Venenleiden (Besenreiser)

Venenleiden gehören zu den häufigsten Zivilisations- krankheiten. Etwa jeder achte Erwachsene leidet darunter. Über 90% der Venenleiden betreffen die Beinvenen. Dies ist nicht verwunderlich, da die Beinvenen das Blut entgegen der Schwerkraft um etwa 1,5 Meter zum Herzen hinauf transportieren müssen. Eine Reihe von Mechanismen unterstützen diesen Vorgang. Die Überlastung dieses Kreislaufabschnittes lässt Schwellungen, Besenreiser und Krampfadern entstehen. Komplikationen wie Venenentzündungen, Thrombosen und Beingeschwüre können folgen.

Beim Zustandekommen von Venenleiden spielen mehrere Ursachen eine Rolle. Die meisten davon erklären sich durch die Lebensweise in einer modernen Industriegesellschaft. Bei Naturvölkern treten solche Erkrankungen dagegen selten auf. Durch Vorbeugung und frühzeitige Behandlung kann jederman den Zustand seiner Venen positiv beeinflussen.

Funktion des venösen Systems

Unsere Beinvenen müssen schwere Arbeit leisten: Die Venen sammeln das verbrauchte, mit Schlacken angereicherte Blut und transportieren es gegen die Schwerkraft zurück zum Herzen. Das oberflächliche Venensystem (große und kleine Rosenvenen) sammelt das Blut aus dem Fuß und der Haut und mündet auf Höhe der Leiste direkt in das tiefe Venensystem. Dieses liegt eingebettet zwischen Muskeln und Knochen. Es hat mit 90% den Löwenanteil am Rücktransport. Verbindungsvenen leiten Blut von den oberflächlichen zu den tiefen Venen. Diese Transportmechanismen bewegen das Blut herzwärts:

  • Venen-Muskel-Pumpe: Bei jeder Bewegung ziehen sich Muskeln zusammen, sie werden dicker und drücken in den benachbarten Venen das Blut nach oben und unten weg. Während das nach unten gedrückte Blut von Venenklappen aufgehalten wird, kann das nach oben gedrückte passieren.
  • Arterienpuls-Pumpe: Sie funktioniert ähnlich: Jede Pulswelle in den Arterien drückt auf die benachbarten Venen. Je elastischer die Arterie, desto besser der Effekt.
  • Atmung: Bei jedem Atemzug entsteht ein Druckgefälle zwischen Brust- und Bauchraum und damit ein Sog auf das Venenblut.
  • Venenklappen regeln den Einbahnverkehr in Richtung Herzen, damit das Blut nicht wieder zurück fließt. „Leiern” die Venen aus, können die Klappen nicht mehr dicht schließen und das gestaute Blut dehnt die Venen noch mehr – ein Teufelskreis. Und wenn das Blut langsamer fließt kann es leichter gerinnen und Entzündungen verursachen. Meist heilen diese Entzündungen folgenlos ab, im schlimmsten Fall kann sich der Blutpfropf aber auch lösen und bis in die Lungengefäße wandern (Lungenembolie).

INFO: Embolie
Löst sich der Thrombus von der Gefäßwand, spricht man von einem Embolus. Er wird mit dem Blutstrom mitgerissen und kann andernorts ein Gefäß verstopfen (Embolie). Venöse Thromben werden in die Lunge verschleppt und führen dort zu einer Lungenembolie. Arterielle Thromben können eine Embolie in verschiedenen Organen auslösen: z. B. am Herzen (Herzinfarkt), im Gehirn (Schlaganfall) oder in den Beinarterien (arterieller Beinverschluss).

Ursachen/Risikofaktoren

Ungünstige Erbanlage:

Eine wesentliche Ursache für Venenleiden ist die erbliche Anlage einer Venenwandschwäche. Dies bedeutet, dass zwar die Bereitschaft für Venenerkrankungen angeboren ist, ob diese Erkrankungen dann tatsächlich auftreten, hängt aber vom Hinzukommen weiterer Risikofaktoren ab.

