche Wertanzeige kann durch eine Überprüfung beim TÜV nachgewiesen oder ausgeschlossen werden, andere Mängel werden durch die Untersuchung auch beim TÜV nicht erkannt.
3. Ein Fachmann (z.B. ein Arzt) kann bei Oberarmgeräten während einer Messung mit den Geräten gleichzeitig am gleichen Arm mit seinem Stethoskop den Blutdruck in der Armbeuge messen, die Werte vergleichen und entscheiden, welches Gerät fehlerhafte Werte anzeigt.

Wie gut sind preiswerte Blutdruckmeßgeräte?

Frage:
Ist ein recht preiswertes Blutdruckmeßgerät, hier Lifetec, vertrieben über Aldi, hinreichend zur Selbstkontrolle? Es handelt sich um ein Handgelenkmeßgerät. Wie groß wären mögliche Abweichungen und in welche Richtung (zu hohe oder zu niedrige Meßergebnisse) tendieren solche Geräte?
von Thea am 09.12.2004 10:58

Experten-Antwort:
1. Grundsätzlich sind Messungen am Oberarm mit einer Manschette besser als Messungen am Handgelenk. Zwar bevorzugen Patienten die bequemeren und kleineren Handgelenksgeräte, doch sind die Fehlermöglichkeiten bei der Handhabung größer und die Messgenauigkeit ist schlechter. Die Stiftung Warentest (test 12/2001) hat 4 Oberarmgeräte und 17 Handgelenksgeräte getestet. Alle Oberarmgeräte lagen unter den besten sieben Geräten, ab Platz 8 kamen nur noch Handgelenksgeräte.
2. Das Blutdruckmessgerät Lifetec wurde von der Stiftung Warentest nicht geprüft. Grundsätzlich sind aber die Unterschiede zwischen den Geräten gering. Außerdem werden häufig baugleiche Geräte unter verschiedenen Namen im Handel angeboten.
3. Teure Geräte messen in der Regel nicht genauer.

Berechnung des mittleren arteriellen Blutdrucks

Frage:
Wie berechne ich den mittleren arteriellen Blutdruck?
Mein früherer Diabetologe wies vor 12 Jahren auf die Wichtigkeit des MAD hin. Durch einen notwendigen Arztwechsel geriet der MAD bei mir in Vergessenheit.
von msa432606 am 05.12.2004 17:45

Experten-Antwort:
1. Der mittlere arterielle Blutdruck (MAB oder MAD) wird nach folgender Formel errechnet: MAB = diastolischer Blutdruck plus 1/3 (systolischer minus diastolischer Blutdruck). Der MAB beträgt bei einem Blutdruck von 140/80 mmHg 100 mmHg: 80 + 1/3 (140 – 80) = 100.
2. Es ist immer wieder einmal die Meinung vertreten worden, dass der MAB wichtiger sei der systolische oder diastolische Blutdruck. Trotzdem hat er sich in der Medizin nicht durchgesetzt, hat keine praktische Bedeutung und wird allenfalls für spezielle wissenschaftliche Fragen verwendet.

Niedriger oberer, hoher unterer Wert

Frage:
Wie schaut es im umkehrtem Fall aus. Oberer Wert des Blutdrucks 100 mmHg, unterer Wert 90 mmHg? Zusätzlich starke innere Unruhe. Besonders Nachts.
von Diana am 25.11.2004 10:03

Experten-Antwort:
Der obere (systolische) Wert ist mit 100 mmHg sehr niedrig, während der untere (diastolische) Wert an der Grenze liegt. Es besteht also eine sehr kleine Amplitude von nur 10 mmHg (100 minus 90 = 10). Es handelt sich mit großer Sicherheit um einen Messfehler, und der wirkliche Blutdruck ist völlig normal oder eher niedrig (siehe “Hoher diastolischer, niedriger systolischer Wert” in der Kategorie “Blutdruckmessung”).Innere Unruhe hat mit solchen Werten nichts zu tun.

Isolierte diastolische Hypertonie

Frage:
Erstmals danke ich für Ihre Antwort und ihre Vorschläge, auf meine Frage vom 19.11.04. Leider ist nachweislich (24.Std.Blutdruckmessung wurde gemacht),nur der zweite Wert immer zu hoch. 110-120/90-100. Zwischen erstem und zweitem Wert liegen 20 – 30 Schläge bei mir. Extrasystolen ab 140/150 Puls bei Belastungs-EKG. Auffallend ist, dass es mir während meiner Regelblutung(verbunden mit Migräne)und vor bzw. nach einer Prüfung am schlechtesten geht. Was ich nicht verstehe ist, dass dieses Blutdruckproblem erst nach der Geburt meiner Tochter (vor 2,5 Jahren)nach Abstillen m. Hormontabl. im Spital + einer 2monatigen Einnahme von Jasmin (3Monate nach Geburt)massivst aufgetreten ist.Schilddrüse=okay Hormonstatus ergab: Testosteron erhöht (1.11) + DHEAS (406) + Progesteron (1.30) u. Haarausfall. Schweißflecken in d. Nacht in der Brustgegend.Wäre für jede Idee von Ihnen dankbar!
von Julimond am 23.11.2004 18:08

Experten-Antwort:
Wenn das Problem der isolierten diastolischen Hypertonie erst nach der Geburt Ihrer Tochter beobachtet wurde, sind zwei Erklärungen möglich:
a) Davor wurde der Blutdruck nicht oder lange nicht mehr gemessen, so dass das Problem zwar bestand, aber nicht erkannt wurde.
b) Es erfolgten Messungen, das Problem bestand aber nicht. Das bekräftigt den Verdacht auf Messfehler. Wie, mit welchem Gerät, an welchem Arm wurde gemessen? Kehren Sie zur früheren Meßmethode zurück.
Die Entbindung sowie die Einnahme von Hormonen oder Medikamenten hat mit dem Blutdruckproblem nichts zu tun.Ohne genaue Untersuchung und ohne Kenntnis aller Befunde kann man Ihnen keinen weiteren Rat geben.

Bluthochdruck beim Kind

Frage:

Unsere Tochter ist 10 1/2 Jahre. Sie hat ADS, nimmt am Tag 1 10mg Ritalin Tablette. Nun hat der Arzt bei einer Untersuchung zufällig entdeckt, dass ihr Blutdruck auffällig hoch ist, ca. 136/80. Sie ist ein sehr zartes, schmächtiges Kind und bewegt sich sehr viel. Dass Ritalin die Ursache sei, schließt der Arzt aus, da die Dosierung sehr niedrig sei. Was können wir tun ? Der Arzt meint in 3 Monaten kontrollieren. Uns ist aber nicht wohl bei der Sache.
von xxl am 19.11.2004 21:47

Experten-Antwort:

1. Kinder regen sich beim Arzt und bei der Blutdruckmessung häufig auf oder sind ängstlich, so dass der Blutdruck vorübergehend steigt. Deshalb sollte die Blutdruckmessung bei Ihrer Tochter häufiger wiederholt werden, d.h. jedes mal dreimal im Abstand von 2 Minuten messen und zu verschiedenen Terminen überprüfen. Es kann sein, dass dann der Blutdruck deutlich niedriger bzw. normal ist. Der Rat Ihres Arztes, den Blutdruck erst noch einmal oder besser mehrfach zu kontrollieren, ist daher völlig richtig.
2. Ritalin kann, muss aber nicht den Blutdruck erhöhen. Da diese Nebenwirkung von der Höhe der Dosis abhängt, ist die Gefahr bei niedrigen Dosen zwar geringer, aber nicht völlig ausgeschlossen. Wie war denn der Blutdruck vor Einnahme von Ritalin?

Bluthochdruck nur am Morgen

Frage:

Ich bin 65 Jahre alt, an Morbus Parkonson erkrankt und habe unmittelbar nach dem Aufstehen (6.30 Uhr -7.30) erhöhten Blutdruck (159/107 mmHg war die bisher höchste Messung). Schon nach einer halben Stunde ist er wieder auf ca 120/80 mmHg. Auch abends verhält er sich noch normal.
von andi am 19.11.2004 08:54

Experten-Antwort:

Der Blutdruck ist nicht konstant, sondern schwankt in Abhängigkeit von seelischen und körperlichen Belastungen, auch vom Temperament des einzelnen teils mehr oder weniger deutlich. Aufregungen, Ärger, Angst, Schmerzen, ja selbst angenehme Gefühle wie bei plötzlichen freudigen Ereignissen erhöhen den Blutdruck vorübergehend. Kurze Zeit später ist er wieder normal, wie Sie ja selbst beobachtet haben. Bei der Beurteilung des Blutdrucks kommt es deshalb nicht auf die höchsten Werte an, sondern auf die Mittelwerte mehrfach wiederholter Messungen.
Zwar ist der Blutdruck in den frühern Morgenstunden am höchsten, doch sind die Unterschiede weitaus geringer als als die von Ihnen genannten (159/107 gegenüber 120/80 mmHg).
Messen Sie den Blutdruck zweimal täglich morgens und abends zu festgesetzten Zeitpunkten in körperlicher und seelischer Ruhe für 2 – 3 Wochen und schreiben Sie die Werte auf. Wenn der Mittelwert aller Messungen unter 135/85 mmHg liegt, ist der Blutdruck normal. Einzelne Werte dürfen diese Grenze ohne weiteres überschreiten, wenn nur der Mittelwert normal ist.
Ihr Morbus Parkinson ändert an diesen Aussagen nichts.

Große Blutdruckamplitude

Frage:

Ich bin 27 jahre, 1,75m groß, etwa 75 kg und treibe viel Sport (Windsurfing, fast täglich 30 km biken, joggen etc.). Von klein auf liegt mein Blutdruck eigentlich immer um die 120/60 mmHg, manchmal etwas höher bzw. etwas niedriger. Allerdings ist die Differenz meistens 60. Ist die Amplitude zu groß bzw kommt das vom Sport? Oder ist der Wert ok?
von sonic am 16.11.2004 23:28

Experten-Antwort:

Bei einem Blutdruck von 120/60 mmHg ist Ihre Amplitude etwas, aber nicht ungewöhnlich groß. Es kommt allenfalls ein angeborener Herzfehler in Betracht. Doch ist das sehr unwahrscheinlich, da sicher ein Arzt schon einmal das Herz abgehört (evtl. nachholen) und kein Herzgeräusch festgestellt hat. Außerdem sind Sie sehr leistungsfähig. Wenn Sie aufgrund Ihrer sportlichen Aktivitäten einen langsamen Puls (unter 60/min) haben, kann das die Amplitude etwas vergrößern.

Puls mal hoch, mal normal

Frage:

Ich (26 Jahr) habe ständig Probleme mit meinem Puls: eine Woche lang ist er zu hoch (zwischen 95 und 105/min), dann in der nächsten Woche niedrig (zwischen 53 und 70/min). Das Herz habe ich untersuchen lassen und es ist alles in Ordnung. Woran kann das liegen?
von rina am 10.11.2004 23:43

Experten-Antwort:

Der Puls ist nicht konstant, sondern steigt bei seelischen und körperlichen Belastungen teils erheblich an.
Messen Sie den Puls in Zukunft nur in körperlicher und seelischer Ruhe, d.h. wenn Sie 5 – 10 Minuten ruhig gesessen haben und völlig entspannt sind. Es wird dann weiterhin gewisse Schwankungen geben, die normal sind, aber die großen Unterschiede werden verschwinden

Was ist der mittlere aterielle Blutdruck?

