Aussatz (Lepra)

Bei der Lepra (Aussatz) handelt es sich um eine chronische bakterielle Infektion der Haut, der peripheren Nerven und selten auch anderer Organe durch den Erreger Mycobacterium leprae. Der Nervenbefall, die extrem lange Duplikationszeit der Erreger und die geringe Rate manifester Erkrankungen unter allen Infizierten machen die Lepra zu einer einzigartigen (myko)-bakteriellen Infektion. Bei direktem Kontakt sind die Hautwunden und das Nasensekret von Leprakranken ansteckend, da in ihnen der Erreger Mycobacterium leprae in Massen vorkommt. Nur ein geringer Teil der Infizierten entwickelt auch tatsächlich die Krankheit, sodass man davon ausgeht, dass nur Menschen mit einer gewissen, ansonsten möglicherweise nicht ins Gewicht fallenden Schwäche des Immunsystems erkranken. Die Letalität der Erkrankung ist vergleichsweise gering, wohingegen sie bis zum heutigen Tage einen wesentlichen globalen Risikofaktor für die Ausbildung von Behinderungen darstellt. Dass immer noch etwa 1,8 Millionen Kranke weltweit existieren, liegt nicht an fehlenden Behandlungsmöglichkeiten, sondern an Aufwendigkeit und Preis der Therapie. Es ist die Einnahme einer Kombination von Antibiotika nach einem vorgegebenen Behandlungsplan über mehrere Jahre, mitunter sogar lebenslang erforderlich. Frühentdeckung und -behandlung verbessern die Prognose, deshalb sollten die Kontaktpersonen von Erkrankten regelmäßig untersucht werden. Bereits eingetretene Verstümmelungen können nur noch durch plastisch-chirurgische Maßnahmen korrigiert werden. Eine Schutzimpfung gegen Lepra ist möglich.

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