Magen- / Zwölffingerdarmgeschwür (Ulkuskrankheit )

Die Ulkuskrankheit bezeichnet abgegrenzte entzündliche Prozesse der Schleimhaut von Magen oder Zwölffingerdarm (Duodenum). Immer gehen sie mit einem Substanzverlust des Gewebes einher, das geschwürig zerfällt. Magengeschwür heisst in der Fachsprache Ulkus ventriculi, Zwölffingerdarmgeschwür Ulkus duodeni – beide werden oft einfach nur als Ulkus (Geschwür) bezeichnet. Treten über Jahre immer wieder Ulzera auf, handelt es sich um die chronisch-rezidivierende Ulkuskrankheit. Ein Ulkus ist immer Folge eines Missverhältnisses zwischen Faktoren, die die Schleimhaut schützen, und solchen, die sie angreifen. In den meisten Fällen spielt eine Besiedelung der Region um den Magenpförtner mit dem Bakterium Helicobacter pylori eine wichtige Rolle. Beim Ulcus ventriculi zeigen 70 %, beim Ulcus duodeni 95 % der Betroffenen einen positiven Helicobacter-pylori-Status. Seltene Ulkusursachen sind Medikamente (insbesondere Prostaglandinsynthesehemmer), eine hormonproduzierende Geschwulst der Bauchspeicheldrüse (Zollinger-Ellison-Syndrom), eine Überfunktion der Nebenschild-drüse oder Geschwülste in Magen oder Zwölffingerdarm. Begünstigend wirken auch Nikotin, psychischer und körperlicher Stress sowie eine erbliche Veranlagung. So treten z.B. Zwölffingerdarmgeschwüre gehäuft bei Menschen mit der Blutgruppe 0 auf. Die Behandlung der Ulkuskrankheit erfolgt auf zwei Wegen. Durch säurehemmende Medikamente, die entsprechend ihrer Wirkungsweise auch als Protonenpumpenhemmer (PPI) bezeichnet werden, wird zunächst die aggressive Magensäure ausgeschaltet. Gleichzeitig wird mit Hilfe einer Kombination von zwei Antibiotika für die gezielte Beseitigung des Helicobacter pylori gesorgt. Eine Operation ist heute nur noch erforderlich, wenn nicht beherrschbare Komplikationen auftreten.

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