Frage:

Was ist der MAD, wozu ist er wichtig und welchen Nutzen bringt seine Anwendung? Bei welchen Krankheiten muss man ihn messen?
von jackie2106 am 04.11.2004 15:22

Experten-Antwort:

1. Der mittlere arterielle Blutdruck (MAB oder MAD) wird nach folgender Formel errechnet: MAB = diastolischer Blutdruck plus 1/3 (systolischer minus diastolischer Blutdruck). Beispielsweise beträgt der MAB bei einem Blutdruck von 140/80 mmHg 100 mmHg: 80 + 1/3 (140 – 80) = 100.
2. Es ist immer wieder einmal die Meinung vertreten worden, dass der MAB wichtiger sei der systolische oder diastolische Blutdruck. Trotzdem hat er sich in der Medizin nicht durchgesetzt, hat keine praktische Bedfeutung und wird allenfalls für spezielle wissenschaftliche Fragen verwendet.

Blutdruck beim Frauenarzt hoch, bei Selbstmessung niedrig

Frage:

Ich bin jetzt in der 13. SSW und bei den letzten Untersuchungen beim Frauenarzt wurde bei mir ein Blutdruckwert von 140/90 bzw. 160/90 mmHg festgestellt. Daraufhin sollte ich den Blutdruck regelmäßig zu Hause kontrollieren. Bei meinen regelmäßigen Messungen war der höchste Wert bis jetzt 128/81 mmHg. Stimmt mein Blutdruckmessgerät nicht, mache ich etwas falsch beim Messen oder woran liegt es? Ich hatte vor der Schwangerschaft eigentlich keine Probleme mit erhöhtem Blutdruck.
von mara76 am 03.11.2004 09:47

Experten-Antwort:

Bei etwa einer von 10 Personen ist der Blutdruck bei Messung durch den Arzt oder andere Mitarbeiter in der Praxis erhöht, bei Selbstmessung zu Hause oder aber bei der Messung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät völlig normal. Man bezeichnet dies als Praxishypertonie, Sprechstundenhochdruck oder auch Weißkittelhochdruck. Diese Form von nur kurzfristigem Blutdruckanstieg in der Praxis bei sonst immer normalem Blutdruck ist nicht gefährlich und wird nicht behandelt. Es besteht nur eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass bei solchen Personen in späteren Jahren tatsächlich eine Dauerhochdruck entsteht, so dass man den Blutdruck vorsichtshalber jedes Jahr einmal kontrollieren sollte – nicht beim Arzt, sondern durch Selbstmessung oder Langzeitmessung.
Wenn Sie richtig messen (d.h. den Arm oder das Handgelenk in Herzhöhe halten), können Sie also beruhigt sein: Ihr Gerät ist in Ordnung, Ihre Werte bei Selbstmessung – und nicht die Messungen beim Frauenarzt – sind die richtigen und Sie haben einen normalen Blutdruck.

Schwindel und Benommenheit im Stehen

Frage:

Seit Wochen habe ich immer Schwindel und Benommenheit, wenn ich stehe. Ich war beim Arzt im Krankenhaus, aber alle Organe sind okay. Beim Nervenarzt war ich auch wegen MS, aber er hatte keine Anzeichen dafür. Ich habe Übergewicht (182cm, 125kg) Mein Arzt hat gesagt, dass meine beschwerden vom Übergwicht kommen. Aber es gibt doch so viele Übergewichtige, warum ist denen nicht schwindelig?
von Ich kann nicht mehr. am 31.10.2004 16:55

Experten-Antwort:

1. Sie schreiben nicht, was schon alles untersucht wurde. Wenn es Ihnen im Stehen immer schwindelig wird, nicht aber im Sitzen und Liegen, ist die wichtigste Untersuchung ein Schellong-Test: im Minutenabstand den Blutdruck zunächst 3 – 5 mal hintereinander im Liegen messen, dann schnell Aufstehen und den Blutdruck sofort und jede Minute 10 Minuten lang messen. Wenn der Blutdruck im Vergleich zu den Werten im Liegen nach dem Aufstehen deutlich abfällt, haben Sie einen Unterdruck im Stehen (orthostatische Hypotonie), die den Schwindel und die Benommenheit erklären kann. Haben Sie Krampfadern? Das kann eine Ursache sein.
2. Sie haben erhebliches Übergewicht und sollten auf jeden Fall an Gewicht abnehmen.

Hoher blutdruck bei Belastung

Frage:

Ich (38 Jahre) habe ein Problem: mein Blutdruck beträgt im Ruhezustand 120/70 mmHg, bei Belastung 150/55 mmHg. Das ist doch nicht normal! Oder??Außerdem habe ich Atemschwirigkeiten auch im Ruhezustand.
von blutdruck am 30.10.2004 08:06

Experten-Antwort:

Bei Belastung steigt der Blutdruck an. Wenn der Arzt z.B. ein Belastungs-EKG am Fahrrad oder am Laufband macht, steigt der Blutdruck manchmal über 200 mmHg an. Ihr Blutdruck ist also in Ruhe und bei Belastung völlig normal.
Was sind “Atemschwierigkeiten”? Wenn Sie in Ruhe Atemnot haben, müssen Sie sich von Ihrem Arzt untersuchen lassen.

Zwei Messungen reichen nicht zur Feststellung eines Bluthochdrucks

Frage:

Ich hatte immer einen niedrigen Blutdruck, jetzt aber 2 mal schon den Wert von 135/93 und 136/95 mmHg. Was kann ich dagegen tun, um den unteren Wert zu sinken und ist es gefährlich?
von Dornröschen am 25.10.2004 16:22

Experten-Antwort:

Da der Blutdruck teilweise erheblich schwankt, reicht eine zweimalige Messung nicht aus für die Diagnose eines Bluthochdrucks. Sie hatten immer einen niedrigen Blutdruck, und die von Ihnen genannten Werte liegen im Grenzbereich. Deshalb sollten Sie den Blutdruck zunächst morgens und abends zu festgesetzten, immer gleichen Zeitpunkten in körperlicher und seelischer Ruhe 2 – 3 Wochen lang messen, die Werte aufschreiben und dem Arzt vorlegen. Wenn der Mittelwert aller Messungen 135/85 mmHg oder höher beträgt, ist der Blutdruck erhöht. Ein Mittelwert unter 135/85 mmHg ist normal, wobei einzelne Werte durchaus über dieser Grenze liegen dürfen.
Bei erhöhten Werten sollte zunächst versucht werden, den Blutdruck mit nicht-medikamentösen Maßnahmen zu senken. Dazu zählen: Gewichtsabnahme bei Übergewicht, salzarme Kost, körperliche bzw. sportliche Aktivität und Einschränkung des Alkoholkonsums (ein völliger Verzicht wird nicht gefordert).

Ist der Blutdruck vom Alter abhängig?

Frage:

Kann mir jemand eine Tabelle zusenden, aus der man ablesen kann, bei welchem Alter und Gewicht ein bestimmter Blutdruck normal oder erhöht ist.
von tiger am 21.10.2004 12:55
Experten-Antwort:

1. Bei der Messung in der Arztpraxis oder im Krankenhaus sind Blutdruckwerte ab 140/90 mmHg, bei der Messung durch den Patienten selbst ab 135/85 mmHg erhöht. Entscheidend sind dabei nicht Einzelmessungen – die durchaus auch einmal erhöht sein können –, sondern die Mittelwerte von mehreren Messungen, bei Eigenmessungen z.B. die Mittelwerte von morgendlichen und abendlichen Messungen über zwei bis drei Wochen.
2. Bei der Blutdrucklangzeitmessung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät sind Mittelwerte über 24 Stunden, also während der Wach- und Schlafphase, über 130/80 mmHg, Mittelwerte während der Wachphase zwischen etwa 7 – 22 Uhr über 135/85 mmHg erhöht.
3. Ganz allgemein kann man zwar sagen, dass der Blutdruck bei vielen Menschen im dem Alter steigt. Die genannten Werte sind aber ab dem 16. Lebensjahr für alle Altersstufen gleich. Es gibt also keine alters- oder gewichtsabhängigen Normalwerte.

Was ist Blutdruck, was ist Kreislauf?

Frage:

Was ist der Unterschied zwischen Blutdruck und Kreislauf?
von Lisa am 20.10.2004 09:27

Experten-Antwort:

Als Kreislauf bzw. Blutkreislauf bezeichnet man die Gesamtheit aller Blutgefäße, d.h. der Arterien und Venen, in denen das Blut fließt. In diesen Gefäßen besteht ein bestimmter Druck, der als Blutdruck bezeichnet und üblicherweise in mm Quecksilbersäule (mmHg; Hg = Hydrargyrum = Quecksilber), manchmal auch in cm Wassersäule (cm H2O; H2O = Wasser) gemessen wird. Wenn man von normalem oder erniedrigtem Blutdruck (Hypotonie) bzw. Bluthochdruck (Hypertonie) spricht, ist der Blutdruck in den großen Arterien gemeint, der üblicherweise am Oberarm gemessen wird.

Den ganzen Tag ruhen, damit der Blutdruck normal bleibt?

Frage:

Tagsüber habe ich Werte von 155/98 mmHg. Ich habe mit 2,5 mg ACE Hemmer angefangen, dann 5 mg Carvedilol und jetzt nehme 12,5 mg Carvedilol genommen. Meine Blutdruckwerte hab en sich aber nicht verändert. Mein Arzt hat mir gesagt, dass ich den Blutdruck erst nach 10 Minuten Ruhephase messen soll. Tatsächlich sinkt der Blutdruck dann auf etwa 136/86 mmHg ab. Wieso soll ich von diesen Werten ausgehen? Ich kann doch nicht den ganzen Tag in “Ruhe” rumsitzen.
von Typhoon am 19.10.2004 16:40

Experten-Antwort:

Der Blutdruck ist nicht konstant, sondern schwankt in Abhängigkeit von seelischen und körperlichen Belastungen, auch vom Temperament des einzelnen teils mehr oder weniger deutlich. Schmerzen, Aufregungen, Ärger, Angst, ja selbst angenehme Gefühle wie bei plötzlichen freudigen Ereignissen erhöhen den Blutdruck vorübergehend. Nach kurzer Zeit bzw. wenn die seelische Belastung nachlässt, sinkt er wieder. Es macht wenig Sinn, den Blutdruck während solcher Zustände zu messen, weil er dann immer zu hoch ist. Solche Blutdruckerhöhungen sind natürlich und ungefährlich, man kann sie auch nicht durch Medikamente verhindern. Deshalb sollte man den Blutdruck nur zweimal am Tag morgens und abends zu festgesetzten Zeitpunkten in körperlicher und seelischer Ruhe messen, die Werte aufschreiben und dem Arzt vorlegen.
Sie müssen also nur bei der Blutdruckmessung ruhig sein, d.h. es müssen seit der letzten körperlichen Anstrengung 5 oder 10 Minuten vergangen sein bzw. Sie müssen sich nach einer Aufregung wieder beruhigt haben. Während des übrigen Tages sollten Sie sich möglichst viel bewegen, möglichst auch ordentlich Sport treiben und sich anstrengen, sodass Blutdruck und Puls hochgehen. Das ist aber nicht schädlich, sondern im Gegenteil gesund.

