Gasbrand (Clostridiale Myonekrose, Gasödem)

Gasbrand wird durch den Erreger Clostridium perfringens hervorgerufen und führt zu einer schweren Wundinfektion mit Gewebezersetzung. Nach dem Bundesseuchengesetz handelt es sich um eine meldepflichtige Erkrankung. Das Bakterium Clostridium perfringens ist in der Natur weit verbreitet und infiziert deshalb häufig Wunden. Besonders gefährdet sind stark mit Erde verschmutzte, tiefe, taschenreiche und mangelhaft durchblutete Weichteilwunden, denn der Bazillus kann sich optimal unter Luftabschluss vermehren (Anaerobier). Die gewebezerstörende Wirkung wird durch ein von dem Keim gebildetes Gift hervorgerufen. Bereits wenige Stunden bis Tage nach der Ansteckung tritt unter plötzlich sich verstärkendem Wundschmerz eine braune bis dunkelviolette Gewebeverfärbung mit Schwellung (Gasödem) und blutigen Absonderungen auf. Die gleichzeitige Gasentwicklung ist durch Betasten der Wundumgebung hör- und spürbar und erinnert an das Geräusch von Schritten im Schnee (Krepitation). Von der Wunde geht ein fad-süßlicher Geruch aus. Die Wundinfektion kann lokal begrenzt sein (Gasabszess) oder sich langsam ausbreiten (Gasphlegmone). Besonders gefürchtet ist die Gasgangrän, bei der der Erreger über die benachbarten Muskeln und Strukturen schließlich in die Blutbahn eindringt und durch die Toxinwirkung Schock und Herz-Kreislauf-Versagen auslösen kann.

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