Hautpilz

Auf der Haut ist plötzlich ein rötlicher Fleck entstanden, der juckt – was könnte das sein? In den häufigsten Fällen handelt es sich um ein Ekzem oder eine Pilzinfektion. Pilzinfektionen treten vor allem in den Industrienationen gehäuft auf: Viele Medikamente (Breitband-Antibiotika, Krebsmittel und Entzündungshemmer) und der Verzehr von Zucker und Kohlenhydraten schwächen die Körperabwehr gegen Pilzerkrankungen. Pilzinfektionen können am ganzen Körper auftreten und sind ansteckend.

Hautpilz: Ursachen/Risikofaktoren

Hautpilze (Fadenpilze) ernähren sich von Hornhaut und lieben es feucht und warm. Zwischen den Zehen herrscht das ideale Pilzklima, sie lassen sich aber auch gern an Fußkanten, Brustfalten, auf der Kopfhaut und in Nägeln nieder. Pilzerkrankungen am Kopf breiten sich manchmal explosionsartig in Kindergärten und Schulen aus.

Hefepilze (z.B. Candida albicans) kommen hauptsächlich im Darm vor, wo sie bei intaktem Abwehrsystem harmlos sind. Sie können aber auch die (Schleim-)Haut infizieren, dann bilden sie weißliche Beläge. Besonders empfänglich für Pilzerkrankungen sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem: Dazu gehören zum Beispiel Diabetiker, AIDS-Kranke oder Patienten, die Kortison einnehmen müssen.

Krankheitsbild

Es gilt zu unterscheiden

1. Pilzansiedlung auf Haut und Schleimhäuten – einschließlich im Darm – mit weißlich-grauen Pilzgeblägen, deren krankhafte Bedeutung umstritten ist.
2. Verpilzung des Körpers, d. h. Ausbreitung von Pilzen in den inneren Organen, wodurch es zur Ausscheidung von Pilzen im Urin kommt. Einer solchen Pilzinfektion kommt zweifellos eine krankhafte Bedeutung zu.

Auswirkungen

Pilze sind hartnäckig – haben sie sich einmal eingenistet, können relativ leicht immer wieder Pilzerkrankungen entstehen. Die Anfälligkeit für Pilzinfektionen steigt außerdem mit zunehmendem Alter.

Erkennung/Untersuchungen

Ekzeme und Pilzerkrankungen der Haut können leicht verwechselt werden, deshalb ist vor der Behandlung eine genaue Untersuchung wichtig. Dass eine Pilzart an einer Infektion beteiligt ist, kann unter dem Mikroskop erkannt werden. Um zu wissen, welcher Pilz es ist, sind allerdings langwierige Laboruntersuchungen notwendig.

Die wichtigsten Pilzarten sind Fadenpilze, Hefen (Candida), Schimmelpilze. Sind die Sporen des Fadenpilzes in die Haut eingedrungen, reißt sie ein, rötet sich, sondert weißliche Schuppen ab und juckt. Die infizierten Stellen können leicht mit Ekzemen oder Schuppenflechte verwechselt werden, unter dem Mikroskop ist der Pilz aber gut zu erkennen. Sie können Haut, Nägel und Haare befallen. Wenn Hefepilze die Schleimhaut infizieren, bilden sich weißliche, wegwischbare Beläge auf der geröteten Schleimhaut, meist im Mund oder auf der Genitalschleimhaut. Hefepilze sind ein normaler Bestandteil der Darmflora. Schimmelpilze kommen praktisch überall vor, sie können bei Abwehrschwäche Atemwege, Ohren und sogar die Hirnhaut befallen.

Therapie

Bestimmte Pilze gehören zur normalen Haut- und Schleimhautbesiedlung. Erst bei gestörtem Gleichgewicht zwischen den Mikroben kann es zu ihrer Ausbreitung mit krankhafter Bedeutung kommen. Deshalb ist die Entscheidung für oder gegen eine Behandlung oft nicht leicht.

Pilze verschwinden nie von allein! Die Behandlung von Pilzerkrankungen braucht viel Geduld: Meist dauert es bis zu acht Wochen, bis der Hautpilz nicht mehr zu sehen ist, dann muß zwei bis drei Wochen weiterbehandelt werden, bis der Pilz auch in den tieferen Hautschichten abgetötet ist. Bei Nagelpilz muß sogar bis zu ein Jahr weiterbehandelt werden. Wichtig: nicht kratzen! Dadurch können sich die Pilze noch mehr ausbreiten. Idealerweise stellt der Arzt fest, um welchen Pilz es sich handelt.

Da dies langwierig ist, werden häufig Pilzmittel verschrieben, die gegen viele Arten wirksam sind. Einige Mittel in Form von Cremes, Lösungen oder Puder sind auch ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Die Wirstoffgruppe der Imidazole (Clotrimazol, Econazol, Miconazol) sind gegen fast alle (krankmachenden) Pilze wirksam, sie eignen sich gut für die Behandlung von Pilzbefall der Haut. Bei ausgedehntem Befall müssen Kapseln oder Tabletten geschluckt werden (nur nach genauer Diagnose des Pilzes, Gefahr von Nebenwirkungen). Unterstützend wirken warme Waschungen mit desinfizierenden Zusätzen: Salbeiblätterextrakt (als Tinktur in Apotheken erhältlich) und Teebaumöl wirken antimikrobiell und pilzhemmend. Wird Teebaumöl auf die Haut aufgetragen, sollte es 2:1 mit Lavendelöl gemischt werden, das ihm die hautaustrocknende Wirkung und den strengen Duft nimmt. Nach zwei Wochen Behandlung sollte eine mehrtägige Pause eingelegt werden, da sonst ein Gewöhnungseffekt entstehen kann. Bei Pilzinfektionen sollte mit einer Mischung von 40 Tropfen Teebaumöl auf 100 ml Jojobaöl (oder ein anderes Trägeröl) mehrere Wochen weiterbehandelt werden. Vorsicht: Billige Öle sind meist mit wirkstoffarmen Sorten verschnitten, bei unsachgemäßer Lagerung bildet sich eine Substanz, die Allergien auslösen soll.

Vorsorge

Hautfalten und Zehenzwischenräume immer gut abtrocknen, danach das Handtuch wechseln. Strümpfe und Strumpfhosen täglich wechseln; am besten geeignet sind Baumwollstrümpfe, die bei 60 Grad C gewaschen werden können. Für sorgfältige Hygiene und Maniküre und gute Durchblutung der Füße sorgen (Wechselduschen, Fußgymnastik, häufig Barfuß laufen). Schuhe hin und wieder desinfizieren (Spezialspray oder Puder), in Schwimmbädern und Sauna Badeschuhe, in Hotelzimmern Socken oder Hausschuhe tragen.

Sprühanlagen in Schwimmbädern sind umstritten: Manche Experten raten davon ab, da sie eigentlich nur am trockenen Fuß wirken, außerdem enthalten viele Lösungen Formaldehyd, das wiederum zu Allergien führen kann. Allgemein für ein starkes Immunsytem sorgen: Ausgewogene Ernährung, Bewegung an der frischen Luft, Ausdauersport.

Häufige Fragen

Mit Hauterkrankungen in die Sonne oder nicht?
Manche Hauterkrankungen bessern sich durch die wärmenden Sonnenstrahlen, anderen schaden sie eher. Wer leicht eine Pilzinfektion bekommt, muss besonders im Sommer darauf achten, dass Hautfalten oder Füße immer trocken sind.

Kategorie: Krankheiten
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