Hoher diastolischer Wert

Frage:

Ich bin sehr sportlich. Mein systolischer Blutdruck ist immer normal (ca. 110 mmHg), der diastolische Wert ist in letzter Zeit immer über 85 – 90 mmHg, Puls zwischen 53 und 60(min.
von Lydia am 06.10.2004 15:45

Experten-Antwort:

Der obere (systolische) Wert ist mit 110 mmHg niedrig, während der untere (diastolische) Wert mit 85 – 90 mmHg bei der Arztmessung normal, bei der Selbstmessung leicht erhöht ist. Insgesamt dürfen Sie mit Ihrem Blutdruck sehr zufrieden sein.
Weil der Unterschied zwischen oberem und unterem Wert sehr gering (enge Amplitude) und der systolische Wert niedrig ist, handelt es sich möglicherweise um einen Fehler bei falscher Messung oder defektem Gerät mit zu hoher Messung des unteren Wertes.
Folgendes können Sie versuchen:
1. Blutdruckmessungen an anderen Stellen (am anderen Arm, an den Beinen).
2. Blutdruckmessungen bei erhöhter Herzfrequenz, z.B. direkt nach körperlicher Belastung wie z.B. 10 Kniebeugen. Wenn dabei der untere Wert normal ist, bestätigt das den Messfehler.
Bei Personen, die sich sportlich betätigen, ist der Puls – wie bei Ihnen – eher etwas niedrig. Das ist normal.

Blutdruck im Sitzen und Stehen

Frage:

Ich erstelle gerade für mich selbst ein Blutdruckprofil. Mein Blutdruck liegt dabei fast immer im optimalen Bereich. Da ich im Moment Semesterferien habe und die meiste Zeit im Sitzen verbringe (beim Lesen, Lernen oder am Computer, abgesehen von sportlicher Betätigung am Nachmittag) wollte ich wissen, ob mit einem Anstieg oder Abfall des Blutdrickes zu rechnen ist, wenn nach ich im Praktikum fast den ganzen Tag im Lanor stehe. Fällt der Blutdruck bei längerem Stehen im Vergleich zum Sitzen oder steigt er?
von Lorelai am 23.09.2004 17:47

Experten-Antwort:

Normalerweise sind die Unterschiede des Blutdrucks im Liegen, Sitzen und Stehen sehr gering. Bei Übergang vom Liegen bzw. Sitzen zum Stehen tendiert der obere (systolische) Wert gering (d.h. allenfalls 2 – 5 mmHg) nach unten und der untere (diastolische) Wert gering nach oben.
Bei bestimmten Krankheiten, Einnahme bestimmter Medikamente, häufig auch im höheren Alter, fällt der Blutdruck im Stehen deutlich ab. Rauchen ist der Gesundheit genau so schädlich wie hoher Blutdruck!

Hoher Blöutdruck bei der Blutspende

Frage:

Ich bin 26 Jahre alt. Bei der Voruntersuchung zu einer Blutspende ist bei mir ein Blutdruck von 150/80 mmHg gemesen worden. Muß ich mir Sorgen machen? Ich muss dazu sagen, dass ich in den Tagen vorher mich körperlich sehr verausgabt habe. Und aufgrund der dadurch enstandenen Müdigkeit am Tag der Untersuchung relativ viel Kaffee getrunken habe. Geraucht habe ich auch nicht wenig. Kann es an den v. g. Tatsachen liegen?
von Marten78 am 20.09.2004 18:32

Experten-Antwort:

Ein Bluthochdruck kann erst festgestellt werden, wenn der Blutdruck bei wiederholten Messungen zu verschiedenen Zeitpunkten in körperlicher und seelischer Ruhe gemessen wird und dauerhaft erhöht ist. Bei einer Messung vor einer Blutspende sind die meisten Menschen aufgeregt oder angespannt.
Lassen Sie den Blutdruck zunächst mehrfach in völliger Ruhe messen. Sehr wahrscheinlich ist Ihr Blutdruck völlig normal.Rauchen ist der Gesundheit genau so schädlich wie hoher Blutdruck!

Habe ich einen erhöhten Blutdruck?

Frage:

Ich bin 27, Nichtraucherin, Alkohol selten und wenig, 165cm, 62kg. Beim einem Arztbesuch wurde mir ein hoher Blutdruck gemessen (140/110 mmHg). Ich war aber im Stress und nervös, der Arzt hatte auch keine Folgen davon geführt. Ich weiss auch, dass eine einmalige Messung keine aussagekräftigen Werte ergibt. Deshalb habe ich mir ein Blutdruckmessgerät gekauft, um zu Hause die Werte zu checken. Ich messe jetzt selbst regelmässig morgens und abends. Mein Blutdruck liegt morgens durchschnitlich bei 120/86, abends bei 125/92 mmHg. Der Puls ist abends OK (zwischen 60-80), aber morgens oft erhöht (85). Soll ich mir Sorgen um meine erhöhte diastolische Werte machen? Ich nehme hormonale Kontrazeptiva (Femovan), Soll ich sie aussetzen?
von Leonie am 15.09.2004 12:40
Experten-Antwort:

Aufgrund der Eigenmessungen ist der obere (systolische) Wert völlig normal, der untere (diastolische) Blutdruck gering erhöht. Wichtig ist aber bei der Beurteilung der mittlere arterielle Blutdruck, der in Ihrem Fall mit 100 mmHg noch normal ist.
Sie sollten halbjährlich durch 2 – 3-wöchige Eigenmessungen überprüfen, ob der Blutdruck weiterhin im genannten Bereich liegt. Falls er ansteigt, ist es sicher gut, wenn Sie auf die hormonale Kontrazeption für 4 – 6 Monate verzichten und überprüfen, ob der Blutdruck wieder normal wird. Dadurch können Sie erkennen, ob die Hormone für den erhöhten Blutdruck verantwortlich sind oder nicht.

Unterschiedliche Meßwerte im Sitzen und Liegen

Frage:

Ich bin 24 (weiblich)und messe mit einem Gerät für das Handgelenk im Sitzen systolische Werte von 123-136 mmHg und diastolische Werte von 87-98 mmHg. In der Rückenlage bewegen sich die Werte jedoch nur noch zwischen 105-115 mmHg systolisch und 72-84 mmHg diastolisch. Dazu habe ich fast immer einen hohen Puls von 90-120 in Ruhe und es begleitet mich ständig besonders morgens und vormittags innere Unruhe.

1. Wie erklären sich die unterschiedlichen Werte im Sitzen und Liegen und was haben sie zu bedeuten?

2. Wie kann der Puls langfristig nichtmedikamentös gesenkt werden?
(Entspannungstechniken haben bisher nicht viel gebracht.)
von Zidi am 07.07.2004 09:54

Experten-Antwort:

1. Bei der Blutdruckmessung muss sich die Messstelle – in Ihrem Fall das Handgelenk – in Herzhöhe befinden. Bei der Messung unterhalb der Herzhöhe wird ein zu hoher, oberhalb ein zu niedriger Blutdruck gemessen. Eine Höhendifferenz bzw. eine Abweichung von der Herzhöhe von nur 10 cm verursacht einen Unterschied von 7,6 mmHg. Die einfachste Erklärung für Ihre Beobachtung ist, dass sich Ihr Handgelenk bei der Messung im Sitzen unterhalb und/oder im Liegen oberhalb der Herzhöhe befindet. Machen Sie einen Selbstversuch durch eine absichtlich fehlerhafte Bestimmung: Messen Sie mehrmals hintereinander einmal am hoch zur Decke gestreckten und dann am herunterhängenden Arm. Sie werden den Unterschied deutlich sehen. Bei richtiger Messung sind die Werte im Liegen und Sitzen gleich, so dass sich eine Messung im Liegen erübrigt.
2. In körperlicher und seelischer Ruhe ist ein Puls zwischen 60 und 100/min normal. Während seelischer und emotionaler Belastungen (z.B. Unruhe) steigt der Puls – das ist normal. Bei körperlich inaktiven und untrainierten Personen ist der Puls höher. Durch regelmäßige körperliche und sportliche Aktivitäten kommt es zu einer Senkung des Pulses in Ruhe. Entspannungstechniken bringen – wie Sie selbst beobachtet haben – keinen Dauererfolg.

Normalwert bei Selbstmeesung

Frage:

Ich bin 57 Jahre alt und habe seit einiger Zeit Blutdruckprobleme. Er ist oftmals etwas zu hoch und schwankt sehr. Hatte in der letzten Zeit privaten Stress, der sich jetzt langsam abbaut. Sind die Symtome gefährlich? Sollte ich einen Arzt aufsuchen?
von kari am 27.06.2004 12:26

Experten-Antwort:

Aufgrund Ihrer Frage gehe ich davon aus, dass Sie den Blutdruck selbst messen und dass Sie keine Zuckerkrankheit und keine Nierenerkrankung haben (sonst würden Sie ja in ärztlicher Behandlung sein).
Sie sollten Ihren Blutdruck in körperlicher und seelischer Ruhe zweimal morgens und abends zu den gleichen Zeitpunkten messen und notieren. Der Blutdruck ist erhöht, wenn der Mittelwert dieser Messungen 135/85 mmHg oder höher ist. Dann müssen Sie einen Arzt aufsuchen. Wenn der Mittelwert unter 135/85 mmHg liegt, ist Ihr Blutdruck normal. Einzelne Werte können diese Grenze überschreiten. In Stressphasen kann der Blutdruck erhöht sein

Hoher diastolischer, normaler systolischer Blutdruck

Frage:

Meine Frau (49, Gewicht ok, kein Alkohol, Nichtraucherin).) hat stark schwankende diastolische Blutdruckwerte zwischen 80 bis 125. Weil der systolische Wert immer normal ist und unter 140 mmHg liegt, ist die Differenz zwischen oberem und unterem Wert oft kleiner als 20, z.B. 128/116 bei Puls 88 oder 120/98 bei Puls 110). Auch der Puls schwankt zwischen 70 und 120 und ist meist umgekehrt zum diastolischen Wert.
Die Schwankungen sind nicht zurückzuführen auf körperliche Anstrengungen oder Stresssituationen, eher kann ein Einfluss der Wetterlage bestehen.
Der Arzt wollte einen Betablocker verordnen, der aber auch den normalen systolischen Wert senkt. Ferner hat sich sofort ihre Schuppenflechte stark bemerkbar gemacht.
Welche Gründe gibt es für den relativ hohen und schwankenen diastolischen Blutdruck?
von Freddie Wagner am 24.06.2004 10:11

Experten-Antwort:

1. Da Ihre Frau den Blutdruck immer in körperlicher und seelischer Ruhe misst und nur die diastolischen, nicht aber die systolischen Werte stark schwanken, kann es sich nur um ein messtechnisches Problem handeln. Ihre Frau sollte den Blutdruck versuchsweise zunächst am anderen Arm, dann mit einem anderen Gerät messen. Bei einem derartigen technischen Problem kann auch evtl. eine Messung bei höherem Puls, z.B. nach 10 – 15 anstrengenden Kniebeugen zu niedrigerem diastolischen Blutdruck führen. Sie selbst haben ja bereits die Beobachtung gemacht, dass der diastolische Blutdruck sich umgekehrt zum Puls verhält.
Diese Empfehlung ist eine Ausnahme für Ihren besnderen Fall! Denn normalerweise sollte man immer in körperlicher Ruhe messen, weil sonst der Blutdruck ansteigt, und zwar nur der diastolische und der systolische.
2. Es ist aber nicht sicher, ob diese Maßnahmen das messtechnische Problem lösen. Man kann aber auch so sagen, dass der diastolische Blutdruck mit sehr, sehr großer Wahrscheinlichkeit bei Ihrer Frau völlig normal ist und dass Sie keine Behandlung benötigt Beweisen kann man das nur dadruch, dass man den Blutdruck Ihrer Frau direkt in den Arterien misst. Das ist aufwändig und bei Ihrer Frau nicht erforderlich.
3. Ihre Beobachtung ist richtig: Betablocker können eine Schuppenflechte verstärken und sollten deshalb bei dieser Erkrankung nicht verordnet werden

Geräte zur Blutdruckmessung

Frage:

Welche Messmethode ist die bessere?
1. Analoge Handgeräte mit Manometer
2. Digitale Vollautomaten
3. Analoggeräte mit Digitaltechnik (z.B.: BOSO-privat Automatic)
von Blutdruckgeräte am 12.06.2004 14:10

Interessant:  Verstauchungen, Zerrungen und Prellungen

Experten-Antwort:

1. Grundsätzlich sind Messungen am Oberarm mit einer Manschette besser als Messungen am Handgelenk. Zwar bevorzugen Patienten die bequemeren und kleineren Handgelenksgeräte, doch sind die Fehlermöglichkeiten bei der Handhabung größer und die Messgenauigkeit ist schlechter. Die Stiftung Warentest (test 12/2001) hat 4 Oberarmgeräte und 17 Handgelenksgeräte getestet. Alle vier Oberarmgeräte lagen unter den besten sieben Geräten, ab Platz 8 kamen nur noch Handgelenksgeräte.
2. Darüber hinaus ist es nicht möglich, verschiedene Typen von Blutdruckmessgeräten grundsätzlich zu bewerten. Bei jedem Gerätetypus kommt es auf die Art der Technik, die Güte bei der Umsetzung der technischen Ideen und auf Merkmale einer einfachen und sicheren Handhabung an.

