130 000 Aidskranke in Frankreich

(2000) Der Immunschwächekrankheit Aids sind seit Ausbruch der Epidemie bereits 18,8 Millionen Menschen zum Opfer gefallen, darunter 3,8 Millionen Kinder. Die Zahl der Aidswaisen schätzt das Aidsbekämpfungsprogramm der Vereinten Nationen (Unaids) auf insgesamt 13,2 Millionen Kinder. Von den derzeit 34 Millionen HIV-Infizierten leben fast drei Viertel (24,5 Millionen) in Afrika südlich der Sahara. In Botswana ist inzwischen mehr als jeder dritte Erwachsene infiziert. In Südafrika stieg die Zahl der HIV-Positiven auf knapp 20 Prozent – mit insgesamt 4,2 Millionen Betroffenen führt Südafrika damit die traurige Statistik weltweit an. Allein Uganda ist es bisher laut Unaids als einzigem Staat der Region gelungen, die Zahl der Neuinfektionen von 14 Prozent vor rund zehn Jahren auf etwa acht Prozent 1999 zu senken. Insgesamt steigt die Zahl der Neuinfektionen in Afrika jedoch rapide. Allein im vergangenen Jahr steckten sich vier Millionen Menschen mit dem HIV-Virus an.

In Westeuropa lebten nach Unaids-Angaben Ende vergangenen Jahres rund 520 000 Menschen mit dem Aidserreger. Unter den westeuropäischen Staaten hat Frankreich mit 130 000 Infizierten mit Abstand die meisten Betroffenen. In Deutschland lebten Ende 1999 rund 37 000 Menschen mit HIV, 600 starben an Aids.

Die Zahl der Neuinfektionen liegt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 2000 bis 2500 im Jahr. Im selben Zeitraum erkranken rund 600 Menschen neu an Aids. Die meisten HIV-Infektionen geschehen weiterhin durch homosexuellen Verkehr, die Rate von Drogenabhängigen hat sich in den vergangenen Jahren stabilisiert.In Süd- und Südostasien ist der Anteil der Infektionen umgerechnet auf die Bevölkerungszahl noch relativ gering. Dennoch leben dort insgesamt 5,6 Millionen mit HIV oder Aids. Eine überaus hohe Quote gibt es auch in der Karibik – insgesamt 360 000 Betroffene

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Um eine drohende Aidsepidemie abzuwehren, muss nach Ansicht des Wissenschaftlers Prof. Reinhard Kurth mit Hochdruck weiter an der Entwicklung von Impfstoffen gearbeitet werden. «Bislang ist nicht ein einziger Mensch dauerhaft geheilt. Die Epidemie ist nur durch eine präventive Impfung in den Griff zu bekommen», sagte der Direktor des Robert Koch-Instituts (Berlin) in einem dpa-Gespräch. Zur Zeit würden weltweit etwa 20 Impfstoffe im Tierversuch geprüft – bislang allerdings ohne durchschlagenden Erfolg.

Impfstoffe gegen Aids

Einige Substanzen haben nach Ansicht des renommierten deutschen Aidsforschers jedoch gewisse Chancen, einmal einen Schutz vor der Immunschwächekrankheit zu bieten oder zumindest ihren Verlauf zu verzögern: Vielversprechend liefen derzeit Tierversuche mit dem HIV-Protein TAT. Dieses Eiweiß legt normalerweise sehr schnell nach der Infektion die Immunabwehr des Körpers lahm und macht auch die Nachbarzellen der attackierten Zelle porös, so dass HIV auch dort schneller eindringen kann. Durch die Impfung wird dies unterbunden. Auch der Mix aus mehreren Mitteln, die wichtige Enzyme des HI-Virus lahm legen, ist nach Ansicht Kurths nicht ohne Haken. Zum einen zeige sich immer häufiger, dass Erreger Resistenzen gegen die Medikamente entwickeln. Mittelfristig stehe die Wirksamkeit der zurzeit praktizierten Kombinationstherapie somit in Frage. Zum anderen komme der weitaus größte Teil der HIV-Positiven sowieso nicht in der Genuss einer solchen Hilfe – weil sie zu teuer ist. Für die Infizierten in Afrika seien die erforderlichen Medikamente auch nach den 90-prozentigen Preisnachlässen der Pharmafirmen nicht zu bezahlen. Umso mehr gelte: «Wir müssen die Regierungen überzeugen, mehr Vorbeugungsmaßnahmen zu ergreifen, um eine Katastrophe zu verhindern. Prävention ist unerlässlich.»

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