Masern

Die Masern gehören zu den ansteckendsten Krankheiten überhaupt. Masern gelten als typische Kinderkrankheit, können aber auch bei Jugendlichen und Erwachsenen auftreten. Sie sind weltweit verbreitet. Ihre Bedeutung ist in Entwicklungsländern am größten.

Nicht immer verlaufen die Masern harmlos, es kann auch zu Komplikationen wie Mittelohr-, Lungen- oder Gehirnentzündung kommen. Jedes Jahr sterben weltweit etwa 100.000 Kinder an dieser Infektionskrankheit. Nach Schätzungen vom Robert-Koch-Institut erkranken in Deutschland 50.000 bis 100.000 Menschen jährlich an Masern; auch Todesfälle werden in Deutschland beobachtet.

Masern: Übertragung/Risikofaktoren

Die Ansteckung mit Masern erfolgt vor allem über Tröpfchen (z.B. beim Husten, Niesen oder Sprechen) von Mensch zu Mensch. Aber auch der Kontakt mit infizierten Gegenständen wie z.B. Geschirr oder Besteck kann zu einer Ansteckung mit Masern-Viren führen. Die Masern-Viren sind hochansteckend und in 99 % der Fälle führt eine Ansteckung auch zum Krankheitsausbruch.

Krankheitsbild

Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der ersten Krankheitszeichen vergehen in der Regel 9-12 Tage. In einer ersten Phase leiden Betroffene an Schnupfen, Husten und Fieber. Der typische Hautausschlag mit 3-6mm großen, zunächst hellroten Flecken, die ineinander fließen, tritt einige Tage später nach vorübergehender Entfieberung und unter erneutem Fieberanstieg auf. Er wird von einer Rötung der Mund- und Rachenschleimhaut (Enanthem) begleitet. Der Ausschlag erscheint zuerst hinter den Ohren und breitet sich anschließend über das Gesicht und den ganzen Körper aus. Nach einigen Tagen werden die Flecken dunkler – fast bräunlich – und blassen schließlich schnell ab. Solange der Ausschlag jedoch nicht ganz verschwunden ist, gilt der Betroffene als ansteckend. Am häufigsten erkranken Kinder zwischen dem 4. und 5. Lebensjahr an Masern, doch kann sich das Erkrankungsalter auch in das Erwachsenenalter verschieben. Die Erkrankungsfälle bei Erwachsenen sind zwar seltener, dann aber häufiger mit Komplikationen verbunden.

Auswirkungen

Zwar heilen die Masern in der Regel problemlos aus, doch können auch Komplikationen wie Mittelohr- und Lungenentzündung auftreten. Gefürchtet ist vor allem die Gehirnentzündung (Enzephalitis), die in einem von tausend Masern-Fällen auftritt und bei einem Drittel der Erkrankten bleibende geistige Schäden hinterlassen kann. Bei sehr schwerem Verlauf kann die Masernenzephalitis sogar zum Tode führen.

Erkennung/Untersuchungen

Die Masern können anhand der typischen Krankheitszeichen, insbesondere am typischen Exanthem erkannt werden. Allerdings sind zu einer Diagnosesicherung Laboruntersuchungen notwendig, bei denen masernspezifische Antikörper im Blut nachgewiesen werden.

Therapie

Ein Medikament, das die Masern-Viren direkt bekämpft, gibt es nicht. Mit hustenstillenden und fiebersenkenden Medikamenten können die Krankheitsbeschwerden gelindert werden. Bettruhe ist bei Masern unbedingt erforderlich. Die meisten Patienten reagieren wegen ihrer Bindehautentzündung sehr lichtscheu und sollten sich deshalb in einem abgedunkelten Raum aufhalten. Bei Vorliegen einer Mittelohr- oder Lungenentzündung müssen Antibiotika verabreicht werden.

Impfschutz

In den ersten Lebensmonaten bieten Antikörper von der Mutter noch einen Schutz vor einer Masern-Infektion. Eine Masern-Impfung zwischen dem 12. und 15. Lebensmonat bietet einen Schutz vor der Infektion. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt außerdem eine zweite Masern-Impfung um sicher zu gehen, dass alle Personen zuverlässig geschützt sind. Die zweite Masern-Impfung kann bereits vier Wochen nach der ersten Impfung durchgeführt werden. Im allgemeinen wird sie vor Schuleintritt vorgenommen. Spätestens sollte sie bis zum 18. Lebensjahr erfolgen.Meist wird gegen Masern ein Kombinationsimpfstoff geimpft, der gleichzeitig auch vor Mumps und Röteln schützt.

Häufige Fragen

Warum ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen gegen Masern geimpft werden ?
Eine hohe Durchimpfungsrate der Bevölkerung (ab 90-95 %) garantiert eine sogenannte “Herdimmunität”, bei der durch den großen Prozentsatz Geimpfter die Ausbreitung der Masern-Viren in der Bevölkerung unterbrochen wird und damit das Ansteckungsrisiko für Nicht-Geimpfte sehr gering gehalten oder ganz unterbunden werden kann.

Sollten Erwachsene, die nie an Masern erkrankt sind, die Impfung nachholen?
Ja, denn einerseits verläuft die Krankheit bei Erwachsenen meist schwerer als bei Kindern und andererseits können Erwachsene ihre Kinder mit Masern anstecken.

Können Erwachsene, die als Kind an Masern erkrankt sind, eine Masernimpfung erhalten?
Ja. Denn eine Masernerkrankung kann ohne Labordiagnostik nie mit absoluter Sicherheit bewiesen werden. Darüber hinaus ist eine Masernimpfung völlig ungefährlich, wenn der Impfling früher schon an Masern erkrankt ist, weil er dadurch Antikörper erworben hat, welche die Impfviren neutralisieren.

Kann man im Verlaufe des Lebens zweimal an Masern erkranken?
Nein. Eine einmal durchgestandene Masern-Erkrankung hinterlässt einen lebenslangen Schutz.

Wichtige Adressen

Robert Koch-Institut
Nordufer 20
13353 Berlin

Telefon: 01888 754-0
Telefax: 01888 754-2328

Kategorie: Krankheiten
© 1997-2017 | -