Blutdrucksteigerung beim Aufstehen

Frage:

Es kommt bei mir häufig zu einem Blutdruckanstieg auf 150/100 mmHg oder ähnlich, wenn ich aus sitzender oder liegender Haltung aufstehe. Normalerweise kommt es in einer solchen Situation ja doch eher zu einer Hypotonie?
von onj1964 am 06.06.2004 09:33

Experten-Antwort:

Wenn der Blutdruck im Stehen unterhalb der Herzhöhe gemessen wird, kommt es zu erhöhten Werten. Eine Abweichung von 10 cm verursacht bereits eine Änderung des Blutdrucks um 7,6 mmHg. Natürlich tritt eine vergleichbare Änderung auf, wenn der Blutdruck im Liegen bzw. Sitzen oberhalb, nach dem Aufstehen dann korrekt in Herzhöhe gemessen wird.
Wenn der Blutdruck beim Aufstehen aus dem Liegen oder Sitzen korrekt gemessen wird, beobachtet man in der Regel einen Abfall der systolischen und einen Anstieg der diastolischen Werte, die aber gering, maximal 10 – 15 mmHg ist.

Blutdruck bei Bauchschmerzen

Frage:

Ich habe in einem Artikel gelesen, dass man, wenn Kinder anhalten und regelmäßig über Bauchschmerzen klagen, den Blutdruck messen soll. Meine 4jährige Tochter klagt regelmäßig über Bauchschmerzen. Unser Kinderarzt hat bislang aber keine Ursache hierfür gefunden. Meine Frage ist nun: wie hoch oder niedrig ist in der Regel der Blutdruck eines 4 jährigen Kindes und welcher Zusammenhang besteht bei Kindern zwischen Bauchschmerzen und Blutdruck?
von Daddy am 18.05.2004 08:26

Experten-Antwort:

Bei Kleinkindern schwankt der normale Blutdruck zwischen etwa 70 – 110/50 – 70 mmHg, im Mittel liegt er bei etwa 90/60 mmHg.
Der Blutdruck muss in körperlicher und seelischer Ruhe bei Wohlbefinden gemessen werden. Eine Blutdruckmessung bei Schmerzen ist sinnlos, weil er dann immer zu hoch ist. Derartige Blutdruckanstiege sind natürlich und nicht krankhaft.

Angst beim Blutdruckmessen

Frage:

Seit meiner Kur vor 4 Jahren habe ich entsetzliche Angst beim Blutdruckmessen. Bei der Selbstmessung geht mein Puls um 20 -30 Schläge hoch. Ich habe vor dem Arztbesuch unter Herzklopfen Werte von 132/87 und 144/91 gemessen. Beim Arzt hatte ich aber 180/110. Er hat eine Langzeitmessung angeordnet und in der Nacht davor hatte ích panische Angst und bei der Selbstmessung sogar 160/104. Während der Langzeitmessung habe ich mich versucht zu entspannen, aber es wurde eher schlimmer und ich habe das Gerät am Nachmittag abgemacht, . Nun habe ich Angst, wieder zum Arzt zu gehen, weil der mir meine übertriebene Aufregung nicht glaubt und vielleicht unnötigerweise Medikamente verordnet. Ich habe normal keine Symptome, nur nachts öfter mal Herzklopfen, aber meine Frauenärztin sagte, das sei in den Wechseljahren normal!
Wie bekomme ich annähernd meine richtigen Werte, wenn schon das Anlegen der Manschette mein Herz zum Rasen bringt? Haben andere auch solche Probleme?
von Angsthase am 08.05.2004 14:21

Experten-Antwort:

Erhöhte Blutdruckwerte durch Aufregung oder Angst sind normal und müssen nicht behandelt werden. Deshalb muss der Blutdruck in körperlicher Ruhe und bei seelischer Entspannung gemessen werden. Weil Sie sich nicht entspannen können, sind Sie für die Selbstmessung nicht geeignet und auch beim Arzt sind die Werte infolge Angst und Aufregung zu hoch. Bei solchen Personen führt in der Regel die Blutdrucklangzeitmessung zum Ziel. Doch auch diese Methode ist bei Ihnen nicht möglich, was selten ist.
Eine Möglichkeit ist, den Blutdruck im Schlaf zu messen, doch gehe ich davon aus, dass Sie mit dem Gerät nicht schlafen können. Dann bleibt theoretisch nur übrig, Sie mit Medikamenten in einen Schlaf ähnlichen Zustand bzw. in Narkose zu setzen, was allein zur Blutdruckmessung nicht gerechtfertigt ist und was man nicht verantworten kann (Falls eine Operation einmal nötig werden sollte, sprechen Sie mit den Narkoseärzten über Ihr Problem und bitten Sie um eine sorgfältige Blutdruckmessung während der Narkose!). In Ihrem Fall gibt es keine vernünftige, praktikable Methode, um den Blutdruck richtig zu messen.
Deshalb kann man bei Ihnen nur nach Anzeichen eines erhöhten Blutdruck suchen: Wenn des Herz nicht vergrößert ist (EKG und Echokardiographie) und die Nieren normal sind (Nierenwerte im Blut und Urin normal), dann brauchen Sie keine Blutdruck senkenden Medikamente.

Wie kommt das Blut zum Herzen zurück?

Frage:

Durch welche Kraft gelangt das Blut aus den Kapillaren zurück zum Herzen?
von harry am 05.05.2004 18:41

Experten-Antwort:

Im den venösen Blutgefäßen, in denen das Blut zum Herzen zurück fließt, ist der „Blutdruck“ – im Vergleich zum arteriellen System , in dem normalerweise ein Blutdruck von 120 bis 140 mmHg gemessen wird – mit 0 bis 10 mmHg sehr niedrig. In den kleinen und kleinsten Venolen wird das Blut deshalb durch den umgebenden Gewebsdruck zum Herzen hin gepresst. Sehr wichtig ist die „Muskelpumpe“: wenn die Muskeln sich zusammenziehen (kontrahieren), pressen sie die Venen aus. Dabei sorgen Venenklappen dafür, dass das Blut nur in eine Richtung, nämlich zum Herzen hin fließen kann. Zusätzlich entsteht bei der Einatmung in den großen Venen im Brustkorb teilweise sogar ein Unterdruck, so dass das Blut angesaugt wird.
Wenn die Muskelpumpe, z.B. bei Immobilisation, bei Bettlägerigkeit, bei langen Autofahrten oder Flugreisen nicht aktiviert wird, droht deshalb ein Blutstau in den Venen mit Schellungen und Thrombosen. Die gleiche Gefahr besteht, wenn die Venenklappen nicht intakt sind. Man sollte deshalb immer dann, wenn man lange sitzt, Füße und Beine bewegen. Kompressionsstrümpfe erhöhen den Gewebsdruck und werden bei Venenleiden verordnet.

Normalwert des diastolischen Blutdrucks

Frage:

In welchem Bereich liegen die diastolischen Werte des normalen Menschen?
Was kann man durch persönliches Verhalten tun, wenn die Meßwerte darüber oder darunter liegen?
Wann ist ein Arzt zu konsultieren?
von Itsche am 28.04.2004 15:16

Experten-Antwort:

Der diastolische (untere) Wert des Blutdrucks sollte bei Messungen in der Praxis unter 90 mmHg, bei Selbstmessungen unter 85 mmHg und bei der Blutdrucklangzeitmessung über 24 Stunden im Mittel unter 80 mmHg liegen.
Wenn die Werte über den genannten Grenzen liegen, sollte auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden.
Bei erhöhten Werten führen Gewichtsabnahme bei Übergewicht, Verzicht auf hohen Alkoholkonsum (absolute Alkoholkarenz wird nicht gefordert), körperliche Betätigung, kochsalzarme und fettarme Kost sowie eine Diät mit viel Früchten und Gemüse zu einer Senkung.
In der Regel ist es für Herz, Gefäße, Gehirn und Nieren langfristig vorteilhaft, wenn die diastolischen Werte niedrig sind. Davon gibt es zwei Ausnahmen: bei einem Unterdruck (Hypotonie) sind der systolische (obere) und der untere Blutdruckwert sehr niedrig und es bestehen entsprechende Beschwerden (z.B. Müdigkeit, Schwindel, Ohnmachtsanfälle). Bei einer isolierten systolischen Hypertonie – vor allem im höheren Alter – ist der obere Wert erhöht und gleichzeitig der untere Wert normal oder sogar erniedrigt. Es muss dann eine Blutdruck senkende Behandlung erfolgen, obwohl der diastolische Wert garnicht erhöht ist. Eine isolierte systolische Hypertonie kann in seltenen Fällen auch einmal in jüngeren Jahren bei bestimmten Herz- und Gefäßerkrankungen vorkommen und verlangt dann nach einer gründlichen ärztlichen Untersuchung.

Bluthochdruck nur morgens

Frage:

Mein Blutdruck ist morgens deutlich erhöht (oft 150/100), hingegen abends meist niedrig (115/75). Was ist davon zu halten?
von Theo am 21.04.2004 13:21

Experten-Antwort:

Der Blutdruck folgt im Verlauf des Tages einem bestimmten Rhythmus: Am Morgen zwischen 5 und 7 Uhr steigt er stark an und bleibt im Verlauf des Vormittags hoch. Kurz nach Mittag sinkt er wieder für 1 – 2 Stunden, um dann bis zum Abend wieder anzusteigen. Am tiefsten ist der Blutdruck während des Schlafes mit Minimalwerten zwischen 1 und 4 Uhr morgens. Die gleiche Rhythmik gilt auch für Patienten mit erhöhtem Blutdruck, allerdings auf höherem Niveau. Hinzu kommt, dass viele Menschen morgens vor Arbeitsbeginn unter größerer, Blutdruck steigernder Anspannung stehen als nach getaner Arbeit am Abend.
Es ist also nicht ungewöhnlich, dass Sie morgens die höchsten Werte haben. Wichtig ist, ob der Mittelwert Ihres Blutdrucks über 24 Stunden normal oder erhöht ist. Das erkennt man am besten durch eine Blutdrucklangzeitmessung. Bei abendlichen, niedrigen Werten von 115/75 mmHg ist die Chance groß, dass Ihr Mittelwert normal ist.