Alter:

Venenerkrankungen nehmen mit steigendem Lebensalter zu. Die eigentlichen Gründe sind in der altersgemäßen Verminderung der Gewebeelastizität sowie in der nachlassende Beweglichkeit zu suchen.

Bewegungsmangel:

Die Venen-Muskel-Pumpe ist für den venösen Bluttransport von entscheidender Bedeutung. Die körperliche Bewegung unserer modernen Lebensweise genügt meist nicht, um diese ausreichend in Gang zu halten. Auch kräftige Venen können auf Dauer Schaden nehmen. D.h. wenig Bewegung oder gar Bettlägerigkeit über einen längeren Zeitraum “schwächen” die Venen.

Langes Stehen und Sitzen:

Diese beiden Ursachen stehen in engem Zusammenhang mit Bewegungsmangel. Bei langem Stehen werden die Venenklappen ständig überlastet. Im Sitzen ist eine wichtige Vene im Bereich der Kniekehle abgeknickt, es kann zu einem Blutstau kommen. Bestimmte Berufe sind durch ihre ständig stehende oder sitzende Tätigkeit für Varizen vorrangig disponiert.

Falsche Ernährung/Verstopfung:

Die bei uns übliche Kost, in der wenig Ballaststoffe enthalten sind, führt – meist im Zusammenspiel mit Bewegungsmangel – bei vielen Menschen zu Verstopfung. Der mit verhärteten Stuhlmassen gefüllte Darm drückt auf die großen Venen des Bauchraumes und erzeugt so einen Rückstau: Die Beinvenen erweitern sich, Krampfadern können sich bilden. Das zur Stuhlentleerung notwendige Pressen erzeugt zusätzlichen Druck auf die Venen.

Übergewicht:

Übergewicht drückt auf die Venen und erschwert den Rückfluss. Es steht zudem meist in engem Zusammenhang mit falscher Ernährung und Bewegungsmangel

Falsche Schuhe/Kleidung:

Schuhe mit hohen Absätzen setzen die Wirkung der Venen-Muskel-Pumpe herab, schließlich kann sogar die Wadenmuskulatur verkümmern. Zu enge Kleidungsstücke behindern den Rückfluss den Venenblutes. Beides kann die Entstehung von Krampfadern unterstützen.

Schwangerschaft/Hormone:

Schwangerschaftshormone bewirken eine Lockerung des Gewebes und damit auch eine erhöhte Dehnbarkeit der Venen. Dies begünstigt Krampfaderbildung bereits zu Beginn der Schwangerschaft. Ähnlichen Einfluss haben die Hormone der Anti-Baby-Pille.

Krankheitbild

Fühlen sich die Beine im Verlauf des Tages immer schwerer an, treten Spannungsgefühle (besonders bei Wärme), Schwellungen (Ödeme) und Juckreiz auf, so können dies Frühsymptome für Venenerkrankungen sein. Die Beschwerden bessern sich – im Unterschied zu den arteriellen Durchblutungsstörungen – durch Hochlagern der Beine oder Bewegung.

INFO: Ödeme
sind Wasseransammlungen im Gewebe. Bei einem Venenstau treten Wasser, Eiweiße und andere Stoffe ins Gewebe aus, es kommt zur Anschwellung. Durch Überlastung werden geschädigte Venenwände zunehmend „undichter” im Vergleich zu gesunden Venen, die Ödembildung tritt schneller auf. Hier setzen die meisten Venenmedikamente an: Sie sollen die Venenwände abdichten.

Als Besenreiser bezeichnet man feine rotblaue Venenverästelungen, die am Knöchel, an den Innen- und Außenseiten der Oberschenkel und eventuell am Dekolleté durch die Haut schimmern. Besenreiservenen können als Vorstadium von Varizen noch ohne Krankheitswert bezeichnet werden. Sie stellen mehr ein kosmetisches Probem dar.

