Wundheilung

Die Wundheilung ist ein komplexes Thema, da manche Wunden langsamer heilen als andere. Experten sprechen von drei speziellen Phasen, zum ersten ist es die Exsudationsphase, die der eigentlichen Blutstillung und Wundreinigung dient. Zum zweiten die Granulationsphase, um den Aufbau von geschädigtem Gewebe voran zu treiben. Als drittes folgt die Epithelisierungsphase, damit die Narbenbildung möglichst gering verläuft.

Dauer der Wundheilung

Zur Dauer einer Wundheilung können generell keine genauen Angaben gemacht werden, in der Regel dauert diese jedoch zwischen 14 bis 21 Tagen an. Handelt es sich um eine chronische Wunde, kann die Wundheilung dementsprechend länger ausfallen. Hierbei kommt es im Wesentlichen darauf an, ob die Wunde adäquat behandelt wurde.

  1. Exsudationsphase: diese setzt in kurzer Zeit nach Entstehung der Wunde ein. Blutgefäße ziehen sich zusammen und wenig später kommt es zur Blutstillung. Die Blutgerinnung setzt sich aus mehreren Kriterien zusammen, hierbei spielen die Blutplättchen eine wesentliche Rolle.

Das gesamte Immunsystem trägt zur Säuberung einer Wund bei. Zelltrümmer, Stoffwechselabfallprodukte und Keime werden ausgespült. Im Normalfall reinigt sich eine Wunde also ganz automatisch selber.

Exsudation im Speziellen ist die Absonderung eiweißreicher Flüssigkeiten, im Fachjargon auch Wundsekrete oder Exsudat genannt. Entzündungsanzeichen sind unter anderem: Schwellungen, Rötungen, Erwärmungen in der Wundregion.

  1. Proliferativephase: diese Phase steht für eine Neubildung des zell- und gefäßreichen Bindegewebes. Verantwortlich hierfür zeichnen sich Hautzellen, die Fibrolasten genannt werden. Sie sorgen nicht nur mit Kollagen für ein Auffüllen der Wunde, sondern tragen auch zur Blutversorgung bei. In einem späteren Schritt setzt die Wundheilung ein, was am feuchten, sauberen und rot gefärbten Gewebe gut zu erkennen ist.
  2. Reparativephase: die Wundsekretion nimmt ab, denn die Wunde zieht sich zusammen und fängt langsam an zu schrumpfen. Durch sogenannte Epithelzellen beginnt die Haut einen leichten Film über die Wunde zu legen, dieses geschieht vom Wundrand zur Wundmitte. Das Deckgewebe oder auch Epithel genannt, beginnt sich rosa einzufärben. Da bei diesem Vorgang elastische Fasern fehlen, erscheint das Narbengewebe eher fest.
Interessant:  Brustkrebs - Mammakarzinom

Trockene oder feuchte Wundversorgung?

Kleinere Wunden, wie zum Beispiel ein demoliertes Knie oder ein Messerschnitt an der Hand, werden kurzerhand mit einem Pflaster versorgt. Alternativ darf es auch eine andere Wundauflage sein, beispielsweise eine Kompresse. Pflaster und Kompressen sind in der Lage schnell Wundsekret oder Blut aufzunehmen und die Wunde so zu schließen, sodass kein Schmutz oder ähnliches hineingelangt und es nicht zu einer Infektion kommen kann.

Allerdings kann die Wundheilung dadurch bedingt länger andauern, denn das Wund Bett könnte wegen Wasserverlust austrocknen oder abkühlen, beides führt unweigerlich zu einer Verlangsamung der Wundheilung.

Bei anderen chronischen gesundheitlichen Problemen ist es besser auf eine trockene Wundversorgung zu verzichten. Gerade bei offenen Beinen oder Druckgeschwüren, die durch längeres Liegen entstehen, wird die feuchte Wundversorgung vorgezogen. Zweck hiervon ist, die Bedingungen einer geschlossenen Wundblase vorzutäuschen. In einer feuchten Umgebung kann die Wundheilung schneller vonstattengehen und der zweite Faktor besteht darin, dass sich nicht so schnell unschöne bleibende Narben bilden können.

Für große oder kleine Wunden bietet der Handel in der heutigen Zeit die entsprechenden Wundabdeckungen. Dazu zählen unter anderem:

  • wasserregulierende Wundauflagen in Form von Pflaster oder in Gel Form
  • Hydrokollagenauflagen
  • Hydrogele

Wundheilungsstörungen

Manche Wunden brauchen einen relativ kurzen Zeitraum um abzuheilen, andere wiederum einen längeren. Es gibt jedoch auch Wunden die gar nicht heilen wollen. Hier wird dann von einer Wundheilungsstörung gesprochen.