Normaler Blutudruck: von der Geburt bis zum Schulalter

Frage:

Wie sind die Blutdruck- und Pulswerte bei Neugeborenen, Säuglingen und Kleinkindern?
von weby am 19.04.2004 20:10

Experten-Antwort:
Bei der Geburt liegt der Blutdruck im Mittel bei 70/30 mmHg und steigt dann zunächst relativ schnell (ca. 1 – 2 mmHg pro Tag in der ersten Lebenswoche, dann ca. 1 mmHg pro Woche bis zur 6. Woche), später immer langsamer bis ins Jugendalter an. Der Blutdruck korreliert besser mit der Körperlänge als mit dem Alter. Umgekehrt ist der Puls bei der Geburt hoch (im Mittel 120 – 140/min) und fällt dann allmählich auf Werte zwischen 60 – 100/min bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ab. Die altersabhängigen Mittelwerte kann man so angeben:
Neugeborene: 70/30 mmHg, 140/min;
Säuglinge: 85/60 mmHg, 120/min;
Kleinkinder: 90/60 mmHg, 100 – 120/min;
Schulkinder: 100/60 mmHg; 80 – 100 mmHg.

Bluthochdruck mit 14

Frage:

Ist es normal, wenn ein 14-jähriges Mädchen einen Blutdruck von 142/83 hat? In welchem Zusammenhang steht dies mit einem Systolicum?
von Lady am 15.04.2004 20:22

Experten-Antwort:

Der Blutdruck ist bei Kindern und Jugendlichen nur selten erhöht und wird im Wachstumsalter anhand der Körpergröße beurteilt. Ab etwa dem 12. Lebensjahr und einer Körperlänge über 150 cm sollte der Blutdruck – wie bei Erwachsenen – nicht über 140/90 mmHg liegen. Allerdings erfolgt die Beurteilung des Blutdrucks nicht anhand einer einzelnen Messung, sondern nur anhand von mehrfachen Messungen an verschiedenen Tage, evtl. durch Verlaufskontrollen.
Wenn der genannte Blutdruck von 142/83 mmHg (oberer Wert leicht erhöht, unterer Wert normal) der Mittelwert von zahlreichen Messungen ist, sollte durch eine ärztliche Untersuchung, evtl. durch Blutdrucklangzeitmessung, geklärt werden, ob der Blutdruck wirklich dauerhaft erhöht ist und ob es eine mögliche Ursache, z.B. eine Nierenerkrankung, eine Hormonstörung oder eine Anomalie an den Blutgefäßen (Niere, Hauptschlagader) gibt.
Ein Systolikum im Kindesalter ist häufig funktionell und harmlos. Einen Zusammenhang von erhöhtem Blutdruck und Systolikum gibt es nur bei einer Verengung der Hauptschlagader (Aortenisthmusstenose). Ein erhöhter oberer bei normalem oder niedrigem unteren Wert gibt es bei seltenen Herz- und Gefäßfehlern, bei denen dann aber auch ein Diastolikum zu hören ist.

Welches Blutdruckmessgerät?

Frage:

Mich interessiert, welche Hersteller von Blutdruckmessgeräten Sie empfehlen. Auf was ist zu achten?
von Forumpseudonym am 06.04.2004 10:46
Experten-Antwort:

Grundsätzlich sind Messungen am Oberarm mit einer Manschette besser als Messungen am Handgelenk. Zwar bevorzugen Patienten die bequemeren und kleineren Handgelenksgeräte, doch sind die Fehlermöglichkeiten bei der Handhabung größer und die Messgenauigkeit ist schlechter.
Die Stiftung Warentest (test 12/2001) hat 4 Oberarmgeräte und 17 Handgelenksgeräte getestet. Alle Oberarmgeräte lagen unter den ersten sieben Geräten, ab Platz 8 kamen nur noch Handgelenksgeräte. Unter den vier Oberarmgeräten (boso medicus memory, Omron M5, beurer DC 55 und Visomat Comfort), die beim Test alle sehr ähnlich abgeschnitten haben, ist das Visomat comfort mit ca. 140 DM das preiswerteste und das beurer DC 55 mit ca. 195 DM das teuerste (Preise Stand Sept. 2001).

Blutdruckmessung am Handgelenk

Frage:

Ich habe ein Messgerät für das Handgelenk. Lt. Aussage meines Hausarztes sind die Messungen am Handgelenk in der Regel etwas höher als die am Oberarm. Daher gäbe es Bestrebungen, die 140/90 Regel für die Oberarmmessung entsprechend auf Handgelenkmessungen anzupassen. Wissen Sie etwas darüber?
von legolas’girl am 04.04.2004 22:06

Experten-Antwort:

Bei Blutdruckmessungen am Handgelenk gibt es mehr Fehlermöglichkeiten als bei der Messung am Oberarm. Es ist auch richtig, dass bei einzelnen Patienten die Werte am Oberarm schon einmal etwas höher sein können als am Handgelenk und umgekehrt. Insgesamt stimmen die Werte aber aufgrund von Vergleichen an einer großen Zahl von gesunden Personen und Patienten mit Bluthochdruck sehr gut überein. Es gibt keinerlei Bestrebungen, für die beiden Meßmethoden unterschiedliche Normalwerte festzulegen.
Es gibt aber sehr wohl einen Unterschied für Selbstmessungen durch den Patienten und für Messungen durch den Arzt bzw. seine Helfer in Klinik und Praxis: Bei Selbstmessung am Oberarm und am Handgelenk sind Werte ab 135/85 mmHg (nicht erst ab 140/90 mmHg) erhöht. Bei Messungen in Klinik und Praxis sind Werte dagegen erst Werte ab 140/90 mmHg erhöht.

Was sind Systole und Diastole?

Frage:

Was ist und was heisst die Abkürzung SYS und die Abkürzung DIA ?
von Lutschi am 15.03.2004 14:42

Experten-Antwort:

„SYS“ steht für systolisch, „DIA“ für diastolisch. Der Blutdruck wird durch zwei Zahlen, getrennt durch einen Querstrich, angegeben, z.B. 140/90 mmHg. Dabei bedeutet die erste, größere Zahl (hier 140) den systolischen, die zweite, kleinere Zahl (hier 90) den diastolischen Blutdruck. „mmHg“ gibt die Messeinheit an, d.h. bei einem Blutdruck von 140/90 vermag der systolische Druck eine Quecksilbersäule 140 mm, der diastolische 90 mm nach oben zu drücken.
Der systolische Druck ist der maximale Druck, der entsteht, wenn sich das Herz während der Pumpphase (= Systole) zusammenzieht (kontrahiert). Der diastolische Druck besteht in der Phase, wenn das Herz erschlafft und sich wieder mit Blut füllt (Diastole).

Selbstmessung höher als Arztmessung

Frage:

Ich benutze ein Oberarmgerät (Visomat) und erhalte reproduzierbare und plausible Resultate. Bei meinem Arzt wird mit Hörrohr (Stethoskop) gemessen.
Aber: Der systolische Druck ist bei mir etwa 145, beim Arzt 120. Auch der diastolsche Druck ist bei mir immer niedriger.
Sind solche systematischen Abweichungen verschiedener Messmethoden bekannt? Welche Werte sind “richtig” ? Kann man die Unterschiede einfach auf sich beruhen lassen?
von careno am 10.03.2004 11:14

Experten-Antwort:

Blutdruckmessungen durch den Arzt oder eine Helferin in der Praxis sind im Mittel etwa 5 mmHg höher als Selbstmessungen durch den Patienten. Die Grenze für erhöhten Blutdruck beträgt deshalb bei Messungen in der Praxis 140/90 mmHg, bei Selbstmessungen 135/85 mmHg.
Ihre gegenteilige Beobachtung, nämlich dass die Arztmessungen reproduzierbar niedriger ausfallen als ihre Eigenmessungen, ist also ungewöhnlich. Es gibt mehrere Erklärungen: eines der beiden Geräte ist defekt, die Meßmethoden sind nicht korrekt (z.B. Ruhe vor der Messung, Armhaltung, Luftablassgeschwindigkeit usw.), sie sind zu Hause seelisch oder körperlich belasteter als beim Arzt (in der Regel umgekehrt), bei einer Blutdruckdifferenz zwischen rechtem und linken Arm messen Sie und Ihr Arzt an unterschiedlichen Armen usw. usw.
Nach Rücksprache könnte Ihr Arzt folgendermaßen vorgehen:
1. Während der Eigenmessung setzt der Arzt (oder seine Helferin) sein Hörrohr unterhalb der Visomat-Manschette an und Sie vergleichen die Werte. Bei Unterschieden von mehr als 3 – 5 mmHg sollte der Vorgang im Abstand von ca. 2 Minuten mehrmals wiederholt werden, um die Differenzen zu verifizieren. Bei diesem Vorgehen kann der Arzt auch überprüfen, ob Sie bei der Messung alles richtig machen.
2. Gleichzeitig messen Sie mit Ihrem Gerät am rechten, der Arzt mit seinem Gerät am linken Arm, anschließend umgekehrt, auch dies evtl. wiederholt.
Wenn bei diesen Versuchen keine Unterschiede bestehen, sind Geräte und Meßmethoden in Ordnung und sie haben auch keine Blutdruckdifferenz zwischen rechtem und linkem Arm.
In diesem Fall sollte eine Blutdrucklangzeitmessung gemacht werden. Wenn die Werte bei den Eigenmessungen und der Langzeitmessung höher sind als beim Arzt, besteht eine so genannte “Praxisnormotonie bei sonst erhöhten Werten” bzw. “Arbeitsplatzhypertonie”, die wie jede andere Hypertonie behandelt werden sollte.

Blutdruck und körperliche Belastung

Frage:

Kann es sein, dass nach Beendigung einer maximalen Belastung der systoliche Wert noch kurzzeitig ansteigt?
von Jui am 25.02.2004 13:54

Experten-Antwort:

Während zunehmender Belastung steigen systolischer Blutdruck und Puls kontinuierlich an. Bereits eine Minute nach Ende der Belastung sind Blutdruck und Puls schon wieder niedriger und gehen innerhalb von ca. 5 Minuten auf die Ausgangswerte vor Belastung zurück. Ihre Frage muss also verneint werden.
Allerdings bleibt unklar, was Sie unter „kurzzeitig“ meinen. Falls Sie eine entsprechende Beobachtung gemacht haben, kann ich mir nur folgendes vorstellen: Ein Blutdruck, der eine Minute vor Abbruch der Belastung gemessen wird, steigt natürlich noch weiter an und kann niedriger sein als eine Messung, die 15 Sekunden nach Abbruch erfolgt.

Normalwerte bei Selbstmessung

Frage:

Nachdem vor einem Jahr meine Blutdruckwerte bei einer Langzeitmessung grenzwertig hoch waren und ich Störungen im Urin hatte, nehme ich 1 mal täglich 5mg Enalapril (morgens). Bei Eigenmessungen liegen meine Werte nun meistens zwischen 120-140/70-90. Wobei die oberen Grenzen selten sind. Kann man dies als normal bezeichnen? Auch wenn die Werte ganz selten mal auf 160/95 hoch gehen?

