Fitness im Trend

Waren es bislang vorwiegend die großen Kaufhäuser, welche Erlebniswelten für ihre Kunden schafften, so findet man vergleichbares jetzt auch im Bereich des Fitness. Vorbei sind die Zeiten, da ein Fitnessstudio nur ein Raum voller Hanteln und Gewichte war, deren meist muskelbepackten Anwender beim Anblick von Arnold Schwarzenegger feuchte Augen bekamen.Zwar sind die Gerätschaften zum Bodybuilden geblieben, aber weitere „trendige” computergesteuerte Geräte sind hinzugekommen. Doch auch damit lassen sich kaum neuen Kunden gewinnen. Erst durch die Ergänzung von Entertainment- und Wellness-Angeboten trifft man den Zeitgeist des neuen Jahrtausends. Zahlreiche Trainer motivieren Ihre Kursteilnehmer zum gemeinsamen Fitnessmarathon, in dem Sie sich ständig neue Choreografien zu aktuellen Hits ausdenken. Anschließend geht es dann ab in den Wellness-Bereich, der in modernen Studios neben verschiedenen Saunatypen mit Whirlpool einen Massageraum, Solarien, Dampfbäder sowie ein Schwimmbad beinhaltet. Essen kann man dann mit den Gleichgesinnten beim mitintegrierten Italiener, um sich näher kennen zu lernen.

Fitnesstest: Welcher Fitnesstyp sind Sie ?

Die drei Säulen des Fitnesstraining

Fitnesstraining baut sich auf drei Säulen auf – der Ausdauer der Beweglichkeit und der Kraft. Ein enger Zusammenhang ist dabei zwischen der Ausdauer und Kraft festzustellen. So hat regelmäßiges Ausdauertraining auch einen Zuwachs der Maximalkraft zur Folge. Wichtig ist es, ein ausgewogenes Fitnessprogramm zu erstellen, das alle drei Säulen berücksichtigt. In jedem Fall sollte dem eigentlichen Fitnesstraining eine Aufwärmphase vorausgehen.

Warm-up & Cool-down

Um die Verletzungsgefahr zu verringern, sollten Sie Ihre Fitnessübungen mit einer etwa 15minütigen Aufwärmphase beginnen. Dabei erhöht sich die Muskeldurchblutung, die Sauerstoffversorgung sowie die Körpertemperatur. Bei der Verwendung von Fitnessgeräten empfiehlt es sich, zusätzliche Aufwärmeinheiten einzulegen, sofern andere Muskelpartien in Anspruch genommen werden, als dies bei vorherigen Übungen der Fall war. Um die Erholungsfähigkeit des Organismus zu verbessern, ist es auch ratsam dem Körper eine Abkühlphase zu gönnen, indem man beispielsweise leichte Lockerungsübungen durchführt. Sowohl beim Warm-up, als auch beim Cool-down sollte der Puls nicht über 120 liegen.

Ausdauertraining

Zu den typischen Sportarten zur Steigerung der Ausdauer gehören Joggen und Schwimmen, die man das ganze Jahr über betreiben kann. Beim Laufen sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Sie geeignetes Schuhwerk tragen. Im Zweifelsfall im Fachhandel nachfragen. Wie bei allen Sportarten sollte man mit Aufwärmen beginnen. Ideal ist anschließend eine Laufgeschwindigkeit, bei der Sie sich noch problemlos unterhalten können. Je besser Sie durchtrainiert sind, desto höher wird diese sein. Versuchen Sie auch die Distanzen langsam aber kontinuierlich von Lauf zu Lauf zu steigern, um eine gute Fitness zu erlangen. Sollten Sie Probleme mit Ihren Gelenken haben, so kann Schwimmen eine echte Alternative zum Laufen sein. Auch hier verbrennt man viele Kalorien. Dabei gilt. Je kälter das Wasser, desto mehr Kalorien werden verbraucht, da neben der Bewegung auch Energie bezüglich der Körpertemperatur gebraucht wird.

Beweglichkeitstraining

Neben dem Warm-up und dem Cool-down sollten auch Dehnungsübungen zu jeder Trainingseinheit gehören. Die individuelle Beweglichkeit ist abhängig von der Muskellänge, die in Regel durch Dehnübungenoder spezielle Gymnastikübungen verändert werden kann. Theoretisch lassen sich Sehnen und Bänder bis zu 6%, Muskeln sogar bis zu 100% ihrer ursprünglichen Ausgangslänge dehnen.