Krampfadern (Varizen) sind als bläuliche, geschlängelt hervortretende Beinvenen sichtbar. Sie bilden sich nicht von alleine zurück. Im fortgeschrittenen Stadium verändert sich die Haut über den Krampfadern: Sie verfärbt sich bis ins bräunliche, wird pergamentartig dünn und glänzt.

Die Entzündungen einer oberflächlichen Vene (Thrombophlebitits) wird als hart geschwollener, geröteter Strang wahrgenommen. Er fühlt sich heiß an und ist druckempfindlich. Zur Entzündung neigen Venen mit vorgeschädigter Wand (z. B. Krampfadern) oder Venen, deren Wände durch Infusionen oder Injektionen gereizt werden.

Die tiefe Beinvenen-Thrombose (Plebothrombose) entwickelt sich bevorzugt bei bettlägerigen Patienten. Typische Anzeichen sind ein Spannungsgefühl, ziehende Schmerzen, Anschwellung und Bläulichverfärbung des Beines. Meist kommt leichtes Fieber hinzu. Diese Venenerkrankung ist die einzige, bei der Bettruhe eingehalten werden muss! Es besteht die akute Gefahr einer Embolie in der Lunge.

INFO: Thrombose
Bildung eines Blutpfropfes (Thrombus) in einem Gefäß, der dieses teilweise oder ganz verschließen kann. Auslösend wirken meist eine Störung der Blutgerinnung und verlangsamte Blutströmung, beispielsweise durch längere Bettlägerigkeit nach Operationen. Krampfadern, Übergewicht, Rauchen und die „Pille” steigern das Risiko.

 

Auswirkungen

Ist die Venenschwäche erst einmal da, kann sie nicht mehr geheilt werden! Langfristig kann das ganze Venensystem der Beine beeinträchtigt werden – deshalb sollten Krampfadern immer von einem Facharzt für Venenkrankheiten (Phlebologe) untersucht werden. Gefährlich kann eine Venenentzündung werden, wenn tiefergelegene Gefäße betroffen sind. Dann können sich Blutgerinnsel lösen und eine Lungenembolie verursachen. Alarmzeichen sind plötzliche starke, ziehende Schmerzen in einer Wade oder im ganzen Bein, rötlich-bläulich verfärbte Haut, Schwellungen am Knöchel oder am ganzen Bein: In diesem Fall sofort einen Arzt rufen und mit angewinkeltem Bein hinlegen.

Als (Spät-)Folge chronisch gestauter Venen oder einer tiefen Beinvenenthrombose treten häufig Ernährungsstörungen der Haut auf: Sie wird trocken und schuppig, verfärbt sich anfangs rötlich, später bräunlich, sie juckt und brennt. Wenn die so geschädigte Haut aufreißt, bildet sich ein Geschwür, das „offene Bein” (Ulcus cruris). Eine Abheilung gelingt nur dann, wenn neben der örtlichen Wundbehandlung die ursächliche Gewebestauung durch Kompressionsverbände und Bewegung beseitigt wird.

Reine Steh- oder Sitzberufe (z. B. Verkäufer, Friseur, Sekretärin, Fernfahrer) sind für Venenkranke nicht ratsam. Bestehen trotz Vorsorgemaßnahmen Beschwerden, so ist ein innerbetrieblicher Stellenwechsel oder eine Umschulung anzustreben.

Erkennung/Untersuchungen

Die genaue Befragung des Patienten und die körperliche Untersuchung können ergänzt werden durch apparative Diagnosemöglichkeiten:

Ultraschall-Doppler-Sonographie:

Die Dopplersonde sendet Ultraschallwellen durch die Haut auf die entsprechende Vene. Das strömende Blut wirft diese Wellen zurück (Echo), die in einen hörbaren Schall umgewandelt werden. Der Arzt kann feststellen, ob Strömungshindernisse vorliegen und die Venenklappen intakt sind.
Eine Weiterentwicklung ist die Duplex-Sonographie: Das Echo wird elektronisch zu einem Bild verarbeitet.