In der Regel haben die Betroffenen einen jahrelangen Leidensweg hinter sich und neigen im schlimmsten Fall auch unter Depressionen, da soziale Kontakte dadurch bedingt verloren gehen. Unterschiedliche Faktoren spielen bei einer Wundheilungsstörung eine wesentliche Rolle.

Interessant:  Herzrhythmusstörung

Mediziner unterscheiden dabei zwischen örtlichen und allgemein störenden Ursachen. Zu den örtlichen Faktoren gehören:

  • Krankheitserreger wie Bakterien, Viren, Parasiten und/ oder Pilze verursachen eine Wundinfektion.
  • Fremdkörper gelangen in die Wunde
  • es handelt sich um größere oder gequetschte Wunden
  • große Hämatome im Wundbereich
  • mangelnde Ruhigstellung der Wunde
  • Neigung zu überschüssiger Narbenbildung
  • permanente Druckbelastung einer Wund
  • eine zu schnelle Entfernung von Fäden nach einer Operation

Neben den aufgezählten Kriterien gehören jedoch auch allgemeine Umstände zu einer schlechteren Wundheilung. Ältere Menschen haben größere Probleme bei der Wundheilung, da sie entweder über ein geschwächtes Immunsystem verfügen oder auch, dass eine schlechtere Hautdurchblutung vorhanden ist.

Ein weiterer Grund, dass sich die Wundheilung hinauszögert besteht durch eine nicht angemessene und ungesunde Ernährung. Ein Vitamin C- Mangel verzögert die Kollagenbildung und Kalzium- und Eiweißmangel machen keine normale Blutgerinnung möglich. Des Weiteren kann eine Wundheilungsstörung vorliegen, durch einen Mangel an Eiweißen, Kohlenhydraten, Fetten, Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen.

Störungen der Wundheilung können jedoch auch Erkrankungen sein, wie Blutarmut, Diabetes, Durchblutungsstörungen, Gicht, Nikotinsucht oder Venenschwäche. Sämtliche Erkrankungen bringen eine verminderte Blutversorgung im Wundbereich mit sich.

Ärzte empfehlen bei diesen Wundheilungsstörungen Hydrokolloid- Verbände, da sie für ein feuchtes Wundmillieu sorgen, was für eine Heilung optimal erscheint. Die Wunde wird luftdicht abgeschlossen und durch den folgenden Sauerstoffmangel, können sich Gefäße neu bilden.

Für eine schnellere Wundheilung

In der Regel führen Messer, Scheren und Co., aber auch scharfe Kanten bei Konservendosen oder einem Blatt Papier zu Schnittverletzungen. Wunden können jedoch auch bei einem Sturz oder einem Unfall hervorgerufen werden.

Der Betroffene kann allerdings kurz nach einer Verletzung Maßnahmen ergreifen um eine schnellere Wundheilung zu fördern. Speziell der Hersteller Montavit verfügt über Produkte in seinem Portfolio, die eine Wundheilung beschleunigen. Hierzu gehören beispielweise eine Acerbine Lösung oder eine Acerbine Wundsalbe. Handelt es sich um blutende Wunde, wird diese nicht sofort behandelt, sondern gewartet bis die Blutgerinnung einsetzt. Danach die betroffene Stelle reinigen und mit Jod desinfizieren.

Interessant:  Mumps

Bei allen Wunden die stark bluten, ist schnellstmöglich ein Arzt zu konsultieren! Gleiches gilt im Übrigen ebenfalls, wenn Wunden stark schmerzen oder es zu einem Anschwellen kommt. Beides können erste Zeichen einer beginnenden Entzündung oder einer Infektion sein.

Wundversorgung

Der menschliche Körper verfügt über einen hervorragenden Reparaturmechanismus, sodass in der Regel akute Wunden schnell von alleine verheilen. Hier ist eine spezielle Wundversorgung nicht nötig. Bei größeren Wunden allerdings, wenn es sich zum Beispiel um einen Hundebiss, eine Verbrennung oder eine stark verschmutzte Wunde handelt, ist nach Möglichkeit schnellstens ein Arzt aufzusuchen.

War es vor einiger Zeit noch der Fall, Wunden wenn möglich, austrocknen zu lassen, ist es heute erstrebenswert eine schnelle Heilung zu begünstigen. Zu den klassischen Wundauflagen zählen Verbandmull, Vlieskompressen oder ein Wundschnellverband zum Beispiel ein Pflaster.

Zu den allgemeinen Maßnahmen gehören ein kontinuierliches Schmerzmanagement, eine Druckentlastung, die Einschätzung des Ernährungsstatus, sowie ein Hautschutz um Rezidiven zu vermeiden.

Kategorie: Krankheiten
© 1997-2019 | -