Herzschwäche (Herzinsuffizienz)

Von Herzinsuffizienz beziehungsweise Myokard-Insuffizienz oder Herzmuskelschwäche spricht man, wenn das Herz nicht mehr in der Lage ist, die Gewebe mit genügend Blut und somit Sauerstoff zu versorgen. Die Leistung des Herzens ist unzureichend im Verhältnis zum Körperbedarf. Je nach der betroffenen Herzkammer spricht man von Linksherzinsuffizienz (bzw. Linksherzversagen) oder Rechtsherzinsuffizienz, sind beide Herzhälften betroffen, von Globalherzinsuffizienz. Treten die Beschwerden bei einer Herzinsuffizienz innerhalb von Min. bis Std. auf, handelt es sich um eine akute Herzinsuffizienz, eine Notfallsituation, bei welcher der Betroffene Symptome des kardiogenen Schocks zeigt. Entwickeln sie sich langsam innerhalb von Wochen bis Monaten, liegt eine chronische Herzinsuffizienz vor. Diese kann lange durch Gegenregulierung von Herz und Kreislauf ausgeglichen werden, sodass sich klinisch keine oder nur unwesentliche Symptome zeigen (kompensierte Herzinsuffizienz). Erst bei einer Herzdekompensation kommt es zu Beschwerden. Der Schweregrad einer Herzschwäche wird nach der Skala der New York Heart Association in vier Stadien eingeteilt (NYHA-Klassifikation): Im Stadium 1 treten keine Beschwerden bei normaler Belastung auf. Der Nachweis einer beginnenden Herzerkrankung kann aber durch (apparative) Untersuchungen festgestellt werden. Im Stadium 2 treten leichte Beschwerden bei normaler Belastung auf mit mäßiger Leistungsminderung. Das Stadium 3 zeigt eine erhebliche Leistungsminderung bei normaler Belastung. Im Stadium 4 tritt Atemnot im Ruhezustand (Ruhedyspnoe) auf. Den Ursache einer Herzmuskelschwäche liegt meist Bluthochdruck, eine ungenügende Funktion der Herzkranzgefäße (Herzinfarkt, koronare Herzkrankheit), Herzrhythmusstörungen oder Herzklappenschäden zugrunde. Auch Erkrankungen des Herzmuskels (z.B. Entzündungen) oder eine mechanische Behinderung der Kontraktions- oder Entfaltungsfähigkeit des Herzens (z.B. Herztamponade) sowie andere Erkrankungen wie Blutarmut, zu geringes zirkulierendes Blutvolumen, Fieber, Schilddrüsenüberfunktion oder Blutvergiftung können zu einer Herzinsuffizienz führen. Eine akute Rechtsherzinsuffizienz entsteht am häufigsten durch eine Lungenembolie mit plötzlichem Druckanstieg im Lungenkreislauf, aber auch als Folge einer akuten Linksherzinsuffizienz. Alle Lungenerkrankungen, die eine Erhöhung des Blutdruckes in der Lunge hervorrufen, können eine chronische Rechtsherzinsuffizienz auslösen.

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