Licht-Reflex-Rheographie:

Infrarotlicht wird auf die Haut eingestrahlt, die reflektierten Lichtanteile werden erfasst und aufgezeichnet. Diese Untersuchung gibt Auskunft über die Pumpfunktion der Wadenmuskulatur und den Ausmaß venöser Abflussstörungen.

Phlebographie:

Durch Einspritzen eines Kontrastmittels in das Venensystem, kann dieses im Röntgenbild dargestellt werden. Veränderungen der Venen und frische Blutgerinnsel werden sichtbar.

Therapie

Grundlage einer erfolgreichen Behandlung ist die Bekämpfung vermeidbarer Ursachen wie Übergewicht, Bewegungsmangel oder zu enge Kleidung (siehe auch Ursachen/Risikofaktoren). Wer häufig schwere Beine hat, sollte intensive Wärme meiden. Zuviel Sonne, heiße Bäder, Sauna oder Wärmflaschen erweitern die Blutgefäße, was zu Schwellungen führt und den Blutfluss verlangsamt. Daneben gibt es eine Reihe anderer Möglichkeiten Venenerkrankungen zu behandeln:

Kompression der Venen
Durch Druck (Kompression) auf die Venen wird ein Blutstau verhindert oder rückgängig gemacht. In den verengten Venen fließt das Blut rascher ab, Gerinnselbildung wird vermieden. Viel Gehen ist ein Muss und unterstützt die Kompressionsbehandlung. Der Kompressionsverband wird vor allem bei bestehenden Schwellungen, Venenentzündungen, nach Thrombosen und operativen Veneneingriffen mit speziellen elastischen Binden angelegt. Ist die Schwellung abgeklungen, so werden Kompressionsstrümpfe individuell angepasst. Sie sollen die mit dem Kompressionsverband erzielte Entstauung erhalten und eignen sich zur dauerhaften (Nach-)Behandlung von Venenleiden. Wie der Kompressionsverband werden sie gleich morgens nach dem Aufstehen angelegt.

Krampfadern können beseitigt werden durch:

  • Krampfaderverödung (Sklerosierung): Dazu spritzt der Arzt ein Medikament in die Vene, das eine örtlich begrenzte Entzündung verursachen soll. Die entzündeten Venenwände verkleben miteinander und verschließen die Vene. Ein fest angelegter Kompressionsverband 8für ca. 2 Wochen) bewirkt, dass die Venenwände gut zusammenwachsen.
  • Venen-Stripping: Die betroffene Vene wird an zwei Stellen durchtrennt. Danach wird eine Sonde in die Vene eingeführt, an einem Ende befestigt und mit der Vene herausgezogen.

Bei Venenentzündungen haben sich Wickel mit Heilerde, Quark oder Retterspitz bewährt.

INFO: Wickelanwendung bei Venenentzündung
Heilerde oder Quark wird auf ein Tuch gestrichen und auf die Haut gelegt. Darüber kommen zwei trockene Wickeltücher. Nach etwa einer Stunde wird der Wickel abgenommen und das Bein mit lauwarmen Wasser abgewaschen. Die Anwendung endet mit einem kalten Wasserguss.

Kaltwasseranwendungen eignen sich gut zur Vorbeugung und ergänzenden Behandlung und lassen sich leicht zu Hause durchführen. Durch den Kältereiz ziehen sich die Venen zusammen, der Blutfluss beschleunigt sich. Bei allen Anwendungen mit kaltem Wasser gilt: Nur an warmen Beinen anwenden. Gegebenenfalls vorher durch warmes Wasser oder Bewegung anwärmen. Die Kaltanwendung wird nur solange durchgeführt, wie sie ertragen wird. Nicht abtrocknen sondern das Wasser nur abstreifen und Socken anziehen. Anschließende Bewegung (Gymnastik, schnelles Gehen) sorgt für Wiedererwärmung.

