Meningitis – Hirnhautentzündung

Als Meningitis oder Hirnhautentzündung wird eine Krankheit bezeichnet, bei der die Hirnhäute (= Meningen) entzündet sind. Da sich das Krankheitsbild der Meningitis bereits innerhalb von Stunden entwickeln und jeder davon betroffen sein kann, handelt es sich um eine besonders gefürchtete Erkrankung. Allein in Deutschland erkranken jährlich schätzungsweise 5.000-10.000 Menschen an einer Meningitis. Trotz medikamentöser Behandlung sind ein tödlicher Ausgang oder bleibende Schäden nicht immer zu verhindern.

Übertragung/Risikofaktoren

Eine Meningitis kann durch Viren oder Bakterien verursacht werden. Die Erreger erreichen dabei die Hirnhäute über die Blutbahn oder direkt von einem angrenzenden Entzündungsherd (z.B. bei einer Mittelohr-Entzündung). Spezielle Erreger wie z.B. Meningokokken (Bakterien) können auch mittels Tröpfchen (z.B. beim Niesen oder Husten) übertragen werden. Im Falle eines offenen Schädelbruchs können die Krankheitserreger über die Bruchstelle zu den Hirnhäuten vordringen.

Krankheitsbild

Ein wichtiges Krankheitszeichen einer Meningitis ist neben dem Fieber die Nackensteifigkeit, so dass der Kopf kaum oder gar nicht zum angewinkelten Knie des Betroffenen bewegt werden kann. Weitere typische Krankheitszeichen sind Kopfschmerzen, Erbrechen und Lichtscheu. Auch kann es zur Benommenheit bis hin zum Koma kommen, wenn das Gehirn mit entzündet ist. Die Krankheitszeichen können sich binnen weniger Stunden entwickeln. Bei kleinen Kindern treten meist andere Beschwerden wie Bauchschmerzen und Krampfanfälle auf. Vorsicht: Gerade bei Säuglingen besteht die Gefahr, dass eine Meningitis zunächst übersehen wird, da sie sich manchmal sehr uncharakteristisch nur in Trinkschwäche und Schlaffheit äußert.

Auswirkungen

Generell sind die von Viren ausgelösten Hirnhautentzündungen nicht so gefährlich wie die bakteriell bedingten, z.B. die Meningokokken- oder Pneumokokken-Meningitis. In schweren Fällen kann eine Meningitis eine geistige Behinderung nach sich ziehen oder sogar zum Tode führen. Kinder in den ersten drei Lebensjahren haben ein besonders hohes Risiko, an einer bakteriellen Meningitis zu erkranken.

Erkennung/Untersuchungen

Jedes Kind und jeder Erwachsene mit plötzlich hohem Fieber und Nackensteifigkeit sollten umgehend ärztliche Hilfe aufsuchen, denn eine Meningitis kann innerhalb kürzester Zeit lebensbedrohlich werden. Der Arzt kann mittels einer Lumbalpunktion (LP) Gehirnflüssigkeit (Liquor) entnehmen und feststellen, ob es sich um eine Viren- oder Bakterieninfektion handelt.

Therapie

Eine Meningitis muss praktisch immer im Krankenhaus stationär behandelt werden. Eine durch Bakterien hervorgerufene Meningitis wird mit Antibiotika behandelt, die direkt in die Adern gespritzt werden. Auch Familienangehörige des Erkrankten müssen vorbeugend Antibiotika einnehmen um nicht selbst zu erkranken. Eine durch Viren hervorgerufene Meningitis kann nur symptomatisch behandelt werden, sie stellt jedoch im allgemeinen keine so ernsthafte Erkrankung dar.

Impfschutz

Gegen einige Meningitis-Erreger kann vorbeugend geimpft werden. So ist z.B. eine Impfung gegen das Bakterium Haemophilus influenzae Typ b (Hib) bereits im Babyalter möglich. Nicht selten ist eine Meningitis auch die Folge einer Masern- oder Mumps-Infektion. Auch gegen diese Infektionskrankheit kann geimpft werden.

Wichtige Adressen

Robert Koch-Institut
Nordufer 20
13353 Berlin

Telefon: 01888 754-0
Telefax: 01888 754-2328
E-Mail: Zentrale@rki.de

Kategorie: Krankheiten
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