Krebs

Die Bezeichnung „Krebs” steht für etwa 150 verschiedene Formen bösartiger (maligner) Erkrankungen, die durch eine unkontrollierte Zellteilung eines Organs oder Gewebes gekennzeichnet sind. Pro Jahr erkranken in Deutschland mehr als 330.000 Menschen an Krebs.

Zu den häufigsten Krebsformen zählen:

Bei Frauen:
Brustkrebs, Darmkrebs, Krebs der Gebärmutter und der Eierstöcke, Leukämie, Lungenkrebs, Magenkrebs, Leber- und Gallenblasenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Nierenkrebs

Bei Männern:
Lungenkrebs, Prostatakrebs, Darmkrebs, Leukämie, Harnblasenkrebs, Magenkrebs, Mund- und Rachenraumkrebs, Nierenkrebs, Leber- und Gallenblasenkrebs

Was ist Krebs?

Der Mechanismus der Entstehung von bösartigen Tumoren, d. h. von Krebs, begründet sich in der Vielzahl unkontrollierter Zellteilungen. Alle Zellen des menschlichen Körpers leben in einer komplexen Gemeinschaft und teilen sich nur, wenn sie von benachbarten Zellen dazu aufgefordert werden. Für den ordnungsgemäßen Ablauf dieser Zellteilungen sind die Gene verantwortlich, die vielen Einflüssen ausgesetzt sind und sich dabei verändern können. Die meisten dieser Veränderungen haben keine Auswirkungen oder sie werden von körpereigenen Kontrollmechanismen reguliert. Wenn es aber vorkommt, dass eine Zelle, die krebsbegünstigenden Veränderungen unterliegt, den Kontrollmechanismen entgeht, können diese Veränderungen weitergegeben werden. Das Zusammenkommen vieler Veränderungen über viele Generationen von Zellen hinweg kann im ungünstigsten Fall zur Entstehung einer Krebszelle führen. Krebszellen durchbrechen die Kontrollmechanismen und folgen ihrem eigenen Vermehrungsprogramm, es entsteht eine Geschwulst, ein Tumor. Die entarteten Zellen wachsen in umliegendes Gewebe ein und schädigen es unwiderruflich. Diese bösartigen Tumoren besitzen außerdem die Fähigkeit, zu wandern und sich im ganzen Körper auszubreiten. Sie gelangen über den Blut- und Lymphstrom in andere Organe und siedeln sich dort an. Es entstehen Tochtergeschwülste (Metastasen).

Ursachen/Risikofaktoren

Die Ursachen für Krebserkrankungen sind bisher nicht eindeutig zu benennen. Dennoch gibt es viele Risikofaktoren, welche die Bildung von Krebszellen fördern können:

  • Erbliche Vorbelastung
  • Schwaches Immunsystem, z.B. bei Aidspatienten
  • Übermäßige Sonnenbestrahlung (UV-Strahlen)
  • Chemische Substanzen in der Umwelt und Nahrung wie:
    Asbest, Benzoldämpfe (Einatmen von Benzin),Nitrosamine (können
    in geräucherten Nahrungsmitteln entstehen), Aflatoxine (entstehen
    durch einen best. Schimmelpilz ), Pflanzenschutzmittel und
    Schwermetalle
  • Radioaktive Strahlung
  • Rauchen (wichtigste Ursache für die Entstehung von Lungenkrebs)
  • Psychische Belastungen können den Körper schwächen und
    Krebswachstum erleichtern

Erste Anzeichen

Erste Anzeichen für eine Krebserkrankung können (müssen aber nicht!) sein:

  • Ständige Müdigkeit und Leistungsabfall
  • Gewichtsverlust
  • unerklärliche Schmerzen
  • Blut im Urin / im Stuhl / beim Abhusten
  • Erbrechen von Blut
  • dauerhafte, unerklärliche Knochenschmerzen
  • schwärzliche Hautpigmente
  • Knoten, die beim Abtasten des eigenen Körpers auffallen

Sollten Sie auffällige Beschwerden haben oder körperliche Veränderungen bemerken, teilen Sie diese bitte frühzeitig Ihrem Arzt mit. Aber rechnen Sie nicht gleich mit dem Schlimmsten …

Auswirkungen

Die Auswirkungen in den von Krebs betroffenen Organen sind je nach Stadium des Tumors einzuordnen. Mit fortschreitender Größe eines Tumors sind die Auswirkungen auf die betroffenen Organe stärker und führen in vielen Fällen zum Ausfall der Organfunktion, wenn keine entsprechenden Behandlungen durchgeführt werden. Bei Tumoren, die bereits Metastasen in anderen, entfernten Organen gebildet haben, ist eine Behandlung dieser Tochtergeschwülste in Abhängigkeit der Ausdehnung nur noch ausnahmsweise mit operativen Verfahren möglich (siehe auch Therapie). Die Behandlung erstreckt sich dann meist auf die Linderung von Schmerzen und auf die Einschränkung eines weiteren Wachstums.