Eine zweite Frage: Ich fahre viel Fahrrad. Nach dem Training ist mein Puls so um die 100 und wird manchmal erst nach 2 Stunden wieder kleiner auf ca. 80 oder weniger. Ist das normal ?
von Markus am 18.02.2004 09:16

Experten-Antwort:

Entscheidend für die Beurteilung der Behandlung sind nicht einzelne hohe oder niedrige Werte, sondern der Mittelwert aus möglichst vielen Messungen. Aufgrund Ihrer Angaben ist zu vermuten, dass der Mittelwert ihrer Eigenmessungen unter 135/85 mmHg liegt. In diesem Fall ist der Blutdruck gut und ausreichend eingestellt. Falls Sie aber eine Nierenerkrankung haben, sollte der Blutdruck bei Eigenmessungen möglichst unter 125/75 mmHg liegen. Einzelne Werte oberhalb dieser Grenzen, auch solche von 165/95 mmHg, sind in der Regel durch körperliche oder seelische Belastungen bedingt und bedürfen keiner zusätzlichen oder intensivierten Behandlung.
Bei körperlichen Belastungen steigen – in Abhängigkeit vom Ausmaß der Anstrengung – Blutdruck und Puls mehr oder weniger deutlich an. Allerdings sollten die Werte nach Belastungsende in Ruhe innerhalb von 5 – 10 Minuten wieder normal sein. Bei starken Belastungen oder schlechtem Trainings kann es länger dauern. Wenn Ihr Puls wirklich 2 Stunden hoch bleibt, sollten Sie sich von einem Arzt, evtl. Sportarzt untersuchen lassen.

Blutdruckmessung im Liegen

Frage:

Ich messe regelmäßig selbst am Oberarm den Blutdruck, da ich Medikamente gegen Hypertonie nehme. Die Blutdruckwerte differieren: Ist es ratsam, im Liegen den Blutdruck zu messen? Bei mir habe ich festgestellt, dass mein Blutdruck viel niedriger ist, wenn ich auf der rechten Seite liege und am linken Arm messe. Gibt es eine Erklärung dafür?
von Albrecht am 07.02.2004 00:07

Experten-Antwort:

Man kann den Blutdruck auch auf dem Rücken liegend an den am Körper anliegenden Oberarmen messen, doch hat es sich der Einfachheit halber eingebürgert, den Blutdruck im Sitzen zu bestimmen.
Weil der Oberarm bei der Messung in Herzhöhe sein muss, ist die Messung in Seitenlage problematisch. Denn in Rechtsseitenlage wird sich der rechte Arm etwas unterhalb, der linke etwas oberhalb der Herzhöhe befinden und umgekehrt bei Linksseitenlage. Bei der Messung unterhalb der Herzhöhe wird ein zu hoher, oberhalb ein zu niedriger Blutdruck gemessen. Eine Höhendifferenz von nur 10 cm verursacht einen Unterschied von 7,6 mmHg. Das ist die Erklärung für Ihre Beobachtung.
Machen Sie einen Selbstversuch: Messen Sie mehrmals hintereinander einmal am hoch zur Decke gestreckten und dann am herunterhängenden Arm. Sie werden den Unterschied deutlich sehen. Oder legen Sie sich auf die linke Seite und messen am rechten Arm.

Blutdruck bei Jugendlichen

Frage:

Wie hoch bzw. wie niedrig darf der Blutdruck eines/r 19-jährigen sein? Wie steht die Relation zu Gewicht und Größe?
von tami am 26.01.2004 20:33

Experten-Antwort:

1. Zu hoher Blutdruck:
Für Jugendliche ab etwa dem 14. Lebensjahr gelten die gleichen oberen Blutdruckgrenzwerte wie bei Erwachsenen:
Bei der Messung in der Arztpraxis oder im Krankenhaus sind Blutdruckwerte ab 140/90 mmHg, bei der Messung durch den Patienten selbst ab 135/85 mmHg erhöht. Entscheidend sind dabei nicht Einzelmessungen – die durchaus auch einmal erhöht sein können –, sondern die Mittelwerte von mehreren Messungen, bei Eigenmessungen z.B. die Mittelwerte von morgendlichen und abendlichen Messungen über zwei Wochen.
Bei der Blutdrucklangzeitmessung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät sind Mittelwerte über 24 Stunden, also während der Wach- und Schlafphase, über 130/80 mmHg, Mittelwerte während der Wachphase zwischen etwa 7 – 22 Uhr über 135/85 mmHg erhöht.
2. Zu niedriger Blutdruck:
Ein Blutdruck ist nicht ab einem bestimmen Wert zu niedrig bzw. krankhaft, sondern wenn er Beschwerden wie Müdigkeit, Leistungsabfall, Schwindel, Stürze, kurze Black-outs oder Bewusstlosigkeiten usw. verursacht.
3. Übergewicht kann hohen Blutdruck verursachen oder begünstigen. Für übergewichtige Personen gelten aber die gleichen, oben genannten Grenzwerte. Wenn der Oberarmumfang mehr als 34 cm ist, muss mit breiteren Blutdruckmanschetten gemessen werden. Die Körpergröße hat keinen Einfluss auf die Normal- und Grenzwerte des Blutdrucks.

Armhaltung bei der Blutdruckmessung am Handgelenk

Frage:

Es gibt verschiedene Messgeräte für Blutdruckmessungen am Handgelenk. Meine Ansicht ist, dass bei allen Geräten durch das Anpressen des Gerätes an den Bruskorb in Höhe des Herzens der Arm nicht angewinkelt werden darf, da sonst ein Blutstau in den Venen möglich ist und das Ergebnis verfälscht wird. Stimmt dies?
von Schnauzer am 17.01.2004 11:21
Experten-Antwort:

Bei der Blutdruckmessung am Handgelenk muss das Handgelenk sehr sorgfältig in Herzhöhe gehalten werden. Durch Abweichungen von 10 cm kommt es schon zu Fehlmessungen um 7,6 mmHg. Da dies die mit Abstand wichtigste Fehlerquelle bei der Blutdruckmessung am Handgelenk ist, empfehlen alle Beschreibungen, die Hand in Höhe des Herzens an den Brustkorb zu legen. Wichtig ist aber, dass Arm und Hand bei der Messung locker und entspannt sind, auf gar keinen Fall sollen sie mit Kraft oder Anstrengung an die Brust gepresst werden.
Ein Blutstau entsteht durch die Beugung im Ellenbogengelenk während der Messung nicht. Sie haben vielleicht schon selbst beobachtet: selbst wenn man längere Zeit mit abgewinkelten Armen arbeitet (z.B. Büro- oder Hausarbeit), entsteht keine Stauung. Wenn aber die Arme gerade herunterhängen (z.B. bei langen Wanderungen), schwellen die Finger an.
Selbstverständlich kann die Blutdruckmessung am Handgelenk auch bei gestrecktem oder leicht gebeugtem Arm erfolgen. Voraussetzung ist aber, dass das Handgelenk sich in Herzhöhe befindet (z.B. auf einer entsprechend hohen Unterlage auf dem Tisch).

Hochdruck am Morgen

Frage:

Ich bin 70 Jahre alt, normalgewichtig und Nichtraucher. Täglich laufe ich 2 Stunden und gehe in der Woche auch einmal schwimmen(1ooo m). Tagsüber ist mein Blutdruck normal -130/80 -. Abends mit Beginn der Bettruhe 23 Uhr beträgt er noch 120/80. Tagsüber habe ich keine Beschwerden. Früh beim Aufstehen gegen 6-7 Uhr ist der Blutdruck jedoch sehr hoch -160/103 bzw. 164/99-. Nach einer halben Stunde geht er auf 143/96 zurück. Weitere 2 Std. später ist er den ganzen Tag wieder normal ohne Beschwerden. Ich nehme früh 1xVesdil 5 plus und gegen Abend 1 x Micardis 40 mg. Meine Frage ist, was kann die Ursache für den Bluthochdruck in der Nacht sein und was muß ich vielleicht bei meinem Tagesablauf ändern.
von Schütze am 11.01.2004 13:36
Experten-Antwort:

Der Blutdruck folgt im Verlauf des Tages einem bestimmten Rhythmus: Am Morgen zwischen 5 und 7 Uhr steigt er stark an und bleibt im Verlauf des Vormittags hoch. Kurz nach Mittag sinkt er wieder für 1 – 2 Stunden, um dann bis zum Abend wieder anzusteigen. Am tiefsten ist der Blutdruck während des Schlafes mit Minimalwerten zwischen 1 und 4 Uhr. Die gleiche Rhythmik gilt auch für Patienten mit erhöhtem Blutdruck, allerdings auf höherem Niveau. Durch Blutdruck senkende Medikamente kann diese Rhythmik verändert werden.
Es ist also nicht ungewöhnlich, dass Sie am frühen Morgen die höchsten Werte haben. Wichtig ist, ob der Mittelwert Ihres Blutdrucks über 24 Stunden normal oder erhöht ist. Das erkennt man am besten durch eine Blutdrucklangzeitmessung. Wenn Ihr Blutdruck nur am frühen Morgen erhöht ist, könnten Sie in Absprache mit Ihrem Arzt evtl. beide Medikamente versuchsweise am Abend einnehmen.

Abstand zwischen zwei Blutdruckmessungen

Frage:

Ich habe gelesen, dass zwischen 2 Blutdruckmessungen mindestens 5 Minuten vergehen müssen.
a) Gilt das auch für Geräte mit Oberarmmanschette?
b) Gilt das auch, wenn man direkt hintereinander einmal am linken und dann am rechten Arm misst?
von Bieling am 08.01.2004 18:33
Experten-Antwort:

Der Abstand zwischen dem Ende einer Messung und dem Beginn der folgenden Messung am gleichen Arm sollte mindestens zwei Minuten betragen. Das gilt für Geräte mit Oberarmmanschette, weil während bestimmter Druckphasen in der Manschette noch Blut durch die Arterien in den Arm, aber nicht mehr durch die Venen zurück in den Körper fließt. Dadurch sammelt sich Blut in den Gefäßen und Wasser im Gewebe an, was den Blutdruck verfälschen kann. Diese Erklärung verdeutlicht, dass man am rechten und linken Arm direkt hintereinander messen kann.

Seitendifferenz linker – rechter Arm

Frage:

Bei Blutdruckmessungen fallen mir häufiger Differenzen von 10 -20 mmHg systolisch zwischen linkem und rechtem Oberarm auf (rechts höher, Rechtshänder). An welchem Arm sollte generell gemessen werden und wann ist die Differenz bedenklich?
von percy athlon am 05.01.2004 00:37
Experten-Antwort:

Bei der ersten Messung soll der Blutdruck immer an beiden Armen bestimmt werden. Ergeben sich keine Unterschiede, können weitere Blutdruckmessungen am rechten oder linken Arm – unabhängig von der Händigkeit – erfolgen. Bei der Selbstmessung bevorzugen Rechtshänder den linken, Linkshänder den rechten Arm.
Bei manchen Personen ist der Blutdruck bei der ersten Messung am höchsten und fällt dann mehr oder weniger langsam ab. Deshalb ist der Blutdruck bei der zweiten Messung – am gleichen oder am anderen Arm – niedriger als bei der ersten. Wer die Messung immer am gleichen Arm beginnt und dann am anderen Arm überprüft, wird so einen Unterschied beobachten. Diese „vermeintliche“ Seitendifferenz verschwindet, wenn man wiederholt im Abstand von etwa 2 Minuten abwechselnd am rechten und linken Arm den Blutdruck misst, bis er an beiden Armen gleicht bleibt und nicht mehr weiter abfällt. In der Regel besteht dann kein Unterschied zwischen rechts und links mehr. Ergibt sich bei diesem Vorgehen eine konstante Seitendifferenz, sollte im weiteren der Blutdruck immer am Arm mit dem höheren Blutdruck gemessen werden.
Bei einer konstanten Seitendifferenz des oberen (systolischen) Wertes von mehr als 15 mmHg und/oder des unteren (diastolischen) Wertes von mehr als 10 mmHg kann eine harmlose, evtl. aber auch ernsthafte Anomalie (Verengung) der Blutgefäße auf der Seite mit dem niedrigeren Blutdruck vorliegen. Deshalb sollte eine Untersuchung bei einem Facharzt, am besten einem Angiologen, erfolgen.

