Clusterkopfschmerz (Bing-Horton-Kopfschmerz, Erythroposopalgie)

Der Cluster-Kopfschmerz (CK) ist relativ uniform und klinisch definiert als ein attackenartig auftretender, streng einseitiger, heftigster Kopfschmerz mit ipsilateralen autonomen Symptomen nach der Klassifikation der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft (IHS). Der Kopfschmerz wird meist direkt hinter dem Bulbus angegeben (“als wenn das Auge von hinten herausgedrückt wird”). Die autonomen Symptome treten immer mit dem Kopfschmerz auf und umfassen Tränenlaufen, eine blockierte Nase und ein Horner Syndrom. Diese Symptome sind immer auf der Seite des Kopfschmerzes zu finden. Das Wort Cluster kommt aus dem Englischen (Haufen, Büschel) und beschreibt eine der eindrucksvollsten Eigenschaften dieses Syndroms: Bei der überwiegend vorkommenden episodischen Form des CK (80%) werden die symptomatischen Perioden (bout), die wenige Wochen bis Monaten dauern, von symptomfreien Zeitspannen von Monaten bis Jahren unterbrochen. Die Attacken treten bis zu 8 mal täglich auf. Dauert die Clusterperiode über ein Jahr ohne spontane Remission an, oder sind die Remissionsphasen kürzer als 2 Wochen, so spricht man vom chronischen Cluster-Kopfschmerz. Die Attacken treten oft zur gleichen Stunde auf, gehäuft 1-2 Stunden nach dem Einschlafen (und/oder in der ersten REM-Phase) oder in den frühen Morgenstunden (>50%). Ein weiterer Hinweis auf das Vorliegen eines biologischen Rhythmus zeigt sich in der gehäuften Frequenz von Cluster Episoden im Frühjahr und Herbst, sowie Störungen der circadianen Ausschüttung vieler Hormone.

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