Erkennung/Untersuchungen

Einige wichtige der etwa 150 verschiedenen Krebsarten lassen sich durch routinemäßige Früherkennungsuntersuchungen (siehe auch Vorsorge) diagnostizieren. Diese Vorsorgeuntersuchungen sind auch deshalb von Bedeutung, weil in den frühen Stadien eines Tumors nur sehr selten typische Symptome oder starke Schmerzen auftreten, was ein Problem für die rechtzeitige Erkennung von Krebs darstellt.

Die Diagnose “Krebs” kann in den meisten Fällen erst nach eingehender Untersuchung mit verschiedenen Methoden gestellt werden. Der Ort eines Tumors kann durch sogenannte bildgebende Verfahren festgestellt werden: Ultraschall, Röntgen, Computertomographie, Kernspintomographie, Szintigraphie.

Durch operative oder endoskopische Eingriffe werden zur genaueren Einordnung des Tumors Gewebeproben entnommen, die als gutartig oder bösartig eingestuft werden.
Laboruntersuchungen von Blut, Urin oder anderen Körperflüssigkeiten können bereits erste Verdahtsmomente bzw. Hinweise auf das Vorliegen von einer malignen Erkrankung geben, z. B. die Anzahl roter und weißer Blutkörperchen oder das Vorhandensein und die Konzentration von sogenannten Tumormarkern.

INFO Tumormarker:
Tumorspezifische Stoffe, die bei bestimmten Krebserkrankungen im Blut (vermehrt) nachzuweisen sind und Aufschluss über den Erfolg oder Misserfolg des Therapieverlaufs geben können.

Therapie

Da es viele verschiedene Arten von Krebs gibt, gibt es auch nicht eine bestimmte Art der Behandlung. Grundsätzlich gilt, dass heutzutage ein frühzeitig entdeckter Krebs im Regelfall heilbar ist. Auf jeden Fall sind die Chancen auf Heilung umso besser, je früher die Krankheit bekämpft wird. Die konkrete Therapie muss aber in jedem Fall individuell geplant werden, wobei meistens eine Kombination verschiedener Behandlungsformen angewandt wird.

Tumoren, die bereits Metastasen gebildet haben, sind schwieriger zu behandeln. Es gibt aber wirkungsvolle Methoden, die Krankheit auch in solchen Fällen aufzuhalten oder zurückzudrängen, Schmerzen und andere Beeinträchtigungen lassen sich gut lindern oder ganz bessern.

Chirurgische Krebsbehandlung

Die vollständige operative Entfernung des Tumors aus dem Körper stellt nach wie vor die Grundlage einer erfolgreichen Krebstherapie dar. Die Fortschritte der modernen Medizin erlauben heute schonende und präzise ausgeführte Eingriffe. Auf diesem Gebiet ist ein extrem hoher Stand an Technik erreicht. Die operativen Maßnahmen werden dann durch andere Behandlungsformen unterstützt und gesichert.

Strahlenbehandlung:

Die Behandlung von Tumoren mit energiereicher Strahlung bewirkt eine Beeinträchtigung der Vermehrung von Krebszellen und die Zerstörung der bereits bestehenden bösartigen Tumorzellen. Die Wirkung der Bestrahlung ist auf ein Gebiet begrenzt, normale Körperzellen in dieser Region erholen sich nach Beendigung der Therapie wieder. Als Ergänzung zu Operationen können mit dieser Methode heute gute Ergebnisse erzielt werden.

Medikamentöse Krebsbehandlung:

Die Krebsbehandlung mit Medikamenten zielt darauf ab, über die Blutbahn alle Bereiche des Körpers zu erreichen und in alle Zellen vorzudringen. Meist handelt es sich um die Behandlung mit sog. Zytostatika (Zellgifte), welche die Vermehrung der Krebszellen verhindern sollen. Die Nebenwirkung dieser Chemotherapie betrifft alle anderen Zellen, die einen schnellen Vermehrungsrhythmus haben: Schleimhäute, Haarwurzeln und Knochenmark.

Immuntherapie

Die natürliche Abwehr von körperfremden oder entarteten körpereigenen Zellen unterliegt dem Immunsystem. Je größer die wissenschaftlichen Kenntnisse dieser Immunvorgänge sind, desto genauer kann man versuchen, das eigene Immunsystem gezielt bei der Bekämpfung von Tumoren zu unterstützen. Auf diesem Gebiet liegen große Hoffnungen, da nach erfolgreicher Bekämpfung von Krebs mit den beschriebenen Methoden eine endgültige Heilung durch immuntherapeutische Maßnahmen erzielt werden kann.

