Malaria

Malaria ist die Tropenkrankheit mit der größten Verbreitung. Sie ist weiterhin auf dem Vormarsch. Weltweit leben mindestens 1,6 Milliarden Menschen in Risikogebieten. In ca. 150 Ländern können sich Reisende derzeit infizieren. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO erkranken jährlich ca. 300 bis 500 Millionen an Malaria. In Deutschland kam es in den vergangenen zwei Jahrzehnten durch den zunehmenden Fernreiseverkehr zur Verzehnfachung der Krankheitsfälle. Hierzulande erkranken heutzutage jährlich etwa 1000 Menschen an Malaria, 40 davon sterben. Oft wird die Malaria zu spät erkannt. Im Prinzip kann sich jeder, der mit Fieber aus einem Urlaub in einem Tropen- bzw. Subtropengebiet zurückkommt, mit ihr infiziert haben. Entsprechend kann aus der eben noch gut zu behandelnden Infektion innerhalb kürzester Zeit eine lebensbedrohliche Krankheit werden.

Ursachen/Risikofaktoren

Die Erreger heißen Plasmodien und werden durch den Stich der blutsaugenden weiblichen Anopheles-Mücke übertragen. Diese kommt nicht nur in tropischen und subtropischen Ländern, sondern teilweise auch in Mittelmeerländern vor. Im Menschen befallendie Malariaerreger Blut- und Leberzellen und durchleben hier verschiedene Zyklen. Phasenweise können sie als Hypnozoiten in “Schlummerstadien” vorkommen, in dieser Form lange Zeit im Menschen existieren und immer wieder zu neuen Rückfällen führen.

Krankheitsbild

Die Malaria äußert sich in alle 3 oder 4 Tagen wiederkehrenden Krankheitsschüben mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Verwirrungszuständen und Krämpfen. In der schwersten Form der Malaria (Malaria tropica) sind die Fieberschübe unregelmäßig. Es besteht akute Lebensgefahr.

Auswirkungen

Die Malaria tropica ist eine akut lebensbedrohende Krankheit und der rasche Einsatz der richtigen Therapie ist lebenswichtig. Wobei unter “rasch” nicht mehr als 24 Stunden ab dem Beginn der Erkrankung zu verstehen ist. Wird die Malaria zu diesem Zeitpunkt bereits erkannt und behandelt, so hat der Patient praktisch eine hundertprozentige Überlebenschance. Mit jedem Tag, den man wartet, sinkt die Überlebenschance. Unbehandelt endet die Malaria tropica bei 50 bis 60 Prozent der Mitteleuropäer tödlich.

Erkennung/Untersuchungen

Bei Fieber, das nach einem Aufenthalt in einem Risikogebiet für Malaria auftritt, sollte man immer eine Infektion mit Plasmodien in Betracht ziehen. Für einen schnellen Nachweis genügt schon ein Tropfen Blut, indem die Erreger dann direkt unter dem Mikroskop nachgewiesen werden. Desweiteren wird ein Blutausstrich angefertigt, gefärbt und ebenfalls mikroskopisch begutachtet.

Therapie

Wenn die Infektion rechtzeitig erkannt wird, bestehen gute Heilungschancen. Behandelt wird mit verschiedenen Medikamenten, v.a. Antibiotika und Chininabkömmlingen. Mittel der ersten Wahl ist Chloroquin. Die einzelnen Medikamente greifen dabei jeweils unterschiedliche Entwicklungsstadien der Malariaerreger an. Problematisch ist die Resistenzentwicklung der Erreger, wodurch die Medikamente ihre Wirksamkeit verlieren. In solch einem Fall muss ein anderes Malariamedikament eingesetzt werden. Leider haben alle Malariamedikamente verschiedene unerwünschte Nebenwirkungen, beispielsweise auf Magen und Darm, Nervensystem, etc.

Vorsorge

Die Vorbeugung der Malaria stützt sich auf zwei Maßnahmen, die nach Möglichkeit parallel zur Anwendung gelangen sollen:

1. Expositionsprophylaxe

Unter diesem Begriff werden all jene Maßnahmen zusammengefasst, die die Infektionswahrscheinlichkeit – z.B. den Stich der Mücke – verhindern sollen.
Die Vorsorge umfasst daher: Aufbringen von Mückenschutzmitteln auf unbedeckte Hautstellen, Imprägnierung von Kleidung mit Mückenschutzmitteln und Insektiziden (Permethrin), Tragen von heller langärmliger Oberbekleidung und langen Hosen, Aufenthalt in klimatisierten Räumen, Anbringen von Drahtgittern vor Fenster- und Türoffnungen und -als eine der wichtigsten Maßnahmen- das Schlafen unter imprägnierten Moskitonetzen. Die Effektivität solcher kombinierten Maßnahmen ist erstaunlich: Der Schutz vor einer Infektion kann bis zu 90% gesteigert werden.

