Tripper

Bis zur Einführung der Antibiotikatherapie war die Gonorrhö besonders in Zeiten schlechter sozialer und hygienischer Umstände eine der häufigsten Infektionskrankheiten und durch ihre Komplikationen (z.B. Unfruchtbarkeit) sehr gefürchtet. Tripper ist eine bakteriell übertragene Geschlechtskrankheit und tritt vorwiegend an den Schleimhäuten der Geschlechtsorgane, des Rachens und des Analkanals auf. Die Gonorrhö ist auch heute noch die häufigste der meldepflichtigen Infektionskrankheiten. Laut WHO treten jährlich weltweit schätzungsweise 60 Millionen Neuerkrankungen auf.

Tripper: Ursachen/Risikofaktoren

Erreger ist das Bakterium Neisseria gonorrhoeae. Die Zeitdauer zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit beträgt in der Regel 2 bis 5 Tage, Symptome können aber auch erst nach zwei Wochen auftreten. Nach einer Abstrichentnahme, z.B. des entzündlichen Penis- oder Vaginalausflusses, wird dieser eingefärbt und lässt die Gonokokken unter dem Mikroskop rot erscheinen. Die Bakterien kommen immer zu zweit vor (Diplokokken) und haben dadurch das typische semmelförmige Aussehen. Einziger Wirt des Bakteriums ist der Mensch. Außerhalb des menschlichen Körpers ist das Bakterium nur kurz überlebensfähig.

Aus diesem Grund erfolgt die Übertragung fast ausschließlich über Schleimhautkontakt, und zwar bei oralem, analem und vaginalem Geschlechtsverkehr. Befallen wird je nach sexueller Praktik die Harnröhre, der Muttermund, die Mundschleimhäute einschließlich des Rachens und der Enddarm. Entbindet eine erkrankte Frau ihr Kind durch die Scheide, kann es zu einem Befall der Augenbindehäute des Neugeborenen kommen.

Krankheitsbild

Beim Mann tritt neben Brennen beim Wasserlassen (“Glasscherbenpinkeln”) ein eitriger Ausfluss der Harnröhre auf. Frauen haben ebenfalls Ausfluss durch eine Scheidenentzündung; bei den weiblichen Patienten verläuft die Erkrankung allerdings häufig unbemerkt. Bei beiden Geschlechtern kann es je nach Sexualpraktik zur Entzündung des Rachens oder des Analkanals kommen.

Interessant:  Bluthochdruck - Messung

Auswirkungen

Gefürchtet sind Komplikationen infolge zu später Behandlung. Beim Mann treten Entzündungen der Prostata, Samenstränge und Nebenhoden sowie narbige Harnröhrenverengungen auf. 90% der infizierten Männer stecken beim nächsten sexuellen Kontakt ihre(n) Partner(in) an. Die Chance, das eine erkrankte Frau den männlichen Partner ansteckt, liegt bei 20%. Die Hälfte aller erkrankten Frauen entwickelt keine Symptome. Letztere verursachen durch Harnrückstau in der Blase gehäuft Blasenentzündungen, die unbehandelt letztendlich in ein Nierenversagen münden können. Bei der Frau wird das Aufsteigen der Bakterien in die Gebärmutter und die Eierstöcke gefürchtet. Auch hierbei kann es zu chronischen Entzündungen der Eileiter kommen, die dann zur Ursache einer Unfruchtbarkeit (Infertilität ) werden . Mögliche weitere Komplikation ist der Übertritt der Erreger in den Bauchraum, was zu Bauchfellentzündung und nachfolgend zu einer Blutvergiftung führen kann. Spät- und Fernkomplikationen sind Entzündungen der Augenbindehaut und der Iris, der Mandeln, des Rachens, der Muskeln und Gelenke und des Herzens.

Geschlechtskrankheiten/Diagnose

Der Erreger des „Trippers” Neisseria gonorrhoeae lässt sich unter dem Mikroskop nachweisen. Dazu entnimmt der Arzt einen Abstrich der Harnröhre oder des Gebärmutterhalses. Der mikroskopische Nachweis gelingt dabei mit einer Sensitivität von 40-70%. Deshalb kann eine Gonorrhoe nur durch eine Kultur ausgeschlossen werden. Diese kulturelle Anzüchtung des Erregers aus Abstrichmaterial hat besondere Bedeutung bei Frauen, die keine Symptome zeigen.

Therapie

Das Mittel der Wahl ist Penicillin. Viele Gonokokkenstämme sind allerdings gegen Penizillin resistent, so dass man zu anderen Antibiotika greifen muss. Verwendete Antibiotikaklassen sind, je nach Schweregrad der Erkrankung, Makrolide, Cephalosporine und Chinolone.

Vorsorge

Der einfachste und wirkungsvollste Weg: Üben Sie sich in Enthaltsamkeit! Da dies nicht immer so leicht ist, gibt es an dieser Stelle Informationen, wie Sie sich schützen und das Risiko einer Ansteckung gering halten können. Gehen Sie offensiv mit dem Thema um. Fragen Sie Ihren neuen Partner, ob sie/er gerade an einer Geschlechtskrankheit erkrankt ist oder es bereits einmal war. Machen Sie aus Ihrer eigenen Erkrankung kein Hehl, Sie missbrauchen das Vertrauen Ihres Partners und setzen ihn einer unnötigen Gefahr aus. Lernen Sie es, mögliche Anzeichen, wie Hautausschlag, offene Stellen und Ausscheidungen zu erkennen. Schauen Sie sich Ihren Sexualpartner deshalb genauer an.

Interessant:  Depression

Vermeiden Sie Sex mit einem Partner, bei dem Sie den Verdacht haben, sie/er könnte eine Geschlechtskrankheit haben. Verlangen Sie statt dessen eine ärztliche Untersuchung und ggf. eine Behandlung.

Benutzen Sie ein Kondom, und verwenden Sie es richtig! Das Kondom sollte vom aller ersten Kontakt bis zum Ende des sexuellen Miteinanders benutzt werden. Ein Diaphragma kann ebenfalls die Ansteckungsgefahr vermindern. Spermizide (Spermien-abtötende) Cremes sollen, einigen Wissenschaftlern zufolge, auch Erreger von Geschlechtskrankheiten abtöten. Allerdings kann es bei häufigem Gebrauch dieser Cremes zur Scheidenentzündung kommen. Die richtige Verwendung eines Kondoms kann Ihr und das Leben anderer retten!

Häufige Fragen

Was ist der längste Zeitraum nach einer Ansteckung, in dem man symptomlos sein kann?
Das hängt von der jeweiligen Erkrankung ab. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten der Symptome (Inkubationszeit) kann je nach Infektion Tage bis Monate, bei HIV sogar Jahre betragen.

Wie wird die Gonorrhö übertragen?
Die Gonorrhö ist eine bakterielle Erkrankung, die durch oralen, analen und vaginalen Sex mit einem infizierten Partner übertragen wird. Es kann sogar zur Ansteckung kommen, wenn Zunge oder Penis nicht vollständig in den Mund, die Scheide oder das Rektum gelangen; sogar wenn es nicht zum Austausch von Blut, Sperma oder Scheidensekret kommt, ist eine Ansteckung möglich. Kondome werden empfohlen, um die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung zu verringern. Deren Wirksamkeit ist sehr groß, wenn sie von Beginn bis Ende eines jeden Kontaktes benutzt werden.

Kategorie: Krankheiten
© 1997-2018 | -