Lymphogranuloma inguinale

Die Geschlechtskrankheit ist in Deutschland selten, kommt aber in tropischen Regionen gehäuft vor. So wurden 1984 in München nur 3 Fälle gemeldet (zum Vergleich: Tripper-1525, Syphilis-333 und Ulcus molle-2). Dabei ist aber die hohe Dunkelziffer bei allen Geschlechtskrankheiten zu beachten.

Ursachen/Risikofaktoren

Erreger sind drei bestimmte Typen des Bakteriums Chlamydia trachomatis.

Krankheitsbild

Zwischen Ansteckung und Krankheitsausbruch liegen im Schnitt 2 Wochen. Man unterscheidet 3 Stadien der Erkrankung: Nach einem unscheinbaren, herpesähnlichen Bläschen am Ort der Infektion (meist Genitale, Anus oder Muttermund), das spontan abheilt, kommt es nach 3-4 Wochen zu Krankheitsgefühl und einer meist einseitigen Schwellung der Leistenlymphknoten (Bubonen = Leiste). Diese können bis faustgroß werden, verbacken und entleeren schließlich ihren Inhalt über offene Stellen an der Hautoberfläche. Die Geschwüre verheilen zwar, treten aber immer wieder auf.

Auswirkungen

Durch die Verlegung und Verklebung der Lymphwege und den anschließenden Lymphstau schwillt das Genitale an (Elephantiasis genito-rectalis ulcerosa). In der Spätphase können weitere Lymphstationen befallen werden; es bilden sich Fisteln und Verengungen an Harnröhre und Enddarm, die weitere Komplikationen verursachen. Oft haben die Patienten auch ein allgemeines Krankheitsheitsgefühl mit Fieber, Schwäche und Appetitlosigkeit.

Erkennung/Untersuchungen

Zunächst lässt sich Chlamydia trachomatis in der Zellkultur anzüchten und so direkt nachweisen. Im Abstrichmaterial, das der Frauenarzt entnommen hat, können Chlamydien-Antigene nachgewiesen werden. Nur bei komplizierten Infektionen werden vom Infizierten Antikörper gegen Chlamydien gebildet. Diese können dann im Blut nachgewiesen werden.

Therapie

Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika, z.B. Tetracyklin und Doxycyklin.

Vorsorge

Der einfachste und wirkungsvollste Weg: Üben Sie sich in Enthaltsamkeit! Da dies nicht immer so leicht ist, gibt es an dieser Stelle Informationen, wie Sie sich schützen und das Risiko einer Ansteckung gering halten können. Gehen Sie offensiv mit dem Thema um. Fragen Sie Ihren neuen Partner, ob sie/er gerade an einer Geschlechtskrankheit erkrankt ist oder es bereits einmal war. Machen Sie aus Ihrer eigenen Erkrankung kein Hehl, Sie missbrauchen das Vertrauen Ihres Partners und setzen ihn einer unnötigen Gefahr aus.

Lernen Sie es, mögliche Anzeichen, wie Hautausschlag, offene Stellen und Ausscheidungen zu erkennen. Schauen Sie sich Ihren Sexualpartner deshalb genauer an. Vermeiden Sie Sex mit einem Partner, bei dem Sie den Verdacht haben, sie/er könnte eine Geschlechtskrankheit haben. Verlangen Sie statt dessen eine ärztliche Untersuchung und ggf. eine Behandlung.

Benutzen Sie ein Kondom, und verwenden Sie es richtig! Das Kondom sollte vom aller ersten Kontakt bis zum Ende des sexuellen Miteinanders benutzt werden. Ein Diaphragma kann ebenfalls die Ansteckungsgefahr vermindern. Spermizide (Spermien-abtötende) Cremes sollen, einigen Wissenschaftlern zufolge, auch Erreger von Geschlechtskrankheiten abtöten. Allerdings kann es bei häufigem Gebrauch dieser Cremes zur Scheidenentzündung kommen. Die richtige Verwendung eines Kondoms kann Ihr und das Leben anderer retten!

Häufige Fragen

Was ist der längste Zeitraum nach einer Ansteckung, in dem man symptomlos sein kann?
Das hängt von der jeweiligen Erkrankung ab. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten der Symptome (Inkubationszeit) kann je nach Infektion Tage bis Monate, bei HIV sogar Jahre betragen.

Wichtige Adressen

Gesundheitsämter in allen Städten geben Auskunft, z.B.
Gesundheitsamt Saalkreis
Aids-Beratungsstelle und Beratungsstelle für Haut- und Geschlechtskrankheiten
Luisenstr. 18
06108 Halle
Telefon: 0435/ 2812 040

Empfehlenswerte Links

http://www.ama-assn.org/special/std/std.htm
sehr empfehlenswerte Seite vom „Journal of the American Medical Association”, allerdings in englisch. Mit News, einer großen virtuellen Bibliothek, Kontaktadressen, weiterführenden Infos etc.

http://www.ashastd.org
Erneute eine englische Seite, und zwar die der American Social Health Association, bei der keine Frage hinsichtlich der Geschlechtskrankheiten unbeantwortet bleibt.

Kategorie: Krankheiten
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