Indoor Fitness

Die Technik macht’s möglich. Immer mehr Sportler haben die Möglichkeit, Ihre geliebten Sportarten auch im Winter fortzusetzen – und zwar unabhängig von der Witterung. Walker, Crosstrainer, Rudergeräte, Climber, Laufbänder oder spezielle Standräder (Spinning-Räder) sind nur einige der Gerätschaften, die eine echte winterliche Alternative für Körper und Geist darstellen. Der Ideenreichtum der Hersteller findet dabei nahezu keine Grenzen. Mit Hilfe von Computersimulationen wird die reale Welt auf Monitoren oder Leinwänden dargestellt. Wann spielen Sie Ihre erste Runde Golf auf dem 18 Loch Paarcour im Fitnessstudio?

Fit durch Indoor-Cycling

Zugegebener Maßen ist das Indoor-Cycling im Winter eine gute Alternative zum „Outdoor-Cycling”. Nichtsdestotrotz erzeugen echte Berge und Täler, Wind und Regen sowie Steine und Asphalt ganz andere Emotionen, als die innerhalb der vier Wände. Wer noch relativ untrainiert ist und in erster Linie möglichst viel Gewicht verlieren möchte, der sollte zunächst auf der Ebene in die Pedalen treten (beim Indoor-Cycling auf möglichst wenig Widerstände einstellen), da beim aeroben Training erst nach ca. 20 Minuten auf die Fettreserven zugegriffen wird. Am Berg könnten Ungeübte sich nach dieser Phase bereits die Auszeit gönnen. Um tatsächlich wieder fit vom Rad zu steigen sollten Sie einige Dinge beachten. Sorgen Sie für eine entspannte Sitzposition, um Verspannungen und Haltungsschäden zu vermeiden. Außerdem sollten insbesondere Männer gelegentlich aus dem Sattel gehen, damit die Blutzufuhr der Hoden nicht unterbrochen wird. Die wichtigste Schutzausrüstung ist jedoch der Helm, der speziell beim Downhill der Biker nie fehlen sollte.

Kangoo Jumping

Kangoo Jumping ist eine Sportart, die in Deutschland noch relativ unbekannt ist, sich aber durchaus als Trend durchsetzen könnte. Ursprünglich wurden die speziellen Schuhe für den Muskelaufbau verletzter Football-Spieler entwickelt. Sie verfügen über ein Federsystem an der Sohle, das ein lebhaftes hoch und runter ermöglicht. Mittlerweile haben die ersten Minitrampolinschuhe den Weg in die Fitnessstudios gefunden, wo verschiedene Kurse angeboten werden. Aber auch zum Joggen sollen die Schuhe geeignet sein.

Step & Aerobic

Neben Spinning und Wassergymnastik wird auch beim Aerobic und beim Steppen die Fettverbrennung angekurbelt. Sowohl beim Steppen, als auch beim Aerobic geht es in erster Linie darum, schweißtreibende Ausdauerbelastungen spaßbringend durchzuführen. Das Gruppenerlebnis und der Rhythmus, den die Musik vorgibt, erleichtern das Durchhalten bis zum Schluss. Die Kursleiter/innen müssen nicht nur körperlich in Topform sein, sondern sollten zudem auch kreativ sein, um sich abwechslungsreiche Choreographien für die Teilnehmer auszudenken. Kaum ein Fitnessstudio im neuen Jahrtausend kann es sich leisten, auf derartige Kurse zu verzichten.

Was bewirkt Fitness?

Durchtrainierte Personen haben Untersuchungen zur Folge einen erholsameren Schlaf, als Ihre untrainierten Mitmenschen und schlafen zudem auch schneller ein.Bewegungsaktive Personen sind auch selbstbewusster. Männer können Ihr Herzinfarktrisiko um etwa 1/3 reduzieren, indem Sie Ihren Körper täglich 15 Minuten trainieren. Experten gehen sogar soweit zu sagen, dass regelmäßige sportliche Aktivitäten das Risiko, einen Herzinfarkt zu erlangen, halbiert.

Wer seinen Körper fit hält, beugt als positiven Nebeneffekt bestimmten Krebsarten vor. Studien zu Folge senkt sich beispielsweise die Wahrscheinlichkeit einer Darmkrebserkrankung bei Männern und Frauen. Innerhalb einer norwegische Studie mit über 25.000 Frauen kam man zu dem Ergebnis, dass das Brustkrebsrisiko je nach körperlicher Aktivität bis zu 52% reduziert werden kann.

