Gefahr von Stechmücken! Malariaähnlich: Dengue-Fieber

Spricht man von Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden, so denkt man zunächst an die Malaria. Das ist jedoch nicht die einige Krankheit, die als Folge eines Stichs tropischer Quälgeister auftreten kann.

Eine keineswegs unwichtige Erkrankung ist das Dengue-Fieber (Siebentage-Fieber), das immer wieder in Schüben Regionen Afrikas, Asiens und Mittelamerikas auftritt. Die aktuellste Welle wurde Ende 2001 in Thailand, Vietnam, Puerto Rico, Panama, Martinique, aber auch auf Hawaii registriert.

Was ist das Dengue-Fieber?

Anders als bei der Malaria sind die Erreger keine Einzeller, sondern Viren. Sie werden von Stechmücken (Aedes) übertragen, die sowohl tag- wie auch nachtaktiv sein können. Es reicht also nicht aus, sich nur zu bestimmten Zeiten (beispielsweise in der Dämmerung) vor dem Stich der infizierten Mücken schützen zu wollen.

Drei bis acht Tage nach der Infektion kommt es zu grippeähnlichen Symptomen mit akut auftretendem Fieber und Schüttelfrost, Gelenk- und Gliederschmerzen, Lymphknotenschwellungen und gelegentlich auch Hautrötungen sowie Blutungen (hämorrhagisches Dengue-Fieber). Nach zwei bis vier Tagen fällt das Fieber ab, kann aber danach als 2. Fieberschub noch einmal auftreten. Zumeist erfolgt die völlige Heilung nach einer längeren Rekonvaleszenz. Ernster ist das hämorrhagische Dengue-Fieber, das vor allem bei Kindern auftritt und mit starken Blutungen einhergeht. Die Folge können schwere Leber- und Nierenschäden sein.

Wie kann man sich schützen?

Die einzige Möglichkeit des Schutzes ist die Expositionsprophylaxe, das Verhindern der Mückenstiche in den Risikogebieten. Wie auch beim Schutz vor Malaria ist daher ratsam:

  • Beim Aufenthalt im Freien möglichst Kleidung mit langen Ärmeln tragen.
  • Helle Kleidung ist günstiger, da dunkle Farben offenbar Mücken anziehen können.
  • Unbedeckte Hautstellen sollten durch ein insektenabwehrendes Mittel (lassen Sie sich von Ihrem Apotheker beraten) geschützt werden. Bei Kleinkindern ist dabei jedoch sehr exakt die Anwendungsempfehlung der Hersteller zu beachten. Zu beachten ist, dass dieser Schutz nur 2-3 Stunden anhält.
  • In klimatisierten Schlafräumen ist die Gefahr von Mücken-invasionen geringer. Gibt es keine Klimaanlagen, sollten die Fenster möglichst geschlossen oder durch Mückenschutz geschützt sein.
  • Die sicherste Empfehlung gegen nächtliche Mückenstiche (nicht nur vor den dämmerungsaktiven Anopheles) sind Moskitonetze, die aber intakt sein müssen. Vor dem Schlafen sollte man sich überzeugen, dass keine Mücken innerhalb des Netzes sind.
  • Die Moskitonetze können durch zusätzliche Insektenvernichtungsmittel wie Permethrin oder Deltamethrin imprägniert werden.
  • Auch in den Räumen können zugelassene Insektenvernichtungsmittel versprüht oder als Räucherspiralen verbrannt werden, wenn sie von den Schlafgästen gut vertragen werden. Diese Mittel sind jedoch nur als zusätzliche Maßnahmen anzusehen.
  • Spezielle Lampen als “Insektenfallen” oder akustische Signale zur Mückenabwehr haben keinen zuverlässigen Effekt.
  • Die Zufuhr hochdosierter Vitamin-B-Präparate hat in keiner Studie zu einer nachweisbaren Wirkung geführt.

Wann sollte ein Arzt konsultiert werden?

Bei hochfieberhaften Erkrankungen in tropischen Ländern oder nach der Rückkehr von einer entsprechenden Reise sollte immer eine ärztliche Klärung der Diagnose herbeigeführt werden. Nicht nur das Dengue-Fieber oder eine Malaria kann sich dahinter verbergen. Es gibt eine ganze Reihre von seltenen Tropenkrankheiten, die ähnliche Symptome verursachen (z.B. Gelbfieber; Lassa-Fieber, hämorrhagisches Kongo-Fieber u.a.m.).
Die ärztliche Behandlung kann zwar die Virusinfektion nicht beseitigen, aber eventuell auftretenden Komplikationen vorbeugen.

Tipp:
Nicht leichtfertig werden, wenn das Fieber nach 3 Tagen auch unbehandelt abfällt. Bei vielen Virusinfektionen folgt ein zweiter Krankheitsschub.

Kategorie: Reisemedizin
© 1997-2017 | -