Andere Methoden

Bei fortgeschrittenen Krebsleiden erstreckt sich die Behandlung häufig auf die Linderung von Schmerzen und anderen Auswirkungen. Bei dieser palliativen Therapie, deren Methoden vielfältig sein können, ist das Ziel in erster Linie die Schmerzlinderung mit einer vertretbaren Lebensqualität, nicht die Heilung.

Die Psychoonkologie befasst sich mit psychischen und psychosomatischen Aspekten des Krebses und unterstützt Patienten, Angehörige und auch Ärzte und behandelndes Personal bei der Bewältigung der Krankheitsumstände

Vorsorge

In Deutschland existiert ein gesetzliches Früherkennungsprogramm für Krebserkrankungen, das die folgenden Untersuchungen beinhaltet:
Frauen ab 20 Jahren:
Innere und äußere Geschlechtsorgane
Frauen ab 30 Jahren:
Brust und Haut
Frauen ab 45 Jahren:
Enddarm / Mastdarm
Männer ab 45 Jahren:
Enddarm / Mastdarm und Prostata
Die Kosten für diese jährlichen Untersuchungen werden von den Krankenkassen übernommen und sollten auf jeden Fall von Ihnen in Anspruch genommen werden.

Der europäische Kodex zur Krebsbekämpfung sieht folgende 10 Verhaltensregeln vor, um Krebserkrankungen zu vermeiden und den allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern:

  1. Rauchen Sie nicht! Raucher sollten so schnell wie möglich aufhören und schon gar nicht in Anwesenheit anderer rauchen.
  2. Verringern Sie Ihren Alkoholkonsum! Das gilt für Bier, Wein und andere Spirituosen.
  3. Erhöhen Sie Ihren täglichen Verzehr an frischem Obst und Gemüse sowie an ballaststoffreichen Getreideprodukten (siehe auch Ernährung & Krebs).
  4. Vermeiden Sie Übergewicht, sorgen Sie für mehr körperliche Bewegung und begrenzen Sie die Aufnahme fettreicher Nahrungsmittel!
  5. Vermeiden Sie übermäßige Sonnenbestrahlung und Sonnenbrände, dies gilt insbesondere für Kinder.
  6. Halten Sie die Vorschriften ein, durch die Sie vor einem Kontakt mit krebserregenden Stoffen geschützt werden sollen. Folgen Sie genau den Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften über Substanzen, die Krebs verursachen können.
  7. Gehen Sie zum Arzt, wenn Sie eine ungewohnte Schwellung bemerken, eine Wunde (auch im Mund), die nicht abheilt, eine Veränderung der Form, Größe oder Farbe an einem Hautmahl oder eine abnorme Blutung.
  8. Gehen Sie zum Arzt, wenn Sie andauernde Beschwerden haben wie chronischen Husten oder anhaltende Heiserkeit, eine Veränderung beim Stuhlgang oder beim Urinieren feststellen oder wenn Sie einen unerklärlichen Gewichtsverlust bemerken.

Für Frauen:

9. Lassen Sie regelmäßig einen Abstrich vom Gebärmutterhals machen. Nutzen Sie die systematischen Früherkennungsuntersuchungen auf Gebärmutterhalskrebs.
10. Untersuchen Sie regelmäßig Ihre Brüste. Nutzen Sie die Früherkennungsuntersuchungen auf Brustkrebs, wenn Sie über 30 sind. Wenn Sie über 50 sind, besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Mammographieuntersuchungen für Sie notwendig sind.

Wichtige Adressen

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Postfach 91 01 52
51071 Köln
Tel.: 0221/8 99 20
Homepage: http://www.BzgA.de

Krebsinformationsdienst KID
Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg DKFZ
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
Tel.: 06221/41 01 21 (Mo-Fr 8 bis 20 Uhr)
Email: kid@dkfz-heidelberg.de
Homepage: http://www.krebsinformation.de

Deutsche Krebshilfe e.V.
Thomas Mann Str. 40
53111 Bonn
Tel.: 0228/72 99 095 (Mo-Fr 9 bis 17 Uhr)
Homepage: http://www.krebshilfe.de

Deutsche Krebsgesellschaft e. V.
Paul-Ehrlich-Straße 41
60596 Frankfurt/Main
Tel.: 069/630096-0
Fax: 069/639130
Email: service@deutsche.krebsgesellschaft.de
Homeapge: http://www.krebsgesellschaft.de

http://www.inkanet.de
Im Informationsnetz für Krebspatienten und Angehörige finden Sie zahlreiche Tipps und Anregungen, um der bedrohlichen Krankheit „Krebs” die Stirn zu bieten.

Lebens-Läufe e.V.
Am Spörkel 2
44227 Dortmund
Tel 0231 / 103995
Homepage: http://www.lebens-laeufe.de

Kategorie: Krankheiten
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