Wer regelmäßig und ausdauernd trainiert, verlangsamt die Alterungsprozesse des Körpers um etwa 10%. Die Begründung hierfür liegt im verbesserten Stoffwechsel des durchtrainierten Körpers sowie der Verzögerung des biologischen Zellabbaus

Fitness für Akademiker

Der Name Fitness verrät bereits, dass es in erster Linie darum geht, den Körper fit zu halten. In der Tat ist es so, dass Sport und Fitness eine ganze Reihe positiver Nebeneffekte zur Folge haben. Das Gewicht wird reduziert, der Blutdruck senkt sich, der Stoffwechsel funktioniert besser und letztendlich wird das physische und psychische Wohlbefinden gesteigert. In anderen Worten: Man wird schlank, attraktiv und sexy und bleibt auch geistig beweglicher. So hat beispielsweise die Auswertung von 1466 Interviews durch die Universität Koblenz-Landau ergeben, dass Menschen mit höheren Bildungsabschlüssen und in höheren Positionen motivierter sind, Sport zu treiben, als die Befragten mit niedrigerem Bildungsabschluss. Auch regional scheint es Unterschiede hinsichtlich der Einstellung zur eigenen Figur zu geben. Ostdeutsche sind mit ihrem Aussehen insgesamt zufriedener und denken weniger an gewichtsreduzierende Maßnahmen. Des weiteren kam man zur Erkenntnis, dass für Frauen ihr äußeres Erscheinungsbild wichtiger ist, als für Männer und mit zunehmenden Alter allgemein weniger Sport getrieben wird.

Fitness in der Schwangerschaft

Sofern keine gesundheitlichen Gebrechen vorliegen, können Schwangere nachfolgende Sportarten ohne große Einschränkungen ausüben: Schwimmen, sofern die Wassertemperatur zwischen 20 und 35 °C beträgt, Wandern bis zu einer Höhe von 2000 Metern sowie Joggen, Radfahren, Tanzen und ähnliche Aktivitäten. Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko (z.B. Skifahren, Mannschafts- oder Kampfsportarten) sollten vermieden werden, da durch die Diagnostik (Röntgen) oder Therapie (Narkose/Operation) zusätzliche Gefahrenquellen entstehen. Was die Ernährung angeht, so empfehlen Experten lediglich ab dem vierten Monat der Schwangerschaft eine leichte Steigerung des Tagesbedarfs von 200 bis 300 Kalorien. Viel wichtiger ist, dass über die Nahrungskette mehr Vitamine, Mineralien sowie Spurenelemente aufgenommen werden (siehe auch “Was der Körper jetzt braucht”), während auf Alkohol möglichst ganz verzichtet werden sollte (siehe auch “Risikofaktoren”).

Fitness für Babys

Aufgrund der Unbeholfenheit an Land bietet sich für Babys ab der sechsten Lebenswoche insbesondere die Bewegung im Wasser an. Dabei werden die motorischen Fähigkeiten und der Orientierungssinn gefördert sowie die Sinneswahrnehmungen stimuliert.

Die Schattenseiten des Sports

Grundsätzlich gilt der Ausspruch: In einem gesunden Körper steckt auch ein gesunder Geist. Einige Sportler gehen leider über Ihre eigenen körperlichen Grenzen hinaus und gefährden damit nicht nur ihre Gesundheit, sondern vereinzelt leider auch ihr Leben.

Gefährliche Trendsportarten

Millionen Deutsche halten sich fit, indem sie Trendsportarten wie Inline-Skating, Canyoning oder Snowboarding nachgehen. In den letzten Jahren haben sich die sportlichen Trends immer mehr in Richtung Nervenkitzel bewegt.Die Zeiten, dass Bungiespringen, Heliskiing oder Fallschirmspringen als exotische Sportarten galten, sind längst vorbei.