2. Chemoprophylaxe

Darunter versteht man die Einnahme von Medikamenten, die den Ausbruch einer Malaria verhindern. Es wird nicht die Infektion verhindert, sondern nur das Auftreten von klinischen Symptomen. Die Chemoprophylaxe der Malaria hat grundsätzliche Schwächen:

Nur wenige Medikationen töten die “Schlummerstadien” der Erreger ab und wirken so gegen die Ursache. Der Erreger wird resistent, das heißt, das Mittel wirkt nicht mehr. Zusätzlich handelt es sich um Medikamente, die allesamt nicht frei von Nebenwirkungen sind.

Risikogebiete:

Die Resistenzentwicklung des Erregers der Malaria tropica hat zu einer Einteilung der malariaendemischen Gebiete der Welt in Zonen geführt, die bei der Auswahl des geeigneten Medikaments für eine bestimmte geografische Region hilfreich sind.

ZONE A

Gebiete ohne Resistenz gegen 4-Aminochinoline, in denen zumeist eine harmlosere Form, die Malaria tertiana, vorkommt und die gefährliche Malaria tropica selten ist. Die Zone A umfasst Malariaendemiegebiete im Karibischen Raum, und im Nahen Osten sowie Gebiete in Nordafrika und Mittelamerika. China gehört ebenfalls zur Zone A.

ZONE B

Gebiete, in denen Resistenzen gegen die Antimalariasubstanz 4-Aminochinolin vorkommen und zwar mit durchaus unterschiedlicher Häufigkeit, andererseits aber die Verbreitung der Malaria nicht sehr hoch und Malaria tropica nicht die häufigste Malariaform ist. Die Zone B umfasst den Rest des Nahen Ostens, den Mittleren Osten bis zur Westgrenze Bangladeshs, den indonesischen Raum mit Ausnahme von Borneo und Celebes.

ZONE C

Gebiete in denen 4-Aminochinolinresistenzen häufig vorkommen, zusätzlich aber auch schon Resistenzen gegen andere verwendete Medikamente bestehen und in denen Malaria tropica vorherrschend ist. Die Gebiete dieser Zone umfassen den gesamten schwarzafrikanischen Raum, den südamerikanischen Raum von Panama südwärts (Amazonasgebiet), Indochina, die Philippinen, Papua Neuguinea sowie Vanuatu. Das frühere Ostindien und Bangladesh sind ebenfalls Gebiete der Zone C.

Häufige Fragen

Ist eine Malaria-Prophylaxe wirklich notwendig?
Grundsätzlich können Medikamente entweder zur regulären Vorbeugung oder “stand by” eingesetzt werden. Eine reguläre Vorbeugung wird dann sinnvoll sein, wenn das Malariarisiko hoch, die medizinische Versorgung vor Ort schlecht und die Resistenzlage bedenklich ist. Ein “stand by”, sprich Einsatz des Medikamentes erst bei möglichen Symptomen der Malaria, wird nur bei sehr geringem Risiko einer Erkrankung und der Möglichkeit, sich medizinisch in der Folge noch abklären zu lassen, sinnvoll sein. Die Wahl zwischen Prophylaxe und “stand by” ist heikel und stellt letztlich den Versuch dar, Nutzen und Risiko der Malariamedikamente zu berücksichtigen.

Was hilft am besten gegen Malaria?
Am wirkungsvollsten ist der Schutz durch Mückenmittel, entsprechende Kleidung und Moskitonetz.

Wo bekomme ich Mittel gegen Malaria?
Bitte gehen Sie zu Ihrem Hausarzt oder in ein Tropeninstitut.

Woran erkennt man, ob man Malaria hat?
Die Inkubationszeit (d.h. die Zeit zwischen Infektion und Auftreten der Krankheitssymptome) ist unterschiedlich, kann zwischen wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten betragen und ist natürlich auch von der Art des Erregers abhängig. Auch die Einnahme einer Malariaprophylaxe (Medikament, Einnahmezeitraum) hat einen Einfluss auf die Inkubationszeit. Sollten Sie also auch Monate nach einer Urlaubsreise in einem Malariarisikogebiet Fieber bekommen, gehen Sie sofort zum Arzt und lassen ihr Blut untersuchen.

Kategorie: Krankheiten
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