Mit Medikamenten können Venenleiden lediglich gelindert werden. Wirkstoffe der Rosskastanie (Aescin), des Buchweizens (Rutin), des Beinwells (Allantoin, Cholin), des Steinkleekrauts und von Hamamelis werden äußerlich (in Form von Salben, Cremes, Lotionen) aufgetragen und/oder als Tabletten oder Tee eingenommen. Sie sollen die Gefäße abdichten und deren Elastizität verbessern. Schwellungen, Schweregefühl und Brennen der Beine klingen ab. Salben oder Gele mit Hirudin (Blutegelstoff) oder Heparin beugen einer Blutgerinnung und damit einer Thrombose vor und lassen oberflächliche Entzündungen schneller abheilen. Bei einer sehr starken Schwellung wird ein spezielles Entwässerungsmittel verordnet (nicht alle sind geeignet, Thrombosegefahr!).

Eine gute Nachricht für Schwangere: Die Krampfadern, die sich bei vielen Frauen während der Schwangerschaft bilden, gehen zu etwa 80% wieder zurück, genauso Besenreiser.

Hinweis:
Venenschwäche, Krampfadern (Varizen), kurz Venenleiden mit ihren Beschwerden und Komplikationen (Thrombose, Thrombophlebitis) sind in unserer Bevölkerung so häufig anzutreffen, dass sich hierfür ein relativ eigenständiges Teilgebiet der Medizin gebildet hat, die Phlebologie. Internisten und Chirurgen mit Spezialausbildung auf den Gebieten der Blutgefäße, des Blutflusses, der Blutgerinngung und angrenzender Bereiche übernehmen eine langfristige, oft lebenslange Betreuung dieser Patienten.

Vorsorge

Wie beschrieben, hängen Venenerkrankungen eng mit unserer modernen Lebensweise zusammen. Deshalb sollte jeder viel zur Vorbeugung für seine Venen tun. Schon junge Frauen sollten “venenbewusst” leben:

  • Stärken Sie Ihre Venen durch kalte Wasseranwendungen
  • Bewegung kurbelt die Venen-Muskel-Pumpe an. Spazierengehen (am besten barfuss), Wandern, Radfahren, Schwimmen (entlastet die Venen), Skilanglauf, Tanzen und Venengymnastik sind günstig.
  • Wer öfter mal die Beine hochlegt (Füße möglichst in Kopfhöhe) entlastet seine Venen und verbessert den Blutrückstrom zum Herzen.
  • Durch ballaststoffreiche Vollwerternährung regulieren Sie Ihre Darmtätigkeit. Starkes Pressen bei Verstopfung belastet die Venen.
  • Reduzieren Sie Übergewicht. Jedes Kilo zuviel drückt auf die Venen.
  • Tragen Sie bequeme, nicht einengende Kleidung und flache Schuhe.
  • Wenn Sie viel sitzen oder stehen müssen: Gehen Sie immer mal wieder umher oder machen Sie Pausen mit Venengymnastik.
  • Sonnenbäder, Sauna, heiße Bäder schaden den Venen.
  • Schweres Heben und Tragen bewirken einen Druck auf die Beinvenen und sollen vermieden werden. Aus diesem Grund sind Kraftsportarten (z. B. Bodybuilding) nicht für Venenkranke geeignet.
  • Regelmäßiges Atemtraining verbessert den venösen Blutstrom. Atmen Sie morgens und abends bei offenem Fenster 10mal tief ein und aus.
  • Trinken Sie viel. Das Blut bleibt dadurch dünnflüssiger, Sie können einer Thrombose vorbeugen.
  • Vor allem Frauen, die unter Venenschwäche leiden und die Antibabypille einnehmen, sollten nicht rauchen, denn diese Kombination fördert die Entstehung lebensgefährlicher Thrombosen ganz enorm. Bei der Auswahl der Antibabypille sollte der Gynäkologe auf eine Venenschwäche aufmerksam gemacht werden, genauso bei einer Hormonbehandlung während der Wechseljahre.
  • Stützstrümpfe schaden nie: Auch bei leichten Beschwerden oder zum Beispiel während der Schwangerschaft können sie vorbeugend getragen werden. Sie unterscheiden sich vom Aussehen kaum noch von einer blickdichten Strumpfhose.