Normalwerte des Blutdrucks

Frage:

Ab wann spricht man eigentlich von erhöhtem Blutdruck und ab welchem Wert kommt eine medikamentöse Behandlung in Betracht?
von Tschatrika am 02.01.2004 09:28
Experten-Antwort:

1. Bei der Messung in der Arztpraxis oder im Krankenhaus sind Blutdruckwerte ab 140/90 mmHg, bei der Messung durch den Patienten selbst ab 135/85 mmHg erhöht. Entscheidend sind dabei nicht Einzelmessungen – die durchaus auch einmal erhöht sein können –, sondern die Mittelwerte von mehreren Messungen, bei Eigenmessungen z.B. die Mittelwerte von morgendlichen und abendlichen Messungen über zwei Wochen.
2. Bei der Blutdrucklangzeitmessung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät sind Mittelwerte über 24 Stunden, also während der Wach- und Schlafphase, über 130/80 mmHg, Mittelwerte während der Wachphase zwischen etwa 7 – 22 Uhr über 135/85 mmHg erhöht.
Wenn die vor genannten Werte erreicht oder überschritten werden, sollte der Blutdruck behandelt werden. Ein leicht erhöhter Blutdruck wird nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation und der Internationalen Gesellschaft für Hypertonie für 3 – 12 Monate mit Allgemeinmaßnahmen behandelt. Dazu zählen Gewichtsabnahme bei Übergewicht, Verzicht auf Rauchen und hohen Alkoholkonsum (absolute Alkoholkarenz wird nicht gefordert), körperliche Betätigung, kochsalzarme und fettarme Kost sowie eine Diät mit viel Früchten und Gemüse. Blutdruck senkende Medikamente werden sofort verordnet, wenn der Blutdruck deutlich erhöht ist, und wenn die vor genannten Maßnahmen den Blutdruck innerhalb von 3 – 12 Monaten nicht normalisieren.

Blutdruckschwankungen

Frage:

Ich habe nach der Geburt meiner Tochter seit ca. 2 Jahren Blutdruckschwankungen, anfangs einmal in der Woche, seit 4 Monaten täglich. Nach einer Blutdrucklangzeitmessung beträgt der Mittelwert 134/77 mmHg. Allerdings sind die Maximalwerte bei 160/104 und über den ganzen Tag verteilt, auch nachts. Ich werde davon wach, sie dauern 2 Minuten und der Blutdruck ist wieder ganz normal. Ausgeschlossen wurden Verkalkung und hormonelle Ursachen. Ich bin von Betablocken auf homöpathische Mittel (Hormoviotonsin) umgestiegen, fühle mich aber trotzdem sehr unwohl bei diesen Spitzen.
von cde am 20.12.2003 14:41
Experten-Antwort:

Der Blutdruck ist nicht konstant, sondern schwankt in Abhängigkeit von seelischen und körperlichen Belastungen, auch vom Temperament des einzelnen teils mehr oder weniger deutlich. Schmerzen, aber auch Aufregungen, Ärger, Angst, ja selbst angenehme Gefühle wie bei plötzlichen freudigen Ereignissen erhöhen den Blutdruck vorübergehend. Nach kurzer Zeit, d.h. innerhalb von 2 – 5 Minuten – wie sie ja selbst beobachtet haben – sinkt er wieder. Deshalb muss der Blutdruck in körperlicher und seelischer Ruhe gemessen werden. Diese Voraussetzung ist in der Regel nachts nach dem Aufwachen nicht gewährleistet, denn aus irgendeinem Grund ist man ja aufgewacht.
Wahrscheinlich haben Sie heute nicht mehr Blutdruckschwankungen als vor zwei Jahren: sie messen inzwischen nur viel häufiger und beobachten Blutdruckanstiege, die auch schon früher vorhanden waren und normal sind.
Der Blutdruck sollte bei der Langzeitmessung über 24 Stunden unter 130/80 mmHg, bei den Messungen am Tage unter 135/85 mmHg liegen. Wenn Sie bei den Messungen in der Nacht aufwachen, gelten nur die Tagewerte.
Ihr Langzeitwert von 134/77 mmHg ist für den unteren Wert auf jeden Fall normal. Der obere Wert ist ganz leicht erhöht, wenn es sich um den 24-Stunden-Wert bei gutem Schlaf handelt, dagegen normal, wenn es sich um den Tagesmittelwert handelt.
Sie sollten vorerst nur nicht-medikamentöse Allgemeinmaßnahmen anwenden (s. Kategorie Lebensführung – Hochdruckbehandlung ohne Medikamente) und den Blutdruck nur zweimal morgens und abends zu festen Zeitpunkten messen. Nach 6 – 12 Monaten sollte durch eine erneute Langzeitmessung festgestellt werden, ob ihr Blutdruck immer noch erhöht ist. Erst dann müssen Sie ein Blutdruck senkendes Medikament einnehmen.

Mittlerer arterieller Blutdruck: Grenzwerte

Frage:

Mich würde interessieren, wie hoch der Grenzwert des MAP – mittlerer arterieller Blutdruck – eigentlich ist.
Wie sich dieser Wert errechnet, weiss ich bereits. Nur den Grenzwert hätte ich gerne gewust.
von Scorpio am 10.12.2003 01:55
Experten-Antwort:

Der mittlere arterielle Druck (MAD = Diastolischer Druck + 1/3 (Systolischer Druck – Diastolischer Druck; identisch mit MAP = mean arterial pressure) ist möglicherweise wichtiger als die isolierte Betrachtung von systolischem oder diastolischem Blutdruck. Trotzdem hat er sich bis heute aus verschiedenen Gründen nicht als primäres Kriterium für die Beurteilung des Blutdrucks durchgesetzt.
Die Grenzwerte errechnen sich aus den heute gültigen Werten für erhöhten und behandlungsbedürftigen Blutdruck:
Konventionelle Messung:
140/90 mmHg = 107 mmHg
130/85 mmHg = 100 mmHg für Patienten mit Diabetes mellitus und Nierenerkrankungen.
Ambulante Blutdrucklangzeitmessung:
24-h-Mittelwert: 130/80 mmHg = 97 mmHg bzw. für Diabetiker und Nierenkranke 120/75 mmHg = 90 mmHg
Tagesmittelwert: 135/85 mmHg = 102 mmHg bzw. für Diabetiker und Nierenkranke 125/80 mmHg = 95 mmHg.

Diastolischer Bluthochdruck

Frage:

Ich bin 41 Jahre alt, rauche nur ab zu (auf Feten), trinke nicht, habe kein Übergewicht, jogge regelmäßig, ernähre mich gesund (schon wegen meiner Kinder) und bin mit meinem Leben zufrieden. Dennoch habe ich seit Frühjahr einen zu hohen unteren Wert (zwischen 95 und 105). Trotz Betablockern ist der nicht super. Außerdem merke ich inzwischen Nebenwirkungen (Atemnot, Husten). (Ein Nierenultraschall hat nichts ergeben). Was kann ich noch tun, da mir die Vorstellung, die nächsten 40 Jahre diese Tabletten zu nehmen, überhaupt nicht gefällt.
von Michaela am 01.12.2003 07:54
Experten-Antwort:

Es wird nicht gesagt, wie der obere (systolische) Blutdruckwert ist. Aufgrund der Frage unterstelle ich, dass er immer völlig normal ist, d.h. bei Arztmessungen unter 140, bei Selbstmessungen unter 135 mmHg liegt. Wenn diese Vermutung zutrifft, handelt es sich um die seltene Form einer „isolierten diastolischen Hypertonie“.
1. Wenn das Herz vergrößert ist, die Nieren oder die Gefäße am Augenhintergrund (Augenarzt) durch den Hochdruck geschädigt sind, muss eine – evtl. lebenslange – Behandlung des hohen Blutdrucks erfolgen. Es sei denn, man findet eine Hochdruckursache, die man beseitigen kann (z.B. Hormonstörung, Nierenarterienstenose, Verengung des Hauptschlagader).
2. Wenn Folgen des Hochdrucks an Herz, Nieren und Augen nicht nachweisbar sind, ist eine Beurteilung schwierig, weil es sich um einen Messfehler, d.h. um einen irrtümlich zu hoch gemessenen diastolischen Blutdruck handeln kann. Diese Möglichkeit wird umso wahrscheinlicher, je niedriger der obere und je höher der untere Wert ist, z.B. bei Blutdruckwerten von 120/100 mmHg. Folgende Möglichkeiten können eine Klärung geben:
a) Blutdruckmessungen an anderen Stellen (am anderen Arm, an den Beinen).
b) Blutdruckmessung bei erhöhter Herzfrequenz, z.B. direkt nach körperlicher Belastung wie z.B. 10 Kniebeugen.
c) direkte Blutdruckmessung in der Blutbahn, die allerdings aufwändig ist und bei einem Spezialisten gemacht werden kann.

Angst vor der Blutdruckselbstmessung

Frage:

Ich mache mich immer “verrückt“, wenn ich den Blutdruck messen muss. Der Puls ist dann immer über 100-120 hoch.
Ich nehme den Beta-Blocker “Concor 2,5 mg” und habe Blutdruckwerte von 148/85 – 146/90.
Ich denke ständig ans Messen. Das macht mich noch krank. Was soll ich tun? Ich muss ihn doch kontrollieren.
von Heidi am 25.11.2003 15:38
Experten-Antwort:

Die Selbstmessung des Blutdrucks soll den Patienten in die Behandlung einbinden, ihn beruhigen und ihm Sicherheit geben. Bei Ihnen ist das Gegenteil der Fall: Sie regen sich jedes Mal auf, weil Sie voller Angst und Spannung auf das Ergebnis warten. Bei der Blutdruckmessung muss man aber körperlich und seelisch ruhig und entspannt sein. Andernfalls ergeben sich zu hohe Werte, die natürlich sind und nicht behandelt werden müssen. Sie zählen deshalb zu der kleinen Gruppe von Patienten, die für die Selbstmessung des Blutdrucks nicht geeignet ist. Das liegt nicht an Ihrem Blutdruck, sondern an Ihrer Persönlichkeit, Ihrem Charakter und Temperament. Im übrigen ist die Selbstmessung keine unbedingte Notwendigkeit, sondern eine Ergänzung zur Überwachung des Blutdrucks.
Bei Ihnen sollte der Blutdruck in der Arztpraxis in einem ruhigen Zimmer mehrmals hintereinander – am besten automatisch – gemessen oder mittels Langzeitmessung gelegentlich überprüft werden. In sehr seltenen Fällen kommt es allerdings auch dabei zu überhöhten Werten. Den unschädlichen „Aufregungsblutdruck“ erkennt man daran, dass er schon viele Jahre besteht, aber keine Folgen an Herz, Nieren und Augen verursacht hat.

Wieviel Blutdruckmessungen vor Behandlung?

