Gesichtslähmung (Fazialislähmung, Fazialisparese)

Die Fazialisparese ist eine Lähmung der vom Nervus facialis versorgten mimischen Gesichtsmuskulatur, die in zwei durch unterschiedliche Schädigungen hervorgerufenen Formen auftritt. Bei der zentralen Fazialisparese liegt der Schädigungsort meist im Großhirn. Sie tritt z.B. bei Halbseitenlähmung nach Schlaganfall auf. Es kommt zu einer Störung der mimischen Muskulatur vor allem im Mundbereich; das Stirnrunzeln ist weiterhin möglich. Die periphere Fazialisparese ist dagegen durch eine direkte Schädigung des Nervus facialis bedingt und führt zu einer die gesamte mimische Muskulatur einer Gesichtshälfte betreffenden Lähmung. Am häufigsten ist die idiopathische periphere Fazialisparese, deren Ursache letztlich nicht geklärt ist. Vermutet wird, dass sie Folge einer Infektion ist. Seltener ist sie Begleiterkrankung bei bestimmten Krankheiten des Nervensystems, z.B. Borreliose, multiple Sklerose oder Erkrankungen im Bereich des Mittelohres und der Ohrspeicheldrüse. Meist entwickelt sich innerhalb von Stunden eine unvollständige oder vollständige, meist einseitige Gesichtslähmung. Gleichzeitig können Geschmacksstörungen und evtl. eine gesteigerte Hörempfindung bestehen. Hinzutreten können Störungen des Empfindens von Berührung, Schmerz oder Temperatur und der Tränen- und Speichelsekretion auf der betroffenen Seite.

© 1997-2018 | -