Häufige Fragen

Was kann ich bei einer Krampfaderblutung tun?
Stecknadelkopfgroße Krampfaderknöllchen, die sich manchmal in Knöchelnähe bilden, können aufreißen und bluten. Meist lässt sie sich schnell und einfach stillen: Legen Sie sich hin und stützen Sie ihr hochgestelltes Bein (über Herzhöhe) an einer Wand ab. Mit einem frischen Taschentuch pressen Sie auf die blutende Stelle und wickeln es fest mit einer Binde an. Jetzt können Sie aufstehen und möglichst schnell eine Arzt aufsuchen.

Schadet Rauchen den Venen?
Anders als bei Erkrankungen der Arterien ist bisher ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Rauchen und Krampfaderbildung nicht belegt. Allerdings erhöht das Rauchen das Thrombose-Risiko. Bei Frauen, die zudem noch die Pille nehmen, steigt dann das Risiko um das 8- bis 10fache.

Ich möchte meine Krampfadern los werden. Wie entscheide ich mich zwischen Veröden oder Strippen?
Die Entscheidung hängt zum einen von der Dicke ab: Kleinere Krampfadern sollten verödet werden, Krampfadern die mehr als Bleistift dick sind, werden besser operiert. Ein weiteres Entscheidungskriterium ist die Lage der Venen: Venöse Seitenäste veröden, Krampfadern der oberflächlichen Stammvenen (große und kleine Rosenvene) eher strippen.

Bisher hatte ich keine Venenprobleme; doch mit Beginn meiner Schwangerschaft sind Besenreiser und Krampfadern aufgetaucht. Wann und wie muss ich diese behandeln lassen?
Vorerst gar nicht. Schwangerschaftsbedingte Krampfadern können sich einige Wochen bis Monate nach der Geburt rückbilden. Sie sollten das auf jeden Fall erst mal durch Venengymnastik und andere vorbeugende Maßnahmen unterstützen.

Stimmt es, dass Thrombosen häufig nach längeren Flugreisen auftreten?
Ja. Bei langem Sitzen wird die Knievene abgedrückt. In den engen Flugzeugen besteht kaum Bewegungsfreiheit. Wenn Sie den Urlaub nicht mit einer Thrombose oder Venenentzündung beginnen wollen, dann stehen Sie im Flugzeug ab und zu auf und bewegen sich. Trinken Sie viel! Falls Sie bereits Venenbeschwerden haben, nehmen Sie vorübergehend Venenmedikamente ein und tragen Sie während der Reise Kompressionsstrümpfe.

Darf man mit Krampfadern in die Sauna?
Obwohl Wärme ja eigentlich schädlich für erweiterte Venen ist, kann Sauna erlaubt werden, da ja nach dem Schwitzen ein intensiver Kaltguss folgt. Wird das versäumt, können sich die Venen leicht entzünden! Während des Schwitzens sollten die Beine hochgelegt werden.

Wichtige Adressen

Deutsche Gesellschaft Venen e.V.
Selbsthilfe für Venenkranke
90007 Nürnberg
Tel.: 0911/59 88 600

Deutsche Gesellschaft für Phlebologie
Bonn
www.phlebology.de/home

Kategorie: Krankheiten
© 1997-2017 | -