Frage:

Der Hausarzt stellte vor kurzem bei zwei Blutdruckmessungen Werte von 190/100 und 180/110 fest und verschrieb mir daraufhin Tabletten (Lisudura und Bisomerck). Bei der nächsten Messung nach 3 Tagen hatte ich einen Blutdruck von 140/80.
Nun fragte ich ihn, ob ich diese Tabletten immer nehmen müße. Aufgrund von zwei Messungen schien mir das doch zu voreilig. Er sagte mir, einen solchen Blutdruck bekommt nur jemand, der wirklich Probleme damit hat. Ein gesunder Mensch würde nie diese Werte erzielen. Ich solle diese Tabletten weiter nehmen.
Kann mir jemand einen Rat geben.
von Nobody am 04.11.2003 12:51
Experten-Antwort:

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat schon vor langer Zeit festgelegt: ein Bluthochdruck besteht erst dann, wenn der Blutdruck mindestens dreimal an zwei verschiedenen Tagen erhöht ist. Außerdem muss der Arzt bei einem zuvor unbekannten Patienten den Blutdruck beim ersten Mal an beiden Armen messen. Die Deutsche Hochdruckliga und die europäischen Gesellschaften für Hypertonie und Kardiologie empfehlen zusätzliche Messungen, evtl. auch Eigenmessungen des Patienten oder eine Langzeitmessung. Wiederholungsmessungen sind erforderlich, weil der Blutdruck stark schwankt und durch Aufregung vorübergehend erhöht sein kann.
Erst wenn die Werte bei wiederholten Messungen erhöht bleiben, besteht ein Bluthochdruck, der behandelt werden muss. Bei Patienten, deren oberer Wert zwischen 140 und 180 mmHg und / oder deren unterer Wert zwischen 90 – 110 mmHg liegt und die keine Herzkreislauf- oder Nierenerkrankungen und keine weiteren Risikofaktoren (z.B. keine Zuckerkrankheit, keine hohen Fettwerte im Blut, Nichtraucher, jünger als 55 (Männer) bzw. 65 (Frauen) Jahre sind), wird zunächst ohne Medikamente behandelt und versucht, mit Allgemeinmaßnahmen (Gewichtsabnahme, Verminderung des Alkoholkonsums, regelmäßige körperliche Betätigung, kochsalzarme Kost) den Blutdruck zu normalisieren. Erst wenn dies nach 3 – 12 Monaten nicht gelingt, werden Medikamente verordnet.

Normalwerte des Blutdrucks

Frage:

Ich bin weiblich, 43 Jahre, normalgewichtig. Es wurde bei mir eine art. Hypertonie diagnostiziert. Normale Blutdruckmeßung ergab 130/85, Belastungshochdruck bis 125 Watt BCI. Ich nehme daraufhin 1×1 Bisoprol 5. Ich gehe 5 x pro Woche 35 min joggen mit Pulsmeßuhr. Seit Einnahme der Tabletten bin ich völlig leistungsunfähig, habe Herzbeschwerden, Kopfschmerzen, Husten… Habe jetzt mit dem Rauchen aufgehört (10 Zig./Tag), was ich als Krankheitsursache vermute und möchte die Tabletten wieder absetzen. Was ist Ihre Meinung dazu ?
von uschm am 06.06.2003 15:15
Experten-Antwort:

Bei Ihnen stellt sich die Frage, ob Sie überhaupt einen Bluthochdruck haben. Was meinen Sie mit „normale Blutdruckmessung“?
1. Wenn der Blutdruck vom Arzt in der Arztpraxis oder im Krankenhaus gemessen wird, ist er ab 140/90 mmHg erhöht.
2. Wenn der Blutdruck selbst gemessen wird, ist er ab 135/85 mmHg erhöht.
3. Wenn der Blutdruck mittels Langzeitmessung über 24 Stunden mit einem tragbaren Gerät ermittelt wird, sind Mittelwerte über 24 Stunden, also während der Wach- und Schlafphase, über 130/80 mmHg, Mittelwerte während der Wachphase zwischen etwa 7 – 22 Uhr über 135/85 mmHg erhöht.
Selbst im ungünstigsten Fall (Mittelwert der 24-Stunden-Messung) haben Sie also mit einem Wert von 130/85 nur einen Blutdruck, dessen unterer Wert leicht erhöht ist. Der Belastungshochdruck ist zunächst nicht entscheidend.
Ein leicht erhöhter Blutdruck wird nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation und der Internationalen Gesellschaft für Hypertonie zunächst nicht mit Medikamenten, sondern für 6 – 12 Monate mit Allgemeinmaßnahmen behandelt. Sie tun schon viel: Sie sind nicht übergewichtig, Sie treiben Sport und haben mit dem Rauchen aufgehört. Folgendes könnten Sie noch tun: salzarme Kost einhalten, viel Obst und Gemüse essen, 2 – 3 mal pro Woche eine Fischmahlzeit einlegen und wenig Alkohol trinken. Medikamente erst einnehmen, wenn der Blutdruck nach 6 – 12 Monaten immer noch erhöht ist.

Blutdruckschwankungen

Frage:

Ich (22, weiblich, 173cm, Nicht-Raucher, trinke nicht, gesunde Ernährung) habe einen durchschnittlichen Blutdruck von 150/100 und bin durch Eltern vorbelastet.
Nach einiger Zeit des regelmäßigen Messens fiel mir auf, dass der Blutdruck in den Abendstunden rapide sinkt (115/73), sonst aber den ganzen Tag konstant hoch bleibt, völlig unabhängig von Gemütslage oder Wohlbefinden.
Könnte man daraus einen Schluss ziehen? Und gibt es Präparate, die in meinem Alter speziell verschrieben werden?
von elaine22 am 28.05.2003 21:59
Experten-Antwort:

Bei Ihnen bleiben einige Fragen offen. Denn der Blutdruck schwankt in Abhängigkeit von körperlichen und seelischen Belastungen. Es ist deshalb verwunderlich, dass Ihr Blutdruck unabhängig von Gemütslage und Wohlbefinden konstant bleibt.
Die hohen Tageswerte könnten darauf beruhen, dass Sie während dieser Zeit körperlich aktiv sind oder durch Ihre berufliche Tätigkeit sehr gefordert werden.
Da Sie durch Ihre Eltern vorbelastet sind, sollten Sie Ihren Arzt fragen, ob nicht zunächst einmal eine Blutdrucklangzeitmessung über 24 Stunden durchgeführt werden sollte. Dann kann man genau feststellen, wann und wie lange der Blutdruck hoch bzw. niedrig ist und ob eine Behandlung erforderlich ist.
Es gibt keine Blutdruck senkenden Medikamente, die man grundsätzlich oder bevorzugt nur jungen Patienten mit Bluthochdruck gibt.

Blutdruckgeräte zur Selbstmessung

Frage:

Ich möchte meinen Blutdruck selber kontrollieren. Welche Art von Meßgeräten empfehlen Sie? Sind elektronische Handgelenks-Meßgeräte genau genug?
von Bob Monkhouse am 08.05.2003 22:24
Experten-Antwort:

Zur Selbstmessung sind halbautomatische Geräte mit einer Oberarmmanschette und eingebautem Mikrophon am besten geeignet. Die Geräte pumpen die Manschette auf einen Knopfdruck hin bis zu einem individuell einstellbaren Wert auf, die Druckablassgeschwindigkeit kann reguliert werden (Druckabfall etwa 2 – 3 mmHg pro Sekunde) und dann wird der obere und untere Blutdruckwert und die Pulsfrequenz angezeigt. Manche Geräte haben auch einen Speicher für die letzten 10 bis 20 Werte.
Die so genannten Handgelenksgeräte sind bei den Patienten beliebter, weil sie einfacher anzulegen und kleiner sind. Ärzte lieben sie aber weniger, weil die Werte stärker schwanken und Fehlmessungen häufiger sind. Trotzdem: besser ein Handgelenksgerät als keines.
Von beiden Gerätetypen gibt es eine Auswahl von verschiedenen Firmen. Teure Geräte messen in der Regel nicht genauer.

Isolierte systolische Hypertonie

Frage:

Welche Werte sind bei einer isolierten systolischen Hypertonie pathologisch?
von a.lockhard am 26.04.2003 17:36
Experten-Antwort:

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Internationale Gesellschaft für Hypertonie (ISH) bezeichnen Werte von 140 mmHg und darüber als isolierte systolische Hypertonie. Werte von 140 bis 159 mmHg gelten als grenzwertig bzw. nur leicht erhöht. Der untere, diastolische Wert liegt definitionsgemäß unter 90 mmHg.
Wenn der Blutdruck durch Selbstmessung oder durch 24-Stunden-Langzeitmessung bestimmt wird, liegen die Normalwerte niedriger. Dann nämlich gelten als erhöht bereits systolische Werte ab 125 mmHg; der untere diastolische Werte muss dann unter 80 mmHg liegen.

Blutdruckselbstmessung

Frage:

Seit ca. 6 Jahren ist mein Blutdruck erhöht. Ich bin 62 Jahre alt, 185 cm groß bei einem Gewicht von 115 kg. Seit 2 Jahren bin ich Rentner. In den 6 Jahren nach der Feststellung des hohen Blutdrucks habe ich schon viele Medikamente ausprobiert. Derzeit nehme ich folgende Medikamende: Votum 20 mg, Cardular PP 4 mg und Aspirin 100 mg. Den Beta-Blocker möchte ich aus den bekannten Gründen der Nebenwirkungen nicht nehmen. Leider kann ich meinen Blutdruck nicht wie erforderlich senken. Ich prüfe den Blutdruck täglich: heute um 8:30 Uhr 134/69, um 11:15 Uhr 151/84. Wie können wir meinen Blutdruck gezielt senken?
von Skorpion am 14.04.2003 12:02
Experten-Antwort:

Anhand von zwei Blutdruckwerten, einer erhöht, einer normal, kann man nicht beurteilen, ob ihr Blutdruck gut oder unzureichend eingestellt ist. Sie sollten zwei Wochen zu festen Zeitpunkten morgens und abends Ihren Blutdruck messen, die Werte aufschreiben und Ihrem Arzt zeigen. Er wird aus diesen Aufzeichnungen, evtl. durch zusätzliche Messungen und Untersuchungen, erkennen, ob und welche Behandlung erforderlich ist.
Sie haben aber ein größeres Problem als Ihren Bluthochdruck, nämlich Ihr Übergewicht von 115 kg. Sie sollten abnehmen !! Das bringt Ihren Blutdruck runter, und tut auch Ihrem Herzen, Ihren Gelenken, Ihrer Wirbelsäule und vielem anderen gut.

Messung in der Apotheke

Frage:

Lieber Herr Prof., meine Mutter (61 J.) ist einwenig stur. Sie hat Übergewicht und Ihr Arzt sagt, sie habe Zucker – allerdings bekommt sie keine Medikamente dafür. Jetzt waren wir neulich in der Apotheke und haben zum Spaß ihren Blutdruck gemessen – er lag bei 157/89. Sie sagte, daß sei ja noch gut, denn der 2. Wert sei nicht erhöht. Aber der 1. Wert ist so hoch, finde ich. Was meinen Sie? Muß meine Mutter nicht doch Medikamente einnehmen? Vielen Dank für die Antwort im voraus.
von Annette S. am 07.02.2003 08:43
Experten-Antwort:

Wegen des in der Apotheke gemessenen erhöhten Blutdrucks muss Ihre Mutter auf jeden Fall zum Arzt gehen. Dort wird festgestellt, ob der Blutdruck dauerhaft erhöht ist und ob eine Zuckerkrankheit besteht. Wenn das der Fall ist, wird der Arzt zunächst weitere Untersuchungen veranlassen und dann entscheiden, ob und wie der Blutdruck und die Zuckerkrankheit behandelt werden müssen. Im vorliegenden Fall muss man mit Sicherheit eine Gewichtsabnahme empfehlen. Ob andere nicht-medikamentöse Maßnahmen, und ob sofort oder später Medikamente gegen erhöhten Blutdruck und Zuckerkrankheit verordnet werden müssen, wird der Arzt aufgrund seiner Befunde entscheiden. Sagen Sie Ihrer „ein wenig sturen“ und evtl. uneinsichtigen Mutter: bei hohem Blutdruck und Zuckerkrankheit ist die Gefahr groß, dass sie eine ernsthafte Herzkreislauferkrankung erleidet, wenn nicht konsequent behandelt wird.

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