Functional Food

Eine fette Bratwurst mit wertvollen Vitaminen, Schokolade mit wichtigen bioaktiven Pflanzenstoffen oder Pommes Frites, die reich an Mineralstoffen sind: Was bislang nur ein Traum für Schlemmerfreunde oder Naschkatzen war, könnte bald Realität werden. Denn mittlerweile gibt es immer mehr Lebensmittel auf dem Markt, die angeblich Wunder bewirken und nicht nur gesund, sondern auch noch schön machen sollen. Functional Food heißt das Zauberwort, mit der – zumindest laut Werbung – auch das ungesündeste Essen zur reinen Medizin wird.

Was ist „Functional Food”?

„Functional Food” ist der Begriff für sämtliche Lebensmittel, die mit bestimmten Zusatzstoffen angereichert sind. Dabei handelt es sich um gesunde Inhaltsstoffe, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken sollen. Powerzusätze also, die – nach Aussagen der Lebensmittelindustrie – bestimmte Lebensmittel einfach wertvoller machen. Teilweise wird auch von sogenannten „Nutraceuticals” gesprochen – einer Kombination aus Nahrung (englisch: nutrition) und Medizin (pharmaceuticals). Dazu zählen vor allem vitaminisierte Produkte, LC-1-Yoghurts, aber auch Energiedrinks und Nahrungsergänzungsmittel der verschiedensten Art.

Die wichtigsten Zusätze

Ganz gleich um welchen Zusatzstoff es sich handelt: Alle Stoffe werden aus ihrem natürlichen Zusammenhang isoliert oder synthetisch hergestellt. Zu den wichtigsten Zusätzen gehören:

Probiotika

Das sind Zusätze, die mit Bakterienstämmen angereichert sind. Diese sollen die Verdauung anregen, das Immunsystem stärken und Magenproblemen sowie Infektionen mit Salmonellen vorbeugen. Probiotika werden vor allem in Milchprodukten (z.B. Joghurts und Frischkäse), aber neuerdings auch in Eiscreme angeboten.

Prebiotika

Sind quasi eine „neue Art” von Ballaststoffen, die im Körper die Aufnahme von wichtigen Mineralstoffen wie Calcium, Magnesium oder Eisen begünstigen und des Wachstum von Darmbakterien fördern. Sie sind vor allem in Brötchen, Drinks sowie in Joghurts enthalten.

Bioaktive Substanzen

Darunter versteht man vor allem Ballaststoffe und Vitamine. Sie unterstützen das Immunsystem und die Verdauung oder spielen bei wichtigen Stoffwechselprozessen eine wichtige Rolle. Sie werden Müsliriegeln, Ballaststoff-Drinks und Fruchtsäften zugesetzt.

Sekundäre Pflanzenstoffe

Bei den sekundären Pflanzestoffen handelt es sich um zahlreich verschiedene Verbindungen, die nicht nur das Krebsrisiko senken sollen, sondern auch das Immunsystem stärken und Bakterien abwehren. Sie werden vorwiegend Sojabrot und Grünen-Tee-Extrakten zugesetzt.

Coenzym Q

Coenzym Q ähnelt in Struktur und Funktion den Vitaminen. Es wirkt angeblich zellschützend und soll die Butfette senken. Coenzym Q ist in Mineralwasser zu finden.

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren erhöhen den Anteil der guten HDL-Blutfette und senken einen hohen Cholesterinspiegel. Sie reduzieren das Herzinfarktrisiko. Mittlerweile werden in zahlreichen Bäckereien Backwaren mit Omega-3-Fettsäuren angeboten. Auch Fruchtsäften werden sie zugesetzt.

DHA

Die sogenannte Docohexaensäure (DHA) ist eine mehrfach ungesättigte Fettsäure, die einen wichtigen Schutz für Herz und Blutgefäße darstellt. Sie sind mittlerweile in Eiern speziell gefütterter Hühner enthalten.

Kann „Functional Food” eine unzureichende Ernährung ersetzten?

Nach Ansicht der Bundesforschungsanstalt (BfE) in Karlsruhe sind angereicherte Lebensmittel kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung. Es wird auch weiterhin empfohlen, auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu achten, auch wenn man mit Zusätzen versehene Lebensmittel verzehrt.

Zwar ist für jeden einzelnen Zusatzstoff ein Nutzen für die Gesundheit nachgewiesen. Ob sie im Power-Mix aber genauso wirksam sind, ist nach wie vor ungeklärt. Gesunde Effekte sind zumindest bislang noch nicht erwiesen. Es scheint also, das „Functional Food” vor allem zur Genesung dieser Lebensmittelhersteller beiträgt.

Kategorie: Ernährung
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