Kopfverletzungen beim Downhill

Massensportarten wie Fußball verursachen zwar immer noch die meisten Sportverletzungen, aber mit der Tendenz zu Risikosportarten hat sich auch die Schwere der Verletzungen erhöht. Das höchste Verletzungsrisiko im Sommer, so Professor Klaus Steinbrück, Chefarzt der Stuttgarter Sportklinik, haben Mountainbiker, deren Unfallzahlen sich in den letzten Jahren etwa vervierfacht haben. Speziell beim Downhill kommt es bedingt durch die hohen Geschwindigkeiten oftmals zu schwerwiegenden Kopfverletzungen. Im Winter enden viele Snowboard-Unfälle mit Gelenksverletzungen, deren Heilungsverlauf in der Regel längerfristiger ist, als Knochenbrüche, wie sie eher beim traditionellen Skifahren vorkommen. Neue Trendsportarten erfordern aber auch veränderte Ausrüstungen und Kenntnisse der Notärzte. So müssen beispielsweise beim Canyoning Tragen eingesetzt werden, die auch im Wasser schwimmen oder bei der Bergung von Höhlenwanderern trainierte Höhlentaucher eingesetzt werden.

Zeugungsunfähig durch Bodybuilding

Der Begriff Bodybuilding lässt vermuten, dass es sich hierbei um einen relativ jungen Körperkult handelt. Tatsächlich lassen sich aber muskelaufbauende Kraftübungen in China bis 3600 v.Chr. zurückverfolgen. Während man heute an computergesteuerten Kraftmaschinen trainiert, nutzte man damals natürliche Gewichte wie beispielsweise Steine, um die Muskelmasse zu steigern.

Bei den Bodybuildern gilt es zwei Gruppen zu unterscheiden – die Extrem-Bodybuilder, die zu Dopingmittel greifen und die Gruppe, die fitnessbetontes Muskeltraining betreibt. Erstere leben gefährlich. Viele kennen die Wettkämpfe, bei denen ölglänzende Muskelprotze in Stringbadehose ihren Körper zur Schau stellen. Ohne Dopingmittel wäre es nahezu unmöglich, einen derartigen Körper zu erhalten. Wie aber wirken Dopingmittel? Anabolika bewirken einen starken Anstieg der Steroide (männliche Hormone). Neben einem verstärkten Sexualverlangen wird man auch leistungsfähiger, was wiederum große Muskelzuwächse ermöglicht. Nimmt man nun Anabolika über einen längeren Zeitraum zu sich, so stellt der Körper die eigene Produktion von männlichen Hormonen ein – Zeugungsunfähigkeit kann beispielsweise die Folge sein. Frauen müssen bei der Einnahme von Anabolika mit Bartwuchs sowie einer tiefen Stimme rechnen.

Neben Anabolika werden auch Aufputschmittel ( z. B. Amphetamine) eingesetzt, die den Körper an die Leistungsgrenzen führen sollen. Neben der Gefahr, dass die körperlichen Grenzen überschritten werden, können Aufputschmittel auch zu einer psychischen Abhängigkeit führen und unterliegen deshalb auch dem Drogengesetz.

Wer ungefährlicher leben will, der sollte die vom Körper gesetzten Grenzen akzeptieren, in dem er auf Dopingmittel generell verzichtet. Wer dennoch seine Muskeln spielen lassen will, muss neben dem täglichen Training vor allem viel Eiweiß zu sich nehmen. In der Regel benötigt der Körper für den Muskelerhalt täglich in etwa ein Gramm, für den Muskelaufbau in etwa ein halbes Gramm Eiweiß je Kilogramm Körpergewicht. Eine Frau mit einem Körpergewicht von 60 kg würde demnach für den Muskelerhalt etwa 60 g Eiweiß, für den Muskelaufbau weitere 30 g Eiweiß benötigen. Beim Bodybuilding empfiehlt es sich in jedem Fall, sich durch qualifizierte Personen beraten zu lassen – sowohl was die Übungen, als auch die Ernährung angeht.

Fit durch Doping?

Laut der Medical Tribune ist Doping längst nicht mehr auf den Hochleistungssport beschränkt. Bedenklich dabei ist vor allem, dass neben erwachsenen Sportlern auch immer mehr Schüler zu Anabolika greifen. Durch Mund zu Mundpropaganda

bekommen die Schüler vermittelt, dass die Einnahme von Anabolika einen in Stimmung bringt und gut aussehen lässt. Die Folge: Selbst Jugendliche, die keinen Sport treiben, greifen zu anabolen Präparaten, die teilweise auf dem Schwarzmarkt gehandelt werden. Und auch hier lauern weitere Gefahren. Von 40 auf dem Schwarzmarkt angebotenen Präparaten enthielten 15 nicht die auf dem Etikett genannten Inhaltsstoffe. Somit drohen unkalkulierbare Risiken – bis hin zu Todesfällen.

Kategorie: Fitness
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