Stressmanagement

Ihr Chef behandelt Sie ungerecht, ein Kollege versucht Sie zu mobben oder Ihr Schreibtisch quillt über. Über-, aber auch Unterforderung, Lärm oder Hektik – Stress am Arbeitsplatz kann zahlreiche Ursachen haben. Wann und wie jemand Stress empfindet, hängt von mehreren Faktoren wie Alter, Konstitution und dem individuellen Potential ab. In der heutigen Zeit kommt es durch komplexere Zusammenhänge vermehrt zu Überbelastungen, denen wir nicht sofort entgegenwirken. Die Folge: Stress, der nicht selten mit einem Herzinfarkt oder Hörsturz endet. Etwa zwei Drittel aller Krankheiten sind direkt oder indirekt auf Stress zurückzuführen. Was aber können Sie tun, damit die Gesundheit nicht auf der Strecke bleibt? Nachfolgend finden Sie interessante Informationen rund um das Thema „Stress” und verschiedene Methoden wie Sie Stress entgegenwirken bzw. vorbeugen können:

Stress macht dumm

Ein gewisses Maß an Stress gehört zum Leben und kann auch zu erhöhten Leistungen führen. Ist die körperliche oder psychische Belastung jedoch zu hoch (sogenannter Disstress), kann das Gegenteil geschehen.

In einem Versuch mit Laborratten wurde beispielsweise festgestellt, dass als Antwort auf Stress vermehrt Glukokortikoid-Hormone produziert wurden, die wiederum die Nervenzellen (Neuronen) der Laborratten schrumpfen ließen. Die Folge: Stress macht dumm. Auch beim Menschen gehört versteinertes Denken sowie Vergesslichkeit zu den typischen Stresssymptomen. Viele Stresssituationen können wir nicht beeinflussen. Umso wichtiger ist es, die richtigen Entspannungsmethoden kennen zu lernen und für eine mittlere Stressdosis zu sorgen.

Stress macht krank

Langfristig schwächt Stress das Immunsystem und die Psyche. Vor allem Kopf- und Rückenschmerzen sind typisch. Aber auch Konzentrationsverlust, Schläfrigkeit und Nervosität können die Folge von Stress sein. Überflüssig zu erwähnen,dass die allgemeine Leistungsfähigkeit eines stressgeplagten Mitarbeiters stark eingeschränkt ist. Auch Unfallgefährdung und ungesunde Lebensführung nehmen zu (z.B. Alkohol).

Der Stress-Typ

Die Stressforschung hat eine Stress-Persönlichkeitstypologie geschaffen. Der Stress-Typ A ist gekennzeichnet durch eine Kombination von hohem Leistungsstreben, Konkurrenzdenken, Ungeduld, Perfektionismus, Hektik, Aggressionsbereitschaft und Ärger. Die besonderen Gesundheitsrisiken des Typ A liegen in einer Anfälligkeit gegenüber Herzattacken und Schlaganfall. Für Typ-A-Menschen ist das Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen, doppelt so hoch wie für andere Menschen. Besonders kritisch ist die Kombination von hohem Erfolgsstreben und intensivem Stress, wenn Situationen sich häufen, in denen einerseits ein hohes Ausmaß an Anstrengung erforderlich und gleichzeitig Misserfolg sehr wahrscheinlich ist. Erfolgsorientierung an sich ist gesund.

Erholungspause

Nach ca. zwei Stunden Arbeit zeigt die Leistungskurve nach unten. Idealer Weise sollte man dann eine etwa zwanzigminütige Pause einlegen. Die wenigsten Arbeitgeber werden von dieser Pausenregelung begeistert sein. Dennoch sollten Sie versuchen, sich zumindest eine kleine Pause zum Entspannen zu genehmigen (siehe auch Entspannungsmethoden), um anschließend wieder voll konzentriert arbeiten zu können.Nach der Bildschirm- arbeitsverordnung sollte man nach zwei Stunden eine Pause von ca. fünf bis sechs Minuten einlegen.

Stressvermeidung

Stress ist ansteckend und so sollte man sich möglichst von Hektikern oder stressgeplagten Mitarbeitern fern halten. Versuchen Sie Ihr Verhalten so zu ändern, dass Sie selbst unangenehmen Situationen noch etwas Positives abgewinnen können. Dies gilt für Aufgabenstellungen genauso, wie für den Umgang mit unbeliebten Mitarbeitern. Sprechen Sie sich aus, wenn Sie sich ungerecht behandelt fühlen – damit verschaffen Sie sich Erleichterung und steigern zugleich Ihr Selbstwertgefühl. Versuchen Sie Ihre Misserfolge konstruktiv zu analysieren (wie werde ich es besser machen) und stellen Sie Ihre Erfolge in den Vordergrund.

Abwechslung

Steigern Sie Ihre Leistungsfähigkeit, indem Sie Abwechslung in Ihre Arbeit bringen. Zum Einen beugen Sie Ermüdungserscheinungen vor und zum Anderen kann es von Vorteil sein, ein Problem mit etwas Abstand zu lösen. Letztendlich sollte es auch Ihrem Vorgesetzten in den meisten Fällen gleichgültig sein, in welcher Abfolge Sie Ihre Tätigkeiten verrichten. Entscheidend ist das Ergebnis Ihrer Arbeit.

Stressabbau durch Lachen

Lachen ist nicht angeboren. Erst nach etwa drei Monaten fangen Säuglinge an zu lachen – bewusst geschieht dies sogar erst ab dem zweiten Lebensjahr. Lachforscher (Gelotologen) gehen davon aus, dass Stress unter anderem auch durch Lachen abgebaut wird. Man sollte also in Zukunft weniger vom „Sich Totlachen”, als vielmehr vom „Sich Gesundlachen” sprechen. Außerdem werden beim Lachen Endorphine freigesetzt, die sich ebenfalls positiv auf das Wohlbefinden auswirken.

Stressabbau durch Musik

In einer Berliner Studie wurde der Anteil der Stresshormone Kortisol, Adrenalin sowie Prolaktin gemessen. Diese Messung fand vor, während und nach dem Hören von Musik bei den Probanten statt. Das Ergebnis der Studie: Speziell meditative Klänge senken den Kortisol- und Adrenalinspiegel und bauen somit Stress ab. Die beruhigende Wirkung von Musik macht man sich ebenfalls im Flugverkehr zu nutze, wo Musikzuspielungen eine entspannte Atmosphäre erzeugen sollen. Und auchin Krankenhäusern wird Musik immer häufiger eingesetzt, um ängstliche Patienten beispielsweise vor einer Operation zu beruhigen. Tipp: Vermeiden Sie textlastige Musik, die Ihre linke Gehirnhälfte unnötig aktiviert – und damit das Entspannen erschwert.

Stressabbau durch Atemübungen

Wenn das Gehirn zu wenig Sauerstoff erhält, kann es zu schädigenden Stressreaktionen und vorzeitigen Zellalterungen kommen. Dem kann man entgegenwirken, indem man immer wieder ruhig und tief einatmet oder verschiedene Atemübungen, wie etwa Quigong durchführt.

Kategorie: Fitness
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