Liebeswahn (Paranoia erotica, Erotomanie, Stalking)

Der Liebeswahn ist eine seltene wahnhafte Störung, die in der Regel als Begleiterscheinung mit anderen psychischen Erkrankungen auftritt. Primäre Formen werden nur sehr selten beobachtet. Bezeichnend für die Erkrankung ist die feste Meinung des Patienten, daß die Liebe auf Gegenseitigkeit beruht. So werden z.B. belanglose Blicke und Gesten als Liebesbeweis gewertet. Der Wahnkranke will weiter in Telefonaten oder durch Besuche mit der geliebten Person in Kontakt treten und schreckt dabei auch vor Überwachen, Auflauern und Eindringen in Wohnungen nicht zurück. Zielpersonen sind häufig ein Prominenter oder auch eine unerreichbare Person aus dem Umfeld des Wahnkranken.
Vom Liebeswahn betroffen sind vorwiegend allein stehenden Frauen zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr. Ihr Begehren bezieht sich auf ältere Männer, die sozial höher oder finanziell besser gestellt sind. Es können jedoch auch Männer am Liebeswahn erkranken.
Eine spezifische Therapie des Liebeswahn gibt es nicht. Mit der erfolgreichen Behandlung der psychiatrischen Grunderkrankung mittels geeigneter Psychopharmaka (Neuroleptika) verschwindet zumeist der Wahn, wobei eine begleitende Psychotherapie ratsam ist.

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